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- Bechukotaj
בְּחֻקֹּתַי
Bechukotaj
Segnungen und Verantwortung
- Wochenabschnitt
- 33 von 54
- Verse
- Wajikra 26,3–27,34
- Teile
- 4
- Lesezeit
- 51 Min.
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Bechukotaj ist ein Wochenabschnitt über die Segnungen, die Folgen der Übertretung der Gebote und die Rückkehr zum Bund. Im Stenogramm von Alex Blend werden die Kapitel 26–27 des Buches Wajikra besprochen, einschließlich der Gelübde und des geweihten Besitzes. Der Text der Tora steht auf Hebräisch, mit Transliteration, einer ÜbersetzungIm Original steht hier „mit russischer Übersetzung“. Da diese Seite deutsch ist, heißt es neutral „einer Übersetzung“. und der Auslegung des Autors.
Denkt selbst, entscheidet selbst
Wajikra 26,3–26
Mit Gottes Hilfe beginnen wir gemeinsam, den Wochenabschnitt Bechukotaj zu studieren. In unserem Gespräch wird es um die Segnungen gehen, die das Volk Israel empfangen wird, wenn es die Gebote Gottes im Heiligen Land hält, und, Gott bewahre, um die Flüche, die das Volk Israel empfangen kann, wenn es ihnen nicht folgt. Also, lasst uns ab Vers 3 von Kapitel 26 lesen.
אִם־בְּחֻקֹּתַי תֵּלֵכוּ וְאֶת־מִצְוֹתַי תִּשְׁמְרוּ וַעֲשִׂיתֶם אֹתָם׃
im-bechukkotáj teléchu we'et-mizwotáj tischmerú wa'assitém otám
3 Wenn ihr nach Meinen Gesetzen gehen werdet (das heißt, euer Leben nach Meinen Gesetzen aufbauen werdet, mit Meinen Gesetzen durchs Leben schreiten werdet) und Meine Gebote bewahren und sie erfüllen werdet,
וְנָתַתִּי גִשְׁמֵיכֶם בְּעִתָּם וְנָתְנָה הָאָרֶץ יְבוּלָהּ וְעֵץ הַשָּׂדֶה יִתֵּן פִּרְיוֹ׃
wenatattí gischmechém be'ittám wenatená ha'árez jewulá we'éz hassadé jittén pirjo
4 Dann werde Ich euch eure Regenfälle geben zu ihrer bestimmten Zeit, und die Erde wird den maximalen Ertrag geben, und der Baum des Feldes wird seine Früchte geben.
Für die Landwirtschaft, wie für jede Sache, ist es nötig, dass sich alle Umstände auf passende Weise fügen. Für die Landwirtschaft – das ist Regen im richtigen Moment, Wind im richtigen Moment, Sonne im richtigen Moment: Die Landwirtschaft hängt von vielen Naturerscheinungen ab. Aber auch in jedem Geschäft, in jeder Sache, mit der wir uns befassen, ist es wichtig, dass sich die Umstände auf eine für uns günstige Weise fügen. Und der Höchste sagt: „Wenn ihr nach Meinen Gesetzen lebt, dann wird die Welt euch entgegenkommen, vom Klima bis zu irgendwelchen Kleinigkeiten.“ Die Welt selbst wird sich bemühen, euch mit all ihren Kräften zu antworten, die Welt selbst wird an eurem Erfolg interessiert sein. Und der Baum und die Erde werden sich auf Befehl des Höchsten selbst bemühen, eine gewisse eigene Anstrengung hinzuzufügen, damit wir die maximale Frucht erhalten.
וְהִשִּׂיג לָכֶם דַּיִשׁ אֶת־בָּצִיר וּבָצִיר יַשִּׂיג אֶת־זָרַע וַאֲכַלְתֶּם לַחְמְכֶם לָשֹׂבַע וִישַׁבְתֶּם לָבֶטַח בְּאַרְצְכֶם׃
wehissíg lachém dájisch et-bazír uwazír jassíg et-sára wa'achaltém lachmechém lassówa wischawtém lawétach be'arzechém
5 Und wenn ihr dreschen werdet, wird euer Dreschen bis zur Weinlese andauern, und die Weinlese wird bis zur Aussaat andauern, und ihr werdet euer Brot essen, bis ihr satt seid, und ihr werdet in eurem Land sicher wohnen.
Das sind zwei Bestandteile von Glück und Erfolg. Es ist gut, ein reiches Land zu sein, aber ein reiches Land, jeder reiche Hof, jeder reiche Mensch lebt in ständiger Angst, dass sich jemand an seinem Reichtum vergreifen könnte. Ein reiches Land kann man angreifen, überfallen und auszuplündern versuchen. Hier sagt der Höchste: „Ihr werdet reich leben und euch nicht um euren Reichtum sorgen müssen.“
וְנָתַתִּי שָׁלוֹם בָּאָרֶץ וּשְׁכַבְתֶּם וְאֵין מַחֲרִיד וְהִשְׁבַּתִּי חַיָּה רָעָה מִן־הָאָרֶץ וְחֶרֶב לֹא־תַעֲבֹר בְּאַרְצְכֶם׃
wenatattí schalóm ba'árez uschchawtém we'én macharíd wehischbattí chajá ra'á min-ha'árez wechérew lo-ta'awór be'arzechém
6 Ich werde Frieden im Land geben, ihr werdet schlafen, und ihr werdet keine Angst im Schlaf haben; Ich werde alle bösen (wilden) Tiere aus eurem Land entfernen, und das Schwert wird nicht durch euer Land ziehen.
Wie oft bekommt man von Farmern zu hören, von Leuten, die Landwirtschaft betreiben, dass sie sich so abgemüht haben, aber dann kam ein Iltis und fraß alle ihre Hühner, oder es passiert noch etwas anderes in der Art. Hier geschieht die Entfernung der bösen Tiere nach dem Willen des Höchsten, ohne Beteiligung des Menschen, ohne seinen Eingriff in das Gleichgewicht der Natur. Erinnert ihr euch zum Beispiel an das berühmte chinesische Experiment, als die Chinesen versuchten, die Spatzen auszurotten, die ihrer Meinung nach die Saaten auffraßen? Im Ergebnis vernichteten die Chinesen fast 2 Milliarden Spatzen und meldeten im ersten Jahr, dass die Ernte gestiegen sei. Aber es stellte sich heraus, dass die Insekten, die die Spatzen ebenfalls fressen, mehr Saaten vernichten. Als die Heuschrecken und andere Insekten, die die Spatzen vernichtet hatten, heranwuchsen, begann in China eine Hungersnot, und 30 Millionen Menschen kamen um. So endete eine der bekanntesten Kampagnen Mao Zedongs. Aber der Höchste hat andere Methoden. Gerade der Höchste kann harmonisch, wie ein Hausherr, in die Natur eingreifen, die wilden Tiere so entfernen, dass es der Landwirtschaft nützt.
Und der Höchste, der die Herzen aller Könige in Händen hält, kann Seine Macht so einsetzen, dass niemand das Land Israels angreifen will. Aber selbst wenn irgendwelche Kriege beginnen, werden die Feinde, die versuchen, euch anzugreifen, nicht in euer Land eindringen können, weil ihr sie verfolgen und in die Flucht schlagen werdet, wovon wir weiter lesen.
וּרְדַפְתֶּם אֶת־אֹיְבֵיכֶם וְנָפְלוּ לִפְנֵיכֶם לֶחָרֶב׃
urdaftém et-ojewechém wenafelú lifnechém lechárew
7 Und ihr werdet eure Feinde verfolgen, und sie werden vor euch fallen durch das Schwert.
Nicht durch euer Schwert werden sie fallen, sie werden durch das Schwert vor euch fallen, das heißt, sie werden untereinander durcheinandergeraten, es wird bei ihnen Verwirrung herrschen, und sie werden einander erschlagen. Es gibt einige Schlachten in der Geschichte, mehr in der europäischen Geschichte, bei denen es vorkam, dass Soldaten im Nebel oder im Rausch miteinander kämpften und einander erschlugen. Während des österreichisch-türkischen Krieges bei der Stadt Karansebesch fingen am 17. September 1788 einige betrunkene österreichische Soldaten eine Schlägerei an, der sich der Legende nach die ganze Armee anschloss. Infolge des Durcheinanders und der Gerüchte, die Türken hätten angegriffen, wurde ein Teil der Armee zerstreut und erlitt menschliche und materielle Verluste. Das ist ein Beispiel dafür, welche Verwirrung in einer Armee entstehen kann, wenn ihre Soldaten den Verstand verlieren. Und eine solche Verwirrung verspricht der Höchste in den Armeen der Feinde zu säen, die versuchen werden, Israel anzugreifen.
וְרָדְפוּ מִכֶּם חֲמִשָּׁה מֵאָה וּמֵאָה מִכֶּם רְבָבָה יִרְדֹּפוּ וְנָפְלוּ אֹיְבֵיכֶם לִפְנֵיכֶם לֶחָרֶב׃
weradefú mikkém chamischá me'á ume'á mikkém rewawá jirdófu wenafelú ojewechém lifnechém lechárew
8 Fünf von euch werden hundert verfolgen, und hundert von euch werden zehntausend zurücktreiben, und eure Feinde werden vor euch fallen durch das Schwert.
Somit wird das Kräfteverhältnis 1:20 sein, das heißt, jeder Mensch wird 20 Krieger zurücktreiben. Dabei sagen die Kommentatoren, dass das fünf einfache Männer vom Pflug sind: keine Krieger, keine irgendwelchen Muskelprotze, keine Helden.
Und weiter wird dann die Hundert rewawá zurücktreiben – das ist eine solche Zahl, die man manchmal mit Myriade oder zehntausend Menschen übersetzt. Das heißt, wenn wir uns zu hundert versammeln, wird unsere Kraft nicht mehr in einer einfachen Progression wirken. Wenn wir hundert sind, sind wir nicht 20-mal stärker, als wenn wir fünf sind, wir sind um ein Vielfaches stärker. Wenn wir zusammen sind, sind wir stärker. Das ist sehr wichtig, und ich spreche wiederholt darüber: Gemeinsame Handlungen des ganzen Volkes haben eine sehr große Bedeutung.
Und wieder lesen wir hier vor euch, das heißt, die Feinde werden in der Hektik fliehen, werden fallen, durcheinandergeraten und miteinander kämpfen. Hier kann man ein Beispiel aus der jüdischen Geschichte anführen. Vor nicht allzu langer Zeit, während eines der Kriege, drangen ägyptische Panzer im Gebiet des Sinai auf israelisches Territorium vor. Zwei Mädchen, die sich an einem abgelegenen Kontrollposten am Ufer des Roten Meeres befanden, gingen baden, ohne überhaupt zu wissen, dass irgendwelche Kampfhandlungen begonnen hatten. Sie badeten, und da sie dort allein waren, badeten sie im Naturzustand. Und da kommen sie aus dem Wasser und sehen, dass direkt vor ihnen ein ägyptischer Panzer steht. Es ist völlig unklar, was in diesem Moment in den Köpfen der Mädchen vorging, aber noch weniger klar ist, was in den Köpfen der ägyptischen Soldaten vorging, denn der Panzer wendet und verschwindet mit voller Geschwindigkeit hinter dem Horizont. Es ergab sich, dass damals viele Ägypter gefangen genommen wurden, darunter auch diese Panzersoldaten, und sie erzählten diese Geschichte. Sie hatten Angst bekommen, weil sie überlegten: „Zwei jüdische Mädchen, völlig nackt, das kann nicht sein, da ist irgendein Haken dabei, das ist irgendeine Falle, wir müssen hier schnell weg“, was sie auch taten – sie wendeten und flohen.
Und weiter setzt der Höchste Seine guten Verheißungen fort.
וּפָנִיתִי אֲלֵיכֶם וְהִפְרֵיתִי אֶתְכֶם וְהִרְבֵּיתִי אֶתְכֶם וַהֲקִימֹתִי אֶת־בְּרִיתִי אִתְּכֶם׃
ufaníti alechém wehifretí etchém wehirbetí etchém wahakimotí et-berití ittechém
9 Ich werde Mich euch zuwenden (Mein Angesicht euch zuwenden), euch fruchtbar machen und euch mehren, und Ich werde Meinen Bund mit euch aufrechterhalten (erfüllen) (den Bund über den Segen des Volkes Israel).
Ich mache euch fruchtbar und mehre euch – man kann sagen, dass das so ein Parallelismus ist: „Ich werde es so machen, dass ihr nicht einfach mehr werdet, Ich werde euch stärker machen, wenn ihr diese Einheit schätzen werdet, wenn ihr anfangt, nicht zu fünft zu verfolgen, sondern zu hundert. Je größer die Gruppen, je größer die Gemeinschaften, zu denen ihr euch zusammenschließt, je mehr Einheit unter euch sein wird, desto mehr werdet ihr werden.“
וַאֲכַלְתֶּם יָשָׁן נוֹשָׁן וְיָשָׁן מִפְּנֵי חָדָשׁ תּוֹצִיאוּ׃
wa'achaltém jaschán noschán wejaschán mippené chadásch tozíu
10 Und ihr werdet Altes, Uraltes essen, und trotzdem wird eine neue Ernte da sein, und ihr werdet gezwungen sein, das Alte hinauszuschaffen, um das Neue hineinzunehmen.
Das heißt, ihr werdet großen Überfluss an allem haben, ihr werdet an nichts Mangel leiden, außer vielleicht an Platz für Lagerräume. Alle eure Lagerräume werden so überfüllt sein, dass, wenn eine neue Ernte kommt, euch noch ein Teil der alten Ernte übrig bleibt, sie wird lange reichen.
וְנָתַתִּי מִשְׁכָּנִי בְּתוֹכְכֶם וְלֹא־תִגְעַל נַפְשִׁי אֶתְכֶם׃
wenatattí mischkaní betochechém welo-tig'ál nafschí etchém
11 Und Ich werde Meine Wohnung unter euch geben, und Meine Seele wird euch nicht widerstreben (sich nicht vor euch ekeln).
וְהִתְהַלַּכְתִּי בְּתוֹכְכֶם וְהָיִיתִי לָכֶם לֵאלֹהִים וְאַתֶּם תִּהְיוּ־לִי לְעָם׃
wehithallachtí betochechém wehajíti lachém lelohim we'attém tihju-lí le'ám
12 Und Ich werde unter euch umhergehen, und Ich werde euch Gott sein, und ihr werdet Mir ein Volk sein.
Der HERR sagt: „Ich werde ständig in eurem Volk gegenwärtig sein, und Mein Geist wird folglich unter euch gegenwärtig sein und euch führen. Ihr werdet Meine Familie sein, Meine große Familie werdet ihr sein. Ich werde euch Gott sein, und ihr werdet Mir Mein Volk sein, Meine Verwandten.“ Wir haben schon darüber gesprochen, dass in der Besprengung des Altars mit Blut, in diesem Teil der Opfer, ein Verwandtwerden mit Gott liegt.
אֲנִי יְהוָה אֱלֹהֵיכֶם אֲשֶׁר הוֹצֵאתִי אֶתְכֶם מֵאֶרֶץ מִצְרַיִם מִהְיֹת לָהֶם עֲבָדִים וָאֶשְׁבֹּר מֹטֹת עֻלְּכֶם וָאוֹלֵךְ אֶתְכֶם קוֹמְמִיּוּת׃
aní adonáj elohechém aschér hozéti etchém me'érez mizrájim mihjot lahém awadím wa'eschbór motót ullechém wa'oléch etchém komemijút
13 Ich bin der HERR, euer Gott, Der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, weg davon, dass ihr Sklaven wart, und Ich habe das Joch (die Stangen) eurer Versklavung zerbrochen, und aufrecht (mit stolz erhobenem Kopf, mit geradem Rücken) habe Ich euch herausgeführt.
Der HERR sagt: „Hier ist das Zeugnis dessen, was Ich schon getan habe. Ich habe euch von jeder Sklaverei, von jeder Abhängigkeit befreit, habe euch aus einem Land herausgeführt, das euch völlig versklavt hatte. Ihr kennt Meine Kraft, ihr wisst, wozu Ich fähig bin, wie groß Mein Segen sein kann. Folgt Meinen Gesetzen, hört auf Meine Gebote, und alles wird bei euch zur rechten Zeit geschehen. Lebt in Meiner Zeit: das ist schabbát, das ist schmitá (das siebte Jahr), das ist jowel (das Jobeljahr)“. Schmitá – das ist die Zeit, in der alles gemeinsam wird: ich habe nichts Eigenes, und ich bin dazu bereit. Das Jobeljahr – die Zeit, in der jeder das Seine zurückbekommt, in der ich nicht länger jemandes Sklave bleiben und in jemandes Abhängigkeit sein kann, ich muss in die Freiheit hinausgehen, selbst wenn ich nicht will, selbst wenn ich mich an die Sklaverei gewöhnt habe. Denn die Sklaverei in jenen Zeiten (wir sprechen von der jüdischen Sklaverei) ist ein wenig anders, als wir sie uns vorstellen. Das ist die Existenz eines Lohnarbeiters, der für Essen arbeitet, für einen bescheidenen Lohn (man kann es mit einem Lohnarbeiter heute vergleichen). Und plötzlich sagt man ihm im Jobeljahr: „Geh und mach dein eigenes Geschäft auf, fang deine eigene Sache an, sei selbstständig tätig, sei eigenständig, ernähre dich selbst. Vorbei sind alle Meisterkurse, die du hier, in der Sklaverei, bei einem Menschen bekommen hast, der sein Geschäft so gut führt, dass er Lohnarbeiter hat. Jetzt, ob du willst oder nicht – geh und kümmere dich um deine eigene Sache.“ Das ist eine sehr mutige Entscheidung, so ein Hinausgehen in die Freiheit, aber man muss sie verwirklichen. Und der Höchste sagt: „Wenn du im Rahmen, im Rhythmus Meiner Zeit lebst, wird dir alles zum Guten dienen, die ganze Welt.“ Und das alles sind Gottes Zeiten, Zeiten, die es beim Höchsten gibt. Und der Höchste sagt: „Wenn ihr alles zur rechten Zeit tut, dann wird bei euch alles zur rechten Zeit geschehen, die Welt selbst wird euch entgegenkommen, und das Zeugnis dafür ist, dass Ich der HERR bin, Der euch aus der Sklaverei herausgeführt hat, Ich habe die Versklavung über euch schon zerbrochen, ihr seid frei.“
וְאִם־לֹא תִשְׁמְעוּ לִי וְלֹא תַעֲשׂוּ אֵת כָּל־הַמִּצְוֹת הָאֵלֶּה׃
we'im-ló tischmeú li weló ta'assú et kol-hammizwót ha'élle
14 Wenn ihr aber nicht auf Mich hören werdet und nicht alle diese Gebote erfüllen werdet,
וְאִם־בְּחֻקֹּתַי תִּמְאָסוּ וְאִם אֶת־מִשְׁפָּטַי תִּגְעַל נַפְשְׁכֶם לְבִלְתִּי עֲשׂוֹת אֶת־כָּל־מִצְוֹתַי לְהַפְרְכֶם אֶת־בְּרִיתִי׃
we'im-bechukkotáj tim'ássu we'ím et-mischpatáj tig'ál nafschechém lewiltí assót et-kol-mizwotáj lehafrechém et-berití
15 Wenn ihr Meine Gesetze verabscheut, wenn eurer Seele Meine Gesetze zuwider werden, um nicht zu tun und um Meinen Bund zu brechen,
אַף־אֲנִי אֶעֱשֶׂה־זֹּאת לָכֶם וְהִפְקַדְתִּי עֲלֵיכֶם בֶּהָלָה אֶת־הַשַּׁחֶפֶת וְאֶת־הַקַּדַּחַת מְכַלּוֹת עֵינַיִם וּמְדִיבֹת נָפֶשׁ וּזְרַעְתֶּם לָרִיק זַרְעֲכֶם וַאֲכָלֻהוּ אֹיְבֵיכֶם׃
af-aní e'esse-sót lachém wehifkadtí alechém behalá et-haschachéfet we'et-hakkaddáchat mechallót enájim umdiwót náfesch usra'tém larík sar'achém wa'achalúhu ojewechém
16 Auch Ich werde so mit euch verfahren: Ich werde euch der Macht der Angst ausliefern, und der Krankheit, und des Fiebers, das die Augen verzehrt und die Seele peinigt, und ihr werdet umsonst eure Samen säen, und euer Feind wird sie essen.
Die Früchte von allem, was ihr tut, werden euch nicht zufallen. Die ganze Welt wird gegen euch sein, und eure Feinde werden kommen und essen, was ihr sät.
וְנָתַתִּי פָנַי בָּכֶם וְנִגַּפְתֶּם לִפְנֵי אֹיְבֵיכֶם וְרָדוּ בָכֶם שֹׂנְאֵיכֶם וְנַסְתֶּם וְאֵין־רֹדֵף אֶתְכֶם׃
wenatattí fanáj bachém weniggaftém lifné ojewechém weradú wachém sone'echém wenastém we'en-rodéf etchém
17 Ich werde euch Mein Angesicht zuwenden, und ihr werdet geschlagen werden (man kann sagen, von der Seuche geschlagen, von irgendeiner Epidemie geschlagen) vor euren Feinden, und eure Hasser werden über euch herrschen (werden gewaltsam über euch Macht ausüben), ihr werdet fliehen, selbst wenn kein Verfolger da sein wird.
Wir haben gesagt, dass die Wendung Ich werde euch Mein Angesicht zuwenden häufiger in einem positiven Kontext steht, aber hier steht sie ganz und gar nicht in einem positiven Kontext, hier bedeutet sie: „Ich werde Mir euch persönlich vornehmen, Ich werde mit euch abrechnen. Ihr werdet in eine noch schlimmere Lage geraten als eure Feinde, wenn ihr gesegnet wärt, wenn hundert Feinde vor fünf Menschen flohen. Hier werdet ihr vor eurer eigenen Angst fliehen, ohne dass euch jemand verfolgt. Warum ist das so? Weil ihr Angst empfinden werdet, weil ihr die Beziehung zu Mir zerrissen habt, wegen Meiner Gegenwart in dieser Welt.“
וְאִם־עַד־אֵלֶּה לֹא תִשְׁמְעוּ לִי וְיָסַפְתִּי לְיַסְּרָה אֶתְכֶם שֶׁבַע עַל־חַטֹּאתֵיכֶם׃
we'im-ad-élle lo tischmeú li wejassaftí lejasserá etchém schéwa al-chattotechém
18 Wenn ihr aber auch dann nicht auf Mich hört, werde Ich eure Leiden siebenfach vermehren und verstärken für eure Vergehen.
Es kann so kommen, dass der galút (das Exil) statt 70 Jahren 490 Jahre dauert. Möglicherweise war das auch die Befürchtung Daniels, worüber er inbrünstig betete (9,4–19). Der HERR sagt: „Wenn ihr trotz der Strafe nicht hört, werde Ich euch nicht ein Jahr draufschlagen, ihr werdet nicht statt 7 Jahren 8 absitzen, nein. Ich werde euch 49 Jahre geben, ihr werdet eine 7-mal größere Strafe bekommen.“
וְשָׁבַרְתִּי אֶת־גְּאוֹן עֻזְּכֶם וְנָתַתִּי אֶת־שְׁמֵיכֶם כַּבַּרְזֶל וְאֶת־אַרְצְכֶם כַּנְּחֻשָׁה׃
weschawartí et-ge'ón ussechém wenatattí et-schemechém kabbarsél we'et-arzechém kannechuschá
19 Und Ich werde jede Erhabenheit eurer Kraft zerbrechen, und Ich werde euren Himmel wie Eisen machen und eure Erde wie Kupfer.
Das heißt, einerseits wird der Himmel keinerlei Feuchtigkeit geben, er wird wie Eisen sein, das nicht beschlägt. Andererseits wird die Erde wie aus Kupfer sein, das heißt, alle Früchte, alle deine Schätze, die du in ihr aufbewahren wirst, alles wird anfaulen, weil die Erde beschlagen wird wie Kupfer, und diese Feuchtigkeit wird alles verderben.
וְתַם לָרִיק כֹּחֲכֶם וְלֹא־תִתֵּן אַרְצְכֶם אֶת־יְבוּלָהּ וְעֵץ הָאָרֶץ לֹא יִתֵּן פִּרְיוֹ׃
wetám larík kochachém welo-tittén arzechém et-jewulá we'éz ha'árez lo jittén pir'jo
20 Und umsonst wird eure Kraft vergehen, und eure Erde wird keine Früchte geben, und der Baum der Erde wird keine Früchte geben.
Das heißt, hier ist es umgekehrt, die Erde wird sich euch mit aller Kraft widersetzen. Wenn wir in Vers 4 gelesen haben, dass sogar éz hassadé (der Baum des Feldes), das heißt ein wilder Baum, euch Früchte geben wird, so heißt es jetzt éz ha'árez (der Baum der Erde), der im Garten steht, sogar er wird keine Früchte geben.
וְאִם־תֵּלְכוּ עִמִּי קֶרִי וְלֹא תֹאבוּ לִשְׁמֹעַ לִי וְיָסַפְתִּי עֲלֵיכֶם מַכָּה שֶׁבַע כְּחַטֹּאתֵיכֶם׃
we'im-telechú immí kéri weló towú lischmóa li wejassaftí alechém makká schéwa kechattotechém
21 Wenn ihr hartnäckig darin fortfahren werdet, gegen Mich zu gehen, und nicht auf Mich hören wollt, dann werde Ich euch noch siebenfach einen Schlag für eure Sünden geben.
Das Wort kéri übersetzt man manchmal als zufällig, das heißt, von Fall zu Fall werdet ihr die Gebote erfüllen. Aber eine andere und, wie mir scheint, hier die wahrscheinlichste Übersetzung ist: wenn ihr hartnäckig gegen Mich gehen werdet, wenn ihr euch von Mir entfernen werdet.
וְהִשְׁלַחְתִּי בָכֶם אֶת־חַיַּת הַשָּׂדֶה וְשִׁכְּלָה אֶתְכֶם וְהִכְרִיתָה אֶת־בְּהֶמְתְּכֶם וְהִמְעִיטָה אֶתְכֶם וְנָשַׁמּוּ דַּרְכֵיכֶם׃
wehischlachtí wachém et-chaját hassadé weschikkelá etchém wehichríta et-behemtechém wehim'íta etchém wenaschámmu darchechém
22 Und Ich werde die Tiere des Feldes auf euch loslassen, und sie werden euch kinderlos machen, und Ich werde euer Vieh vernichten, und Ich werde eure Zahl verringern, und eure Wege werden veröden.
Das Wort schchól (Verlust, Tod der Kinder) bedeutet elterliche Verwaistheit, dieses Wort gibt es in der russischen Sprache nicht. Im Hebräischen gibt es das Wort jatóm (einer, der die Eltern verloren hat) und das Wort schakúl (einer, der die Kinder verloren hat), für dieses Wort gibt es in der russischen Sprache kein Synonym. Diese Tiere werden eure Kinder vernichten und euch zu Eltern machen, die ihre Kinder verloren haben, sie werden euch kinderlos machen, zu Waisen nach euren Kindern.
וְאִם־בְּאֵלֶּה לֹא תִוָּסְרוּ לִי וַהֲלַכְתֶּם עִמִּי קֶרִי׃
we'ím-be'élle lo tiwwasserú li wahalachtém immí kéri
23 Wenn ihr aber selbst darauf nicht hört und gegen Mich gehen werdet,
וְהָלַכְתִּי אַף־אֲנִי עִמָּכֶם בְּקֶרִי וְהִכֵּיתִי אֶתְכֶם גַּם־אָנִי שֶׁבַע עַל־חַטֹּאתֵיכֶם׃
wehalachtí af-aní immachém bekéri wehikketí etchém gam-áni schéwa al-chattotechém
24 Auch Ich werde Mich von euch entfernen und werde euch siebenfach strafen.
וְהֵבֵאתִי עֲלֵיכֶם חֶרֶב נֹקֶמֶת נְקַם־בְּרִית וְנֶאֱסַפְתֶּם אֶל־עָרֵיכֶם וְשִׁלַּחְתִּי דֶבֶר בְּתוֹכְכֶם וְנִתַּתֶּם בְּיַד־אוֹיֵב׃
wehewetí alechém chérew nokémet nekam-berít wene'essaftém el-arechém weschilláchti déwer betochechém wenittattém bejad-ojéw
25 Ich werde über euch bringen (euch zuführen) ein Schwert (ein Schwert der Rache für den Bruch des Bundes), und ihr werdet euch in eure Städte sammeln, und dann werde Ich dorthin eine Epidemie gegen euch senden, und ihr werdet in die Hand des Feindes gegeben werden.
בְּשִׁבְרִי לָכֶם מַטֵּה־לֶחֶם וְאָפוּ עֶשֶׂר נָשִׁים לַחְמְכֶם בְּתַנּוּר אֶחָד וְהֵשִׁיבוּ לַחְמְכֶם בַּמִּשְׁקָל וַאֲכַלְתֶּם וְלֹא תִשְׂבָּעוּ׃
beschiwrí lachém matte-léchem (die Brotstütze) we'afú éser naschím lachmechém betannúr echád weheschíwu lachmechém bammischkál wa'achaltém weló tisbá'u
26 Ich werde euch alle eure Vorräte an Brot wegnehmen, und zehn Frauen werden Brot in einem einzigen Ofen backen, und ihr werdet das Brot nach Gewicht abmessen, und ihr werdet essen und nicht satt werden.
Das heißt, die ganze Landwirtschaft, auf die ihr euch gestützt habt (wörtlich steht da matté – Stab oder Stütze), wird der HERR wegnehmen. Und ihr werdet so wenig Brot haben, und das Brot wird so teuer sein, dass die Bäcker euch das Brot streng-streng abmessen, zumessen werden, wie zu Zeiten der Lebensmittelkarten.
Wozu gibt der Höchste solche Strafen? Ist das einfach ein grausamer Vater, der alle Ungehorsamen straft, alle straft, die mit Ihm nicht einverstanden sind, und alle, die von Seinem Willen abweichen? Oder gibt es hier doch etwas anderes, steht etwas anderes dahinter? Wir sehen oft, dass sich ein Mensch in dem Moment an den Höchsten wendet, wenn, wie es im Buch Dewarim heißt, „dein Leben vor deinen Augen hängen wird“, wenn ein Mensch verzweifelt und versteht, dass nur der Höchste ihm helfen kann. Es gibt weder ein Bankkonto noch Freunde noch irgendeine Hilfe von der Natur: von nirgendwoher, außer vom Höchsten, kann der Mensch Hilfe erwarten. Wir beobachten das und kennen es oft aus den Zeugnissen von Menschen, dass sich der Mensch gerade in einem solchen Moment an den Höchsten wendet. Und umgekehrt, wenn ein Mensch irgendeinen Besitz hat, irgendeinen Reichtum, etwas, woran man sich festhalten kann, dann richtet der Mensch sowohl seinen Glauben als auch sein Vertrauen darauf: „Gott sei Dank habe ich hunderttausend Dollar auf der Bank. Gott sei Dank habe ich drei Wohnungen, und wenn etwas ist, kann ich sie vermieten. Gott sei Dank habe ich reiche Verwandte, die, wenn etwas ist, helfen werden.“ Das heißt, einerseits Gott sei Dank dafür, und andererseits Gott sei Dank, dass ich nicht mehr nur auf Gott vertrauen muss. Und sehr selten kann man in einer solchen Situation hören: „Gott sei Dank habe ich Gott, es gibt Gott, der mich nicht verlassen wird.“ Und es ergibt sich, dass der Mensch oft 90 % seines Vertrauens auf sich selbst richtet und etwa 10 % auf den Höchsten. Und das ist unsere Realität, die Realität auch von gläubigen Menschen. Deshalb sagt der Höchste: Wenn der Besitz eines Menschen, wenn das, was er hat, irgendein Reichtum von ihm, irgendeine Kraft von ihm, wenn all das ihm erlaubt, Mut zu fassen und vom Höchsten abzuweichen, zu vergessen, dass der Höchste unser Gott ist und wir Sein Volk sind, zu vergessen, dass das Vertrauen zu 100 % auf Ihn gerichtet sein muss, dann nimmt der Höchste nach und nach jede Sicherheit weg, die zwischen uns und Ihm steht. Wenn all das uns wie ein Anker erlaubt, uns an dieser Welt festzuhalten und nicht auf Ihn zu vertrauen, dann bekommen wir auch die entsprechenden Ergebnisse, dann beginnt der Höchste, unsere Götzen zu schlagen, die uns von Ihm entfernen. Aber wenn unser Besitz als Sein Segen wahrgenommen wird und uns Ihm näherbringt, wird er wachsen und sich mehren, und wir werden reich werden und Ihn mit unserem Besitz, mit unserem Wohlstand verherrlichen.
Der lange Weg nach Hause
Wajikra 26,27–46
Mit Gottes Hilfe setzen wir das Studium des Wochenabschnitts Bechukotaj fort und werden Kapitel 26 ab Vers 27 lesen. Der Höchste spricht weiter von jenen Strafen und Flüchen, die das Volk Israel verfolgen werden, wenn das Volk hartnäckig dabei bleibt, Seinen Willen nicht zu befolgen.
וְאִם־בְּזֹאת לֹא תִשְׁמְעוּ לִי וַהֲלַכְתֶּם עִמִּי בְּקֶרִי׃
we'im-besót lo tischme'ú li wahalachtém immí bekéri
27 Und wenn ihr auch darin nicht auf Mich hört und euch hartnäckig gegen Mich stellt,
וְהָלַכְתִּי עִמָּכֶם בַּחֲמַת־קֶרִי וְיִסַּרְתִּי אֶתְכֶם אַף־אָנִי שֶׁבַע עַל־חַטֹּאתֵיכֶם׃
wehalachtí immachém bachamat-kéri wejissartí etchém af-áni schéwa al-chattotechém
28 werde Ich mit zorniger Hartnäckigkeit gegen euch vorgehen, und Ich werde euch siebenmal für eure Sünden peinigen.
וַאֲכַלְתֶּם בְּשַׂר בְּנֵיכֶם וּבְשַׂר בְּנֹתֵיכֶם תֹּאכֵלוּ׃
wa'achaltém bessár benechém uwssár benotechémDie russische Umschrift hat hier „benetechém“. Im hebräischen Text steht „benotechém“ (eure Töchter), deshalb folgt die deutsche Umschrift dem Hebräischen. tochélu
29 Und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen.
Solche schrecklichen Ereignisse kamen in der Geschichte Israels vor. Es gibt darüber eine Erwähnung auch im Tanach, und die Midraschim erzählen davon. Das hat leider auch im XX. Jahrhundert stattgefunden und kam in den deutschen Konzentrationslagern vor. Das ist eine sehr schreckliche Situation.
Der Midrasch erzählt von einem Mann namens Duek ben Josef, der seiner Witwe ein reiches Erbe hinterließ. Sie hatte ein kleines Kind, und sie spendete jedes Mal im Tempel eine Menge Gold, die seinem Gewicht entsprach, und außerdem spendete sie noch viel. Aber als die Belagerung Jerusalems geschah, war sie gezwungen, ihr Kind zu essen. Der Midrasch sagt, dass Jirmejahu um es weinte und fragte: „Wie kann so etwas sein?!“ Und vom Himmel antwortete man: „Und wie kann es sein, dass ein Kohen im Tempel getötet wird?“ Die Rede ist natürlich vom Blut S'charjas, der im Hof des Tempels auf Befehl des Königs Joasch getötet wurde (2. Buch Diwre haJamim 24,21). Viele Unglücke dieser Art geschahen dem Volk Israel.
וְהִשְׁמַדְתִּי אֶת־בָּמֹתֵיכֶם וְהִכְרַתִּי אֶת־חַמָּנֵיכֶם וְנָתַתִּי אֶת־פִּגְרֵיכֶם עַל־פִּגְרֵי גִּלּוּלֵיכֶם וְגָעֲלָה נַפְשִׁי אֶתְכֶם׃
wehischmadtí et-bamotechém wehichrattí et-chammanechém wenatattí et-pigrechém al-pigré gillulechém wega'alá nafschí etchém
30 Und Ich werde eure Höhen vernichten, und Ich werde vernichten (bis auf die Wurzel abtragen) eure Sonnensäulen, und Ich werde eure Leichen auf die Trümmer eurer Götzen geben (auf den Schutt aus euren Götzen), und Meine Seele wird euch verabscheuen.
Höhen – kleine Anhöhen, Hügel, Kuppen wurden zur Anbetung anderer Götter benutzt. Chammán ist ein seltenes Wort, das hier und im Buch Diwre haJamim verwendet wird und offenbar Ort der Sonnenanbetung bedeutet (obwohl es keine Angaben gibt, dass zur Zeit der Gabe der Tora in Israel ein Kult der Sonnenanbetung existierte, er entstand später).
Noch ein sehr interessantes Wort: gillulechém. Die Sache ist die, dass Götze auf Hebräisch elíl heißt, und man hätte sagen können elillechém (eure Götzen). Aber der Höchste verwendet hier ein Wortspiel: galúl sind Mistkügelchen, so kann man sagen, dass gillulechém – das sind nicht eure Götzen, sondern eure Mistgötter.
Der Midrasch erzählt eine Geschichte über den Propheten Elijahu, der einmal einen sehr kranken und aufgedunsenen Jungen traf, der auf einem Haufen irgendwelchen Mülls lag. Der Prophet Elijahu fragte ihn: „Junge, zu wem gehörst du? Hast du Eltern?“ Und der Junge antwortete: „Nein, ich habe niemanden mehr. Ich bin hier allein, und ich habe Angst.“ Und der Prophet Elijahu sagte zu ihm: „Junge, ich kann dich ein Gebet lehren, das dir helfen wird. Sprich mir nach: ‚Schmá jisraél adonáj elohéjnu adonáj echád – Höre, Israel, der HERR, unser Gott, Gott ist einer!‘“ Aber der Junge sagte: „Nein, das werde ich nicht sagen. Meine Eltern haben niemals den Namen dieses Gottes ausgesprochen, und ich werde ihn nicht aussprechen.“ Der Junge zog unter seinem Hemd irgendeinen kleinen Götzen hervor, küsste ihn und starb sofort.
Leider wissen wir, dass alle Arten von Götzendienst in der Zeit des Ersten Tempels in Israel sehr verbreitet wurden. Das verwirrt oft Menschen, die den Tanach lesen und sagen: „So etwas kann es in Israel nicht gegeben haben, wie ihr sagt, denn hier steht doch klar geschrieben, dass die Tora das verbietet!“ Aber man muss verstehen und daran denken, dass das Volk Israel die Gebote der Tora nicht hielt oder nicht immer hielt. Und sogar umgekehrt kann man sagen, dass fast nie ganz Israel nach der Tora gelebt hat. Wir leben dank der Gnade und der Langmut des Höchsten. Deshalb, wenn ihr zu vermuten versucht, dass es etwas nicht gegeben hat, weil die Tora es verbietet, muss man damit vorsichtig sein. Die Regeln verbieten es, bei Rot über die Straße zu gehen. Habt ihr etwa noch nie Menschen gesehen, die bei Rot über die Straße gehen? Israel war gegenüber den Geboten des Höchsten noch rebellischer.
Also, der Höchste sagt: „Ich werde eure Götzenstätten vernichten und eure Leichen auf die Trümmer dieser Götzenstätten werfen.“
וְנָתַתִּי אֶת־עָרֵיכֶם חָרְבָּה וַהֲשִׁמּוֹתִי אֶת־מִקְדְּשֵׁיכֶם וְלֹא אָרִיחַ בְּרֵיחַ נִיחֹחֲכֶם׃
wenatattí et-arechém chorbá wahaschimmotí et-mikdeschechém weló aríjach beréjach nichochachém
31 Und in Trümmer werde Ich eure Städte verwandeln, und Ich werde eure Heiligtümer leer machen (hier schon Heiligtümer, wo man den Höchsten Selbst anbetet), und Ich werde ihren Geruch nicht riechen.
וַהֲשִׁמֹּתִי אֲנִי אֶת־הָאָרֶץ וְשָׁמְמוּ עָלֶיהָ אֹיְבֵיכֶם הַיֹּשְׁבִים בָּהּ׃
wahaschimmotí aní et-ha'árez waschamemú aléha ojewechém hajoschewím ba
32 Und euer Land (eure Erde) werde Ich verwüsten, und eure Feinde, die sich darin ansiedeln werden, werden sich wundern.
Die Strafe wächst, und es gibt nicht nur keine Verbindung mit Gott mehr, sondern auch keine Verbindung mit dem Land. Der Höchste sagt: „Wozu brauche Ich im Heiligen Land ein Volk, das nicht in Heiligkeit lebt, das Mich nicht anbetet?“
Den Satz waschamemú aléha ojewechém hajoschewím ba kann man auf zwei Arten übersetzen. Die erste: und es werden sich wundern, staunen über das Ausmaß der Zerstörung, die geschehen ist, jene eurer Feinde, die sich in eurem Land ansiedeln werden. Sie werden sehen und sagen: „Was für große Städte waren hier, was für Gärten waren hier, warum ist all das zugrunde gegangen?“ Und anders kann man es so verstehen: es (das Land) wird leer sein auch für eure Feinde, die sich hier nach euch ansiedeln werden. Selbst euren Feinden wird es nichts geben. Sie werden es versuchen, aber nichts aus der Erde herausholen können.
וְאֶתְכֶם אֱזָרֶה בַגּוֹיִם וַהֲרִיקֹתִי אַחֲרֵיכֶם חָרֶב וְהָיְתָה אַרְצְכֶם שְׁמָמָה וְעָרֵיכֶם יִהְיוּ חָרְבָּה׃
we'etchém esaré waggojím waharikotí acharechém chárew wehajetá arzechém schemamá we'arechém jihjú chorbá
33 Euch aber werde ich zerstreuen (verstreuen) unter die Völker, und das Schwert der Verwüstung wird hinter euch herkommen. Und euer Land wird verwüstet sein und eure Städte in Trümmern.
אָז תִּרְצֶה הָאָרֶץ אֶת־שַׁבְּתֹתֶיהָ כֹּל יְמֵי הֳשַּׁמָּה וְאַתֶּם בְּאֶרֶץ אֹיְבֵיכֶם אָז תִּשְׁבַּת הָאָרֶץ וְהִרְצָת אֶת־שַׁבְּתֹתֶיהָ׃
as tirzé ha'árez et-schabbetotéha kol jemé hoschammá we'attém be'érez ojewechém as tischbát ha'árez wehirzát et-schabbetotéha
34 Dann wird das Land mit seinen Sabbaten zufriedengestellt werden, alle Tage seiner Leere wird das Land Sabbat halten, wenn ihr im Land eurer Feinde seid; dann wird das Land Sabbat halten.
Das Land wird sein Verlangen stillen, Sabbat zu halten: „Wenn ihr dem Land nicht einmal in sieben Jahren Ruhe gebt, dann werde Ich ihm Ruhe geben. Ich werde ihm all jene Jahre der Sabbate geben, die ihr nicht gehalten habt. Und nach dem Maß eurer Nichteinhaltung des Sabbats für das Land werdet ihr Strafe empfangen, und das Land wird sein Recht auf den Sabbat bekommen.“ Der Höchste sagt uns hier gleichsam: „Mein Land wird ohnehin nach Meinen Gesetzen leben, Meine Gesetze werden ohnehin zustande kommen. Mit eurer Beteiligung – euch zum Segen, ohne eure Beteiligung – euch zum Fluch. Aber Mein Wille, Mein Gesetz wird sich verwirklichen. Entscheidet selbst: Wollt ihr, dass dieses Gesetz für euch zum Segen wird, oder wollt ihr, dass es euch zum Fluch wird? Wollt ihr nach Meinen Gesetzen leben oder wollt ihr nach Meinen Gesetzen bestraft werden? Werdet ihr Teil des Problems sein oder Teil der Lösung des Problems? Die Entscheidung liegt bei euch.“
כָּל־יְמֵי הָשַּׁמָּה תִּשְׁבֹּת אֵת אֲשֶׁר לֹא־שָׁבְתָה בְּשַׁבְּתֹתֵיכֶם בְּשִׁבְתְּכֶם עָלֶיהָ׃
kol-jemé hoschammá tischbót et aschér lo-schawetá beschabbetotechém beschiwtechém aléha
35 Die ganze Zeit der Verwüstung wird das Land Sabbat halten für die Jahre, in denen es nicht Sabbat gehalten hat, dafür, dass ihr auf ihm nicht Sabbat gehalten habt, als ihr auf ihm wohntet.
וְהַנִּשְׁאָרִים בָּכֶם וְהֵבֵאתִי מֹרֶךְ בִּלְבָבָם בְּאַרְצֹת אֹיְבֵיהֶם וְרָדַף אֹתָם קוֹל עָלֶה נִדָּף וְנָסוּ מְנֻסַת־חֶרֶב וְנָפְלוּ וְאֵין רֹדֵף׃
wehannisch'arím bachém wehewetí mórech bilwawám be'arzót ojewehém weradáf otám kol alé niddáf wenasú menussat-chérew wenafelú we'én rodéf
36 Und denen, die von euch überleben, werde Ich Weichheit des Herzens geben im Land eurer Feinde, und es wird sie das Geräusch eines Blattes verfolgen, das über die Erde raschelt, und sie werden fliehen wie vor dem Schwert, und sie werden fallen, obwohl niemand sie verfolgt.
Ich habe es schon gesagt und wiederhole es hier noch einmal: Weichheit des Herzens – das ist nicht das, was man in der russischen Sprache weichherzig oder gütig nennt. Weichheit des Herzens – das ist Zaghaftigkeit, nicht unbedingt im negativen Sinn, das ist einfach eine menschliche Eigenschaft. Es wird erzählt, dass vor einem Krieg der Kohen Gadol vor dem Heer vorüberging und sagte: „Wer schwach im Herzen ist, rach libó (weichherzig), der soll nach Hause gehen.“ Weichherzigkeit ist der Furchtsamkeit verwandt, das ist eine Eigenschaft, die der Mensch hat. Nicht immer muss man sie unbedingt bekämpfen und überwinden, um in den Krieg zu ziehen, aber wenn der Höchste das Herz in einem solchen Sinn weich macht wie hier, beginnt der Mensch, von Ängsten zu leben.
וְכָשְׁלוּ אִישׁ־בְּאָחִיו כְּמִפְּנֵי־חֶרֶב וְרֹדֵף אָיִן וְלֹא־תִהְיֶה לָכֶם תְּקוּמָה לִפְנֵי אֹיְבֵיכֶם׃
wechaschelú isch-be'achíw kemippene-chérew werodéf ájin welo-tihjé lachém tekumá lifné ojewechém
37 Und sie werden durcheinandergeraten, Bruder mit Bruder, als ob sie vor dem Schwert fliehen, aber in Wirklichkeit wird sie niemand verfolgen; und es wird für euch keine Möglichkeit geben, euch zu erheben und euren Feinden standzuhalten.
Das heißt, der Höchste sagt: „Ich werde euch diese Weichheit des Herzens einflößen und das ständige Gefühl der Verfolgung, die ständige Empfindung, dass jemand hinter euch her ist.“ Das ist das Gefühl, mit dem der Sünder lebt: ständiges Warten auf das Gericht, ständiges Warten auf etwas, das über ihn hereinbrechen kann.
וַאֲבַדְתֶּם בַּגּוֹיִם וְאָכְלָה אֶתְכֶם אֶרֶץ אֹיְבֵיכֶם׃
wa'awadtém baggojím we'achelá etchém érez ojewechém
38 Und ihr werdet euch verlieren unter den Heiden, und das Land eurer Feinde wird euch fressen.
Was bedeutet ihr werdet einander verlieren im Land der Heiden? Das bedeutet Assimilation, das Volk wird sich auflösen, wird sich mit anderen Völkern vermischen, das geschieht auch jetzt: Wenn das Volk in das Land zurückkehrt, sehen wir das. Sehr viele Menschen haben sich zerstreut, sind verloren gegangen. Ein Bruder lebt in Amerika, ein anderer – in Australien, und die Beziehungen haben aufgehört, die Verbindungen sind abgerissen. Wie viele Brüder und Schwestern, Väter und Kinder finden jetzt einander. Wie viele Menschen, die ihre jüdischen Dokumente verloren haben, versuchen, wieder anerkannt zu werden, versuchen herauszufinden: „Bin ich überhaupt Jude?“ Einst haben ihre Vorfahren wegen der Verfolgungen die Dokumente versteckt, verloren oder sich andere Dokumente gemacht, und die Kinder leiden bis heute darunter.
וְהַנִּשְׁאָרִים בָּכֶם יִמַּקּוּ בַּעֲוֹנָם בְּאַרְצֹת אֹיְבֵיכֶם וְאַף בַּעֲוֹנֹת אֲבֹתָם אִתָּם יִמָּקּוּ׃
wehannisch'arím bachém jimmákku ba'awonám be'arzót ojewechém we'áf ba'awonót awotám ittám jimmákku
39 Und die, die übrig bleiben, werden dahinschwinden (schwach werden) um ihrer Sünden willen in den Ländern ihrer Feinde, und sogar um der Sünden ihrer Väter willen werden sie dahinschwinden.
Dass der Mensch im fremden Land nicht auf den Weg des Höchsten zurückkehren kann, wirkt sich auch auf seine Kinder aus. Wir können Generationen sehen, die sich vom Judentum entfernen, die in irgendwelche anderen Religionen fliehen. Und wir sehen Zentren des Buddhismus und Zentren anderer Religionen, und plötzlich stellt sich heraus, dass sie von Leuten mit dem Familiennamen Cohen oder mit dem Familiennamen Katz geleitet werden. Und das sind keine erfundenen Geschichten.
וְהִתְוַדּוּ אֶת־עֲוֹנָם וְאֶת־עֲוֹן אֲבֹתָם בְּמַעֲלָם אֲשֶׁר מָעֲלוּ־בִי וְאַף אֲשֶׁר־הָלְכוּ עִמִּי בְּקֶרִי׃
wehitwaddú et-awonám we'et-awón awotám bema'alám aschér ma'alu-wí we'áf ascher-halechú immí bekéri
40 Und sie werden bekennen (plötzlich erkennen) ihre Sünde und die Sünde ihrer Väter, in ihrem Betrug, als sie betrogen (Mich täuschten, Mein Vertrauen täuschten) und als sie sich gegen Mich auflehnten,
אַף־אֲנִי אֵלֵךְ עִמָּם בְּקֶרִי וְהֵבֵאתִי אֹתָם בְּאֶרֶץ אֹיְבֵיהֶם אוֹ־אָז יִכָּנַע לְבָבָם הֶעָרֵל וְאָז יִרְצוּ אֶת־עֲוֹנָם׃
af-aní eléch immám bekéri wehewetí otám be'érez ojewehém o-ás jikkaná lewawám he'arél we'ás jirzú et-awonám
41 Und dafür habe Ich Mich ihnen widersetzt und sie in das Land der Feinde gebracht. Und dann wird sich ihr unbeschnittenes Herz unterwerfen, und dann werden sie ihre Strafe abbüßen (ihre Schuld sühnen).
וְזָכַרְתִּי אֶת־בְּרִיתִי יַעֲקוֹב וְאַף אֶת־בְּרִיתִי יִצְחָק וְאַף אֶת־בְּרִיתִי אַבְרָהָם אֶזְכֹּר וְהָאָרֶץ אֶזְכֹּר׃
wesachartí et-berití ja'aków we'áf et-berití jizchák we'áf et-berití awrahám eskór weha'árez eskór
42 Und Ich werde Mich an Meinen Bund mit Jaakow erinnern, und an den Bund mit Jizchak, und an den Bund mit Awraham, und an das Land werde Ich Mich erinnern.
Wir wissen, dass der Bund mit Jaakow der Bund über den Schutz ist, darüber, dass der Höchste immer mit uns sein wird. Und der Bund mit Awraham – das ist der Bund über die Rettung, einer der wichtigen Teile der jüdischen Geschichte. Das ist der Bund, bei dessen Schließung der Höchste Awraham versprach, uns aus dem Exil herauszuführen. Das ist der Bund, der mit der Rückkehr aus dem Exil verbunden ist.
וְהָאָרֶץ תֵּעָזֵב מֵהֶם וְתִרֶץ אֶת־שַׁבְּתֹתֶיהָ בָּהְשַׁמָּה מֵהֶם וְהֵם יִרְצוּ אֶת־עֲוֹנָם יַעַן וּבְיַעַן בְּמִשְׁפָּטַי מָאָסוּ וְאֶת־חֻקֹּתַי גָּעֲלָה נַפְשָׁם׃
weha'árez te'aséw mehém wetírez et-schabbetotéha bohschammá mehém wehém jirzú et-awonám já'an uw'já'an bemischpatáj ma'ásu we'et-chukkotáj ga'alá nafschám
43 Und das Land, von ihnen verlassen, wird während der Zeit seiner Leere Genugtuung für seine Sabbate erhalten. Und sie werden für ihre Sünde abbüßen und dafür, dass sie Meine Rechtssprüche verschmähten und ihrer Seele Meine Gesetze zuwider waren.
וְאַף־גַּם־זֹאת בִּהְיוֹתָם בְּאֶרֶץ אֹיְבֵיהֶם לֹא־מְאַסְתִּים וְלֹא־גְעַלְתִּים לְכַלֹּתָם לְהָפֵר בְּרִיתִי אִתָּם כִּי אֲנִי יְהוָה אֱלֹהֵיהֶם׃
we'áf gam-sót bihjotám be'érez ojewehém lo-me'astím welo-ge'altím lechallotám lehafér berití ittám ki aní adonáj elohehém
44 Aber auch trotz alledem, als sie im Land ihrer Feinde waren, habe Ich sie nicht verschmäht und sie nicht verabscheut, um sie zu vernichten, um Meinen Bund mit ihnen zu brechen; denn Ich bin der HERR, ihr Gott.
Der Höchste sagt: „Alles, was mit euch geschehen wird – sowohl wenn ihr aus dem Land vertrieben werdet als auch wenn ihr für eure Sünden bestraft werdet als auch wenn ihr, Gott bewahre, eure Kinder essen werdet –, das alles sind Strafen, aber sie sind immer zu eurer Besserung, zu eurer Rückkehr in das Heilige Land.“
וְזָכַרְתִּי לָהֶם בְּרִית רִאשֹׁנִים אֲשֶׁר הוֹצֵאתִי־אֹתָם מֵאֶרֶץ מִצְרַיִם לְעֵינֵי הַגּוֹיִם לִהְיֹת לָהֶם לֵאלֹהִים אֲנִי יְהוָה:
wesachartí lahém berít rischoním aschér hozeti-otám me'érez mizrájim le'ené haggojím lihjot lahém lelohím aní adonáj
45 Ich habe Mich für sie an den Bund erinnert, der mit ihren Vorfahren geschlossen ist, die Ich aus dem ägyptischen Land herausgeführt habe vor den Augen aller Heiden, um ihnen Gott zu sein; Ich bin der HERR.
Der Höchste sagt: „Ich habe dieses Volk seinerzeit ins Exil nach Ägypten geschickt. Und das Volk war in Knechtschaft und in Erniedrigung und in Verachtung bei den Heiden. Aber Ich habe Meine Kraft an ihnen gezeigt und sie herausgeführt, und nicht einfach sie herausgeführt, sondern sie vor den Augen aller Heiden herausgeführt, zu Meiner Herrlichkeit und als Beweis für alle, dass das Mein Volk ist. Daran werde Ich Mich erinnern, und Ich werde es wieder so machen. Ich werde dieses Volk nicht einfach aus dem Galut (Exil) herausführen, Ich werde nicht einfach zu den Bestraften sagen: ‚Na gut, kommt aus der Ecke heraus!‘ Nein, Ich werde sie herausführen, wie Ich ihre Vorfahren aus Ägypten vor den Augen aller Völker herausgeführt habe, damit die ganze Welt das Wunder der Rückkehr Israels in sein Land sieht.
אֵלֶּה הַחֻקִּים וְהַמִּשְׁפָּטִים וְהַתּוֹרֹת אֲשֶׁר נָתַן יְהוָה בֵּינוֹ וּבֵין בְּנֵי יִשְׂרָאֵל בְּהַר סִינַי בְּיַד־מֹשֶׁה׃
élle hachukkím wehammischpatím wehattorót aschér natán adonáj benó uwén bené jisraél behár sináj bejad-mosché
46 Das sind die Gesetze, die Rechtssprüche (Satzungen) und die Lehren, die der HERR gegeben hat zwischen Ihm und zwischen den Söhnen Israels auf dem Berg Sinai durch die Hand Mosches.
Wir haben schon mehrfach gesagt, dass chukkím (Gesetze) – das ist die Beziehung zum Höchsten, mischpatím (Rechtssprüche, Satzungen) – das ist die Beziehung zwischen den Menschen, aber hier gibt es noch die torót (Lehren). Die Lehre – das ist Unterweisung, Methodologie: wie man handeln soll, wenn wir ein konkretes Gesetz nicht kennen, wovon man sich leiten lassen soll, wie man in neuen, uns unbekannten Situationen vorgehen soll. Das ist eine Anleitung in unserer Weisheit, damit unsere Weisheit erkennen und irgendwelche neuen Lösungen finden kann, wenn es keine konkreten Anweisungen gibt. Das ist das Gefühl der Gerechtigkeit, das Gefühl der Reinheit, zu denen der Höchste uns hinführt. Das ist ein Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und über die Wiederherstellung der Zusammenarbeit, falls die Freundschaft nicht gelingt, ein Arbeitsvertrag, den der Höchste übergeben und geschlossen hat durch den Fürsprecher der Tora, den Anwalt Mosche, mit dem ganzen Volk Israel.
Prüfe, was was wert ist
Wajikra 27,1–34
Mit Gottes Hilfe beenden wir gemeinsam das Studium des Wochenabschnitts Bechukotaj und beenden auch das Studium des Buches Wajikra. Wir werden das letzte, 27. Kapitel des Buches ab Vers 1 lesen.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
1 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:
דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם אִישׁ כִּי יַפְלִא נֶדֶר בְּעֶרְכְּךָ נְפָשֹׁת לַיהוָה׃
dabbér el-bené jisraél we'amartá alehém isch ki jaflí néder be'erkechá nefaschót ladonáj
2 „Rede mit den Söhnen Israels und sage ihnen: Wenn ein Mensch ein Gelübde ablegt, gibt er dem HERRN nach der Schätzung der Seele.
Das heißt, ein Mensch, der sich in irgendeiner schwierigen Situation befand, oder einfach so, hat dem Höchsten nicht eine Kuh, nicht einen Ochsen versprochen, sondern sich selbst, und hat gesagt: „Wenn Du mich rettest, wenn Du mich befreist, dann werde ich ganz Dir gehören.“ Selbstverständlich verkaufen sich Menschen nicht, erst recht nicht an den HERRN: Alles gehört Ihm ohnehin. Und man könnte sagen, dass er als einer, der sich dem HERRN geweiht hat, zur Arbeit in den Tempel gehen und womöglich für Essen im Tempeldienst stehen wird und dadurch in die Sklaverei bei den Kohanim gerät. Aber der HERR sagt hier: „Kaufe dich los nach dem Schätzwert.“
Das Wort be'erkechá (nach der Schätzung, érech – Wert, Preis) wird hier ein bisschen ungewöhnlich verwendet, es endet mit dem Suffix des Possessivpronomens der zweiten Person cha, das heißt nach deiner Schätzung. Aber es ist zu einer feststehenden Form ohne Suffix geworden und wird so im ganzen Kapitel verwendet werden. Im Tanach kommen einige Fälle eines solchen Gebrauchs vor.
Also sagt der Höchste, dass nicht der Mensch selbst zum Sklaven wird, sondern dass er einen gewissen Gegenwert in Geld für seine Fähigkeit zu arbeiten gibt, für seine Fähigkeit zur Mühe.
וְהָיָה עֶרְכְּךָ הַזָּכָר מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וְעַד בֶּן־שִׁשִּׁים שָׁנָה וְהָיָה עֶרְכְּךָ חֲמִשִּׁים שֶׁקֶל כֶּסֶף בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ׃
wehajá erkécha hassachár mibbén esrím schaná we'ád ben-schischím schaná wehajá erkechá chamischím schékel késsef beschékel hakkódesch
3 Und es wird der Wert eines Mannes von zwanzig bis sechzig Jahren sein, und sein Wert wird fünfzig Schekel Silber sein, in heiligen Schekeln.
Wenn man den Wert des Silbers in einem heiligen Schekel umrechnet, dann ergibt das ungefähr etwa 10 Dollar (19,6 Gramm Silber zu 0,5 Dollar), das heißt ein Verhältnis von eins zu zehn. Und dann ergibt sich, dass ein Mann im Alter von zwanzig bis sechzig Jahren für sich ein Lösegeld von 500 Dollar geben muss.
וְאִם־נְקֵבָה הִוא וְהָיָה עֶרְכְּךָ שְׁלֹשִׁים שָׁקֶל׃
we'im-nekewá hi wehajá erkechá scheloschím schákel
4 Und wenn es eine Frau ist, dann wird ihr Wert dreißig Schekel sein.
Man kann sich natürlich empören und sagen: „Was für ein schrecklicher Gott, der eine Frau geringer schätzt als einen Mann.“ Aber wir erinnern uns, dass es um die Arbeitsfähigkeit geht. Wenn man annimmt, dass der Frau wegen ihrer Schwäche ein Nachlass gewährt wird, dann kann alles anders aussehen. Zugleich müssen wir verstehen, dass der Mann in jenen Zeiten der Ernährer der Familie war, derjenige war, der kämpft, beschützt, beschafft, versorgt. Deshalb ist es natürlich, dass der Verdienst des Mannes in jenen Zeiten größer war, und das Lösegeld für einen Mann ist entsprechend höher angesetzt.
וְאִם מִבֶּן־חָמֵשׁ שָׁנִים וְעַד בֶּן־עֶשְׂרִים שָׁנָה וְהָיָה עֶרְכְּךָ הַזָּכָר עֶשְׂרִים שְׁקָלִים וְלַנְּקֵבָה עֲשֶׂרֶת שְׁקָלִים׃
we'ím mibben-chamésch schaním we'ád ben-esrím schaná wehajá erkechá hassachár esrím schekalím welannekewá asséret schekalím
5 Und wenn von fünf Jahren bis zu zwanzig Jahren, wird der Wert eines Jünglings zwanzig Schekel sein und der eines Mädchens – zehn Schekel.
וְאִם מִבֶּן־חֹדֶשׁ וְעַד בֶּן־חָמֵשׁ שָׁנִים וְהָיָה עֶרְכְּךָ הַזָּכָר חֲמִשָּׁה שְׁקָלִים כָּסֶף וְלַנְּקֵבָה עֶרְכְּךָ שְׁלֹשֶׁת שְׁקָלִים כָּסֶף׃
we'ím mibben-chódesch we'ád ben-chamésch schaním wehajá erkechá hassachár chamischá schekalím kássef welannekewá erkechá schelóschet schekalím kássef
6 Und wenn vom Alter von einem Monat bis zu fünf Jahren, wird das Lösegeld für einen Knaben fünf Schekel Silber sein, und für ein Mädchen der Wert drei Schekel Silber.
Gewöhnlich, wenn wir von einem Kind unter fünf Jahren sprechen, ist das eine Erinnerung daran, was für eine schwierige Zeit das war. Die Auslösung erfolgt von dem Moment an, in dem es einen Monat alt wird. Hat es einen Monat erlebt – dann hat es überlebt. Bei Weitem nicht alle erlebten ihn, deshalb wird die Schätzung ab dem Alter von einem Monat gegeben.
וְאִם מִבֶּן־שִׁשִּׁים שָׁנָה וָמַעְלָה אִם־זָכָר וְהָיָה עֶרְכְּךָ חֲמִשָּׁה עָשָׂר שָׁקֶל וְלַנְּקֵבָה עֲשָׂרָה שְׁקָלִים׃
we'ím mibben-schischím schaná wamá'la im-sachár wehajá erkechá chamischá assár schákel welannekewá assará schekalím
7 Und wenn von sechzig Jahren und darüber, wenn es ein Greis ist, dann wird sein Lösegeld fünfzehn Schekel sein, und für eine Greisin – zehn Schekel.
וְאִם־מָךְ הוּא מֵעֶרְכֶּךָ וְהֶעֱמִידוֹ לִפְנֵי הַכֹּהֵן וְהֶעֱרִיךְ אֹתוֹ הַכֹּהֵן עַל־פִּי אֲשֶׁר תַּשִּׂיג יַד הַנֹּדֵר יַעֲרִיכֶנּוּ הַכֹּהֵן׃
we'im-mách hu me'erkécha wehe'emidó lifné hakkohén wehe'erích otó hakkohén al-pí aschér tassíg jad hannodér ja'arichénnu hakkohén
8 Und wenn er arm ist und sich nicht auslösen kann, wird man ihn vor den Kohen stellen, und der Kohen wird ihm eine Schätzung geben, so viel, wie die Mittel dessen reichen, der das Gelübde abgelegt hat, so wird ihn der Kohen schätzen.
Die Tora ist immer barmherzig zu denen, die etwas nicht geben können, etwas nicht spenden können. Wenn ein Mensch nicht genug Mittel hat, dann müssen wir uns erinnern, Wer die Kohanim versorgt, Wer die ganze Welt versorgt. Der Höchste ist der reichste Sponsor der Welt für die Kohanim des Volkes Gottes, deshalb sollen sie nicht versuchen, den Leuten Geld abzupressen. Es geht hier um einen Menschen, der eine freiwillige Spende gibt, freiwillig irgendwelches Geld übergibt, und der Kohen kann ihm sagen: „Nicht so viel, so viel ist nicht nötig, gib etwas weniger, damit dein Budget nicht leidet.“ Ich weiß, dass es andere Varianten gibt, und ich habe es schon zu hören bekommen, wenn in irgendwelchen Versammlungen Menschen aufgerufen werden, dem Höchsten etwas zu versprechen, Gelübde abzulegen: „Ich werde so und so viel bringen.“ Und dann beginnt man für sie zu beten, dass Gott ihnen die Möglichkeit gebe, diese „so und so viel“ zu bringen, und wenn es ihnen nicht gelingt, dann nennt man sie Schuldner. Hier aber sehen wir, dass die Tora einen ganz anderen Weg vorschlägt: Selbst wenn ein Mensch schon etwas versprochen hat, kann und muss der Kohen ihm sagen: „Hast du es nicht? Gib weniger, gib so und so viel.“ Die Tora sorgt sich nicht nur um den Kohen, sondern auch um den Menschen, der die Spende gibt. Der Kohen existiert um dieser Menschen willen und nicht umgekehrt, nicht diese Menschen um des Kohen willen.
וְאִם־בְּהֵמָה אֲשֶׁר יַקְרִיבוּ מִמֶּנָּה קָרְבָּן לַיהוָה כֹּל אֲשֶׁר יִתֵּן מִמֶּנּוּ לַיהוָה יִהְיֶה־קֹּדֶשׁ׃
we'im-behemá aschér jakríwu mimménna korbán ladonáj kol aschér jittén mimménnu ladonáj jihje-kódesch
9 Und wenn er gelobt, irgendein Tier als Opfer darzubringen von denen, die man dem HERRN als Opfer darbringt, dann wird alles, was er dem HERRN gibt, heilig sein.
לֹא יַחֲלִיפֶנּוּ וְלֹא־יָמִיר אֹתוֹ טוֹב בְּרָע אוֹ־רַע בְּטוֹב וְאִם־הָמֵר יָמִיר בְּהֵמָה בִּבְהֵמָה וְהָיָה־הוּא וּתְמוּרָתוֹ יִהְיֶה־קֹּדֶשׁ׃
lo jachalifénnu welo-jamír otó tow berá o-rá betów we'im-hamér jamír behemá biwhemá wehaja-hú utmurató jihje-kódesch
10 Er wird es nicht austauschen und nicht vertauschen, ein gutes gegen ein schlechtes oder umgekehrt, und wenn er es doch vertauscht hat, wenn er ein Stück Vieh durch ein Stück Vieh ersetzt, dann werden sowohl dieses als auch sein Ersatz heilig sein.
Das heißt, wenn ein Mensch gesagt hat: „Dieses Lämmchen hier werde ich als Opfer darbringen“, kann er es nicht austauschen. Man darf nicht sagen: „Das wäre zu viel des Guten, dieses Lämmchen zum Opfer zu geben, ich gebe mal irgendein schlechteres“, oder umgekehrt sagen: „Es ist beschämend, vor den Augen des Höchsten mit so einem Lämmchen zu erscheinen, man kann etwas Besseres nehmen.“ Nein, schon die Absicht an sich, dem Höchsten etwas zu geben, ist etwas Gutes. Deshalb: Ein Lämmchen von welcher Qualität du versprochen hast, ein solches bring auch als Opfer dar.
Und wenn ich es doch zu tauschen versuche und sage: „Nein, dieses Lämmchen ist nicht sehr gut, ich bringe irgendein besseres“, oder umgekehrt: „Dieses Lämmchen ist zu gut, ich bringe mal irgendein schlechteres“, dann los, bring beide als Opfer dar.
וְאִם כָּל־בְּהֵמָה טְמֵאָה אֲשֶׁר לֹא־יַקְרִיבוּ מִמֶּנָּה קָרְבָּן לַיהוָה וְהֶעֱמִיד אֶת־הַבְּהֵמָה לִפְנֵי הַכֹּהֵן׃
we'ím kol-behemá teme'á aschér lo-jakríwu mimménna korbán ladonáj wehe'emíd et-habbehemá lifné hakkohén
11 Und wenn es ein unreines Tier ist, von dem dem HERRN kein Opfer dargebracht wird, soll der Darbringende dieses Tier vor den Kohen stellen,
Wer weiß, was für Arbeiten im Tempeldienst verrichtet werden, und es ist durchaus möglich, dass sich ein Platz für einen Esel oder für ein Pferd findet. Und die Verwalter der geweihten Güter können dieses Tier einfach verkaufen. Außerdem geht es um Gaben an die Kohanim, und ein Kohen kann seine eigene Wirtschaft haben.
וְהֶעֱרִיךְ הַכֹּהֵן אֹתָהּ בֵּין טוֹב וּבֵין רָע כְּעֶרְכְּךָ הַכֹּהֵן כֵּן יִהְיֶה׃
wehe'erích hakkohén otá ben tow uwén ra ke'erkechá hakkohén ken jihjé
12 Und der Kohen wird es schätzen – ob es gut ist oder schlecht; wie der Kohen es schätzt, so soll es sein.
Warum ist es wichtig, dass der Kohen es schätzt? Wozu ein Pferdchen oder ein Eselchen schätzen, das ich geschenkt habe?
וְאִם־גָּאֹל יִגְאָלֶנָּה וְיָסַף חֲמִישִׁתוֹ עַל־עֶרְכֶּךָ׃
we'im-ga'ól jig'alénna wejassáf chamischitó al-erkécha
13 Aber wenn er beabsichtigt, es auszulösen, soll er ein Fünftel zur Schätzung hinzufügen.
Es ergibt sich, dass ich das Tier gleichsam zuerst dem Tempel geschenkt habe und es dann zurücknehme, und das ist unschön – es sich anders zu überlegen. Deshalb muss ich als Vertragsstrafe ein Fünftel der Schätzung geben. Wie wird das Fünftel bestimmt? Nach einer Version kann man sagen, dass es vier Viertel gibt: Das Ganze wird in vier Viertel geteilt, das heißt vier Teile zu je 25 %. Ich füge den fünften Teil zu den vier hinzu, das heißt, ich füge 25 % hinzu, und es ergeben sich 125 % der Schätzung des Kohen. Nach einer anderen Version gibt es fünf Teile im Ganzen, jeder Teil zu 20 %. Und wenn ich den sechsten Teil zu den fünf hinzufüge, ergeben sich 120 % der Schätzung. Man rechnet es unterschiedlich, aber in jedem Fall muss ich etwas hinzufügen, um das zurückzunehmen, was ich dem HERRN zu weihen beschlossen hatte, damit es nicht so aussieht, als hätte ich es mir einfach anders überlegt.
וְאִישׁ כִּי־יַקְדִּשׁ אֶת־בֵּיתוֹ קֹדֶשׁ לַיהוָה וְהֶעֱרִיכוֹ הַכֹּהֵן בֵּין טוֹב וּבֵין רָע כַּאֲשֶׁר יַעֲרִיךְ אֹתוֹ הַכֹּהֵן כֵּן יָקוּם׃
we'ísch ki-jakdísch et-betó kódesch ladonáj wehe'erichó hakkohén ben tow uwén ra ka'aschér ja'arích otó hakkohén ken jakúm
14 Und wenn ein Mensch sein Haus als Heiliges dem HERRN geweiht hat, wird der Kohen es schätzen – ob es gut ist oder schlecht; wie der Kohen es schätzt, so soll es sein.
וְאִם־הַמַּקְדִּישׁ יִגְאַל אֶת־בֵּיתוֹ וְיָסַף חֲמִישִׁית כֶּסֶף־עֶרְכְּךָ עָלָיו וְהָיָה לוֹ׃
we'im-hammakdísch jig'ál et-betó wejassáf chamischít kessef-erkechá aláw wehajá lo
15 Wenn der Weihende sein Haus auslösen will, soll er ein Fünftel des Wertes dazu hinzufügen, und es wird seins sein.
Dasselbe Prinzip wie beim Tier.
וְאִם מִשְּׂדֵה אֲחֻזָּתוֹ יַקְדִּישׁ אִישׁ לַיהוָה וְהָיָה עֶרְכְּךָ לְפִי זַרְעוֹ זֶרַע חֹמֶר שְׂעֹרִים בַּחֲמִשִּׁים שֶׁקֶל כָּסֶף׃
we'ím missedé achusató jakdísch isch ladonáj wehajá erkechá lefí sar'ó séra chómer se'orím bachamischím schékel kássef
16 Und wenn ein Mensch von seinem Feld (von seinem ererbten Besitz) dem Höchsten etwas weiht, wird sein Wert nach seiner Aussaat sein: Für einen Ómer (ein Maß) Gerste zahlt man 50 Schekel Silber.
Das heißt, wenn man auf diesem Feld 8 Maß säen kann, dann wird dieses Feld 50 x 8 = 400 Schekel kosten.
אִם־מִשְּׁנַת הַיֹּבֵל יַקְדִּישׁ שָׂדֵהוּ כְּעֶרְכְּךָ יָקוּם׃
im-mischenát hajowél jakdísch sadéhu ke'erkechá jakúm
17 Wenn er es vom Jobeljahr an weiht – wie du es schätzt, so soll es sein (das Feld wird nach seinem vollen Wert gerechnet).
וְאִם־אַחַר הַיֹּבֵל יַקְדִּישׁ שָׂדֵהוּ וְחִשַּׁב־לוֹ הַכֹּהֵן אֶת־הַכֶּסֶף עַל־פִּי הַשָּׁנִים הַנּוֹתָרֹת עַד שְׁנַת הַיֹּבֵל וְנִגְרַע מֵעֶרְכֶּךָ׃
we'im-achár hajowél jakdísch sadéhu wechischaw-ló hakkohén et-hakkéssef al-pí haschaním hannotarót ad schenát hajowél wenigrá me'erkécha
18 Und wenn er nach dem Jobeljahr sein Feld weiht, wird ihm der Kohen den Geldwert berechnen nach dem Preis der Jahre, die bis zum Jobeljahr übrig geblieben sind, er wird ihm diese Frist bis zum Jobeljahr berechnen und den Wert senken.
Das heißt, wenn wir gesagt haben, dass das Feld bis zum Jobeljahr 400 Schekel kostet, sind das 8 Schekel im Jahr. Sind 10 Jahre vergangen – dann wird das Feld 80 Schekel billiger sein, schon 320 Schekel.
וְאִם־גָּאֹל יִגְאַל אֶת־הַשָּׂדֶה הַמַּקְדִּישׁ אֹתוֹ וְיָסַף חֲמִשִׁית כֶּסֶף־עֶרְכְּךָ עָלָיו וְקָם לוֹ׃
we'im-ga'ól jig'ál et-hassadé hammakdísch otó wejassáf chamischít kessef-erkechá aláw wekám lo
19 Wenn der Weihende sein Feld auslösen will, soll er ein Fünftel des Wertes dazu hinzufügen, und es wird seins sein.
וְאִם־לֹא יִגְאַל אֶת־הַשָּׂדֶה וְאִם־מָכַר אֶת־הַשָּׂדֶה לְאִישׁ אַחֵר לֹא יִגָּאֵל עוֹד׃
we'im-ló jig'ál et-hassadé we'im-machár et-hassadé le'ísch achér lo-jigga'él od
20 Und wenn er dieses Feld nicht auslöst oder wenn der Kohen dieses Feld einem anderen Menschen verkauft, kann er es nicht mehr auslösen.
Das heißt, wenn ich ein Feld geweiht, es dem Kohen zur Verfügung übergeben und es innerhalb einer gewissen Zeit nicht ausgelöst habe, und der Kohen in dieser Zeit beschlossen hat, dass er das Feld nicht braucht, Geld aber schon, und er dieses Feld verkauft hat, dann ist es vorbei, ich kann in diesem Fall nicht mehr kommen und mein Feld auslösen.
וְהָיָה הַשָּׂדֶה בְּצֵאתוֹ בַיֹּבֵל קֹדֶשׁ לַיהוָה כִּשְׂדֵה הַחֵרֶם לַכֹּהֵן תִּהְיֶה אֲחֻזָּתוֹ׃
wehajá hassadé bezetó wajowél kódesch ladonáj kisdé hachérem lakkohén tihjé achussató
21 Und dieses Feld wird zur Zeit des Jobeljahres dem HERRN ein Heiliges sein, wie ein Feld, das veräußert ist; dem Kohen wird dieser Besitz gehören.
Man könnte erwarten, dass das Feld im Jobeljahr zu mir zurückkehrt, aber – nein. Wiederholen wir es, um es zu verstehen: Wenn ich meinen Besitz dem Kohen gegeben, geweiht habe, dann kann ich ihn auslösen. Aber wenn ich ihn nicht ausgelöst habe oder wenn der Kohen ihn an jemanden verkauft hat, dann werde ich ihn nicht mehr auslösen können, und im Jobeljahr wird dieses Feld zum ewigen Besitz des Kohen, zu mir wird es nicht zurückkehren.
וְאִם אֶת־שְׂדֵה מִקְנָתוֹ אֲשֶׁר לֹא מִשְּׂדֵה אֲחֻזָּתוֹ יַקְדִּישׁ לַיהוָה׃
we'ím et-sedé miknató aschér lo missedé achussató jakdísch ladonáj
22 Und wenn er ein erworbenes Feld, das nicht sein Besitz ist, dem HERRN weiht,
Hier geht es um folgende Situation: Ich habe von jemandem ein Feld bis zum Jobeljahr gekauft (wir erinnern uns, dass man Land nicht zur ewigen Nutzung kaufen kann), und ich habe beschlossen, es dem HERRN zu weihen. In diesem Fall kann der Kohen es natürlich nicht an sich nehmen, weil das Feld ja faktisch nicht meins ist, genauer gesagt, es ist nur für eine gewisse Zeit meins.
וְחִשַּׁב־לוֹ הַכֹּהֵן אֵת מִכְסַת הָעֶרְכְּךָ עַד שְׁנַת הַיֹּבֵל וְנָתַן אֶת־הָעֶרְכְּךָ בַּיּוֹם הַהוּא קֹדֶשׁ לַיהוָה׃
wechischaw-ló hakkohén et michsát ha'erkechá ad schenát hajowél wenatán et-ha'erkechá bajom hahú kódesch ladonáj
23 Der Kohen wird den Wert des Feldes bis zum Jobeljahr berechnen, und am selben Tag wird er den Wert dieses Feldes dem HERRN als Heiliges geben.
Das Feld selbst übergebe ich nicht, ich kann es weiterhin nutzen. Ich kaufe dem Kohen sozusagen den Wert seiner Pacht nach dem Schätzwert bis zum Jobeljahr ab und gebe dieses Geld am selben Tag dem HERRN als Heiliges.
Man kann sich hier wundern, hier ist schon die Zeit gekommen, sich zu wundern, und zu fragen: „Wozu wird das alles überhaupt gemacht? Um welche Fälle geht es? Warum weiht ein Mensch plötzlich dem Höchsten mal ein Lämmchen, mal ein Schäfchen, mal ein Zicklein, mal einen Baum, mal ein Haus, mal ein Feld? Woher kommt das alles überhaupt?“ Und man muss innehalten und verstehen, dass das Volk neben dem Höchsten lebt und ständig die Gnade des Höchsten spürt, die Barmherzigkeit des Höchsten spürt. Und deshalb will das Volk, weil es den Höchsten seinerseits liebt, selbst spenden, etwas von sich Dem geben, von Dem es sowohl das geistliche als auch das materielle Brot empfängt. Wir leben in einer Gesellschaft, in der man uns daran gewöhnt zu spenden, und Lehrer sagen uns oft: „Los, spendet, spendet!“ Aber die Tora spricht davon, dass es Menschen gibt, bei denen das Geben, dem Höchsten etwas zu spenden, eine Regung des Herzens ist. Und auf dieser Herzensgüte, auf den guten Herzen der Menschen, baut sich vor allem die ganze Tempelwirtschaft auf.
בִּשְׁנַת הַיּוֹבֵל יָשׁוּב הַשָּׂדֶה לַאֲשֶׁר קָנָהוּ מֵאִתּוֹ לַאֲשֶׁר־לוֹ אֲחֻזַּת הָאָרֶץ׃
bischnát hajowél jaschúw hassadé la'aschér kanáhu me'ittó la'ascher-ló achussát ha'árez
24 Im Jobeljahr wird dieses Feld zu dem zurückkehren, von dem ich dieses Feld gekauft habe.
Für den Eigentümer des Feldes ändert sich die Situation nicht: Er hätte es im Jobeljahr ohnehin zurückbekommen.
וְכָל־עֶרְכְּךָ יִהְיֶה בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ עֶשְׂרִים גֵּרָה יִהְיֶה הַשָּׁקֶל׃
wechol-erkechá jihjé beschékel hakkódesch esrím gerá jihjé haschákel
25 Und die ganze Schätzung wird in heiligen Schekeln sein, und jeder Schekel wird zwanzig Gera wiegen.
Ein Ger ist ungefähr ein Gramm Silber. Der Höchste sagt: Es gibt einen einheitlichen Standard für die Schätzung, und das nicht in Yuan, nicht in Yen, nicht in Rubeln. Alles geschieht in Schekeln des Tempels (heiligen Schekeln), die Einheit der Schätzung kann man nicht ändern, irgendwelche Währungsmachenschaften kann man hier nicht durchziehen – bei uns ist alles ehrlich.
אַךְ־בְּכוֹר אֲשֶׁר־יְבֻכַּר לַיהוָה בִּבְהֵמָה לֹא־יַקְדִּישׁ אִישׁ אֹתוֹ אִם־שׁוֹר אִם־שֶׂה לַיהוָה הוּא׃
ach-bechór aschér jewukkár ladonáj biwhemá lo-jakdísch isch otó im-schór im-sé ladonáj hu
26 Aber den Erstgeborenen, der dem HERRN gehören wird, vom Vieh, den wird ein Mensch nicht weihen: wenn es ein Stier ist und wenn es ein Schaf ist – dem HERRN gehören sie.
Jeder Erstgeborene des Viehs, der bei mir geboren wurde, gehört bereits dem HERRN. Und das, was dem HERRN schon gehört, wie der HERR gesagt hat: „Mir – alle Erstgeborenen“, kann ich Ihm nicht weihen, die Erstgeborenen sind Ihm schon geweiht, ich muss mit ihnen wie mit Geweihten umgehen. Deshalb kann ich nicht sagen: „Wenn diese Kuh ein Kälbchen bekommt, werde ich es dem Höchsten weihen.“ Nein, es ist schon dem Höchsten geweiht – das ist nicht meins, und ich kann es nicht weggeben.
וְאִם בַּבְּהֵמָה הַטְּמֵאָה וּפָדָה בְעֶרְכֶּךָ וְיָסַף חֲמִשִׁתוֹ עָלָיו וְאִם־לֹא יִגָּאֵל וְנִמְכַּר בְּעֶרְכֶּךָ׃
we'ím babbehemá hatteme'á ufadá we'erkécha wejassáf chamischitó aláw we'im-ló jigga'él wenimkár be'erkécha
27 Und wenn es vom unreinen Vieh ist, kann ich es für seinen Wert auslösen, indem ich ein Fünftel hinzufüge, und wenn ich es nicht auslöse, dann wird es für seinen Wert verkauft werden.
Man könnte meinen, dass dann – okay, auch der Erstgeborene eines Pferdes und der Erstgeborene eines Esels oder der Erstgeborene einer Kamelstute ebenfalls dem HERRN geweiht sind, das heißt, ich könnte meinen, dass man auch die Erstgeborenen unreiner Tiere dem Höchsten nicht weihen darf. Wir erinnern uns, dass Vers 11 uns schon von der Weihe eines unreinen Tieres erzählt hat. Und hier spricht die Tora von den Erstgeborenen solcher Tiere, damit ich verstehe, dass ich von einem unreinen Tier die Erstgeborenen dem Höchsten weihen kann. Wiederum kann sich auf dem Hof ein Kamelfohlen, ein Eselchen oder ein Fohlen als nützlich erweisen, und deshalb, wenn ich einen Erstgeborenen von den unreinen Tieren gespendet habe, kann ich ihn für seinen Wert auslösen, indem ich ein Fünftel hinzufüge. Die Schatzmeister des Tempels oder der Kohanim können sie für ihren Wert verkaufen, und wenn nicht ich sie ausgelöst habe, dann ist es vorbei, der Zug ist abgefahren, ich werde sie nicht mehr auslösen können.
אַךְ־כָּל־חֵרֶם אֲשֶׁר יַחֲרִם אִישׁ לַיהוָה מִכָּל־אֲשֶׁר־לוֹ מֵאָדָם וּבְהֵמָה וּמִשְּׂדֵה אֲחֻזָּתוֹ לֹא יִמָּכֵר וְלֹא יִגָּאֵל כָּל־חֵרֶם קֹדֶשׁ־קָדָשִׁים הוּא לַיהוָה׃
ach kol-chérem aschér jacharím isch ladonáj mikkol-ascher-ló me'adám uwhemá umissedé achussató lo jimmachér weló jigga'él kol-chérem kodesch-kadaschím hu ladonáj
28 Aber alles Gebannte, das ein Mensch dem HERRN bannt, von allem, was er hat: von Menschen und von Vieh und vom Feld und vom Besitz, wird er nicht verkaufen und nicht auslösen; alles Gebannte – das ist dem HERRN ein Heiliges.
Hier geht es um die Situation, wenn ich dem HERRN im Voraus etwas geweiht habe, was ich noch nicht habe. Zum Beispiel, wenn Krieger sagen: „Wenn wir in irgendeine Stadt einziehen, dann wird alles Gut, dessen wir uns dort bemächtigen, dem HERRN ein Heiliges sein“, dann kann man genau das nicht verkaufen, auslösen oder tauschen. Wenn ich in einer eingenommenen Stadt irgendein kostbares Gefäß, irgendeinen Gegenstand oder irgendeinen Menschen (für jene Zeiten) gefunden habe, kann ich sie weder auslösen noch verkaufen: Das ist alles dem HERRN ein Heiliges, und darüber wird überhaupt nicht diskutiert.
כָּל־חֵרֶם אֲשֶׁר יָחֳרַם מִן־הָאָדָם לֹא יִפָּדֶה מוֹת יוּמָת׃
kol-chérem aschér jachorám min-ha'adám lo jippadé mot jumát
29 Jeder, der von den Menschen gebannt ist, kann nicht ausgelöst werden, des Todes wird er sterben.
Ich weiß, dass es heute viele verschiedene Konventionen und Gesetze gibt, die besagen, dass man Gefangene nehmen, Gefangene versorgen muss und dass man keine Zivilisten töten darf. Die Tora sieht eine etwas andere Haltung vor. Wenn wir, die Krieger, vor dem Kampf gesagt haben: „Wir werden in die Stadt einziehen und dort alle töten (wie der Tanach sagt, alle, die an die Wand urinieren), wir werden alle in der Stadt vernichten, wenn wir sie einnehmen“, dann wird alles dem Höchsten gebannt sein: Nichts und niemanden darf man verkaufen, tauschen oder auslösen. Vielleicht wird es richtig sein zu sagen, dass die Menschheit aus jenen Verhältnissen herausgewachsen ist: Wie heute die Sklaverei verboten ist, so ist auch die Tötung unbewaffneter Gefangener verboten.
Und die Tora spricht weiter über die Tempelwirtschaft. Wir haben darüber gesprochen, was vom Menschen freiwillig gegeben wird, aber es gibt auch bestimmte Verpflichtungen.
וְכָל־מַעְשַׂר הָאָרֶץ מִזֶּרַע הָאָרֶץ מִפְּרִי הָעֵץ לַיהוָה הוּא קֹדֶשׁ לַיהוָה׃
wechol-ma'sár ha'árez misséra ha'árez mipperí ha'éz ladonáj hu kódesch ladonáj
30 Jeder Zehnte des Landes: von der Saat des Landes und von den Früchten der Bäume – dem HERRN, das ist ein Heiliges des HERRN.
Der Zehnte von allen Früchten des Landes – das ist das, was ein Bewohner des Landes Israel den Leviten geben muss. Es ist hier sehr wichtig, sich daran zu erinnern, dass das unser Gebot ist, unsere Pflicht gegenüber dem HERRN, gegenüber dem Höchsten. Weder gegenüber einem Rabbiner noch gegenüber einem Lehrer noch gegenüber einem Pastor noch gegenüber irgendjemand anderem, sondern gerade gegenüber dem HERRN. Da nicht alle in Israel leben und es heute keinen Tempel gibt und es heute keinen Levitendienst gibt, öffnet sich uns im Herzen, wie wir dieses Geld dem HERRN weihen. Natürlich ist es gut, Lehrer zu unterstützen, jeder Lehrer existiert dank Unterstützung, aber die Wahl liegt beim Herzen des Menschen.
וְאִם־גָּאֹל יִגְאַל אִישׁ מִמַּעַשְׂרוֹ חֲמִשִׁיתוֹ יֹסֵף עָלָיו׃
we'im-ga'ól jig'ál isch mimma'asró chamischitó josséf aláw
31 Und wenn ein Mensch seinen Zehnten auslösen will, dann wird er zu seinem Wert ein Fünftel hinzufügen.
Wenn bei mir Äpfel gewachsen sind und ich 200 Kilogramm Äpfel geerntet habe, dann wird meine Ernte bei 5 Schekeln pro Kilogramm 1000 Schekel wert sein. Und wenn ich statt der Äpfel Geld geben will, dann muss ich ein Fünftel dazuzahlen (wie wir gesagt haben, kann das 1200 Schekel oder 1250 Schekel sein), ich muss Geld hinzufügen.
Eine Anmerkung in Klammern: Es gibt die Situation, dass ich den Zehnten eines anderen aufkaufe. Zum Beispiel sehe ich, dass mein Nachbar Chaim 100 Kilogramm Äpfel gezogen hat und die Ernte als Zehnten abgibt. Ich kann zum Kohen sagen: „Ich löse aus.“ Wozu brauche ich das? Vielleicht deshalb, weil ich in meiner Werkstatt mehr Marmelade machen will, oder um es selbst zu essen, das ist nicht wichtig. In diesem Fall löse ich den fremden Zehnten zum Einkaufswert aus, das heißt, ich muss kein Fünftel hinzufügen: Ich habe es mir ja nicht anders überlegt, ich löse einfach aus, ein solches Recht gibt es.
וְכָל־מַעְשַׂר בָּקָר וָצֹאן כֹּל אֲשֶׁר־יַעֲבֹר תַּחַת הַשָּׁבֶט הָעֲשִׂירִי יִהְיֶה־קֹּדֶשׁ לַיהוָה׃
wechol-ma'sár bakár wazón kol ascher-ja'awór táchat hascháwet ha'assirí jihje-kódesch ladonáj
32 Und jeder Zehnte vom Großvieh und vom Kleinvieh, alles, was als Zehntes unter dem Stab (Hirtenstab) hindurchgeht, wird dem HERRN ein Heiliges sein.
Wenn ich die Schafe in den Pferch treibe, springen sie bei mir über den Zaun, ich zähle sie (wie man vor dem Einschlafen Schafe zählt), und jedes zehnte, das unter dem Stab hindurchgegangen ist, – dem HERRN. Ich wähle nicht ein fetteres oder ein magereres oder ein weißeres oder ein dunkleres aus. Ich weihe jedes zehnte in zufälliger Reihenfolge dem Höchsten.
לֹא יְבַקֵּר בֵּין־טוֹב לָרַע וְלֹא יְמִירֶנּוּ וְאִם־הָמֵר יְמִירֶנּוּ וְהָיָה־הוּא וּתְמוּרָתוֹ יִהְיֶה־קֹדֶשׁ לֹא יִגָּאֵל׃
lo jewakkér ben-tów lará weló jemirénnu we'im-hamér jemirénnu wehaja-hú utmurató jihje-kódesch lo jigga'él
33 Er wird nicht zwischen Schlechtem und Gutem auswählen und es nicht austauschen, und wenn er es doch austauscht – werden sowohl das eine als auch das andere ein Heiliges sein, ohne Recht auf Auslösung.“
Und der letzte Vers unseres Kapitels, der letzte Vers des Buches Wajikra:
אֵלֶּה הַמִּצְוֹת אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל בְּהַר סִינָי׃
élle hammizwót aschér ziwwá adonáj et-mosché el-bené jisraél behár sináj
34 Das sind die Gebote, die der HERR Mosche für die Söhne Israels auf dem Berg Sinai geboten hat.
Das sind die Gebote, die der HERR Mosche befohlen hat, den Söhnen Israels weiterzugeben. Wir begegnen nicht zum ersten Mal dem Zusatz auf dem Berg Sinai, obwohl das Volk schon vom Berg Sinai weggezogen ist, schon steht auch das Zelt der Begegnung, und vieles andere ist noch geschehen. Aber wir sehen, und ich habe darüber gesprochen: Die Tora wird nicht immer in chronologischer Reihenfolge gegeben, in der Tora gibt es keine strenge Chronologie, und das ist eines von solchen Beispielen. Das sind die Gebote, die Mosche vom Höchsten auf dem Berg Sinai empfangen hat.
Und wir haben mit Gottes Hilfe das Buch Wajikra abgeschlossen. Ein schwieriges Buch, ich hoffe, dass es mit Gottes Hilfe ein wenig näher, ein wenig verständlicher geworden ist. Gott sei Dank für diese Möglichkeit – jedes Jahr die Tora neu zu lesen, jedes Jahr etwas Neues für sich zu entdecken. Eine große Sache – der Abschluss irgendeines Buches, irgendeines Traktats, manche veranstalten aus diesem Anlass sogar ein Fest. Gepriesen sei der Höchste, der seinem Blut und Fleisch Weisheit gibt. Lob sei dem Höchsten, dem Gnädigen Gott!
Bechukotaj: verwandte Gespräche
Zur Fortsetzung: der Wochenabschnitt Behar über das Sabbatjahr und das Jobeljahr, Segnungen und Flüche in Dewarim 28, ein Gespräch über die Bünde und die Wochenabschnitte der Tora.