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- Bemidbar
- Nasso
נָשׂא
Nasso
Dienst, Nasiräertum und Segen
- Wochenabschnitt
- 35 von 54
- Verse
- Bemidbar 4,21–7,89
- Teile
- 6
- Lesezeit
- 1 Std. 33 Min.
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Nasso ist der Wochenabschnitt über den Dienst der Leviten, die Reinheit der Gemeinde, das Nasiräertum und den Segen der Kohanim. Im Stenogramm von Alex Blend werden der Reihe nach die Aufträge an die levitischen Familien, das Thema der Eifersucht, die freiwillige Weihe und die Gaben der Häupter der Stämme betrachtet. Der Text der Tora auf Hebräisch wird von einer Transliteration, einer ÜbersetzungIm Original ist hier von einer russischen Übersetzung die Rede. Da diese Seite eine deutsche Fassung ist, steht hier neutral „einer Übersetzung“. und der Auslegung des Autors begleitet.
Eine Berufung für jeden
Bemidbar 4,21–46
Mit Gottes Hilfe beginnen wir, ihr und ich, den Wochenabschnitt Nasso zu studieren, und werden ab Vers 21 von Kapitel 4 lesen. Der Höchste gibt Mosche und Aharon weiterhin Anweisungen darüber, was jede Familie der Leviten tun soll, und auch besondere Aufträge an jede von ihnen für den Dienst.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
21 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:
נָשֹׂא אֶת־רֹאשׁ בְּנֵי גֵרְשׁוֹן גַּם־הֵם לְבֵית אֲבֹתָם לְמִשְׁפְּחֹתָם׃
nassó et-rósch benéj gereschón gam-hém lewéjt awotám lemischpechotám
22 Erfasse (zähle) alle Söhne Gerschons, auch sie, nach den Häusern ihrer Väter, nach ihren Familien,
מִבֶּן שְׁלֹשִׁים שָׁנָה וָמַעְלָה עַד בֶּן־חֲמִשִּׁים שָׁנָה תִּפְקֹד אוֹתָם כָּל־הַבָּא לִצְבֹא צָבָא לַעֲבֹד עֲבֹדָה בְּאֹהֶל מוֹעֵד׃
mibbén scheloschím schaná wamá'la ad ben-chamischím schaná tifkód otám kol-habbá lizwó zawá la'awód awodá be'óhel mo'éd
23 Von dreißig Jahren und darüber bis zum Alter von fünfzig Jahren bestimme sie, jeden, der in das Heer (die Heerschar) der Diener kommt, für die Arbeit im Zelt der Begegnung.
זֹאת עֲבֹדַת מִשְׁפְּחֹת הַגֵּרְשֻׁנִּי לַעֲבֹד וּלְמַשָּׂא׃
sot awodát mischpechót haggereschunní la'awód ulmassá
24 Dies hier ist der Dienst der Familie Gerschons für die Arbeit und für das Tragen (den Transport des Mischkan):
וְנָשְׂאוּ אֶת־יְרִיעֹת הַמִּשְׁכָּן וְאֶת־אֹהֶל מוֹעֵד מִכְסֵהוּ וּמִכְסֵה הַתַּחַשׁ אֲשֶׁר־עָלָיו מִלְמָעְלָה וְאֶת־מָסַךְ פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד׃
wenasse'ú et-jeri'ót hammischkán we'et-óhel mo'éd michséhu umichsé hattáchasch ascher-aláw milmá'la we'et-massách pétach óhel mo'éd
25 Sie werden die Decken (die Stoffe) des Mischkan und des Zeltes der Begegnung tragen, seine Bedeckung und die Bedeckung aus dem Leder des Tachasch, die oben darauf ist, und den Behang des Eingangs zum Zelt der Begegnung.
וְאֵת קַלְעֵי הֶחָצֵר וְאֶת־מָסַךְ פֶּתַח שַׁעַר הֶחָצֵר אֲשֶׁר עַל־הַמִּשְׁכָּן וְעַל־הַמִּזְבֵּחַ סָבִיב וְאֵת מֵיתְרֵיהֶם וְאֶת־כָּל־כְּלֵי עֲבֹדָתָם וְאֵת כָּל־אֲשֶׁר יֵעָשֶׂה לָהֶם וְעָבָדוּ׃
we'ét kal'éj hechazér we'et-massách pétach schá'ar hechazér aschér al-hammischkán we'al-hammisbéjach sawíw we'ét meterehém we'et-kol-keléj awodatám we'ét kol-aschér je'assé lahém we'awádu
26 Und die Vorhänge des Hofes und den Behang des Eingangs zum Hof, der rings um den Mischkan und den Altar ist, und alle ihre Spannseile und alle Geräte der Arbeit mit ihnen, und alles, was damit zusammenhängt, was gebraucht wird, werden sie machen.
עַל־פִּי אַהֲרֹן וּבָנָיו תִּהְיֶה כָּל־עֲבֹדַת בְּנֵי הַגֵּרְשֻׁנִּי לְכָל־מַשָּׂאָם וּלְכֹל עֲבֹדָתָם וּפְקַדְתֶּם עֲלֵהֶם בְּמִשְׁמֶרֶת אֵת כָּל־מַשָּׂאָם׃
al-pí aharón uwanáw tihjé kol-awodát benéj haggereschunní lechól-massa'ám ulchól awodatám ufkadtém alehém bemischméret et kol-massa'ám
27 Nach dem Mund Aharons und seiner Söhne soll der Dienst der Söhne Gerschons sein, bei all ihren Transporten, bei all ihren Arbeiten. Und bestimmt sie als verantwortlich für den ganzen Transport.
זֹאת עֲבֹדַת מִשְׁפְּחֹת בְּנֵי הַגֵּרְשֻׁנִּי בְּאֹהֶל מוֹעֵד וּמִשְׁמַרְתָּם בְּיַד אִיתָמָר בֶּן־אַהֲרֹן הַכֹּהֵן׃
sot awodát mischpechót benéj haggereschunní be'óhel mo'éd umischmartám bejád itamár ben-aharón hakkohén
28 Dies ist der Dienst der Familie Gerschons im Zelt der Begegnung, sie stehen unter der Verantwortung (zur Verfügung) Itamars, des Sohnes Aharons, des Kohen.
Das waren die Aufträge des Höchsten in Bezug auf die Familie Gerschons, und der Höchste geht zu einer anderen levitischen Familie über.
בְּנֵי מְרָרִי לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית־אֲבֹתָם תִּפְקֹד אֹתָם׃
benéj merarí lemischpechotám lewejt-awotám tifkód otám
29 Und die Söhne Meraris nach ihren Familien, nach dem Haus ihrer Väter, zähle sie,
מִבֶּן שְׁלֹשִׁים שָׁנָה וָמַעְלָה וְעַד בֶּן־חֲמִשִּׁים שָׁנָה תִּפְקְדֵם כָּל־הַבָּא לַצָּבָא לַעֲבֹד אֶת־עֲבֹדַת אֹהֶל מוֹעֵד׃
mibbén scheloschím schaná wamá'la we'ád ben-chamischím schaná tifkedém kol-habbá lazzawá la'awód et-awodát óhel mo'éd
30 Von dreißig Jahren und älter bis zum Alter von fünfzig Jahren zähle jeden, der in das Heer der Diener kommt, für die Arbeit im Zelt der Begegnung.
וְזֹאת מִשְׁמֶרֶת מַשָּׂאָם לְכָל־עֲבֹדָתָם בְּאֹהֶל מוֹעֵד קַרְשֵׁי הַמִּשְׁכָּן וּבְרִיחָיו וְעַמּוּדָיו וַאֲדָנָיו׃
wesót mischméret massa'ám lechól-awodatám be'óhel mo'éd karschéj hammischkán uwricháw we'ammudáw wa'adanáw
31 Dies ist das, was ihre Verantwortung für den Transport bei allen Arbeiten im Zelt der Begegnung sein wird: die Bretter des Mischkan und seine Riegel und die Säulen und die Untersätze unter den Säulen,
וְעַמּוּדֵי הֶחָצֵר סָבִיב וְאַדְנֵיהֶם וִיתֵדֹתָם וּמֵיתְרֵיהֶם לְכָל־כְּלֵיהֶם וּלְכֹל עֲבֹדָתָם וּבְשֵׁמֹת תִּפְקְדוּ אֶת־כְּלֵי מִשְׁמֶרֶת מַשָּׂאָם׃
we'ammudéj hechazér sawíw we'adnehém witedotám umeterehém lechol-kelehém ulchól awodatám uwschemót tifkedú et-keléj mischméret massa'ám
32 Und die Säulen des Hofes ringsum und ihre Untersätze und ihre Pflöcke und ihre Spannseile mit all ihren Geräten und nach all ihrer Arbeit; und erfasst nach Namen alle Gegenstände, die sie tragen sollen.
So kommt es vor, dass auf einen Einzelnen viel Arbeit fällt: Einer allein trägt fünf Säulen, und ein anderer trägt keine einzige. Da es viele Familienmitglieder gibt, aber wenige Geräte, bekommt vielleicht nicht jeder Arbeit. Und jeder wird für irgendein eigenes konkretes Teil verantwortlich sein, für irgendein eigenes konkretes Element, bei jedem konkreten Zug des Volkes Israel von Ort zu Ort. Aber in dieser namentlichen Aufzählung der Gegenstände, die der Höchste hier gebietet, kann man auch etwas anderes sehen. Jede Säule muss streng an ihrem Platz stehen. Die fünfte Säule kann nicht zur sechsten werden, und die sechste Säule kann nicht zur vierten werden: Trotz aller Ähnlichkeit und Gleichheit der Elemente und Teile ist es durchaus möglich, dass sie nicht austauschbar sind. Und ist eine Säule einmal die vierte geworden, so bleibt sie auch die ganze Zeit die vierte. Wenn man vergleichsweise von Menschen anderer Rassen spricht, die uns gleich vorkommen können, einer wie der andere, dann könnte man meinen, dass sie auch für den Schöpfer einfach eine graue Masse sind. Aber so ist es nicht: Wir alle, so verschieden und so gleich, sind für den Höchsten nicht einer wie der andere, nicht austauschbar, keine gesichtslosen Rädchen in Seinem riesigen Weltgebäude.
זֹאת עֲבֹדַת מִשְׁפְּחֹת בְּנֵי מְרָרִי לְכָל־עֲבֹדָתָם בְּאֹהֶל מוֹעֵד בְּיַד אִיתָמָר בֶּן־אַהֲרֹן הַכֹּהֵן׃
sot awodát mischpechót benéj merarí lechol-awodatám be'óhel mo'éd bejád itamár ben-aharón hakkohén
33 Dies ist der Dienst der Familie Meraris bei all ihrer Arbeit im Zelt der Begegnung, unter der Verfügung Itamars, des Sohnes Aharons, des Kohen.
Der Höchste hat also die Ordnung festgelegt, nach der alle Pflichten im levitischen Dienst verteilt werden. Jeder ist ein Spezialist für ein enges Gebiet: Einer trägt die heiligen Gefäße, einer trägt nur die Vorhänge, einer nur die Säulen. Und es scheint, als könnte der Dienst des einen wichtiger erscheinen, weil der Mensch das Heiligste berührt, und der Dienst des anderen weniger wichtig, weil er irgendwelche Seile, Spannseile und Säulen trägt. Aber nur all das zusammen bildet ein einheitliches Ganzes. Ohne eine Säule ist der Hof schon nicht mehr der Hof, und der Mischkan ist nicht der Mischkan. All das ist Teil eines einzigen Dienstes, nur alles zusammen kann funktionieren, deshalb kann es bei einer Familie keine Geringschätzung gegenüber einer anderen geben. So kann ein Lehrer in der Synagoge nicht mit Geringschätzung auf den herabsehen, der die Gäste empfängt, oder auf den, der die Stühle aufstellt, wenn es für das Lernen nötig ist, die Blätter verteilt und so weiter. Ohne das ist es unmöglich zu lernen, ohne das ist es unmöglich zu arbeiten, all das ist Teil eines einzigen Mechanismus. Genauso kann das Gehirn die Nieren nicht geringschätzen, die Nieren können das Herz nicht geringschätzen, und das Gehirn können sie auch nicht geringschätzen. Der Höchste setzt alles zusammen in Gang, wie einen einheitlichen, aufeinander abgestimmten Organismus. Einerseits gibt es hier keine Alleskönner, genauso wie im Organismus des Menschen, hier sind alle Spezialisten für ein enges Gebiet. Andererseits ist ohne die enge Spezialisierung auch nur eines der Spezialisten keinerlei Arbeit möglich.
וַיִּפְקֹד מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן וּנְשִׂיאֵי הָעֵדָה אֶת־בְּנֵי הַקְּהָתִי לְמִשְׁפְּחֹתָם וּלְבֵית אֲבֹתָם׃
wajifkód mosché we'aharón unsi'éj ha'edáDie russische Umschrift hat hier „ba'edá“ (in der Gemeinde), der hebräische Text aber „ha'edá“ (die Gemeinde). Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. et-benéj hakkehatí lemischpechotám ulwéjt awotám
34 Und es zählten Mosche und Aharon und die Häupter der Gemeinden die Söhne Kehats nach ihren Familien, nach dem Haus ihres Vaters,
מִבֶּן שְׁלֹשִׁים שָׁנָה וָמַעְלָה וְעַד בֶּן־חֲמִשִּׁים שָׁנָה כָּל־הַבָּא לַצָּבָא לַעֲבֹדָה בְּאֹהֶל מוֹעֵד׃
mibbén scheloschím schaná wamá'la we'ád ben-chamischím schaná kol-habbá lazzawá la'awodá be'óhel mo'éd
35 Von dreißig Jahren bis fünfzig Jahren, alle, die in die Heere kommen, für den Dienst im Zelt der Begegnung.
וַיִּהְיוּ פְקֻדֵיהֶם לְמִשְׁפְּחֹתָם אַלְפַּיִם שְׁבַע מֵאוֹת וַחֲמִשִּׁים׃
wajihjú fekudehém lemischpechotám alpájim schewá me'ót wachamischím
36 Und die Zahl der Erfassten nach ihren Familien war – zweitausendsiebenhundertfünfzig.
אֵלֶּה פְקוּדֵי מִשְׁפְּחֹת הַקְּהָתִי כָּל־הָעֹבֵד בְּאֹהֶל מוֹעֵד אֲשֶׁר פָּקַד מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן עַל־פִּי יְהוָה בְּיַד־מֹשֶׁה׃
élle fekudéj mischpechót hakkehatí kol-ha'owéd be'óhel mo'éd aschér pakád mosché we'aharón al-pí adonáj bejad-mosché
37 Und dies sind die Gezählten aus der Familie Kehats, alle zum Dienst Tauglichen im Zelt der Begegnung, die Mosche und Aharon erfassten nach dem Mund des HERRN durch die Hand Mosches.
Selbstverständlich tragen sie nicht alle zugleich die Geräte des Mischkan, denn er ist nicht so groß, dass es für alle genug Gegenstände gäbe. Aber sie alle befinden sich im Zustand eines Pioniers, der „allzeit bereit“ ist, im Zustand völliger Bereitschaft, diese ihre enge Spezialisierung auszuführen. Keiner von ihnen wird sagen: „Entschuldigung, hier ist der levitische Platz besetzt, ich gehe mal an einem anderen Ort dienen, beschäftige mich mit etwas anderem, wo ich vielleicht mehr gebraucht werde.“ Selbstverständlich leben sie und tun irgendeine andere Arbeit, aber ihr Dienst für den Höchsten kann in diesem Fall nur im Potenzial bestehen: „Hier bin ich bereit, die heiligen Geräte des Mischkan zu tragen, hier seine Säulen und Bretter. Und diese Bereitschaft, sie ist mein ganzes Leben lang bei mir.“ Und so für jede der Familien der Leviten. Deshalb zählt der Höchste auf, zählt eintönig alle Familien einzeln auf, mit Angabe der Anzahl. Jeder ist gezählt, jeder ist erfasst. Und sie alle hat der Höchste genau für den jeweils eigenen Dienst bestimmt. Vielleicht deshalb, weil schon die innere Bereitschaft zu diesem Dienst und die Fähigkeit, ihn auszuführen, den Menschen formt und verändert, den Leviten formt und verändert.
In der heutigen Welt sagen gläubige Menschen oft zu mir: „Wir erfüllen unsere Bestimmung nicht, ich fühle, dass ich dem Höchsten überhaupt nicht diene.“ Die Tora sagt: „Wacht, seid bereit dafür, dass jederzeit der Dienst an eure Tür klopfen kann, in Gestalt eines Armen, in Gestalt eines Kranken, in Gestalt eines Menschen, mit dem man reden muss, dem man zulächeln muss, in Gestalt irgendeiner Arbeit, die getan werden muss; das Wachen ist ein Teil des Dienstes. Wenn du wachst, wenn du zu dieser Arbeit bereit bist, jederzeit zu diesem Dienst bereit, dann dienst du schon. Es ist klar, dass von vielen Tausend Leviten nicht alle die Möglichkeit haben werden, die Gefäße des Tempels auch nur irgendwann einmal zu berühren. Aber der levitische Dienst selbst war möglich dank ihrer Bereitschaft, diesen Dienst jederzeit auszuführen, dank ihrer beruflichen Ausbildung. Man bereitete sie auf diesen Dienst vor, den sie vielleicht niemals vollziehen würden. Und auch uns ruft der Höchste und sagt: Seid bereit, seid bereit zum Dienst in jedem Moment. Die Bereitschaft ist schon an sich Dienst. Sofern wir uns natürlich nicht mit unserer Bereitschaft selbst betrügen.
וּפְקוּדֵי בְּנֵי גֵרְשׁוֹן לְמִשְׁפְּחוֹתָם וּלְבֵית אֲבֹתָם׃
ufkudéj benéj gereschón lemischpechotám ulwéjt awotám
38 Und die Erfassten aus den Familien Gerschons nach ihren Familien und nach dem Haus ihres Vaters,
מִבֶּן שְׁלֹשִׁים שָׁנָה וָמַעְלָה וְעַד בֶּן־חֲמִשִּׁים שָׁנָה כָּל־הַבָּא לַצָּבָא לַעֲבֹדָה בְּאֹהֶל מוֹעֵד׃
mibbén scheloschím schaná wamá'la we'ád ben-chamischím schaná kol-habbá lazzawá la'awodá be'óhel mo'éd
39 Von dreißig Jahren und älter bis fünfzig Jahren, jeden, der in das Heer der Diener kommt, für die Arbeit im Zelt der Begegnung,
וַיִּהְיוּ פְּקֻדֵיהֶם לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם אַלְפַּיִם וְשֵׁשׁ מֵאוֹת וּשְׁלֹשִׁים׃
wajihjú pekudehém lemischpechotám lewéjt awotám alpájim weschésch me'ót uschloschím
40 Und es wurden gezählt nach ihren Familien und nach dem Haus ihres Vaters – zweitausendsechshundertdreißig.
אֵלֶּה פְקוּדֵי מִשְׁפְּחֹת בְּנֵי גֵרְשׁוֹן כָּל־הָעֹבֵד בְּאֹהֶל מוֹעֵד אֲשֶׁר פָּקַד מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן עַל־פִּי יְהוָה׃
élle fekudéj mischpechót benéj gereschón kol-ha'owéd be'óhel mo'éd aschér pakád mosché we'aharón al-pí adonáj
41 Dies ist die gezählte Familie Gerschons, alle Diener des Zeltes der Begegnung, wie Mosche und Aharon sie zählten nach dem Wort des HERRN.
Das heißt, sie alle werden Diener des Zeltes der Begegnung genannt, diese ganze nicht geringe Zahl von Menschen: „Wer bist du? Ich bin Soldat. Und warum habt ihr so wenige Sturmgewehre? So hat es der Höchste entschieden.“ Sie alle gehen in das Heer, nicht alle mit Waffen, aber alle sind bereit. Und in gewissem Sinn werden all diese zweitausendsechshundertdreißig Menschen das tragen, was der Familie Gerschons zu tragen bestimmt ist.
וּפְקוּדֵי מִשְׁפְּחֹת בְּנֵי מְרָרִי לְמִשְׁפְּחֹתָם לְבֵית אֲבֹתָם׃
ufkudéj mischpechót benéj merarí lemischpechotám lewéjt awotám
42 Und die Gezählten aus der Familie der Söhne Meraris nach ihren Familien, nach dem Haus ihres Vaters,
מִבֶּן שְׁלֹשִׁים שָׁנָה וָמַעְלָה וְעַד בֶּן־חֲמִשִּׁים שָׁנָה כָּל־הַבָּא לַצָּבָא לַעֲבֹדָה בְּאֹהֶל מוֹעֵד׃
mibbén scheloschím schaná wamá'la we'ád ben-chamischím schaná kol-habbá lazzawá la'awodá be'óhel mo'éd
43 Von dreißig Jahren und darüber bis zum Alter von fünfzig Jahren jeden, der in das Heer der Diener kommt, für die Arbeit im Zelt der Begegnung,
וַיִּהְיוּ פְקֻדֵיהֶם לְמִשְׁפְּחֹתָם שְׁלֹשֶׁת אֲלָפִים וּמָאתָיִם׃
wajihjú fekudehém lemischpechotám schelóschet alafím umatajim
44 Und es wurden gezählt nach ihren Familien dreitausendzweihundert.
אֵלֶּה פְקוּדֵי מִשְׁפְּחֹת בְּנֵי מְרָרִי אֲשֶׁר פָּקַד מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן עַל־פִּי יְהוָה בְּיַד־מֹשֶׁה׃
élle fekudéj mischpechót benéj merarí aschér pakád mosché we'aharón al-pí adonáj bejad-mosché
45 Das ist die Zählung der Familie der Söhne Meraris, wie Mosche und Aharon sie zählten nach dem Wort des HERRN durch die Hand Mosches.
Und nachdem sie die Zählung aller Familien der Leviten abgeschlossen hat, geht die Tora zur Spalte „Insgesamt“ über.
כָּל־הַפְּקֻדִים אֲשֶׁר פָּקַד מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן וּנְשִׂיאֵי יִשְׂרָאֵל אֶת־הַלְוִיִּם לְמִשְׁפְּחֹתָם וּלְבֵית אֲבֹתָם׃
kol-happekudím aschér pakád mosché we'aharón unsi'éj jisraél et-halwijím lemischpechotám ulwéjt awotám
46 Und alle Gezählten, die Mosche und Aharon und die Häupter der Gemeinde Israels zählten, die Leviten nach ihren Familien und nach dem Haus ihres Vaters,
מִבֶּן שְׁלֹשִׁים שָׁנָה וָמַעְלָה וְעַד בֶּן־חֲמִשִּׁים שָׁנָה כָּל־הַבָּא לַעֲבֹד עֲבֹדַת עֲבֹדָה וַעֲבֹדַת מַשָּׂא בְּאֹהֶל מוֹעֵד׃
mibbén scheloschím schaná wamá'la we'ád ben-chamischím schaná kol-habbá la'awód awodát awodá wa'awodát massá be'óhel mo'éd
47 Von dreißig Jahren und bis fünfzig Jahren, jeden, der kommt, um mit dem Dienen des Dienstes zu dienen im Zelt der Begegnung,
וַיִּהְיוּ פְּקֻדֵיהֶם שְׁמֹנַת אֲלָפִים וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת וּשְׁמֹנִים׃
wajihjú pekudehém schemonát alafím wachamésch me'ót uschmoním
48 Und es waren ihrer Gezählten insgesamt achttausendfünfhundertachtzig.
עַל־פִּי יְהוָה פָּקַד אוֹתָם בְּיַד־מֹשֶׁה אִישׁ אִישׁ עַל־עֲבֹדָתוֹ וְעַל־מַשָּׂאוֹ וּפְקֻדָיו אֲשֶׁר־צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
al-pí adonáj pakád otám bejad-mosché isch isch al-awodató we'al-massaó ufkudáw ascher-ziwwá adonáj et-mosché
49 Nach dem Wort des HERRN wurden sie erfasst durch die Hand Mosches, jeder Mensch nach seiner Arbeit und nach seiner Bestimmung zum Tragen; und jeder ist gezählt, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Eifersucht zerstört das Herz
Bemidbar 5,1–31
Mit Gottes Hilfe setzen wir, ihr und ich, das Studium des Wochenabschnitts Nasso fort und werden ab Vers 1 von Kapitel 5 lesen.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
1 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:
צַו אֶת־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וִישַׁלְּחוּ מִן־הַמַּחֲנֶה כָּל־צָרוּעַ וְכָל־זָב וְכֹל טָמֵא לָנָפֶשׁ׃
zaw et-benéj jisraél wischallechú min-hammachané kol-zarúa wechol-sáw wechól tamé lanáfesch
2 Gebiete den Söhnen Israels, und sie sollen aus dem Lager hinausschicken (wegschicken) jeden, der von Zara'at befallen ist, und jeden, der an Ausflüssen leidet, und jeden, der sich verunreinigt hat.
Wir haben im Buch Wajikra ausführlich über diese Arten der Verunreinigung gesprochen und darüber, dass solche Verunreinigten sich außerhalb des Lagers reinigen müssen. Manchmal können wir irgendeine Unreinheit in uns nicht verarbeiten, indem wir auf irgendeine laute Party gehen, in eine Menschenmenge, zu einem Tora-Unterricht oder indem wir irgendwie anders versuchen, uns abzulenken. Es gibt Fälle, in denen unsere Reinigung, unsere innere Arbeit außerhalb des Lagers geschehen muss. Das ist nicht immer ein schlechter Zustand. Vielleicht hat der Mensch hier ein Gebot erfüllt und einen Toten gewaschen, ihn für das Begräbnis vorbereitet. Und dennoch macht ihn das unrein und ruft ihn zu einer bestimmten Arbeit außerhalb der Gemeinde. Ich wiederhole noch einmal, dass das nicht schlecht ist, es ist einfach eine besondere Art von Arbeit.
מִזָּכָר עַד־נְקֵבָה תְּשַׁלֵּחוּ אֶל־מִחוּץ לַמַּחֲנֶה תְּשַׁלְּחוּם וְלֹא יְטַמְּאוּ אֶת־מַחֲנֵיהֶם אֲשֶׁר אֲנִי שֹׁכֵן בְּתוֹכָם׃
missachár ad-nekewá teschalléchu el-michúz lammachané teschallechúm weló jetammeú et-machanehém aschér aní schochén betochám
3 Von Mann und Frau schickt hinaus, über die Grenzen des Lagers schickt sie hinaus, und sie sollen euer Lager nicht verunreinigen, wenn Ich in eurer Mitte weile.“
Unabhängig vom Geschlecht wird ein Mensch, der an Zara'at leidet, oder an Ausflüssen, oder der sich verunreinigt hat, aus dem Lager hinausgeschickt. Er lebt dort nicht in einer Schlucht, übernachtet dort nicht zwischen Felsen. Dort gibt es irgendwelche eingerichteten Plätze, es gibt die Möglichkeit, dort zu existieren. Aber das ist eine Art Quarantäne, in die der Mensch zur Reinigung gebracht wird.
Wir wissen, dass es das Lager der Leviten gibt. Dort ist das Heilige, und dorthin muss man nach besonderer Vorbereitung, in einem besonderen Zustand eintreten. Aber auch einfach, um sich im Lager Israels aufzuhalten, wenn der Höchste in Israel gegenwärtig ist, braucht es einen besonderen Zustand, braucht es Reinheit. Wenn ein Mensch tame (unrein) wird und es ein Hindernis dafür gibt, dass das göttliche Licht in ihn eindringt, geht er aus dem Lager hinaus.
וַיַּעֲשׂוּ־כֵן בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וַיְשַׁלְּחוּ אוֹתָם אֶל־מִחוּץ לַמַּחֲנֶה כַּאֲשֶׁר דִּבֶּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה כֵּן עָשׂוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃
waja'asu-chén benéj jisraél wajschallechú otám el-michúz lammachané ka'aschér dibbér adonáj el-mosché ken asú benéj jisraél
4 Und so taten die Söhne Israels und schickten sie hinaus außerhalb des Lagers; wie der HERR zu Mosche geredet hatte, so taten die Söhne Israels.
Was früher ein theoretisches Gesetz war, tritt von diesem Moment an in Kraft, von dem Moment an, in dem die Bewegung beginnt, in dem das Volk sich auf den Weg macht. Und Israel schickt die Unreinen aus dem Lager hinaus.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
5 Und der HERR sagte zu Mosche und sprach:
דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אִישׁ אוֹ־אִשָּׁה כִּי יַעֲשׂוּ מִכָּל־חַטֹּאת הָאָדָם לִמְעֹל מַעַל בַּיהוָה וְאָשְׁמָה הַנֶּפֶשׁ הַהִוא׃
dabbér el-benéj jisraél isch o-ischá ki ja'asú mikkol-chattót ha'adám lim'ól má'al badonáj we'aschemá hannéfesch hahí
6 „Rede mit den Söhnen Israels: Mann oder Frau, wenn sie nach irgendeiner Sünde des Menschen handeln, um mit dem Vertrauen des Höchsten zu betrügen (das Vertrauen zu verraten), und jene Seele schuldig wird,
Es geht hier darum, dass ein Mensch einen Raub begangen hat. Raub heißt nicht unbedingt, jemandem etwas wegzunehmen, indem man ihm ein Messer an die Kehle setzt. Raub kann zum Beispiel sein, dass ein Mensch ein Pfand genommen hat und es nicht zurückgibt, oder jemandem den zustehenden Lohn nicht auszahlt, oder geliehenes Geld nicht zurückgibt. Und dann kann er entweder auf frischer Tat ertappt werden, oder es können irgendwelche Zeugen seiner Tat auftauchen, oder es hat ihn selbst in der Seele gejuckt, und er hat beschlossen, sich zu stellen und sein Gewissen zu reinigen. Genau um diese Situation geht es. Aber warum wird das zu einer Sünde vor dem Höchsten? Weil der Mensch beim Namen des Höchsten schwört und also den Höchsten anruft, Zeuge dafür zu sein, dass er dieses Pfand nicht genommen hat, oder es schon zurückgegeben hat, oder den Lohn bezahlt hat, oder den Menschen nicht angestellt hat – kurz, er schwört beim Namen des Höchsten in einer solchen Situation, um aus ihr herauszukommen.
וְהִתְוַדּוּ אֶת־חַטָּאתָם אֲשֶׁר עָשׂוּ וְהֵשִׁיב אֶת־אֲשָׁמוֹ בְּרֹאשׁוֹ וַחֲמִישִׁתוֹ יֹסֵף עָלָיו וְנָתַן לַאֲשֶׁר אָשַׁם לוֹ׃
wehitwaddú et-chattatám aschér asú weheschíw et-aschamó beroschó wachamischitó josséf aláw wenatán la'aschér aschám lo
7 Und sie sollen ihre Sünde bekennen, die sie getan haben (sie eingestehen), und jeder soll das zurückgeben, worin er schuldig geworden ist, und den fünften Teil dazu hinzufügen, und es dem geben, gegen den er sich verschuldet hat.
Zum Beispiel habe ich jemandem absichtlich etwas weggenommen, gebe es nicht zurück und bin auf frischer Tat ertappt worden oder habe es mir anders überlegt. In diesem Fall muss ich zurückgeben, was ich genommen habe, und den fünften Teil dazu hinzufügen. Wir haben mehrmals darüber gesprochen, dass der fünfte Teil 20 % bedeuten kann, wenn 100 % in fünf Teile geteilt werden, oder 25 %, wenn 100 % in 4 Teile geteilt werden, also 120 % oder 125 % des Wertes. So oder so bin ich verpflichtet, den fünften Teil als Ausgleich für das hinzuzufügen, worin ich schuldig bin.
וְאִם־אֵין לָאִישׁ גֹּאֵל לְהָשִׁיב הָאָשָׁם אֵלָיו הָאָשָׁם הַמּוּשָׁב לַיהוָה לַכֹּהֵן מִלְּבַד אֵיל הַכִּפֻּרִים אֲשֶׁר יְכַפֶּר־בּוֹ עָלָיו׃
we'im-éjn la'ísch go'él lehaschíw ha'aschám eláw ha'aschám hammuscháw ladonáj lakkohén millewád ejl hakkippurím aschér jechapper-bó aláw
8 Und wenn der Mensch keinen Verwandten hat, es niemanden gibt, dem man zurückgeben kann, was ich genommen habe, dann wird es dem HERRN zurückgegeben, dem Kohen gehört es, und das außer dem Lamm der Sühne, mit dem er für sich Sühne erwirken wird.
Es hat sich so ergeben, dass der Mensch, vor dem ich schuldig bin, keine Familie hat, keine Verwandten, und er selbst ist nicht mehr am Leben, so etwas kommt vor. Am wahrscheinlichsten ist, dass hier von einem Proselyten die Rede ist. Die Kinder eines Proselyten, der stirbt, beerben ihn nicht, wie wir wissen. Er ist wie ein trockener Baum, so sagen es die Propheten, und es gibt niemanden, dem man zurückgeben kann, was ihm gestohlen wurde.
Lasst uns versuchen zu verstehen, worum es geht. Angenommen, ein Ger, ein Proselyt, ist Opfer eines Raubes geworden, und es gibt niemanden mehr, dem man das Geraubte zurückgeben kann, er hat keine Erben. In diesem Fall wird das Geraubte dem Kohen zurückgegeben. Warum so? Weil der Ger ihm in gewisser Weise verwandt ist. Wie der Kohen kein Erbteil im Land Israel hat, so hat auch der Proselyt kein Erbteil im Land Israel. In gewissem Maße ist er im Lager Israels ein Fremdling in physischer Hinsicht, während er ihm in geistlicher Hinsicht angehört. Und auch das macht den Proselyten dem Kohen nahe. Er hat sich Israel nicht wegen Blutsverwandtschaft angeschlossen, wegen physischer Verwandtschaft. Er befindet sich in Israel aus ausschließlich geistlichen Gründen. Deshalb ist die Ehrerbietung und die Achtung gegenüber dem Ger größer als die Achtung gegenüber einem Juden: Die Liebe zum Ger ist ein eigenes Gebot. Deshalb wird das, was ihm zurückzugeben ist, dem Kohen zurückgegeben. Und der Mensch, der gesündigt hat, gibt ihm, außer dass er dem Kohen einen Widder zur Sühne seiner Sünde bringt, den Wert dessen zurück, was dem Proselyten gestohlen wurde, plus den fünften Teil dieses Wertes.
וְכָל־תְּרוּמָה לְכָל־קָדְשֵׁי בְנֵי־יִשְׂרָאֵל אֲשֶׁר־יַקְרִיבוּ לַכֹּהֵן לוֹ יִהְיֶה׃
wechol-terumá lechol-kodschéj wenej-jisraél ascher-jakríwu lakkohén lo jihjé
9 Jede Erhebung, die die Söhne Israels dem HERRN durch den Kohen darbringen, wird ihm gehören.
Wenn wir beschlossen haben, dem HERRN etwas zu weihen, von einem Eimer Äpfel bis zu einem Kanten Brot, wie können wir es Ihm dann geben? Der Höchste sagt: „Wollt ihr Mir etwas geben – gebt es den Kohanim, gebt es meinen Dienern auf der Erde.“
וְאִישׁ אֶת־קֳדָשָׁיו לוֹ יִהְיוּ אִישׁ אֲשֶׁר־יִתֵּן לַכֹּהֵן לוֹ יִהְיֶה׃
we'ísch et-kodascháw lo jihjú isch ascher-jittén lakkohén lo jihjé
10 Und jeder Mensch soll sein Geweihtes dem Kohen geben, und es wird ihm gehören.“
Wollt ihr dem Höchsten etwas geben – gebt es Seinem Diener. Der Höchste selbst braucht selbstverständlich weder Äpfel noch Brot noch Lämmer. Ihm gehört alles, was auf der Erde ist, was es auch sei.

Mit Vers 11 beginnt ein neues Thema, ein erstaunliches Thema.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
11 Und der HERR sagte zu Mosche und sprach:
דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם אִישׁ אִישׁ כִּי־תִשְׂטֶה אִשְׁתּוֹ וּמָעֲלָה בוֹ מָעַל׃
dabbér el-benéj jisraél we'amartá alehém isch isch ki-tisté ischtó uma'alá wo má'al
12 „Sprich zu den Söhnen Israels, und du sollst sagen: Jeder Mensch, wenn ihm seine Frau untreu wird und ihn mit Betrug betrügt,
וְשָׁכַב אִישׁ אֹתָהּ שִׁכְבַת־זֶרַע וְנֶעְלַם מֵעֵינֵי אִישָׁהּ וְנִסְתְּרָה וְהִיא נִטְמָאָה וְעֵד אֵין בָּהּ וְהִוא לֹא נִתְפָּשָׂה׃
weschacháw isch otá schichwat-séra wene'lám me'ejnéj ischá wenisterá wehí nitmá'a we'éd ejn ba wehí lo nitpássa
13 Und ein fremder Mann liegt bei ihr mit Samenerguss, und es bleibt dem Ehemann verborgen, und wenn sie sich mit jemandem versteckt hat, und es keinen Zeugen gegen sie gibt, und sie nicht mit Gewalt genommen wurde,
וְעָבַר עָלָיו רוּחַ־קִנְאָה וְקִנֵּא אֶת־אִשְׁתּוֹ וְהִוא נִטְמָאָה אוֹ־עָבַר עָלָיו רוּחַ־קִנְאָה וְקִנֵּא אֶת־אִשְׁתּוֹ וְהִיא לֹא נִטְמָאָה׃
we'awár aláw ruach-kin'á wekinné et-ischtó wehí nitmá'a o-awár aláw ruach-kin'á wekinné et-ischtó wehí lo nitmá'a
14 Und es kam über ihn (ging über ihn hin) der Geist der Eifersucht, und er wurde eifersüchtig auf seine Frau, und sie ist tatsächlich verunreinigt, oder es kam über ihn der Geist der Eifersucht, und er wurde eifersüchtig auf seine Frau, sie aber hat sich nicht verunreinigt,
Es gibt Fälle, in denen eine Frau sich irgendwo mit einem anderen Mann zurückgezogen hat, der nicht ihr Mann ist. Und obwohl wir dabei nicht wissen können, ob zwischen ihnen etwas geschehen ist, ist schon das Alleinsein an sich nicht gut, und es gibt einen Anlass zur Eifersucht. Und dennoch können wir nicht wissen, ob es zwischen ihnen irgendeine engere Beziehung gab. Der Mann kann zu der Frau sagen: „Ich bin eifersüchtig auf dich wegen dieses Menschen, es gefällt mir nicht, dass du dich mit genau diesem Menschen zurückziehst.“ Die Frau erhält von diesem Moment an gleichsam eine Warnung. Wenn sie sich aber ein zweites Mal mit diesem Menschen zurückzieht, dann wird alles nach einem anderen Szenario geschehen, das weiter unten beschrieben wird.
Oder es kam wiederum über ihn der Geist der Eifersucht, und er ist eifersüchtig auf seine Frau, aber sie war ihm nicht untreu. Wie soll man das erfahren? Eifersucht ist ein schreckliches Gefühl, Eifersucht frisst die Menschen auf, sie lässt den Menschen keine Ruhe, sie wird oft zum Grund für Streit, wird sogar zum Grund für die Zerstörung der Familie. Ein eifersüchtiger Mann oder eine eifersüchtige Frau zerbrechen jegliches Vertrauen in der Familie. Eifersucht kann sehr zerstörerisch sein, mit Grund oder ohne Grund.
Was geschieht dann also weiter?
וְהֵבִיא הָאִישׁ אֶת־אִשְׁתּוֹ אֶל־הַכֹּהֵן וְהֵבִיא אֶת־קָרְבָּנָהּ עָלֶיהָ עֲשִׂירִת הָאֵיפָה קֶמַח שְׂעֹרִים לֹא־יִצֹק עָלָיו שֶׁמֶן וְלֹא־יִתֵּן עָלָיו לְבֹנָה כִּי־מִנְחַת קְנָאֹת הוּא מִנְחַת זִכָּרוֹן מַזְכֶּרֶת עָוֹן׃
wehewí ha'ísch et-ischtó el-hakkohén wehewí et-korbaná aléha assirít ha'efá kémach se'orím lo-jizók aláw schémen welo-jittén aláw lewoná ki-minchát kena'ót hu minchát sikkarón maskéret awón
15 Der Mann wird seine Frau zum Kohen bringen und wird für sie ein Opfer darbringen: den zehnten Teil eines Maßes Gerstenmehl, ohne jedes Öl und ohne jeden Weihrauch, denn das ist ein Opfer der Eifersucht, das ist eine Erinnerung an die Sünde.
Es ist nichts Edles an ihm, an diesem Opfer. Schon der Zustand von Mann und Frau ist ein Zustand, der für beide geistlich und seelisch ungesund ist. Genau das ist für sie beide der Grund, zum Kohen zu gehen, selbst wenn die Frau nicht untreu war und der Mann ohne Grund eifersüchtig ist. Das ist nicht einfach für ein Ehepaar: Es ist nicht einfach für die Frau, die dessen beschuldigt wird, was sie nicht getan hat; es ist auch nicht einfach für den Mann, den die Eifersucht geradezu auffrisst und der seiner Frau ständig mit Misstrauen begegnet. Also haben beide einen Anlass, zum Kohen zu gehen, mit dem Kohen reden zu gehen. Und der Kohen wird hier unter anderem auch psychologische Hilfe leisten.
וְהִקְרִיב אֹתָהּ הַכֹּהֵן וְהֶעֱמִדָהּ לִפְנֵי יְהוָה׃
wehikríw otá hakkohén wehe'emidá lifné adonáj
16 Und der Kohen wird sie herführen und wird sie vor den HERRN stellen.
Selbstverständlich spricht der Kohen zuerst mit dem Mann, spricht mit der Frau, fragt, was geschehen ist und wie. Wie viel Geduld, Fürsorge und Liebe muss ein Kohen haben, um die Fähigkeit zu besitzen, sich jedes Mal in irgendein neues Problem hineinzudenken, sich jedes Mal in eine neue Situation hineinzuversetzen. Und wie viel Fürsorge hat der Höchste für den Menschen! Der Höchste hat nicht zum Mann gesagt: „Du bist eifersüchtig – überwinde es, tritt deiner Eifersucht auf die Kehle, hör auf, eifersüchtig zu sein, und wenn du es nicht kannst, wenn es dir nicht gefällt – lass dich scheiden.“ Sondern der Höchste sorgt sich nicht nur um den Erhalt des Ehepaares, sondern auch um die Wiederherstellung des Friedens im Herzen des Menschen, über den ein nicht ganz reiner Geist der Eifersucht kommt. Wir sehen das nicht im Text der Tora, im Text der MischnaDieser Satz ist im Original genauso gebaut: Es bleibt offen, ob die Mischna dem Text der Tora gegenübergestellt oder mit ihm zusammen genannt wird. Er ist deshalb wörtlich übersetzt., die beschreibt, wie alles ablief, insbesondere im Zweiten Tempel. Beschrieben wird eine ganze Reihe erniedrigender Prozeduren, bei denen diese Frau in nicht ganz bedecktem Zustand am Nikanor-Tor zur Schau gestellt wird. Und alle, die vorbeigehen, schauen sie an, wie sie in diesem unansehnlichen Zustand und in dieser unansehnlichen Lage dasteht. Und sie durchläuft eine ganze Reihe unangenehmer, völlig erniedrigender, würde ich sagen, Prozeduren, auf deren Einzelheiten ich hier nicht eingehen will. Nach dem Gesetz, wie es galt, wie die Weisen es festgelegt hatten, konnte die Frau zu ihrem Mann sagen: „Ich gehe mich nicht prüfen lassen.“ Von diesem Moment an galt sie als unschuldig, die Ehe wurde beendet, aber sie bekam das Geld aus ihrer Ktuba (dem Ehevertrag) nicht, sie ging vom Mann weg, so wie sie war.
Ich erkläre es für diejenigen, die es nicht wissen. Nach den jüdischen Gesetzen verspricht der Bräutigam, der künftige Ehemann, wenn man ein Mädchen vor Zeugen zur Frau nimmt, dass er sie unter würdigen Bedingungen versorgen und die Kinder ernähren wird. Sie und die Kinder werden ein Dach über dem Kopf, Kleidung, Nahrung haben, und all das wird würdig sein. Und wenn er plötzlich beschließt, sie wegzuschicken, das heißt, sich von ihr scheiden zu lassen, dann wird er ihr die und die Geldsumme geben. Er gibt ihr das Versprechen, dass er sie nicht einfach so verlässt, dass sie nicht mit nichts dasteht. Aber wenn es irgendwelche Gründe gibt, die an ihrer „oblico morale“ zweifeln lassen, oder ihr eigener Wunsch, in einer solchen beschriebenen Situation zu gehen, wenn sie sagte: „Mit so einem Eifersüchtigen wie dir werde ich nicht leben“, dann ging sie ohne dieses Scheidungsgeld. Wenn sie aber ihre Bereitschaft erklärte, die Prüfung beim Kohen zu durchlaufen, wenn sie sich darauf einließ, dann bedeutet das, dass sie die Familie erhalten wollte, ihrem Mann erlaubt sein wollte, wollte, dass ihre Ehe zulässig ist. Und wieder ein, wahrscheinlich sehr wichtiger, Vorbehalt: Wenn ihr Mann eifersüchtig auf sie ist, wenn sie in einem solchen Streit, in einer solchen Situation sind, dann ist ihnen natürlich die intime Nähe verboten. Im Moment eines Streits, wenn die Eheleute geistlich entzweit sind, ist ihnen körperliche Nähe immer verboten. Es ist verboten, mit der Frau intim zu sein, die du nicht besänftigt hast, mit der du dich nicht versöhnt hast. Und Eifersucht ist eines dieser Hindernisse. Genau in diesem Zustand kamen Mann und Frau zum Kohen.
Der Kohen stellt also die Frau vor den Höchsten.
וְלָקַח הַכֹּהֵן מַיִם קְדֹשִׁים בִּכְלִי־חָרֶשׂ וּמִן־הֶעָפָר אֲשֶׁר יִהְיֶה בְּקַרְקַע הַמִּשְׁכָּן יִקַּח הַכֹּהֵן וְנָתַן אֶל־הַמָּיִם׃
welakách hakkohén májim kedoschím bichli-cháres umin-he'afár aschér jihjé bekarká hammischkán jikkách hakkohén wenatán el-hammájim
17 Und der Kohen nahm heiliges Wasser (Wasser aus einer Quelle) in einem Tongefäß, und vom Staub, der auf dem Boden des Mischkan ist, wird der Kohen nehmen und diesen Staub ins Wasser werfen (eine Art Erschaffung des Menschen aus Staub, nur durch die Hände des Kohen).
וְהֶעֱמִיד הַכֹּהֵן אֶת־הָאִשָּׁה לִפְנֵי יְהוָה וּפָרַע אֶת־רֹאשׁ הָאִשָּׁה וְנָתַן עַל־כַּפֶּיהָ אֵת מִנְחַת הַזִּכָּרוֹן מִנְחַת קְנָאֹת הִוא וּבְיַד הַכֹּהֵן יִהְיוּ מֵי הַמָּרִים הַמְאָרֲרִים׃
wehe'emíd hakkohén et-ha'ischá lifné adonáj ufará et-rósch ha'ischá wenatán al-kappéha et minchát hassikkarón minchát kena'ót hi uwjád hakkohén jihjú me hammarím ham'ararím
18 Und der Kohen wird diese Frau vor den HERRN stellen, und er wird den Kopf der Frau zerzausen, und in ihren Handflächen wird die Gedenkgabe sein, die Darbringung der Eifersucht, und in der Hand des Kohen werden die bitteren Wasser sein, die verfluchenden (die Flüche bringen).
Gerade aus dieser Stelle der Tora lehrt man, dass eine Frau ihren Kopf bedecken muss, entweder mit etwas oder mit einem Flechten der Haare. Bei den orientalischen Juden war es üblich, dass verheiratete Frauen ihre Haare zu Zöpfchen binden, die Zöpfchen fest am Kopf festbinden und dabei Bändchen in die Zöpfe einflechten. So oder so geht die Frau mit bedeckten oder geflochtenen (nicht mit offenen) Haaren. Und im Moment der Prüfung zerzaust der Kohen ihre Haare.
וְהִשְׁבִּיעַ אֹתָהּ הַכֹּהֵן וְאָמַר אֶל־הָאִשָּׁה אִם־לֹא שָׁכַב אִישׁ אֹתָךְ וְאִם־לֹא שָׂטִית טֻמְאָה תַּחַת אִישֵׁךְ הִנָּקִי מִמֵּי הַמָּרִים הַמְאָרֲרִים הָאֵלֶּה׃
wehischbíja otá hakkohén we'amár el-ha'ischá im-ló schacháw isch otách we'im-ló satít tum'á táchat ischéch hinnakí mimmé hammarím ham'ararím ha'élle
19 Und der Kohen wird sie beschwören und wird zu der Frau sagen: „Wenn kein fremder Mann bei dir gelegen hat, wenn du nicht unrein Unzucht getrieben hast vor deinem Mann, so wirst du rein sein von diesen bitteren, verfluchenden Wassern.
וְאַתְּ כִּי שָׂטִית תַּחַת אִישֵׁךְ וְכִי נִטְמֵאת וַיִּתֵּן אִישׁ בָּךְ אֶת־שְׁכָבְתּוֹ מִבַּלְעֲדֵי אִישֵׁךְ׃
we'át ki satít táchat ischéch wechí nitmét wajittén isch bach et-schechowtó mibbal'adé ischéch
20 Wenn du aber Unzucht getrieben hast, weg von deinem Mann, und dich verunreinigt hast, und irgendein Mann außer deinem Mann bei dir gelegen hat.“
וְהִשְׁבִּיעַ הַכֹּהֵן אֶת־הָאִשָּׁה בִּשְׁבֻעַת הָאָלָה וְאָמַר הַכֹּהֵן לָאִשָּׁה יִתֵּן יְהוָה אוֹתָךְ לְאָלָה וְלִשְׁבֻעָה בְּתוֹךְ עַמֵּךְ בְּתֵת יְהוָה אֶת־יְרֵכֵךְ נֹפֶלֶת וְאֶת־בִּטְנֵךְ צָבָה׃
wehischbíja hakkohén et-ha'ischá bischwu'át ha'alá we'amár hakkohén la'ischá jittén adonáj otách le'alá welischwu'á betóch amméch betét adonáj et-jerechéch nofélet we'et-bitnéch zawá
21 Und der Kohen wird die Frau mit dem Schwur des Fluches beschwören, und der Kohen wird zu der Frau sagen: „Der HERR wird dich zum Fluch und zum Schwur in deinem Volk machen, denn der HERR wird deine Hüfte verrenken (abfallen lassen), und dein Bauch wird anschwellen.
Das betrifft die Organe, mit denen die Frau gesündigt hat: Ihre Beckenknochen werden sich verrenken und ihr Leib wird anschwellen, wenn diese Wasser als verfluchende Wasser wirken.
וּבָאוּ הַמַּיִם הַמְאָרְרִים הָאֵלֶּה בְּמֵעַיִךְ לַצְבּוֹת בֶּטֶן וְלַנְפִּל יָרֵךְ וְאָמְרָה הָאִשָּׁה אָמֵן אָמֵן׃
uwáu hammájim ham'ararím ha'élle beme'ájich lazbót béten welanpíl jaréch we'amerá ha'ischá amén amén
22 Und diese verfluchenden Wasser werden in deinen Gedärmen sein, damit der Bauch anschwillt und damit die Hüfte herausfällt, sich verrenkt.“ Und die Frau wird sagen: „Amen, amen!“
Und hier sagt der Talmud, wenn er dieses Thema bespricht, dass genau dieser Bauch hier, der hier erwähnt wird, nicht der Bauch der Frau ist, nicht dein Bauch, sondern der Bauch überhaupt. Das heißt, das ist ein Hinweis darauf, dass auch der Mann, wenn er in etwas Ungutes verwickelt ist, ebenfalls der Prüfung unterliegt, und auch sein Bauch anschwellen kann. Obwohl nur die Frau das Wasser trinkt, durchläuft auch ihr Mann die Prüfung. Und wieder: Es heißt nicht deine Hüfte, sondern einfach Hüfte, und auch hier sieht man wiederum einen Hinweis darauf, dass nicht nur die Frau geprüft wird.
וְכָתַב אֶת־הָאָלֹת הָאֵלֶּה הַכֹּהֵן בַּסֵּפֶר וּמָחָה אֶל־מֵי הַמָּרִים׃
wechatáw et-ha'alót ha'élle hakkohén basséfer umachá el-mé hammarím
23 Und der Kohen wird diese Flüche in ein Buch schreiben und wird sie in den bitteren Wassern auslöschen.
Das heißt, der Kohen nimmt ein Stückchen Pergament, schreibt darauf diese Flüche mit dem Namen des Höchsten, und spült ab, löscht dieses Pergament in den verfluchenden Wassern aus, sodass auch der Name des Höchsten ausgelöscht wird. Die Kommentatoren sagen, dass die Fürsorge des Höchsten für den Frieden in der Familie so groß ist, dass Er es auf Sich nimmt, dass Sein Name ausgelöscht wird – um den Frieden in der Familie herzustellen, um Mann und Frau zu versöhnen, damit dieser Geist der Eifersucht sich beruhigt.
וְהִשְׁקָה אֶת־הָאִשָּׁה אֶת־מֵי הַמָּרִים הַמְאָרֲרִים וּבָאוּ בָהּ הַמַּיִם הַמְאָרֲרִים לְמָרִים׃
wehischká et-ha'ischá et-mé hammarím ham'ararím uwáu wa hammájim ham'ararím lemarím
24 Und er wird die Frau die bitteren, verfluchenden Wasser trinken lassen, und die verfluchenden Wasser werden in ihr bitter werden.
Weiter beginnt die Tora zu beschreiben, wie der Kohen ihr dieses Wasser geben wird.
וְלָקַח הַכֹּהֵן מִיַּד הָאִשָּׁה אֵת מִנְחַת הַקְּנָאֹת וְהֵנִיף אֶת־הַמִּנְחָה לִפְנֵי יְהוָה וְהִקְרִיב אֹתָהּ אֶל־הַמִּזְבֵּחַ׃
welakách hakkohén mijád ha'ischa et minchát hakkena'ót weheníf et-hamminchá lifné adonáj wehikríw otá el-hammisbéjach
25 Zuerst nimmt er aus den Händen der Frau die Darbringung der Eifersucht, wird sie vor dem HERRN erheben und wird sie auf dem Altar darbringen.
Wir erinnern uns, wie Speiseopfer dargebracht werden. Die Tora wiederholt es hier noch einmal.
וְקָמַץ הַכֹּהֵן מִן־הַמִּנְחָה אֶת־אַזְכָּרָתָהּ וְהִקְטִיר הַמִּזְבֵּחָה וְאַחַר יַשְׁקֶה אֶת־הָאִשָּׁה אֶת־הַמָּיִם׃
wekamáz hakkohén min-hamminchá et-askaratá wehiktír hammisbécha we'achár jaschké et-ha'ischá et-hammájim
26 Der Kohen nahm eine kleine Handvoll von dieser Darbringung zum Gedenken und wird sie auf dem Altar räuchern, und danach wird er die Frau das Wasser trinken lassen.
Das heißt, die Frau hält das Gefäß mit Wasser, während der Kohen das Opfer darbringt, worauf der Kohen ihr dieses Wasser zu trinken gibt, das schon bitter geworden ist.
וְהִשְׁקָהּ אֶת־הַמַּיִם וְהָיְתָה אִם־נִטְמְאָה וַתִּמְעֹל מַעַל בְּאִישָׁהּ וּבָאוּ בָהּ הַמַּיִם הַמְאָרֲרִים לְמָרִים וְצָבְתָה בִטְנָהּ וְנָפְלָה יְרֵכָהּ וְהָיְתָה הָאִשָּׁה לְאָלָה בְּקֶרֶב עַמָּהּ׃
wehischká et-hammájim wehajetá im-nitme'á wattim'ól má'al be'ischá uwá'u wa hammájim ham'arerím lemarím wezawetá witná wenafelá jerechá wehajetá ha'ischá le'alá bekérew ammá
27 Und er wird ihr Wasser zu trinken geben; wenn sie sich verunreinigt und ihren Mann betrogen hat, und die fluchbringenden Wasser in ihr bitter geworden sind, dann schwoll ihr Bauch an, blähte sich auf, und ihre Hüfte fiel ab, und die Frau wurde zum Fluch inmitten ihres Volkes.
Hier wird zum zweiten Mal wiederholt: und er wird ihr Wasser zu trinken geben. Manche Kommentatoren sehen darin ein solches Element, dass von diesem Moment an, wenn die Frau sagt: „Ich will nicht trinken, ich habe Angst, ich werde nicht trinken!“, man zu ihr sagt: „Trink!“, und man ihr gewaltsam zu trinken gibt, selbst wenn sie schon nicht mehr trinken will.
וְאִם־לֹא נִטְמְאָה הָאִשָּׁה וּטְהֹרָה הִוא וְנִקְּתָה וְנִזְרְעָה זָרַע׃
we'im-ló nitme'á ha'ischá uthorá hi wenikketá wenisre'á sára
28 Und wenn sie sich nicht verunreinigt hat und rein ist, wird sie gereinigt werden und fruchtbar werden.
Das heißt, Kinder zu gebären wird ihr leichter werden, und wenn sie irgendwelche Probleme hatte, die ihr nicht erlaubten, schwanger zu werden, dann werden sie verschwinden. Kurz gesagt, ihre mütterlichen Kräfte werden dadurch zunehmen.
Ein schwieriges und für uns wenig verständliches Verfahren. Es ist unverständlich, wie dieser Mann und diese Frau weiterleben werden nach den Prüfungen, durch die die Frau gegangen ist, die zu Unrecht beschuldigt wurde. Und hier kommt der Mann nicht mit einem Blümchen davon. Andererseits kann man einen Menschen, der eifersüchtig ist, fragen: „Willst du wirklich all das zusammen mit deiner Frau durchmachen?“ Denn es gibt das, womit ich eigentlich begonnen habe: Geht zum Kohen, redet mit dem Kohen. Wenn in einer Familie solche Probleme wie Eifersucht entstehen, dann liegt ein möglicher Grund darin, dass die Familie lange nicht mit dem Kohen gesprochen hat, dass die Familie in irgendwelche anderen Probleme versunken ist und den Kohen lange nicht gesehen hat.
Die Überlieferung erzählt viele verschiedene Geschichten darüber, wie Frauen versuchten, ihre Männer zu betrügen. Zum Beispiel gibt es eine Erzählung über Zwillingsschwestern. Als der Mann die eine der Schwestern zur Prüfung bringen wollte, kam sie zu ihrer Zwillingsschwester und bat: „Geh du an meiner Stelle durch die Prüfung.“ Und die Zwillingsschwester war einverstanden (es war ja doch die Schwester), an ihrer Stelle zu gehen. Und als sie von dieser Prüfung zurückkam, wartete die Schwester bei ihr zu Hause auf sie, sie umarmten sich und küssten sich. Und als sie sich küssten, gelangte ein klein wenig Wasser, das vielleicht noch auf den Lippen der Schwester geblieben war, die die Prüfung durchlaufen hatte, auf die sündige Zwillingsschwester, und diese starb, und was geschehen sollte, das geschah auch.
Es gibt noch viele Erzählungen aus der modernen Geschichte, die auf die eine oder andere Weise mit der Prüfung der Frau verbunden sind. Aber im Ganzen sehen die Weisen darin ein Zugeständnis an die menschliche Schwäche, ein Zugeständnis an die menschliche Hartherzigkeit. Die Weisung des Höchsten ist: zum Kohen gehen, mit dem Kohen über seine Probleme reden (selbstverständlich, wenn der Kohen wirklich ein Kohen ist). Und ich habe es schon gesagt und wiederhole noch einmal eine sehr wichtige Ergänzung, von der die Weisen sprechen: Diese bitteren Wasser prüfen nicht nur die Frau, sie prüfen auch den Mann, obwohl nur die Frau diese Wasser trinkt. Aber wenn sich herausstellt, dass der Mann schuldig ist, dass auch er irgendwelche unwürdigen Verbindungen hatte, dann wird auch der Mann derselben Strafe unterworfen wie die Frau. Es kann so kommen, dass die Frau sich als unschuldig erweist und der Mann Schaden nimmt, auch so etwas kommt vor.
Als in Israel Ehebrüche nicht mehr etwas ganz Außergewöhnliches waren, sondern zu einer Erscheinung wurden, die zwar nicht verbreitet, aber alltäglich war, verfügte Rabban Jochanan ben Sakkai (das Haupt der Weisen in der Zeit nach der Zerstörung des Zweiten Tempels), dass die Wasser nicht mehr wirken können. Diese Vorsicht, die die Weisen gegenüber diesem Gesetz zeigten, indem sie dieses Verfahren beendeten, hängt damit zusammen, dass diesem Gesetz ein Wunder zugrunde liegt. Wir wenden uns an den Höchsten, die Familie wendet sich an den Höchsten und bittet um ein Wunder, bittet um etwas Übernatürliches. Das ist wohl das einzige Gesetz in der Tora, das auf einem Wunder beruht. Und um sich mit der Bitte um ein solches Wunder zu wenden, ist es nötig, dass die Situation selbst ungewöhnlich ist, dass etwas ganz Außergewöhnliches geschehen ist und der Mann aufgehört hat, seiner Frau zu vertrauen, Gott bewahre. Als die Situation selbst etwas Einzigartiges war, ein Wunder, da war auch die Antwort darauf ein Wunder. Als aber diese Situation zum Alltag wurde, befanden die Weisen, dass ein Wunder nicht alltäglich sein kann. Und als sich die Unzucht im Volk Israel vermehrte, hörten die Wasser der untreuen Frau auf zu wirken. Sie hörten auf, heilsam zu sein, und wurden einfach so etwas wie ein Privatdetektiv, der Beweise sammelt, um sie vor Gericht vorzulegen, um zum Grund für Scheidungen zu werden, für Streit, für den Nachweis der Schuld und für die Zerstörung der Familie. Das geistliche Niveau des Volkes hatte sich verändert, und die Weisen beschlossen, diese Art der Prüfung nicht mehr zu verwenden.
זֹאת תּוֹרַת הַקְּנָאֹת אֲשֶׁר תִּשְׂטֶה אִשָּׁה תַּחַת אִישָׁהּ וְנִטְמָאָה׃
sot torát hakkena'ót aschér tisté ischá táchat ischá wenitmá'a
29 Dies ist die Lehre über die menschliche Eifersucht, wenn eine Frau bei ihrem Mann abirrt und sich verunreinigt
אוֹ אִישׁ אֲשֶׁר תַּעֲבֹר עָלָיו רוּחַ קִנְאָה וְקִנֵּא אֶת־אִשְׁתּוֹ וְהֶעֱמִיד אֶת־הָאִשָּׁה לִפְנֵי יְהוָה וְעָשָׂה לָהּ הַכֹּהֵן אֵת כָּל־הַתּוֹרָה הַזֹּאת׃
o isch aschér ta'awór aláw rúach kin'á wekinné et-ischtó wehe'emíd et-ha'ischá lifné adonáj we'ássa la hakkohén et kol-hattorá hassót
30 Oder wenn über einen Menschen ein Geist der Eifersucht herfällt, ihn anfällt, und er auf seine Frau eifersüchtig wird, und er seine Frau vor den HERRN stellt, und der Kohen mit ihr nach dieser ganzen Lehre verfährt.
Wenn das Misstrauen doch die Oberhand gewonnen hat, dann muss man vor den HERRN treten. Aber man muss daran denken, dass, wenn ein Mensch versucht, seine Frau vor den HERRN zu stellen, auch er vor den HERRN tritt.
וְנִקָּה הָאִישׁ מֵעָוֹן וְהָאִשָּׁה הַהִוא תִּשָּׂא אֶת־עֲוֹנָהּ׃
wenikká ha'ísch me'awón weha'ischá hahí tissá et-awoná
31 Und wenn der Mann rein von Schuld sein wird, dann wird die Frau ihre Schuld tragen.“
Andererseits, wenn die Frau durch dieses Wasser Schaden nimmt, wenn sie bestraft wird, dann soll der Mensch nicht sagen: „Ich bin schuld, dass ich sie geprüft habe.“ Die Frau steht da und legt schon nicht mehr dem Mann Rechenschaft ab, sondern dem Höchsten; dieses ganze Verfahren ist schon nicht mehr zwischen Mann und Frau, sondern zwischen der Frau und dem Höchsten. Genauso stellt sich auch der Mann vor den Höchsten und legt zusammen mit der Frau Rechenschaft ab über sein Leben, über seine Beziehungen zum anderen Geschlecht. Ist er darin rein oder nicht rein? Und es kann sich herausstellen, dass er mit seiner Eifersucht nicht hätte anfangen sollen.
Im Leben gibt es Platz für eine Heldentat
Bemidbar 6,1–27
Mit Gottes Hilfe setzen wir das Studium des Wochenabschnitts Nasso fort und werden Kapitel 6 des Buches Bemidbar lesen.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
1 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:
דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם אִישׁ אוֹ־אִשָּׁה כִּי יַפְלִא לִנְדֹּר נֶדֶר נָזִיר לְהַזִּיר לַיהוָה׃
dabbér el-bené jisraél we'amartá alehém isch o-ischá ki jaflí lindór néder nasír lehassír ladonáj
2 „Rede mit den Söhnen Israels und sage ihnen: Ein Mann oder eine Frau, die sich entschließt, mit dem Schwur des Nasiräertums zu schwören, um sich um des HERRN willen von der Welt fernzuhalten,
Die Wurzelzelle des Wortes nasír (Sajin-Resch) hat die Bedeutung Entfremdung, Entfernung, das Wort sar bedeutet fremd, lehinaser – sich enthalten, sich etwas versagen. Weil in anderen Religionen, bei anderen Völkern mit dem Wort nasír Mönche bezeichnet werden, kann der Eindruck entstehen, dass es auch im Judentum um einen Menschen geht, der außerhalb der Familie lebt, eine Art Einsiedler, aber das ist ganz und gar nicht so. Tatsächlich hält sich der Mensch von bestimmten menschlichen Vergnügungen fern, aber dabei lebt er weiter in seiner Familie. Und die Heiligkeit, durch die er sich absondert, muss er doch in der Welt bewahren, indem er ein reales weltliches Leben lebt. Sich von der Welt absondern und zu Gott streben, ein solches Gelübde auf sich nehmen, eine solche Heldentat vollbringen – und dennoch in der Welt bleiben, ein Bürger sein, ein vollwertiger Bewohner, der an aller weltlichen Tätigkeit teilnimmt. Das Verb lehaflí (jaflí, eine der Bedeutungen ist wird ein Gelübde ablegen) hat die Wurzel Pe-Lámed-Álef, dieselbe Wurzel wie das Wort péle (Wunder). Und man könnte so übersetzen: wenn jemand etwas Wunderliches anstellt und einen Schwur leistet. Aber der Ausdruck etwas Wunderliches anstellen hat so einen nicht sehr guten Beiklang, und richtiger wäre es zu sagen: wenn jemand sich zu einer Heldentat entschließt, wenn jemand sich entschließt, ein kleines Wunder in seiner eigenen inneren Welt zu vollbringen, und ein solches Gelübde ablegt. Das Wort wird nicht nur in Bezug auf das Gelübde des Nasiräertums verwendet, sondern überhaupt bei vielen Gelöbnissen, die ein Mensch dem Höchsten gibt. Eine Art Markierung, die der Mensch auf der Landkarte seines Lebens setzt und damit ein kleines Wunder vollbringt.
Also, ein Mensch, wenn er sich zur Heldentat des Nasiräertums entschließt:
מִיַּיִן וְשֵׁכָר יַזִּיר חֹמֶץ יַיִן וְחֹמֶץ שֵׁכָר לֹא יִשְׁתֶּה וְכָל־מִשְׁרַת עֲנָבִים לֹא יִשְׁתֶּה וַעֲנָבִים לַחִים וִיבֵשִׁים לֹא יֹאכֵל׃
mijájin weschechár jassír chómez jájin wechómez schechár lo jischté wechol-mischrát anawím lo jischté wa'anawím lachím wiweschím lo jochél
3 Er wird sich von Wein und Rauschtrank fernhalten, Weinessig und Essig auf Traubengrundlage wird er nicht trinken, und allerlei Aufgüsse, Getränke aus Trauben wird er nicht trinken, und feuchte (frische) Trauben und trockene Trauben wird er nicht essen.
כֹּל יְמֵי נִזְרוֹ מִכֹּל אֲשֶׁר יֵעָשֶׂה מִגֶּפֶן הַיַּיִן מֵחַרְצַנִּים וְעַד־זָג לֹא יֹאכֵל׃
kol jemé nisró mikkól aschér je'assé miggéfen hajájin mecharzanním we'ad-ság lo jochél
4 Alle Tage seines Nasiräertums wird er von allem, was aus der Weintraube gemacht ist, von den Kernen bis zur Schale, nicht essen.
Das heißt, nicht einfach nur Wein ist dem Menschen verboten, sondern alles, was mit Trauben zu tun hat. Das sind nicht so sehr Übungen für die Reinheit des Bewusstseins (obwohl auch von der Reinheit des Bewusstseins die Rede ist), als vielmehr Übungen in Disziplin. Trauben, Traubensaft, jedes Erzeugnis aus Trauben – das ist so eine weltliche, alltägliche Fröhlichkeit, eine leibliche Fröhlichkeit, und von ihr beschließt der Mensch sich fernzuhalten. Wenn er es schon so beschließt, dann beschließt er, sich von allem fernzuhalten, das heißt, wir suchen in diesem Fall nicht nach irgendwelchen juristischen Schlupflöchern. Man kann nicht sagen: „Ich habe versprochen, dass ich keine Trauben essen werde – aber das ist Traubensaft. Ich habe versprochen, dass ich keine Trauben essen werde – aber das sind keine Trauben, das sind Rosinen“ oder: „Das ist Tschurtschchela, die aus Traubensaft gemacht wird und Trauben überhaupt nicht ähnlich ist.“ Nein, wenn es ein Verbot gibt – dann ist es ein vollständiges Verbot, das heißt ein ehrlicher, gewissenhafter Verzicht auf alles von der Traube ohne irgendwelche juristischen Kniffe.
כָּל־יְמֵי נֶדֶר נִזְרוֹ תַּעַר לֹא־יַעֲבֹר עַל־רֹאשׁוֹ עַד־מְלֹאת הַיָּמִם אֲשֶׁר־יַזִּיר לַיהוָה קָדֹשׁ יִהְיֶה גַּדֵּל פֶּרַע שְׂעַר רֹאשׁוֹ׃
kol-jeméj néder nisró tá'ar lo-ja'awór al-roschó ad-melót hajamím ascher-jassír ladonáj kadósch jihjé gaddél péra se'ár roschó
5 Alle Tage, solange der Schwur seines Nasiräertums gilt, wird kein Schermesser über seinen Kopf gehen bis zur Erfüllung dieser Tage, an denen er sich dem HERRN geweiht hat, wild, ungezügelt wird das Haar auf seinem Kopf wachsen.
„Man kann ein tüchtiger Mensch sein und an die Schönheit der Nägel denken“, bemerkte Puschkin. Aber ein Nasir sein und an die Schönheit der Haare denken, das gelingt nicht ganz. Man muss dort nicht unbedingt Läuse züchten, und man darf sich selbstverständlich kämmen, aber die Haare zu stutzen ist schon nicht mehr erlaubt, der Mensch hat schon nicht mehr das Recht, sich die Haare schneiden zu lassen, seinen Kopf auf diese Weise in Ordnung zu bringen. Die Haare sind ein erstaunliches menschliches Organ. Irgendwie wird seine Natur mit dem Gebot des Höchsten in Verbindung gebracht: „Die Erde lasse Gras hervorsprießen!“, als geschähe ein Durchbruch des Inneren ins Äußere, ein Hervortreten des inneren Potenzials nach außen, des inneren Lichts nach außen. Der Nasir (Nasiräer) hat an allen Tagen seines Nasiräertums nicht das Recht, dieses Potenzial zurückzuhalten. Während seiner Expedition zur Heiligkeit hält der Nasiräer den Durchbruch seiner inneren Kraft nach außen in keiner Weise zurück, er öffnet sich ganz der Welt der Heiligkeit. Danach wird eine völlige Erneuerung dieses Inneren geschehen, und bevor er aus dem Kosmos der Heiligkeit auf die Erde zurückkehrt, fährt der Nasir mit dem Schermesser über seinen Körper und entfernt die Haare vollständig. Eine ähnliche Prozedur vollziehen die Leviten, wenn sie ihre Vorbereitung abschließen und den Dienst antreten: Sie müssen zur Reinigung ihren ganzen Körper scheren. Und auf die gleiche Weise kehrt der geheilte Aussätzige ins Lager zurück, der ebenfalls seinen Körper scheren muss. Das ist wie ein Zurücksetzen auf null, eine Erneuerung der Verbindung des Inneren und des Äußeren, ein Umschalten von einem Modus in einen anderen. Das Wachsenlassen der Haare ist ein sehr wichtiges Element des Nasiräertums, es ist ein Symbol des offenen Dialogs des Inneren mit der äußeren Welt, wenn der Weg in der äußeren Welt in Heiligkeit gehüllt wird, nach der der Nasiräer eigentlich strebt. Im Ganzen sind während dieser Expedition des Menschen zur Heiligkeit die Einschränkungen, die ihm auferlegt werden, wie wir sehen, nicht ganz schrecklich, aber ziemlich streng. Und diese Einschränkungen ist der Mensch verpflichtet einzuhalten.
כָּל־יְמֵי הַזִּירוֹ לַיהוָה עַל־נֶפֶשׁ מֵת לֹא יָבֹא׃
kol-jeméj hassiró ladonáj al-néfesch met lo jawó
6 An allen Tagen seines Nasiräertums wird er sich keinem Toten nähern,
לְאָבִיו וּלְאִמּוֹ לְאָחִיו וּלְאַחֹתוֹ לֹא־יִטַּמָּא לָהֶם בְּמֹתָם כִּי נֵזֶר אֱלֹהָיו עַל־רֹאשׁוֹ׃
le'awíw ul'immó le'achíw ul'achotó lo-jittammá lahém bemotám ki néser eloháw al-roschó
7 An seinem Vater und seiner Mutter, seiner Schwester und seinem Bruder, er wird sich nicht an ihnen verunreinigen bei ihrem Tod, denn die Krone ist auf seinem Kopf.
Das heißt, wenn jemand von seinen Verwandten stirbt, dann wird dieser Mensch nicht an der Waschung oder am Tragen des Leichnams des Verstorbenen teilnehmen können. Er kann nichts tun, was ihn wegen der Berührung mit dem Leichnam des Verstorbenen zur Unreinheit führt, mag es auch ein ihm sehr nahestehender Verwandter sein.
Die Wörter nasír und néser (Krone) – das sind sehr ähnliche Wörter. Worum geht es? Ein Mensch, der Tote berührt, wird, wie wir wissen, verunreinigt. In diesem Fall ist es dem Nasiräer verboten, sich durch die Berührung von Toten zu verunreinigen, selbst wenn diese Toten ihm nahestehende Menschen sind, näher geht es nicht: Vater, Mutter, Bruder und Schwester, Blutsverwandtschaft. Das ist der Grad der Verwandtschaft, an dem sich sogar ein Kohen verunreinigen darf, aber dem Nasir ist es verboten. Er steigt auf eine ganz andere Stufe der Heiligkeit. Man kann sagen, dass er im Zustand des Nasiräers eine neue Schöpfung ist, und in diesem Zustand hat er keine Verwandten. Er ist ein Außerirdischer.
כֹּל יְמֵי נִזְרוֹ קָדֹשׁ הוּא לַיהוָה׃
kol jeméj nisró kadósch hu ladonáj
8. Alle Tage seines Nasiräertums ist er heilig dem HERRN.
Heiligkeit ist das, was Leben gibt, das ist die Kraft, die allem Lebendigen Leben gibt, gerade die äußere Heiligkeit belebt diese Welt. Wenn ein Mensch mit dem Tod in Berührung kommt, dann ist das das Gegenteil von Heiligkeit, das ist das, was sich mit Heiligkeit in keiner Weise verträgt. Deshalb kann der Nasir, wer auch immer stirbt, den Toten nicht berühren, ohne die Heiligkeit zu verletzen, in seiner Welt gibt es den Tod ja gar nicht. Und sobald er dort auftritt, hört er auf, ein Nasiräer zu sein.
וְכִי־יָמוּת מֵת עָלָיו בְּפֶתַע פִּתְאֹם וְטִמֵּא רֹאשׁ נִזְרוֹ וְגִלַּח רֹאשׁוֹ בְּיוֹם טָהֳרָתוֹ בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי יְגַלְּחֶנּוּ׃
wechi-jamút met aláw beféta pit'óm wetimmé rosch nisró wegillách roschó bejom tahorató bajom haschewi'í jegallechénnu
9 Und wenn plötzlich, unerwartet jemand in seiner Gegenwart stirbt (in seinen Armen stirbt) und die Krone seines Nasiräertums verunreinigt wurde, soll er seinen Kopf scheren am Tag seiner Reinigung, am siebten Tag soll er ihn scheren.
Wenn der Nasir einen Toten berührt, wird er unrein. Hier gilt, wie bei jedem Menschen, ob er ein Nasir ist oder nicht, ein und dieselbe Regel: Er wird unrein. Die Zeit seiner Reinigung dauert sieben Tage, und nach Abschluss seiner Reinigung muss er am siebten Tag den Kopf scheren.
וּבַיּוֹם הַשְּׁמִינִי יָבִא שְׁתֵּי תֹרִים אוֹ שְׁנֵי בְּנֵי יוֹנָה אֶל־הַכֹּהֵן אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד׃
uwajom hascheminí jawí schetéj torím o schenéj benéj joná el-hakkohén el-pétach óhel mo'éd
10 Und am achten Tag soll er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben zum Kohen bringen, zum Eingang des Zeltes der Begegnung.
וְעָשָׂה הַכֹּהֵן אֶחָד לְחַטָּאת וְאֶחָד לְעֹלָה וְכִפֶּר עָלָיו מֵאֲשֶׁר חָטָא עַל־הַנָּפֶשׁ וְקִדַּשׁ אֶת־רֹאשׁוֹ בַּיּוֹם הַהוּא׃
we'assá hakkohén echád lechattát we'echád le'olá wechippér aláw me'aschér chatá al-hannáfesch wekiddásch et-roschó bajom hahú
11 Und der Kohen machte aus der einen ein Reinigungsopfer und aus der einen ein Ganzopfer, und der Kohen wird für ihn sühnen dafür, dass er das Unreine berührt hat, und wird seinen Kopf am selben Tag heiligen.
Wofür wird der Kohen für ihn sühnen? Es gibt zwei Möglichkeiten, das zu verstehen. Die erste: Der Kohen wird für ihn dafür sühnen, dass er das Unreine berührt hat, sich selbst unrein gemacht hat, obwohl er geheiligt war. Das andere Verständnis: Das ist die Sühne für die Sünde, das Nasiräertum auf sich genommen zu haben. Warum ist das denn eine Sünde, warum erfordert das ein Reinigungsopfer? Weil der Mensch um seines Weges zur Heiligkeit willen vom gemeinsamen Weg alles Lebendigen abweicht, die Welt geringschätzt. Deshalb fordert die Tora von dem Menschen, der das Gelübde des Nasiräertums auf sich genommen hat, ein Reinigungsopfer. Um diese Stufe der Heiligkeit zu praktizieren, hat er geschworen, und er muss sich zurückhalten, sich von dem fernhalten, was es in der Welt gibt. Gerade dafür, dass der Mensch um irgendwelcher eigenen Ziele willen auf die einfachen Freuden der Welt verzichtet, bringt er das Reinigungsopfer dar.
וְהִזִּיר לַיהוָה אֶת־יְמֵי נִזְרוֹ וְהֵבִיא כֶּבֶשׂ בֶּן־שְׁנָתוֹ לְאָשָׁם וְהַיָּמִים הָרִאשֹׁנִים יִפְּלוּ כִּי טָמֵא נִזְרוֹ׃
wehissír ladonáj et-jeméj nisró wehewí kéwes ben-schenató le'aschám wehajamím harischoním jippelú ki tamé nisró
12 Und er wird sich wieder dem HERRN weihen für die Anzahl von Tagen, für die er sich geweiht hatte, und wird ein einjähriges Lamm als Schuldopfer bringen; die vorigen Tage aber werden ihm nicht angerechnet, denn er hat sein Nasiräertum verunreinigt.
Das Lamm wird als Schuldopfer dargebracht dafür, dass der Mensch sein Nasiräertum verunreinigt hat. Er hat schon nicht mehr sich selbst verunreinigt, sondern jenen besonderen Status des Heiligen, den er hatte. Und erst nachdem er ihn durch die vorigen Opfer (chatát und olá) wiederhergestellt hat, kann er nun das Opfer aschám (das Schuldopfer) darbringen: Wenn das Heilige wiederhergestellt ist, erst dann wird das Schuldopfer angenommen; zuerst die Versöhnung und danach – das Opfer.
Und selbst wenn er sich am allerletzten Tag der ganzen Frist verunreinigt hat, die er sich für das Nasiräertum vorgenommen hatte – sagen wir, er hat es für ein Jahr auf sich genommen und sich am dreihundertfünfundsechzigsten Tag, einen Tag vor Ablauf der Frist, verunreinigt –, muss er von Neuem ein ganzes Jahr abzählen. Angenommen wird gerade die ganze Frist als ein einheitliches Ganzes, man kann sie nicht in Teilen anrechnen.
Der Talmud erzählt von Helena, der Königin von Adiabene, einem Staat im nördlichen Mesopotamien, die zum Judentum übergetreten war. Und eines Tages legte sie dem Höchsten ein Gelübde ab: „Wenn mein Sohn aus dem Krieg zurückkehrt, werde ich sieben Jahre im Nasiräertum sein.“ Und sie verbrachte sieben Jahre im Nasiräertum, und am Ende dieser sieben Jahre machte sie sich auf und zog ins Land Israel. Die Weisen der Schule Hillels sagten, da sie im Nasiräertum in einem fremden Land gewesen sei, müsse sie von Neuem sieben Jahre Nasiräertum abzählen. Sie begann wieder, sieben Jahre Nasiräertum abzuzählen, und im letzten Jahr ihrer zweiten Frist des Nasiräertums verunreinigte sie sich, und sie musste wieder sieben Jahre abzählen. Und auf diese Weise, wie der Talmud erzählt, verbrachte sie einundzwanzig Jahre im Nasiräertum. Auch so etwas kommt vor. Die Rechnung ist hier streng, niemand zwingt den Menschen, den Schwur des Nasiräertums abzulegen, aber wenn du ihn abgelegt hast – halte ihn. Wenn ein Mensch einfach gesagt hat: „Ich werde ein Nasiräer sein“, dann gilt, dass er diesen Schwur für einen Monat abgelegt hat. Wenn er gesagt hat: „Ich werde ein Nasiräer sein bis zum Kommen Christi“, dann wird er ein Nasiräer sein, bis der Maschiach zurückkehrt. Wenn jemand einen Schwur für irgendeine Frist abgelegt hat, dann wird er für diese Frist auch ein Nasiräer sein.
Überhaupt haben die Weisen das Nasiräertum nicht sehr gutgeheißen, denn immer, wenn es die Möglichkeit gibt, für sich die Latte stark höher zu legen, besteht die Versuchung, das nicht um des Dienstes für den Höchsten willen zu tun, sondern aus falschem Stolz, aus dem Wunsch, besser zu sein als andere, sich vor dem Hintergrund anderer hervorzuheben, sich selbst gut vorzukommen, und sich von allen möglichen ähnlichen Dingen verführen zu lassen. Deswegen standen die Weisen den Menschen, die das Gelübde des Nasiräertums auf sich nehmen, oft skeptisch gegenüber. Der Talmud erzählt die Geschichte von Schimon dem Gerechten, dem Hohepriester in der Zeit vor dem Auftreten der Tannaim: Er aß als Kohen niemals vom Opfer eines Nasiräers, weil er nicht sicher wusste, ob das Nasiräertum war, und jedes Mal zweifelte, ob das Gelübde des Nasiräertums von dem Menschen wirklich im Namen des Himmels angenommen worden war. Außer in einem Fall, als ein Jüngling zu ihm kam, schön von Gestalt, mit schönen blauen Augen, mit schönen lockigen Haaren. Schimon sagte zu ihm: „Und das willst du vernichten? Wozu?“ Und der Jüngling antwortete ihm: „Ich bin ein Hirte, und einmal hütete ich Schafe, kam an ein Gewässer, schaute hinein, sah mich und ließ mich betören und dachte: ‚Was bin ich doch für ein schöner Mann!‘ Und sofort sagte ich mir: ‚Du schätzt die irdische Schönheit, die danach sowieso zur Speise für die Würmer wird. Ich schwöre beim Tempel, dass ich diese Haare als Opfer darbringen werde!‘ Und so nahm ich das Gelübde des Nasiräertums auf mich.“ Und als der Jüngling das Schimon dem Gerechten erzählte, küsste dieser ihn ab und sagte: „Mögen sich solche wie du in Israel mehren!“
Manchmal ist es sehr leicht, irgendein übernatürliches Gelübde oder eine Praxis oder einen Status auf sich zu nehmen, irgendwelche übernatürlichen, irgendwelche meine Fähigkeiten übersteigenden Funktionen. Und umgekehrt ist es schwer, einfach Alex zu sein, schwer, ein einfacher Mensch zu sein, der einfach lebt und dient. Und die Weisen warnten die Menschen vor einem solchen Nasiräertum. Möglicherweise wird auch das Sündopfer zum Teil gerade deshalb vom Nasiräer dargebracht. Bei Weitem nicht alle werden wirklich aus dem Wunsch, dem Höchsten zu dienen, zu Nasiräern.
וְזֹאת תּוֹרַת הַנָּזִיר בְּיוֹם מְלֹאת יְמֵי נִזְרוֹ יָבִיא אֹתוֹ אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד׃
wesót torát hannasír bejom melót jeméj nisró jawí otó el-pétach óhel mo'éd
13 Dies ist die Lehre vom Nasiräer: Am Tag, an dem sich die Tage seines Nasiräertums erfüllen, soll man ihn zum Eingang des Zeltes der Begegnung bringen.
וְהִקְרִיב אֶת־קָרְבָּנוֹ לַיהוָה כֶּבֶשׂ בֶּן־שְׁנָתוֹ תָמִים אֶחָד לְעֹלָה וְכַבְשָׂה אַחַת בַּת־שְׁנָתָהּ תְּמִימָה לְחַטָּאת וְאַיִל־אֶחָד תָּמִים לִשְׁלָמִים׃
wehikríw et-korbanó ladonáj kéwes ben-schenató tamím echád le'olá wechawsá achát bat-schenatá temimá lechattát we'ajil-echád tamím lischlamím
14 Und er wird sein Opfer dem HERRN darbringen: einen einjährigen makellosen Schafbock als Ganzopfer, und ein einjähriges reines Schäfchen, eines, als Reinigungsopfer, und ein makelloses Lamm, eines, als Friedensopfer,
וְסַל מַצּוֹת סֹלֶת חַלֹּת בְּלוּלֹת בַּשֶּׁמֶן וּרְקִיקֵי מַצּוֹת מְשֻׁחִים בַּשָּׁמֶן וּמִנְחָתָם וְנִסְכֵּיהֶם׃
wesál mazzót sólet challót belulót baschémen urkiké mazzót meschuchím baschámen uminchatám weniskehém
15 Und ein Körbchen mit ungesäuerten Broten aus Mehl Solet (von höchster Qualität), mit Öl angerührt, und ungesäuerte Fladen, die mit Öl gesalbt sind, und das Speiseopfer und den Wein für das Trankopfer.
וְהִקְרִיב הַכֹּהֵן לִפְנֵי יְהוָה וְעָשָׂה אֶת־חַטָּאתוֹ וְאֶת־עֹלָתוֹ׃
wehikríw hakkohén lifné adonáj we'assá et-chattató we'et-olató
16 Und der Kohen wird dies dem HERRN als Opfer darbringen, und er wird es als sein Reinigungsopfer und als sein Ganzopfer darbringen.
וְאֶת־הָאַיִל יַעֲשֶׂה זֶבַח שְׁלָמִים לַיהוָה עַל סַל הַמַּצּוֹת וְעָשָׂה הַכֹּהֵן אֶת־מִנְחָתוֹ וְאֶת־נִסְכּוֹ׃
we'et-ha'ájil ja'assé séwach schelamím ladonáj al sal hammazzót we'assá hakkohén et-mincható we'et-niskó
17 Und aus dem Lamm wird er ein Friedensopfer für den HERRN machen, auf dem Körbchen mit den ungesäuerten Broten, und er wird das Speiseopfer und das Trankopfer darbringen.
וְגִלַּח הַנָּזִיר פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד אֶת־רֹאשׁ נִזְרוֹ וְלָקַח אֶת־שְׂעַר רֹאשׁ נִזְרוֹ וְנָתַן עַל־הָאֵשׁ אֲשֶׁר־תַּחַת זֶבַח הַשְּׁלָמִים׃
wegillách hannasír pétach óhel mo'éd et-rósch nisró welakách et-se'ár rosch nisró wenatán al-ha'ésch ascher-táchat séwach haschelamím
18 Und der Nasiräer wird am Eingang zum Zelt der Begegnung seinen Kopf scheren, und nahm das Haar vom Kopf der Zeit seines Nasiräertums und warf es in das Feuer, das unter dem Friedensopfer ist.
Unter den Topf, in dem sein Friedensopfer gekocht wird, wirft er dieses Haar, es wird zum Brennstoff. Sein Haar, das ist all sein Inneres, das nicht zurückgehalten wurde und nach außen durchbrach. Jetzt aber, da er in diese Welt zurückkehrt und seinen Raumanzug der Heiligkeit ablegt, wird dieses sein inneres Wesen, das durchgebrochen ist, zum Brennstoff für die Zubereitung des Opfers. Zum Teil wird auf diese Weise auch dieses Wesen selbst als Opfer dargebracht. Das ist eine sehr gute Art der Reinigung, wenn der Mensch das Haar an seinem Körper entfernt, abrasiert.
וְלָקַח הַכֹּהֵן אֶת־הַזְּרֹעַ בְּשֵׁלָה מִן־הָאַיִל וְחַלַּת מַצָּה אַחַת מִן־הַסַּל וּרְקִיק מַצָּה אֶחָד וְנָתַן עַל־כַּפֵּי הַנָּזִיר אַחַר הִתְגַּלְּחוֹ אֶת־נִזְרוֹ׃
welakách hakkohén et-hasseróa beschelá min-ha'ájil wechallát mazzá achát min-hassál urkík mazzá echád wenatán al-kappé hannasír achár hitgallechó et-nisró
19 Und der Kohen nahm das gekochte Vorderbein vom Lamm und eines der ungesäuerten Brote aus dem Körbchen und einen bestrichenen Fladen, und er wird es in die Hände des Nasiräers geben, nachdem der Nasir seinen Kopf geschoren hat.
וְהֵנִיף אוֹתָם הַכֹּהֵן תְּנוּפָה לִפְנֵי יְהוָה קֹדֶשׁ הוּא לַכֹּהֵן עַל חֲזֵה הַתְּנוּפָה וְעַל שׁוֹק הַתְּרוּמָה וְאַחַר יִשְׁתֶּה הַנָּזִיר יָיִן׃
weheníf otám hakkohén tenufá lifné adonáj kódesch hu lakkohén al chasé hattenufá we'ál schok hatterumá we'achár jischté hannasír jájin
20 Und der Kohen erhob sie als Erhebung vor dem HERRN, das wird der heilige Anteil des Kohen sein, zusätzlich zum Bruststück und zum Schenkel; danach darf der Nasiräer Wein trinken.
Wir sind schon mehrmals bei dieser Geste stehen geblieben, wenn der Kohen und derjenige, der es darbringt, das Friedensopfer erheben. Gewöhnlich erhält der Kohen den Schenkel und das Bruststück, hier erhält er von diesem Opfer zusätzlich noch das Vorderbein. Darin liegt die Besonderheit des Opfers des Nasiräers.
זֹאת תּוֹרַת הַנָּזִיר אֲשֶׁר יִדֹּר קָרְבָּנוֹ לַיהוָה עַל־נִזְרוֹ מִלְּבַד אֲשֶׁר־תַּשִּׂיג יָדוֹ כְּפִי נִדְרוֹ אֲשֶׁר יִדֹּר כֵּן יַעֲשֶׂה עַל תּוֹרַת נִזְרוֹ׃
sot torát hannasír aschér jiddór korbanó ladonáj al-nisró millewád ascher-tassíg jadó kefí nidró aschér jiddór ken ja'assé al torát nisró
21 Dies ist die Lehre über den Nasiräer, der ein Gelübde ablegt, dem HERRN ein Opfer für sein Nasiräertum darzubringen, über das hinaus, was seine Hand erreicht; wie er schwört, so wird er es tun nach der Lehre über die Nasiräer.“
Außer allen Opfern, die der Nasir darbringen muss, kann er versprechen, dass er nach dem Ende seines Nasiräertums dem Höchsten noch irgendwelche Opfer darbringen wird. Viele Nasiräer sagten: „Und am Ende bringe ich Ihm eine ganze Herde Widder dar, 20–30 Widder“, sie schworen, ein großes, irgendein sehr ernsthaftes Opfer darzubringen. Erinnert euch: Paulus wurde angeboten, das Opfer von Nasiräern zu bezahlen, die jene ihre Opfer nicht bezahlen können, die sie durch ein Gelübde zugesagt hatten. Und Paulus bezahlte diese Opfer (Apostelgeschichte 21,23–26). Das ist genau die Situation, in der ein Mensch zu viel versprochen hat, sein Versprechen aber nicht erfüllen kann. Oder vielleicht reichte diesen armen Leuten das Geld nicht einmal für ein gewöhnliches Opfer. Aber am wahrscheinlichsten ist gerade die erste Variante, dass sie sehr viel versprochen hatten.
Ab Vers 22 beginnt ein völlig neues Thema. Da ich selbst Kohen bin und oft das Volk Israel segnen muss, ist das eines meiner Lieblingsthemen in der Tora. Natürlich ist die ganze Tora süß, aber es gibt in ihr etwas, woran man irgendwie besonders hängt.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
22 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:
דַּבֵּר אֶל־אַהֲרֹן וְאֶל־בָּנָיו לֵאמֹר כֹּה תְבָרֲכוּ אֶת־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אָמוֹר לָהֶם׃
dabbér el-aharón we'el-banáw lemór ko tewarechú et-bené jisraél amór lahém
23 „Sprich zu Aharon und zu seinen Söhnen und sage: So werdet ihr die Söhne Israels segnen:
יְבָרֶכְךָ יְהוָה וְיִשְׁמְרֶךָ׃
jewarechechá adonáj wejischmerécha
24 Möge der HERR dich segnen und dich bewahren,
יָאֵר יְהוָה פָּנָיו אֵלֶיךָ וִיחֻנֶּךָּ׃
ja'ér adonáj panáw elécha wichunnékka
25 Möge der HERR Sein helles Angesicht dir zuwenden und dir gnädig sein,
יִשָּׂא יְהוָה פָּנָיו אֵלֶיךָ וְיָשֵׂם לְךָ שָׁלוֹם׃
jissá adonáj panáw elécha wejassém lechá schalóm
26 Möge der HERR Sein Angesicht dir zuwenden und dir Frieden geben!
Möge der HERR dich segnen und dich bewahren. Das ist ein Segen, der in der materiellen Welt wahrgenommen wird, damit dir nichts fehlt und du dich vor nichts fürchtest. Der allererste Segen ist materiell, denn Wohlergehen, Gesundheit, das Fehlen von Ängsten geben dem Menschen die Möglichkeit, weiterzugehen, sich auf die Tora zu konzentrieren.
Möge der HERR Sein helles Angesicht dir zuwenden und dir gnädig sein. Möge der HERR dir von Seinem Licht geben, vom Licht Seines Angesichts deinem Angesicht, damit dein Angesicht von Seinem Licht leuchtet. Wenn du dich von den materiellen Sorgen befreist und dich der Tora widmest, kannst du so sehr vom Licht durchdrungen werden, dass dein Angesicht leuchten wird wie bei Mosche. Und das ist nicht die Grenze.
Möge der HERR Sein Angesicht dir zuwenden und dir Frieden geben. Das ist die Verheißung der kommenden WeltIm Russischen bedeutet dasselbe Wort sowohl „Frieden“ als auch „Welt“. So verbindet der Autor den Frieden aus dem Segen mit der kommenden Welt; dieses Wortspiel lässt sich im Deutschen nicht nachbilden.. Ein Mensch, der zum Leiter des göttlichen Lichts wird, kommt nicht ins Gericht. Er wird dessen gewürdigt, dass Gott Sein Antlitz ihm zuwendet, und er geht schon in diesem Leben in das ewige Leben über, geht in die Welt über, in der Ruhe und Frieden unendlich sind. Seine Ruhe, die im Herzen war, ist die Ruhe der Ewigkeit.
Der Midrasch erzählt, dass dieser Segen der Kohanim eine Art Schutz ist. Der Höchste wird mit einem König verglichen, dessen Tochter am Tag der Hochzeit starb. Das ist ein Gleichnis über den Fall des Volkes Israel, das während der Gabe der Tora das goldene Kalb machte. Und als der König seine zweite Tochter verheiratete, sorgte er dafür, sie zu segnen und zu schützen. Und während des Baus des Zeltes der Begegnung sagt der Höchste: „Damit keine ähnliche Sünde geschieht, segnet das Volk Israel.“ Es braucht eine besondere Vorsehung für das Volk Israel, und diese besondere Vorsehung verkörpert sich im Segen der Kohanim, der Israel vor der Sünde schützen wird. Dem Segen der Kohanim wird eine sehr große Bedeutung beigemessen. Die Kohanim segnen das Volk in der Synagoge bei jedem Morgengebet, und ich denke, dass das eine sehr freudige Arbeit der Kohanim ist. Obwohl das Segnen des Volkes Israel Aharon anvertraut ist, verheißt der HERR Selbst, dass Er die Söhne Israels nach dem Segen der Kohanim segnen wird.
Zum Abschluss des Gesprächs über den Segen Aharons möchte ich ein paar wichtige Worte über Übersetzungen im Allgemeinen sagen. Oft kann man in der russischen Sprache bei der Übersetzung dieses oder jenes biblischen Segens, dieses oder jenes biblischen Wunsches solche Wendungen sehen: „Möge … segnen“, „Möge … machen“, „Möge … sein“. Nun, der Höchste hat niemals gesagt: „Möge Licht sein!“ Er sagte: „Sei, Licht!“ oder: „Es wird Licht sein!“ Und auch hier muss man nicht „Möge Er dich segnen“ lesen, sondern einfach „Er wird dich segnen“, kein Wunsch, sondern eine Verheißung: „Er wird segnen, sei gewiss.“ Wir übersetzen das mit dem Wörtchen „möge“Der Autor spricht hier von einer kleinen Wunschpartikel, die im Russischen vor dem Verb steht. Im Deutschen entspricht ihr die Wunschform mit „möge“, deshalb ist hier von „möge“ die Rede., aber in Wirklichkeit ist es im Text als direkte Verheißung gegeben.
Und der letzte Vers unseres Kapitels, die Weisung an die Kohanim:
וְשָׂמוּ אֶת־שְׁמִי עַל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וַאֲנִי אֲבָרֲכֵם׃
wesamú et-schemí al-bené jisraél wa'aní awarechém
27 Und legt Meinen Namen auf die Söhne Israels, und Ich werde sie segnen.“
Manche Forscher, Kommentatoren sagen, dass Israel möglicherweise den Namen des Höchsten mit irgendeiner besonderen Tinte auf sich zeichnete. So oder so erhält das Volk Israel durch diesen Segen die Benennung mit dem Namen des Höchsten. Alle Anweisungen, die dem Kohen und dem Volk gegeben sind, alles, was wir gelesen haben, all das ist mit der Bewahrung der Heiligkeit verbunden, mit der Notwendigkeit, in Heiligkeit zu verweilen, um den Namen des Höchsten auf sich zu tragen und vom Höchsten gesegnet zu werden. Und hier gibt der Höchste eine Verheißung: „Gebt dem Volk Meinen Namen, nennt das Volk mit Meinem Namen, und Ich werde sie segnen.“ Dieser Segen wird auch auf uns alle kommen.
Einförmige Vielfalt
Bemidbar 7,1–89
Mit Gottes Hilfe setzen wir gemeinsam das Studium des Wochenabschnitts Nasso fort und werden Kapitel 7 lesen, ab Vers 1.
וַיְהִי בְּיוֹם כַּלּוֹת מֹשֶׁה לְהָקִים אֶת־הַמִּשְׁכָּן וַיִּמְשַׁח אֹתוֹ וַיְקַדֵּשׁ אֹתוֹ וְאֶת־כָּל־כֵּלָיו וְאֶת־הַמִּזְבֵּחַ וְאֶת־כָּל־כֵּלָיו וַיִּמְשָׁחֵם וַיְקַדֵּשׁ אֹתָם׃
wajhi bejom kallót mosché lehakím et-hammischkán wajimschách otó wajkaddésch otó we'et-kol-keláw we'et-hammisbéach we'et-kol-keláw wajimschachém wajkaddésch otám
1 Und es war an dem Tag, als Mosche den Bau des Mischkans vollendete, und er salbte ihn und heiligte ihn und alle seine Geräte, und den Altar und alle seine Geräte (das heißt des Altars), und er salbte sie und heiligte sie, –
וַיַּקְרִיבוּ נְשִׂיאֵי יִשְׂרָאֵל רָאשֵׁי בֵּית אֲבֹתָם הֵם נְשִׂיאֵי הַמַּטֹּת הֵם הָעֹמְדִים עַל־הַפְּקֻדִים׃
wajakríwu nessi'é jisraél rasché bet awotám hem nessi'é hammattót hem ha'omedím al-happekudím
2 Und es traten die Anführer Israels heran, die Häupter der Vaterhäuser, sie sind auch die Anführer der Stämme (der Lager), und sie sind Anführer (stehen) über allen Gezählten.
וַיָּבִיאוּ אֶת־קָרְבָּנָם לִפְנֵי יְהוָה שֵׁשׁ־עֶגְלֹת צָב וּשְׁנֵי עָשָׂר בָּקָר עֲגָלָה עַל־שְׁנֵי הַנְּשִׂאִים וְשׁוֹר לְאֶחָד וַיַּקְרִיבוּ אוֹתָם לִפְנֵי הַמִּשְׁכָּן׃
wajawíu et-korbanám lifné adonáj schesch-eglót zaw uschne-assár bakár agalá al-schené hannessi'ím weschór le'echád wajakríwu otám lifné hammischkán
3 Und sie brachten ihr Opfer vor den Höchsten: sechs überdachte Wagen und zwölf Stiere, je einen Wagen von je zwei Anführern (das heißt, die Wagen geben sie gleichsam gemeinsam, indem sie zusammenlegen, zwei – einen Wagen) und je einen Stier von jedem von ihnen, und sie brachten sie nahe (stellten sie hin) vor den Mischkan.
וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajomer adonáj el-mosché lemór
4 Und der HERR sprach zu Mosche und sagte:
קַח מֵאִתָּם וְהָיוּ לַעֲבֹד אֶת־עֲבֹדַת אֹהֶל מוֹעֵד וְנָתַתָּה אוֹתָם אֶל־הַלְוִיִּם אִישׁ כְּפִי עֲבֹדָתוֹ׃
kach me'ittám wehajú la'awód et-awodát óhel mo'éd wenatattá otám el-halwijím isch kefí awodató
5 „Nimm dies von ihnen, und es soll für die Arbeit im Zelt der Begegnung sein, und gib (verteile) all das unter die Leviten, jedem nach seiner Arbeit.“
וַיִּקַּח מֹשֶׁה אֶת־הָעֲגָלֹת וְאֶת־הַבָּקָר וַיִּתֵּן אוֹתָם אֶל־הַלְוִיִּם׃
wajikkách mosché et-ha'agalót we'et-habbakár wajittén otám el-halwijím
6 Und Mosche nahm die Wagen und die Stiere und gab sie den Leviten.
אֵת שְׁתֵּי הָעֲגָלֹת וְאֵת אַרְבַּעַת הַבָּקָר נָתַן לִבְנֵי גֵרְשׁוֹן כְּפִי עֲבֹדָתָם׃
et scheté ha'agalót we'ét arbá'at habbakár natán liwné gereschón kefí awodatám
7 Zwei Wagen und vier Stiere gab er den Söhnen Gerschons, nach ihrem Dienst,
וְאֵת אַרְבַּע הָעֲגָלֹת וְאֵת שְׁמֹנַת הַבָּקָר נָתַן לִבְנֵי מְרָרִי כְּפִי עֲבֹדָתָם בְּיַד אִיתָמָר בֶּן־אַהֲרֹן הַכֹּהֵן׃
we'ét arbá ha'agalót we'ét schemonát habbakár natán liwné merarí kefí awodatám bejád itamár ben-aharón hakkohén
8 Und vier Wagen und acht Stiere gab er den Söhnen Meraris, nach ihrem Dienst, unter der Aufsicht Itamars, des Sohnes Aharons, des Kohen.
Wie viele sind übrig geblieben? Keiner ist übrig geblieben, richtig gerechnet.
וְלִבְנֵי קְהָת לֹא נָתָן כִּי־עֲבֹדַת הַקֹּדֶשׁ עֲלֵהֶם בַּכָּתֵף יִשָּׂאוּ׃
weliwné kehát lo natán ki-awodát hakkódesch alehém bakkatéf jissáu
9 Den Söhnen Kehats aber gab er nichts, denn sie gehen mit den heiligen Dingen um, und sie müssen sie auf den Schultern tragen.
Sie brauchen weder Wagen noch Ochsen, sie tragen alles auf sich, das ist die Besonderheit des Dienstes der Söhne Kehats im Zelt der Begegnung. Man könnte meinen, wer dem Heiligen näher ist, der bekommt Spezialfahrzeuge und Regierungsautos, aber weit gefehlt.
וַיַּקְרִיבוּ הַנְּשִׂאִים אֵת חֲנֻכַּת הַמִּזְבֵּחַ בְּיוֹם הִמָּשַׁח אֹתוֹ וַיַּקְרִיבוּ הַנְּשִׂיאִם אֶת־קָרְבָּנָם לִפְנֵי הַמִּזְבֵּחַ׃
wajakríwu hannessi'ím et chanukkát hammisbéach bejom himmaschách otó wajakríwu hannessi'ím et-korbanám lifné hammisbéach
10 Und die Anführer brachten die Opfer der Erneuerung des Altars dar an dem Tag, als er gesalbt wurde, und die Anführer brachten ihre Opfer vor dem Altar dar.
וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה נָשִׂיא אֶחָד לַיּוֹם נָשִׂיא אֶחָד לַיּוֹם יַקְרִיבוּ אֶת־קָרְבָּנָם לַחֲנֻכַּת הַמִּזְבֵּחַ׃
wajomer adonáj el-mosché nassí echád lajom nassí echád lajom jakríwu et-korbanám lachanukkát hammisbéach
11 Und der HERR sprach zu Mosche: „Ein Anführer am Tag, ein Anführer am Tag, sollen sie ihre Opfer zur Erneuerung des Altars darbringen.“
Ein Anführer am Tag, ein Anführer am Tag – diese Wiederholung (ich habe sie schon erklärt) bedeutet: jeden Tag je ein Anführer, der Reihe nach.
Ab Vers 12 lesen wir einander wiederholende Geschichten darüber, wie der Leiter jedes der Stämme Opfer darbrachte. Nur der Name ändert sich hier. Und natürlich kann der Leser fragen, warum man in der Tora nicht schreibt: „Und jeder der Darbringenden brachte in der und der Reihenfolge die und die Opfer dar“? Wozu das alles zwölfmal wiederholen, wofür ist das nötig? Das ähnelt irgendeinem Familienfoto oder einer Aufnahme, wenn sich Leute als ganze Klasse, als irgendeine ganze Versammlung fotografieren lassen. Das ist nur für diejenigen interessant, die sich innerhalb dieser Gruppe befinden, nur für diejenigen, die sagen können: „Und wir sind aus dem Stamm Re'uwen, da ist er, da ist er, der Absatz über uns!“ – „Und wir sind aus dem Stamm Binjamin, da, da ist er, der Absatz auch über uns!“ Das ist nur für diejenigen, die zu dieser Gruppe gehören, für das Volk, das die Namen wiedererkennen und sagen kann: „Und hier, hier sind auch wir erwähnt! Wieder sind wir nicht in den Listen verloren gegangen! Wir sind nicht Nummer soundso, wir sind hier namentlich erwähnt!“ Und das ist die Herangehensweise der Tora, die Herangehensweise des Höchsten, Seine Fürsorge für das Volk Israel, in dem jeder einen Namen hat.
Deshalb kann es jemandem von außen so vorkommen, als sei das wiederum eine monotone, überflüssige Aufzählung. Aber stellt euch vor, dass ihr zu dieser Familie gehört und ihr das als Familienfoto betrachtet.
וַיְהִי הַמַּקְרִיב בַּיּוֹם הָרִאשׁוֹן אֶת־קָרְבָּנוֹ נַחְשׁוֹן בֶּן־עַמִּינָדָב לְמַטֵּה יְהוּדָה׃
wajhí hammakríw bajom harischón et-korbanó nachschón ben-amminadáw lematté jehudá
12 Und es war: Der am ersten Tag sein Opfer darbrachte – Nachschon ben Amminadaw, aus dem Stamm Jehuda.
וְקָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
wekorbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
13 Und sein Opfer: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 (hier wird das Maß nicht angegeben, aber gemeint sind Sekel oder Schekel), eine silberne Sprengschale im Gewicht von 70 Schekel, in heiligen Schekeln, und beide (sowohl die Schüssel als auch die Sprengschale) gefüllt mit Mehl Solet, mit Öl angerührt, für das Opfer Mincha;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
14 Eine Schöpfkelle im Gewicht von 10 Schekel, aus Gold, gefüllt mit Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
15 Ein junger Stier, ein Widder und ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
16 Und ein Ziegenbock als Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתּוּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן נַחְשׁוֹן בֶּן־עַמִּינָדָב׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán nachschón ben-amminadáw
17 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, Ziegenböcke ebenfalls fünf, einjährige Lämmer fünf. Das ist das Opfer von Nachschon ben Amminadaw.
Nachschon ben Amminadaw brachte also als Opfer Mincha dar: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 Schekel und eine Sprengschale im Gewicht von 70 Schekel, gefüllt mit Mehl Solet mit Öl; eine Schöpfkelle aus Gold im Gewicht von 10 Schekel, gefüllt mit Räucherwerk. Als Ganzopfer brachte er einen jungen Stier, einen Widder, ein Lamm dar. Als Reinigungsopfer – einen Ziegenbock, und als Friedensopfer brachte er fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf Lämmer dar. Das ist seine Darbringung.
Und weiter werden wir sehen, dass sich dieser Absatz wiederholt und wiederholt und wiederholt in Bezug auf alle anderen Stämme.
בַּיּוֹם הַשֵּׁנִי הִקְרִיב נְתַנְאֵל בֶּן־צוּעָר נְשִׂיא יִשָּׂשכָר׃
bajom haschení hikríw netan'él ben-zu'ár nessí jissachár
18 Und am zweiten Tag brachte Netan'el ben Zu'ar Opfer dar, das Haupt des Stammes Jissachar.
הִקְרִב אֶת־קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
hikríw et-korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
19 Er brachte sein Opfer dar: eine Schüssel aus Silber, 130 Schekel ihr Gewicht, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, in heiligen Schekeln, voll Mehl Solet mit Öl, für das Opfer Mincha;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
20 Eine Schöpfkelle im Gewicht von 10 Schekel, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
21 Einen jungen Stier, einen Widder und einen einjährigen Schafbock zum Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
22 Einen Ziegenbock zum Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתּוּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן נְתַנְאֵל בֶּן־צוּעָר׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán netan'él ben-zu'ár
23 Und zum Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf einjährige Schafböcke. Das ist das Opfer von Natan'el ben Zu'ar.
בַּיּוֹם הַשְּׁלִישִׁי נָשִׂיא לִבְנֵי זְבוּלֻן אֱלִיאָב בֶּן־חֵלֹן׃
bajom haschelischí nassí liwné sewulún eli'áw ben-chelón
24 Am dritten Tag – das Haupt (der Anführer) der Söhne Sewuluns, Eli'aw ben Chelon.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
25 Und sein Opfer: eine Schüssel aus Silber, 130 Schekel ihr Gewicht, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, in heiligen Schekeln, voll Mehl Solet mit Öl, für das Opfer Mincha;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
26 Eine goldene Schöpfkelle im Gewicht von 10 Schekel, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
27 Ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
28 Ein Ziegenbock als Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן אֱלִיאָב בֶּן־חֵלֹן׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán eli'áw ben-chelón
29 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke und fünf einjährige Schafböcke. Das ist die Darbringung von Eli'aw ben Chelon.
בַּיּוֹם הָרְבִיעִי נָשִׂיא לִבְנֵי רְאוּבֵן אֱלִיצוּר בֶּן־שְׁדֵיאוּר׃
bajom harewi'í nassí liwné re'uwén elizúr ben-schede'úr
30 Am vierten Tag – das Haupt der Söhne Re'uwens, Elizur ben Schdejur.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
31 Sein Opfer: eine Schüssel aus Silber, 130 Schekel ihr Gewicht, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, in heiligen Schekeln, voll Mehl Solet mit Öl, für das Opfer Mincha;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
32 Eine Schöpfkelle aus Gold im Gewicht von 10 Schekel, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
33 Ein junger Stier, ein Widder und ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
34 Ein Ziegenbock als Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן אֱלִיצוּר בֶּן־שְׁדֵיאוּר׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán elizúr ben-schede'úr
35 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf Schafböcke. Das ist das Opfer von Elizur ben Schdejur.
בַּיּוֹם הַחֲמִישִׁי נָשִׂיא לִבְנֵי שִׁמְעוֹן שְׁלֻמִיאֵל בֶּן־צוּרִישַׁדָּי׃
bajom hachamischí nassí liwné schim'ón schelumi'él ben-zurischaddáj
36 Am fünften Tag – das Haupt der Söhne Schimons, Schlemi'el ben Zurischaddaj.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
37 Und seine Darbringung: eine Schüssel aus Silber, 130 Schekel ihr Gewicht, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, in heiligen Schekeln, voll Mehl Solet mit Öl, für das Opfer Mincha;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
38 Und eine Schöpfkelle im Gewicht von 10 Schekel aus Gold, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
39 Ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
40 Ein Ziegenbock als Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן שְׁלֻמִיאֵל בֶּן־צוּרִישַׁדָּי׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán schelumi'él ben-zurischaddáj
41 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf einjährige Schafböcke. Das ist das Opfer von Schlemi'el ben Zurischaddaj.
בַּיּוֹם הַשִּׁשִּׁי נָשִׂיא לִבְנֵי גָד אֶלְיָסָף בֶּן־דְּעוּאֵל׃
bajom haschischí nassí liwné gad eljassáf ben-deu'él
42 Am sechsten Tag – das Haupt der Söhne Gads, Eljassaf ben De'u'el.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
43 Und sein Opfer: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 Schekel, eine silberne Sprengschale im Gewicht von 70 Schekel, in heiligen Schekeln, beide sind voll Mehl Solet, mit Öl angerührt, für das Speiseopfer;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
44 Und eine Kelle im Gewicht von 10 Schekel, aus Gold gemacht, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
45 Ein einjähriger Stier, ein Widder, ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
46 Ein Ziegenbock als Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן אֶלְיָסָף בֶּן־דְּעוּאֵל׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán eljassáf ben-deu'él
47 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf einjährige Schafböcke. Das ist das Opfer von Eljassaf ben De'u'el.
בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי נָשִׂיא לִבְנֵי אֶפְרָיִם אֱלִישָׁמָע בֶּן־עַמִּיהוּד׃
bajom haschewi'í nassí liwné efrájim elischamá ben-ammihúd
48 Am siebten Tag – das Haupt der Söhne Efrajims, Elischama ben Ammihud.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsefIn der russischen Umschrift hat das zweite Wort für „Silber“ hier einen überzähligen Buchstaben am Ende. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen: késsef. schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
49 Und sein Opfer: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 Schekel, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, aus heiligen Schekeln, voll Mehl Solet, mit Öl angerührt, für das Speiseopfer (Mincha);
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
50 Und eine Kelle aus Gold im Gewicht von 10 Schekel, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
51 Ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
52 Ein Ziegenbock zum Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן אֱלִישָׁמָע בֶּן־עַמִּיהוּד׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán elischamá ben-ammihúd
53 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf einjährige Schafböcke. Das ist das Opfer von Elischama ben Ammihud.
בַּיּוֹם הַשְּׁמִינִי נָשִׂיא לִבְנֵי מְנַשֶּׁה גַּמְלִיאֵל בֶּן־פְּדָה־צוּר׃
bajom hascheminí nassí liwné menasché gamli'él ben-pedazúr
54 Am achten Tag – das Haupt der Söhne Menasches, Gamli'el ben Pedazur.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
55 Und sein Opfer: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 Schekel, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, aus heiligen Schekeln, voll Mehl Solet, mit Öl angerührt, für das Speiseopfer;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
56 Eine Kelle im Gewicht von 10 goldenen Schekeln, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
57 Ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
58 Ein Ziegenbock zum Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן גַּמְלִיאֵל בֶּן־פְּדָהצוּר׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán gamli'él ben-pedazúr
59 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, einjährige Schafböcke fünf. Das ist das Opfer von Gamli'el ben Pedazur.
בַּיּוֹם הַתְּשִׁיעִי נָשִׂיא לִבְנֵי בִנְיָמִן אֲבִידָן בֶּן־גִּדְעֹנִי׃
bajom hatteschi'í nassí liwné winjamín awidán ben-gid'oní
60 Am neunten Tag – das Haupt der Söhne Binjamins, Awidan ben Gidoni.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
61 Seine Darbringung: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 Schekel, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, aus heiligen Schekeln, voll Mehl Solet, mit Öl angerührt, für das Speiseopfer (Mincha);
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
62 Eine Kelle im Gewicht von 10 goldenen Schekeln, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
63 Ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
64 Ein Ziegenbock zum Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן אֲבִידָן בֶּן־גִּדְעֹנִי׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán awidán ben-gid'oní
65 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, einjährige Schafböcke fünf. Das ist das Opfer von Awidan ben Gidoni.
בַּיּוֹם הָעֲשִׂירִי נָשִׂיא לִבְנֵי דָן אֲחִיעֶזֶר בֶּן־עַמִּישַׁדָּי׃
bajom ha'assirí nassí liwné dan achi'éser ben-ammischaddáj
66 Am zehnten Tag – das Haupt der Söhne Dans, Achi'eser ben Ammischaddaj.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
67 Und sein Opfer: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 Schekel, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, aus heiligen Schekeln, voll Mehl Solet, mit Öl angerührt, für das Speiseopfer;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
68 Eine Kelle im Gewicht von 10 Schekel, aus Gold gemacht, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
69 Ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriger Schafbock, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
70 Ein Ziegenbock zum Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן אֲחִיעֶזֶר בֶּן־עַמִּישַׁדָּי׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán achi'éser ben-ammischaddáj
71 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf einjährige Schafböcke. Das ist das Opfer von Achi'eser ben Ammischaddaj.
בְּיוֹם עַשְׁתֵּי עָשָׂר יוֹם נָשִׂיא לִבְנֵי אָשֵׁר פַּגְעִיאֵל בֶּן־עָכְרָן׃
bejom aschté assár jom nassí liwné aschér pag'i'él ben-ochrán
72 Am elften Tag – das Haupt der Söhne Aschers, Pagi'el ben Achran.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
73 Und sein Opfer: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 Schekel, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, aus heiligen Schekeln, voll Mehl Solet, mit Öl angerührt, für das Speiseopfer;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
74 Eine Kelle aus Gold im Gewicht von 10 Schekel, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
75 Ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriger Schafbock, zum Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
76 Ein Ziegenbock zum Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן פַּגְעִיאֵל בֶּן־עָכְרָן׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán pag'i'él ben-ochrán
77 Und als Friedensopfer: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf einjährige Schafböcke. Das ist das Opfer von Pagi'el ben Achran.
בְּיוֹם שְׁנֵים עָשָׂר יוֹם נָשִׂיא לִבְנֵי נַפְתָּלִי אֲחִירַע בֶּן־עֵינָן׃
bejom scheném assár jom nassí liwné naftalí achirá ben-enán
78 Und am zwölften Tag – das Haupt der Söhne Naftalis, Achira ben Ejnan.
קָרְבָּנוֹ קַעֲרַת־כֶּסֶף אַחַת שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה מִשְׁקָלָהּ מִזְרָק אֶחָד כֶּסֶף שִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ שְׁנֵיהֶם מְלֵאִים סֹלֶת בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן לְמִנְחָה׃
korbanó ka'arat-késsef achát scheloschím ume'á mischkalá misrák echád késsef schiw'ím schékel beschékel hakkódesch schenehém mele'ím sólet belulá waschémen leminchá
79 Und seine Darbringung: eine silberne Schüssel im Gewicht von 130 Schekel, eine Sprengschale aus Silber im Gewicht von 70 Schekel, aus heiligen Schekeln, voll Mehl Solet, mit Öl angerührt, für das Speiseopfer;
כַּף אַחַת עֲשָׂרָה זָהָב מְלֵאָה קְטֹרֶת׃
kaf achát assará saháw mele'á ketóret
80 Eine Kelle aus Gold im Gewicht von 10 Schekel, voll Räucherwerk;
פַּר אֶחָד בֶּן־בָּקָר אַיִל אֶחָד כֶּבֶשׂ־אֶחָד בֶּן־שְׁנָתוֹ לְעֹלָה׃
par echád ben-bakár ájil echád kewes-echád ben-schenató le'olá
81 Ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Schafböckchen, als Ganzopfer;
שְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּאת׃
se'ir-issím echád lechattát
82 Ein Ziegenbock für das Reinigungsopfer.
וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים בָּקָר שְׁנַיִם אֵילִם חֲמִשָּׁה עַתֻּדִים חֲמִשָּׁה כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה חֲמִשָּׁה זֶה קָרְבַּן אֲחִירַע בֶּן־עֵינָן׃
ulséwach haschelamím bakár schenájim elím chamischá attudím chamischá kewassím bene-schaná chamischá se korbán achirá ben-enán
83 Und als Friedensdarbringung: zwei Stiere, fünf Widder, fünf Ziegenböcke, fünf einjährige Schafböckchen. Das ist das Opfer von Achira ben Ejnan.
Damit beendet die Tora die Aufzählung aller Opfer, die von allen Häuptern der zwölf Stämme dargebracht wurden, eine Aufzählung, die eintönig erscheinen mag. Und man könnte diesen ganzen Text überspringen und nur den folgenden Absatz stehen lassen, in dem die Gesamtmenge dessen aufgezählt wird, was jeder von ihnen gebracht hat. Aber stellt euch vor, dass in eurer Gemeinde oder in irgendeiner Gruppe von Menschen jeder irgendeinen Betrag beisteuert: je 10 Dollar, je 500 Rubel, egal. Und in diesem Fall unterscheiden sich die 500 Rubel, die ihr bringt, von den 500 Rubeln, die euer Nachbar gebracht hat. Sie sind verschieden, sie haben eine verschiedene Geschichte. Und deshalb zählt die Tora jeden Stamm mit seiner Darbringung einzeln auf. Nichts verschmilzt zu einer grauen Masse: weder die Spenden noch die Häupter der Stämme. Das muss man immer und immer wieder wiederholen.
זֹאת חֲנֻכַּת הַמִּזְבֵּחַ בְּיוֹם הִמָּשַׁח אֹתוֹ מֵאֵת נְשִׂיאֵי יִשְׂרָאֵל קַעֲרֹת כֶּסֶף שְׁתֵּים עֶשְׂרֵה מִזְרְקֵי־כֶסֶף שְׁנֵים עָשָׂר כַּפּוֹת זָהָב שְׁתֵּים עֶשְׂרֵה׃
sot chanukkát hammisbéach bejom himmaschách otó me'ét nessi'é jisraél ka'arót késsef schetém esré misreke-chéssef scheném assár kappót saháw schetém esré
84 Das ist die Erneuerung des Altars an dem Tag, als er gesalbt wurde, von den Häuptern Israels: zwölf Schüsseln aus Silber, zwölf Sprengschalen, zwölf Kellen aus Gold;
שְׁלֹשִׁים וּמֵאָה הַקְּעָרָה הָאַחַת כֶּסֶף וְשִׁבְעִים הַמִּזְרָק הָאֶחָד כֹּל כֶּסֶף הַכֵּלִים אַלְפַּיִם וְאַרְבַּע־מֵאוֹת בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ׃
scheloschím ume'á hakke'ará ha'achát késsef weschiw'ím hammisrák ha'echád kol késsef hakkelím alpájim we'arba-meót beschékel hakkódesch
85 130 Schekel Silber wiegt jede Schüssel und 70 Schekel – das Gewicht jeder Sprengschale; insgesamt an silbernen Gefäßen – 2400 in heiligen Schekeln.
כַּפּוֹת זָהָב שְׁתֵּים־עֶשְׂרֵה מְלֵאֹת קְטֹרֶת עֲשָׂרָה עֲשָׂרָה הַכַּף בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ כָּל־זְהַב הַכַּפּוֹת עֶשְׂרִים וּמֵאָה׃
kappót saháw schetem-esré mele'ót ketóret assará assará hakkáf beschékel hakkódesch kol-seháw hakkappót esrím ume'á
86 Zwölf goldene Kellen, voll Räucherwerk, je zehn, je zehn jede Kelle, in heiligen Schekeln; alles Gold in den Kellen 120 Schekel.
כָּל־הַבָּקָר לָעֹלָה שְׁנֵים עָשָׂר פָּרִים אֵילִם שְׁנֵים־עָשָׂר כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה שְׁנֵים עָשָׂר וּמִנְחָתָם וּשְׂעִירֵי עִזִּים שְׁנֵים עָשָׂר לְחַטָּאת׃
kol-habbakár la'olá scheném assár parím elím schenem-assár kewassím bene-schaná scheném assár uminchatám us'iré issím scheném assár lechattát
87 Alles Vieh zum Ganzopfer: zwölf Stiere, zwölf Widder, zwölf einjährige Schafböcke und die Darbringungen (Mincha) mit ihnen. Und zwölf Ziegenböcke zum Reinigungsopfer.
וְכֹל בְּקַר זֶבַח הַשְּׁלָמִים עֶשְׂרִים וְאַרְבָּעָה פָּרִים אֵילִם שִׁשִּׁים עַתֻּדִים שִׁשִּׁים כְּבָשִׂים בְּנֵי־שָׁנָה שִׁשִּׁים זֹאת חֲנֻכַּת הַמִּזְבֵּחַ אַחֲרֵי הִמָּשַׁח אֹתוֹ׃
wechól bekár séwach haschelamím esrím we'arba'á parím elím schischím attudím schischím kewassím bene-schaná schischím sot chanukkát hammisbéach acharé himmaschách otó
88 Und alles Vieh zum Friedensopfer: vierundzwanzig Stiere, sechzig Widder, sechzig Ziegenböcke, sechzig einjährige Schafböcke. Das ist die Erneuerung des Altars, nachdem er gesalbt worden war.
וּבְבֹא מֹשֶׁה אֶל־אֹהֶל מוֹעֵד לְדַבֵּר אִתּוֹ וַיִּשְׁמַע אֶת־הַקּוֹל מִדַּבֵּר אֵלָיו מֵעַל הַכַּפֹּרֶת אֲשֶׁר עַל־אֲרֹן הָעֵדֻת מִבֵּין שְׁנֵי הַכְּרֻבִים וַיְדַבֵּר אֵלָיו׃
uwewó mosché el-óhel mo'éd ledabbér ittó wajischmá et-hakkól middabbér eláw me'ál hakkappóret aschér al-arón ha'edút mibbén schené hakkeruwím wajdabbér eláw
89 Und wenn Mosche in das Zelt der Begegnung hineinging, um mit Ihm zu reden, und er hörte die Stimme, die mit ihm redete, über dem Deckel, der auf der Lade des Bundes ist, zwischen den zwei Keruwim, und diese Stimme redete mit ihm.
Hier gibt es ein wichtiges Detail, das man hinter dieser ganzen Aufzählung übersehen kann. Obwohl Mosche kein Kohen ist (aber auch kein Fremder), kann er im Unterschied zu Aharon täglich, wann er will, in das Allerheiligste hineingehen, dort mit dem Höchsten reden und Seine Stimme hören. Mosche steht im Rang höher als Aharon und ist der Heiligkeit näher als Aharon: Gerade er kann in jedem Moment, wenn es nötig ist, hinter den Vorhang gehen. Er ist der Hausverwalter des Höchsten, und das ist ein völlig besonderer Status.
Kurz über das Wichtige
Wenn wir uns den ganzen Wochenabschnitt Nasso im Ganzen ansehen und versuchen, seine Logik zu verstehen, werden wir staunen, wie verschiedene Dinge, wie verschiedene Themen in diesen Abschnitt geraten sind. Hier gibt es die Weihe des Zeltes der Begegnung mit feierlichen Gaben, und den Segen der Kohanim, und einen Teil über eine besondere Art jüdischer Askese (das Nasiräertum), und das Gesetz über die Sóta, über die sogenannten bitteren Wasser. Hier gibt es das Gebot, dass die rituell Unreinen das Lager verlassen müssen, um sich außerhalb des Lagers zu reinigen, es gibt auch die Zählung der Leviten und vieles andere. Unser Wochenabschnitt stellt gleichsam eine Art kompliziertes Gericht dar, das in einem Kessel gekocht wird. Wenn man einen Menschen fragt, ob er jemals Reis mit Weintrauben oder Fleisch mit Weintrauben gegessen hat, dann wird die Antwort vielleicht „nein“ sein. Aber wenn man nachdenkt, dann hat der Mensch sehr wohl möglicherweise Pilaw mit Rosinen gegessen, und das sind dieselben Weintrauben, nur getrocknet. Manche Zutaten verbinden sich in Gerichten auf seltsame Weise. Und unser Abschnitt Nasso ist eine komplizierte Verbindung verschiedener Bestandteile in einem geistlichen Gericht. Und wir werden in diesem Gespräch versuchen, das Wesen dieses Gerichts zu verstehen, indem wir es in seine Bestandteile zerlegen.
Wir beginnen also mit Vers 2 von Kapitel 5.
2. Gebiete den Söhnen Israels, und sie werden aus dem Lager jeden hinausschicken (wegschicken), der von Zará'at befallen ist, und jeden, der an Ausflüssen leidet, und jeden, der sich befleckt hat.
Das heißt, die Menschen, die sich als unrein erweisen, als untauglich für die Ausführung eines bestimmten Dienstes innerhalb des Lagers, werden vor das Lager ausgewiesen. Ich wiederhole noch einmal, dass die Übersetzung des Wortes tamé (unrein) aus dem Hebräischen ins Russische gleichsam ein Fehlen von Reinheit bedeutet, und das ist keine sehr richtige Übersetzung. In Wirklichkeit enthält das Wort tamé keinerlei Verneinung, es ist nicht das Fehlen von etwas, es ist das Vorhandensein von etwas. Und deshalb wäre es wahrscheinlich richtiger, das Wort tum'á mit dem Wort Befleckung zu übersetzen, das heißt, tamé – das ist nicht ein unreiner, sondern ein befleckter Mensch, und ein solcher Mensch wird aus dem Bereich des Lagers ausgesiedelt. Was ist das denn für ein befleckter Mensch, warum ist er in einem solchen Zustand? Das ist ein Mensch, der irgendwelche Ausflüsse hatte, oder ein an Zará'at Kranker, oder einer, der einen Toten berührt hat, und so weiter. Und dieser Mensch befindet sich in einem Zustand, den man nicht verstecken kann und der ihn zwingt, anzufangen, sich selbst mit sich zu beschäftigen, eine bestimmte innere Arbeit zu leisten.
Wenn wir irgendeine Krankheit haben, irgendeinen Kummer, irgendein Leiden, dann möchten wir uns manchmal zerstreuen, uns in der Gesellschaft auflösen, irgendwohin gehen, mit jemandem reden, vergessen, uns mit Freunden treffen. Und in bestimmten Fällen ist das natürlich eine gute und nützliche und heilsame Möglichkeit. Aber wenn irgendeine Unreinheit da ist, kann man vor ihr nicht in eine Gesellschaft von Menschen fliehen, die Sündhaftigkeit lässt nicht zu, in der Menge unterzutauchen. Genauer gesagt, die Tora lässt nicht zu, dass die Sündhaftigkeit in der Menge untertaucht. Und deshalb geht der befleckte Mensch aus dem Lager hinaus.
Wir begegnen im Neuen Testament vielen Fällen, in denen Jeschua in seiner Barmherzigkeit Aussätzige heilt, Menschen heilt, die sich außerhalb des Lagers befinden, die (wie wir schon gesagt haben) selbst mit ihrem Problem zurechtkommen müssen. In diesem Zusammenhang wollen wir uns an einen erstaunlichen Satz Jeschuas erinnern, der in seiner Bergpredigt erklang (Evangelium nach Matthäus 5,17). Er sagt: „Denkt nicht, dass Ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten zu brechen: Nicht zu brechen bin Ich gekommen, sondern zu erfüllen.“ Stellen wir uns das Israel des I. Jahrhunderts n. Chr. vor. Der Lehrer Jeschua geht umher, lehrt, heilt. Und eines Tages versammeln sich um ihn fünftausend Menschen, die den Lehrer hören wollen. Wem von ihnen kann es in den Sinn kommen, Gott bewahre, dass dieser Mensch gekommen ist, das Gesetz zu brechen? Das ist doch ein Lehrer der Tora, Er ist natürlich gekommen, um sie die Tora zu lehren. Woher konnte denn der Gedanke entstehen, dass Er zu ihnen gekommen ist, um ihnen zum Beispiel Rezepte für Spiegeleier mit Speck zu geben oder zu erzählen, wie man am Sabbat eine Wasserpfeife macht? Selbstverständlich gab es einen solchen Gedanken nicht. Aber gerade die Möglichkeit, an Zará'at Kranke zu heilen, Befleckte, auf ihre Ebene hinabzusteigen und sie von dort heraufzuholen – das war ungewöhnlich, das war ein erstaunlicher Bruch des gewohnten Laufs des Gesetzes. Gerade den natürlichen Lauf der Dinge der Natur, bei dem der Sünder selbst mit seiner Sünde arbeiten muss, gerade ihn hat Jeschua verändert, und das war kein Bruch des Gesetzes, sondern Erfüllung des Gesetzes.
Genauso war auch der Auszug aus Ägypten kein Bruch des natürlichen Laufs der Dinge. Ja, die Sklaverei war vom Höchsten vorgesehen, aber auch der Ausweg aus ihr war vom Höchsten vorgesehen. Und genauso ist aus dem Zustand der Unreinheit ein Ausweg vorgesehen, wenn alle Gefangenen, darunter auch alle Gefangenen dieser Unreinheit, in die Freiheit entlassen werden. Und das Vorbild dieser Befreiung der Gefangenen der Sünde, der Gefangenen der Unreinheit, ist die Reinigung der Aussätzigen, wenn Jeschua sie berührt und heilt.
Es gibt einen Midrasch, der davon erzählt, warum der Höchste Selbst nach Ägypten hinabstieg und Selbst begann, das Volk aus der Sklaverei herauszuführen. Und der Midrasch sagt, dass der Höchste verstand, wusste, dass sogar ein Engel, wenn er in diese ägyptische Unreinheit hinabsteigt, dass sogar ein Engel Schaden nehmen kann. So stark ist dort die Unreinheit, dass sogar ein Engel ihr nicht hätte standhalten können, nur der Höchste Selbst war fähig, sein Volk herauszuführen. Es braucht eine gewaltige Offenbarung der Göttlichkeit, um in die Unreinheit, in die Befleckung hinabzusteigen und nicht unrein zu werden, sich nicht zu beflecken. Und deshalb liegt eine besondere Erscheinung der Barmherzigkeit Gottes und die vollkommene Erfüllung des Gesetzes darin, dass die, die außerhalb des Lagers hinausgegangen sind, zurückkehren können.
Mir werden sehr oft verschiedene Fragen gestellt, die mit der Unreinheit zusammenhängen. Darf eine Frau zum Beispiel im Zustand weiblicher Unreinheit Pessach zu sich nehmen oder die Se'udát Adon (das Abendmahl) zu sich nehmen, das Mahl des HERRN? Wie soll man damit umgehen? Und hier will ich sagen, dass aus der Sicht des Judentums heute jeder Mensch unrein ist. Warum ist das so? Weil es die Unreinheit des Toten gibt, und wir alle haben jemanden berührt, der einen Toten berührt hat, und so weiter, von dieser Unreinheit sind alle befallen. Um sich von ihr zu reinigen, braucht man die Asche der roten Kuh, und eine rote Kuh ist vorerst nicht geplant, es gibt sie einfach nicht, und deshalb kann sich niemand reinigen. Alle sind unrein. Zum heutigen Tag kann im Grunde niemand beim Pessach-Seder das Pessach berühren. Es gibt Menschen, die das Korban (Opfer) schlachten und sagen, dass man es nicht unbedingt in Reinheit essen muss. Aber wir, die an Jeschua Maschiach glauben, haben eine solche Reinigung, und nur durch die Reinigung in Ihm können wir, sagen wir so, das Korban (Opfer) Pessach essen. Und wir sind glückselig darin, dass wir einen Hohepriester haben, der hinter dem Vorhang steht, und deshalb können wir uns durch Ihn reinigen und durch Ihn in das Lager zurückkehren. Doch das ändert nicht jene Anweisung der Tora, in der gesagt ist, dass der Mensch eine bestimmte geistliche Arbeit in der Einsamkeit leisten muss. Möge diese Einsamkeit eine Einsamkeit in Gemeinschaft mit dem Höchsten sein, im Stehen mit dem Hohepriester. Und dennoch muss der Mensch diese Arbeit allein leisten. Ja, wir haben eine wunderbare Reinigung, Jeschua heilte Aussätzige, aber die geistliche Arbeit selbst, den Glauben selbst hebt das nicht auf.
Weiter werden wir über ein anderes Thema sprechen. Lesen wir einen Vers aus Kapitel 5:
14. Und es kam über ihn (ging über ihn hin) ein Geist der Eifersucht, und er wurde eifersüchtig auf seine Frau, und sie ist tatsächlich befleckt, oder es kam über ihn ein Geist der Eifersucht, und er wurde eifersüchtig auf seine Frau, sie aber hat sich nicht befleckt…
Es waren einmal ein Alter und eine Alte, Großvater und Großmutter, Mann und Frau – das klassische Sujet aller Zeiten und Völker. Und im ehelichen Leben kommen alle möglichen Situationen vor, die Liebe kann böse sein. Und so geschah es, dass der Mann vom Geist der Eifersucht zu brennen begann. Einem nicht eifersüchtigen Menschen fällt es schwer, sich vorzustellen, wie stark dieser Geist einen Mann (oder eine Frau) überkommen kann, wie stark er von ihm Besitz ergreift. Und der Verdacht gegenüber der Frau wächst.
Das Vorhandensein dieses Geistes der Eifersucht an sich ist nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft (obwohl in diesem Fall natürlich eine schlechte). Aber es gibt die Eifersucht für Gott, es gibt eine Eifersucht, die zu Konkurrenz im guten Sinn führt, zum Streben, besser zu werden. Eifersucht ist, wie man sagt, unterschiedlich. Als man Mosche von Eldad und Mejdad berichtete, die im Lager prophezeiten, sagte Mosche (zu Jehoschua bin Nun): „Bist du eifersüchtig für mich? O, wenn doch das ganze Volk des HERRN Propheten wäre…“ (Bemidbar 11,27–29). Und die Brüder Josefs hassten ihn nicht nur, sondern waren auch eifersüchtig auf ihn, beneideten ihn. Und es gibt viele solche Beispiele im Tanach, in denen Eifersucht verurteilt wird. Doch selten, aber dennoch gibt es die Situation, dass Eifersucht positiv ist. Der Prophet Jeschajahu spricht in Vers 6 von Kapitel 9 von der Eifersucht Gottes, es gibt auch die Eifersucht auf das Wissen der Tora. Ja, mehr noch, die Verhärtung in Israel an sich ist nach den Worten des Paulus ebenfalls dazu bestimmt, Eifersucht in den Menschen zu wecken: „… Doch durch ihren Fall kam die Rettung zu den Heiden, um in ihnen Eifersucht zu wecken“, das heißt, den Wunsch zu wecken, zurückzukehren und wieder irgendeinen wichtigen Platz im Leben eines anderen Menschen oder im Plan des Höchsten einzunehmen. Eifersucht ist Neid auf irgendeinen Platz, der Wunsch, irgendeinen Platz zu bekommen oder zurückzugewinnen.
Und es geschah so, dass in der Familie alles in die Brüche ging, alles schieflief, alles nicht mehr in Ordnung war, und der Mann begann, auf seine Frau eifersüchtig zu sein. Und so schlägt er ihr vor, zum Kohen zu gehen und die Zeremonie zu vollziehen, die bittere Wasser, oder mej sotá heißt. Das Wort sotá bedeutet die Verführte, die vom Weg Abgekommene. Die Frau hat in dieser Situation zwei Möglichkeiten. Nach der ersten Möglichkeit kann sie sagen: „Ich gehe nicht. Ich gehe in kein Jerusalem, ich werde nicht zum Kohen gehen, du bist eifersüchtig auf mich – dann lass mich gehen.“ In dieser Situation muss der Mann die Frau gehen lassen, sie wird als ehrbare Frau gelten, sie wird nicht für schuldig erklärt. Aber sie kann weder den heiraten, der ihr Mann war (erneut), noch den, mit dem sie des Ehebruchs verdächtigt wurde.
Überhaupt muss man hier einen kleinen, aber wichtigen Exkurs machen und sich an den Satz Jeschuas erinnern: „Wer eine Geschiedene heiratet, bricht die Ehe.“ Im Kontext des ganzen Judentums, im Kontext aller Ansichten jener Zeit über die Scheidung geht es darum, dass, selbst wenn sie sich scheiden lässt, derjenige, mit dem sie ihren Mann betrogen hat, sie nicht heiraten kann. Das wird trotzdem Ehebruch sein. Mehr noch, wenn ein Mann zu ihr gesagt hat: „Meine Liebe, ich liebe dich, aber du bist mir verboten, weil du verheiratet bist. Lass dich scheiden, und dann wirst du mich heiraten.“ Aber auch in diesem Fall bricht er die Ehe. Wenn aber die Menschen nicht geplant hatten zu heiraten, als die Frau verheiratet war, wenn sie sich nach ihrer Scheidung und unter anderen Umständen kennengelernt haben, dann ist das nicht ganz das, was im hebräischen Text gemeint ist. Selbstverständlich hat sich in der Kirche, im christlichen Umfeld bereits ein bestimmtes Gesetz herausgebildet, und man sollte dieses Gesetz nicht eindeutig sofort verwerfen. Aber, wie Jeschua selbst sagte: „Am Anfang war es nicht so.“
Wiederholen wir also, worüber wir gesprochen haben. Die Frau kann sich weigern und sagen: „Ich werde dieses Wasser nicht trinken, ich will nirgendwohin gehen, lass mich gehen, sogar ohne Geld, ich gehe von dir weg, du bist mir mit deiner Eifersucht schon gehörig auf die Nerven gegangen.“ Oder taktvoller, das ist unwichtig. In diesem Fall geht sie, und niemand verdächtigt sie irgendeiner Sache. Aber stellen wir uns eine andere Situation vor. Sie ist doch nach Jerusalem gegangen und zum Kohen gekommen. Und hier müssen wir uns an die Mischna erinnern, die jüdische Gesetzessammlung, den gesetzgebenden Traktat. Obwohl er Ende des II. Jahrhunderts n. Chr. geschrieben wurde, enthält er sehr viele für uns nützliche Informationen über die Traditionen jener Zeit. Und dieser Traktat erzählt davon, was mit der Frau sotá (die vom Weg abgebogen ist) geschah, die man zum Kohen brachte (zusätzlich zu dem, was die Tora sagt). Der Kohen flocht ihr zunächst die Haare auf (oder entblößte sie). Man nahm ihr allen Schmuck ab, falls sie welchen trug, und kleidete sie in einfache Kleidung um. Danach zerriss der Kohen ihre Kleidung im Bereich des Herzens, das heißt, er entblößte beinahe ihre Brust. Dann band man ihr auf besondere Weise mit einem Strick die Brust, und so, halb zerlumpt, mit halb entblößter oder ganz entblößter Brust, stellte man sie im Tempel am Nikanor-Tor aus. Und es heißt, dass jeder Vorübergehende sie sehen kann und alle Frauen sie sehen können. So beschreibt es die Mischna im Traktat Sota. Und wozu wird all das getan? Damit die anderen Frauen es sehen und sich fürchten. So eine nicht einfache Situation ist das.
Dann trank sie das bittere Wasser, und während sie trank (so erzählt es die Mischna, so erzählen es die jüdischen Quellen), konnte sich ihr Körper verändern, das heißt, der Tod trat nicht augenblicklich ein. Das Wasser wirkte nicht so, wie, sagen wir, Zyankali wirkt, wie andere schnelle Gifte wirken, sie konnte allmählich sterben, an ihr konnten verschiedene Anzeichen auftreten. Die Mischna beschreibt all das mit Einzelheiten, aber darauf werden wir nicht eingehen. Sie trinkt also dieses Wasser. Wenn sie gesündigt hatte, dann starb sie. Und wiederum, nach der Mischna, starb auch ihr Liebhaber, starb ebenfalls unter Qualen. Wenn sie sich aber als rein erwies, dann segnete Gott ihren Schoß, und ihr wurde ein Sohn geboren. Aber man muss anmerken, dass dieses ganze Verfahren nur in dem Fall wirkte, wenn der Mann selbst in nichts schuldig war, wenn der Mann selbst die Reinheit des Familienlebens bewahrte, sonst konnte auch der Mann Schaden nehmen.
Stellen wir uns also den Ausgang dieser Prüfung vor. Es war einmal eine Frau. Ich weiß nicht, ob sie ihrem Mann irgendeinen Anlass gegeben hat, sie zu verdächtigen, oder nicht, aber der Mann wurde schrecklich eifersüchtig auf sie und führte sie nach Jerusalem. Halb entkleidet stellte man sie an einem der zentralen Tore Jerusalems zur Schau. Alle sahen sie an, und manche gafften sogar. Und dann stellte sich heraus, dass all das umsonst war, dass sie nicht schuldig ist: Gott Selbst hat bezeugt, dass sie nicht schuldig ist. Wie wird es da dem Mann ergehen, der das jetzt alles wiedergutmachen, in Ordnung bringen muss, und wie werden sich ihre familiären Beziehungen verändern? Es ist nicht schwer, sich eine Frau vorzustellen, die nach all dem einwilligt, bei ihrem Mann zu bleiben, aber es ist schwer, sich vorzustellen, wie viel der Mann wird tun müssen, um seine Schuld wiedergutzumachen, zu sühnen, die Frau zu besänftigen, sie milde zu stimmen. Und höchstwahrscheinlich sind all diese Verfahren, ist all das dazu gemacht, dass ein Mensch so wenig wie möglich so etwas tut, damit man es sich nicht angewöhnt, die Frau aus jedem Anlass nach Jerusalem zum Kohen zu führen. Die Dienstleistung ist ja, vom finanziellen Standpunkt aus, kostenlos, aber vom Standpunkt der Lebenskräfte, der Nerven der Frau und möglicherweise der Nerven des Mannes (er ist ja kein Holzklotz!) ist das sehr kostspielig, das ist ein nicht einfaches Thema.
Weiter wechselt die Tora zu einem neuen Thema und spricht von einem Menschen, der dem Höchsten ein bestimmtes Gelübde ablegt, das Gelübde des Nasiräertums. Einerseits ist dieses Wort stammverwandt mit dem Wort néser (Kranz, Krone), und man kann sagen, dass nasír der Gekrönte bedeutet. Andererseits ist der nasír ein Mensch, der sich um des HERRN willen von der Welt absondert, so eine Art jüdischer Mönch. Das heißt, ein Mensch hat, wie in einem alten Märchen, in einer alten Überlieferung, einen Kreis um sich gezogen und gesagt: „Ich werde nicht über die Grenzen dieses Kreises hinausgehen, ich will mit nichts in Berührung kommen, was mich an die Erde bindet.“ Und hier gibt es zwei Varianten. Entweder ahnt der Mensch die Möglichkeit irgendeines eigenen geistlichen Falls und will sich, um irgendeiner Versuchung vorzubeugen, in etwas einschränken (selbstverständlich betrifft das nicht Einschränkungen der intimen Nähe mit der Ehefrau, da das Judentum die Entfernung von der Ehefrau kategorisch nicht gutheißt und der Mann gegenüber der Frau Pflichten hat, die er einhalten muss). Oder, im Gegenteil, es ist ein Mensch, der spürt, dass er sich auf der geistlichen Stufe, auf der er sich befindet, bereits verwirklicht hat, und eine Stufe höher aufsteigen will.
Worauf verzichtet nun unser jüdischer Mönch? Er berührt keinen toten Körper, kommt mit nichts in Berührung, was ihn verunreinigen kann. Er schneidet sich nicht die Haare und nimmt keine berauschenden Stoffe zu sich. Auf diese Weise befasst er sich erstens nicht mit alltäglicher Arbeit, befasst sich nicht mit Irdischem. Das kann man bedingt der Verunreinigung durch einen toten Körper zuordnen. Zweitens befasst er sich nicht mit sich selbst, konzentriert sich nicht auf sein Äußeres. Selbstverständlich darf und soll er sich waschen, auf sich achten und so weiter. Aber gemeint ist, wiederum symbolisch, dass er keine Kräfte auf sich selbst verwendet. Drittens darf er keine berauschenden Getränke zu sich nehmen, darf keinen Alkohol und keine Drogen zu sich nehmen, weil er bewusst handeln muss, er muss selbst sich ganz dem Höchsten weihen. Und er muss das Gleichgewicht wahren, eben diesen Zusammenhang des Leiblichen und des Seelischen wahren.
Dieses Gelübde nahm man sehr ernst. Wenn ein Mensch plötzlich beschloss, davon zurückzutreten, dann konnte man ein solches Gelübde vor Gericht aufheben. Und die Weisen rieten sehr davon ab, ein solches Gelübde abzulegen. Überhaupt muss man, was jede geistliche Askese, jedes geistliche Heldentum betrifft, verstehen, auf welcher geistlichen Stufe man sich befindet. Denn manchmal kommt nicht von oben, sondern aus irgendeiner eigenen Initiative der Wunsch, der stolze Wunsch, zu sagen: „Ich bin cooler als alle, ich bin stärker als alle, ich verzichte darauf, und ich verzichte darauf.“ Und nicht immer ist das Liebe zum Höchsten, oft ist es Verliebtheit in sich selbst oder der Wunsch, sich zu zeigen. Und deshalb sollte man mit dieser Art von Askese sehr vorsichtig umgehen, und die Weisen haben davon gesprochen. Wenn jemand irgendwelche Gelübde auf sich nehmen will, muss er sich damit nicht beeilen, besser berät er sich mit geistlichen Menschen, mit kundigen Menschen und verzichtet doch, wenn es auch nur irgendeinen Verdacht gibt, dass schon die Annahme eines solchen Gelübdes an sich unrein ist.
Es gibt noch eine interessante Sache, von der die Tora weiter spricht. Im 7. Kapitel wird eine ganze Liste der Menschen aus jedem Stamm angeführt und all dessen, was sie zur Weihe des Mischkan und des Altars darbrachten. Zwölfmal wird ein und dieselbe Liste wiederholt. Und natürlich entsteht bei den Kommentatoren eine wichtige, notwendige Frage: „Warum schreibt die Tora nicht einfach, dass jeder Mensch aus den zwölf Stämmen kam und das und das und das brachte und das und das und das tat, wozu zwölfmal dasselbe wiederholen?“ Wir wissen ja eigentlich, dass die Tora nicht an einer Fülle überflüssiger, unwichtiger Worte krankt. Anders als in der menschlichen Rede, wo es Füllwörter gibt, wo es schädliche Worte gibt und einfach nutzlose Weitschweifigkeit, begegnen wir in der Tora nichts dergleichen. Aber hier muss man verstehen, dass in Wirklichkeit die Gabe Sewuluns und die Gabe Jissachars und die Gabe Jehudas nicht ein und dieselbe Gabe sind. Die Gabe ist für jeden Menschen, für jeden Stamm, für jedes Geschlecht, auch wenn sie gleich ist, seine eigene. Wenn ein Mensch eine silberne Schüssel brachte und ein anderer Mensch eine silberne Schüssel brachte, ist ihr Weg zu dieser silbernen Schüssel verschieden. Selbst wenn sie diese silberne Schüssel bei ein und demselben Meister bestellt haben, sind sie auf verschiedenen Wegen zu ihm gekommen. Jeder Mensch, der in die Gemeinde kommt, in die Synagoge kommt, ist auf seinem eigenen Weg dorthin gekommen. Und die Tora gibt uns hier eine solche sich wiederholende Liste gerade dazu, um zu zeigen, dass jeder Stamm trotz der äußeren Gleichheit im inneren Sinn auf verschiedenem Weg auch verschiedene Gaben bringt. Und daran sollte man denken.
Beachten wir, dass die ganze Zählung des Volkes Israel (und auch der Leviten) nach der Familienabstammung erfolgt, nach Stämmen, nach dem Haus ihrer Väter; die Tora erwähnt ständig Häuser, Stämme und Geschlechter. Das geschieht gerade deshalb, um auf die ganze geistliche Vielfalt des Volkes hinzuweisen. Aber wir müssen auch daran denken, dass der Höchste mehr will, der Höchste will, dass alle Völker der Welt – die Albaner und die Norweger und die Zulus und die Pygmäen und die Jakuten –, jedes Volk in seiner Vielfalt, den Höchsten anbetet und zum Höchsten kommt. Gerade diese Vielfalt spiegelt die Tora hier wider.
Wahrscheinlich eine der berühmtesten Stellen der Tora, wir begegnen ihr auch in unserem Wochenabschnitt, ist der Segen der Kohanim. Das ist Kapitel 6, ab Vers 24:
24. Möge der HERR dich segnen und dich bewahren,
25. Möge der HERR Sein helles Angesicht dir zuwenden und dir gnädig sein,
26. Möge der HERR Sein Angesicht dir zuwenden (wird zu deiner Rechten sein, neben deiner Schulter) und dir Frieden (Schalom) geben!
Die Kohanim erhielten also das Gebot, das Volk Israel mit solchen Worten zu segnen.
Es gibt Menschen, denen einfach Segen und Schutz genügen, denen der erste Teil des Segens genügt. Das sind die Gerechten. Was braucht ein Gerechter? Er hat schon eine gewisse innere Gerechtigkeit, hat eine gewisse innere Erkenntnis des Höchsten, und deshalb braucht er nur, dass der Höchste segnet und bewahrt, er muss mit dem Höchsten verbunden bleiben und Ihm danken.
Im zweiten Teil des Segens geht es schon um einen Menschen, der Teschuwá (Reue) braucht. Nicht das ganze Volk ist heilig, es gibt Menschen, die Teschuwá brauchen, und einen solchen Menschen muss man dem Höchsten nahebringen. Er selbst kann nicht immer herantreten, man muss ihn rufen. Und in diesem Fall braucht es Wohlwollen und Gnade. Deshalb sieht dieser Segen hier die Vergebung der Sünden vor.
Der dritte Teil des Segens ist für diejenigen in deinem Volk, die den aufmerksamen Blick des Höchsten brauchen, das persönliche Eingreifen des Höchsten in deine Angelegenheiten und das Wohlwollen des Höchsten. Der Höchste wird dir bei deiner inneren Arbeit helfen, wird sich neben dich stellen, Schulter an Schulter, wird dir die Möglichkeit geben, dich in das Himmlische zu kleiden, und wird dir Schalom (Frieden) schenken. Und wir wissen, dass es auch in Tehillim 29,11 heißt: „Der HERR wird seinem Volk Kraft geben und wird das Volk mit seinem Frieden segnen.“
Was ist denn dieser Schalóm, mit dem der Höchste das Volk segnet? Der Midrasch sagt, dass der Höchste lange ein Gefäß suchte, mit dem man segnen könnte, das den Segen für das Volk Israel halten würde. Und dieses Gefäß ist Schalóm (Frieden). Das Wort Schalóm hat viele Wörter derselben Wurzel mit unterschiedlicher Bedeutung: schlemút – Ganzheit, schalém – ganz, vollständig, vollendet, leschalém – das heißt auch bezahlen.
Ganzheit, geistliche Ganzheit führt den Menschen zum Frieden. Zwei geistlich ganze Menschen können nicht miteinander verfeindet sein, weil sie von Gott erfüllt sind, sie befinden sich vollständig im Zustand der Annahme als Söhne. Wenn wir im Frieden mit Gott sind, werden wir nicht mit einem anderen Menschen verfeindet sein, der auch im Frieden mit Gott ist. Das heißt, zwei Menschen, von denen jeder im Frieden mit dem Höchsten ist, werden nicht miteinander verfeindet sein. Wenn ganz Israel, vom Holzhauer und Wasserträger bis zum Hohepriester, alle vor dem Höchsten stehen, dann entsteht zwischen ihnen Frieden, sie vereinen sich zu einem Ganzen. In unserem Wochenabschnitt Nasso haben wir gesehen, dass es das Hinausführen eines kranken Menschen aus dem Lager und seine Rückkehr in das Lager gibt, den Bruch der Beziehungen in der Familie und die Wiederherstellung der Beziehungen in der Familie, die Wiederherstellung des Friedens im Volk Israel um Israels willen, und auch das ist sehr wichtig. Und auf diese Weise können wir sagen, dass das Rezept dieser komplizierten geistlichen Speise, dieses geistlichen Pilaws, den wir in unserem Wochenabschnitt sehen, Trennung und Verbindung ist. Unser Abschnitt ist der Wiederherstellung des Volkes Israel gewidmet, der Wiederherstellung der Ganzheit in der Familie, im Tempel, im Haus, im Lager und so weiter. Die Bewahrung der Einheit ist ein sehr wichtiges Thema auch für messianische Gläubige, denn, wie wir uns erinnern, war das letzte Gebet Jeschuas mit den Jüngern darum, dass die Jünger eins seien, wie Er eins ist mit dem Höchsten. Die Einheit mit dem Höchsten gibt uns die Einheit untereinander, das ist ein reicher Boden zum Nachdenken, hier gibt es etwas, worüber man nachdenken kann.
Nasso: Materialien zum Thema
Seht auch das Gespräch über den Abschnitt Nasso, den Segen Aharons, das Stenogramm des Abschnitts Bemidbar und die Wochenabschnitte der Tora.