- Wochenabschnitte
- Bemidbar
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בְּמִדְבַּר
Bemidbar
Zählung und Dienst der Leviten
- Wochenabschnitt
- 34 von 54
- Verse
- Bemidbar 1,1–4,20
- Teile
- 9
- Lesezeit
- 1 Std. 16 Min.
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Bemidbar ist der Wochenabschnitt über die Zählung Israels, die Anordnung der Stämme im Lager und den Dienst der Leviten. Das Stenogramm von Alex Blend eröffnet das Studium des Buches Bemidbar: Behandelt werden der Platz eines jeden in der Gemeinde, die Erstgeborenen und der Umgang mit den heiligen Dingen. Der Text der Tora wird auf Hebräisch angeführt, mit Transliteration, einer ÜbersetzungIm Original heißt es, der Text werde mit russischer Übersetzung angeführt. Da diese Seite deutsch ist, steht hier neutral „einer Übersetzung“. und der Auslegung des Autors.
Die Zählung sagt die ganze Wahrheit
Bemidbar 1,1–54
Wir haben das Studium des Buches Wajikra abgeschlossen, aber die Tora endet nie, deshalb beginnen wir mit Gottes Hilfe das Studium des Buches Bemidbar mit dem ersten Wochenabschnitt, der denselben Namen trägt wie das ganze Buch, und werden ab Vers 1 lesen.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה בְּמִדְבַּר סִינַי בְּאֹהֶל מוֹעֵד בְּאֶחָד לַחֹדֶשׁ הַשֵּׁנִי בַּשָּׁנָה הַשֵּׁנִית לְצֵאתָם מֵאֶרֶץ מִצְרַיִם לֵאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché bemidbár sináj be'óhel mo'éd be'echád lachódesch haschení baschaná haschenít lezetám me'érez mizrájim lemór
1 Und der HERR redete mit Mosche in der Wüste Sinai im Zelt der Begegnung am ersten Tag des zweiten Monats (des Monats Ijar), im zweiten Jahr nach ihrem Auszug aus Ägypten, und sprach:
Wie ich schon erwähnt habe, hatten die Juden keine Fantasie bei den Namen der Bücher, und deshalb benannte man sie nach einem der ersten bedeutsamen Wörter. Das Wort bemidbár (in der Wüste) wurde zum Namen sowohl des Buches als Ganzes als auch des Wochenabschnitts.
Also, der Anfang des Monats Ijar, Frühling, das ist ungefähr Mai, die Wüste Sinai, es wird wärmer (dort ist es ja selbst im Winter nicht kalt), und der Höchste wendet sich an Mosche und gibt ihm eine Anweisung.
שְׂאוּ אֶת־רֹאשׁ כָּל־עֲדַת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמוֹת כָּל־זָכָר לְגֻלְגְּלֹתָם׃
se'ú et-rósch kol-adát bene-jisraél lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót kol-sachár legulgelotám
2 Erhebt die Häupter der ganzen Gemeinde der Söhne Israels nach ihren Familien, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl der Namen, alle Männer Kopf für Kopf.
Das Wort gulgólet bedeutet wörtlich Schädel, wird aber im Sinne von Kopf verwendet, wenn es um eine Zählung geht. Es gilt also, bildlich gesprochen, die Kopfzahl der Söhne Israels nach allen Stämmen zu zählen.
מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כָּל־יֹצֵא צָבָא בְּיִשְׂרָאֵל תִּפְקְדוּ אֹתָם לְצִבְאֹתָם אַתָּה וְאַהֲרֹן׃
mibbén esrím schaná wamá'la kol-jozé zawá bejisraél tifkedú otám leziw'otám attá we'aharón
3 Von 20 Jahren und darüber, sie alle teilt eurer Armee zu, du und Aharon.
Sagen wir so, das sind die für den Wehrdienst Tauglichen oder die Wehrpflichtigen. Bei der Fortbewegung Israels durch die Wüste muss Ordnung herrschen, und die beste aller Ordnungen ist es, die Menschen so zu verteilen, dass jeder weiß, aus welchem Stamm er ist, und jeder Stamm seinen Platz bei der Anordnung des Lagers kennt, damit alles ruhig und friedlich ist und jeder sich an seinem Platz befindet und sich vielleicht auf seine Aufgaben vorbereitet. Jeder wird seinem Heer zugerechnet, seiner Armee, in gewissem Sinne dieses Wortes. Und in einer Armee muss es Ordnung und Erfassung geben. Deshalb befiehlt der Höchste Mosche und Aharon, alle zu zählen und richtig zu verteilen. Aber sie werden das nicht nur zu zweit tun, davon lesen wir weiter.
וְאִתְּכֶם יִהְיוּ אִישׁ אִישׁ לַמַּטֶּה אִישׁ רֹאשׁ לְבֵית־אֲבֹתָיו הוּא׃
we'ittechém jihju isch isch lammatté isch rosch lewet-awotáw hu
4 Und mit euch soll ein Mann aus jedem Stamm sein, aus der Führung jedes Stammes (das Haupt, sozusagen, des „Stammesstabs“).
וְאֵלֶּה שְׁמוֹת הָאֲנָשִׁים אֲשֶׁר יַעַמְדוּ אִתְּכֶם לִרְאוּבֵן אֱלִיצוּר בֶּן־שְׁדֵיאוּר׃
we'élle schemót ha'anaschím aschér ja'amdú ittechém lir'uwén elizúr ben-schede'úr
5 Und dies sind die Namen der Leute, die mit euch in diesem Dienst stehen werden: vom Stamm Re'uwen wird der Vertreter Elizur ben Schdejur sein;
Das heißt, zusammen mit euch werden im Vorgang der Zählung und Erfassung aller Stämme 12 Vertreter sein, einer aus jedem Stamm, die der Höchste auch benennen wird, damit Mosche und Aharon sich mit der Auswahl nicht schwertun.
Der Name Elizur bedeutet Gott – mein Schöpfer. Nach einer der Bedeutungen ist das Wort zur mit dem Wort zurá (Form) verbunden, das heißt Gott formt mich. Eine andere Bedeutung des Namens ist mein HERR – ein Fels. Der Name Schdejur bedeutet Schaddaj – mein Licht. Wie wir wissen, ist Schaddaj einer der Namen Gottes.
לְשִׁמְעוֹן שְׁלֻמִיאֵל בֶּן־צוּרִישַׁדָּי׃
leschim'ón schelumi'él ben-zurischaddáj
6 Vom Stamm Schimon – Schlemi'el ben Zurischaddaj;
Es hat sich so ergeben, dass der Name Schlemihl zum Synonym für das Wort Tollpatsch, Trottel und so weiter wurde, auf Anregung des deutschen Schriftstellers Alderbert von Chamisso, der so den Helden seines Buches „Die ungewöhnliche Geschichte des Peter Schlemihl“ (1814) nannte. Aber an diesem Namen ist nichts Schlechtes, im Gegenteil, Schlemi'el bedeutet Mein Schalom (mein Frieden) – der HERR. Im Namen seines Vaters, Zurischaddaj, begegnet wieder das Wort zur, über das wir schon gesprochen haben, das heißt, das ist entweder Mein Fels Schaddaj, oder Der, Der mich erschafft – Schaddaj.
לִיהוּדָה נַחְשׁוֹן בֶּן־עַמִּינָדָב׃
lihudá nachschón ben-amminadáw
7 Vom Stamm Jehuda – Nachschon ben Amminadaw;
Der Name Nachschon ist eine Verkleinerungsform des Wortes nachásch (Schlange), das heißt Schlänglein. Wir müssen uns erinnern und es immer im Kopf behalten, dass unsere Vorfahren sich nicht scheuten, solche Namen zu geben wie Kelév (Hund), Se'éw (Wolf), Chamór (Esel) oder eben wie hier Nachschón (Schlänglein). Das galt nicht als anstößig, weil ein Mensch wegen irgendwelcher Eigenschaften des Tieres so benannt wurde, es war nicht unbedingt Dummheit gemeint, und das ist nicht schändlich. Der Name seines Vaters, Amminadaw, bedeutet mein Gott ist großzügig.
לְיִשָּׂשכָר נְתַנְאֵל בֶּן־צוּעָר׃
lejissachár netan'él ben-zu'ár
8 Vom Stamm Jissachar – Netan'el ben Zu'ar;
Der Vorsteher des Stammes Jissachar ist Netan'el (Gott hat gegeben) ben Zu'ar. Der Name Zu'ar stammt vom Wort za'ar – Helferlein, ein Junge, der leicht helfen kann, ein junger Helfer, eine Stütze für den Papa.
לִזְבוּלֻן אֱלִיאָב בֶּן־חֵלֹן׃
liswulún eli'áw ben-chelón
9 Vom Stamm Sewulun – Eli'aw ben Chelon;
Der Name Eli'aw bedeutet mein Gott ist Vater. Der Name Chelon – Soldat, Kämpfer, ein schneidiger Mann.
לִבְנֵי יוֹסֵף לְאֶפְרַיִם אֱלִישָׁמָע בֶּן־עַמִּיהוּד לִמְנַשֶּׁה גַּמְלִיאֵל בֶּן־פְּדָהצוּר׃
liwné josséf le'efrájim elischamá ben-ammihúd limnasché gamli'él ben-pedazúr
10 Von den Stämmen der Söhne Josefs: von Efrajim – Elischama ben Ammihud, vom Stamm Menasche – Gamli'el ben Pdazur.
Der Name Elischama bedeutet Gott hat mich gehört, oder einfach Gott hat gehört. Ammihud – mein Gott ist gepriesen. Gamli'el – erlöst hat mich der HERR. Das Verb lig'ól – retten, erretten, go'él – Erretter, Erlöser. Pdazur – Loskäufer oder mein Befreier, Fels. Das ist eine andere Bedeutung des Wortes Erlösung, vom Verb lifdót (loskaufen). Das Verb padá (in der Vergangenheit) bedeutet, dass für einen Menschen irgendein Lösegeld bezahlt wurde, er aus der Gefangenschaft genommen oder befreit wurde. Und auch das ist ein Name, der auf den Höchsten hinweist.
לְבִנְיָמִן אֲבִידָן בֶּן־גִּדְעֹנִי׃
lewinjamín awidán ben-gid'oní
11 Vom Stamm Binjamin – Awidan ben Gidoni;
Awidan bedeutet mein Vater richtet. Gidoni, dieser Name hängt höchstwahrscheinlich mit einem Ort zusammen, der Géda heißt, also Gedáer, wenn man frei übersetzt.
לְדָן אֲחִיעֶזֶר בֶּן־עַמִּישַׁדָּי׃
ledán achi'éser ben-ammischaddáj
12 Vom Stamm Dan – Achi'eser ben Ammischaddaj;
Der Name Achi'eser bedeutet mein Bruder mir zur Hilfe. Ammischaddaj bedeutet mein Gott – Schaddaj.
לְאָשֵׁר פַּגְעִיאֵל בֶּן־עָכְרָן׃
le'aschér pag'i'él ben-ochrán
13 Vom Stamm Ascher – Pagi'el ben Achran;
Pagi'el – das bedeutet einer, der Gott begegnet, einer, der mit Gott betet. Der Name Achran stammt von der Bedeutung der Wurzel achár (fest stehend).
לְגָד אֶלְיָסָף בֶּן־דְּעוּאֵל׃
legád eljassáf ben-deu'él
14 Vom Stamm Gad – Eljassaf ben De'u'el;
Der Name Eljassaf – mein Gott wird hinzufügen, mein Gott wird mich reichlich segnen. Der Name De'u'el (Re'u'el) – einer, der Gott kennt, beide Formen des Namens sind Verkürzungen von Daru'el.
לְנַפְתָּלִי אֲחִירַע בֶּן־עֵינָן׃
lenaftalí achirá ben-enán
15 Vom Stamm Naftali – Achira ben Ejnan.
Der Name Achira – mein Bruder, mir nahe, das ist ein Hinweis auf den Wunsch nach Frieden in der Familie. Der Name Ejnan bedeutet ein Mensch mit gütigen Augen, er kommt vom Wort ajn – Auge. Solche Namen gab es zu jener Zeit.
אֵלֶּה קְרִיאֵי (קְרוּאֵי) הָעֵדָה נְשִׂיאֵי מַטּוֹת אֲבוֹתָם רָאשֵׁי אַלְפֵי יִשְׂרָאֵל הֵם׃
élle keru'é ha'edá nesi'é mattót awotám rasché alfé jisraél hem
16 Das sind die aus der Gemeinde Erwählten, die Häupter der Stäbe (so kann man es übersetzen), die Vorsteher und Tausendschaftsführer Israels“.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן אֵת הָאֲנָשִׁים הָאֵלֶּה אֲשֶׁר נִקְּבוּ בְּשֵׁמוֹת׃
wajikkách mosché we'aharón et ha'anaschímIn der russischen Umschrift fehlt in diesem Wort eine Silbe (dort „hanaschím“). Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: ha'anaschím, „die Männer“. ha'élle aschér nikkewú beschemót
17 Und Mosche und Aharon nahmen diese Leute, deren Namen genannt worden waren.
וְאֵת כָּל־הָעֵדָה הִקְהִילוּ בְּאֶחָד לַחֹדֶשׁ הַשֵּׁנִי וַיִּתְיַלְדוּ עַל־מִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמוֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה לְגֻלְגְּלֹתָם׃
we'ét kol-ha'edá hikhilu be'echád lachódesch haschení wajitjaldú al-mischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la legulgelotámIn der russischen Umschrift fehlt im letzten Wort eine Silbe (dort „legulgotám“). Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: legulgelotám.
18 Und die ganze Gemeinde versammelten sie am ersten Tag des zweiten Monats, und sie verstammbaumten sie nach ihren Familien, nach dem Haus ihres Vaters, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, Kopf für Kopf.
Das heißt, sie handelten schnell, planten nicht lange. Am selben Tag riefen sie die benannten Leute herbei und versammelten die ganze Gemeinde.
Ein interessantes Wort ist jitjaldú – sie verstammbaumten sie, wenn man direkt übersetzt. Toldót – das ist der Stammbaum, lehitjaléd (von derselben Wurzel Jud-Lamed-Dalet, wie das Wort lalédet, gebären) – das bedeutet buchstäblich „verstammbaumen“, ein Wort, das nur hier vorkommt. Das heißt, man stellte ihnen einen Stammbaum nach Familien zusammen, für jeden von ihnen.
כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה וַיִּפְקְדֵם בְּמִדְבַּר סִינָי׃
ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché wajifkedém bemidbár sináj
19 Wie der HERR Mosche geboten hatte, führte er für sie eine Erfassung durch (erfasste sie alle) in der Wüste Sinai.
Ab Vers 20 beginnt für jeden der Stämme die Aufzählung, welche Zahl sich ergab. Diese Aufzählung wird gleichförmig, eintönig sein, und manchem mag sie langweilig vorkommen. Deshalb, wenn es euch so vorkommt, blättert einfach weiter, denn weiter folgt einfach die Übersetzung. Wenn es euch interessiert, den Text auf Hebräisch zu lesen, sogar diesen langweiligen, eintönigen Text, dann herzlich willkommen.
וַיִּהְיוּ בְנֵי־רְאוּבֵן בְּכֹר יִשְׂרָאֵל תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמוֹת לְגֻלְגְּלֹתָם כָּל־זָכָר מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
wajihjú wene-re'uwén bechór jisraél toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót legulgelotám kol-sachár mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
20 Und es waren der Söhne Re'uwens, des Erstgeborenen Israels, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihres Vaters, nach der Zahl der Namen Kopf für Kopf, alle männlichen Geschlechts von zwanzig Jahren und darüber, alle, die zum Wehrdienst fähig sind,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה רְאוּבֵן שִׁשָּׁה וְאַרְבָּעִים אֶלֶף וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
pekudehém lematté re'uwén schischá we'arba'ím élef wachamésch me'ót
21 Der dem Stamm (dem Lager) Re'uwen Zugezählten – sechsundvierzigtausendfünfhundert.
Und weiter spricht die Tora in derselben Sprache, manchmal übt sich die Tora nicht sehr in der Vielfalt der Sprachen.
לִבְנֵי שִׁמְעוֹן תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם פְּקֻדָיו בְּמִסְפַּר שֵׁמוֹת לְגֻלְגְּלֹתָם כָּל־זָכָר מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné schim'ón toledotám lemischpechotám lewét awotám pekudáw bemispár schemót legulgelotám kol-sachár mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
22 Und der Söhne Schimons nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihres Vaters, aufgeschrieben nach der Zahl der Namen Kopf für Kopf, alle männlichen Geschlechts, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה שִׁמְעוֹן תִּשְׁעָה וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וּשְׁלֹשׁ מֵאוֹת׃
pekudehém lematté schim'ón tisch'á wachamischím élef uschlósch me'ót
23 Der in das Lager Schimon Eingetragenen – neunundfünfzigtausenddreihundert.
לִבְנֵי גָד תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמוֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné gad toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
24 Und der Söhne Gads, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihres Vaters, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה גָד חֲמִשָּׁה וְאַרְבָּעִים אֶלֶף וְשֵׁשׁ מֵאוֹת וַחֲמִשִּׁים׃
pekudehém lematté gad chamischá we'arba'ím élef weschésch me'ót wachamischím
25 Der dem Stamm Gad Zugezählten – fünfundvierzigtausenddreihundertfünfzig Menschen.
לִבְנֵי יְהוּדָה תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné jehudá toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
26 Und der Söhne Jehudas, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihres Vaters, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה יְהוּדָה אַרְבָּעָה וְשִׁבְעִים אֶלֶף וְשֵׁשׁ מֵאוֹת׃
pekudehém lematté jehudá arba'á weschiw'ím élef weschésch me'ót
27 Der dem Lager Jehudas Zugezählten – vierundsiebzigtausendsechshundert.
לִבְנֵי יִשָּׂשכָר תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné jissachár toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
28 Und der Söhne Jissachars, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihres Vaters, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה יִשָּׂשכָר אַרְבָּעָה וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע מֵאוֹת׃
pekudehém lematté jissachár arba'á wachamischím élef we'arbá me'ót
29 Der dem Lager Jissachars Zugezählten – vierundfünfzigtausend und vierhundert.
לִבְנֵי זְבוּלֻן תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné sewulún toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
30 Und der Söhne Sewuluns, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihres Vaters, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה זְבוּלֻן שִׁבְעָה וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע מֵאוֹת׃
pekudehém lematté sewulún schiw'á wachamischím élef we'arbá me'ót
31 Der dem Lager Sewuluns Zugezählten – siebenundfünfzigtausendvierhundert.
לִבְנֵי יוֹסֵף לִבְנֵי אֶפְרַיִם תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné josséf liwné efrájim toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
32 Und von den Söhnen Josefs (interessant, dass die Tora die Söhne Josefs beisammen hält): von den Söhnen Efrajims nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה אֶפְרָיִם אַרְבָּעִים אֶלֶף וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
pekudehém lematté efrájim arba'ím élef wachamésch me'ót
33 Der dem Lager Efrajims Zugezählten – vierzigtausendfünfhundert.
לִבְנֵי מְנַשֶּׁה תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמוֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné menasché toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
34 Und von den Söhnen Menasches, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה מְנַשֶּׁה שְׁנַיִם וּשְׁלֹשִׁים אֶלֶף וּמָאתָיִם׃
pekudehém lematté menasché schenájim uschloschím élef umatajim
35 Der in das Lager Menasches Eingetragenen – zweiunddreißigtausendzweihundert.
לִבְנֵי בִנְיָמִן תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné winjamín toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
36. Und der Söhne Binjamins, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה בִנְיָמִן חֲמִשָּׁה וּשְׁלֹשִׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע מֵאוֹת׃
pekudehém lematté winjamín chamischá uschloschím élef we'arbá me'ót
37 Dem Lager Binjamins zugezählt – fünfunddreißigtausendvierhundert.
לִבְנֵי דָן תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné dan toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
38 Von den Söhnen Dans, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה דָן שְׁנַיִם וְשִׁשִּׁים אֶלֶף וּשְׁבַע מֵאוֹת׃
pekudehém lematté dan schenájim weschischímIn der russischen Umschrift dieses Verses fehlt das Wort für „sechzig“, obwohl die Zahl 62 700 lautet. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text und enthält weschischím. élef uschwá me'ót
39 Der dem Lager Dans Zugezählten – zweiundsechzigtausendsiebenhundert.
לִבְנֵי אָשֵׁר תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
liwné aschér toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
40 Von den Söhnen Aschers, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה אָשֵׁר אֶחָד וְאַרְבָּעִים אֶלֶף וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
pekudehém lematté aschér echád we'arba'ím élef wachamésch me'ót
41 Der dem Lager Aschers Zugezählten – einundvierzigtausendfünfhundert.
בְּנֵי נַפְתָּלִי תּוֹלְדֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם בְּמִסְפַּר שֵׁמֹת מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כֹּל יֹצֵא צָבָא׃
bené naftalí toledotám lemischpechotám lewét awotám bemispár schemót mibbén esrím schaná wamá'la kol jozé zawá
42 Und der Söhne Naftalis, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen,
פְּקֻדֵיהֶם לְמַטֵּה נַפְתָּלִי שְׁלֹשָׁה וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע מֵאוֹת׃
pekudehém lematté naftalí scheloschá wachamischím élef we'arbá me'ót
43 Der dem Lager Naftalis Zugezählten – dreiundfünfzigtausendvierhundert.
Damit endet diese lange und, wie es manchem vorkommen mag, langweilige Liste. Aber man muss sich daran erinnern, dass sie auf Geheiß des Höchsten zusammengestellt wurde.
אֵלֶּה הַפְּקֻדִים אֲשֶׁר פָּקַד מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן וּנְשִׂיאֵי יִשְׂרָאֵל שְׁנֵים עָשָׂר אִישׁ אִישׁ־אֶחָד לְבֵית־אֲבֹתָיו הָיוּ׃
élle happekudím aschér pakád mosché we'aharón unsi'é jisraél scheném assár isch isch-echádIn der russischen Umschrift sind die Wörter für „je ein Mann“ falsch getrennt. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: isch isch-echád. lewet-awotáw hajú
44 Das sind die Gezählten (die Reservisten), die Mosche und Aharon und die Häupter der Stämme Israels erfasst (registriert) haben, und dieser Vorsteher Israels, der Häupter der Stämme, waren zwölf, je einer aus jedem Stamm.
וַיִּהְיוּ כָּל־פְּקוּדֵי בְנֵי־יִשְׂרָאֵל לְבֵית אֲבֹתָם מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כָּל־יֹצֵא צָבָא בְּיִשְׂרָאֵל׃
wajihjú kol-pekudé wene-jisraél lewét awotám mibbén esrím schaná wamá'la kol-jozé zawá bejisraél
45 Und es waren alle Erfassten der Söhne Israels, nach ihrem Familienstammbaum, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl der Namen, von zwanzig Jahren und darüber, alle zum Wehrdienst Fähigen in Israel,
וַיִּהְיוּ כָּל־הַפְּקֻדִים שֵׁשׁ־מֵאוֹת אֶלֶף וּשְׁלֹשֶׁת אֲלָפִים וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת וַחֲמִשִּׁים׃
wajihjú kol-happekudím schesch-me'ót élef uschlóschet alafím wachamésch me'ót wachamischím
46 Und es waren aller Gezählten sechshundertdreitausendfünfhundertfünfzig.
וְהַלְוִיִּם לְמַטֵּה אֲבֹתָם לֹא הָתְפָּקְדוּ בְּתוֹכָם׃
wehalwijím lematté awotám lo hotpakedú betochám
47 Die Leviten aber, nach dem Haus ihrer Väter, wurden nicht mit ihnen gezählt.
Warum ist das so? Weil es über die Leviten eine besondere, gesonderte Anweisung geben wird.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
48 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:
אַךְ אֶת־מַטֵּה לֵוִי לֹא תִפְקֹד וְאֶת־רֹאשָׁם לֹא תִשָּׂא בְּתוֹךְ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃
ach et-matté lewí lo tifkód we'et-roschám lo tissá betóch bené jisraél
49 „Aber nur das Lager Lewi zähle nicht, und erfasse sie nicht unter dem Volk Israel.
וְאַתָּה הַפְקֵד אֶת־הַלְוִיִּם עַל־מִשְׁכַּן הָעֵדֻת וְעַל כָּל־כֵּלָיו וְעַל כָּל־אֲשֶׁר־לוֹ הֵמָּה יִשְׂאוּ אֶת־הַמִּשְׁכָּן וְאֶת־כָּל־כֵּלָיו וְהֵם יְשָׁרְתֻהוּ וְסָבִיב לַמִּשְׁכָּן יַחֲנוּ׃
we'attá hafkéd et-halwijím al-mischkán ha'edút we'ál kol-keláw we'ál kol-ascher-ló hemma jis'ú et-hammischkán we'et-kol-keláw wehem jescharetúhu wessawíw lammischkán jachanú
50 Du aber bestelle die Leviten für das Zelt des Zeugnisses und für all sein Zubehör und für alles, was darin ist: Sie werden den Mischkan und alle seine Gefäße tragen, und sie werden dort dienen; und sie werden beim Mischkan ihr Lager aufschlagen.
Das Verb lifkód, das wir im ganzen Kapitel in der Bedeutung erfassen, zählen, verwendet haben, hat hier die Bedeutung bestellen, einsetzen (das Wort hafkéd ist der Imperativ des Verbs). Zum Beispiel pakíd im modernen Hebräisch – Angestellter, mefakéd – Kommandeur, pkudá – Befehl, Anordnung, letafkéd – funktionieren. So ein vieldeutiges Wort ist das.
Das heißt, das Lager Israels wird so angeordnet sein, dass genau in der Mitte das Zelt des Zeugnisses steht, um es herum die Leviten und um die Leviten herum die übrigen Stämme Israels (davon werden wir im zweiten Kapitel lesen).
וּבִנְסֹעַ הַמִּשְׁכָּן יוֹרִידוּ אֹתוֹ הַלְוִיִּם וּבַחֲנֹת הַמִּשְׁכָּן יָקִימוּ אֹתוֹ הַלְוִיִּם וְהַזָּר הַקָּרֵב יוּמָת׃
uwinsó'a hammischkán jorídu otó halwijím uwachanót hammischkán jakímu otó halwijímIn der russischen Umschrift beginnt das zweite halwijím mit einem G statt mit einem H. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text. wehassár hakkaréw jumát
51 Wenn der Mischkan sich auf den Weg macht, werden ihn die Leviten abbauen; und wenn der Mischkan am Lagerplatz Halt macht, werden ihn die Leviten aufbauen (aufrichten); und wenn ein Fremder sich nähert, so wird er sterben.
Das Zelt der Begegnung ist ein großer Segen für das Volk. Aber es ist auch ein sehr gefährliches Objekt, wenn man ihm ohne die gebührende Ehrfurcht, ohne die gebührende Vorsicht begegnet. Und deshalb sind die Leviten für diesen Dienst erwählt: Sie bewahren das Zelt der Begegnung nicht nur vor Übergriffen auf es selbst, sondern auch davor, dass jemand von den Menschen zu Schaden kommen kann, weil er die Sicherheitsvorschriften missachtet, weil er unvorsichtig mit dem Zelt der Begegnung umgeht. Und der Höchste warnt: „Nicht hineinsteigen, tödlich!“ Um den Mischkan kümmern sich die Leviten, Fremde sollten ihn besser nicht berühren (in diesem Fall ist „Fremder“ jeder, der kein Levit ist).
וְחָנוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אִישׁ עַל־מַחֲנֵהוּ וְאִישׁ עַל־דִּגְלוֹ לְצִבְאֹתָם׃
wechanú bené jisraél isch al-machanéhu we'ísch al-digló leziw'otám
52 Und die Söhne Israels werden sich niederlassen, jeder am Ort seines Lagers und jeder bei seiner Fahne, in seiner Armee (seinem Heer).
Das Volk ist in Regimenter, in Armeen eingeteilt, und all das muss auf eine bestimmte Weise aufgestellt sein.
וְהַלְוִיִּם יַחֲנוּ סָבִיב לְמִשְׁכַּן הָעֵדֻת וְלֹא־יִהְיֶה קֶצֶף עַל־עֲדַת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְשָׁמְרוּ הַלְוִיִּם אֶת־מִשְׁמֶרֶת מִשְׁכַּן הָעֵדוּת׃
wehalwijímIn der russischen Umschrift beginnt dieses Wort mit einem G statt mit einem H. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: wehalwijím. jachanú sawíw lemischkán ha'edút welo-jihjé kézef al-adát bené jisraél weschamerú halwijím et-mischméret mischkán ha'edút
53 Die Leviten aber werden rings um das Zelt des Zeugnisses ihr Lager aufschlagen, und dann wird kein Zorn über die Söhne Israels kommen; und die Leviten werden beim Zelt des Zeugnisses Wache halten.“
, וַיַּעֲשׂוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל כְּכֹל אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה כֵּן עָשׂוּ׃
waja'asú bené jisraél kechól aschér ziwwá adonáj et-mosché ken asú
54 Und die Söhne Israels taten, wie der HERR Mosche geboten hatte, so taten sie es.
Ein Platz für jeden
Bemidbar 2,1–34
Alle Aufstellungen, von denen in unserem Kapitel die Rede sein wird, werden für einen kurzen Zug gegeben. Es geht noch nicht um den vierzigjährigen Aufenthalt in der Wüste, davon weiß überhaupt niemand. Es geht darum, dass das Volk sich während seines kurzen Aufenthalts in der Wüste auf bestimmte Weise anordnen und einem bestimmten Weg folgen muss. Für jeden ist seine Funktion vorgesehen, alle zusammen, das ganze Volk – ein einziger Leib, aber jeder hat seine eigene Funktion.
Wir lesen also ab Vers 1 von Kapitel 2.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אַהֲרֹן לֵאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché we'el-aharón lemór
1 Und der HERR redete zu Mosche und Aharon und sprach:
אִישׁ עַל־דִּגְלוֹ בְאֹתֹת לְבֵית אֲבֹתָם יַחֲנוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל מִנֶּגֶד סָבִיב לְאֹהֶל־מוֹעֵד יַחֲנוּ׃
isch al-digló we'otót lewét awotám jachanú bené jisraél minnéged sawíw le'ohel-mo'éd jachanú
2 „Jeder Mann bei seiner Abteilung und bei den Emblemen (bei den Stammeszeichen) des Hauses seiner Väter, so werden die Söhne Israels als Lager stehen; entsprechend der Umgebung des Zeltes der Begegnung werden sie stehen.
Das Wort dégel wird im modernen Hebräisch mit Flagge, Fahne übersetzt. In Schir haSchirim kann es Blick bedeuten: entweder das, was den Blick fesselt, oder den Blick selbst. In diesem Kontext geht es höchstwahrscheinlich um eine ältere Bedeutung dieses Wortes – Abteilung, militärische Einheit.
Darüber sind sehr viele verschiedene Bücher geschrieben worden: über die Flaggen, über die Fahnen, über die Embleme. Manche sagen, dass jeder Stamm eine Flagge in der Farbe hatte, die der Farbe des Steins auf dem Efod entsprach und die diesen Stamm symbolisierte. Andere sagen, dass auf der Flagge irgendwelche Bilder aus dem Segen Jaakows waren. Es gibt viele Versionen, aber die Tora erzählt uns fast nichts über diese Flaggen und Embleme.
In der Mitte des Lagers, ganz im Zentrum, wird das Zelt der Begegnung aufgestellt, es ist der Bezugspunkt für alles, der Ursprung jedes Koordinatensystems im Lager Israels, und alles wird von diesem Punkt aus gemessen. Unmittelbar im ersten Kreis vom Zelt der Begegnung aus (wie wir im vorigen Kapitel gelesen haben) stehen die Leviten, und weiter werden wir die Beschreibung sehen, wie sich die anderen Stämme anordnen.
וְהַחֹנִים קֵדְמָה מִזְרָחָה דֶּגֶל מַחֲנֵה יְהוּדָה לְצִבְאֹתָם וְנָשִׂיא לִבְנֵי יְהוּדָה נַחְשׁוֹן בֶּן־עַמִּינָדָב׃
wehachoním kédma misrácha dégel machané jehudá leziw'otám wenassí liwné jehudá nachschón ben-amminadáw
3 Allen voran, im Osten, die Abteilung des Lagers Jehudas, und der Vorsteher der Söhne Jehudas – Nachschon ben Amminadaw.
Das Lager ist eine Art Einheit, die, wie wir erfahren werden, drei Stämme vereint, unter denen Jehuda die Führung haben wird. Die Namen der Vorsteher der Stämme haben wir im vorigen Kapitel besprochen, deshalb werde ich sie nicht noch einmal erklären.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם אַרְבָּעָה וְשִׁבְעִים אֶלֶף וְשֵׁשׁ מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudehém arba'á weschiw'ím élef weschésch me'ót
4 Und sein Heer und die ihm Zugezählten – vierundsiebzigtausendsechshundert.
וְהַחֹנִים עָלָיו מַטֵּה יִשָּׂשכָר וְנָשִׂיא לִבְנֵי יִשָּׂשכָר נְתַנְאֵל בֶּן־צוּעָר׃
wehachoním aláw matté jissachár wenassí liwné jissachár netan'él ben-zu'ár
5 Und neben ihm befindet sich im selben Lager der Stab Jissachars, und der Vorsteher der Söhne Jissachars – Netan'el ben Zu'ar.
Wir sehen, dass es zwei Bedeutungen gibt, zwei Begriffe, die die Tora verwenden wird: matté (Stab) – ein Teil des großen machané (Lagers).
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדָיו אַרְבָּעָה וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudáw arba'á wachamischím élef we'arbá me'ót
6 Und sein Heer und die ihm Zugezählten – vierundfünfzigtausendvierhundert.
מַטֵּה זְבוּלֻן וְנָשִׂיא לִבְנֵי זְבוּלֻן אֱלִיאָב בֶּן־חֵלֹן׃
matté sewulún wenassí liwné sewulún eli'áw ben-chelón
7 Der Stab Sewuluns, und das Haupt der Söhne Sewuluns – Eli'aw ben Chelon.
Der Stab Sewuluns ist der dritte Stab im Lager Jehudas. Wir besprechen jetzt diejenigen, die allen voran im Osten stehen, und wir sehen Jehuda, Jissachar und Sewulun.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדָיו שִׁבְעָה וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudáw schiw'á wachamischím élef we'arbá me'ót
8 Und sein Heer und die ihm Zugezählten – siebenundfünfzigtausendvierhundert.
כָּל־הַפְּקֻדִים לְמַחֲנֵה יְהוּדָה מְאַת אֶלֶף וּשְׁמֹנִים אֶלֶף וְשֵׁשֶׁת־אֲלָפִים וְאַרְבַּע־מֵאוֹת לְצִבְאֹתָם רִאשֹׁנָה יִסָּעוּ׃
kol-happekudím lemachané jehudá me'át élef uschmoním élef wescheschet-alafím we'arba-me'ót leziw'otám rischoná jissá'u
9 Und alle dem Lager Jehudas Zugezählten (das sind drei Stäbe, wie wir gesagt haben: Jehuda, Sewulun und Jissachar) – hundertsechsundachtzigtausendvierhundert nach ihren Armeen; als Erste werden sie aufbrechen.
Das heißt, wie wir schon gesagt haben, wenn das ganze Lager Israels sich fortbewegen muss, bricht als Erstes das Lager Jehudas auf. Der Stamm Jehuda ist allen voran, auf der einen Seite von ihm wird der Stamm Sewulun sein, auf der anderen Seite der Stamm Jissachar.
דֶּגֶל מַחֲנֵה רְאוּבֵן תֵּימָנָה לְצִבְאֹתָם וְנָשִׂיא לִבְנֵי רְאוּבֵן אֱלִיצוּר בֶּן־שְׁדֵיאוּר׃
dégel machané re'uwén temána leziw'otám wenassí liwné re'uwén elizúr ben-schede'úr
10 Die Abteilung des Lagers Re'uwens im Süden, nach ihren Armeen, und das Haupt der Söhne Re'uwens – Elizur ben Schdejur.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדָיו שִׁשָּׁה וְאַרְבָּעִים אֶלֶף וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudáw schischá we'arba'ím élef wachamésch me'ót
11 Und seine Armee und die ihr Zugezählten – sechsundvierzigtausendfünfhundert.
וְהַחוֹנִם עָלָיו מַטֵּה שִׁמְעוֹן וְנָשִׂיא לִבְנֵי שִׁמְעוֹן שְׁלֻמִיאֵל בֶּן־צוּרִי־שַׁדָּי׃
wehachoním aláw matté schim'ón wenassí liwné schim'ón schelumi'él ben-zurischaddáj
12 Und neben ihm befindet sich der Stab Schimons, und das Haupt der Söhne Schimons – Schlemi'el ben Zurischaddaj.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם תִּשְׁעָה וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וּשְׁלֹשׁ מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudehém tisch'á wachamischím élef uschlósch me'ót
13 Und seine Armee und die ihr Zugezählten – neunundfünfzigtausenddreihundert.
וְמַטֵּה גָּד וְנָשִׂיא לִבְנֵי גָד אֶלְיָסָף בֶּן־רְעוּאֵל׃
umatté gad wenassí liwné gad eljassáf ben-re'u'él
14 Und der Stab Gads, und das Haupt der Söhne Gads – Eljassaf ben Re'u'el (De'u'el).
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם חֲמִשָּׁה וְאַרְבָּעִים אֶלֶף וְשֵׁשׁ מֵאוֹת וַחֲמִשִּׁים׃
uzwa'ó ufkudehém chamischá we'arba'ím élef weschésch me'ót wachamischím
15 Und seine Armee, und die ihr Zugezählten – fünfundvierzigtausendsechshundertfünfzig.
כָּל־הַפְּקֻדִים לְמַחֲנֵה רְאוּבֵן מְאַת אֶלֶף וְאֶחָד וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע־מֵאוֹת וַחֲמִשִּׁים לְצִבְאֹתָם וּשְׁנִיִּם יִסָּעוּ׃
kol-happekudím lemachané re'uwén me'át élef we'echád wachamischím élef we'arba-me'ót wachamischím leziw'otám uschnijím jissá'u
16 Und alle dem Lager Re'uwens Zugezählten – hunderteinundfünfzigtausendvierhundertfünfzig nach ihren Armeen; und sie werden als Zweite aufbrechen.
Das heißt, diese drei Stämme, die dem Lager Re'uwens zugezählt sind, brechen nach den ersten dreien aus dem Lager Jehudas auf.
וְנָסַע אֹהֶל־מוֹעֵד מַחֲנֵה הַלְוִיִּם בְּתוֹךְ הַמַּחֲנֹת כַּאֲשֶׁר יַחֲנוּ כֵּן יִסָּעוּ אִישׁ עַל־יָדוֹ לְדִגְלֵיהֶם׃
wenassá ohel-mo'éd machané halwijím betóch hammachanót ka'aschér jachanú ken jissá'u isch al-jadó lediglehém
17 Dann wird sich das Zelt der Begegnung in Bewegung setzen, das Lager der Leviten inmitten der Lager; wie sie stehen, so sollen sie auch ziehen, jeder an seinem Platz, nach ihren Abteilungen.
דֶּגֶל מַחֲנֵה אֶפְרַיִם לְצִבְאֹתָם יָמָּה וְנָשִׂיא לִבְנֵי אֶפְרַיִם אֱלִישָׁמָע בֶּן־עַמִּיהוּד׃
dégel machané efrájim leziw'otám jámma wenassí liwné efrájim elischamá ben-ammihúd
18 Die Abteilung des Lagers Efrajims nach ihren Armeen im Westen, und das Haupt der Söhne Efrajims – Elischama ben Ammihud.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם אַרְבָּעִים אֶלֶף וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudehém arba'ím élef wachamésch me'ót
19 Und sein Heer und die ihm Zugezählten – vierzigtausendfünfhundert.
וְעָלָיו מַטֵּה מְנַשֶּׁה וְנָשִׂיא לִבְנֵי מְנַשֶּׁה גַּמְלִיאֵל בֶּן־פְּדָהצוּר׃
we'aláw matté menasché wenassí liwné menasché gamli'él ben-pedazúr
20 Und neben ihm der Stab Menasches, und das Haupt der Söhne Menasches – Gamli'el ben Pdazur.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם שְׁנַיִם וּשְׁלֹשִׁים אֶלֶף וּמָאתָיִם׃
uzwa'ó ufkudehém schenájim uschloschím élef umatájim
21 Und sein Heer, und die ihm Zugezählten – zweiunddreißigtausendzweihundert.
וּמַטֵּה בִּנְיָמִן וְנָשִׂיא לִבְנֵי בִנְיָמִן אֲבִידָן בֶּן־גִּדְעֹנִי׃
umatté binjamín wenassí liwné winjamín awidán ben-gid'oní
22 Und der Stab Binjamins, und das Haupt der Söhne Binjamins – Awidan ben Gidoni.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם חֲמִשָּׁה וּשְׁלֹשִׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudehém chamischá uschloschím élef we'arbá me'ót
23 Und sein Heer und die ihm Zugezählten – fünfunddreißigtausendvierhundert.
כָּל־הַפְּקֻדִים לְמַחֲנֵה אֶפְרַיִם מְאַת אֶלֶף וּשְׁמֹנַת־אֲלָפִים וּמֵאָה לְצִבְאֹתָם וּשְׁלִשִׁים יִסָּעוּ׃
kol-happekudím lemachané efrájim me'át élef uschmonat-alafím ume'á leziw'otám uschlischím jissá'u
24 Und insgesamt der dem Lager Efrajims Zugezählten – hundertachttausendeinhundert Menschen nach ihren Armeen; und als Dritte werden sie aufbrechen.
דֶּגֶל מַחֲנֵה דָן צָפֹנָה לְצִבְאֹתָם וְנָשִׂיא לִבְנֵי דָן אֲחִיעֶזֶר בֶּן־עַמִּישַׁדָּי׃
dégel machané dan zafóna leziw'otám wenassí liwné dan achi'éser ben-ammischaddáj
25 Die Abteilung des Lagers Dans, im Norden, nach ihren Heeren, und das Haupt der Söhne Dans – Achi'eser ben Ammischaddaj.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם שְׁנַיִם וְשִׁשִּׁים אֶלֶף וּשְׁבַע מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudehém schenájim weschischím élef uschwá me'ót
26 Und seine Armee und die ihr Zugezählten – zweiundsechzigtausendsiebenhundert.
Vielleicht ist es hier sinnvoll, die eintönige Aufzählung zu unterbrechen und an die Geschichte zu erinnern (diese Frage wird oft gestellt), dass der Stamm Dan in der Liste im Buch der Offenbarung (7,5–8) fehlt. Und aus diesem Anlass ist über Dan sehr viel wenig Schmeichelhaftes gesagt worden: Das sei, heißt es, so ein nicht besonders gesegneter, erfolgreicher Stamm, und aus ihm werde der Antichrist hervorgehen, und nichts Vernünftiges werde aus ihm hervorgehen, und vieles andere wurde noch gesagt. Der Stamm Dan, der hier erwähnt wird (und er ist nicht klein), löste sich leider allmählich unter anderen Völkern auf, und aus der Geschichte ist bekannt, dass er schon zu dem Zeitpunkt am Rand des Verschwindens stand, als die Söhne Israels in die Zerstreuung gingen: Als die zehn Stämme Israels in die Zerstreuung gingen, war der Stamm Dan fast verschwunden. Das war so ein „fossiler“ Stamm, und das ist vielleicht der verständlichste Grund dafür, dass der Stamm Dan im Buch der Offenbarung nicht vorkommt.
וְהַחֹנִים עָלָיו מַטֵּה אָשֵׁר וְנָשִׂיא לִבְנֵי אָשֵׁר פַּגְעִיאֵל בֶּן־עָכְרָן׃
wehachoním aláw matté aschér wenassí liwné aschér pag'i'él ben-ochrán
27 Und neben dem Stamm Dan befindet sich der Stab Aschers, und das Haupt der Söhne Aschers – Pagi'el ben Achran.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם אֶחָד וְאַרְבָּעִים אֶלֶף וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudehém echád we'arba'ím élef wachamésch me'ót
28 Und sein Heer und die ihm Zugezählten – einundvierzigtausendfünfhundert.
וּמַטֵּה נַפְתָּלִי וְנָשִׂיא לִבְנֵי נַפְתָּלִי אֲחִירַע בֶּן־עֵינָן׃
umatté naftalí wenassí liwné naftalí achirá ben-enán
29 Und daneben der Stab Naftalis, und das Haupt der Söhne Naftalis – Achira ben Ejnan.
וּצְבָאוֹ וּפְקֻדֵיהֶם שְׁלֹשָׁה וַחֲמִשִּׁים אֶלֶף וְאַרְבַּע מֵאוֹת׃
uzwa'ó ufkudehém scheloschá wachamischím élef we'arbá me'ót
30 Und sein Heer und die ihm Zugezählten – dreiundfünfzigtausendvierhundert.
מֵאוֹת לָאַחֲרֹנָה יִסְעוּ לְדִגְלֵיהֶם׃
kol-happekudím lemáchane dan me'át élef weschiw'á wachamischím élef weschésch me'ót la'acharoná jis'ú lediglehém
31 Dan und alle dem Lager Dans Zugezählten – hundertsiebenundfünfzigtausendsechshundert Menschen; als Letzte von den Abteilungen werden sie folgen“.
Genauso geschieht es mit einem Musikstück, das ein Orchester aufführt. Wenn ein Mensch sich auf der Bühne befindet und sein eigenes Instrument hat, dann kommt irgendein Moment – mag er klein sein, mag er unbedeutend sein –, in dem er seine musikalische Stimme in Harmonie mit den anderen Instrumenten spielt, und ohne sein Spiel ist die Musik schon nicht mehr dieselbe. Und der Höchste richtet das Lager des Volkes Israel wie ein Orchester ein und legt die Instrumente vor dem Spiel so zurecht, dass jedes Instrument gebraucht wird. Und jeder von uns, von uns einfachen Menschen, kann spüren: Solange wir in dieser Welt sind, gibt es irgendeine eigene Stimme von uns, die wir im gemeinsamen Orchester spielen. Und deshalb muss man vielleicht das Studium der ganzen musikalischen Partitur nicht als etwas Langweiliges auffassen.
אֵלֶּה פְּקוּדֵי בְנֵי־יִשְׂרָאֵל לְבֵית אֲבֹתָם כָּל־פְּקוּדֵי הַמַּחֲנֹת לְצִבְאֹתָם שֵׁשׁ־מֵאוֹת אֶלֶף וּשְׁלֹשֶׁת אֲלָפִים וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת וַחֲמִשִּׁים׃
élle pekudé wene-jisraél lewét awotám kol-pekudé hammachanót leziw'otám schesch-me'ót élef uschlóschet alafím wachamésch me'ót wachamischím
32 Das ist die Ordnung der Söhne Israels nach dem Haus ihrer Väter; alle Aufstellungen der Lager nach ihren Armeen – sechshundertdreitausendfünfhundertfünfzig.
Interessant ist, dass wir bei allen Zählungen – sowohl bei der anfänglichen als auch bei der hier und bei der letzten – keinerlei Bevölkerungszuwachs sehen werden. Es ist gewissermaßen, als ob sich wie in Konserven ein und dieselbe Menge an Menschen erhält, plus minus. Obwohl 40 Jahre vergehen werden und ein bestimmtes Bevölkerungswachstum (vielleicht kein so großes wie in Ägypten, als es in 210 Jahren zu einer gewaltigen Zunahme der Bevölkerung kam), irgendeine Zunahme der Bevölkerung hätte eigentlich geschehen müssen. Dazu gibt es viele verschiedene Versionen, und interessant ist, dass eine der Versionen sagt, dass dies die Ordnung ist, das ist nicht einfach eine symbolische Zahl, das ist die nötige Zahl, damit das Volk seinem Weg folgt. Damit zu jenem Zeitpunkt alles funktionierte, war genau eine solche Bevölkerungszahl nötig, genau eine solche Zahl des Volkes war sowohl für den Auszug aus Ägypten als auch für das Kommen in das Land notwendig.
וְהַלְוִיִּם לֹא הָתְפָּקְדוּ בְּתוֹךְ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wehalwijím lo hotpakedú betóch bené jisraél ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
33 Die Leviten aber wurden nicht abgezählt (nicht gezählt) unter den Söhnen Israels, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Wir haben gesagt, dass die Leviten nicht unter den anderen gezählt werden, sie sind Diener, auserwählt für einen gesonderten Dienst, für die Bewachung des Zeltes der Begegnung. Von ihrem Lager, das um das Zelt herum steht (der mittlere Kreis), von ihnen aus wird auch alles gezählt.
וַיַּעֲשׂוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל כְּכֹל אֲשֶׁר־צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה כֵּן־חָנוּ לְדִגְלֵיהֶם וְכֵן נָסָעוּ אִישׁ לְמִשְׁפְּחֹתָיו עַל־בֵּית אֲבֹתָיו׃
waja'asú bené jisraél kechól ascher-ziwwá adonáj et-mosché ken-chanú lediglehém wechén nassá'u isch lemischpechotáw al-bét awotáw
34 Und die Söhne Israels taten alles, wie der HERR Mosche geboten hatte; so lagerten sie nach ihren Abteilungen, und so zogen sie auch, jeder nach seiner Familie, nach dem Haus seiner Väter.
Ein genealogischer Krimi
Bemidbar 3,1–39
Mit Gottes Hilfe setzen wir zusammen das Studium des Wochenabschnitts Bemidbar fort und beginnen, das 3. Kapitel zu lesen, ab Vers 1.
וְאֵלֶּה תּוֹלְדֹת אַהֲרֹן וּמֹשֶׁה בְּיוֹם דִּבֶּר יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה בְּהַר סִינָי׃
we'élle toledót Aharon umosché bejom dibbér adonáj et-mosché behár sináj
1 Das ist der Stammbaum Aharons und Mosches an dem Tag, als der HERR mit Mosche auf dem Berg Sinai redete.
Damit hat, genau genommen, alles angefangen.
וְאֵלֶּה שְׁמוֹת בְּנֵי־אַהֲרֹן הַבְּכוֹר נָדָב וַאֲבִיהוּא אֶלְעָזָר וְאִיתָמָר׃
we'élle schemót bene-Aharon habbechór nadáw wa'awihú el'asár we'itamár
2 Das sind die Namen der Söhne Aharons: sein Erstgeborener Nadaw, dann Awihu, Elasar, Itamar.
אֵלֶּה שְׁמוֹת בְּנֵי אַהֲרֹן הַכֹּהֲנִים הַמְּשֻׁחִים אֲשֶׁר־מִלֵּא יָדָם לְכַהֵן׃
élle schemót bené Aharon hakkohaním hammeschuchím ascher-millé jadám lechahén
3 Das sind die Namen der Söhne Aharons, der gesalbten Kohanim,
die man zum Dienst der Kohanim bevollmächtigt hatte.
וַיָּמָת נָדָב וַאֲבִיהוּא לִפְנֵי יְהוָה בְּהַקְרִבָם אֵשׁ זָרָה לִפְנֵי יְהוָה בְּמִדְבַּר סִינַי וּבָנִים לֹא־הָיוּ לָהֶם וַיְכַהֵן אֶלְעָזָר וְאִיתָמָר עַל־פְּנֵי אַהֲרֹן אֲבִיהֶם׃
wajámot nadáw wa'awihú lifné adonáj behakriwám esch sará lifné adonáj bemidbár sináj uwaním lo-hajú lahém wajchahén el'asár we'itamár al-pené Aharon awihém
4 Und Nadaw und Awihu starben vor dem HERRN, als sie fremdes Feuer vor dem HERRN darbrachten in der Wüste Sinai, und Söhne hatten sie nicht, und es blieben Elasar und Itamar, um als Priester zu dienen vor dem Angesicht Aharons, ihres Vaters.
Das heißt, es blieben drei Kohanim für das ganze Volk Israel: Aharon, der Vater, und seine zwei Söhne – Elasar und Itamar.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
5 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:
An dieser Stelle kann ein aufmerksamer Leser fragen: „Wartet, wartet! Die Tora hat zuerst gesagt: Das ist der Stammbaum Aharons und Mosches, und hat die Söhne Aharons aufgezählt. Aber wo sind denn die Söhne Mosches? Wo sind seine Kinder, von denen wir wissen, dass sie geboren wurden, dass sie Gerschom und Elieser hießen, wo sind sie? Warum sagt die Tora nichts über sie?“ Wir werden auch weiterhin nur von den Söhnen Aharons lesen. Wir wissen auch, was mit den Söhnen Davids geschah, was mit den Söhnen anderer bekannter und angesehener Persönlichkeiten geschah, Lehrer, die im Tanach erwähnt werden. Aber wir wissen nichts über die Söhne Mosches. Die Kommentatoren sagen es so: „Weil Mosche die Söhne Aharons die Tora lehrte, sie unterrichtete, weil er sie in der Schrift unterwies, rechnet die Tora die Söhne Aharons zu den Söhnen Mosches.“ In diesem Sinne, in geistlicher Hinsicht, waren alle in Israel Kinder Mosches und erst recht seine Neffen, die Söhne Aharons. Als Amalek kam und bei Refidim gegen Israel kämpfte (Schemot 17,12), hielt die Hände Mosches auf der einen Seite sein Neffe Chur, auf der anderen sein Bruder Aharon. Wenn wir die Tora lesen, sehen wir, dass die Familie Mosches aktiv ist, seine ganze Familie steht im Dienst. Und nur seine Söhne sieht und hört man nicht. Darüber schweigen auch andere Quellen, wir werden fast nichts zu der Frage finden können, wo die Moses-Söhne geblieben sind, wohin die Söhne Mosches verschwunden sind. Und doch können wir einige Andeutungen sehen. Der Midrasch erzählt: „Als Mosche Aharon begegnete (nachdem der HERR sich ihm auf dem Berg Sinai offenbart hatte), fragte dieser Mosche: ‚Und wer sind diese Leute bei dir?‘ Und Mosche antwortete: ‚Das hier ist meine Frau, Zippora, sehr erfreut. Und das hier sind meine Söhne.‘ Und Aharon sagte: ‚Warte. Du willst deine Söhne nach Ägypten bringen? Gibt es dort etwa zu wenig Juden? Wir denken jetzt darüber nach, wie wir die Juden aus Ägypten herausführen könnten, und du willst dort noch deine Kinderchen hinbringen? Schick sie zu deinem Schwiegervater.‘“ Und Mosche schickt, wie die Überlieferung sagt, die Kinder und die Frau zu seinem Schwiegervater, Jitro. Und die Kinder warten dort auf den Moment, wenn die Gabe der Tora sein wird. Dann bringt Jitro Zippora und die Kinder mit zu Mosche. Und weiter ist es nicht so ganz klar, ob es eine Begegnung gibt, ob Mosche mit den Kindern Umgang hat. Die Kinder nahmen nicht am Durchzug durch das Meer teil, an diesem ganzen Vorgang des Auszugs aus Ägypten. Und aus diesem Grund hat es sich so ergeben, dass sie kein Teil des Volkes sind, das aus Ägypten ausgezogen ist, sie sind eine Art Touristen. Oft wird ein Volk, eine Gemeinde, eine Gemeinschaft und sogar eine Familie durch Leiden, gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Arbeit geschaffen. Die Leute sagen: „Wir haben zusammen einen Scheffel Salz gegessen.“ Kaum jemand sagt: „Wir haben zusammen einen Eimer Törtchen gegessen.“ Gerade gemeinsam durchgestandene Schwierigkeiten vereinen. Die Söhne Mosches aber nahmen an diesen Schwierigkeiten nicht teil, hatten keinen Anteil an vielen Ängsten, Erlebnissen, Aufregungen, die das Volk Israel vereinten. Der Midrasch erzählt, dass Mosche, als er betete und darum bat (27,12), einen Mann über die Gemeinde einzusetzen, seinen Nachfolger, vielleicht einen seiner Söhne im Sinn hatte: „Setze sie an meiner Stelle ein, stelle sie nach mir auf.“ Der Höchste aber sagte (so sagt der Midrasch): „Als Jehoschua ben Nun hier saß und büffelte und sich mühte zu lernen, vergnügten sich deine Kinder draußen.“ Sie wurden kein Teil des Volkes, das sich die Tora unter Leiden errungen hat, sie gingen nicht zusammen mit dem Volk Israel durch die Leiden, durch die Prüfungen, und deshalb gingen sie verloren. Die Tora wird nicht genetisch vererbt, es ist unmöglich, das Wissen der Tora, das Wissen eines Lehrers durch Geburt weiterzugeben. Die Eigenschaften der Seele, die für den Dienst der Kohanim nötig sind, kann man tatsächlich vererben, Kinder können diese Eigenschaften der Eltern erben. Die Eigenschaften, aber nicht das Wissen der Eltern: Die Tora muss man jedes Mal neu empfangen. Einerseits ist sie für jeden offen, und jeder, der will, kann sie empfangen. Andererseits ist es unmöglich, das Wissen der Tora als Erbe zu hinterlassen, jedes Mal muss man sich dieses Wissen erarbeiten, indem man einen schweren Weg geht. Aus Achtung vor Mosche, aus Ehrerbietung gegenüber Mosche wird nicht zur Schau gestellt, dass mit seinen Kindern nicht alles so glatt gelaufen ist. Und dennoch – ja, wir können sagen, dass das Volk, alle seine Schüler, seine Kinder sind, und Mosche tröstet sich damit.
הַקְרֵב אֶת־מַטֵּה לֵוִי וְהַעֲמַדְתָּ אֹתוֹ לִפְנֵי אַהֲרֹן הַכֹּהֵן וְשֵׁרְתוּ אֹתוֹ׃
hakréw et-matté lewí weha'amadtá otó lifné Aharon hakkohén wescheretú otó
6 „Bringe Lewi nahe zu Mir und stelle ihn vor den Kohen Aharon, und sie sollen ihm aufwarten.
Aharon selbst ist natürlich auch aus dem Stamm Lewi, wie wir wissen, aber der ganze Stamm wird zum Dienstpersonal für die Kohanim bestimmt. Bevor ein Kohen hinausgeht, um das Volk zu segnen, muss er die Hände waschen, und das tun die Leviten, sie helfen dem Kohen im Tempel. Das ist eine Tradition, die bis heute dort besteht, wo es Kohanim gibt. Sie treten während des Morgengebets vor die Versammelten, ziehen die Schuhe aus, wenden ihr Gesicht der Versammlung zu, bedeckt mit den Tallitot, strecken die Hände aus und segnen die Versammlung. Heute beschränkt sich die Hilfe der Leviten auf irgendein symbolisches Minimum, aber dennoch gibt es sie, die Leviten sind nach wie vor Dienstpersonal beim Dienst der Kohanim.
וְשָׁמְרוּ אֶת־מִשְׁמַרְתּוֹ וְאֶת־מִשְׁמֶרֶת כָּל־הָעֵדָה לִפְנֵי אֹהֶל מוֹעֵד לַעֲבֹד אֶת־עֲבֹדַת הַמִּשְׁכָּן׃
weschamerú et-mischmartó we'et-mischméret kol-ha'edá lifné óhel mo'éd la'awód et-awodát hammischkán
7 Und sie sollen seine Wache halten und den Dienst der ganzen Gemeinde vor dem Zelt der Begegnung, um alle nötige Arbeit für den Mischkan zu tun.
וְשָׁמְרוּ אֶת־כָּל־כְּלֵי אֹהֶל מוֹעֵד וְאֶת־מִשְׁמֶרֶת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לַעֲבֹד אֶת־עֲבֹדַת הַמִּשְׁכָּן׃
weschamerú et-kol-kelé óhel mo'éd we'et-mischméret bené jisraél la'awód et-awodát hammischkán
8 Und sie sollen alle Gefäße, alle Geräte des Zeltes der Begegnung hüten, und den Dienst der Söhne Israels für die Arbeit im Mischkan.
Das ganze Dienstpersonal, das sind die Leviten, alles, was nötig ist, um einen von überflüssigen Sorgen unbelasteten Dienst der Kohanim sicherzustellen, all das organisieren die Leviten.
וְנָתַתָּה אֶת־הַלְוִיִּם לְאַהֲרֹן וּלְבָנָיו נְתוּנִם נְתוּנִם הֵמָּה לוֹ מֵאֵת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃
wenatattá et-halwijím le'aharon ulwanáw netuním netuním hémma lo me'ét bené jisraél
9 Und du sollst die Leviten Aharon und seinen Söhnen geben, als Untergebene sind sie ihm übergeben von den Söhnen Israels.
Einerseits gerät ein ganzer Stamm der Söhne Israels, der Stamm der Leviten (zu dem auch der Kohen selbst gehört), in den Dienst des Kohen als eine Art Abgabe. Andererseits dient der Kohen selbst dem Volk Israel im Zelt der Begegnung.
וְאֶת־אַהֲרֹן וְאֶת־בָּנָיו תִּפְקֹד וְשָׁמְרוּ אֶת־כְּהֻנָּתָם וְהַזָּר הַקָּרֵב יוּמָת׃
we'et-aharon we'et-banáw tifkód weschamerú et-kehunnatám wehassár hakkaréw jumát
10 Und Aharon und seine Söhne setze ebenfalls ein, und sie werden dienen, und sie werden ihren Kohendienst hüten, und der Fremde, der sich nähert, wird sterben“.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
11 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:
וַאֲנִי הִנֵּה לָקַחְתִּי אֶת־הַלְוִיִּם מִתּוֹךְ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל תַּחַת כָּל־בְּכוֹר פֶּטֶר רֶחֶם מִבְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְהָיוּ לִי הַלְוִיִּם׃
wa'aní hinné lakáchti et-halwijím mittóch bené jisraél táchat kol-bechór péter réchem mibbené jisraél weháju li halwijím
12 „Siehe, Ich habe die Leviten aus den Söhnen Israels genommen anstelle jedes Erstgeborenen, der den Mutterschoß öffnet, aus den Söhnen Israels, und dies werden Meine Leviten sein.
Wenn früher jeder Erstgeborene beim Zelt der Begegnung dienen sollte, so ist jetzt ein Stamm der Söhne Israels, der Stamm der Leviten, für diesen Dienst ausgesondert, und entsprechend wird es die Möglichkeit und das Gebot des Loskaufs der Erstgeborenen geben.
כִּי לִי כָּל־בְּכוֹר בְּיוֹם הַכֹּתִי כָל־בְּכוֹר בְּאֶרֶץ מִצְרַיִם הִקְדַּשְׁתִּי לִי כָל־בְּכוֹר בְּיִשְׂרָאֵל מֵאָדָם עַד־בְּהֵמָה לִי יִהְיוּ אֲנִי יְהוָה׃
ki li kol-bechór bejom hakkotí chol-bechór be'érez mizrájim hikdáschti li chol-bechór bejisraél me'adám ad-behemá li jihjú aní adonáj
13 Denn Mir geweiht ist jeder Erstgeborene: An dem Tag, an dem Ich jeden Erstgeborenen im Land Ägypten schlug, habe Ich mir alle Erstgeborenen Israels geweiht, vom Menschen bis zum Vieh sollen sie Mir gehören: Ich bin der HERR“.
Der HERR sagt, dass von dem Moment an, als Er alle Erstgeborenen in Ägypten mit dem Tod strafte, alle Erstgeborenen im Volk Israel dem Höchsten geweiht sind. Aber der Höchste stellt den Stamm Lewi anstelle der Erstgeborenen in den Dienst, und entsprechend wird es bei uns, wie wir gesagt haben, das Gebot des Loskaufs der Erstgeborenen geben, über das wir weiter sprechen werden (3,46–47). Da das, was einmal dem Höchsten geweiht ist, für ewig geweiht ist, bleiben die Erstgeborenen so dem Höchsten geweiht, aber man muss sie loskaufen, um sie von diesem Dienst freizumachen. Man kann sie (und das ist eine Möglichkeit) einem Kohen zur Erziehung geben. Danach fragt der Kohen immer beim Loskauf eines Erstgeborenen, obwohl das natürlich eine formale Frage ist.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה בְּמִדְבַּר סִינַי לֵאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché bemidbár sináj lemór
14 Und der HERR redete mit Mosche in der Wüste Sinai und sprach:
פְּקֹד אֶת־בְּנֵי לֵוִי לְבֵית אֲבֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם כָּל־זָכָר מִבֶּן־חֹדֶשׁ וָמַעְלָה תִּפְקְדֵם׃
pekód et-bené lewí lewét awotám lemischpechotám kol-sachár mibben-chódesch wamá'la tifkedém
15 „Zähle die Söhne Lewis nach dem Haus ihrer Väter, nach ihren Familien, jeden männlichen Geschlechts von einem Monat und älter zähle sie“.
Ich erinnere daran, dass in jenen Zeiten, als die Tora gegeben wurde, ein Mensch als überlebend galt, wenn er einen Monat alt wurde. Die Sterblichkeit unter den Kindern war sehr hoch, deshalb begann ein Mensch ab dem Alter von einem Monat als Mensch zu gelten. Ein Junge hat einen Monat erreicht – das heißt, er wird mit Gottes Hilfe leben. Und wenn wir gelesen haben, dass ein Mensch mit 20 Jahren volljährig wird, wie das Buch Wajikra sagt, mit 20 Jahren wird ein Mensch erwachsen, so wird der Levit ab dem Alter von einem Monat zum Dienst berufen und bestimmt. Was weiß, so scheint es, ein einen Monat altes Kind? Aber dennoch beginnt er ab dem Alter von einem Monat, als Levit erzogen zu werden.
וַיִּפְקֹד אֹתָם מֹשֶׁה עַל־פִּי יְהוָה כַּאֲשֶׁר צֻוָּה׃
wajifkód otám mosché al-pí adonáj ka'aschér zuwwá
16 Und Mosche zählte sie nach den Worten des HERRN, wie der HERR geboten hatte.
וַיִּהְיוּ־אֵלֶּה בְנֵי־לֵוִי בִּשְׁמֹתָם גֵּרְשׁוֹן וּקְהָת וּמְרָרִי׃
wajihju-élle wene-lewí bischmotám gereschón ukhát umrarí
17 Und dies sind sie, die Söhne Lewis, nach ihren Namen: Gerschon und Kehat und Merari.
וְאֵלֶּה שְׁמוֹת בְּנֵי־גֵרְשׁוֹן לְמִשְׁפְּחֹתָם לִבְנִי וְשִׁמְעִי׃
we'élle schemót bene-gereschón lemischpechotám liwní weschim'í
18 Dies sind die Namen der Söhne Gerschons nach ihren Familien: Liwni und Schimi.
Der Name Liwni – weiß oder schneeweiß, vielleicht auch in der Bedeutung gerecht. Schimi – der Hörende.
וּבְנֵי קְהָת לְמִשְׁפְּחֹתָם עַמְרָם וְיִצְהָר חֶבְרוֹן וְעֻזִּיאֵל׃
uwné kehát lemischpechotám amrám wejizhár chewrón we'ussi'él
19 Und die Söhne Kehats nach ihren Familien: Amram, Jizhar, Chewron, Usi'el.
Die Bedeutungen der Namen: Amram – mein Gott ist erhaben; Jizhar – einer, der Licht bringt; Chewron – einer, der Freundschaft schenkt, Gnade; Usi'el – meine Kraft ist der HERR.
וּבְנֵי מְרָרִי לְמִשְׁפְּחֹתָם מַחְלִי וּמוּשִׁי אֵלֶּה הֵם מִשְׁפְּחֹת הַלֵּוִי לְבֵית אֲבֹתָם׃
uwné merarí lemischpechotám machlí umuschí élle hem mischpechót hallewí lewét awotám
20 Und die Söhne Meraris nach ihren Familien: Machli und Muschi. Das sind die Familien Lewis nach dem Haus ihres Vaters.
Der Name Machli bedeutet der Heilende, Muschi – einer, der herauszieht, ans Licht hinausführt.
לְגֵרְשׁוֹן מִשְׁפַּחַת הַלִּבְנִי וּמִשְׁפַּחַת הַשִּׁמְעִי אֵלֶּה הֵם מִשְׁפְּחֹת הַגֵּרְשֻׁנִּי׃
legereschón mischpáchat halliwní umischpáchat haschim'í élle hem mischpechót haggereschunní
21 Bei Gerschon: die Familie Liwni und die Familie Schimi, das sind die Familien Gerschuni.
פְּקֻדֵיהֶם בְּמִסְפַּר כָּל־זָכָר מִבֶּן־חֹדֶשׁ וָמָעְלָה פְּקֻדֵיהֶם שִׁבְעַת אֲלָפִים וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
pekudehém bemispár kol-sachár mibben-chódesch wamá'la pekudehem schiw'át alafím wachamésch me'ót
22 Gezählt wurden ihrer nach der Zahl, alle männlichen Geschlechts von einem Monat und darüber – siebentausendfünfhundert.
מִשְׁפְּחֹת הַגֵּרְשֻׁנִּי אַחֲרֵי הַמִּשְׁכָּן יַחֲנוּ יָמָּה׃
mischpechót haggereschunní acharé hammischkán jachanú jámma
23 Die Familie Gerschuni wird hinter dem Mischkan lagern, im Westen.
וּנְשִׂיא בֵית־אָב לַגֵּרְשֻׁנִּי אֶלְיָסָף בֶּן־לָאֵל׃
unsí wet-áw laggereschunní eljassáf ben-la'él
24 Und das Haupt des Hauses Gerschuni – Eljassaf ben La'el.
וּמִשְׁמֶרֶת בְּנֵי־גֵרְשׁוֹן בְּאֹהֶל מוֹעֵד הַמִּשְׁכָּן וְהָאֹהֶל מִכְסֵהוּ וּמָסַךְ פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד׃
umischméret bene-gereschón be'óhel mo'éd hammischkán weha'óhel michséhu umassách pétach óhel mo'éd
25 Und der anvertraute Dienst des Hauses Gerschon im Zelt der Begegnung: der Mischkan selbst und das Zelt und das, was es bedeckt, und der Behang am Eingang zum Zelt der Begegnung,
Das heißt, jede der Familien wird für irgendeinen Teil des Zeltes der Begegnung verantwortlich sein. So fein und genau sind die Regeln des Dienstes festgelegt.
וְקַלְעֵי הֶחָצֵר וְאֶת־מָסַךְ פֶּתַח הֶחָצֵר אֲשֶׁר עַל־הַמִּשְׁכָּן וְעַל־הַמִּזְבֵּחַ סָבִיב וְאֵת מֵיתָרָיו לְכֹל עֲבֹדָתוֹ׃
wekal'é hechazér we'et-massách pétach hechazér aschér al-hammischkán we'al-hammisbéach sawíw we'ét metaráw lechól awodató
26 Die Vorhänge des Hofes und der Behang am Eingang zum Hof, der rings um den Altar und den Mischkan ist, und alle Schnüre, alle seine Spannseile für all seine Arbeit.
וְלִקְהָת מִשְׁפַּחַת הַעַמְרָמִי וּמִשְׁפַּחַת הַיִּצְהָרִי וּמִשְׁפַּחַת הַחֶבְרֹנִי וּמִשְׁפַּחַת הָעָזִּיאֵלִי אֵלֶּה הֵם מִשְׁפְּחֹת הַקְּהָתִי׃
welikhát mischpáchat ha'amramí umischpáchat hajizharí umischpáchat hachewroní umischpáchat ha'ossi'elí élle hem mischpechót hakkehatí
27 Und bei Kehat: die Familie Amrami und die Familie Jizhari und die Familie Chewroni und die Familie Usi'eli; das sind die Familien Kehati.
Hier kann man das Urbild alter Familiennamen sehen: Amram – Amrami, Jizhar – Jizhari und so weiter. Übrigens gibt es die Familiennamen Kehati, Amrami bis heute.
בְּמִסְפַּר כָּל־זָכָר מִבֶּן־חֹדֶשׁ וָמָעְלָה שְׁמֹנַת אֲלָפִים וְשֵׁשׁ מֵאוֹת שֹׁמְרֵי מִשְׁמֶרֶת הַקֹּדֶשׁ׃
bemispár kol-sachár mibben-chódesch wamá'la schemonát alafím weschésch me'ót schomeré mischméret hakkódesch
28 Nach der Zahl aller Jungen von einem Monat und darüber – achttausendsechshundert Hüter der heiligen Wache.
מִשְׁפְּחֹת בְּנֵי־קְהָת יַחֲנוּ עַל יֶרֶךְ הַמִּשְׁכָּן תֵּימָנָה׃
mischpechót bene-kehát jachanú al jérech hammischkán temána
29 Die Familie der Söhne Kehats wird seitlich des Mischkan stehen, im Süden.
וּנְשִׂיא בֵית־אָב לְמִשְׁפְּחֹת הַקְּהָתִי אֶלִיצָפָן בֶּן־עֻזִּיאֵל׃
unsí wet-áw lemischpechót hakkehatí elizafán ben-ussi'él
30 Und das Haupt des Hauses der Familie Kehati – Elizafan ben Usi'el.
Elizafan – das ist ein Name, der bedeutet der HERR hat verborgen, hat mich geborgen, oder der HERR hat mich gelenkt.
וּמִשְׁמַרְתָּם הָאָרֹן וְהַשֻּׁלְחָן וְהַמְּנֹרָה וְהַמִּזְבְּחֹת וּכְלֵי הַקֹּדֶשׁ אֲשֶׁר יְשָׁרְתוּ בָּהֶם וְהַמָּסָךְ וְכֹל עֲבֹדָתוֹ׃
umischmartám ha'arón wehaschulchán wehammenorá wehammisbechót uchlé hakkódesch aschér jescharetú bahém wehammassách wechól awodató
31 Und in ihrem Dienst: die Lade und der Tisch und der Leuchter und die Altäre und alle Geräte der Heiligkeit, mit denen sie dienen werden, und der Vorhang und alles, was damit verbunden ist.
וּנְשִׂיא נְשִׂיאֵי הַלֵּוִי אֶלְעָזָר בֶּן־אַהֲרֹן הַכֹּהֵן פְּקֻדַּת שֹׁמְרֵי מִשְׁמֶרֶת הַקֹּדֶשׁ׃
unsí nesi'é hallewí el'asár ben-aharon hakkohén pekuddát schomeré mischméret hakkódesch
32 Und der Vorsteher der Vorsteher der Leviten – Elasar, der Sohn Aharons, des Kohen. Er ist verantwortlich für alle Bestimmungen, die mit dem Dienst am Heiligtum verbunden sind.
לִמְרָרִי מִשְׁפַּחַת הַמַּחְלִי וּמִשְׁפַּחַת הַמּוּשִׁי אֵלֶּה הֵם מִשְׁפְּחֹת מְרָרִי׃
limrarí mischpáchat hammachlí umischpáchat hammuschí élle hem mischpechót merarí
33 Bei Merari: die Familie Machli und die Familie Muschi; das ist das Geschlecht Merari.
וּפְקֻדֵיהֶם בְּמִסְפַּר כָּל־זָכָר מִבֶּן־חֹדֶשׁ וָמָעְלָה שֵׁשֶׁת אֲלָפִים וּמָאתָיִם׃
ufkudehém bemispár kol-sachár mibben-chódesch wamá'la schéschet alafím umatájim
34 Und ihre Zählung nach der Zahl aller Männer von einem Monat und darüber – sechstausendzweihundert.
וּנְשִׂיא בֵית־אָב לְמִשְׁפְּחֹת מְרָרִי צוּרִיאֵל בֶּן־אֲבִיחָיִל עַל יֶרֶךְ הַמִּשְׁכָּן יַחֲנוּ צָפֹנָה׃
unsí wet-áw lemischpechót merarí zuri'él ben-awichájil al jérech hammischkán jachanú zafóna
35 Und das Haupt des Hauses der Familie Merari – Zuri'el ben Awichajil, und sie werden seitlich des Mischkan lagern, im Norden.
Der Name Zuri'el – mein Fels ist Gott oder der, der mich erschafft, – Gott; Awichajil – mein Vater ist ein Krieger oder mein Gott – ein Krieger.
וּפְקֻדַּת מִשְׁמֶרֶת בְּנֵי מְרָרִי קַרְשֵׁי הַמִּשְׁכָּן וּבְרִיחָיו וְעַמֻּדָיו וַאֲדָנָיו וְכָל־כֵּלָיו וְכֹל עֲבֹדָתוֹ׃
ufkuddát mischméret bené merarí karsché hammischkán uwricháw we'ammudáw wa'adanáw wechol-keláw wechól awodató
36 Und unter der Verantwortung der Söhne Meraris: die Bretter des Mischkan, seine Riegel und seine Säulen und die Sockel unter seinen Säulen und all seine Geräte und alles, was damit verbunden ist,
וְעַמֻּדֵי הֶחָצֵר סָבִיב וְאַדְנֵיהֶם וִיתֵדֹתָם וּמֵיתְרֵיהֶם׃
we'ammudé hechazér sawíw we'adnehém witedotám umeterehém
37 Und die Säulen des Hofes ringsum und ihre Sockel und ihre Pflöcke und ihre Spannseile.
וְהַחֹנִים לִפְנֵי הַמִּשְׁכָּן קֵדְמָה לִפְנֵי אֹהֶל־מוֹעֵד מִזְרָחָה מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן וּבָנָיו שֹׁמְרִים מִשְׁמֶרֶת הַמִּקְדָּשׁ לְמִשְׁמֶרֶת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְהַזָּר הַקָּרֵב יוּמָת׃
wehachoním lifné hammischkán kédma lifné ohel-mo'éd misrácha mosché we'aharon uwanáw schomerím mischméret hammikdásch lemischméret bené jisraél wehassár hakkaréw jumát
38 Und die vor dem Mischkan Stehenden, vorn vor dem Zelt der Begegnung im Osten: Mosche und Aharon und seine Söhne bewahren den Hort der Heiligkeit für die Söhne Israels; der Fremde, der sich nähert, wird sterben.
כָּל־פְּקוּדֵי הַלְוִיִּם אֲשֶׁר פָּקַד מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן עַל־פִּי יְהוָה לְמִשְׁפְּחֹתָם כָּל־זָכָר מִבֶּן־חֹדֶשׁ וָמַעְלָה שְׁנַיִם וְעֶשְׂרִים אָלֶף׃
kol-pekudé halwijím aschér pakád mosché we'aharon al-pí adonáj lemischpechotám kol-sachár mibben-chódesch wamá'la schenájim we'esrím álef
39 Alle gezählten Leviten, die Mosche und Aharon nach dem Wort des HERRN gezählt hatten, nach ihren Familien, alle männlichen Geschlechts von einem Monat und älter – zweiundzwanzigtausend.
Insgesamt zweiundzwanzigtausend Menschen umfasst der Stamm Lewi, der kleinste von allen Stämmen.
Seid vorsichtig
Bemidbar 3,40–4,20
Mit Gottes Hilfe setzen ihr und ich das Studium des Wochenabschnitts Bemidbar fort und werden ab Vers 40 von Kapitel 3 lesen.
וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה פְּקֹד כָּל־בְּכֹר זָכָר לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל מִבֶּן־חֹדֶשׁ וָמָעְלָה וְשָׂא אֵת מִסְפַּר שְׁמֹתָם׃
wajomer adonáj el-mosché pekód kol-bechór sachár liwné jisraél mibben-chódesch wamá'la wessá et mispár schemotám
40 Und der HERR sprach zu Mosche: „Zähle alle männlichen Erstgeborenen von den Söhnen Israels, vom Alter von einem Monat und darüber, und zähle die Zahl ihrer Namen.
Wir haben schon darüber gesprochen, man kann es noch einmal wiederholen, dass ein Kind ab dem Alter von einem Monat und darüber als überlebend galt. Bis zu einem Monat war ein Säugling nach den damaligen Zeiten weder lebendig noch tot. Ob er überlebt oder nicht, das ist ein großer Zweifel. Hat er einen Monat erreicht – dann ist er ein kräftiger Kerl, und wir zählen ihn als lebendig, und Mosche muss einen Bericht darüber vorbereiten, wie viele Erstgeborene es im Volk Israel gibt.
וְלָקַחְתָּ אֶת־הַלְוִיִּם לִי אֲנִי יְהוָה תַּחַת כָּל־בְּכֹר בִּבְנֵי יִשְׂרָאֵל וְאֵת בֶּהֱמַת הַלְוִיִּם תַּחַת כָּל־בְּכוֹר בְּבֶהֱמַת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃
welakachtá et-halwijím li aní adonáj táchat kol-bechór biwné jisraél we'ét behemát halwijím táchat kol-bechór bewehemát bené jisraél
41 Und nimm Mir die Leviten, Ich bin der HERR, anstelle jedes Erstgeborenen der Söhne Israels, und das Vieh der Leviten nimm anstelle allen Viehs beim Volk Israel“.
Was bedeutet: „Nimm Mir?“ Warum steht nicht geschrieben: „Gib Mir, übergib Mir die Leviten?“ Nun, erstens, weil die Leviten nicht Mosche gehören, er kann niemanden Gott übergeben. Nimm bedeutet stelle sie zur Arbeit ein. Der Höchste nennt Mosche Herrscher in Seinem Haus, das heißt, Mosche ist der Hausverwalter, und der Höchste befiehlt ihm, die Leviten anstelle der Erstgeborenen für den Dienst anzuwerben. Die Erstgeborenen werden vom Dienst befreit, obwohl sie heilig bleiben und des Loskaufs bedürfen, aber an ihre Stelle im Dienst müssen die Leviten treten, jeder Erstgeborene muss durch einen Leviten ersetzt werden. Der Höchste befreit, entlässt gleichsam die Erstgeborenen und stellt die Leviten ein. Man kann die einen anstelle der anderen anrechnen, durch einen solchen heiligen Tauschhandel, und das betrifft sowohl die Menschen als auch das Vieh.
וַיִּפְקֹד מֹשֶׁה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֹתוֹ אֶת־כָּל־בְּכֹר בִּבְנֵי יִשְׂרָאֵל׃
wajifkód mosché ka'aschér ziwwá adonáj otó et-kol-bechór biwné jisraél
42 Und Mosche erfasste, wie ihm der HERR geboten hatte, alle Erstgeborenen unter den Söhnen Israels.
וַיְהִי כָל־בְּכוֹר זָכָר בְּמִסְפַּר שֵׁמוֹת מִבֶּן־חֹדֶשׁ וָמַעְלָה לִפְקֻדֵיהֶם שְׁנַיִם וְעֶשְׂרִים אֶלֶף שְׁלֹשָׁה וְשִׁבְעִים וּמָאתָיִם׃
wajhí chol-bechór sachár bemispár schemót mibben-chódesch wamá'la lifkudehém schenájim we'esrím élef scheloschá weschiw'ím umatájim
43 Und es waren insgesamt an männlichen Erstgeborenen nach ihren Namen, von einem Monat und darüber, nach ihrer Zählung – zweiundzwanzigtausendzweihundertdreiundsiebzig.
In Vers 39 unseres Kapitels 3 haben wir gelesen, dass sich die Zahl der Leviten auf zweiundzwanzigtausend belief. Und hier sagt die Tora, dass es zweiundzwanzigtausendzweihundertdreiundsiebzig Erstgeborene waren, das heißt 273 Erstgeborene mehr. Aber es gibt eine Feinheit. Die Tora hat tatsächlich gesagt, dass die Gesamtzahl der Leviten 22 000 beträgt. Wenn wir aber einem Taschenrechner anvertrauen, die Rechnung zu prüfen, die die Tora dort anführt (Verse 21, 28, 33), dann sehen wir, dass es in Wirklichkeit 22 300 Leviten sind. Warum rundet die Tora denn so seltsam, oder kennt sie sich so schlecht in Mathematik aus? Höchstwahrscheinlich deshalb, weil die Tora bei jener Zählung 300 Erstgeborene aus den Leviten berücksichtigt. Auch die Leviten selbst haben Erstgeborene, die zugleich Erstgeborene und Leviten sind. Sie ersetzen sich gleichsam selbst durch sich selbst, kaufen sich selbst durch sich selbst los. Auf diese Weise ergeben sich 273 Erstgeborene mehr als Leviten.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
44 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:
קַח אֶת־הַלְוִיִּם תַּחַת כָּל־בְּכוֹר בִּבְנֵי יִשְׂרָאֵל וְאֶת־בֶּהֱמַת הַלְוִיִּם תַּחַת בְּהֶמְתָּם וְהָיוּ־לִי הַלְוִיִּם אֲנִי יְהוָה׃
kach et-halwijím táchat kol-bechór biwné jisraél we'et-behemát halwijím táchat behemtám wehaju-lí halwijím aní adonáj
45 „Nimm die Leviten anstelle jedes Erstgeborenen im Volk Israel, und das Vieh der Leviten wird anstelle ihres Viehs sein, und die Leviten werden Mein sein, Ich bin der HERR.
וְאֵת פְּדוּיֵי הַשְּׁלֹשָׁה וְהַשִּׁבְעִים וְהַמָּאתָיִם הָעֹדְפִים עַל־הַלְוִיִּם מִבְּכוֹר בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃
we'ét pedujé hascheloschá wehaschiw'ím wehammatájim ha'odefím al-halwijím mibbechór bené jisraél
46 Und der Loskauf für die zweihundertdreiundsiebzig Erstgeborenen, deren Anzahl die der Leviten übersteigt, von den Erstgeborenen Israels,
וְלָקַחְתָּ חֲמֵשֶׁת חֲמֵשֶׁת שְׁקָלִים לַגֻּלְגֹּלֶת בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ תִּקָּח עֶשְׂרִים גֵּרָה הַשָּׁקֶל׃
welakachtá chaméschet chaméschet schekalím laggulgólet beschékel hakkódesch tikkách esrím gerá haschákel
47 Du wirst je fünf Schekel für den Kopf nehmen (Kopf für Kopf), nimm sie in heiligen Schekeln, zu 20 Gera in jedem Schekel.
Das heißt, jeder dieser zweihundertdreiundsiebzig „überzähligen“, in Anführungszeichen gesagt, Erstgeborenen ist fünf heilige Schekel wert, das sind etwa 75 Gramm Silber.
וְנָתַתָּה הַכֶּסֶף לְאַהֲרֹן וּלְבָנָיו פְּדוּיֵי הָעֹדְפִים בָּהֶם׃
wenatattá hakkéssef le'aharón ulwanáw pedujé ha'odefím bahém
48 Und du wirst dieses Geld Aharon und seinen Söhnen geben – den Loskauf für die, die ihre Zahl übersteigen“.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה אֵת כֶּסֶף הַפִּדְיוֹם מֵאֵת הָעֹדְפִים עַל פְּדוּיֵי הַלְוִיִּם׃
wajikkách mosché et késsef happid'jom me'ét ha'odefím al pedujé halwijím
49 Und Mosche nahm das Silber des Loskaufs von denen, die der Zahl nach die Söhne Lewis übertreffen.
מֵאֵת בְּכוֹר בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לָקַח אֶת־הַכָּסֶף חֲמִשָּׁה וְשִׁשִּׁים וּשְׁלֹשׁ מֵאוֹת וָאֶלֶף בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ׃
me'ét bechór bené jisraél lakách et-hakkássef chamischá weschischím uschlósch me'ót wa'élef beschékel hakkódesch
50 Von den Erstgeborenen der Söhne Israels nahm er dieses Silber: tausenddreihundertfünfundsechzig heilige Schekel.
וַיִּתֵּן מֹשֶׁה אֶת־כֶּסֶף הַפְּדֻיִם לְאַהֲרֹן וּלְבָנָיו עַל־פִּי יְהוָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajittén mosché et-késsef happedujím le'aharón ulwanáw al-pí adonáj ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
51 Und Mosche gab das Geld des Loskaufs Aharon und seinen Söhnen nach dem Mund des Höchsten, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Damit endet Kapitel 3, und wir werden mit dem Studium von Kapitel 4 fortfahren. Und es beginnt ein neues Thema.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אַהֲרֹן לֵאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché we'el-aharón lemór
1 Und der HERR sprach zu Mosche und Aharon und sagte:
נָשֹׂא אֶת־רֹאשׁ בְּנֵי קְהָת מִתּוֹךְ בְּנֵי לֵוִי לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם׃
nassó et-rósch bené kehát mittóch bené lewí lemischpechotám lewét awotám
2 „Stelle die Söhne Kehats aus den Söhnen Lewis auf, nach ihren Familien, nach dem Haus ihrer Väter,
מִבֶּן שְׁלֹשִׁים שָׁנָה וָמַעְלָה וְעַד בֶּן־חֲמִשִּׁים שָׁנָה כָּל־בָּא לַצָּבָא לַעֲשׂוֹת מְלָאכָה בְּאֹהֶל מוֹעֵד׃
mibbén scheloschím schaná wamá'la we'ád ben-chamischím schaná kol-bá lazzawá la'assót melachá be'óhel mo'éd
3 Von dreißig Jahren und darüber bis fünfzig Jahre, jeden, der in das Heer (die Kriegsschar) kommt, um den Dienst im Zelt der Begegnung zu verrichten.
Die Vorbereitung (die Einreihung ins Heer) des Kohen und des Leviten beginnt nach dreißig Tagen, vom allerkleinsten Alter an, aber das Alter des Eintritts in den Dienst ist dreißig Jahre, nicht zwanzig, sondern älter. Offenbar ist die lange Vorbereitung notwendig, um den Menschen zu lehren, wie er in Nachbarschaft mit der Heiligkeit lebt, wie er der Nachbarschaft mit der Heiligkeit würdig ist. Die Sache ist die, dass die Arbeit der Leviten nicht nur Gesang ist, wie es heute viele verstehen. Die Leviten – sie sind sowohl Lastträger als auch Zerleger, sie verrichten schwere Arbeit und gehen mit fünfzig Jahren in Rente, sie haben ein militärisches Rentenalter.
זֹאת עֲבֹדַת בְּנֵי־קְהָת בְּאֹהֶל מוֹעֵד קֹדֶשׁ הַקֳּדָשִׁים׃
sot awodát bene-kehát be'óhel mo'éd kódesch hakkodaschím
4 Dies ist der Dienst der Söhne Kehats im Zelt der Begegnung, im Allerheiligsten.
Obwohl die Tora ankündigt, dass jetzt ein Bericht über den Dienst der Söhne Kehats kommt, wird der Bericht nicht ganz davon handeln. Der Dienst Kehats ist ein levitischer Dienst, und vor ihm verrichten die Kohanim ihren eigenen Dienst.
וּבָא אַהֲרֹן וּבָנָיו בִּנְסֹעַ הַמַּחֲנֶה וְהוֹרִדוּ אֵת פָּרֹכֶת הַמָּסָךְ וְכִסּוּ־בָהּ אֵת אֲרֹן הָעֵדֻת׃
uwá aharón uwanáw binsó'a hammachané wehorídu et paróchet hammassách wechissu-wá et arón ha'edút
5 Und es kamen Aharon und seine Söhne, wenn das Lager aufbricht, und nahmen den Vorhang ab und bedeckten mit ihm die Lade des Bundes.
וְנָתְנוּ עָלָיו כְּסוּי עוֹר תַּחַשׁ וּפָרְשׂוּ בֶגֶד־כְּלִיל תְּכֵלֶת מִלְמָעְלָה וְשָׂמוּ בַּדָּיו׃
wenatenú aláw kesúj or táchasch ufaresú weged-kelíl techélet milmá'la wesamú baddáw
6 Und sie bedeckten sie mit einer Decke aus der Haut des Tachasch und bedeckten sie oben mit einem himmelblauen Gewand (Blaupurpur) und steckten ihre Stangen ein.
Über das Tier Tachasch gibt es viele Versionen, das ist so ein erstaunliches, unbekanntes Tierchen: sei es ein Meerestier (aus dessen Haut die Küstenbewohner sich bis heute Schuhe machen), sei es eine Giraffe, sei es ein Tierchen, das der Höchste eigens für diesen Zweck geschaffen hat. Niemand weiß sicher, welches Tier hier gemeint ist.
Aharon und die Söhne bereiten alles für das Tragen vor. Zuerst verpackten sie die Lade und steckten die Stangen in sie hinein.
וְעַל שֻׁלְחַן הַפָּנִים יִפְרְשׂוּ בֶּגֶד תְּכֵלֶת וְנָתְנוּ עָלָיו אֶת־הַקְּעָרֹת וְאֶת־הַכַּפֹּת וְאֶת־הַמְּנַקִּיֹּת וְאֵת קְשׂוֹת הַנָּסֶךְ וְלֶחֶם הַתָּמִיד עָלָיו יִהְיֶה׃
we'ál schulchán happaním jifresú béged techélet wenatenú aláw et-hakke'arót we'et-hakkappót we'et-hammenakkijot we'ét kessót hannássech weléchem hattamíd aláw jihjé
7 Und über den Tisch mit den Speiseopfern werden sie ein himmelblaues Gewand (Blaupurpur) breiten, und sie stellten auf ihn seine Schüsseln und seine Schöpfkellen und seine Stützen und seine Querstangen, und das Speiseopfer wird immer auf ihm sein.
Hier sehen wir, dass sogar während des Zuges das Speiseopfer auf dem Tisch bleibt, sogar wenn der Tisch zusammengelegt ist.
וּפָרְשׂוּ עֲלֵיהֶם בֶּגֶד תּוֹלַעַת שָׁנִי וְכִסּוּ אֹתוֹ בְּמִכְסֵה עוֹר תָּחַשׁ וְשָׂמוּ אֶת־בַּדָּיו׃
ufaresú alehém béged tolá'at schaní wechissú otó bemichsé or táchasch wesamú et-baddáw
8 Und darüber bedeckten sie ihn mit einem Gewand aus scharlachrotem Stoff, und sie werden ihn mit einer Hülle aus der Haut des Tachasch bedecken und seine Stangen einstecken.
Das heißt, wir sehen, dass auch der Tisch mit den Broten der Darbringung von den Kohanim für das Tragen vorbereitet wird.
וְלָקְחוּ בֶּגֶד תְּכֵלֶת וְכִסּוּ אֶת־מְנֹרַת הַמָּאוֹר וְאֶת־נֵרֹתֶיהָ וְאֶת־מַלְקָחֶיהָ וְאֶת־מַחְתֹּתֶיהָ וְאֵת כָּל־כְּלֵי שַׁמְנָהּ אֲשֶׁר יְשָׁרְתוּ־לָהּ בָּהֶם׃
welakechú béged techélet wechissú et-menorát hamma'ór we'et-nerotéha we'et-malkachéha we'et-machtotéha we'ét kol-kelé schamná aschér jescharetu-lá bahém
9 Und sie nahmen ein Gewand aus himmelblauem Stoff (Blaupurpur) und bedeckten damit den Leuchter des Lichts, die Menora, und alle ihre Lampen und ihre Zangen und ihre Schäufelchen und alle Gefäße für das Salböl (Öl), mit denen sie arbeiten.
וְנָתְנוּ אֹתָהּ וְאֶת־כָּל־כֵּלֶיהָ אֶל־מִכְסֵה עוֹר תָּחַשׁ וְנָתְנוּ עַל־הַמּוֹט׃
wenatenú otá we'et-kol-keléha el-michsé or táchasch wenatenú al-hammót
10 Und sie werden sie (die Menora) und all ihr Zubehör nehmen, sie mit einer Decke aus der Haut des Tachasch bedecken und sie auf die Stange stecken.
וְעַל מִזְבַּח הַזָּהָב יִפְרְשׂוּ בֶּגֶד תְּכֵלֶת וְכִסּוּ אֹתוֹ בְּמִכְסֵה עוֹר תָּחַשׁ וְשָׂמוּ אֶת־בַּדָּיו׃
we'ál misbách hassaháw jifresú béged techélet wechissú otó bemichsé or táchasch wesamú et-baddáw
11 Und den goldenen Altar werden sie mit einem Gewand aus himmelblauem Stoff (Blaupurpur) bedecken, ihn sogleich mit einer Decke aus der Haut des Tachasch zudecken und seine Stangen einstecken.
וְלָקְחוּ אֶת־כָּל־כְּלֵי הַשָּׁרֵת אֲשֶׁר יְשָׁרְתוּ־בָם בַּקֹּדֶשׁ וְנָתְנוּ אֶל־בֶּגֶד תְּכֵלֶת וְכִסּוּ אוֹתָם בְּמִכְסֵה עוֹר תָּחַשׁ וְנָתְנוּ עַל־הַמּוֹט׃
welakechú et-kol-kelé hascharét aschér jescharetu-wám bakkódesch wenatenú el-béged techélet wechissú otám bemichsé or táchasch wenatenú al-hammót
12 Und sie werden alle Geräte des Dienstes nehmen, mit denen man im Heiligen dient, und sie auf himmelblaue Gewänder legen und sie mit einer Decke aus der Haut des Tachasch bedecken und auf die Stange stecken.
Das gesamte Verpacken der Tempelgeräte wird von den Kohanim gemacht, für die größtmögliche Bequemlichkeit beim Tragen.
וְדִשְּׁנוּ אֶת־הַמִּזְבֵּחַ וּפָרְשׂוּ עָלָיו בֶּגֶד אַרְגָּמָן׃
wedischenú et-hammisbéjach ufaresú aláw béged argamán
13 Und sie werden den Altar von der Asche befreien und auf ihm Gewänder aus purpurrotem Stoff ausbreiten.
Eine der Bedeutungen des Verbs ledaschén ist befreien, von der Asche reinigen, wörtlich entaschen. Die Tradition sagt, dass hier noch ein Wunder geschieht. Beim Verpacken des Altars, bei seiner Vorbereitung für das Tragen, bleibt eben jenes Feuer, das seinerzeit vom Himmel herabgekommen war, auf dem Altar in einer gewissen potenziellen Form: Es brennt gewissermaßen, aber auf wunderbare Weise beschädigt es weder den purpurroten Stoff noch die Haut des Tachasch. Auf diese Weise bleibt das Feuer auf dem Altar sogar während des Zuges erhalten, wie es auch geboten ist: Das Feuer soll ständig auf dem Altar sein.
וְנָתְנוּ עָלָיו אֶת־כָּל־כֵּלָיו אֲשֶׁר יְשָׁרְתוּ עָלָיו בָּהֶם אֶת־הַמַּחְתֹּת אֶת־הַמִּזְלָגֹת וְאֶת־הַיָּעִים וְאֶת־הַמִּזְרָקֹת כֹּל כְּלֵי הַמִּזְבֵּחַ וּפָרְשׂוּ עָלָיו כְּסוּי עוֹר תַּחַשׁ וְשָׂמוּ בַדָּיו׃
wenatenú aláw et-kol-keláw aschér jescharetú aláw bahém et-hammachtót et-hammislagót we'et-haja'ím we'et-hammisrakót kol kelé hammisbéjach ufaresú aláw kesúj or táchasch wesamú waddáw
14 Und sie werden auf ihn alle Geräte legen, mit denen man an ihm dient: die Schäufelchen und die Gabeln und die Schippchen und die Sprengschalen, alle Geräte des Altars, und sie werden ihn mit einer Decke aus der Haut des Tachasch bedecken und seine Stangen einstecken.
Der Höchste gibt klare Anweisungen nicht nur zur Herstellung aller Gefäße, sondern auch zu ihrer Verpackung. Er beschreibt diese Arbeit bis ins Kleinste, gibt allerausführlichste Anweisungen, weil ein unvorsichtiger Umgang mit dem Mischkan und seinen Gegenständen eine gefährliche Sache ist.
וְכִלָּה אַהֲרֹן־וּבָנָיו לְכַסֹּת אֶת־הַקֹּדֶשׁ וְאֶת־כָּל־כְּלֵי הַקֹּדֶשׁ בִּנְסֹעַ הַמַּחֲנֶה וְאַחֲרֵי־כֵן יָבֹאוּ בְנֵי־קְהָת לָשֵׂאת וְלֹא־יִגְּעוּ אֶל־הַקֹּדֶשׁ וָמֵתוּ אֵלֶּה מַשָּׂא בְנֵי־קְהָת בְּאֹהֶל מוֹעֵד׃
wechillá aharon-uwanáw lechassót et-hakkódesch we'et-kol-kelé hakkódesch binsóa hammachané we'achare-chén jawó'u wene-kehát lassét welo-jigge'ú el-hakkódesch wamétu élle massá wene-kehát be'óhel mo'éd
15 Und Aharon und seine Söhne beendeten das Bedecken des Heiligen und aller Geräte des Heiligen beim Aufheben des Lagers, und danach werden die Söhne Kehats kommen, um sie zu tragen – und dann wird es nicht geschehen, dass sie das Heilige berühren und sterben. Das eben ist die Aufgabe der Söhne Kehats im Zelt der Begegnung.
Endlich sind wir nun bei dem in Vers 4 angekündigten Thema angekommen. Wenn Aharon und seine Söhne, die Kohanim, alle heiligen Geräte verpackt und zugedeckt haben und sie alle isoliert, bedeckt sind – dann werden die Söhne Kehats kommen, um sie zu tragen.
וּפְקֻדַּת אֶלְעָזָר בֶּן־אַהֲרֹן הַכֹּהֵן שֶׁמֶן הַמָּאוֹר וּקְטֹרֶת הַסַּמִּים וּמִנְחַת הַתָּמִיד וְשֶׁמֶן הַמִּשְׁחָה פְּקֻדַּת כָּל־הַמִּשְׁכָּן וְכָל־אֲשֶׁר־בּוֹ בְּקֹדֶשׁ וּבְכֵלָיו׃
ufkuddát el'asár ben-aharón hakkohén schémen hamma'ór uktóret hassammím uminchát hattamíd weschémen hammischchá pekuddát kol-hammischkán wechol-ascher-bó bekódesch uwcheláw
16 Die Verantwortung Elasars, des Sohnes Aharons, des Kohen – das Öl für die Leuchter und das Räuchern und die beständige Mincha und das Öl der Salbung, die Erfassung der Tempelgeräte und von allem, was mit dem Heiligen und mit seinen Geräten verbunden ist.
Zum Wirtschaftsverwalter, zum Leiter der Versorgungsabteilung über den ganzen Mischkan wird Elasar ben Aharon ernannt.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אַהֲרֹן לֵאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché we'el-aharón lemór
17 Und der HERR sprach zu Mosche und Aharon und sagte:
אַל־תַּכְרִיתוּ אֶת־שֵׁבֶט מִשְׁפְּחֹת הַקְּהָתִי מִתּוֹךְ הַלְוִיִּם׃
al-tachrítu et-schéwet mischpechót hakkehatí mittóch halwijím
18 „Vernichtet die Familie Kehats nicht (eben diese Familie, die sich mit dem Tragen der Heiligtümer befassen wird, aus den Leviten), behütet sie.
וְזֹאת עֲשׂוּ לָהֶם וְחָיוּ וְלֹא יָמֻתוּ בְּגִשְׁתָּם אֶת־קֹדֶשׁ הַקֳּדָשִׁים אַהֲרֹן וּבָנָיו יָבֹאוּ וְשָׂמוּ אוֹתָם אִישׁ אִישׁ עַל־עֲבֹדָתוֹ וְאֶל־מַשָּׂאוֹ׃
wesót asú lahém wechajú weló jamútu begischtám et-kódesch hakkodaschím aharón uwanáw jawó'u wesamú otám isch isch al-awodató we'el-massa'ó
19 So macht es für sie, und sie werden leben und nicht sterben, wenn sie sich dem Allerheiligsten nähern: Aharon und die Söhne werden kommen und jedem aus dem Stamm Kehat seine Arbeit und seine Last geben.
וְלֹא־יָבֹאוּ לִרְאוֹת כְּבַלַּע אֶת־הַקֹּדֶשׁ וָמֵתוּ׃
welo-jawó'u lir'ót kewallá et-hakkódesch wamétu
20 Und sie (die Söhne Kehats) werden nicht kommen, um zuzusehen, wie man das Heilige bedeckt, damit sie nicht sterben“.
Der Höchste sagt hier: „Haltet die Sicherheitsvorschriften ein.“ Und die Sicherheitsvorschriften im Mischkan lauten, wie wir gesagt haben, ganz einfach: „Nicht hineinsteigen – es tötet!“ Bevor sie die Sippe Kehats rufen, müssen die Kohanim alles verpacken, alles so zudecken, dass die Sippe Kehats die heiligen Geräte nicht direkt, ohne Isolierung, berührt. Und dank dessen kann die Sippe Kehats sicher dienen. Der Höchste sagt: „Schützt eure Mitarbeiter“, und sorgt dabei für die Leviten.
Und eigentlich ist das eine Anweisung auch für uns: vorsichtiger mit dem Heiligen um uns herum umzugehen. Nehmen wir immer den Dienst auf uns, zu dem wir, bildlich gesprochen, eine Zulassung haben? Oft können wir in eine fremde Seele eindringen, auf das persönliche Territorium von Menschen vordringen, das Allerheiligste eines anderen Menschen berühren – dort, wo nur der Höchste oder ein von Ihm eingesetzter Kohen wirken soll. Wenn wir Seine Rolle auf uns nehmen, setzen wir uns dadurch tödlicher Gefahr aus. Wenn wir dienen wollen wie die Familie Kehats, das heißt helfen, Lasten zu schleppen, die Lasten unserer Freunde, unserer Nächsten zu tragen – das ist wunderbar. Der Grundsatz „Willst du helfen – hilf materiell“ ist in Wirklichkeit gar nicht so lächerlich und passt durchaus dann, wenn wir versuchen, in die Seele eines anderen Menschen hineinzusteigen. Wenn wir plötzlich den Dienst Aharons auf uns nehmen wollen, das heißt das Allerheiligste eines Menschen berühren, sein Herz selbst, seine Seele, und uns mit angewandter Volks-Neurochirurgie der Seele befassen, dann können wir in große Gefahr geraten. Wir können sowohl uns selbst schaden als auch denen, denen wir zu helfen versuchen. So verstehen die Chassidim dieses Gebot und seine Anwendung in unserem Leben. Einerseits: Verletzt nicht fremde Grenzen, nehmt nicht die Aufgaben Aharons auf euch, wo ihr ein Sohn Kehats seid. Andererseits: Lasst die Leviten nicht dorthin, wohin nur der Kohen eintreten soll, lasst die Leviten nicht Kohanim in eurem Herzen sein.
Kopf hoch
Unser Wochenabschnitt Bemidbar beginnt mit folgenden Versen:
1. Und der HERR redete mit Mosche in der Wüste Sinai im Zelt der Begegnung am ersten Tag des zweiten Monats, im zweiten Jahr nach ihrem Auszug aus Ägypten, und sprach:
2. „Nehmt eine Zählung der ganzen Gemeinde der Söhne Israels vor, nach ihren Familien, nach dem Haus ihrer Väter, nach der Zahl ihrer Namen, aller Männer Kopf für Kopf“.
Der HERR befiehlt Mosche, alle zu zählen. Wozu ist das nötig? Der Talmud sagt so etwas, einen solchen Grundsatz: Was gezählt ist, löst sich nicht in der Mehrheit auf. Zum Beispiel befinden sich in einem Sack Reis Reiskörner. Die Reiskörner haben keinerlei Eigenart, sie sehen alle gleich aus, und es gibt an diesen Reiskörnern nichts Besonderes. Dasselbe kann man auch von etwas Größerem sagen, zum Beispiel von einem Sack Nüsse.
Im Unterschied zu Reiskörnern oder Nüssen ist jeder Mensch eine Einzelanfertigung. Nehmen wir zum Beispiel den Louvre und eines seiner Gemälde, etwa die „Mona Lisa“. Ein Vandale fährt heran, der sich als Behinderter im Rollstuhl ausgibt (das ist eine wahre Geschichte), schmettert eine Torte gegen dieses Gemälde und versucht noch irgendwie, es zu zerstören. Und das ist nicht irgendeine mathematische Vernichtung eines Zehntausendstels der Exponate des Louvre, das ist die Vernichtung eines einzelnen, eigenständigen Exponats, das an sich wertvoll ist, weil jedes Gemälde, jedes Exponat des Louvre so ist. Umso mehr der Mensch: Jeder hat seinen eigenen Wert. Und deshalb befiehlt der Höchste Mosche, das Volk Israel zu zählen, und sagt: „Zähle alle, zähle alle Kopf für Kopf“.
Wie groß die Gemeinschaft auch ist, in der sich ein Mensch befindet, wie groß die Gemeinde auch ist, deren Mitglied er ist, er ist für den Höchsten an sich wertvoll. Seine Geburt an einem bestimmten Datum, zu einer bestimmten Zeit, in einer bestimmten Stunde, mit bestimmten Eigenschaften ist vom Höchsten vorgesehen. Jeder Mensch mit all seinen besonderen Eigenschaften – das ist eine einzigartige Arbeit, das ist ein eigenes Exponat unter allen Geschöpfen des Höchsten, wertvoll gerade deshalb, weil er sich von den anderen unterscheidet, weil er den anderen nicht gleicht, weil er seine ganz eigene Aufgabe hat.
Und das Volk Israel befindet sich, wenn es durch die Wüste zieht und das Banner der Heiligkeit mit sich trägt, gleichsam in einem besonderen Krieg. Seine Bewegung ist das Schlachtfeld im Krieg des Höchsten, wo das Volk die Heiligkeit verteidigt. Und der Höchste sagt uns, dass es in diesem Krieg kein Kanonenfutter gibt, keinen, der überhaupt keinen Wert hat, dessen Wert vernachlässigbar ist. Jeder ist an sich wertvoll, jeder ist erfasst, jeder ist ein Einzelner, es gibt keine Masse, in der sich ein Mensch auflösen muss, Gott bewahre. Im Gegenteil, der Mensch muss die in ihn gelegten göttlichen Eigenschaften bewahren, seine Eigenart, seine Einzigartigkeit entwickeln. Und dadurch erkennt natürlich jeder Soldat dieses Krieges, jeder Kämpfer seinen eigenen Wert, erkennt, dass er vom Höchsten erfasst ist, wie eigentlich auch jeder von uns.
Und uns zur Ermutigung ist noch mehr gesagt (Evangelium nach Matthäus 10,30): „Bei euch sind auch die Haare auf dem Kopf erfasst.“ Was bedeutet das? Das bedeutet nicht wörtlich, dass irgendwo in irgendeinem Buch aufgeschrieben ist, wie viele Haare ich auf dem Kopf habe. Es bedeutet, dass keinem einzigen meiner Haare etwas geschehen wird, worin nicht die Fürsorge des Höchsten vorgesehen wäre. Und es kann in meinem Leben etwas Schlechtes geschehen (was von mir als schlecht empfunden wird), es kann ein Unglück passieren. Es gibt Situationen, in denen ein Mensch Angst, Verlorenheit, Nutzlosigkeit empfindet, es kommt zu vielen verschiedenen tragischen Situationen, in die wir geraten können. Aber dabei verlieren wir nie die Erfassung durch Gott, wir werden nicht aus der göttlichen Buchhaltung gelöscht, nicht zu einer runden Zahl abgerundet, lösen uns nicht unter der Menge der Reiskörner im Sack auf. Und was auch immer mit uns geschieht – in diesem Moment, in dieser Situation liegt ein Ausdruck der Fürsorge des Höchsten für uns, auch wenn es manchmal sehr schwer ist, das zu spüren. Manchmal empfinden wir Angst, Hoffnungslosigkeit, Verlassenheit, und weil wir Menschen sind, können wir diese Fürsorge des Höchsten vergessen, aber sie ist trotzdem da, sie ist in unserem Leben gegenwärtig. Und wenn wir unser Leben betrachten, genau hineinschauen, können wir diese Fürsorge trotzdem erkennen. Und eine der Lesarten dieses Verses, in dem der Höchste zu Mosche sagt: „Zähle das ganze Volk Israel Kopf für Kopf“, kann so lauten: „Erhebe die Köpfe, erhebe die Köpfe der Israeliten!“, das heißt, sag den Israeliten: „Kopf hoch! Geht nicht mit gesenktem Kopf, lasst die Nase nicht hängen, Kopf hoch in diesem Krieg!“ Selbst wenn die Verzweiflung einen überflutet, selbst wenn man spürt, dass wir zum hundertsten Mal in die Sägespäne, in die Bretter, in den Schmutz fallen und zum hundertsten Mal alles von vorn anfangen müssen, kann man hören: „Kopf hoch!“
Wir sind gezählt. Wir alle sind Exponate auf Gottes Schauplatz des Handelns, wir alle sind Soldaten der göttlichen Schlacht, Soldaten, für die der Höchste sorgt, für jeden von uns. Und eben diese Zählung der Söhne Israels Kopf für Kopf und die Erfassung jedes Haares auf unserem Kopf – das ist unsere Ermutigung, die wir vom Höchsten haben, um uns an Ihm zu trösten. Wenn es uns ganz schlecht geht, sorgt Er für uns. Wir sind kein Reiskorn, das verloren gehen kann, kein Sesamkorn, das unbemerkt aus dem Sack fallen kann. Man wird uns nicht vergessen, man wird uns nicht abrunden, man wird uns nicht löschen, man wird uns nicht als Kanonenfutter auf feindliche Bunker werfen: Wir sind gezählt, jedes Haar auf unserem Kopf ist erfasst. Der Höchste segne alle, die Seinem Willen folgen, Seine Tora studieren, Sein Angesicht suchen, Seinen Weg gehen. Und lasse uns Seine Fürsorge für uns spüren, Seine Gegenwart in unserem Leben, und unsere Einzigartigkeit als Seine Geschöpfe empfinden. Lasse uns unsere besonderen Eigenschaften sehen, erkennen, uns entwickeln, besser und besser werden, indem wir gerade unsere angeborenen Eigenschaften vervollkommnen und diese Freiheit spüren – wir selbst zu sein und uns nicht in der Mehrheit aufzulösen.
Sinaitische Buchhaltung
In diesem Gespräch werden wir darüber sprechen, wie genau der Vorgang der Zählung des Volkes durchgeführt wird. Der Höchste befiehlt Mosche, alle Söhne Israels Kopf für Kopf zu erfassen, nach ihren Familien, nach ihren Vaterhäusern, nach der Zahl ihrer Namen, alle Männer Kopf für Kopf. Und lasst uns Vers 3 von Kapitel 1 noch einmal lesen:
מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה כָּל־יֹצֵא צָבָא בְּיִשְׂרָאֵל תִּפְקְדוּ אֹתָם לְצִבְאֹתָם אַתָּה וְאַהֲרֹן׃
mibbén esrím schaná wamá'la kol-jozé zawá bejisraél tifkedú otám leziw'otám attá we'aharón
3 Von 20 Jahren und älter, sie alle zählt, teilt sie eurem HeerIm Russischen steht hier ein rückbezügliches „ihrem eigenen Heer“, das auf Mosche und Aharon, aber auch auf die Gezählten bezogen werden kann. Übersetzt ist es mit „eurem Heer“, bezogen auf die Angeredeten. zu, du und Aharon.
Also, vor allem werden, um die Söhne Israels zu zählen, Mosche und Aharon gebraucht. Man könnte sagen, dass es so viele Söhne Israels gibt, dass Mosche allein es nicht schafft, und Aharon braucht er als Helfer. Aber wir sehen nicht, dass Mosche die eine Hälfte (dreihunderttausend) zählte und Aharon die andere Hälfte, die anderen dreihunderttausend, nein, sie zählen alle gemeinsam.
Noch ein wichtiges Detail. Wenn die Tora uns erzählt (in Vers 1), wo sich das Geschehen abspielt, sagt sie: „…in der Wüste Sinai, im Zelt der Begegnung“. Aber es ist doch klar: Wenn im Zelt der Begegnung, dann auch in der Wüste Sinai, denn das Zelt steht ja in der Wüste, und wozu muss man das wiederholen? So eine Frage stellt sich. Um diese Frage zu beantworten, schlage ich vor, das Wort tifkedú (zählt) aufmerksam anzusehen, das in Vers 3 vorkommt. Die Bedeutung der Wurzel dieses Wortes (pe-kuf-dálet) – das ist Befehligen, Zuweisen von Funktionen, Einbeziehen in das Handeln, das heißt Indienststellung. Das Wort mefakéd auf Hebräisch – das ist Befehlshaber, pkudá bedeutet Befehl, Geheiß, pakíd – Angestellter, lifkód – das ist sich registrieren lassen. Das heißt, wenn man wörtlich übersetzt, dann ist tifkedú nicht zählt, sondern registriert, erfasst, bestimmt konkrete Funktionen. Und der Ort einer solchen Erfassung – das ist sowohl die Wüste Sinai als auch das Zelt der Begegnung. Somit gibt es irgendwelche zwei getrennten Optionen, die man festlegen, die man für jeden Menschen bestimmen muss.
Mosche – das ist der Mensch, durch den die Tora gegeben ist, er ist derjenige, der das Volk Israel durch die Wüste Sinai führt. Jeder Mensch hat seine bestimmte Bestimmung, seine Funktion, seinen Dienst in dieser Welt, und das ist das Ressort Mosches. Wenn Mosche die Menschen bei sich, bei Mosche, erfasst, die Erfassung in der Tora, bestimmt er, welche Funktion, welche Bestimmung jeder Mensch hat. Das ist das, was mit der Wüste Sinai verbunden ist, das, was mit der Tora und ihrer Einhaltung verbunden ist. Wozu sind wir bestimmt? Was fällt uns leicht? Wo wird unsere Arbeit mit Begeisterung getan? Wo spüren wir unsere Berufung? Das heißt, genau diese Berufung wird bei der Zählung des Volkes bei Mosche aufgeschrieben, festgehalten.
Und was ist mit Aharon? Aharon ist hier für das eigentliche Zelt der Begegnung verantwortlich. Und das Wesen des Zeltes der Begegnung ist in den Worten des Höchsten enthalten: „Ihr baut es Mir, baut Mir ein Heiligtum, und Ich werde unter euch wohnen“. Das Wesen des Zeltes der Begegnung besteht darin, dass sich das Licht Gottes in jedem von uns offenbart.
Wir können also sagen, dass die Tora und Mosche – das ist der Kopf des Menschen. Deshalb ist auch von der Zählung Kopf für Kopf die Rede (es wird das Wort gulgólet, Schädel, verwendet). Das heißt, jeder Mensch wird nach seiner Bestimmung, nach seiner Funktion, nach seiner Einzigartigkeit aufgeschrieben. Aharon und das Zelt der Begegnung – das ist, wie sehr sich das göttliche Licht, die göttliche Gegenwart in diesem Dienst offenbart. Das sind genau jene zwei Optionen, von denen wir gesprochen haben: Jeder Mensch hat nicht nur seine einzigartige Bestimmung, sondern es gibt auch noch einen Grad des Brennens, den Grad dessen, wie sehr ein Mensch begeistert ist, wie sehr sein Herz danach strebt, diesen Dienst zu erfüllen, wie sehr er sich hingibt, sein ganzes Herz (oder nicht sein ganzes Herz), wie heiß in ihm das Feuer des Dienstes brennt, zu dem er bestimmt ist. Das wird durch die Funktion Aharons bestimmt.
Man kann es so sagen: Mosche ist dafür verantwortlich, die Bestimmung des Menschen aufzuschreiben; Aharon ist für die Batterie für diesen Dienst verantwortlich. Je mehr ein Mensch brennt, je treuer er in diesem seinem Dienst ist, je mehr er die Flamme in seinem Herzen entfacht hat, an eine umso größere Energiequelle wird er angeschlossen, umso stärker werden von oben die Blasebälge seiner Flamme betätigt. Und die Funktion des Kopfes ist untrennbar mit der Funktion des Herzens verbunden. Wie ein Auto einen Motor hat, der es in Bewegung setzt, und Treibstoff, der in den Benzintank gefüllt wird, – so gibt das menschliche Herz das Brennen für die Ausführung des Dienstes des Kopfes, für die Ausführung der göttlichen Gebote. Man kann berufen sein und mit ganzem Herzen dienen, aber das gelingt nicht immer: Manchmal nähern wir uns dem Dienst mit ganzem Herzen schrittweise. Aber so oder so schließt diese Erfassung der Einzigartigkeit jedes Menschen nicht nur seine konkrete Funktion, seinen konkreten einzigartigen Dienst ein, sondern auch die Einzigartigkeit seiner Hingabe an seinen Dienst. Und der Mensch kann das Feuer seines Dienstes mehr, mehr und mehr entfachen. Er kann in diesem seinem Dienst wachsen, nicht nur durch die Vervollkommnung der Erfahrung, sondern auch durch das Herzensfeuer, das diesen Dienst erwärmt.
Und diese Erfassung jedes Menschen, diese Zählung, geschieht ständig. Es gibt das Studium der Tora, es gibt das Studium der Schrift, es gibt das Gebet, und man kann das so verbinden, so vereinen, dass unser Gebet an dem Ort ist, wo wir die Tora studieren, dass die Tora unsere Gebete lenkt, dass unser Gebet für unseren Dienst, für unsere Bestimmung ist, dass dort unser Brennen ist. Das heißt, uns ist nicht nur eine einzigartige Aufgabe gegeben, sondern es gibt auch eine einzigartige Fürsorge für ihre Erfüllung, und das eine wie das andere ist einzigartig. Für jeden von uns wird gesorgt (nicht nur für jedes unserer Haare auf dem Kopf), man beobachtet uns, wie sehr wir brennen, um entsprechend unserem Brennen unsere Blasebälge anzufachen: Wer im Kleinen treu ist, bekommt Größeres. Die Treue auf der allerersten Stufe unseres Dienstes führt dazu, dass uns mehr und mehr Fürsorge des Herzens gegeben wird. Wir werden übervoll, wir werden gestärkt, wir werden mit Geist erfüllt, mit Kraft erfüllt für unseren Dienst. So arbeiten, bildlich gesprochen, Gehirn und Herz, unser geistliches Gehirn und unser geistliches Herz, im Dienst für den Höchsten.
Es geschieht nicht einfach eine Zählung, eine Erfassung, wir bekommen nicht einfach eine laufende Nummer, wir bekommen Fürsorge für die Bestimmung, man gibt uns eine konkrete Zuweisung, man teilt uns einer konkreten Arbeitsfront zu, gibt uns Treibstoff, Patronen für diesen Kampf. Der Höchste segne uns, dass unsere Herzen von diesem Geist des Dienstes übervoll werden, dass wir in unserer Berufung mit brennendem Herzen und brennenden Augen dienen, dass wir auch die Herzen anderer entzünden können.
Mission erfüllbar
In unserem Wochenabschnitt Bemidbar lesen wir darüber, wie der Dienst der levitischen Familien am Zelt der Begegnung verteilt werden soll. Jede der Familien der Leviten bekommt für sich einen bestimmten Bereich des Dienstes. Ein besonderer Dienst fällt der Familie der Söhne Kehats zu. Diese Familie ist eingesetzt, am Allerheiligsten zu dienen, unter anderem die Lade des Bundes zu tragen. Einerseits wissen wir, dass das sehr ehrenvoll ist, und jeder von uns, da bin ich sicher, würde gern wenigstens mit einem Auge auf diese Lade schauen. Andererseits wissen wir, wie gefährlich das ist. Wahrscheinlich haben alle die Geschichte davon gelesen, was mit Ussa, dem Sohn Awinadaws, geschah (2. Buch Schmu'el 6,6). Als David die Lade überführte, sah Ussa, dass die Rinder den Wagen zu sehr geneigt hatten, und wollte sie nur berühren, um die Lade festzuhalten, und starb an dieser Berührung. Es gibt Ehre, aber es gibt auch Gefahr. Deshalb spricht die Tora für diejenigen, die diesen Dienst versehen, eine besondere Warnung aus. In den Versen 18–19 von Kapitel 4 unseres Wochenabschnitts Bemidbar lesen wir: „Rottet den Stamm der Familien Kehats nicht aus der Mitte der Leviten aus. Und dies tut für sie, damit sie leben und nicht sterben, wenn sie sich dem Allerheiligsten nähern: Aharon und seine Söhne sollen hineingehen und sie aufstellen, jeden bei seiner Arbeit und bei seiner Last“. Der Höchste sagt: „Die Söhne Aharons, die Kohanim, sollen alles Nötige vorbereiten, bedecken und jeden aus der Familie der Leviten an seinen Platz stellen und sagen: Du trägst hier, du nimmst hier, und du nimmst hier, und du nimmst dort“, sonst werden sie sterben. Ja, wie wir gesagt haben, die Lade zu tragen ist sehr gefährlich, aber auch sehr ehrenvoll. Und es gibt zu diesem Thema im Midrasch Wajikra Rabba einen Streit unter den Weisen.
Rabbi Elieser ben Padat sagt, dass, weil es gefährlich war, die Lade zu tragen, jeder, der ihr zugeteilt war, danach strebte, Hals über Kopf vor diesem Dienst davonzulaufen, und sagte: „Seht doch, ich habe schon den Leuchter genommen. Seht doch, wir tragen schon die Decke, ich bin beschäftigt, ich habe mich mit etwas anderem befasst, ich bin jetzt nicht bereit, die Lade zu tragen, das ist furchtbar und gefährlich“.
Rabbi Schmu'el bar Nachman streitet mit ihm und sagt: „Im Gegenteil, gerade weil es sehr ehrenvoll war, die Lade zu tragen, wollten alle, die dessen würdig waren, und alle, die nicht würdig waren, gerade die Lade tragen. Niemand wollte die Decke oder irgendwelche kleinen Tempelgeräte tragen, man musste unbedingt die Lade berühren“. Und im einen wie im anderen Fall wurde die Ehre der Lade herabgesetzt.
Der Streit dieser beiden Weisen betrifft auch das, was in unserem Leben geschieht. Wenn wir keinen Tempel haben, keine Tempelgeräte, gibt uns dieser Streit gleichsam Begrenzungen von zwei Seiten. Es gibt Menschen, die sagen: „Ich bin nicht bereit für etwas Großes. Nicht bereit, und Schluss! Ich werde mich mit irgendwelchen kleinen Dingen beschäftigen, einfachen Dingen, alltäglichen, routinemäßigen. Ich bin ein kleiner Mensch, wie käme ich an die Lade heran, mir würde es reichen, hier bloß Sonnenblumenkerne zu verkaufen. Auf etwas Großes, auf das, was von mir zu große Kräfte verlangt, was von mir eine zu starke Annäherung an den Höchsten verlangt, darauf lasse ich mich nicht ein“.
Andererseits gibt es Menschen, die sagen: „Ach, jeder Sache bin ich gewachsen, ich kann alles, ich werde nicht den Tisch, die Kerzen schleppen, ich werde mich nicht mit Kleinigkeiten befassen, her mit der Lade und nichts anderem! Ich bin nicht bereit, mich mit Kleinigkeiten zu verzetteln. Nur große Taten! Nur das, was die Welt verändert, nur das, was für Stadien ist, nur das, was für die breiten Massen ist. Nur mit so etwas bin ich bereit, mich zu befassen“.
Der Mensch muss sich sagen, dass er zu großen Dingen fähig ist, er muss sich zu großen Dingen antreiben können, darf große Dinge nicht fürchten und darf seinen Verzicht auf große Dinge nicht damit entschuldigen, dass er sich mit kleinen Dingen beschäftigt. Zugleich darf der Mensch die kleinen Dinge und die Sorge um irgendwelche Kleinigkeiten nicht geringschätzen. Selbst wenn du sehr groß, sehr stark und sehr weise bist, darfst du trotzdem auch irgendwelche einfachen, banalen, alltäglichen, routinemäßigen Dinge nicht geringschätzen. Nichts darf dir klein und unwürdig erscheinen. Das heißt, diese beiden Weisen sagen uns von verschiedenen Seiten: „Verfalle weder in das eine noch in das andere Extrem.“
Im Talmud, im Traktat Megilla, auf Blatt 31, gibt es eine erstaunliche Bemerkung: „Jedes Mal, wenn du von der Größe des Höchsten liest, liest du auch von der Bescheidenheit des Höchsten.“ Und es wird der Text von Vers 17 aus Kapitel 10 des Buches Dewarim angeführt: „Denn euer HERR, Er ist der Gott der Götter und der Gebieter der Gebieter, der Gott, der Große, der Starke und der Furchtbare.“ Und wenn wir so etwas lesen, kommt es uns vor: „Nun ja, wirklich, zu jedem Wort Ja und Amen! Er ist der Gott der Götter, der Gebieter der Gebieter, der Gott, der Große, der Starke und der Furchtbare, der Allmächtige, und es gibt niemanden, der stärker ist als Er.“ Aber zugleich lesen wir im folgenden, dem 18. Vers: „Er schafft Recht der Waise und der Witwe, liebt den Fremden und verschafft ihm Brot und Kleidung.“ Das heißt, dieser Große, Furchtbare, Allmächtige, Starke Gott spricht, wenn Er von Seiner Größe spricht, sofort davon, dass Er sich um die Waise, um die Witwe kümmert, um diejenigen, die man in der Gesellschaft gewöhnlich geringschätzt. Und Er kümmert sich nicht einfach um sie, sondern verschafft ihnen Brot und Kleidung, ernährt und kleidet buchstäblich die einfachsten Menschen.
Das ist eine Lehre auch für uns. Wir dürfen nicht in das Extrem verfallen, dass wir nicht für Kleinigkeiten geschaffen sind, nicht für die Routine geschaffen sind, dass wir für etwas Großes geschaffen sind. Zugleich dürfen wir auch nicht in das andere Extrem verfallen und sagen: „Unsere Sache ist klein, wir sind kleine Leute. Wir werden uns nach der Decke strecken. Nicht für große Taten sind wir geschaffen, wenn wir hier nur mit den Kleinigkeiten zurechtkämen.“ Wir können jede Situation bewältigen, wir können globale Probleme lösen oder an ihrer Lösung mitwirken. Aber ebenso schämen wir uns nicht und fühlen uns nicht gekränkt, wenn wir uns mit Kleinigkeiten beschäftigen und die Probleme von Menschen lösen, die uns unwichtig, unbedeutend erscheinen, obwohl man keinen der Menschen geringschätzig behandeln sollte. Ihre Probleme mögen uns klein erscheinen, aber man sollte sie nicht dafür halten. Das heißt, wir können jede Aufgabe erfüllen, die der Höchste uns stellt.
Die Tora verlangt von einem Menschen, der sich anschickt, dem Höchsten zu dienen, in sich die Liebe zum Großen, die Liebe zu großen Dingen, die Bereitschaft, sich mit großen Dingen zu beschäftigen, mit dem Fehlen jeder Geringschätzung gegenüber kleinen Dingen zu verbinden, damit die kleinen Dinge als ebenso groß empfunden werden. Denn alle, alle Dinge fügen sich zu dem gemeinsamen Dienst für den Einen Höchsten zusammen, der unendlich groß ist. Und hinter einer kleinen Sache kann man den Höchsten genauso sehen, wie wir Ihn hinter einer großen Sache sehen. Deshalb gibt es beim Höchsten keinen kleinen Angestellten, wie es bei Ihm auch keinen großen Vorgesetzten gibt. Alle dienen Ihm, indem sie ihre Sache tun, und an ihrem Platz werden sie zur Hauptperson in dieser Sache, in der Sache ihres Dienstes für den Höchsten. Man muss lernen, die Dinge nicht nach ihrer Größe einzuteilen, die kleinen wie die großen zu tun und die großen wie die kleinen. Möge der HERR uns segnen, dass wir uns ständig bereit fühlen und für uns weder zu kleine Aufgaben noch zu große Aufgaben sehen, damit uns jede Mütze passt, damit wir jeder Sache gewachsen sind.
Für alle über 50. Ein Diener im Ruhestand
In unserem Wochenabschnitt Bemidbar, in Kapitel 4, lesen wir diese Anordnung des Höchsten:
2. „Setze die Söhne Kehats aus den Söhnen Lewis ein, nach ihren Familien, nach dem Haus ihrer Väter,
3. von dreißig Jahren und darüber bis fünfzig Jahre, jeden, der in die Heerschar eintritt (der für den Dienst tauglich ist), um den Dienst im Zelt der Begegnung zu tun.
Hier wird für tauglich für den Dienst derselbe Begriff verwendet wie für einer, der in die Heerschar eintritt, in die Armee. Die Leviten werden zum Dienst einberufen, das ist eine Art Militärdienst der Leviten. Er beginnt mit fünfundzwanzig Jahren mit der Vorbereitung, mit dreißig Jahren beginnt der Dienst selbst, und mit fünfzig Jahren kommt die Zeit, aus dem Dienst auszuscheiden, die Zeit, in Rente zu gehen.
Womit soll ein Levit oder ein Kohen im Ruhestand sein Leben füllen? Die Antwort auf diese Frage finden wir zum Teil im achten Kapitel unseres Buches Bemidbar, das heißt im Wochenabschnitt Behaalotecha.
24. „Dies ist die Anordnung für die Leviten: Von fünfundzwanzig Jahren und älter werden sie in die Heerschar kommen zum Dienst im Heiligtum.
25. Und ab dem Alter von fünfzig Jahren wird er aus der Arbeitsarmee ausscheiden und nicht mehr arbeiten,
26. sondern er wird weiter mit seinen Brüdern vor dem Zelt der Begegnung dienen, um Wache zu halten, aber bei der Arbeit wird er nicht arbeiten. So sollst du mit den Leviten bei ihrem Dienst verfahren.“
Hier lesen wir, dass der Levit mit seinen fünfzig eigentlich nirgendwohin geht, er dient als Wächter für seine Brüder beim Zelt der Begegnung. Modern gesagt bleibt er als Wachmann beim Tempel, geht mit einem Gewehr um den Tempelberg herum und ruft, wenn jemand kommt: „Halt, wer da?!“
Aber in Wirklichkeit geht es überhaupt nicht darum. Eines der möglichen Verständnisse besteht darin, dass der Mensch schon Erfahrung hat, Weisheit hat und beginnt, diese Weisheit weiterzugeben. Rabbi Owadja aus Bertinoro (Bartenura) sagt, als er diese Stelle kommentiert, dass sich gerade auf diesen Abschnitt der Tora der Gedanke aus dem Traktat Pirke Awot (Sprüche der Väter) stützt: Mit fünfzig Jahren beginnt der Mensch, das Potenzial zu besitzen, Ratschläge zu geben. Ich führe einen Abschnitt aus dem Teil von Pirke Awot (Kapitel 5,22) an, um den es geht.
„Mit fünf Jahren soll der Mensch das Studium der Schriftlichen Tora beginnen…mit dreizehn – die Last der Gebote auf sich nehmen (er ist schon verantwortlich für seine Erfüllung der Gebote. Auch vorher wird er in den Geboten erzogen, aber für ihre Erfüllung verantwortlich zu sein beginnt er mit dreizehn Jahren)…mit achtzehn – Zeit zu heiraten, mit zwanzig – ein Ernährer werden (das heißt, die Quellen seines Verdienstes erschließen oder, kann man modern sagen, sein Geschäft aufbauen), mit dreißig – kommt die Kraft, mit vierzig – die Reife des Verstandes, mit fünfzig – erlangt der Mensch das Recht, Ratschläge zu geben…“
Natürlich geht es hier um das Potenzial, Ratschläge zu geben. Mit dem Alter kommt nicht unbedingt die Weisheit: Wie man sagt, manchmal kommt das Alter allein. Aber mit fünfzig Jahren hört der Mensch in der Regel (und heute ist ein Fünfzigjähriger in jeder Hinsicht voller Kraft, vielleicht noch ein Mann, der sich sehen lassen kann) auf, in Schwarz-Weiß-Kategorien zu denken. Es kommt eine gewisse Erfahrung, es kommt Weisheit, und ein solcher Levit kann andere Leviten anleiten, und eine der Aufgaben der Leviten ist es, das Volk die Tora zu lehren, irgendwelche Fragen zu beantworten. Und der fünfzigjährige Levit (natürlich ist nicht von allen die Rede) lehrt die jungen Leviten, nicht vorschnell dreinzuschlagen, weiser zu sein, er lehrt zuzuhören, lehrt zu hören, lehrt so zu reden, dass man verstanden wird. Das heißt, der fünfzigjährige Levit ist ein Hüter der Tradition, ein Hüter der Erfahrung und ein guter Lehrmeister für andere, das ist ein völlig anderer Dienst.
Einer der Kommentatoren der Bücher Netiwot Scholom des Rebbe Admor aus SlonimDer Satz ist im Russischen ebenso offen: Gemeint sein kann ein Ausleger der Bücher Netiwot Scholom oder der Slonimer Rebbe als ihr Verfasser. Er ist deshalb wörtlich übersetzt. erzählt davon, wie er sich dieses Bild vorstellt: „Bis fünfzig Jahre lebt der Mensch gleichsam mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Man muss sich beeilen: mit fünf Jahren – muss man beginnen, die Tora zu lernen, mit dreizehn Jahren – muss man sich darauf vorbereiten, dass du die Gebote hältst, mit achtzehn Jahren – heiraten, mit zwanzig Jahren – ein Geschäft aufbauen, mit dreißig – Kraft sammeln, mit vierzig – Reife des Verstandes, mit fünfzig Jahren kann man zur Ruhe kommen.“ Er gelangt im Ergebnis auf eine neue Stufe eines ruhigen, weise gewordenen Lebens. Mit fünfzig Jahren hat sich der Mensch in der Regel alles für ein neues, ruhiges Leben aufgebaut, man kann sagen, dass das Leben mit fünfzig Jahren erst beginnt. Wenn der Mensch bis zu diesen seinen fünfzig Jahren genug gearbeitet, sich genug aufgebaut hat, dann kann er auch sein Potenzial verwirklichen, Ratschläge zu geben. Man wird wirklich zu ihm um Rat kommen, man wird ihn hören wollen, man wird ihm zuhören wollen, man wird seine Meinung erfahren wollen, man wird etwas mit ihm teilen wollen. Das wird sein Dienst sein.
Natürlich gibt es, wie bei jedem Menschen, der ein solches Alter erreicht hat, man kann sagen, bei einem älteren Menschen (obwohl man heute von einem Fünfzigjährigen schwer wie von einem älteren Menschen sprechen kann), auch bestimmte Schwächen, bestimmte Schwierigkeiten. Und wenn ich davon spreche, möchte ich dieses Gespräch mit einem Text abschließen, der „Gebet eines älteren Menschen“ heißt. Und man kann mit diesem Text nicht ganz einverstanden sein und in ihm irgendwelche theologischen Unebenheiten finden, aber es ist trotzdem ein sehr interessanter Text, und ich möchte ihn sehr gern mit euch teilen. „HERR, Du weißt besser als ich, dass ich bald alt werde. Bewahre mich vor der verhängnisvollen Gewohnheit zu denken, ich müsse bei jedem Anlass etwas sagen. Rette mich vor dem Drang, mich in die Angelegenheiten eines jeden einzumischen, um etwas zu verbessern. Lass mich nachdenklich sein, aber kein Langweiler, nützlich, aber kein Despot. Behüte mich vor der Versuchung, endlose Einzelheiten ausführlich darzulegen. Gib mir Flügel, damit ich in der Schwachheit das Ziel erreiche. Versiegle meine Lippen, wenn ich von Krankheiten anfangen will: Es werden ihrer immer mehr, und das Vergnügen, endlos von ihnen zu erzählen, wird immer süßer. Ich wage nicht, dich zu bitten, mein Gedächtnis zu verbessern, aber mehre meine Menschenliebe. Bändige meine Selbstsicherheit, wenn es geschieht, dass mein Erinnerungsvermögen mit dem Gedächtnis anderer zusammenstößt. Um eines bitte ich, HERR: Schone mich nicht, wenn Du Gelegenheit hast, mir eine glänzende Lektion zu erteilen, indem Du beweist, dass auch ich mich irren kann. Wenn ich es verstanden habe, herzlich zu sein, so bewahre mir diese Fähigkeit. Wahrlich, ich habe nicht vor, mich in einen Heiligen zu verwandeln, manche von ihnen sind im nahen Umgang unerträglich. Doch auch Menschen von saurem Gemüt sind das höchste Werk des Teufels selbst. Lehre mich, das Gute dort zu entdecken, wo man es nicht erwartet, und unerwartete Talente in anderen Menschen zu erkennen.“
Bemidbar: weiterlesen
Lest auch den Wochenabschnitt Nasso, den Wochenabschnitt Behaalotecha, den Beitrag über die Kleider der Priester und die Wochenabschnitte der Tora.