צַו
Zaw
Opfer und Weihe der Priester
- Wochenabschnitt
- 25 von 54
- Verse
- Wajikra 6,1–8,36
- Teile
- 5
- Lesezeit
- 53 Min.
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Zaw ist der Wochenabschnitt über den Dienst der Kohanim, über die Opfer und über die Weihe Aharons und seiner Söhne. Im Stenogramm des Gesprächs von Alex Blend werden die Kapitel 6–8 des Buches Wajikra behandelt: das Feuer des Altars, die Darbringungen und der Beginn des priesterlichen Dienstes. Der biblische Text ist auf Hebräisch wiedergegeben, mit Transliteration, einer ÜbersetzungIm Original heißt es, der Text sei mit einer russischen Übersetzung versehen. Da diese Seite deutsch ist, steht hier neutral „einer Übersetzung“. und dem Kommentar des Autors.
Für den Dienstgebrauch
Wajikra 6,1–23
Wir beginnen mit Gottes Hilfe, den Wochenabschnitt Zaw zu studieren. Im vorigen Abschnitt haben wir von verschiedenen Arten von Opfern gelesen und von den Fällen, in denen diese Opfer darzubringen sind. In unserem jetzigen Abschnitt werden wir unser Wissen über diese Opfer gewissermaßen systematisieren und ergänzen. Anders als die vorigen Abschnitte richtet sich dieser Abschnitt an die Kohanim. Das heißt, wir werden eine interne Anweisung lesen, die der Höchste denen gibt, die im Tempel arbeiten werden. Fangen wir also an zu lesen, mit Vers 1 von Kapitel 6:
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
1 Und der HERR sprach zu Mosche und sagte:
צַו אֶת־אַהֲרֹן וְאֶת־בָּנָיו לֵאמֹר זֹאת תּוֹרַת הָעֹלָה הִוא הָעֹלָה עַל מוֹקְדָה עַל־הַמִּזְבֵּחַ כָּל־הַלַּיְלָה עַד־הַבֹּקֶר וְאֵשׁ הַמִּזְבֵּחַ תּוּקַד בּוֹ׃
zaw et-aharón we'et-banáw lemór sot torát ha'olá hi ha'olá al mokedá al-hammisbéach kol-hallájla ad-habbóker we'ésch hammisbéach túkad bo
2 „Gebiete Aharon und seinen Söhnen – dies ist die Lehre vom Ganzopfer: Es (die Darbringung) wird auf dem Feuer verbrannt, auf dem Altar, die ganze Nacht bis zum Morgen, und das Feuer des Altars bleibt so auf dem Altar.
Das Wort zaw, von dem auch das allen bekannte Wort mizwá (Gebot) stammt, bedeutet gebiete oder weise an. In der heutigen Sprache bedeutet das Wort zaw Befehl. In diesem Fall hat das Wort die Färbung treib an, dräng sie zur Eile, das heißt, es enthält ein gewisses Element des Anstoßes. Das Wort torát meint in diesem Fall eine systematisierte Lehre, Anweisungen oder Vorgaben. Das abendliche Ganzopfer bleibt also die ganze Nacht bis zum Morgen auf dem Altar und brennt allmählich herunter, das heißt, wir lassen das Opfer über Nacht und gehen schlafen.
וְלָבַשׁ הַכֹּהֵן מִדּוֹ בַד וּמִכְנְסֵי־בַד יִלְבַּשׁ עַל־בְּשָׂרוֹ וְהֵרִים אֶת־הַדֶּשֶׁן אֲשֶׁר תֹּאכַל הָאֵשׁ אֶת־הָעֹלָה עַל־הַמִּזְבֵּחַ וְשָׂמוֹ אֵצֶל הַמִּזְבֵּחַ׃
welawásch hakkohén middó wad umichnese-wád jilbásch al-bessaró weherím et-haddéschen aschér tochál ha'ésch et-ha'olá al-hammisbéach wessamó ézel hammisbéach
3 Und der Kohen soll ein Gewand aus Leinen anziehen, und Hosen aus Leinen soll er an sein Fleisch anziehen, und er soll die Asche aufheben, die das Feuer nach dem Ganzopfer auf dem Altar veraschen (zurücklassen) wird, und sie neben den Altar legen.
Das Wort middó kann gelesen werden als seine Uniform, Arbeitskluft (madáw) oder Maß (midató), das heißt Kleidung, die ihm in der Größe passt, Unterkleidung am Leib, um seine Blöße zu bedecken, jene Stellen, die man zu bedecken pflegt.
Wir haben die Frage der Asche schon ein wenig berührt und davon gesprochen, dass es unmöglich ist, das Opfer Ola bis zum Ende zu verbrennen. Das Opfer brennt nicht bis zum Ende herunter, es bleibt immer eine Art fettige Asche zurück. Früh, ganz früh am Morgen, noch vor der Morgendämmerung, muss der Kohen aufstehen und in der Jerusalemer Morgenkühle in seiner untersten Kleidung zum Altar gehen, mit einer besonderen Schaufel die Asche von ihm abnehmen und sie neben den Altar legen. Die Überlieferung sagt, dass ein Teil der Asche von dem Boden aufgenommen wurde, der sich neben dem Altar befand. Was tut der Kohen weiter?
וּפָשַׁט אֶת־בְּגָדָיו וְלָבַשׁ בְּגָדִים אֲחֵרִים וְהוֹצִיא אֶת־הַדֶּשֶׁן אֶל־מִחוּץ לַמַּחֲנֶה אֶל־מָקוֹם טָהוֹר׃
ufaschát et-begadáw welawásch begadím acherím wehozí et-haddéschen el-michúz lammachané el-makóm tahór
4 Und er zog seine Kleidung aus und zog andere Kleidung an und trug die Asche hinaus, außerhalb des Lagers, an einen reinen Ort.
Der Kohen zieht sich um, weil er jetzt aus dem Lager hinausgehen und die Asche auf den Haufen bringen muss, an einen bestimmten, dafür vorgesehenen Ort. Der Kohen muss das jeden Morgen tun. Weil bei Weitem nicht alle von uns gern früh am Morgen aufstehen, auch die Kohanim nicht, deshalb wird Mosche der Auftrag gegeben, Aharon auf besondere Weise zu gebieten, ihn anzutreiben, ihn zu ermuntern, damit er aufsteht, er und seine Söhne. Und die Kohanim standen von Generation zu Generation früh am Morgen auf und gingen, diese Arbeit zu tun. Man kann ein bekanntes Lied umdichten – oh, früh stehen die Arbeiter des Tempels auf.
וְהָאֵשׁ עַל־הַמִּזְבֵּחַ תּוּקַד־בּוֹ לֹא תִכְבֶּה וּבִעֵר עָלֶיהָ הַכֹּהֵן עֵצִים בַּבֹּקֶר בַּבֹּקֶר וְעָרַךְ עָלֶיהָ הָעֹלָה וְהִקְטִיר עָלֶיהָ חֶלְבֵי הַשְּׁלָמִים׃
weha'ésch al-hammisbéach tukad-bó lo tichbé uwi'ér aléha hakkohén ezím babbóker babbóker we'arách aléha ha'olá wehiktír aléha chelwé haschelamím
5 Und das Feuer auf dem Altar wird brennen und nicht erlöschen, und der Kohen entfachte darauf Holz morgens-morgens, und er wird darauf die Stücke des Ganzopfers anordnen, und obendrauf wird er das Fett des Friedensopfers räuchern.
Wann sind wir diesem Ausdruck begegnet – babbóker babbóker (morgens-morgens)? Als wir von den Menschen lasen, die sich vom allerallerfrühesten Morgen an drängten, um ihre Spenden für den Tempel zu bringen. Hier muss man den Kohen antreiben, damit er morgens-morgens geht und Holz in dieses Feuer nachlegt, anfängt, das Feuer auf dem Altar zu entfachen, eben zu entfachen, das heißt zu verstärken.
אֵשׁ תָּמִיד תּוּקַד עַל־הַמִּזְבֵּחַ לֹא תִכְבֶה׃
esch tamíd tukád al-hammisbéach lo tichbé
6 Und das Feuer wird die ganze Zeit auf dem Altar brennen (auf dem Altar des Ganzopfers), und es wird nicht erlöschen.
Dieser Vers ist zu einem Motto geworden. Er ist schon aus seinem Kontext in der Tora herausgelöst und in den Kontext des menschlichen Körpers übertragen worden, in den Kontext unseres inneren Altars. Und die Rabbiner sagen: „Wir müssen ständig brennen!“ Das heißt, wir dürfen nicht denken: „Na ja, ich bin einfach Alex, bin einfach geboren, lebe einfach und lebe, wie alle.“ Nein, ich muss spüren, dass ich für etwas bestimmt bin, und muss in jeder Sekunde, in jedem Moment des Lebens dieses Feuer des Brennens gegenüber dem Höchsten haben. Ich muss ständig auf meinem inneren Altar dieses Feuer entfachen, im Verständnis, dass, wenn ich in dieser Welt lebe, das bedeutet, dass gerade ich in dieser Welt vom Höchsten gebraucht werde, wie jeder von denen, die in dieser Welt leben. Und jede Sekunde werde ich von Ihm gebraucht, und jede Sekunde kann ich Ihm dienen. Das ist ein sehr hohes Ideal, eine sehr hohe Messlatte, die die Lehrer vorschlagen.
וְזֹאת תּוֹרַת הַמִּנְחָה הַקְרֵב אֹתָהּ בְּנֵי־אַהֲרֹן לִפְנֵי יְהוָה אֶל־פְּנֵי הַמִּזְבֵּחַ׃
wesót torát hamminchá hakréw otá bene-aharón lifné adonáj el-pené hammisbéach
7 Und dies ist die Lehre von der Gabe des Speiseopfers (von der Mincha), die die Söhne Aharons vor dem HERRN auf dem Altar darbringen werden.
וְהֵרִים מִמֶּנּוּ בְּקֻמְצוֹ מִסֹּלֶת הַמִּנְחָה וּמִשַּׁמְנָהּ וְאֵת כָּל־הַלְּבֹנָה אֲשֶׁר עַל־הַמִּנְחָה וְהִקְטִיר הַמִּזְבֵּחַ רֵיחַ נִיחֹחַ אַזְכָּרָתָהּ לַיהוָה׃
weherím mimménnu bekumzó missólet hamminchá umischamná we'ét kol-hallewoná aschér al-hamminchá wehiktír hammisbéach réach nichóach askaratá ladonáj
8 Und er soll davon mit der Handvoll aufheben, vom Mehl der Darbringung, und vom Öl, und den ganzen Weihrauch, der auf der Gabe ist (wir erinnern uns, dass die Mincha aus Mehl, Öl und Weihrauch besteht), und auf dem Altar räuchern – einen Duft des Wohlgeruchs, ein Gedenken für den HERRN.
Wir haben schon (2,2) das Wort askaráta (Gedenken) betrachtet und sind bei den Varianten des Verständnisses dieses vieldeutigen Wortes stehen geblieben. Es ist eine Art Symbol dafür, dass wir dem Höchsten ein vollständiges Opfer darbringen. Und wir haben auch die Variante betrachtet, dieses Wort als Souvenir zu verstehen, als etwas, das den Höchsten an das Gute erinnert, das in uns ist, wie David in Tehillim (20,4) sagt: „Iskór kol-minchotécha – Er wird all deiner Darbringungen gedenken“.
וְהַנּוֹתֶרֶת מִמֶּנָּה יֹאכְלוּ אַהֲרֹן וּבָנָיו מַצּוֹת תֵּאָכֵל בְּמָקוֹם קָדֹשׁ בַּחֲצַר אֹהֶל־מוֹעֵד יֹאכְלוּהָ׃
wehannotéret mimménna jochelú aharón uwanáw mazzót te'achél bemakóm kadósch bachazár ohel-mo'éd jochelúha
9 Und was von ihr übrig bleibt, sollen Aharon und seine Söhne essen, als ungesäuerte Brote sollen sie es am Heiligen Ort essen, im Hof des Zeltes der Begegnung sollen sie sie essen.
לֹא תֵאָפֶה חָמֵץ חֶלְקָם נָתַתִּי אֹתָהּ מֵאִשָּׁי קֹדֶשׁ קָדָשִׁים הִוא כַּחַטָּאת וְכָאָשָׁם׃
lo te'afé chaméz chelkám natátti otá me'ischáj kódesch kadaschím hi kachattát wecha'aschám
10 Sie darf nicht gesäuert gebacken werden, Ich habe sie zu ihrem Teil gegeben (zum Teil der Kohanim), von den heiligen Opfern ist sie, gleich dem Opfer Chatat und gleich dem Opfer Ascham.
Das Opfer Mincha muss ungesäuertes Brot sein und bleiben, man muss es als ungesäuertes Brot darbringen und als ungesäuertes Brot essen. Worin gleicht es dem Reinigungsopfer (Chatat) und dem Schuldopfer (Ascham)? Darin, dass die Kohanim es essen dürfen.
כָּל־זָכָר בִּבְנֵי אַהֲרֹן יֹאכֲלֶנָּה חָק־עוֹלָם לְדֹרֹתֵיכֶם מֵאִשֵּׁי יְהוָה כֹּל אֲשֶׁר־יִגַּע בָּהֶם יִקְדָּשׁ׃
kol-sachár biwné aharón jochelénna chok-olám ledorotechém me'isché adonáj kol ascher-jiggá bahém jikdásch
11 Jeder vom männlichen Geschlecht unter den Söhnen Aharons darf sie essen, ein ewiges Gesetz für eure Generationen, von den Feueropfern für den Höchsten. Alles, was sie berührt, wird geheiligt werden.“
Jedes Werkzeug, jedes Gefäß, das mit dieser Darbringung in Berührung gekommen ist, wird heilig, und man darf es nicht mehr für alltägliche Bedürfnisse benutzen. Und manchmal darf man es überhaupt nicht benutzen.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
12 Und der HERR sprach zu Mosche und sagte:
זֶה קָרְבַּן אַהֲרֹן וּבָנָיו אֲשֶׁר־יַקְרִיבוּ לַיהוָה בְּיוֹם הִמָּשַׁח אֹתוֹ עֲשִׂירִת הָאֵפָה סֹלֶת מִנְחָה תָּמִיד מַחֲצִיתָהּ בַּבֹּקֶר וּמַחֲצִיתָהּ בָּעָרֶב׃
se korbán aharón uwanáw ascher-jakríwu ladonáj bejom himmaschách otó assirít ha'efá sólet minchá tamíd machazitá babbóker umachazitá ba'árew
13 „Dies ist das Opfer Aharons und seiner Söhne, das sie dem HERRN darbringen werden vom Tag ihrer Salbung an: ein Zehntel Efa Mehl Solet, eine beständige Darbringung, die Hälfte – am Morgen und die Hälfte – am Abend.
עַל־מַחֲבַת בַּשֶּׁמֶן תֵּעָשֶׂה מֻרְבֶּכֶת תְּבִיאֶנָּה תֻּפִינֵי מִנְחַת פִּתִּים תַּקְרִיב רֵיחַ־נִיחֹחַ לַיהוָה׃
al-machawát baschémen te'assé murbéchet tewi'énna tufiné minchát pittím takríw reach-nichóach ladonáj
14 Auf der Pfanne in Öl sollst du sie machen, bring sie gebrüht in zerbröckelter Form, bring sie dar zum Wohlgeruch für den HERRN.
Das heißt, man muss den Teig so kneten, dass das Mehl in das heiße Öl gelangt. Das ähnelt dem Teig für Brandteiggebäck, nur natürlich ohne Wasser: Da es kein Chamez (Gesäuertes) geben darf, wird Öl verwendet.
וְהַכֹּהֵן הַמָּשִׁיחַ תַּחְתָּיו מִבָּנָיו יַעֲשֶׂה אֹתָהּ חָק־עוֹלָם לַיהוָה כָּלִיל תָּקְטָר׃
wehakkohén hammaschíach tachtáw mibbanáw ja'assé otá chok-olám ladonáj kalíl toktár
15 Und der Kohen, der nach ihm und seinen Söhnen gesalbt ist, wird sie ebenfalls machen – ein ewiges Gesetz, verbrenne sie ganz für den Höchsten.
וְכָל־מִנְחַת כֹּהֵן כָּלִיל תִּהְיֶה לֹא תֵאָכֵל׃
wechol-minchát kohén kalíl tihjé lo te'achél
16 Und jede Gabe des Kohen soll vollständig verbrannt werden und nicht gegessen werden.“
Das ist ein besonderes Opfer, das die Kohanim täglich, zweimal am Tag, darbringen müssen, damit sie sich nicht über das Volk erheben, nicht stolz sind und nicht sagen: „Seht, wie cool wir sind!“ Deshalb ist ihnen der Befehl gegeben, das einfachste, das ärmlichste Opfer darzubringen, und die Darbringung der Kohanim wird vollständig verbrannt. Und gleich der Darbringung Ola, symbolisiert dieses vollständig verbrannte Opfer die völlige Hingabe des Kohen an seinen Dienst. Wenn man vom Opfer Ola (dem Ganzopfer) sagen kann, dass es (wie ein Stecker in die Steckdose) das Zusammenwirken des Höchsten und des Volkes Israel einschaltet, die Nachbarschaft, die göttliche Gegenwart auf der Erde, dann schaltet die Darbringung der Kohanim die Priesterschaft zu, wie eine Rolltreppe oder einen Aufzug, mit dem wir zum Höchsten aufsteigen können. Denn der Kohen vertritt, wie wir schon gesagt haben, sowohl Gott vor dem Volk Israel als auch das Volk Israel vor dem Höchsten. Es ist unmöglich, ohne Kohen zu Gott zu kommen, und damit der Kohen den Priesterdienst versehen kann, ist auch ihm eine Darbringung gegeben, die er zweimal am Tag darbringen muss. Und sie ist die allerallereinfachste.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
17 Und der HERR sprach zu Mosche und sagte:
דַּבֵּר אֶל־אַהֲרֹן וְאֶל־בָּנָיו לֵאמֹר זֹאת תּוֹרַת הַחַטָּאת בִּמְקוֹם אֲשֶׁר תִּשָּׁחֵט הָעֹלָה תִּשָּׁחֵט הַחַטָּאת לִפְנֵי יְהוָה קֹדֶשׁ קָדָשִׁים הִוא׃
dabbér el-aharón we'el-banáw lemór sot torát hachattát bimkóm aschér tischachét ha'olá tischachét hachattát lifné adonáj kódesch kadaschím hi
18 „Sprich zu Aharon und seinen Söhnen und sage: Dies ist die Lehre vom Reinigungsopfer. An dem Ort, an dem das Ganzopfer dargebracht (geschlachtet) wird, dort sollst du auch das Sündopfer schlachten, ein heiliges Heiligtum ist es.
Wir haben schon gesagt, dass der Grund dafür darin liegt, dass der Mensch „nicht auffällt“, um geistliche Paparazzi aller Art zu vermeiden, damit man nicht sagt: „Schau, er ist hingegangen, ein Sündopfer darzubringen. Interessant, womit hat er da wohl gesündigt?“
הַכֹּהֵן הַמְחַטֵּא אֹתָהּ יֹאכֲלֶנָּה בְּמָקוֹם קָדֹשׁ תֵּאָכֵל בַּחֲצַר אֹהֶל מוֹעֵד׃
hakkohén hamchatté otá jochelénna bemakóm kádosch te'achél bachazár óhel mo'éd
19 Und der Kohen, der sie darbringt (der die Reinigung vollzieht), soll sie essen, am Heiligen Ort soll er sie verzehren, im Hof des Zeltes der Begegnung.
Worin liegt der Unterschied? Es gibt Opfer, die nicht nur der Kohen selbst essen darf, sondern auch seine Familie, darunter seine Frau. Das sind Opfer, deren Fleisch er nehmen und nach Hause bringen darf, darüber werden wir noch sprechen. Aber dieses Opfer ist ein Reinigungsopfer, und es isst nur der Kohen.
כֹּל אֲשֶׁר־יִגַּע בִּבְשָׂרָהּ יִקְדָּשׁ וַאֲשֶׁר יִזֶּה מִדָּמָהּ עַל־הַבֶּגֶד אֲשֶׁר יִזֶּה עָלֶיהָ תְּכַבֵּס בְּמָקוֹם קָדֹשׁ׃
kol ascher-jiggá biwsará jikdásch wa'aschér jissé middamá al-habbéged aschér jissé aléha techabbés bemakóm kadósch
20 Alles, was ihr Fleisch berührt, wird geheiligt werden, und wenn ihr Blut auf ein Gewand tropft, soll er das „Bespritzte“ (das, was bespritzt wurde) am Heiligen Ort auswaschen.
Das heißt, selbst wenn das Blut des Opfers spritzt und das Gewand des Kohen beschmutzt wird, geht er nicht nach Hause, wirft es nicht in die Waschmaschine, sondern auch mit diesem Blut muss er umgehen wie mit einem Heiligtum.
וּכְלִי־חֶרֶשׂ אֲשֶׁר תְּבֻשַּׁל־בּוֹ יִשָּׁבֵר וְאִם־בִּכְלִי נְחֹשֶׁת בֻּשָּׁלָה וּמֹרַק וְשֻׁטַּף בַּמָּיִם׃
uchli-chéres aschér tewuschal-bó jischawér we'im-bichlí nechóschet buschála umorák weschuttáf bammájim
21 Ein Tontopf, in dem sie gekocht wird, soll zerbrochen werden, und wenn sie in einem Kupfergefäß zubereitet wurde, soll es gescheuert, im Wasser gereinigt werden.
Worin liegt der Unterschied? Ein Tongefäß nimmt ein wenig von dem Produkt auf, das darin zubereitet wird, da es innen porös ist und ein Teil des Produkts in seine Poren gelangt. Und deshalb bleibt in ihm, wenn auch in mikroskopischen Mengen, doch ein Teil des Opfers zurück, und er bleibt auch noch für die Zeit, in der man es schon nicht mehr verzehren darf. Auch das Gefäß ist zu einem Opfergefäß geworden, deshalb wird man es zerbrechen müssen.
כָּל־זָכָר בַּכֹּהֲנִים יֹאכַל אֹתָהּ קֹדֶשׁ קָדָשִׁים הִוא׃
kol-sachár bakkohaním jochál otá kódesch kadaschím hi
22 Jeder vom männlichen Geschlecht soll sie essen, ein heiliges Heiligtum ist sie (auch sie wird am Heiligen Ort verzehrt).
וְכָל־חַטָּאת אֲשֶׁר יוּבָא מִדָּמָהּ אֶל־אֹהֶל מוֹעֵד לְכַפֵּר בַּקֹּדֶשׁ לֹא תֵאָכֵל בָּאֵשׁ תִּשָּׂרֵף׃
wechol-chattát aschér juwá middamá el-óhel mo'éd lechappér bakkódesch lo te'achél ba'ésch tissaréf
23 Jedes Sündopfer, von dessen Blut in das Zelt der Begegnung hineingebracht wird, um im Heiligen zu sühnen, iss es nicht, im Feuer verbrenne es.“
Worum geht es hier? Wenn ein Mensch zum Kohen gekommen ist und sagt: „Ich habe das und das getan.“ Und der Kohen sagt (oder der Mensch selbst denkt): „O-o-oh! Das ist ja so eine schreckliche Sünde, die kann man nicht einfach so reinigen, da muss man ins Heilige gehen. Lass uns das alles nicht einfach so zum Altar des Ganzopfers bringen, sondern es ins Heilige hineintragen, machen wir so ein Chatát plus, machen wir ein Super-Chatát. Oder wir veranstalten überhaupt so einen Ausverkauf für VIP-Personen, wir machen ihnen ein VIP-Chatát plus, mit Hineintragen ins Heilige.“ Und der Höchste gebietet: „Nein, man darf es nicht essen, sonst wird dieses Opfer überhaupt ungültig, es wird nicht als Sündopfer gelten. Verbrennt es im Feuer, nicht einmal dort, wo die Asche ist, sondern irgendwo. Ich will damit nichts zu tun haben.“
Anweisungen an das Personal
Wajikra 7,1–38
Mit Gottes Hilfe lesen wir mit euch den Wochenabschnitt Zaw weiter. Ich erinnere daran, dass wir eine interne Anweisung für den Dienstgebrauch lesen, die der Höchste den Kohanim durch Mosche gibt. Wenn wir in den vorigen Abschnitten, die sich an ganz Israel richteten, davon gelesen haben, wann und wer Opfer darbringen muss oder darf, dann lesen wir in diesem Abschnitt Anweisungen an das technische Personal (an diejenigen, die bei der Darbringung der Opfer Mittler sein werden) darüber, wie diese Opfer konkret darzubringen sind.
וְזֹאת תּוֹרַת הָאָשָׁם קֹדֶשׁ קָדָשִׁים הוּא׃
wesót torát ha'aschám kódesch kadaschím hu
1 Dies ist die Lehre vom Schuldopfer, es gehört zum Heiligtum (heilig für das Heiligtum).
Das bedeutet, dass die Kohanim es nicht mit nach Hause nehmen können, es nicht mit ihren Frauen, mit ihren Töchtern teilen können, und es muss in Heiligkeit im Hof des Zeltes der Begegnung oder im Hof des Tempels verzehrt werden.
בִּמְקוֹם אֲשֶׁר יִשְׁחֲטוּ אֶת־הָעֹלָה יִשְׁחֲטוּ אֶת־הָאָשָׁם וְאֶת־דָּמוֹ יִזְרֹק עַל־הַמִּזְבֵּחַ סָבִיב׃
bimkóm aschér jischchatú et-ha'olá jischchatú et-ha'aschám we'et-damó jisrók al-hammisbéach sawíw
2 An dem Ort, an dem man das Ganzopfer schlachtet, dort wird man auch das Schuldopfer schlachten, und das Blut dieses Opfers wird ringsum an den Altar spritzen.
Wir haben schon erklärt, warum das so ist: damit niemand sagen kann, welche Art von Opfer ein Mensch darbringt, damit alle möglichen Journalisten der Boulevardpresse, Paparazzi und einfach neugierige Gaffer nicht darüber grübeln, was dieser Mensch da für eine Sünde hat, weswegen er dieses Opfer gebracht hat.
וְאֵת כָּל־חֶלְבּוֹ יַקְרִיב מִמֶּנּוּ אֵת הָאַלְיָה וְאֶת־הַחֵלֶב הַמְכַסֶּה אֶת־הַקֶּרֶב׃
we'et-kol-chelbó jakríw mimménnu et ha'aljá we'et-hachélew hamchassé et-hakkérew
3 Alles Fett soll er davon darbringen, und den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt,
וְאֵת שְׁתֵּי הַכְּלָיֹת וְאֶת־הַחֵלֶב אֲשֶׁר עֲלֵיהֶן אֲשֶׁר עַל־הַכְּסָלִים וְאֶת־הַיֹּתֶרֶת עַל־הַכָּבֵד עַל־הַכְּלָיֹת יְסִירֶנָּה׃
we'ét scheté hakkelajot we'et-hachélew aschér alehén aschér al-hakkesalím we'et-hajotéret al-hakkawéd al-hakkelajot jesirénna
4 Und die zwei Nieren und das Fett, das an ihnen ist, und das Fett, das auf dem oberen Teil der Schenkel ist, und den geschwänzten Leberlappen – angefangen bei den Nieren soll er diesen Teil abtrennen.
Der geschwänzte Leberlappen ̶ das klingt seltsam, aber so heißt einer der anatomischen Teile der Leber, eine solche Bezeichnung gibt es. Ähnliche Anweisungen haben wir schon früher gelesen.
וְהִקְטִיר אֹתָם הַכֹּהֵן הַמִּזְבֵּחָה אִשֶּׁה לַיהוָה אָשָׁם הוּא׃
wehiktír otám hakkohén hammisbéacha isché ladonáj aschám hu
5 Und der Kohen soll sie (das, was er abgetrennt hat) auf dem Altar zum Räuchern darbringen, als Feueropfer für den HERRN, das ist ein Schuldopfer.
כָּל־זָכָר בַּכֹּהֲנִים יֹאכְלֶנּוּ בְּמָקוֹם קָדוֹשׁ יֵאָכֵל קֹדֶשׁ קָדָשִׁים הוּא׃
kol sachár bakkohaním jochelénnu bemakóm kadósch je'achél kódesch kadaschím hu
6 Jeder vom männlichen Geschlecht unter den Kohanim darf es essen; an einem heiligen Ort muss man es essen, denn es ist heilig für das Heiligtum.
כַּחַטָּאת כָּאָשָׁם תּוֹרָה אַחַת לָהֶם הַכֹּהֵן אֲשֶׁר יְכַפֶּר־בּוֹ לוֹ יִהְיֶה׃
kachattát ka'aschám torá achát lahém hakkohen aschér jechapper-bo lo jihjé
7 Wie das Sündopfer, so auch das Schuldopfer ̶ eine Lehre gilt für sie. Der Kohen, der für ihn (den, der das Opfer darbringt) sühnen wird, ihm soll auch das Fleisch gehören.
Die Kohanim haben einen Anteil am Opfer Aschám (der Schuld) und am Opfer Chatát (der Reinigung), und es wird nicht brüderlich unter allen geteilt, wie es in anderen Fällen manchmal geschieht. Sondern der Kohen, der dieses Opfer dargebracht hat, der bekommt es auch.
וְהַכֹּהֵן הַמַּקְרִיב אֶת־עֹלַת אִישׁ עוֹר הָעֹלָה אֲשֶׁר הִקְרִיב לַכֹּהֵן לוֹ יִהְיֶה׃
wehakkohén hammakríw et-ólat isch or ha'olá aschér hikríw lakkohén lo jihjé
8 Und der Kohen, der das Ganzopfer eines Menschen (jemandes Ganzopfer) darbringt – die Haut des Opfertieres soll dem Kohen selbst gehören.
Das heißt, wenn das ganze Opfer verbrannt wird und nichts übrig bleibt, bekommt der Kohen für seine Arbeit die Haut des Tieres.
וְכָל־מִנְחָה אֲשֶׁר תֵּאָפֶה בַּתַּנּוּר וְכָל־נַעֲשָׂה בַמַּרְחֶשֶׁת וְעַל־מַחֲבַת לַכֹּהֵן הַמַּקְרִיב אֹתָהּ לוֹ תִהְיֶה׃
wechol-minchá aschér te'afé battannúr wechol-na'assá wammarchéschet we'al-machawát lakkohén hammakríw otá lo tihjé
9 Und jede Gabe, die Minchá (das Speiseopfer), die im Ofen gebacken wird, und alles, was im Topf gemacht wird, und auf der Pfanne, soll dem Kohen gehören, der sie als Opfer darbringt.
וְכָל־מִנְחָה בְלוּלָה־בַשֶּׁמֶן וַחֲרֵבָה לְכָל־בְּנֵי אַהֲרֹן תִּהְיֶה אִישׁ כְּאָחִיו׃
wechol-minchá welula-waschémen wacharewá lechol-bené aharón tihjé isch ke'achíw
10 Und jede Minchá, die mit Öl ist und die trocken ist, soll allen Söhnen Aharons gehören, jedem wie dem Bruder (brüderlich).
Das heißt, manche Speiseopfer, trockene zerbröckelte Brotfladen, die in den Tempel gebracht werden, werden gerade brüderlich unter allen Kohanim geteilt und fallen nicht nur dem zu, der das Opfer darbringt.
Es gibt noch ein Opfer, über das wir noch nicht gesprochen haben.
וְזֹאת תּוֹרַת זֶבַח הַשְּׁלָמִים אֲשֶׁר יַקְרִיב לַיהוָה׃
wesót torát séwach haschelamím aschér jakríw ladonáj
11 Dies ist die Lehre vom Friedensopfer, das er dem HERRN darbringen wird.
Wie wir schon gesagt haben, gibt es drei Arten von Friedensopfern. Es gibt das Opfer des Dankes (Todá): wenn zum Beispiel meine Frau glücklich entbunden hat, wenn mir irgendein Wunder geschehen ist und ich dem Höchsten dankbar bin. Es gibt das Opfer aus Eifer, nach dem Geheiß des Herzens (Nedawá): Eigentlich habe ich keinen konkreten Grund, dem Höchsten „danke“ zu sagen, aber ich wollte einfach teilen, und ich gebe Ihm. Und die dritte Art von Opfer ist das Opfer nach einem Gelübde (Néder). Wenn ich in einer schweren Lage (oder in irgendeiner anderen Lage) sage: „Wenn mein Kind gesund wird, wenn es mir vergönnt ist, an einen bestimmten Ort zu gelangen, dann werde ich dort ein Opfer darbringen“ – wie zum Beispiel im Fall von Jona. Als die Seeleute sahen, dass ihr Schiff frei geworden war und seine Fahrt fortsetzen konnte und der Sturm aufgehört hatte, da „brachten sie dem HERRN ein Opfer dar und legten Gelübde ab“, wie es heißt. Welche Gelübde legten sie ab? Sie legten Gelübde ab, dass sie, wenn sie an einen bestimmten Ort kommen, Opfer darbringen werden. Ein Teil von ihnen hatte Vieh und konnte das Opfer an Ort und Stelle darbringen, und ein Teil legte Gelübde ab, dass sie ein Opfer darbringen werden.
Wie wir gesagt haben, ich erinnere noch einmal daran, ist das Opfer Schelamím – ein Friedensopfer, das heißt, wir laden alle ein, es mit uns zu essen: Die Kohanim essen es, der, der es darbringt, isst es, daran nimmt auch der Höchste teil, wir laden den Höchsten ein, zusammen mit uns zu essen. Man kann und soll alle Freunde, Nachbarn und das ganze Volk Israel einladen, das ist nur willkommen.
אִם עַל־תּוֹדָה יַקְרִיבֶנּוּ וְהִקְרִיב עַל־זֶבַח הַתּוֹדָה חַלּוֹת מַצּוֹת בְּלוּלֹת בַּשֶּׁמֶן וּרְקִיקֵי מַצּוֹת מְשֻׁחִים בַּשָּׁמֶן וְסֹלֶת מֻרְבֶּכֶת חַלֹּת בְּלוּלֹת בַּשָּׁמֶן׃
im al-todá jakriwénnu wehikríw al-séwach hattoda challót mazzót belulót baschémen urkiké mazzót meschuchím baschámen wessólet murbéchet challót belulót baschámen
12 Wenn er ein Opfer des Dankes darbringt und es als Dankopfer darbringt, dann soll er damit ungesäuerte Brote mit Öl geben, und auch dünne Brote, die mit Öl bestrichen sind, und aus gebrühtem Mehl Solét Brote mit Öl (reichhaltige gesäuerte Brote).
Manche Kommentatoren sagen, dass die Fladen in der Form eines eckigen Buchstabens Kaf bestrichen wurden, manche sagen, dass sie einfach mit Öl bestrichen wurden. Wie wir wissen, dürfen gesäuerte Brote nicht als Opfer dargebracht werden (gemeint ist, dass sie nicht auf den Altar hinaufgebracht werden), aber als Gaben für die Kohanim können sie gebracht werden. Wer ein Friedensopfer darbringt, bringt auch eine große Menge Brote, bringt einen großen Korb mit Broten, damit die Kohanim nicht nur Fleisch allein essen können. Auf dem Tempelberg, an dem Ort, wo der Tempel war, gab es eine kleine Küche und so eine Ecke, wo der Kohen Gemüse und Kräuter schneiden, Brot brechen und so weiter und ganz menschlich essen konnte. Hauptsache, das Heilige überschneidet sich nicht mit dem Alltäglichen.
Also muss der Mensch viele verschiedene Brote bringen.
עַל־חַלֹּת לֶחֶם חָמֵץ יַקְרִיב קָרְבָּנוֹ עַל־זֶבַח תּוֹדַת שְׁלָמָיו׃
al-challót léchem chaméz jakríw korbanó al-séwach todát schelamáw
13 Mit Challot aus gesäuertem Brot soll er sein Opfer darbringen, zu seinem Friedensopfer des Dankes.
וְהִקְרִיב מִמֶּנּוּ אֶחָד מִכָּל־קָרְבָּן תְּרוּמָה לַיהוָה לַכֹּהֵן הַזֹּרֵק אֶת־דַּם הַשְּׁלָמִים לוֹ יִהְיֶה׃
wehikríw mimménnu echád mikkol-korbán terumá ladonáj lakkohén hassorék et-dám haschelamím lo jihjé
14 Und er soll davon je eines von allen Sorten (drei Arten) Brot als Hebopfer für den Höchsten darbringen. Und dieses Opfer fällt dem Kohen zu, der dieses Friedensopfer darbringt.
וּבְשַׂר זֶבַח תּוֹדַת שְׁלָמָיו בְּיוֹם קָרְבָּנוֹ יֵאָכֵל לֹא־יַנִּיחַ מִמֶּנּוּ עַד־בֹּקֶר׃
uwsár séwach todát schelamáw bejom korbanó je'achél lo-janníach mimménnu ad-bóker
15 Und das Fleisch seines Friedensopfers des Dankes soll am Tag seiner Darbringung gegessen werden, und sie werden nichts davon bis zum Morgen übrig lassen.
Warum begrenzt die Tora (wir werden das auch weiterhin sehen) die Zeit, in der das Friedensopfer gegessen wird? Weil erstens das Opfer eine bestimmte Heiligkeit besitzt. Wie lange kann ein Mensch die Heiligkeit bewahren? Irgendeine winzigste Ausscheidung, eine Berührung mit etwas, das man nicht berühren darf – und ein unerfahrener Mensch, kein Kohen, der die ganze Zeit der Heiligkeit dient, sondern ein einfacher Mensch, kann etwas Unreines berühren, selbst unrein werden und dadurch auch das Opfer unrein machen. Das ist der erste Grund.
Der zweite Grund ist, dass der Mensch so viele Leute wie möglich einladen möchte. Wenn ich ein Lamm innerhalb einer Woche essen muss, dann esse ich es vielleicht mit meiner Familie auch selbst auf: Ich lege es in den Kühlschrank, friere es im Gefrierfach ein, wärme es in der Mikrowelle auf und esse lange-lange davon. Aber wenn ich es bis zum Morgen essen muss, dann lade ich so viele Gäste wie möglich ein und teile mit viel mehr Menschen.
Das alles betrifft das Opfer des Dankes (todá) an den Höchsten. Ab Vers 16 werden wir über eine andere Art des Friedensopfers sprechen.
וְאִם־נֶדֶר אוֹ נְדָבָה זֶבַח קָרְבָּנוֹ בְּיוֹם הַקְרִיבוֹ אֶת־זִבְחוֹ יֵאָכֵל וּמִמָּחֳרָת וְהַנּוֹתָר מִמֶּנּוּ יֵאָכֵל׃
we'im-néder o nedawá séwach korbanó bejom hakriwó et-siwchó je'achél umimmachorát wehannotár mimménnu je'achél
16 Wenn aber seine Darbringung aus der Kategorie des Schwurs ist oder aus dem Antrieb der Seele, dann wird er sie an dem Tag, an dem er sein Opfer darbringt, essen, und am folgenden Tag wird er noch davon essen,
Da das Friedensopfer néder (nach einem Gelübde, einem Schwur) und nedawá (aus dem Antrieb der Seele) ein Opfer ist, das größtenteils auf freiwilliger Grundlage gegeben wird, auf der Grundlage irgendeiner persönlichen Beziehung des Menschen zum Höchsten, ist der Mensch nicht verpflichtet, diese Freude mit anderen Menschen zu teilen. Seine Freude ist von etwas anderer Natur, und es gibt keine solche Notwendigkeit, den Menschen dazu anzuhalten, andere einzuladen und dieses Opfer zu teilen.
וְהַנּוֹתָר מִבְּשַׂר הַזָּבַח בַּיּוֹם הַשְּׁלִישִׁי בָּאֵשׁ יִשָּׂרֵף׃
wehannotár mibbessár hassáwach bajom haschelischí ba'ésch jissaréf
17 Was aber vom Fleisch des Opfers übrig bleibt, muss man am dritten Tag verbrennen.
Das ähnelt dem bekannten Satz hinrichten unmöglich begnadigen. Wo setzt man hier das Komma? Man kann es auf zwei Weisen lesen: Was vom Fleisch am dritten Tag übrig geblieben ist (Komma hier), wird verbrannt, oder was vom Fleisch übrig geblieben ist (Komma hier), wird am dritten Tag verbrannt. Worin liegt der Unterschied? Der Unterschied liegt darin, wie viele Tage man das Fleisch essen darf. Da aber in Vers 16 gesagt wird: heute und morgen essen, ergibt sich, dass man das Fleisch schon in der folgenden Nacht nicht mehr essen darf, das heißt, die Zeit des Essens ist ohnehin kürzer als drei Tage, und gerade das Verbrennen geschieht am dritten Tag. Warum muss man das Fleisch verbrennen, warum es nicht einfach wegwerfen? Weil dieses Fleisch Heiligkeit besitzt. Wir dürfen nicht zulassen, dass es verdirbt oder ranzig wird, dass im heiligen Fleisch Würmer auftauchen, das wäre eine Schändung. Deshalb muss man es verbrennen. Und andererseits können die Leute, die der Mensch nicht eingeladen, nicht gerufen hat, sagen: „Da verbrennt Wassiljitsch Fleisch, und wir laufen hungrig herum.“ Kurz gesagt, darin liegt auch eine gewisse demonstrative, erzieherische Wirkung.
Es gibt sehr viele verschiedene Meinungen, verschiedene Kommentare darüber, was der dritte Tag bedeutet. Der Maschiach ist am dritten Tag auferstanden, die Verwandlung von Wasser in Wein geschieht am dritten Tag… Ich sage immer: Wenn ihr etwas Gemeinsames in der Tora findet, irgendwelche gemeinsamen Stellen, dann sucht auch die Unterschiede, um nicht alles auf einen Haufen zu werfen. Wir können ein kompliziertes mystisches Gebäude errichten und es sogar in irgendein einheitliches, stimmiges System umwandeln. Aber das wird unser System sein, und man muss sich ständig die Frage stellen: Steht das überhaupt in der Schrift – das, worüber wir sprechen? Inwieweit passt das zur Schrift – das, worüber wir sprechen? Deshalb schlage ich vor, sich beim Lesen vor allem auf den Pschat (den einfachen Sinn) zu konzentrieren, nach dem ganz logisch und verständlich ist, warum vom dritten Tag die Rede ist.
In Vers 18 fügt die Tora eine Warnung hinzu:
וְאִם הֵאָכֹל יֵאָכֵל מִבְּשַׂר־זֶבַח שְׁלָמָיו בַּיּוֹם הַשְּׁלִישִׁי לֹא יֵרָצֶה הַמַּקְרִיב אֹתוֹ לֹא יֵחָשֵׁב לוֹ פִּגּוּל יִהְיֶה וְהַנֶּפֶשׁ הָאֹכֶלֶת מִמֶּנּוּ עֲוֹנָהּ תִּשָּׂא׃
we'ím he'achól je'achél mibbessar-séwach schelamáw bajom haschelischí lo jerazé hammakríw otó lo jechaschéw lo piggúl jihjé wehannéfesch ha'ochélet mimménnu awoná tissá
18 Wenn er aber dennoch als Speise vom Fleisch seines Friedensopfers am dritten Tag essen wird, wird dieses Opfer nicht angenommen werden (wird dieses Opfer nicht wohlgefällig angenommen werden), es wird ihm nicht angerechnet werden, und es wird Fäulnis sein, und die Seele, die davon isst, wird ihre Sünde tragen.
וְהַבָּשָׂר אֲשֶׁר־יִגַּע בְּכָל־טָמֵא לֹא יֵאָכֵל בָּאֵשׁ יִשָּׂרֵף וְהַבָּשָׂר כָּל־טָהוֹר יֹאכַל בָּשָׂר׃
wehabbassár ascher-jiggá bechol-tamé lo je'achél ba'ésch jissaréf wehabbassár kol-tahór jochál bassár
19 Und das Fleisch, das etwas Unreines berührt, wird nicht gegessen werden, es wird im Feuer verbrannt werden; was aber das Fleisch (das reine) betrifft, so darf jeder Reine dieses Fleisch essen.
וְהַנֶּפֶשׁ אֲשֶׁר־תֹּאכַל בָּשָׂר מִזֶּבַח הַשְּׁלָמִים אֲשֶׁר לַיהוָה וְטֻמְאָתוֹ עָלָיו וְנִכְרְתָה הַנֶּפֶשׁ הַהִוא מֵעַמֶּיהָ׃
wehannéfesch ascher-tochál bassár misséwach haschelamím aschér ladonáj wetum'ató aláw wenichretá hannéfesch hahí me'amméha
20 Und die Seele, die Fleisch vom Friedensopfer essen wird, das dem HERRN ist, und seine Unreinheit ist auf ihm, – und diese Seele wird von ihrem Volk abgeschnitten werden.
Das heißt, der Mensch, der dieses Fleisch im Zustand der Unreinheit essen wird, wird einer Strafe unterworfen. Hier lesen wir von der Strafe namens Karet (Abschneidung). Hinsichtlich der Strafe Karet gibt es keinen Streit, das ist die schwerste Strafe in der Tora. Die einen sagen, dass nichretá (wird abgeschnitten werden) – das Ende des Lebensfadens der Seele ist, dass der Mensch, der getan hat, wovon in diesem Vers gesprochen wird, einfach früh sterben wird, die Strafe dafür ist ein früher Tod. Andere sagen, dass es buchstäblich ein Abschneiden vom Volk ist, dass der Mensch nach dem Tod nicht zu seinen Vätern hinzugefügt wird, aufhört, Teil seines Volkes zu sein, schlicht aufhört, Teil des Volkes Gottes zu sein.
In der Tora gibt es 18 Fälle, 18 Vergehen, auf die die Strafe Karet steht. Ein Teil davon ist mit der Heiligkeit einer bestimmten Zeit verbunden. Zum Beispiel: Wenn ein Mensch das Pessachopfer nicht isst, ist seine Strafe Karet. Wenn ein Mensch während Pessach Chamez (Gesäuertes) isst, ist seine Strafe Karet. Wenn ein Mensch den Sabbat bricht, ist seine Strafe ebenfalls Karet. Wenn ein Mensch am Tag des Gerichts, an Jom Kippur, arbeitet oder isst, ist seine Strafe Karet. Das sind Strafen, die mit der Heiligkeit des Tages verbunden sind.
Es gibt Strafen, die mit der Heiligkeit irgendeines Materials, irgendeiner Substanz verbunden sind. Zum Beispiel wird die Strafe Karet dem auferlegt, der Blut isst; der chélew (Fett) isst, das für die Darbringung bestimmt ist; der das Rezept nachmacht und Räucherwerk (Ketoret) oder Salböl (schémen hammischchá) herstellt. Der Strafe Karet wird auch unterworfen, wer das Opfer (wie wir hier sehen) nach der festgesetzten Frist isst; wer das Opfer im unreinen Zustand isst; wer den Höchsten verflucht oder offen Sein Gebot übertritt; wer die Beschneidung nicht vollzieht; wer sich nach der Berührung eines Toten nicht reinigt; wer dem Molech dient; wer sich an die Totenbeschwörer wendet; wer heilige Opfer außerhalb des heiligen Ortes darbringt; wer verbotene Opfer darbringt; wer verbotene geschlechtliche Verbindungen eingeht. Anscheinend habe ich mich an alle 18 erinnert, an alle 18 Fälle der Strafe Karet, der schrecklichsten Strafe in der Tora.
וְנֶפֶשׁ כִּי־תִגַּע בְּכָל־טָמֵא בְּטֻמְאַת אָדָם אוֹ בִּבְהֵמָה טְמֵאָה אוֹ בְּכָל־שֶׁקֶץ טָמֵא וְאָכַל מִבְּשַׂר־זֶבַח הַשְּׁלָמִים אֲשֶׁר לַיהוָה וְנִכְרְתָה הַנֶּפֶשׁ הַהִוא מֵעַמֶּיהָ׃
wenéfeschDie russische Umschrift beginnt hier mit „wehannéfesch“ (mit Artikel); im hebräischen Vers steht „wenéfesch“ ohne Artikel. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. ki-tiggá bechol-tamé betum'át adám o biwhemá teme'á o bechol-schékez tamé we'achál mibbessar-séwach haschelamím aschér ladonáj wenichretá hannéfesch hahí me'amméha
21 Und die Seele, wenn sie irgendetwas Unreines berührt, von der Unreinheit des Menschen (von menschlicher Unreinheit), oder ein unreines Tier, oder irgendein verunreinigendes Kriechtier, und danach vom Friedensopfer aß, das dem HERRN ist, diese Seele wird vernichtet werden, abgeschnitten von ihrem Volk.
Damit enden im Großen und Ganzen die Anweisungen, die der Höchste durch Mosche Aharon und den Söhnen gibt.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
22 Und der HERR sprach zu Mosche und sagte:
דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֵאמֹר כָּל־חֵלֶב שׁוֹר וְכֶשֶׂב וָעֵז לֹא תֹאכֵלוּ׃
dabbér el-bené jisraél lemór kol-chélew schor wechéssew wa'és lo tochélu
23 „Rede mit allen Söhnen Israels: Alles innere Fett vom Rind, vom Schaf oder von der Ziege sollt ihr nicht essen.
Jetzt wendet sich der Höchste nicht mehr nur an die Kohanim, sondern auch an das ganze Volk, das ist keine interne Anweisung mehr. Alles innere Fett (chélew), von dem wir als von einer besonderen Art von Fett gesprochen haben, vom Rind, vom Schaf oder von der Ziege darf man nicht essen.
וְחֵלֶב נְבֵלָה וְחֵלֶב טְרֵפָה יֵעָשֶׂה לְכָל־מְלָאכָה וְאָכֹל לֹא תֹאכְלֻהוּ׃
wechélew newelá wechélew terefá je'assé lechol-melachá we'achól lo tochelúhu
24 Und das Fett von Aas und das Fett von einem zerrissenen Tier darf für irgendeine Arbeit verwendet werden, aber essen darf man es nicht (als Speise sollt ihr es nicht essen).
Das heißt, man kann es praktisch dafür verwenden, um damit Schuhe, eine Kurbelwelle oder noch etwas Ähnliches zu schmieren.
כִּי כָּל־אֹכֵל חֵלֶב מִן־הַבְּהֵמָה אֲשֶׁר יַקְרִיב מִמֶּנָּה אִשֶּׁה לַיהוָה וְנִכְרְתָה הַנֶּפֶשׁ הָאֹכֶלֶת מֵעַמֶּיהָ׃
ki kol-ochél chélew mín-habbehemá aschér jakríw mimménna isché ladonáj wenichretá hannéfesch ha'ochélet me'amméha
25 Denn jeder, der Fett vom Vieh essen wird, von dem ein Opfer dargebracht wurde, ein Feueropfer für den HERRN, – die essende Seele wird von ihrem Volk abgeschnitten werden.
וְכָל־דָּם לֹא תֹאכְלוּ בְּכֹל מוֹשְׁבֹתֵיכֶם לָעוֹף וְלַבְּהֵמָה׃
wechol-dám lo tochelú bechól moschewotechém la'óf welabbehemá
26 Und keinerlei Blut sollt ihr essen an all eurem (jedem) Wohnort, weder vom Geflügel noch vom Vieh.
Das bedeutet, dass man Fischblut essen darf. Man darf eigentlich auch menschliches Blut essen: Wenn ihr etwas auf der Reibe reibt und ein bisschen Blut hineingeraten ist, darf man es essen, obwohl es natürlich am besten ist, es zu entfernen.
כָּל־נֶפֶשׁ אֲשֶׁר־תֹּאכַל כָּל־דָּם וְנִכְרְתָה הַנֶּפֶשׁ הַהִוא מֵעַמֶּיהָ׃
kol-néfesch ascher-tochál kol-dám wenichretá hannéfesch hahi me'amméha
27 Jede Seele, die irgendwelches Blut isst, diese Seele wird vom Volk Israel abgeschnitten werden.“
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
28 Und der HERR redete zu Mosche und sagte:
דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֵאמֹר הַמַּקְרִיב אֶת־זֶבַח שְׁלָמָיו לַיהוָה יָבִיא אֶת־קָרְבָּנוֹ לַיהוָה מִזֶּבַח שְׁלָמָיו׃
dabbér el-bené jisraél lemór hammakríw et-séwach schelamáw ladonáj jawí et-korbanó ladonáj misséwach schelamáw
29 „Sage den Söhnen Israels und sprich: Wer dem HERRN ein Friedensopfer darbringt, wird dieses Opfer dem HERRN aus jenen Arten von Vieh bringen, die für die Darbringung des Friedensopfers für den HERRN vorgesehen sind.
יָדָיו תְּבִיאֶינָה אֵת אִשֵּׁי יְהוָה אֶת־הַחֵלֶב עַל־הֶחָזֶה יְבִיאֶנּוּ אֵת הֶחָזֶה לְהָנִיף אֹתוֹ תְּנוּפָה לִפְנֵי יְהוָה׃
jadáw tewi'éna et isché adonáj et-hachélew al-hechasé jewi'énnu et hechasé lehaníf otó tenufá lifné adonáj
30 Mit seiner eigenen Hand wird er das Feueropfer für den HERRN bringen. Und das Fett auf dem Bruststück wird er bringen, das Bruststück – um es dem Höchsten als Erhebung zu erheben.
Worum geht es hier? Der Mensch soll dem Kohen dieses Opfer nicht einfach übergeben und sagen: „Geh, zerleg es.“ Sondern nachdem alles zerlegt ist, nimmt der Kohen das Bruststück als den Teil, der dem Kohen zukommt, und das Fett, das auf den Altar kommen wird, auf seine Hand, und obendrauf legt derjenige, der dieses Opfer bringt, seine Hand. Wir haben gesagt, dass das eine Art Pas ist, den der Mensch vollführt, wenn er mit dem Höchsten tanzt. Hier verschmilzt der Mensch mit dem Kohen zu einer Einheit, und gemeinsam vollführen sie dieses Schwingen des Opfers, wie wir schon gesagt haben, eine Art Tanzbewegung mit dem Höchsten. Derjenige, der dieses Opfer bringt, nimmt unbedingt an diesem gemeinsamen Tanz mit dem Kohen und Gott teil.
וְהִקְטִיר הַכֹּהֵן אֶת־הַחֵלֶב הַמִּזְבֵּחָה וְהָיָה הֶחָזֶה לְאַהֲרֹן וּלְבָנָיו׃
wehiktír hakkohén et-hachélew hammisbécha wehajá hechasé le'aharón ulwanáw
31 Und dann nimmt der Kohen das Fett und bringt es auf den Altar, und das Bruststück fällt Aharon und seinen Söhnen zu (das heißt in diesem Fall dem Kohen selbst).
וְאֵת שׁוֹק הַיָּמִין תִּתְּנוּ תְרוּמָה לַכֹּהֵן מִזִּבְחֵי שַׁלְמֵיכֶם׃
we'ét schok hajamín tittenú terumá lakkohén missiwché schalmechém
32 Und den rechten Unterschenkel (Schenkel, Bein) gebt als Erhebung dem Kohen von euren Friedensopfern.
Das heißt, nachdem ihr gemeinsam den Tanz mit dem Bruststück und dem Fett vollführt habt, gibst du ihm auch noch das rechte Bein. Das rechte Vorderbein ist gewöhnlich mit dem Bruststück verbunden, und das bringt als Erhebung dar. Den übrigen Teil, das, was übrig bleibt (den größeren Teil), bekommt derjenige, der das Opfer gebracht hat, und er darf ihn zusammen mit seiner Familie, zusammen mit allen, in Reinheit essen.
הַמַּקְרִיב אֶת־דַּם הַשְּׁלָמִים וְאֶת־הַחֵלֶב מִבְּנֵי אַהֲרֹן לוֹ תִהְיֶה שׁוֹק הַיָּמִין לְמָנָה׃
hammakríw et-dám haschelamím we'et-hachélewIn der russischen Umschrift beginnt dieses Wort mit B statt mit W. Im hebräischen Text steht „we'et“ (und); dem folgt die deutsche Umschrift. mibbené aharón lo tihjé schok hajamín lemaná
33 Derjenige, der das Blut des Friedensopfers und das Fett darbringt, von den Söhnen Aharons, dem soll als Anteil (Portion) das rechte Bein gehören.
כִּי אֶת־חֲזֵה הַתְּנוּפָה וְאֵת שׁוֹק הַתְּרוּמָה לָקַחְתִּי מֵאֵת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל מִזִּבְחֵי שַׁלְמֵיהֶם וָאֶתֵּן אֹתָם לְאַהֲרֹן הַכֹּהֵן וּלְבָנָיו לְחָק־עוֹלָם מֵאֵת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃
ki et-chasé hattenufá we'ét schok hatterumá lakáchti me'ét bene-jisraél missiwché schalmehém wa'ettén otám le'aharón hakkohén ulwanáw lechok-olám me'ét bené jisraél
34 Denn das Bruststück, das geschwungen wird, und das Bein (den Schenkel) der Erhebung habe Ich von den Söhnen Israels genommen, von ihren Friedensopfern, und Ich werde sie Aharon, dem Kohen, und seinen Söhnen geben als ewiges Gesetz von den Söhnen Israels.
זֹאת מִשְׁחַת אַהֲרֹן וּמִשְׁחַת בָּנָיו מֵאִשֵּׁי יְהוָה בְּיוֹם הִקְרִיב אֹתָם לְכַהֵן לַיהוָה׃
sot mischchát aharón umischchát banáw me'isché adonáj bejom hikríw otám lechahén laadonáj
35 Dieser Anteil Aharons und seiner Söhne ist ihnen durch die Salbung bestimmt, von den Feueropfern für den Höchsten, von dem Moment an, da sie zum Dienst der Kohanim eingesetzt wurden,
אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה לָתֵת לָהֶם בְּיוֹם מָשְׁחוֹ אֹתָם מֵאֵת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל חֻקַּת עוֹלָם לְדֹרֹתָם׃
aschér ziwwá adonáj latét lahém bejom moschchó otám me'ét bené jisraél chukkát olám ledorotám
36 Der Anteil, den der HERR ihnen zu geben geboten hat an dem Tag, als Er sie salbte, von den Söhnen Israels – das ist ein ewiges Gesetz für ihre Generationen.
Zum Abschluss des Gesprächs über die Opfer und nachdem vollständige Anweisungen zu jedem von ihnen gegeben sind, sagt der Höchste zusammenfassend:
זֹאת הַתּוֹרָה לָעֹלָה לַמִּנְחָה וְלַחַטָּאת וְלָאָשָׁם וְלַמִּלּוּאִים וּלְזֶבַח הַשְּׁלָמִים׃
sot hattorá la'olá lamminchá welachattát wela'aschám welammillu'ím ulséwach haschelamím
37 Dies ist die Lehre vom Ganzopfer, von der Speisegabe, und vom Reinigungsopfer, und vom Schuldopfer, und bei der Einsetzung der Kohanim, und zum Friedensopfer,
אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה בְּהַר סִינָי בְּיוֹם צַוֹּתוֹ אֶת־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לְהַקְרִיב אֶת־קָרְבְּנֵיהֶם לַיהוָה בְּמִדְבַּר סִינָי׃
aschér ziwwá adonáj et-mosché behár sináj bejom zawwotó et-bené jisraél lehakríw et-korbenehém ladonáj bemidbár sináj
38 Die der HERR Mosche auf dem Berg Sinai geboten hat, als Er dem Volk Israel die Darbringung ihrer Opfer für den HERRN gebot, in der Wüste Sinai.
Priester in Quarantäne
Wajikra 8,1–36
Mit Gottes Hilfe schließen wir heute gemeinsam das Studium des Wochenabschnitts Zaw ab und werden Kapitel 8 des Buches lesen, ab Vers 1.
Alles ist für das Fest bereit, die feierliche Veranstaltung kann beginnen.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
1 Und der Höchste sprach zu Mosche und sagte:
קַח אֶת־אַהֲרֹן וְאֶת־בָּנָיו אִתּוֹ וְאֵת הַבְּגָדִים וְאֵת שֶׁמֶן הַמִּשְׁחָה וְאֵת פַּר הַחַטָּאת וְאֵת שְׁנֵי הָאֵילִים וְאֵת סַל הַמַּצּוֹת׃
kach et-aharón we'et-banáw ittó we'ét habbegadím we'ét schémen hammischchá we'ét par hachattát we'ét schené ha'elím we'ét sal hammazzót
2 „Nimm Aharon, und seine Söhne mit ihm, und die Kleidung, und das Salböl, und das Reinigungsopfer, und zwei Lämmer, und den Korb mit ungesäuerten Broten.
Eines der Lämmer geht als Ganzopfer, und das andere Lamm wird Teil der Heiligung der Kohanim sein. Sie werden sieben Tage lang täglich dargebracht werden. Wie man das macht, haben wir im Buch Schemot gelesen. Und dort gebot der Höchste, dass zu diesem Opfer nur ungesäuerte Brote gehören sollten, anders als beim Dankopfer, bei dem man für die Kohanim gesäuerte Brote hinzufügen darf. Hier gibt es nur ungesäuerte Brote.
וְאֵת כָּל־הָעֵדָה הַקְהֵל אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד׃
we'ét kol-ha'edá hakhél el-pétach óhel mo'éd
3 Und die ganze Gemeinde ‚dräng zusammen‘ am Eingang zum Zelt der Begegnung.“
וַיַּעַשׂ מֹשֶׁה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֹתוֹ וַתִּקָּהֵל הָעֵדָה אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד׃
wajás mosché ka'aschér ziwwá adonáj otó wattikkahél ha'edá el-pétach óhel mo'éd
4 Und Mosche tat, wie der HERR ihm geboten hatte, und er versammelte die ganze Gemeinde am Eingang zum Zelt der Begegnung.
Bei diesem feierlichen Ereignis wird ganz Israel anwesend sein, das ganze Volk Israel. Es ist wichtig, dass dieses Ereignis vor versammeltem Volk geschieht. Und auch wir sind eingeladen und können auch dabei sein.
וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה אֶל־הָעֵדָה זֶה הַדָּבָר אֲשֶׁר־צִוָּה יְהוָה לַעֲשׂוֹת׃
wajomer mosché el-ha'edá se haddawár ascher-ziwwá adonáj la'asót
5 Und Mosche sagte zur Gemeinde: „Dies ist die Sache, die der HERR zu tun geboten hat.“
וַיַּקְרֵב מֹשֶׁה אֶת־אַהֲרֹן וְאֶת־בָּנָיו וַיִּרְחַץ אֹתָם בַּמָּיִם׃
wajakréw mosché et-aharón we'et-banáw wajircház otám bammájim
6 Und Mosche ließ Aharon und seine Söhne herantreten und wusch sie mit Wasser.
Selbstverständlich führte er sie nicht ins Badehaus und schrubbte sie nicht vor dem ganzen Volk mit einem Waschlappen ab, sondern er wusch ihnen die Hände und Füße. Die Waschung der Hände und Füße gehörte zur Heiligung der Kohanim. Sieben Tage lang musste Mosche das tun. Mosche − nassí (Präsident, Leiter des Volkes, Oberhaupt der Nation), er ist zugleich auch König, er ist zugleich der Gesandte des Höchsten – wäscht vor dem ganzen Volk den Kohanim die Füße. Das ist ein Vorausbild dessen, was der König Maschiach an seinen Jüngern tun wird.
In Vers 7 geht es nicht mehr um Aharon und die Söhne, sondern nur um Aharon.
וַיִּתֵּן עָלָיו אֶת־הַכֻּתֹּנֶת וַיַּחְגֹּר אֹתוֹ בָּאַבְנֵט וַיַּלְבֵּשׁ אֹתוֹ אֶת־הַמְּעִיל וַיִּתֵּן עָלָיו אֶת־הָאֵפֹד וַיַּחְגֹּר אֹתוֹ בְּחֵשֶׁב הָאֵפֹד וַיֶּאְפֹּד לוֹ בּוֹ׃
wajittén aláw et-hakkuttónet wajachgór otó ba'awnét wajalbésch oto et-hamme'íl wajittén aláw et-ha'efód wajachgór otó bechéschew ha'efód waje'pód lo bo
7 Und er legte ihm die kuttónet (das Unterhemd) an, und legte ihm den Gürtel an (wie einen Riemen), und legte ihm den me'íl (den Mantel, das Obergewand) an, und legte ihm den Efod (die Weste) an, und band ihn mit den Bändern des Efod, und befestigte ihn an ihm.
Kuttónet (Unterhemd) – das ist ein Kleidungsstück für alle, solche Kleidung trugen sowohl Jungen als auch Mädchen. Selbstverständlich unterschied es sich durch Stickerei, Bearbeitung, Verarbeitung. Bei Aharon ist das Hemd auf bestimmte Weise genäht, mit Zellen, das heißt, der Stoff ist auf besondere Weise gerafft, bei seinen Söhnen ist das Hemd gewöhnlich. Wir wissen aus dem Tanach, dass die Königstöchter gefärbte Hemden mit langen Ärmeln trugen, und die Würdenträger trugen Gewänder, Hemden, die ihnen ihre Vorgesetzten schenkten.
Mosche wäscht Aharon nicht nur, sondern kleidet ihn auch an, das heißt, er erfüllt die Aufgaben der Dienerschaft. Es war üblich, einen reichen Menschen anzukleiden, besonders eine Frau. Ich erwähne oft, dass der Verschluss an der Frauenkleidung auf der anderen Seite ist, weil eine reiche Frau, deren Kleidung Verschlüsse hatte, von der Dienerschaft angekleidet wurde, es war unbequem, sie selbst zu schließen. Und die Frau, die keine Dienerschaft hat, die hat auch Kleidung ohne Verschlüsse, sie braucht sich um nichts zu sorgen.
Mosche übernimmt hier also die Rolle der Dienerschaft, und das nicht ohne Grund. Das ganze Volk sieht, dass Mosche bereit ist, den Kohanim zu dienen, und selbst ihren Status bestätigt.
וַיָּשֶׂם עָלָיו אֶת־הַחֹשֶׁן וַיִּתֵּן אֶל־הַחֹשֶׁן אֶת־הָאוּרִים וְאֶת־הַתֻּמִּים׃
wajásem aláw et-hachóschen wajittén el-hachóschen et-haurím we'et-hattummím
8 Und er legte ihm (obendrauf) den Brustschild an, und gab in den Brustschild die Urím und Tummím.
Sehr oft wird gefragt, das ist eine der häufigsten Fragen, die das Publikum stellt: „Was sind Urím und Tummím?“ Und die Antwort auf diese Frage − niemand weiß, was Urím und Tummím sind. Es gibt Kommentatoren, die sagen, dass das das HeiligendeIm Russischen steht hier „das Heiligende“. Vom Wortsinn von Urím (Lichter) her könnte auch „das Erleuchtende“ gemeint sein, denn die beiden russischen Wörter unterscheiden sich nur in einem Buchstaben; übersetzt ist wörtlich. und das Erklärende bedeutet, dass die Urím und Tummím Buchstaben durch ihre Steine zeigten, aufleuchten ließen und es ermöglichten, mit dem Höchsten zu kommunizieren, von Ihm Antworten zu bekommen, als eine Art Orakel. Vom Standpunkt der Sprache und vom Standpunkt des gesunden Menschenverstands ist die passendste Auslegung von Urím weTummím – das Segnende und das Verfluchende. Das heißt, es ist irgendein Teil der Kleidung, der die Vollmacht des Kohen symbolisiert, zu segnen und zu verfluchen, zu binden und zu lösen.
וַיָּשֶׂם אֶת־הַמִּצְנֶפֶת עַל־רֹאשׁוֹ וַיָּשֶׂם עַל־הַמִּצְנֶפֶת אֶל־מוּל פָּנָיו אֵת צִיץ הַזָּהָב נֵזֶר הַקֹּדֶשׁ כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajásem et-hammiznéfet al-roschó wajásem al-hammiznéfet el-múl panáw et ziz hassaháw néser hakkódesch ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
9 Und er setzte den Turban auf seinen Kopf, und über den Turban, gegenüber dem Gesicht des Kohen, legte er das goldene Plättchen, als heilige Krone, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Wir erinnern uns, dass der HERR Mosche geboten hat, Aharon ein goldenes Plättchen (ziz) auf die Stirn zu legen, auf dem geschrieben sein wird: „Heiliges für den HERRN“.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה אֶת־שֶׁמֶן הַמִּשְׁחָ וַיִּמְשַׁח אֶת־הַמִּשְׁכָּן וְאֶת־כָּל־אֲשֶׁר־בּוֹ וַיְקַדֵּשׁ אֹתָם׃
wajikkách mosché et-schémen hammischchá wajimschách et-hammischkán we'et-kol-ascher-bóDie russische Umschrift hat hier „wa'et“; im hebräischen Text steht „we'et“ (und). Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. wajkaddésch otám
10 Und Mosche nahm das Salböl und salbte den Mischkan (besprengte ihn reichlich) und alles, was darin ist, und heiligte sie.
וַיַּז מִמֶּנּוּ עַל־הַמִּזְבֵּחַ שֶׁבַע פְּעָמִים וַיִּמְשַׁח אֶת־הַמִּזְבֵּחַ וְאֶת־כָּל־כֵּלָיו וְאֶת־הַכִּיֹּר וְאֶת־כַּנּוֹ לְקַדְּשָׁם׃
wajás mimménnu al-hammisbéach schéwa pe'amím wajimschách et-hammisbéach we'et-kol-keláw we'ét-hakkijor we'et-kannó lekaddeschám
11 Und er sprengte davon siebenmal auf den Altar, und salbte den Altar und all seine Geräte, und das Waschbecken, und das Gestell des Waschbeckens zur Heiligkeit.
Siebenmal – das ist so eine bekannte Handlung des Kohen, das ist eine Zahl, die eine gewisse Ganzheit und Vollendung symbolisiert. Sieben Tage der Woche, wir wissen, damit begann die Schöpfung.
Nachdem Mosche den Mischkan und den Altar gesalbt hatte, lesen wir:
וַיִּצֹק מִשֶּׁמֶן הַמִּשְׁחָה עַל רֹאשׁ אַהֲרֹן וַיִּמְשַׁח אֹתוֹ לְקַדְּשׁוֹ׃
wajizók mischémen hammischchá al rosch aharón wajimschách otó lekaddeschó
12 Und er spritzte (goss) das Öl der Salbung auf den Kopf Aharons und salbte ihn, um ihn zu heiligen.
Das Wort jizók (vom Verb lazéket, eingießen; mazéket – Schöpflöffel, Kelle) bedeutet, dass man Aharon nicht bloß ein bisschen mit diesem Öl bestrichen hat: Mosche hat Salböl auf den Kopf Aharons „geschöpft“ – so, dass es zu spüren war, dass man es sogar am Bart Aharons merkte, das heißt, man hat Aharon so richtig reichlich mit Öl bedacht.
Bei Öl, wenn man es irgendwohin gießt oder hinzufügt, und überhaupt, wenn man irgendwohin etwas gießt, sagt man auf Hebräisch lehozík; mazéket – Kelle, Eingießer. Wenn ihr euch erinnert (und ihr erinnert euch bestimmt), gibt es so ein Lied (Tehillim 133): „Wie gut und angenehm ist es, wenn Brüder sich zusammen versammeln.“ Womit wird diese Zuneigung verglichen, diese Freude, die die Menschen erfüllt, wenn sie zusammenkommen? Mit zwei Dingen: Das Erste ist das Salböl, das auf den Bart Aharons herabfließt, das ist unser Fall; das Zweite ist der Tau, der auf dem Berg Chermon von oben bis unten herabfließt.
Die Zusammensetzung des besonderen Salböls wird im Buch Schemot wiedergegeben, und außerdem heißt es dort, dass diese Zusammensetzung heilig ist, und wenn irgendein einfacher Mann aus dem Volk ihre Herstellung in Gang bringt oder es auch nur ein einziges Mal herstellt, dann wird es ihm sehr, sehr übel ergehen.
Wir lesen, dass nur Aharon gesalbt wird, seine Söhne brauchen keine Salbung. Deshalb heißt Aharon kohen maschíach – der gesalbte Kohen. Und künftig wird der Hohepriester in jeder Generation der gesalbte Kohen heißen, obwohl man sie faktisch nicht mehr salbt (wenn die Tradition nicht verloren ist).
וַיַּקְרֵב מֹשֶׁה אֶת־בְּנֵי אַהֲרֹן וַיַּלְבִּשֵׁם כֻּתֳּנֹת וַיַּחְגֹּר אֹתָם אַבְנֵט וַיַּחֲבֹשׁ לָהֶם מִגְבָּעוֹת כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajakréw mosché et-bené aharón wajalbischém kuttonót wajachgór otám awnét wajachawósch lahém migba'ót ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
13 Und Mosche brachte die Söhne Aharons heran (führte sie hin) (zum Eingang des Zeltes), und kleidete sie in Hemden, und legte ihnen Gürtel und Migba'ót an, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Migba'ót – die einfachen Kopfbedeckungen der gewöhnlichen Kohanim, eine hohe Mütze, die einem Zylinder ähnelt.
Warum sagt die Tora hier nicht: wie der HERR ihm geboten hatte? Weil sich eine solche sprachliche Formel schon im ganzen Buch Wajikra gefestigt hat: wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיַּגֵּשׁ אֵת פַּר הַחַטָּאת וַיִּסְמֹךְ אַהֲרֹן וּבָנָיו אֶת־יְדֵיהֶם עַל־רֹאשׁ פַּר הַחַטָּאת׃
wajaggésch et par hachattát wajismóch aharón uwanáw et-jedehém al-rósch par hachattát
14 Und er führte den Stier des Reinigungsopfers zu ihnen heran, und Aharon und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Stiers des Reinigungsopfers,
Das erste Opfer, das die Kohanim darbringen, ist das Reinigungsopfer für sich selbst. Wir haben schon gesagt, dass die Reinigung nicht so sehr für eine Sünde geschieht, nicht so sehr aufgrund einer Anklage wegen irgendeiner konkreten Sünde, sondern aus einem Schuldgefühl heraus. Was tun, wenn ein Mensch in ein Amt eingesetzt wird, und zwar nicht in ein einfaches Amt, sondern in ein so ernstes Amt wie das des Hohepriesters oder eines Kohen in Israel? Der Mensch denkt: „Ich bin unwürdig, und doch werde ich dienen müssen. Wie soll ich das denn machen?“ Damit der Kohen vom Schuldgefühl frei wird, sagt der Höchste: „Wenn du ein Reinigungsopfer darbringst, wird das Reinigungsopfer dich von der Schuld befreien.“
Das Auflegen der Hände geschieht bei jedem Opfer. Dadurch entstehen, kann man sagen, kommunizierende Gefäße: Die eigene Unreinheit, die eigene Schuldigkeit wird auf dieses Opfer übertragen, diesem Opfer zugewiesen, und so wird allen gezeigt, dass das Opfer symbolisch diese Unreinheit, diese Schuld auf sich nimmt.
וַיִּשְׁחָט וַיִּקַּח מֹשֶׁה אֶת־הַדָּם וַיִּתֵּן עַל־קַרְנוֹת הַמִּזְבֵּחַ סָבִיב בְּאֶצְבָּעוֹ וַיְחַטֵּא אֶת־הַמִּזְבֵּחַ וְאֶת־הַדָּם יָצַק אֶל־יְסוֹד הַמִּזְבֵּחַ וַיְקַדְּשֵׁהוּ לְכַפֵּר עָלָיו׃
wajischchát wajikkách mosché et-haddám wajittén al-karnót hammisbéach sawíw be'ezba'ó wajchatté et-hammisbéach we'et-haddám jazák el-jesódDie russische Umschrift schreibt hier „esód“ ohne J am Anfang; das hebräische Wort lautet „jesód“ (Fundament, Sockel). Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. hammisbéach wajkaddeschéhu lechappér aláw
15 Und er schlachtete, und Mosche nahm das Blut und gab es auf die Hörner des Altars, ringsum am Altar sprengte er es mit seinem Finger, und reinigte (sterilisierte) den Altar, und den Rest des Blutes goss er an den Fuß des Altars und heiligte ihn zur Sühne auf ihm.
In diesem Fall tut Mosche, der selbst kein Kohen ist, eine Arbeit, die später gerade die Kohanim tun werden. Hier bedient Mosche die Kohanim und zeigt damit dem Volk, dass der Dienst der Kohanim wichtiger sein wird, möglicherweise, als der königliche Dienst, den er jetzt hat, der König verrichtet ihre Arbeit wie ein Bediensteter.
Hier sehen wir, dass das Wort chatát als Opfer nicht Sündopfer bedeutet, nicht von dem Wort chet (Sünde) stammt, sondern von dem Wort lechatté (wajchatte – reinigte, säuberte, sterilisierte). Mit dem Opfer chatát, mit dem Opfer der Reinigung, hat er den Altar gereinigt.
וַיִּקַּח אֶת־כָּל־הַחֵלֶב אֲשֶׁר עַל־הַקֶּרֶב וְאֵת יֹתֶרֶת הַכָּבֵד וְאֶת־שְׁתֵּי הַכְּלָיֹת וְאֶת־חֶלְבְּהֶן וַיַּקְטֵר מֹשֶׁה הַמִּזְבֵּחָה׃
wajikkách et-kol-hachélew aschér al-hakkérew we'ét jotéret hakkawéd we'et-scheté hakkelajot we'et-chelbehén wajaktér mosché hammisbécha
16 Und er nahm all das Fett, das an den Eingeweiden ist, und den Schwanzlappen der Leber, und die zwei Nieren, und ihr Fett, und Mosche räucherte sie auf dem Altar.
וְאֶת־הַפָּר וְאֶת־עֹרוֹ וְאֶת־בְּשָׂרוֹ וְאֶת־פִּרְשׁוֹ שָׂרַף בָּאֵשׁ מִחוּץ לַמַּחֲנֶה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
we'et-happár we'et-oró we'et-bessaró we'et-pirschó saráf ba'ésch michúz lammachané ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
17 Den Stier aber, und seine Haut, und sein Fleisch (Leib), und seinen Mist verbrannte er auf einem Feuer außerhalb des Lagers, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Wir erinnern uns, dass das Blut des Opfers chatát, das für den Kohen haMaschiach dargebracht wird, ins Heilige hineingebracht wird. Aber hier hat Mosche das nicht getan. Warum? Weil die Kohanim selbst noch nicht ins Priestertum eingetreten waren und noch keine Gelegenheit hatten, im Heiligen Unfug anzustellen. Und der zweite Grund – damit dies vor dem ganzen Volk geschah.
וַיַּקְרֵב אֵת אֵיל הָעֹלָה וַיִּסְמְכוּ אַהֲרֹן וּבָנָיו אֶת־יְדֵיהֶם עַל־רֹאשׁ הָאָיִל׃
wajakréw et el ha'olá wajismechú aharón uwanáw et-jedehém al-rósch ha'ájil
18 Und er brachte das Lamm des Ganzopfers heran, und Aharon und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Lammes.
Das ist das erste der Lämmer. Wir haben gesagt, eines geht ins Ganzopfer, das zweite geht in die millu'ím, in die Prozedur der Weihe.
וַיִּשְׁחָט וַיִּזְרֹק מֹשֶׁה אֶת־הַדָּם עַל־הַמִּזְבֵּחַ סָבִיב׃
wajischchát wajisrók mosché et-haddám al-hammisbéach sawíw
19 Und er schlachtete es, und Mosche verstreute das Blut rings um den Altar,
וְאֶת־הָאַיִל נִתַּח לִנְתָחָיו וַיַּקְטֵר מֹשֶׁה אֶת־הָרֹאשׁ וְאֶת־הַנְּתָחִים וְאֶת־הַפָּדֶר׃
we'et-ha'ájil nittách lintacháw wajaktér mosché et-harósch we'et-hannetachím we'et-happáder
20 Das Lamm aber zerschnitt er in Stücke, und Mosche räucherte den Kopf, und die Stücke, und das Fett (páder – eine besondere Art von Fett).
וְאֶת־הַקֶּרֶב וְאֶת־הַכְּרָעַיִם רָחַץ בַּמָּיִם וַיַּקְטֵר מֹשֶׁה אֶת־כָּל־הָאַיִל הַמִּזְבֵּחָה עֹלָה הוּא לְרֵיחַ־נִיחֹחַ אִשֶּׁה הוּא לַיהוָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
we'et-hakkérew we'et-hakkera'ájim racház bammájim wajaktér mosché et-kol-ha'ájil hammisbécha olá hu lerejach-nichóach isché hu ladonáj ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
21 Die Eingeweide (das Innere) aber wusch er im Wasser, und Mosche räucherte das ganze Lamm auf dem Altar des Ganzopfers zum Duft des Wohlgefallens. Das ist ein Feueropfer für den HERRN, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Das heißt, wie wird das Ganzopfer dargebracht? Hier sehen wir, dass seine Darbringung gleichsam in zwei Etappen geteilt ist, Mosche bringt dieses Lamm des Ganzopfers gleichsam in zwei Etappen dar. Zuerst bringt er den Kopf, die Stücke und das Fett dar, und danach bringt er auch die Eingeweide dar. Warum so? Oder ist das die Sprache der Tora? In Kapitel 9 kommen wir noch darauf zurück und sprechen ausführlicher darüber.
In Vers 22 lesen wir von dem zweiten Lamm, das als Opfer dargebracht werden muss. Dieses Lamm ist eines von sieben, das jeden Tag dargebracht werden wird, solange die Kohanim die Prozedur der Weihe durchlaufen. All diese Handlungen mit dem Öl, den Waschungen und den Opfern werden sieben Tage dauern, das ist für die Kohanim eine Art Grundausbildung für Rekruten.
וַיַּקְרֵב אֶת־הָאַיִל הַשֵּׁנִי אֵיל הַמִּלֻּאִים וַיִּסְמְכוּ אַהֲרֹן וּבָנָיו אֶת־יְדֵיהֶם עַל־רֹאשׁ הָאָיִל׃
wajakréw et-ha'ájil haschení el hammillu'ím wajismechú aharón uwanáw et-jedehém al-rósch ha'ájil
22 Und er brachte das zweite Lamm heran, das Lamm der Weihe, und Aharon und die Söhne legten ihre Hände auf den Kopf dieses Lammes,
יִּשְׁחָט וַיִּקַּח מֹשֶׁה מִדָּמוֹ וַיִּתֵּן עַל־תְּנוּךְ אֹזֶן־אַהֲרֹן הַיְמָנִית וְעַל־בֹּהֶן יָדוֹ הַיְמָנִית וְעַל־בֹּהֶן רַגְלוֹ הַיְמָנִית׃
wajischchát wajikkách mosché middamó wajittén al-tenúch osen-aharónIn der russischen Umschrift steht hier „oseh“ statt „osen“ (Ohr). Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. hajmanít we'al-bóhen jadó hajmanít we'al-bóhen ragló hajmanít
23 Und er schlachtete es, und Mosche nahm von seinem Blut und gab es auf das rechte Ohrläppchen Aharons, und auf den Daumen der rechten Hand, und auf die große Zehe des rechten Fußes.
Wir haben im Buch Schemot den Midrasch von Rabbi Asulaj erwähnt, in dem gesagt wird, dass dies eines der Zeichen war, die Rachel seinerzeit Jaakow übergeben hat. Die Hand ist mit den Handlungen verbunden, der Fuß – mit dem Plan, das Ohr – mit der Wahrnehmung der Welt, und so werden alle Verbindungskanäle gleichsam gereinigt. Dazu gibt es viele verschiedene Auslegungen.
וַיַּקְרֵב אֶת־בְּנֵי אַהֲרֹן וַיִּתֵּן מֹשֶׁה מִן־הַדָּם עַל־תְּנוּךְ אָזְנָם הַיְמָנִית וְעַל־בֹּהֶן יָדָם הַיְמָנִית וְעַל־בֹּהֶן רַגְלָם הַיְמָנִית וַיִּזְרֹק מֹשֶׁה אֶת־הַדָּם עַל־הַמִּזְבֵּחַ סָבִיב׃
wajakréw et-bené aharón wajittén mosché min-haddám al-tenúch osnám hajmanít we'al-bóhen jadám hajmanít we'al-bóhen raglám hajmanít wajisrók mosché et-haddám al-hammisbéach sawíw
24 Und er brachte die Söhne Aharons heran, und Mosche gab von dem Blut auf das Ohrläppchen ihrer rechten Ohren, und auf die Daumen ihrer rechten Hände, und auf die großen Zehen ihrer rechten Füße, und verstreute das Blut rings um den Altar.
Durch diese Verbindung, wenn das Blut sowohl rings um den Altar als auch auf den zu Reinigenden, auf den zu Weihenden verstreut wird, entsteht eine Blutsverwandtschaft, der Kohen wird gleichsam eines Blutes mit dem Höchsten. Und von diesem Moment an, vom Moment seiner Weihe an, kann er den Höchsten vor dem Volk vertreten. Einerseits vertritt der Kohen Gott vor dem Volk, andererseits das Volk vor Gott, so eine Art „vergöttlichter“ Mensch. Ein Mensch, durch den sich Gott offenbart und durch den sich das Volk für den Höchsten öffnet. Darin liegt das Wesen der Salbung und der Reinigung der Kohanim. Ein sehr wichtiges Ereignis, obwohl, so scheint es, irgendwelche seltsamen Handlungen vollzogen werden, die manchem barbarisch oder magisch erscheinen mögen.
וַיִּקַּח אֶת־הַחֵלֶב וְאֶת־הָאַלְיָה וְאֶת־כָּל־הַחֵלֶב אֲשֶׁר עַל־הַקֶּרֶב וְאֵת יֹתֶרֶת הַכָּבֵד וְאֶת־שְׁתֵּי הַכְּלָיֹת וְאֶת־חֶלְבְּהֶן וְאֵת שׁוֹק הַיָּמִין׃
wajikkách et-hachélew we'et-ha'aljá we'et-kol-hachélew aschér al-hakkérew we'ét jotéret hakkawéd we'et-scheté hakkelajot we'et-chelbehén we'ét schok hajamín
25 Und er nahm das innere Fett, und den Fettschwanz, und all das Fett, das an den Eingeweiden ist, und den Schwanzteil der Leber, und die zwei Nieren, und ihr Fett, und den rechten Schenkel (Unterschenkel).
Das heißt, Mosche nahm jetzt den Teil, der dem Altar gehört, und den Teil, der Aharon und den Söhnen als Teilnehmern dieser Darbringung gehören soll. Gewöhnlich werden dem Kohen das Bruststück und das Bein zufallen, aber hier hat auch Mosche einen Anteil, deshalb wird alles anders geteilt: Mosche nimmt sowohl den Anteil der Kohanim als auch den Anteil des Altars.
וּמִסַּל הַמַּצּוֹת אֲשֶׁר לִפְנֵי יְהוָה לָקַח חַלַּת מַצָּה אַחַת וְחַלַּת לֶחֶם שֶׁמֶן אַחַת וְרָקִיק אֶחָד וַיָּשֶׂם עַל־הַחֲלָבִים וְעַל שׁוֹק הַיָּמִין׃
umissál hammazzót aschér lifné adonáj lakách challát mazzá achát wechallát léchem schémen achát werakík echád wajássem al-hachalawím we'ál schok hajamín
26 Und aus dem Korb der ungesäuerten Brote, die vor dem HERRN sind, nahm er ein ungesäuertes Brot, und ein Brot (einen Fladen) mit Öl, und ein flaches Brötchen, und legte sie auf das Fett und auf den rechten Schenkel.
Das heißt, aus den ungesäuerten Broten, die man ebenfalls dem HERRN als Gabe gebracht hatte, machte Mosche so ein Sandwich mit rohem Fleisch. Ich erinnere daran, dass Backwaren von drei Arten als Gabe dargebracht werden und der Kohen je einen Fladen jeder Art bekommt. Genau das hat Mosche hier genommen.
וַיִּתֵּן אֶת־הַכֹּל עַל כַּפֵּי אַהֲרֹן וְעַל כַּפֵּי בָנָיו וַיָּנֶף אֹתָם תְּנוּפָה לִפְנֵי יְהוָה׃
wajittén et-hakkól al kappé aharón we'ál kappé wanáw wajánef otám tenufá lifné adonáj
27 Und er gab das alles auf die Hände Aharons und auf die Hände seiner Söhne, und sie schwangen es vor dem HERRN.
Dieses ganze Sandwich aus Brot und Fleisch legte Mosche Aharon und den Söhnen auf die Hände, und sie tanzten gleichsam ihre Pas vor dem Höchsten, vollführten mit dem Höchsten einen Tanz.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה אֹתָם מֵעַל כַּפֵּיהֶם וַיַּקְטֵר הַמִּזְבֵּחָה עַל־הָעֹלָה מִלֻּאִים הֵם לְרֵיחַ נִיחֹחַ אִשֶּׁה הוּא לַיהוָה׃
wajikkách mosché otám me'ál kappehém wajaktér hammisbécha al-ha'olá millu'ím hem leréjach nichóach isché huDie russische Umschrift hat hier nur „u“; im Hebräischen steht „hu“ (es ist), wie auch in Vers 21. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. ladonáj
28 Und Mosche nahm diese ganze Konstruktion aus ihren Händen und räucherte sie auf dem Altar des Ganzopfers. Das ist das Lamm der Weihe zum Duft des Wohlgefallens, ein Feueropfer für den HERRN.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה אֶת־הֶחָזֶה וַיְנִיפֵהוּ תְנוּפָה לִפְנֵי יְהוָה מֵאֵיל הַמִּלֻּאִים לְמֹשֶׁה הָיָה לְמָנָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajikkách mosché et-hechasé wajniféhu tenufá lifné adonáj me'él hammillu'ím lemosché hajá lemaná ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
29 Mosche selbst aber nahm die Brust und schwang sie mit einem Schwingen vor dem Höchsten, vom Lamm der Weihe. Dieser Teil war der Anteil Mosches, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Auch Mosche tanzte mit dem Höchsten seinen Part. Der Kohen erhält gewöhnlich die Brust und das rechte Bein. Hier geschah eine Teilung: Auch Mosche als Bediensteter der Kohanim erhielt sein Stückchen, seinen Anteil.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה מִשֶּׁמֶן הַמִּשְׁחָה וּמִן־הַדָּם אֲשֶׁר עַל־הַמִּזְבֵּחַ וַיַּז עַל־אַהֲרֹן עַל־בְּגָדָיו וְעַל־בָּנָיו וְעַל־בִּגְדֵי בָנָיו אִתּוֹ וַיְקַדֵּשׁ אֶת־אַהֲרֹן אֶת־בְּגָדָיו וְאֶת־בָּנָיו וְאֶת־בִּגְדֵי בָנָיו אִתּוֹ׃
wajikkách mosché mischémen hammischchá umin-haddám aschér al-hammisbéach wajás al-aharón al-begadáw we'al-banáw we'al-bigdé wanáw ittó wajkaddésch et-aharón et-begadáw we'et-banáw we'et-bigdé wanáw ittó
30 Und Mosche nahm vom Salböl und vom Blut, das auf dem Altar ist, und sprengte es auf Aharon und auf seine Kleider und auf seine Söhne und auf die Kleider seiner Söhne mit ihm. Und er heiligte Aharon und seine Kleider und seine Söhne und die Kleider seiner Söhne mit ihm.
Die Weihe geschieht, ebenso wie die Reinigung, durch Blut. Die durchtränkten Kleider selbst, die das Blut des Opfers erfahren haben, werden geheiligt und heiligen die Kohanim. Das ist gleichsam eine weitere Etappe der Vorbereitung auf das Priestertum – ihr Durchtränken mit Heiligkeit.
וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה אֶל־אַהֲרֹן וְאֶל־בָּנָיו בַּשְּׁלוּ אֶת־הַבָּשָׂר פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד וְשָׁם תֹּאכְלוּ אֹתוֹ וְאֶת־הַלֶּחֶם אֲשֶׁר בְּסַל הַמִּלֻּאִים כַּאֲשֶׁר צִוֵּיתִי לֵאמֹר אַהֲרֹן וּבָנָיו יֹאכְלֻהוּ׃
wajomer mosché el-aharón we'el-banáw baschelú et-habbassár pétach óhel mo'éd weschám tochelú otó we'et-halléchem aschér bessál hammillu'ím ka'aschér ziwwéti lemór aharón uwanáw jochelúhu
31 Und Mosche sprach zu Aharon und zu seinen Söhnen: „Kocht dieses Fleisch vor dem Eingang zum Zelt der Begegnung, und dort sollt ihr es essen, und das Brot, das im Korb für die Brote der Weihe ist, wie mir geboten wurde: Aharon und seine Söhne sollen es essen.
וְהַנּוֹתָר בַּבָּשָׂר וּבַלָּחֶם בָּאֵשׁ תִּשְׂרֹפוּ׃
wehannotár babbassár uwalláchem ba'ésch tisrófu
32 Was aber vom Fleisch und vom Brot übrig bleibt, sollt ihr im Feuer verbrennen.
וּמִפֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד לֹא תֵצְאוּ שִׁבְעַת יָמִים עַד יוֹם מְלֹאת יְמֵי מִלֻּאֵיכֶם כִּי שִׁבְעַת יָמִים יְמַלֵּא אֶת־יֶדְכֶם׃
umippétach óhel mo'éd lo teze'ú schiw'át jamím ad jom melót jemé millu'echém ki schiw'át jamím jemallé et-jedchém
33 Und vom Eingang zum Zelt der Begegnung weicht nicht sieben Tage lang, bis die Tage eurer Weihe erfüllt sind, denn sieben Tage lang werdet ihr gefüllt werden,
Das heißt, eure Hände werden gefüllt werden, ihr werdet Vollmachten erhalten. Der ganze Vorgang der Übergabe der Macht der Kohanim, der Kraft der Kohanim wird sieben Tage dauern.
כַּאֲשֶׁר עָשָׂה בַּיּוֹם הַזֶּה צִוָּה יְהוָה לַעֲשֹׂת לְכַפֵּר עֲלֵיכֶם׃
ka'aschér assá bajom hassé ziwwá adonáj la'assót lechappér alechém
34 So wie wir an diesem Tag gehandelt haben – so hat der HERR gesagt, um euch zu sühnen.
Das heißt, sieben Tage lang werden wir genau dieselbe Prozedur wiederholen, um euch zu sühnen, zu reinigen, mit Heiligkeit zu durchtränken und auf den Dienst der Kohanim vorzubereiten. Ihr seid in einer einwöchigen Quarantäne der Heiligkeit.
וּפֶתַח אֹהֶל מוֹעֵד תֵּשְׁבוּ יוֹמָם וָלַיְלָה שִׁבְעַת יָמִים וּשְׁמַרְתֶּם אֶת־מִשְׁמֶרֶת יְהוָה וְלֹא תָמוּתוּ כִּי־כֵן צֻוֵּיתִי׃
ufétach óhel mo'éd teschewú jomám walájla schiw'át jamím uschmartém et-mischméret adonáj weló tamútu ki-chén zuwwéti
35 Und am Eingang zum Zelt der Begegnung sitzt Tag und Nacht, sieben Tage lang. Und hütet (haltet ein), was der Höchste uns einzuhalten befohlen hat (hütet die Hut des Höchsten, wenn man wörtlich übersetzt). Und ihr werdet nicht sterben, denn so wurde mir geboten.“
Das heißt, fürchtet euch nicht, euch in dieser Heiligkeit aufzuhalten, ihr werdet nicht sterben, wenn ihr in ihr verweilt. Das ist beängstigend für die Kohanim, für jeden ist es beängstigend – sich an einem heiligen Ort aufzuhalten. Aber Mosche sagt hier: Fürchtet euch nicht, denn so ist mir geboten.
וַיַּעַשׂ אַהֲרֹן וּבָנָיו אֵת כָּל־הַדְּבָרִים אֲשֶׁר־צִוָּה יְהוָה בְּיַד־מֹשֶׁה׃
wajá'as aharón uwanáw et kol-haddewarím ascher-ziwwá adonáj bejad-mosché
36 Und Aharon und seine Söhne taten all die Dinge, die der HERR durch Mosche geboten hatte.
Wir sehen, dass in dieser Prozedur der Weihe der Kohanim einerseits Mosche große Demut zeigt und den Kohanim dient und sie wäscht, wie der HERR geboten hat. Andererseits wird auch von den Kohanim selbst Opferbereitschaft verlangt, im Sinne der Überwindung ihrer Angst, sich an einem heiligen Ort aufzuhalten. Sie sind die Ersten, die Wegbereiter, diejenigen, die sieben Tage in der Quarantäne der Heiligkeit verbringen mussten, sieben Tage und sieben Nächte sich an einem heiligen Ort aufhalten. Bei Mosche geschah das auf dem Berg Sinai, ihnen fiel es zu, das auf der Erde zu tun. Und zugleich wird von Aharon und den Söhnen ein gewisses Maß an Demut verlangt, um das Dienen Mosches als selbstverständlich anzunehmen: Wenn Aharon wenigstens der ältere Bruder ist, so sind seine Söhne Neffen Mosches, und es steht ihnen dem Rang nach nicht ganz zu, dass ihr Onkel sie wäscht. Das Aufbringen gewisser geistlicher Anstrengungen wird von allen Beteiligten am Vorgang der Weihe verlangt.
Die Tora in 5 Minuten
Unser Wochenabschnitt erzählt von einem erstaunlichen Opfer. Wir lesen miteinander die Verse 12–13 und 15 von Kapitel 6.
12-13. Und der HERR sprach zu Mosche und sagte: „Dies ist das Opfer Aharons und seiner Söhne, das sie dem HERRN am Tag ihrer Salbung darbringen sollen: ein Zehntel Efa feines Weizenmehl als beständiges Opfer, die Hälfte davon für den Morgen, die Hälfte für den Abend.
15. Und der Kohen, der an seiner Stelle aus seinen Söhnen gesalbt ist, soll dies tun, das ist eine Satzung auf ewig – dem HERRN ganz, sie soll geräuchert werden.
Was ist das für ein Opfer, von dem die Tora hier spricht? Jeder Kohen bringt, sobald er seinen Dienst beginnt, sobald er seine Arbeit im Tempel beginnt, das Opfer dar, um das es hier geht, das allererste Opfer. Er bringt dieses Opfer, ein Zehntel Efa feines Weizenmehl, am Tag seiner Salbung dar und nur einmal im Leben. Wahrscheinlich erinnert sich jeder Mensch in jedem Beruf an seinen ersten Arbeitstag, an sein erstes Mal. Ein Zahnarzt erinnert sich sicher an seinen ersten Kunden. Und ein Taxifahrer erinnert sich wahrscheinlich, wie sich zum ersten Mal jemand zu ihm ins Auto gesetzt hat. Jeder Mensch, unabhängig vom Beruf, hat eine Erinnerung, ein aufregendes Erlebnis, das mit diesem ersten Mal verbunden ist. Für den Kohen, für jeden Kohen, ist das erste Mal eben dieses Opfer, um das es hier geht. Es hat auch einen solchen Namen bekommen – korbán chinúch (Opfer der Weihe).
Also, jeder Kohen kann dieses Opfer nur einmal im Leben darbringen, das erste Mal gibt es nur einmal. Aber zugleich lesen wir hier, dass es ein beständiges Opfer für den Höchsten sein soll: die Hälfte davon für den Morgen, die Hälfte – für den Abend. Der gesalbte Kohen (kohén hammaschíach) soll diese Satzung auf ewig tun. Wie kann das sein? Tatsächlich bringt ein gewöhnlicher Kohen, der den Dienst im Tempel begonnen hat, dieses Opfer nur einmal dar. Im Unterschied zu ihm muss der Hohepriester (kohen hammaschíach, kohen gadól), der Oberste von allen Kohanim, dieses Opfer morgens und abends darbringen. Morgens und abends bringt er das Opfer des ersten Mals dar – das Opfer der Weihe. Täglich, zweimal am Tag, muss er zu dienen beginnen wie beim ersten Mal, zur ersten Liebe zum Höchsten zurückkehren, zur ersten Aufregung, zu eben jenem Beben dieses ersten Mals. Er muss beständig seine Beziehung zum Höchsten wiederbeleben, die zur Routine werden und sich in Alltäglichkeit verwandeln, sich abnutzen kann. Gerade beim Hohepriester besteht eine so große Gefahr, deshalb ist gerade ihm befohlen, ein solches Opfer zweimal am Tag darzubringen, um sich an die Reinheit der Beziehung zum Höchsten zu erinnern.
Ein guter Bekannter von mir, der einen sehr hohen politischen Posten innehatte, musste sich einmal einer Operation unterziehen, und man bot ihm an, dass ihn irgendein Minister oder irgendein Akademiemitglied operiert. Aber er sagte darauf: „Nein, ich will nicht, dass mich Minister und Akademiemitglieder operieren. Diese Minister und Akademiemitglieder haben schon viele Jahre kein Messer mehr in der Hand gehalten. Ich will, dass mich ein einfacher Chirurg operiert, der jeden Tag solche Operationen durchführt, er wird die Operation machen können, wie es sich gehört. Und diese Minister und Akademiemitglieder haben schon vergessen, wie man operiert, weil sie sich zu lange mit Theorie beschäftigen.“
Der Höchste hat dafür gesorgt, dass der Hohepriester beständig in Form ist, beständig zurückkehrt und seine Beziehung zu Gott erneuert, damit er im Bereich der Erfahrung des Umgangs wie der Jüngste ist, wie einer, der gerade erst angefangen hat, wie einer, der noch eine frische und heiße Beziehung zum Höchsten hat. So bleibt der Hohepriester die ganze Zeit jung. Dieses Gebot betrifft auch uns. Wir haben die Möglichkeit, jeden Tag, wofür wir uns auch halten mögen, als was man uns auch verehren mag (als Pastor, Rabbiner, Diener oder Apostel), jeden Tag morgens und abends ein solches Opfer darzubringen. Das muss man lernen.
Zaw: das Studium fortsetzen
Verwandte Materialien: Stenogramm des Wochenabschnitts Wajikra, die Kleidung des Priesters, Gespräch über die Salbung und alle Wochenabschnitte der Tora.