1. Wochenabschnitte
  2. Bemidbar
  3. Schelach Lecha

שְׁלַח־לְךָ

Schelach Lecha

Kundschafter, Glaube und Verantwortung

Illustration: alexblend.com
Wochenabschnitt
37 von 54
Verse
Bemidbar 13,1–15,41
Teile
6
Lesezeit
1 Std. 34 Min.

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Schelach ist der Wochenabschnitt über die Kundschafter, die Angst des Volkes und die Verantwortung für die Wahl. Im Stenogramm von Alex Blend werden die Kapitel 13–15 des Buches Bemidbar behandelt: die Haltung zum Land Israel, vierzig Jahre in der Wüste und das Gebot der Zizit. Der Text der Tora wird auf Hebräisch mit Transliteration, einer ÜbersetzungIm Original heißt es, der Tora-Text werde mit russischer Übersetzung wiedergegeben. Da diese Seite deutsch ist, steht hier neutral „einer Übersetzung“. und der Auslegung des Autors wiedergegeben.

Gehen wir auf Kundschaft?

Bemidbar 13,1–33

Mit Gottes Hilfe beginnen wir, ihr und ich, den Wochenabschnitt Schelach zu studieren, und werden ab Vers 1 von Kapitel 13 des Buches Bemidbar lesen. Unser Abschnitt erzählt von einer Tragödie, vielleicht der größten Tragödie während des Aufenthalts des Volkes in der Wüste. Jedenfalls ist das an der Strafe zu sehen, die das Volk für seine Verfehlung erhielt: Zum wiederholten Mal werden wir die Geschichte von den Kundschaftern lesen. Und in unserem Gespräch werden wir über die Kundschafter und über das Auskundschaften im nicht sehr guten Sinn dieses Wortes sprechen. Warum sind wir immer wieder, jedes Jahr, gezwungen oder gewürdigt (je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet), sie zu lesen? Weil die Ereignisse, die in diesem Abschnitt geschehen sind, die Tragödie, die geschehen ist, die Sünde, von der dieser Abschnitt spricht, im Grunde bis heute aktuell sind. Wenn ich, Alex, diesen Abschnitt bis heute jedes Jahr lese, dann heißt das, dass ich in meiner Beziehung zum Land Israel etwas zu berichtigen habe, im weiten Sinn dieses Wortes, im geistlichen und im physischen Sinn. Im geistlichen Sinn ist der Mensch, wie der Midrasch sagt, aus jener Erde gemacht, die von der Stelle genommen ist, wo später im Tempel der Altar stehen wird. Die Erde ist der wichtigste Teil des Landes Israel, deshalb ist die Beziehung zum Land Israel, im geistlichen Aspekt, im geistlichen Verständnis der Bedeutung des Landes Israel, unter anderem auch die Beziehung zu der Erde, aus der ich gemacht bin, das ist eine sehr tiefe Frage. Im einfachen, physischen Sinn muss ich meine Beziehung zum Land Israel als einem geografischen Territorium berichtigen.

Deshalb lesen wir Jahr für Jahr und kehren zu denselben Abschnitten zurück, denken über dieselben eigenen Probleme nach, um uns in irgendetwas anderem zu berichtigen oder um wenigstens zu versuchen, diese Probleme in uns zu finden, in uns zu sehen.

Lesen wir also diese Geschichte selbst von ganz vorne.


וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

 wajdabbér adonáj el-mosché lemór

1 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:


שְׁלַח־לְךָ אֲנָשִׁים וְיָתֻרוּ אֶת־אֶרֶץ כְּנַעַן אֲשֶׁר־אֲנִי נֹתֵן לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל אִישׁ אֶחָד אִישׁ אֶחָד לְמַטֵּה אֲבֹתָיו תִּשְׁלָחוּ כֹּל נָשִׂיא בָהֶם׃

schelach-lechá anaschím wejatúru et-érez kená'an ascher-aní notén liwné jisraél isch echád isch echád lematté awotáw tischláchu kol nassí wahém

2 „Sende dir Leute, und sie sollen das Land Kanaan erkunden, das Ich den Söhnen Israels gebe, je einen Mann vom väterlichen Lager sollt ihr senden, jeden Anführer unter ihnen.“

Es werden also Anführer gesandt, die wichtigsten, die einflussreichsten Leute aus jedem Stamm; nicht Älteste (da die Erkundung des Landes gewisse körperliche Anstrengungen erfordert), sondern jemand von den Führern, also wichtige, ernsthafte Leute.

Wenn wir uns dem Buch Dewarim zuwenden, dem 1. Kapitel, dann wird dort eine etwas andere Geschichte erzählt oder möglicherweise ein anderer Teil der Geschichte. Bei dem Versuch, diese beiden Geschichten zu vergleichen, sie zu einer zusammenzufügen, sagen die Kommentatoren Folgendes: „Das Volk kam und begann Mosche zu bitten: „Lass uns dieses Land erkunden, lass uns Kundschafter senden und prüfen, ob der HERR uns wirklich ein gutes Land gibt, lass uns hingehen und es prüfen“. Infolgedessen geriet Mosche in eine sehr unangenehme Lage. Wenn er keine Kundschafter sendet und entgegnet: „Seid ihr denn übergeschnappt? Wie kann der Höchste uns ein schlechtes Land geben, glaubt ihr Ihm etwa nicht?!“, dann kann das Volk sagen: „Aha, dann ist es wohl doch nicht so gut, dieses dein Land, wenn du es versteckst“. Dem Volk nachzugeben und Kundschafter zu senden, würde eine Respektlosigkeit gegenüber dem Höchsten bedeuten. Und Mosche wandte sich an den Höchsten mit der Frage: „Was tun, wie soll ich handeln?“ Da sagte der Höchste zu Mosche: „Sende, sende Leute, und erkunden sollen sie (jatúru) dieses Land“.

Es gibt zwei Verben, die man in dieser Situation gebrauchen kann. Das erste Verb ist latúr (erkunden, auskundschaften), von diesem Wort stammt im modernen Hebräisch das Wort Tourist, Reisender (tajár). Das zweite Verb, das im Buch Dewarim (1,24) gebraucht wird, ist leragél (ausspähen, spionieren), wurzelverwandt mit dem Wort régel (Fuß); im heutigen Hebräisch ist meragél – ein Spion. Worin liegt der Unterschied zwischen einem Touristen und einem Spion? Ein Tourist fährt an bestimmte Orte, die er besuchen möchte. Wenn es ein normaler Tourist ist, sucht er Sehenswürdigkeiten, er sucht alles Gute und Interessante. Niemand wird sagen: „Lasst uns nach Paris fahren und uns den Müllhaufen im 16. Viertel ansehen“.

Wenn es ein Spion ist, dann spürt er die schwachen Stellen auf, die schlechten Stellen, er sucht alles Schlechte heraus. Wenn du heiraten willst, such eine Frau wie ein Tourist, sonst heiratest du nicht den richtigen Menschen. Halte Ausschau nach einer Frau, mit der du leicht umgehen kannst, such in ihr gute, gütige Eigenschaften, such nicht das Böse. Und in dem, was der Höchste zu Mosche sagt, muss man zwei wichtige Details sehen.

Erstens – Er sagt: „Schelach-lechá (sende dir), Mir ist das nicht nötig, sende für dich, für deine eigenen Zwecke. Um das Volk zu beruhigen – gut, sende Kundschafter“. Viele sagen, dass das der Anfang des Zorns des Höchsten ist, damit beginnt der Ausdruck Seines Unmuts. Einige Midraschim sagen, dass Mosche diesen Ton des Unmuts nicht heraushörte und dachte: „Na endlich sind wir schon erwachsen und können etwas selbst tun“. Es gibt auch ein anderes Verständnis, einen solchen Midrasch: Mosche hatte bereits das Urteil erhalten, nach dem er nicht in das Land Israel hineinkommen wird. Er erhielt es (nach diesem Verständnis), als die Töchter Jitros zu ihrem Vater kamen und sagten: „Irgendein Ägypter hat uns gerettet“. Mosche schwieg, und dafür wurde über ihn das Urteil gefällt, dass er nicht in das Land Israel gelangen wird. Und jetzt, wenn der Höchste zu Mosche sagt: „Sende für dich“, dann ist das dafür, dass er noch vierzig Jahre mit diesem Volk ist, zur Verlängerung seines eigenen Lebens.

Es gibt auch einen anderen erstaunlichen Midrasch: sende sie, damit sie scheitern, denn ein Mensch (oder ein Volk) kann überhaupt nichts lernen, wenn er kein Fiasko erlitten hat, wenn er nicht gescheitert ist, sich nicht in etwas geirrt hat. Wie man sagt: „Ein Mensch lernt die Worte der Tora nicht, wenn er nicht ausrutscht“, es gibt eine solche Überlieferung. Und nach dieser Sichtweise muss man lechá als zur Lehre verstehen, damit du dich irrst und verstehst, wo du im Unrecht bist oder dass du unvollkommen bist. In jedem Fall muss man schelach-lechá (sende dir) verstehen als du brauchst das, also sende du auch.

Und zweitens – der Höchste sagt: „Sie sollen dieses Land erkunden“. Das heißt, sie sollen wirklich gehen, um das Gute in diesem Land ausfindig zu machen, um alles Gute zu erspähen, und dann kommen und erzählen, als Touristen gehen. Aber, wie im Buch Dewarim gesagt ist, gingen sie als meraglím, als Spione.


וַיִּשְׁלַח אֹתָם מֹשֶׁה מִמִּדְבַּר פָּארָן עַל־פִּי יְהוָה כֻּלָּם אֲנָשִׁים רָאשֵׁי בְנֵי־יִשְׂרָאֵל הֵמָּה׃

wajischlách otám mosché mimmidbár parán al-pí adonáj kullám anaschím rasché wene-jisraél hémma

3 Und Mosche sandte sie aus der Wüste Paran, nach dem Wort des Höchsten, alle Leute – aus den Häuptern des Volkes Israel waren sie.

וְאֵלֶּה שְׁמוֹתָם לְמַטֵּה רְאוּבֵן שַׁמּוּעַ בֶּן־זַכּוּר׃

we'élle schemotám lematté re'uwén schammúa ben-sakkúr

4 Und dies sind ihre Namen: vom Lager Re'uwens – Schammua ben Sakkur.

Der Name Schammua – das ist der, den man hört; der Name seines Vaters Sakkur – das ist der, an den man sich erinnert.


לְמַטֵּה שִׁמְעוֹן שָׁפָט בֶּן־חוֹרִי׃

lematté schim'ón schafát ben-chorí

5 Vom Lager Schimons – Schafat ben Chori.

Der Name Schafat – das ist er richtete, urteilte, traf eine Entscheidung. Also ein zurechnungsfähiger Mensch, ein besonnener Mensch, das ist die Bedeutung des Namens. Chori – der, der etwas zu erreichen sucht.


לְמַטֵּה יְהוּדָה כָּלֵב בֶּן־יְפֻנֶּה׃

lematté jehudá kaléw ben-jefunné

6 Vom Lager Jehudas – Kalew ben Jefunne.

Der Name Kalew bedeutet Hund. Man muss sich nicht wundern, es gibt viele Namen, die mit Tierbezeichnungen verbunden sind. Warum konnte man einen Menschen Hund nennen? Zum Beispiel gibt es in der sumerischen Tradition den Namen Kalmardúk, also der treue Hund des Gottes Marduk. Natürlich hat Kalew mit Marduk nichts zu tun, aber Treue ist eine Eigenschaft, die einem Hund eigen ist, und sie zeigt sich gegenüber Gott.


לְמַטֵּה יִשָּׂשכָר יִגְאָל בֶּן־יוֹסֵף׃

lematté jissachár jig'ál ben-josséf

7 Vom Lager Jissachars – Jig'al ben Josef.

Der Name Jig'al bedeutet er wird gerettet werden oder er wird retten. Von dieser Wurzel stammt das Wort ge'ullá (Erlösung), go'él – Erlöser.


לְמַטֵּה אֶפְרָיִם הוֹשֵׁעַ בִּן־נוּן׃

lematté efrájim hoschéaDie Umschrift im Original schreibt den Namen mit einem j vor dem Schluss-a. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen: hoschéa. bin-nún

8 Vom Lager Efrajims – Hoschea ben Nun.

לְמַטֵּה בִנְיָמִן פַּלְטִי בֶּן־רָפוּא׃

lematté winjamín paltí ben-rafú

9 Vom Lager Binjamins – Palti ben Rafu.

Die Bedeutung des Namens Palti – der, der hinausfliegt, weit aufbricht, weit kommen kann. Der Name Rafu – der, der geheilt wird. Möglicherweise nannte man so ein Kind, das schwach geboren wurde und Heilung brauchte.


לְמַטֵּה זְבוּלֻן גַּדִּיאֵל בֶּן־סוֹדִי׃

lematté sewulún gaddi'él ben-sodí

10 Vom Lager Sewuluns – Gaddiel ben Sodi.

Der Name Gaddiél – mein Los ist der Höchste, also Gott, mein Schicksal; Sodí – Geheimnis, der, der sich in unmittelbarer Nähe zum Höchsten befindet, sodass er sogar mit Ihm flüstern kann.


לְמַטֵּה יוֹסֵף לְמַטֵּה מְנַשֶּׁה גַּדִּי בֶּן־סוּסִי׃

lematté josséf lematté menasché gaddí ben-sussí

11 Vom Lager Josefs, von Menasche – Gaddi ben Sussi.

Der Name Gaddi ist, ähnlich wie der Name Gaddiel, mit dem Wort Schicksal, Los verbunden; Sussi – mein Pferd, auch dieser Name ist mit einem Tier verbunden.


לְמַטֵּה דָן עַמִּיאֵל בֶּן־גְּמַלִּי׃

lematté dan ammi'él ben-gemallí

12 Vom Lager Dans – Ammiel ben Gemalli.

Der Name Ammiel bedeutet Gott ist mit meinem Volk; Gemalli –Kamel.


לְמַטֵּה אָשֵׁר סְתוּר בֶּן־מִיכָאֵל׃

lematté aschér setúr ben-micha'él

13 Vom Lager Aschers – Setur ben Michael.

Der Name Setur – verborgen, sich im Schatten des Höchsten verbergend, vom Höchsten geborgen. Es gibt sehr viele Namen und Ortsbezeichnungen, die mit Verborgenheit verbunden sind. Die Menschen wollten Sicherheit, und deshalb gibt es Orte, die Anijim (Arme), Seturim (Verborgene) oder Sanoach (Verlassene) heißen. Solche Bezeichnungen gibt es sehr viele, da es besser und sicherer ist, in der tiefen Provinz am Meer zu leben, das ist die bekannte Psychologie der Menschen.


לְמַטֵּה נַפְתָּלִי נַחְבִּי בֶּן־וָפְסִי׃

lematté naftalí nachbí ben-wofsí

14 Vom Lager Naftalis – Nachbi ben Wofsi.

Der Name Nachbi ist ebenfalls mit dem Verb verborgen sein, versteckt (lehechawe) verbunden. Für den Namen Wofsi ließen sich keine ernsthaften Kommentare finden, die seine Bedeutung erklären würden.


לְמַטֵּה גָד גְּאוּאֵל בֶּן־מָכִי׃

lematté gad ge'u'él ben-machí

15 Vom Lager Gads – Ge'u'el ben Machi.

Ge'u'el – das ist der, den der Höchste erhöht, oder der, der sein Leben zum Höchsten erhebt; Machi – der Zuschlagende, der, wie im Sprichwort: sieben auf einen Streich.Das russische Sprichwort lautet wörtlich etwa „mit einem Schwung sieben erschlagen“. Das Wort für „Schwung“ (mach) klingt an den Namen Machi an; dieses Wortspiel lässt sich im Deutschen nicht nachbilden, daher steht hier das entsprechende deutsche Sprichwort.

 Also sind die Namen (wie üblich haben wir ihre Bedeutungen besprochen) der ausgesandten Kundschafter genannt.


אֵלֶּה שְׁמוֹת הָאֲנָשִׁים אֲשֶׁר־שָׁלַח מֹשֶׁה לָתוּר אֶת־הָאָרֶץ וַיִּקְרָא מֹשֶׁה לְהוֹשֵׁעַ בִּן־נוּן יְהוֹשֻׁעַ׃

élle schemót ha'anaschím ascher-schalách mosché latúr et-ha'árez wajikrá mosché lehoschéja bin-nún jehoschúa

16 Dies sind die Namen der Leute, die Mosche sandte, um das Land zu erkunden, und Mosche nannte Hoschea ben Nun – Jehoschua.

Das heißt, Mosche gab ihm einen neuen Namen, nannte ihn mit dem Namen Jehoschua. Wovon spricht das zu uns, warum wird uns das hier gesagt? Hier ist einer der wahrscheinlichsten Kommentare: „Hoschea ben Nun diente Mosche schon lange, war sein treuer Freund, sein ständiger Begleiter, mit dem sie viel Zeit zusammen verbrachten, und Mosche nannte ihn Jehoschua.“ Machthaber, Herrscher, Anführer änderten oft die Namen derer, die sich in ihrer Nähe befanden, eine Art Adoption. Deshalb änderte Mosche den Namen Hoschea in Jehoschua. Es gibt auch viele Kommentare im Genre des Midrasch, in dieser Art: „Der Höchste möge dich davor bewahren, mit diesen Leuten, mit denen ich dich sende, im Rat zu sein.“ Vielleicht ist es auch so. Aber meiner Ansicht nach deutet zu dem Zeitpunkt, als Mosche die Leute sendet, das Land zu erkunden, noch nichts auf das kommende Unheil hin.


וַיִּשְׁלַח אֹתָם מֹשֶׁה לָתוּר אֶת־אֶרֶץ כְּנָעַן וַיֹּאמֶר אֲלֵהֶם עֲלוּ זֶה בַּנֶּגֶב וַעֲלִיתֶם אֶת־הָהָר׃

wajischlách otám mosché latúr et-érez kená'an wajomer alehém alú se bannégew wa'alitém et-hahár

17 Und Mosche sandte sie, das Land Kanaan zu erkunden, und sagte zu ihnen: „Zieht vom Süden hinauf und steigt auf den Berg,


וּרְאִיתֶם אֶת־הָאָרֶץ מַה־הִוא וְאֶת־הָעָם הַיֹּשֵׁב עָלֶיהָ הֶחָזָק הוּא הֲרָפֶה הַמְעַט הוּא אִם־רָב׃

ur'itém et-ha'árez ma-hí we'et-ha'ám hajoschéw aléha hechasák hu harafé ham'át hu im-ráw

18 Und seht euch das Land an: was das für ein Volk ist, das darauf lebt, ob es stark ist oder schwach, ob es wenige sind oder viele;


וּמָה הָאָרֶץ אֲשֶׁר־הוּא יֹשֵׁב בָּהּ הֲטוֹבָה הִוא אִם־רָעָה וּמָה הֶעָרִים אֲשֶׁר־הוּא יוֹשֵׁב בָּהֵנָּה הַבְּמַחֲנִים אִם בְּמִבְצָרִים׃

umá ha'árez ascher-hú joschew ba hatowá hi im-ra'á umá he'arím ascher-hú joschéw bahénna habemachaním im bemiwzarím

19 Und was das für ein Land ist, auf dem es lebt, ob es gut ist oder schlecht; und was das für Städte sind, in denen es lebt, ob sie offen sind oder ob sie von einer Mauer umgeben sind;


וּמָה הָאָרֶץ הַשְּׁמֵנָה הִוא אִם־רָזָה הֲיֵשׁ־בָּהּ עֵץ אִם־אַיִן וְהִתְחַזַּקְתֶּם וּלְקַחְתֶּם מִפְּרִי הָאָרֶץ וְהַיָּמִים יְמֵי בִּכּוּרֵי עֲנָבִים׃

umá ha'árez haschemená hi im-rasá hajesch-bá ez im-ájin wehitchassaktém ulkachtém mipperí ha'árez wehajamím jemé bikkuré anawím

20 Und was das für ein Land ist, ob es fett ist oder mager (das heißt, ob es fruchtbar ist oder kümmerlich, unfruchtbar), ob es darauf einen Baum gibt oder nicht, und wenn ihr euch stärkt, dann nehmt ihr von den Früchten des Landes.“ Das aber waren die Tage der Erstlinge der Trauben.

Im traditionellen kanaanäischen Kalender, der uns überliefert ist, wurde der Tag der Erstlinge der Trauben irgendwann Ende Juli – Anfang August gefeiert, am dritten Tag des Monats Aw, ungefähr zu dieser Zeit geschehen die Ereignisse auch. Wenn Mosche die Kundschafter gleichsam unter Druck sendet, unter dem Einfluss des Volkes, wozu verlangt er dann eine so ausführliche Liste? Darum: Wenn die Leute zurückkommen und sagen: „Dort gibt es keine großen Städte“, dann damit niemand anfängt zu sagen: „Dort wächst ja auch nichts.“ Oder wenn die Leute kommen und sagen: „Dort wachsen wunderbare Früchte“, dann damit niemand anfängt zu sagen: „Wahrscheinlich ist die Bewachung dort gut.“ Mosche verlangt einen vollständigen Bericht, weil er sich des Höchsten absolut sicher ist, dessen, dass der Höchste ein gutes Land geben wird, dass es in allen Punkten hundert Prozent „ausgezeichnet“ geben wird. Und deshalb gibt Mosche den Auftrag, alles sehr ausführlich anzusehen, er schämt sich nicht, viele Fragen zu stellen, um einen ebenso ausführlichen, guten Bericht zu bekommen. Es gibt im Journalismus eine Situation (in abgeschotteten Ländern, in irgendwelchen nicht sehr offenen Regimen), in der man manche Fragen nicht stellen darf. Mosche sagt offen: „Gebt einen vollständigen Bericht, geht als Touristen, findet dort alles Gütige und Gute, zeigt, dass es ein gütiges, gutes Land ist, das uns der Gütige, Große, Allmächtige Höchste gibt.“


וַיַּעֲלוּ וַיָּתֻרוּ אֶת־הָאָרֶץ מִמִּדְבַּר־צִן עַד־רְחֹב לְבֹא חֲמָת׃

waja'alú wajatúru et-ha'árez mimmidbar-zín ad-rechów lewó chamát

21 Und sie zogen hinauf, und sie erkundeten (durchzogen) das Land von der Wüste Zin bis Rechow, und gelangten bis Chamat (fast bis in den äußersten Norden).


וַיַּעֲלוּ בַנֶּגֶב וַיָּבֹא עַד־חֶבְרוֹן וְשָׁם אֲחִימַן שֵׁשַׁי וְתַלְמַי יְלִידֵי הָעֲנָק וְחֶבְרוֹן שֶׁבַע שָׁנִים נִבְנְתָה לִפְנֵי צֹעַן מִצְרָיִם׃

waja'alú wannégew wajawó ad-chewrón weschám achimán schescháj wetalmáj jelidé ha'anák wechewrón schéwa schaním niwnetá lifné zó'an mizrájim

22 Und sie zogen vom Süden hinauf und gelangten bis Chewron, und dort wohnen Achiman, Scheschaj und Talmaj, die Söhne Anaks (des Riesen); Chewron aber ist sieben Jahre früher gebaut als Zo'an in Ägypten.

Chewron ist zu diesem Zeitpunkt etwa fünfhundert Jahre alt, das heißt, es wurde irgendwann im 17. Jahrhundert v. Chr. gebaut. Und dort leben irgendwelche sehr hochgewachsenen Leute. Und wahrscheinlich sind sie allen bekannt, und Chewron ist stolz auf sie, deshalb erfuhren auch die Kundschafter von diesen Leuten. Selbstverständlich beginnen, wenn solche Persönlichkeiten auf der Bühne der Tora erscheinen, verschiedene Geschichten: dass sie zufällig überlebende Nachkommen der Giganten seien, dass sie Menschen von irgendeiner besonderen Herkunft seien und dergleichen, obwohl hier davon kein Wort steht. Es sind sehr hochgewachsene Leute, offenbar Leute von großer Statur, vielleicht an Akromegalie (einem Ungleichgewicht des Wachstumshormons) Erkrankte. Und höchstwahrscheinlich sind es gewöhnliche Menschen. Ihren Nachkommen wird einige Zeit später Jehoschua ben Nun endgültig den Garaus machen, von dem in Vers 16 die Rede ist. In seinem Buch (11,21–22) lesen wir: „Und Jehoschua kam zu jener Zeit und vertilgte die Anakiter vom Gebirge, aus Chewron, aus Dewir, aus Anaw und von allen Bergen Jehudas und von allen Bergen Israels: Samt ihren Städten zerschlug sie Jehoschúa. Es blieben keine Anakiter (Riesen) im Land der Söhne Israels, nur in Asa, in Gat und in Aschdod blieben sie übrig.“ Also durchaus besiegbare Riesen.


וַיָּבֹאוּ עַד־נַחַל אֶשְׁכֹּל וַיִּכְרְתוּ מִשָּׁם זְמוֹרָה וְאֶשְׁכּוֹל עֲנָבִים אֶחָד וַיִּשָּׂאֻהוּ בַמּוֹט בִּשְׁנָיִם וּמִן־הָרִמֹּנִים וּמִן־הַתְּאֵנִים׃

wajawóu ad-náchal eschkól wajichretú mischám semorá we'eschkól anawím echád wajissa'úhu wammót bischnájim umin-harimmoním umin-hatte'ením

23 Und sie gelangten bis zum Bach Eschkol, und dort schnitten sie eine Weintraube ab, und trugen sie zu zweit an einer Stange; und sie nahmen auch vom Granatapfel und von der Feige.

Einige Kommentatoren errechnen auf irgendeine Weise, dass diese Traube von acht Leuten getragen wurde. Das bedeutet, dass sie ziemlich offen durch dieses Land gingen. Wenn du dich nachts heimlich durch feindliches Gebiet schlägst, nimmst du keine Weintraube mit. Und so schlichen also zwölf Juden mit einer riesigen Weintraube an einer Stange unbemerkt durch feindliches Gebiet, und nie waren sie dem Auffliegen so nahe. Dennoch planten sie ruhig und sicher, mit dieser Traube bis zu ihrem Lager zu gelangen.


לַמָּקוֹם הַהוּא קָרָא נַחַל אֶשְׁכּוֹל עַל אֹדוֹת הָאֶשְׁכּוֹל אֲשֶׁר־כָּרְתוּ מִשָּׁם בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃

lammakóm hahú kará náchal eschkól al odót ha'eschkól ascher-karetú mischám bené jisraél

24 Und dieser Ort wurde Quelle Eschkol genannt wegen der Traube, die die Söhne Israels dort abschnitten.


וַיָּשֻׁבוּ מִתּוּר הָאָרֶץ מִקֵּץ אַרְבָּעִים יוֹם׃

wajaschúwu mittúr ha'árez mikkéz arba'ím jom

25 Und sie kehrten nach dem Auskundschaften des Landes nach vierzig Tagen zurück.


וַיֵּלְכוּ וַיָּבֹאוּ אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אַהֲרֹן וְאֶל־כָּל־עֲדַת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל אֶל־מִדְבַּר פָּארָן קָדֵשָׁה וַיָּשִׁיבוּ אוֹתָם דָּבָר וְאֶת־כָּל־הָעֵדָה וַיַּרְאוּם אֶת־פְּרִי הָאָרֶץ׃

wajelechú wajawóu el-mosché we'el-aharón we'el-kol-adát bene-jisraél el-midbár parán kadéscha wajaschíwu otám dawár we'et-kol-ha'edá wajar'úm et-perí ha'árez

26 Und sie gingen und kamen zu Mosche und zu Aharon und zur ganzen Gemeinde der Söhne Israels in die Wüste Paran, nach Kadesch, und gaben ihnen Antwort, indem sie zur ganzen Gemeinde redeten, und zeigten ihnen die Früchte des Landes.

Selbstverständlich ist das ein erstaunliches Ereignis für ein Volk, das sich in der Wüste befindet. Plötzlich erscheint am Horizont ein seltsamer Zug mit einer Weintraube, die Zwölf kommen, man erwartet sie: „Schau, was ist denn das, was sie da tragen?“ Und alle, Klein und Groß, versammelten sich, um mit angehaltenem Atem eine erstaunliche Erzählung zu hören, so wie man Erzählungen von fernen Reisen hört. Alles ist dafür bereit, dass eine feierliche Rede gehalten wird, eine Ode an das Land Israel. Und wie es Kaufleute oft tun, wenn sie Raritäten ausstellen, beginnt auch hier die Erzählung damit, dass man dem Volk Anschauungsmaterial zum Thema „Kenne und liebe deine Heimat“ zeigt. Die Kundschafter sind nach einem gefahrlosen Marsch zurückgekehrt, und sie beginnen mit ihrer Erzählung. Es scheint, alles fängt gut an, doch es wird ein sehr wichtiger beruflicher Fehler begangen: Ein Kundschafter darf sich nicht mit Analyse beschäftigen, ein Kundschafter sammelt Fakten.

Genauso ist es auch vor Gericht. Wenn ihr vor Gericht kommt und irgendein Zeuge verhört wird, dann wird der Richter ihn, sobald er sagt: „Ich denke, dass …“ oder: „Ich vermute, dass …“, unterbrechen: „Entschuldigen Sie, denken und vermuten tue hier ich, und Sie teilen Fakten mit.“ Die Kundschafter wurden nach Fakten ausgesandt, und solange alles gut geht, zeigen sie die Früchte des Landes. Aber lasst uns ihren Bericht lesen.


וַיְסַפְּרוּ־לוֹ וַיֹּאמְרוּ בָּאנוּ אֶל־הָאָרֶץ אֲשֶׁר שְׁלַחְתָּנוּ וְגַם זָבַת חָלָב וּדְבַשׁ הִוא וְזֶה־פִּרְיָהּ׃

wajsapperu-ló wajomerú bánu el-ha'árez aschér schelachtánu wegám sawát chaláw udwásch hi wese-pir'já

27 Und sie erzählten ihm und sagten: „Wir sind in das Land gegangen, in das du uns gesandt hast, und tatsächlich, es fließt von Milch und Honig, und hier sind seine Früchte.


אֶפֶס כִּי־עַז הָעָם הַיֹּשֵׁב בָּאָרֶץ וְהֶעָרִים בְּצֻרוֹת גְּדֹלֹת מְאֹד וְגַם־יְלִדֵי הָעֲנָק רָאִינוּ שָׁם׃

éfes ki-ás ha'ám hajoschéw ba'árez wehe'arím bezurót gedolót me'ód wegam-jelidé ha'anák ra'ínu scham

28 Jedoch ist das Volk stark, das in jenem Land wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und die Söhne Anaks (des Riesen) haben wir dort gesehen.


עֲמָלֵק יוֹשֵׁב בְּאֶרֶץ הַנֶּגֶב וְהַחִתִּי וְהַיְבוּסִי וְהָאֱמֹרִי יוֹשֵׁב בָּהָר וְהַכְּנַעֲנִי יֹשֵׁב עַל־הַיָּם וְעַל יַד הַיַּרְדֵּן׃

amalék joschéw be'érez hannégew wehachittí wehajwussí weha'emorí joschéw bahár wehakkena'aní joschéw al-hajám we'ál jad hajardén

29 Amalek wohnt im Süden, und die Hethiter, Jewusiter und Emoriter wohnen auf dem Berg, und die Kanaaniter wohnen am Ufer des Meeres und am Jordan.

Die Kundschafter fingen an, schreckliche Geschichten zu erzählen. Warum fingen sie an, schreckliche Geschichten zu erzählen? Vielleicht war schon ihre Herangehensweise nicht so, wie sie sein sollte.

Tatsächlich muss ein Mensch, der sich zu irgendeinem Unternehmen aufmacht, irgendeine Sache beginnt, seine Kräfte berechnen und entsprechende Anstrengungen aufwenden. Der Erfolg eines Menschen hängt tatsächlich vom Werk seiner Hände ab, wie die Tora sagt: „Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen.“ Um Brot zu essen, muss der Mensch pflügen, säen, ernten, die ganze notwendige landwirtschaftliche Arbeit tun. Aber wenn der Mensch denkt, dass er nun sät, erntet und alles gelingt, dann irrt sich der Mensch. Er muss säen, und dabei wäre es gut, wenn er verstünde, dass das der Wille Gottes ist: säen, um Brot zu bekommen. Das heißt, wir säen, um den Willen des Höchsten zu erfüllen, Der uns auf diese Weise Brot geben will.

Wir können zu einem Arzt gehen, dem das Recht gegeben ist zu heilen. Aber wenn wir denken, dass es der Arzt ist, der uns geheilt hat, dann irren wir uns. Es ist Gott, der will, dass wir auch zum Arzt gehen, um uns durch den Arzt Heilung zu geben. Einerseits wenden wir – ja – irgendwelche Anstrengungen auf, um etwas zu erreichen. Andererseits, wenn wir nur durch unsere eigenen Anstrengungen etwas erreichen wollen, dann irren wir uns und werden zu Götzendienern, die an ihre Arbeit glauben, und bei uns entstehen Götter der Ernte und Götter der Aussaat und vieles andere mehr.

Und hier begannen die Kundschafter darüber nachzudenken, ob sie es aus eigener Kraft schaffen würden? Ob es ihnen gelingen würde, es aus eigener Kraft zu schaffen? Sie bekamen Angst und konnten sich schon nicht mehr von irgendeiner Analyse zurückhalten.

Lasst uns weiterlesen.


וַיַּהַס כָּלֵב אֶת־הָעָם אֶל־מֹשֶׁה וַיֹּאמֶר עָלֹה נַעֲלֶה וְיָרַשְׁנוּ אֹתָהּ כִּי־יָכוֹל נוּכַל לָהּ׃

wajáhas kaléw et-ha'ám el-mosché wajomer alóDie Umschrift im Original hat hier nur „lo“. Im Hebräischen steht „aló“ (hinaufziehen); die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. na'alé wejaráschnu otá ki-jachól nuchál la

30 Und Kalew versuchte, das Volk zu beruhigen, indem er zu Mosche sprach: „Lasst uns doch hinaufziehen, lasst uns gehen, hinaufsteigen und ihrer gewürdigt werden, sie erben, denn wir werden sie bezwingen können!“

Kalew sagt: „Lasst uns gehen und es tun“. Es gibt einen sehr interessanten, eigenständigen Kommentator der Tora, Rabbi Efrajim-Schlomo bar Aharon Luntschiz (oder Kli Jakar), der im XVI. Jahrhundert n. Chr. lebte. Wie ich schon gesagt habe, gibt man einem Menschen oft einen Namen nach dem Titel des Buches, das er geschrieben hat. Eines seiner Bücher, die Kommentare zur Tora, heißt Kli Jakar (Kostbares Gefäß), deshalb nennt man ihn oft so – Kli Jakar. Und er schrieb Folgendes: „Hätte Mosche Frauen und nicht Männer auf Kundschaft gesandt, hätten die Frauen nichts Schlechtes über das Land gesagt“. Natürlich kann man sich so eine wandernde Mädelsrunde schwer vorstellen, bei der zwölf Mädchen oder Frauen durch das Land Israel zögen und irgendetwas erkundeten. Frauen hat natürlich niemand auf Kundschaft gesandt. Gemeint ist hier, dass den Männern die weibliche Opferbereitschaft fehlt, die weibliche Fähigkeit zur Selbstaufopferung; bei Frauen ist das sehr ausgeprägt. Kli Jakar schreibt, dass die Frau kommt, auch wenn man sie nicht ruft, und tut, was sich für sie nicht auszahlt. Der Mann dagegen rechnet ständig im Kopf: Lohnt sich das für mich oder lohnt es sich nicht? Und wenn der Mann anstelle der Frau gebären müsste, dann würde sich die Menschheit nicht vermehren: Wieso sollte ein Mann neun Monate mit einem Bauch herumlaufen, sich quälen, leiden und dann noch Schmerzen bei der Geburt ertragen? Nur eine Frau ist dazu fähig.

 Und der Midrasch sagt: „In jener Generation, der Generation der Wüste: Alles, was die Männer zerbrachen – wo die Männer eine Bresche schlugen, dort flickten die Frauen“. So war es auch in der Geschichte mit dem goldenen Kalb, als die Frauen ihren Schmuck nicht hergaben, und in allen anderen Fällen. Die Frauen hielten am Glauben fest, klar auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet, die Männer dagegen schwankten hin und her.

Als der Höchste sagte: „Bringt Mir Spenden, sag den Männern (anaschím), dass sie Spenden bringen sollen“, da standen, als die Männer kamen, die Frauen schon Schlange, wie gesagt ist: „Wajawó'u ha'anaschím al-hanaschím...“ Die Frauen – an vorderster Front, die Frauen – opferbereit. Und genau dieser männliche Geist der kalten Sachlichkeit, der Berechnung hat die Kundschafter dazu gebracht zu sagen: „Alles ist so furchtbar, wir sind solche Helden, dass wir dort herumgegangen sind“. Man möchte anmerken: „Hallo, Leute, ihr habt eine ganze Traube mitgebracht, seid irgendwie an den Kontrollposten der feindlichen Aufklärung und allem anderen vorbeigekommen. Von Chewron selbst habt ihr diese Weintraube durch das halbe Land geschleppt. Vielleicht ist nicht alles so furchtbar, nicht alles so gefährlich? Das Land ist doch gut, Gott sei mit euch“.

Und so sagt Kli Jakar, dass die Frauen, wenn sie einfach das Ziel gesehen hätten, gesagt hätten: „Fertig, man muss gehen und es tun. Wow, was für ein wunderbares Land! Was für wunderbare Weintrauben! Und was für ein Meer dort! Und was für eine Sonne! Und was für ein heilsamer Schlamm dort, am Toten Meer!“ Die Frau liebt und tut, sie beschäftigt sich nicht mit Berechnungen. Den Kundschaftern fehlten weibliche Eigenschaften, weil die Männer alle so aufgeplustert sind. Darüber sprach Kli Jakar. Und das ist einer der Gründe dafür, warum eine solche Tragödie mit dem Volk Israel geschah.


וְהָאֲנָשִׁים אֲשֶׁר־עָלוּ עִמּוֹ אָמְרוּ לֹא נוּכַל לַעֲלוֹת אֶל־הָעָם כִּי־חָזָק הוּא מִמֶּנּוּ׃

weha'anaschím aschér alú immó amerú lo nuchál la'alót el-ha'ám ki-chasák hu mimménnu

31 Und die Leute, die mit ihm (mit Jehoschua ben Nun) gewesen waren, sagten: „Wir werden mit diesem Volk nicht fertig, denn es ist stärker als wir“.

Sie sagten das, was ein Kundschafter nicht sagen darf. Der Kundschafter hätte kommen und sagen sollen: „Mosche, dort haben sie fünfzig Streitwagen, vierhundert Bogenschützen, vier Maschinengewehre, zwanzig M16-Gewehre“. Fertig. Die Bewaffnung aufzählen, von den Befestigungsanlagen berichten. Und keinerlei Analyse: Schaffen wir es, schaffen wir es nicht – all das hätte Mosche entscheiden sollen.


וַיּוֹצִיאוּ דִּבַּת הָאָרֶץ אֲשֶׁר תָּרוּ אֹתָהּ אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֵאמֹר הָאָרֶץ אֲשֶׁר עָבַרְנוּ בָהּ לָתוּר אֹתָהּ אֶרֶץ אֹכֶלֶת יוֹשְׁבֶיהָ הִוא וְכָל־הָעָם אֲשֶׁר־רָאִינוּ בְתוֹכָהּ אַנְשֵׁי מִדּוֹת׃

wajozí'u dibbát ha'árez aschér tarú otá el-bené jisraél lemór ha'árez aschér awárnu wa latúr otá érez ochélet joschewéha hiDie Umschrift im Original hat hier „bi“. Im Hebräischen steht „hi“ (sie); die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. wechol-ha'ám ascher-ra'ínu wetochá ansché middót

32 Und sie zerrten alle üble Nachrede über das Land, das sie erkundet hatten, vor die Söhne Israels, indem sie sagten: „Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist ein Land, das seine Bewohner verzehrt, und das ganze Volk, das wir dort gesehen haben, – das sind Leute von gewaltiger Größe.

Der Ausdruck lehozi (herauszerren) dibbá (Verleumdung, Schmähung) bedeutet, über das Land üble Nachrede zu erfinden, zu übertreiben. Die Kundschafter begannen, schlecht über das Land zu reden und das den Söhnen Israels zu erzählen. Es gibt Kommentatoren, die das auf den geistlichen Bereich beziehen, und Folgendes sagen sie: „Dieses Volk hat sich schon daran gewöhnt, in so einem geistlichen Land zu leben, in so einem geistlichen Zustand, wo es Man gibt, es Sonne, Luft und Wasser gibt, von allem genug da ist und man sich nicht mit täglicher Arbeit beschäftigen muss, auch nicht mit irdischer, bäuerlicher, der einfachsten Arbeit. Und natürlich wird solche Arbeit, wenn man sich damit beschäftigt, uns unsere ganze Geistlichkeit verzehren. Wir werden nicht geistlich bleiben können, wenn wir kämpfen und danach auch noch pflügen müssen. Lasst uns lieber hier sitzen bleiben, mit dem Man, so ist es bequemer“. Und tatsächlich kann man es so verstehen. Es ist so leicht, sich davonzumachen, in die geistliche Welt überzusiedeln und sich für geistlich zu erklären, aufzuhören, sich um das Materielle zu kümmern. Und noch besser – das irgendwelchen eigenen Angehörigen oder der Gesellschaft aufzuladen und ausschließlich geistliche Erlebnisse zu genießen, nicht im Land Israel zu leben, das unter anderem Arbeit in der materiellen Welt verlangt. Und jeder Mensch wird auf seiner Stufe sein Verständnis davon aufbauen.

Andere Menschen, und so geschieht es sehr oft bis heute mit denen, die in Israel leben, halten das Leben in Israel nicht aus. Sie sagen: „Wir können das nicht aushalten, dieses Land verzehrt uns gleichsam“. Und die Weisen sagten: „Das Land Israel wird durch Leiden erworben“. Im Land Israel, mit seiner Landwirtschaft, muss der Mensch tatsächlich dieses schwierige Gleichgewicht zwischen dem Geistlichen und dem Physischen finden. Das ist ein einfaches Agrarland, in dem es nicht leicht ist zu leben, obwohl es auch Informationstechnologien und noch sehr vieles mehr gibt. So sehr lügen die Kundschafter gar nicht; die Aufklärung hat im Grunde genau gemeldet. Nur hat die Aufklärung beschlossen, außer zu melden, das Volk auch noch einzuschüchtern. Schüchtert nicht ein, schüchtert das Volk nicht ein, Gott ist mit uns, und deshalb darf niemand sagen, dass wir irgendetwas nicht können. In dem Moment, als ihr gesagt habt, dass sie stärker sind als wir, habt ihr faktisch gesagt: „Ihre Götter sind stärker als unser Gott“, so sagen die Kommentatoren. Das ist die unerhörteste Irrlehre, die es überhaupt geben kann. Aber es geschah, was geschah.

Und das ganze Volk, das wir dort gesehen haben, – das sind Leute von gewaltiger Größe. So ist es in Erinnerung geblieben? Wie viele Hünen gab es in Chewron? Wie viele Menschen haben sie dort gesehen? Aber in Erinnerung geblieben ist, dass alle Menschen dort groß sind, Akromegalie einfach bei allen. Diese Angst entsteht, wenn man das Gefühl hat, dass du alles selbst machen musst, dass gerade deine Handlungen für sich allein zum Sieg führen müssen. Und dann denkst du: Schaffe ich es – schaffe ich es nicht, sieh nur, was für große Leute das sind, wie gewaltig, was für große Städte dort sind. Und wie sollen wir damit fertigwerden? Wenn du verstehst, dass deine Sache ist, zu glauben und in den Krieg hinauszuziehen, dann gibt es auch keine solche Angst, und das Format der Menschen ändert sich schlagartig, wie auch das Format der Probleme.


וְשָׁם רָאִינוּ אֶת־הַנְּפִילִים בְּנֵי עֲנָק מִן־הַנְּפִלִים וַנְּהִי בְעֵינֵינוּ כַּחֲגָבִים וְכֵן הָיִינוּ בְּעֵינֵיהֶם׃

weschám ra'ínu et-hannefilím bené anák min-hannefilím wannehí we'enénu kachagawím wechén hajínu be'enehém

33 Und dort haben wir die Riesen gesehen, die Söhne Anaks, die von den Riesen sind, und wir kamen uns im Vergleich zu ihnen wie Grashüpfer vor, und so erschienen wir in ihren Augen“.

Die Söhne Anaks, die von den Riesen sind – was ist das für eine Offenbarung? Kann man sagen, dass hier doch das Zeugnis ist, dass die Riesen überlebt haben, dass sie die Flut überstanden haben? Höchstwahrscheinlich ist das eine Metapher, die die Kundschafter gebrauchen, um von dem zu erzählen, was sie gesehen haben, damit es irgendeinen Vergleich gibt: „Wir haben jemanden gesehen, der jenen mythischen, märchenhaften Riesen ähnelt, von denen wir gehört haben“. Warum sage ich mythisch und märchenhaft? Gut möglich, dass bei allen Völkern irgendwelche halbmythischen Geschichten über Riesen umgingen, denn die geschriebene Tora gibt es noch nicht: Gelesen haben sie nicht, aber gehört haben sie.

Vielleicht wird die Geschichte über die Riesen die Erzählung bestätigen, dass wir nicht einfach so hingegangen sind, wir sind als Helden hingegangen. Wir waren in jenem Land, haben seine Bewohner gesehen, und wir haben dort unser Leben riskiert. Geht nicht dorthin, sollen wir die einzigen Helden bleiben, die dort gewesen sind. Wir werden es nicht schaffen, wir werden es nicht bezwingen, uns fehlen die Bajonette. So, mit einer solchen Haltung, können „echte“ Männer und Krieger von ihrem Heldentum erzählen. Wenn wir zum Kommentar des Kli Jakar zurückkehren, dann hätte die Frau einfach ein Ziel gesetzt, hätte beschlossen: gesagt – getan, so soll es sein. Deshalb, wenn wir über die Strafe sprechen werden, über diejenigen, die in der Wüste sterben werden, wird das die Frauen nicht betreffen: Sie werden in der Wüste nicht sterben. Die Strafe wird nur für die Männer sein, weil diese ganze Einschüchterung, diese ganze Szene sich genau bei dieser Jungenrunde abgespielt hat.

Das ist die Geschichte der Erkundung und ihres Berichts. Die Geschichte davon, wie man Menschen als Touristen sandte, sandte, um vom Guten zu erzählen. Sie aber kamen zurück wie von einem Kampfeinsatz der Aufklärung, um ihre Heldentaten mitzuteilen und zu erzählen, wie furchtbar es im Land Israel ist. Das ist der Anfang einer traurigen Geschichte, Fortsetzung folgt.

Selbstunvermögen

Bemidbar 14,1–45

Mit Gottes Hilfe setzen wir, ihr und ich, das Studium des Wochenabschnitts Schelach fort. Erinnern wir ein wenig an die Vorgeschichte und versuchen wir, die Szenerie des Geschehens wiederherzustellen. Die Kundschafter sind also nach einer vierzigtägigen Reise durch das Heilige Land zurückgekehrt. Das Volk versammelte sich, um sie anzuhören, offenbar am späten Abend, so geht es aus dem Text hervor. Folglich brennen Lagerfeuer, alle sitzen an den Feuern, im Widerschein der Feuer sind Gesichter zu sehen … Und die Kundschafter erzählen vom Land: „Das Land ist im Großen und Ganzen gut, tatsächlich, es fließt von Milch und Honig. Und s-o-o-olche Weintrauben gibt es dort. Aber es verzehrt die, die darin wohnen, und wir werden mit den Bewohnern jenes Landes auf keinen Fall fertig, da braucht man sich gar nicht erst hineinzuwagen.“ Nacht, Lagerfeuer – genau die richtige Zeit, um Gruselgeschichten zu erzählen. Und tatsächlich wird es einem unheimlich. Versetzen wir uns in die Lage gewöhnlicher Menschen, zu denen nicht einfach irgendein Haufen Brüder gekommen ist, sondern die Häupter der Stämme kamen und sagten: „Wir schaffen das nicht.“ Und was bedeutet das? In der Wüste zu bleiben geht auf keinen Fall, sich in das Land hineinzuwagen heißt, im Kampf umzukommen. Die Frauen und Kinder geraten in Gefangenschaft, und wie die Bewohner des Nahen Ostens mit Gefangenen umgehen, ist allen gut bekannt. Nach Ägypten zurückkehren? Nun, das ist auch so eine zweifelhafte Aussicht. Und die Tora enthüllt uns ein Stück weit, was mit diesen verängstigten Menschen weiter geschieht, worüber sie reden.

 Beeilt euch nicht, sie zu verurteilen, versetzt euch zuerst in ihre Lage. Wenn ihr sagt: „Aber sie haben doch zahlreiche Wunder gesehen, ständig geschahen Wunder in ihrem Leben.“ Natürlich. Aber man darf sich nicht auf ein Wunder verlassen. Wir können nicht sagen: „Unser Gott ist ein Gott der Wunder, deshalb nehme ich mein ganzes Gehalt und gebe es einem Bettler, und Gott wird mich durch irgendein Wunder ernähren, über Wasser halten.“ So darf man nicht handeln, das heißt, man darf nicht auf ein Wunder rechnen. Man kann und soll auf die Beteiligung des Höchsten an deinem Leben rechnen, mehr auf die Unterstützung des Höchsten rechnen als auf die eigenen Kräfte, aber nicht auf ein Wunder. Und vergesst überhaupt die Wunder, die irgendwann einmal geschehen sind. Stellt euch einfach eine ratlose, verängstigte Menschenmenge vor, die von ihren eigenen Anführern und Führern eingeschüchtert wurde.

Wir lesen also ab Vers 1 von Kapitel 14.

וַתִּשָּׂא כָּל־הָעֵדָה וַיִּתְּנוּ אֶת־קוֹלָם וַיִּבְכּוּ הָעָם בַּלַּיְלָה הַהוּא׃

wattissá kol-ha'edá wajittenú et-kolám wajiwkú ha'ám ballájla hahú

1 Und es erhob die Stimme (das Wort Stimme steht nicht geschrieben, aber es ist hier mitgemeint) die ganze Gemeinde, und ihre Stimme erscholl, und das ganze Volk weinte in jener Nacht.

וַיִּלֹּנוּ עַל־מֹשֶׁה וְעַל־אַהֲרֹן כֹּל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וַיֹּאמְרוּ אֲלֵהֶם כָּל־הָעֵדָה לוּ־מַתְנוּ בְּאֶרֶץ מִצְרַיִם אוֹ בַּמִּדְבָּר הַזֶּה לוּ־מָתְנוּ׃

wajillónu al-mosché we'al-aharón kol bené jisraél wajomerú alehém kol-ha'edá lu-mátnu be'érez mizrájim o bammidbár hassé lu-mátnu

2 Und sie beklagten sich über Mosche und Aharon, alle Söhne Israels, und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: „Wären wir doch in Ägypten gestorben oder wären wir doch in dieser Wüste gestorben …

Ein sehr seltsamer Ausdruck: Niemand hindert sie daran, auch jetzt in der Wüste zu sterben. Man kann einfach in der Wüste bleiben – und dann werdet ihr in der Wüste sterben. Und wozu verschiedene Möglichkeiten des Todes aufzählen? Und was ist der Unterschied – in Ägypten zu sterben, in der Wüste oder im Kampf mit dem Schwert in der Hand für das Land Kanaan, mit dem wir vielleicht sogar fertigwerden und das wir erobern können? Vieles ist hier unverständlich.

Die Kommentatoren sagen, dass ein verängstigter Mensch, wenn er ein gläubiger Mensch ist, auch noch anfangen kann zu überlegen, wofür ihm diese Strafe zukommt. Und er kann so überlegen: „Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn wir in Ägypten gestorben wären – dort, während der ägyptischen Finsternis, als auch jene Juden starben, die Götzen dienten und die Strafe für den Götzendienst erhielten (es gibt Midraschim, eine Überlieferung, die sagt, dass nur ein Fünftel der Juden auszog). Möglicherweise wäre es für uns besser gewesen, in der Wüste zu sterben, wie jene starben, die mit dem goldenen Kalb gesündigt hatten, als Mosche und die Leviten viele töteten. Oder wie jene, die erst vor ganz kurzer Zeit gestorben sind, wegen der Wachteln. Oder vielleicht so, wie jene Frauen starben, nachdem sie die bitteren Wasser (mej sotá) getrunken hatten, mit denen die des Ehebruchs Verdächtigten geprüft werden. Gab es etwa wenig Anlässe, eine Strafe zu erhalten? Womit haben wir uns denn so schuldig gemacht, dass der Höchste uns unter das Schwert führt? Das ist doch die schlimmste der Strafen. Vielleicht hat der Höchste beschlossen, das ganze Volk für den Götzendienst zu bestrafen: Ich bringe sie in das Land, wie versprochen, Ich erfülle mein Versprechen, aber dort werden sie alle mit dem Schwert getötet?“ Viele Gedanken können einem Menschen, der sich fürchtet, durch den Kopf gehen.

Und was beschließen sie? Es gibt mehrere Varianten, eine Entscheidung zu treffen. Die erste: Wir haben die Aussicht, vorwärtszugehen, in den letzten und entscheidenden Kampf, in dem wir sicher nicht siegen werden. Ein Teil von uns wird getötet werden, ein Teil von uns wird in Gefangenschaft geraten. Und unsere Frauen und unsere Kinder werden erst recht in Gefangenschaft geraten. Die zweite Variante: in der Wüste bleiben und auf wer weiß was warten. Aber irgendwohin bewegen muss man sich ja. Die dritte, wie es scheinen mag, optimalste Variante: nach Ägypten zurückkehren und sagen: „Entschuldigt, verzeiht, wir haben verstanden, wir haben es eingesehen“, und zu den Ziegeln zurückkehren. Sechshunderttausend Männer, und insgesamt wohl zwei Millionen Menschen, werden die Ägypter sicher nicht erschießen, zu den Sklavinnen verhalten sie sich gut, das Familienleben respektieren sie. Und Sklaven, die von selbst gekommen sind und sich selbst verkauft haben, unterscheiden sich natürlich von Gefangenen. Man muss an die Frauen und Kinder denken. Was soll man denn jetzt tun? Es gibt noch eine Variante: Wie hieß es da, wie viele Jahre Sklaverei? Vierhundertdreißig, vierhundert … – unklar, von wann an man zählen soll und wie man zählen soll. Wir sind Sklaven, mit dem Rechnen steht es bei uns schlecht. Vielleicht hat der Höchste beschlossen, uns aus der ägyptischen Sklaverei in die kanaanäische Sklaverei zu versetzen? Und dort, in Kanaan, wird man wieder unsere Frauen und Kinder misshandeln. Deshalb ist es auch bei dieser Lage der Dinge besser, nach Ägypten zurückzukehren (es gibt auch solche Varianten, die die Gedanken des Volkes so lesen). Aber außer all diesen interessanten, logischen und schönen Varianten und Erklärungen gibt es noch eine logische Erklärung, über die man weniger spricht: Diese Menschen haben im Zustand der Angst, im Zustand des Schreckens den Höchsten vergessen. Ein Mensch, der eine Menge Wunder gesehen hat, kann Gott ebenfalls vergessen – wie ein Mensch, der zwanzig Jahre vor einer Kerze gestanden hat, sich aber, sobald er sich abwandte, in der Finsternis wiederfand. Die einfachste Variante, und natürlich auch eine durchaus reale – sich an den Höchsten zu erinnern, real auch in Bezug auf uns. Erinnern wir uns im Moment von Schwierigkeiten immer daran (besonders wenn wir entscheiden, ob wir etwas schaffen oder nicht), dass es in dieser Welt auch noch Gott gibt? Aber so oder so, wie man es auch erklärt, das Volk stand vor der Tatsache, dass die Erfüllung der Mission unmöglich war. Mission unmöglich. Dann muss man fragen: „Und wozu? Was war das alles?“ Und das Volk fragt:

וְלָמָה יְהוָה מֵבִיא אֹתָנוּ אֶל־הָאָרֶץ הַזֹּאת לִנְפֹּל בַּחֶרֶב נָשֵׁינוּ וְטַפֵּנוּ יִהְיוּ לָבַז הֲלוֹא טוֹב לָנוּ שׁוּב מִצְרָיְמָה׃

welamá adonáj mewí otánu el-ha'árez hassót linpól bachérew naschénu wetappénu jihjú lawás haló tow lánu schuw mizrájema

3 Wozu führt der HERR uns in dieses Land, damit wir durch das Schwert fallen, und unsere Frauen und Kinder werden zur Plünderung preisgegeben? Ist es nicht eine gute Variante für uns, nach Ägypten zurückzukehren?“

וַיֹּאמְרוּ אִישׁ אֶל־אָחִיו נִתְּנָה רֹאשׁ וְנָשׁוּבָה מִצְרָיְמָה׃

wajomerú isch el-achíw nittená rosch wenaschúwa mizrájema

4 Und sie sprachen, jeder zu seinem Bruder: „Wählen wir ein neues Haupt (einen Anführer, einen Führer) und kehren wir nach Ägypten zurück!“

So kann man die Worte nittená rosch verstehen. Eine andere Variante des Verständnisses ist kommen wir zu uns, lasst uns vernünftig überlegen, wörtlich nehmen wir den Kopf, greifen wir zum Kopf. Das heißt, reißen wir uns zusammen, lasst uns nüchtern überlegen, schütteln wir den Rausch der Idee vom Land Israel ab und kehren wir nach Ägypten zurück. Aber die wahrscheinlichste, die verbreitetste Übersetzung ist, dass sie ein neues Haupt wählen wollten. Und dementsprechend die Reaktion Mosches und Aharons:

וַיִּפֹּל מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן עַל־פְּנֵיהֶם לִפְנֵי כָּל־קְהַל עֲדַת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃

wajippól mosché we'aharón al-penehém lifné kol-kehál adát bené jisraél

5 Und Mosche und Aharon fielen auf ihr Angesicht vor der ganzen Gemeinde der Söhne Israels.

Warum sagen sie jetzt nichts? Weil man sie schon absetzen will, jemand anderen an ihrer Stelle wählen will, und deshalb ist jetzt nicht die Zeit, dass sie reden.

וַיֹּאמְרוּ אֶל־כָּל־עֲדַת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל לֵאמֹר הָאָרֶץ אֲשֶׁר עָבַרְנוּ בָהּ לָתוּר אֹתָהּ טוֹבָה הָאָרֶץ מְאֹד מְאֹד׃

wihoschúa bin-nún wechaléw ben-jefunné min-hattarím et-ha'árez kare'ú bigdehém

6 Jehoschua ben Nun und Kalew ben Jefunne, von denen, die das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider.

Sie zerrissen ihre Kleider wegen jener Unwahrheit, Unreinheit, Verleumdung, die sie über das Land gehört hatten, und weil sie das Nahen eines großen Unglücks spüren.

וַיֹּאמְרוּ אֶל־כָּל־עֲדַת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל לֵאמֹר הָאָרֶץ אֲשֶׁר עָבַרְנוּ בָהּ לָתוּר אֹתָהּ טוֹבָה הָאָרֶץ מְאֹד מְאֹד׃

wajomerú el-kol-adát bene-jisraél lemór ha'árez aschér awárnu wa latúr otá towá ha'árez me'ód me'ód

7 Und sie sprachen zur ganzen Gemeinde der Söhne Israels, indem sie sagten: „Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, gut ist dieses Land, sehr, sehr (es ist ein sehr gutes Land)!

אִם־חָפֵץ בָּנוּ יְהוָה וְהֵבִיא אֹתָנוּ אֶל־הָאָרֶץ הַזֹּאת וּנְתָנָהּ לָנוּ אֶרֶץ אֲשֶׁר־הִוא זָבַת חָלָב וּדְבָשׁ׃

im-chaféz bánu adonáj wehewí otánu el-ha'árez hassót untaná lánu érez ascher-hí sawát chaláw udwásch

8 Wenn der HERR uns erwählt hat (uns wohlgesinnt ist), dann wird Er uns auch in dieses Land bringen und uns dieses Land geben, das von Milch und Honig fließt.

אַךְ בַּיהוָה אַל־תִּמְרֹדוּ וְאַתֶּם אַל־תִּירְאוּ אֶת־עַם הָאָרֶץ כִּי לַחְמֵנוּ הֵם סָר צִלָּם מֵעֲלֵיהֶם וַיהוָה אִתָּנוּ אַל־תִּירָאֻם׃

ach badonáj al-timródu we'atém al-tireú et-ám ha'árez ki lachménu hem sar zillám me'alehém wadonáj ittánu al-tira'úm

9 Nur lehnt euch nicht gegen den HERRN auf und fürchtet das Volk jenes Landes nicht, denn sie sind unser Brot, ihr Schutz ist von ihnen gewichen. Und der HERR ist mit uns! Fürchtet sie nicht!“

Nur fangt nicht an, den HERRN für hinterhältig zu halten, lehnt euch nicht gegen Ihn auf, versucht nicht, etwas zu tun, um Seinem Willen zu widerstehen. Wie falsch oder wie richtig ihr Seinen Willen auch auslegt, versucht nicht, etwas zu tun, um ihm zu entgehen, denkt euch nichts aus, um Seinen Plan zu umgehen – das wird euch nicht gelingen. Aber wenn wir nach Seinem Plan handeln und wenn der HERR unserem Handeln, als Seinem Plan entsprechend, wohlgesonnen ist, dann wird es uns gelingen. Und unser Vorwärtsgehen wird erfolgreich sein. Wenn ihr gegen Seinen Willen geht, dann kann eure so bequeme Rückkehr nach Ägypten mit einem Scheitern enden, weil sie gegen den Willen des Höchsten sein wird.

Und fürchtet das Volk jenes Landes nicht, denn sie sind unser Brot. Das ist ein seltsamer Ausdruck, nicht sehr verständlich. Wenn ein Mensch in der Wüste lebt, dann beschäftigt er sich sehr oft mit dem Fangen von Tieren: Wachteln, Birkhühnern, vielleicht irgendwelchen Hirschkälbern, die durch die Wüste ziehen – das ist natürlich sein Brot. Die Tiere, die er isst, fürchtet er nicht. Und hier sagt Jehoschua: „Das ist das, was uns gleichsam zur Speise gegeben ist, uns zur Verfügung gegeben ist. Wir werden nutzen, was sie dort hervorgebracht haben: ihre Weinberge, ihre Gärten und auch ihre befestigten Städte“. Die Kommentatoren erklären, dass Jehoschua hier in gewissem Sinn prophezeit: „Die Engel, unter deren Schutz diese Völker stehen (es gibt ja Engel der Völker, wir sehen sie hier und da im Tanach), sind schon ihrer Kräfte beraubt, es gibt keinerlei Schutz über diesen Völkern. Mit uns aber ist der HERR, deshalb muss man sie nicht fürchten“. Aber die Gemeinde ist schon nicht mehr zurechnungsfähig.

וַיֹּאמְרוּ כָּל־הָעֵדָה לִרְגּוֹם אֹתָם בָּאֲבָנִים וּכְבוֹד יְהוָה נִרְאָה בְּאֹהֶל מוֹעֵד אֶל־כָּל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃

wajomerú kol-ha'edá lirgóm otám ba'awaním uchwód adonáj nir'á be'óhel mo'éd el-kol-bené jisraél

10 Und die ganze Gemeinde sagte – sie zu steinigen. Und da erschien die Herrlichkeit des HERRN über dem Zelt der Begegnung, über allen Söhnen Israels.

Lasst uns einfach diese drei, vier, wie viele es da auch sind – Mosche, Aharon, Kalew und Jehoschua –, steinigen und nach Ägypten gehen. Wir sind keine Kamikaze. Wir wollen weder unsere Frauen in Gefahr bringen noch unsere Kinder in Gefahr bringen, deshalb lasst uns sie einfach steinigen. Löschen wir den letzten Herd des Widerstands und gehen wir nach Ägypten. So finden sich Mosche, Aharon, Kalew und Jehoschua am Rand des Todes wieder. Gleich, noch eine Sekunde – und Steine werden auf sie fliegen, die ganze jüdische Geschichte wird sich ändern, und der ruhmlose Zug Israels durch die Wüste wird enden, eine akademische Auszeit von der ägyptischen Sklaverei, ein Jahr lang. Und das Volk wird wohlbehalten nach Ägypten zurückkehren. Alles ist aus für diese vier Juden. Aber macht euch bereit: Wie immer gibt es in der letzten Sekunde eine völlig unerwartete Wendung in der Handlung. Man kann sich das wie ein Bild vorstellen, auf dem alle erstarrt sind, so ein unbewegliches Standbild (wie im Kinderspiel: Meeresfigur – erstarre). Alle erstarrten, und über allen erstrahlte die Herrlichkeit des HERRN. Wieder erscheint der Hauptregisseur auf der Bühne. Das ganze Volk ist zugegen, und alle hören, wie eine Stimme von oben mit Mosche spricht.

וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה עַד־אָנָה יְנַאֲצֻנִי הָעָם הַזֶּה וְעַד־אָנָה לֹא־יַאֲמִינוּ בִי בְּכֹל הָאֹתוֹת אֲשֶׁר עָשִׂיתִי בְּקִרְבּוֹ׃

wajomer adonáj el-mosché ad-ána jena'azúni ha'ám hasé we'ad-ána lo-ja'amínu wi bechól ha'otót aschér assíti bekirbó

11 Und der HERR sprach zu Mosche: „Bis wann wird dieses Volk Mich erzürnen, bis wann werden sie nicht an Mich glauben, und bei all den Zeichen, die Ich unter ihnen getan habe?

אַכֶּנּוּ בַדֶּבֶר וְאוֹרִשֶׁנּוּ וְאֶעֱשֶׂה אֹתְךָ לְגוֹי־גָּדוֹל וְעָצוּם מִמֶּנּוּ׃

akkénnu waddéwer weorischénnu we'e'essé otechá legoj-gadól we'azúm mimménnu

12 Ich werde es mit der Pest schlagen und es vernichten, und aus dir werde Ich ein noch stärkeres Volk hervorbringen!“

Ein vernünftiger Vorschlag, und man kann hier sagen, dass der Höchste erschien und Mosche in der letzten Sekunde rettete. Wäre diese Offenbarung der Herrlichkeit nicht gewesen, hätte das Volk jetzt Steine genommen, und Mosche wäre nicht gerade ruhmreich durch den Stein irgendeines seiner Stammesgenossen umgekommen, irgendwo dort in der Wüste. Und das Volk Israel hätte als Menge kehrtgemacht und sich in Richtung Ägypten geschleppt. Der Höchste rettet Mosche das Leben und sagt: „Lass Mich endlich mit diesem Volk abrechnen“, mit dem Volk, das Mosche gerade eben töten wollte. Ein sehr guter Anlass zu sagen: „Na los!“, denn es gibt keinerlei Garantie, dass der Höchste beim nächsten Mal in der letzten Sekunde erscheint. Da habt ihr ein Angebot, das man nur sehr schwer ablehnen kann. Aber Mosche wird gerade deshalb Prophet genannt, weil er nicht nur dem Volk den Höchsten zeigt, sondern auch vor dem Höchsten für das Volk eintritt. Und dieser seiner Berufung entsagt Mosche nicht einmal in einem solchen Moment.

וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה אֶל־יְהוָה וְשָׁמְעוּ מִצְרַיִם כִּי־הֶעֱלִיתָ בְכֹחֲךָ אֶת־הָעָם הַזֶּה מִקִּרְבּוֹ׃

wajomer mosché el-adonáj weschameú mizrájim ki-he'elíta wechochachá et-ha'ám hasé mikkirbó

13 Und Mosche sprach zum HERRN: „Aber Ägypten wird hören, dass Du mit Deiner Kraft dieses Volk aus seiner Mitte herausgeführt hast,

וְאָמְרוּ אֶל־יוֹשֵׁב הָאָרֶץ הַזֹּאת שָׁמְעוּ כִּי־אַתָּה יְהוָה בְּקֶרֶב הָעָם הַזֶּה אֲשֶׁר־עַיִן בְּעַיִן נִרְאָה אַתָּה יְהוָה וַעֲנָנְךָ עֹמֵד עֲלֵהֶם וּבְעַמֻּד עָנָן אַתָּה הֹלֵךְ לִפְנֵיהֶם יוֹמָם וּבְעַמּוּד אֵשׁ לָיְלָה׃

we'amerú el-joschéw ha'árez hasót schameú ki-attá adonáj bekérew ha'ám hasé ascher-ájin be'ájin nir'á attá adonáj wa'ananechá oméd alehém uw'ammúd anán attá holéch lifnehém jomám uw'ammúd esch lájla

14 Und sie werden den Bewohnern dieses Landes sagen, die gehört haben, dass Du, HERR, inmitten dieses Volkes bist, als Du sie Auge in Auge ansahst, und Deine Wolke über ihnen war, und in der Wolkensäule gehst Du vor ihnen her bei Tag und als Feuersäule – bei Nacht,

וְהֵמַתָּה אֶת־הָעָם הַזֶּה כְּאִישׁ אֶחָד וְאָמְרוּ הַגּוֹיִם אֲשֶׁר־שָׁמְעוּ אֶת־שִׁמְעֲךָ לֵאמֹר׃

wehemattá et-ha'ám hasé ke'ísch echád we'amerú haggojím ascher-schameú et-schim'achá lemór

15 Und Du wirst dieses Volk töten, alle bis auf den letzten. Und die Heiden, die von all Deinen Taten gehört haben, werden sagen, sie werden sagen und sprechen:

מִבִּלְתִּי יְכֹלֶת יְהוָה לְהָבִיא אֶת־הָעָם הַזֶּה אֶל־הָאָרֶץ אֲשֶׁר־נִשְׁבַּע לָהֶם וַיִּשְׁחָטֵם בַּמִּדְבָּר׃

mibbiltí jechólet adonáj lehawí et-ha'ám hasé el-ha'árez ascher-nischbá lahém wajischchatém bammidbár

16 „Weil Gott dieses Volk nicht in jenes Land bringen konnte, das Er ihnen zugeschworen hatte, hat (Er) sie alle in der Wüste abgeschlachtet.

Mosche sagt: „Lassen wir mich beiseite, ich sorge mich nicht um meinen Ruhm, ich sorge mich nicht um meine Sicherheit, und nicht um die Frauen, nicht um die Kinder, die bei diesem Volk sind, ich bitte nicht um Gnade für dieses Volk. Deine Herrlichkeit – was wird mit ihr geschehen, wenn die ganze Welt, alle Völker ringsum, die von all Deinen Wundern gehört haben, sagen: „Bei Ihm hat es nicht geklappt, und das will ein Gott sein!“ Und Mosche fährt fort:

וְעַתָּה יִגְדַּל־נָא כֹּחַ אֲדֹנָי כַּאֲשֶׁר דִּבַּרְתָּ לֵאמֹר׃

we'attá jigdal-ná kóach adonáj ka'aschér dibbárta lemór

17 Du aber, mache jetzt Deine Kraft groß, wie Du gesagt hast mit den Worten:

יְהוָה אֶרֶךְ אַפַּיִם וְרַב־חֶסֶד נֹשֵׂא עָוֹן וָפָשַׁע וְנַקֵּה לֹא יְנַקֶּה פֹּקֵד עֲוֹן אָבוֹת עַל־בָּנִים עַל־שִׁלֵּשִׁים וְעַל־רִבֵּעִים׃

adonáj érech appájim weraw-chéssed nossé awón wafáscha wenakké lo jenakké pokéd awón awót al-baním al-schilleschím we'al-ribbe'ím

18 Der HERR ist langmütig und reich an Gnade, vergibt (erträgt) Gesetzlosigkeit und Frevel, reinigt die Bereuenden, die nicht Bereuenden aber reinigt nicht, rechnet die Sünde der Väter den Söhnen an in der dritten und vierten Generation.

Der Höchste merkt sich irgendwelche Verfehlungen und beobachtet, ob sie sich nicht auch in den folgenden Generationen zeigen. Es gibt verschiedene Auslegungen dieser Aussage. Man kann sich vorstellen, wie ein Mensch, ein Kaufmann, in ein Königreich kam und dort etwas Geld lieh, es aber nicht zurückgeben konnte. Nach einiger Zeit kam sein Sohn und sagte: „Ich möchte auch Geld leihen“, und auch dem Sohn lieh man. Beim dritten Mal lieh man vielleicht auch. Aber es kam die Frage auf: Ist das nicht eine Dynastie von Betrügern? Und man kann eine ähnliche Frage hier anwenden. Der Höchste sagt: „Hat sich die Sünde im Volk eingewurzelt, ist die Sünde zur Natur geworden, zu einem Teil des genetischen Codes der Familie?“ Und dann bestraft Er schon das ganze Geschlecht. Es gibt viele verschiedene Auslegungen dazu, und jeder bezieht diese Auslegungen wahrscheinlich auf seine eigene Lebenserfahrung.

סְלַח־נָא לַעֲוֹן הָעָם הַזֶּה כְּגֹדֶל חַסְדֶּךָ וְכַאֲשֶׁר נָשָׂאתָה לָעָם הַזֶּה מִמִּצְרַיִם וְעַד־הֵנָּה׃

selach-ná la'awón ha'ám hasé kegódel chasdécha wecha'aschér nassáta la'ám hasé mimmizrájim we'ad-hénna

19 Vergib die Sünde dieses Volkes nach der Größe Deiner Gnade, und wie Du diesem Volk vergeben hast von Ägypten an bis jetzt!“

Mosche sagt: „Vergib um Deiner Herrlichkeit willen, vergib, damit man nicht sagt, dass Du nicht allmächtig bist, vergib, damit Deine Herrlichkeit keinen Schaden nimmt“. Nicht um Gnade für die Kinder und Frauen, nicht um Gnade für das Volk ruft er, nicht darum, es zu retten, für seine Sicherheit zu sorgen (und es gibt etwas, worum man sich sorgen muss). Mosche sagt: „Vergib diesem Volk um Deiner Herrlichkeit willen, wie Du ihm schon vergeben hast. Du wirst doch durch Deine Gnade verherrlicht, nicht durch Deinen Zorn, nicht durch Dein Gericht, sondern durch Deine Gnade“. Erst vor ganz Kurzem haben wir gelesen (11,14–15), wie Mosche sagt: „Töte mich, ich bin nicht bereit, dieses Volk weiter zu tragen. Wenn Du es auf mir lassen willst, töte mich lieber, damit ich all diese Scheußlichkeiten nicht sehe“. Und in dem Moment, in dem man ihn tatsächlich jeden Augenblick töten kann, wenn eine reale Lebensgefahr besteht und auch das Volk sich nicht sehr verändert hat – es murrt wieder, beklagt sich wieder, und wieder ist Mosche schuld –, in diesem Moment denkt Mosche wieder nicht an sich, nicht an das Volk, nicht daran, dass aus ihm ein anderes Volk hervorgebracht werden kann, das gehorsamer sein wird und das unter der Führung Mosches den Höchsten verherrlichen wird. Nein. Mosche denkt daran, wie sich die Herrlichkeit des Höchsten unter anderen Völkern offenbaren wird, an Seine Herrlichkeit denkt Mosche. Und er wendet sich an Sein Erbarmen um dieses Volkes willen, das ewig mit allem unzufrieden ist und das, vergessen wir nicht, genau jetzt ihn töten will.

וַיֹּאמֶר יְהוָה סָלַחְתִּי כִּדְבָרֶךָ׃

wajomer adonáj saláchti kidwarécha

20 Und der HERR sprach: „Ich habe vergeben nach deinem Wort.

Das heißt: „Du hast Mich gebeten, um Meiner Herrlichkeit willen zu vergeben, und Ich habe um Meiner Herrlichkeit willen vergeben. Aber wenn wir schon von der Herrlichkeit sprechen, dann bitte sehr, hör weiter, was Ich tun werde“.

וְאוּלָם חַי־אָנִי וְיִמָּלֵא כְבוֹד־יְהוָה אֶת־כָּל־הָאָרֶץ׃

we'ulám chaj-áni wejimmalé chewod-adonáj et-kol-ha'árez

21 Aber lebendig bin Ich (Ich schwöre), und wie die Herrlichkeit des HERRN die ganze Erde erfüllt,

כִּי כָל־הָאֲנָשִׁים הָרֹאִים אֶת־כְּבֹדִי וְאֶת־אֹתֹתַי אֲשֶׁר־עָשִׂיתִי בְמִצְרַיִם וּבַמִּדְבָּר וַיְנַסּוּ אֹתִי זֶה עֶשֶׂר פְּעָמִים וְלֹא שָׁמְעוּ בְּקוֹלִי׃

ki chol-ha'anaschím haro'ím et-kewodí we'et-ototáj ascher-assíti wemizrájim uwammidbár wajnassú otí se éser pe'amím weló schameú bekolí

22 So alle Menschen, die Meine Herrlichkeit gesehen haben und die Zeichen, die Ich in Ägypten und in der Wüste getan habe, und Mich schon zehnmal geprüft und Meine Stimme nicht gehört haben,

Die Kommentatoren zählen übrigens zehn Prüfungen und sagen, dass zehnmal keine Metapher ist, das ist ein tatsächlicher Bericht.

אִם־יִרְאוּ אֶת־הָאָרֶץ אֲשֶׁר נִשְׁבַּעְתִּי לַאֲבֹתָם וְכָל־מְנַאֲצַי לֹא יִרְאוּהָ׃

im-jir'ú et-ha'árez aschér nischbá'ti la'awotám wechol-mena'azáj lo jir'úha

23 Werden sie etwa das Land sehen, das Ich ihren Vätern mit einem Schwur gegeben habe? Alle, die Mich erzürnen, werden es nicht sehen!

וְעַבְדִּי כָלֵב עֵקֶב הָיְתָה רוּחַ אַחֶרֶת עִמּוֹ וַיְמַלֵּא אַחֲרָי וַהֲבִיאֹתִיו אֶל־הָאָרֶץ אֲשֶׁר־בָּא שָׁמָּה וְזַרְעוֹ יוֹרִשֶׁנָּה׃

we'awdí chaléw ékew hajetá rúach achéret immó wajmallé acharáj wahawi'otíw el-ha'árez ascher-bá schámma wesar'ó jorischénna

24 Meinen Knecht Kalew aber, dafür, dass ein anderer Geist mit ihm war und er sich mit Dienst füllte, werde Ich in das Land bringen, in das er gegangen ist, und sein Same wird es erben.

Kalew gab der öffentlichen Meinung nicht nach, er gab weder der allgemeinen Angst nach noch dem Einfluss der Kundschafter, die sagen konnten: Lasst uns einen gemeinsamen Bericht abgeben, noch dem Einfluss der Menge. In ihm ist ein völlig anderer Geist, er ist ein Mensch von völlig anderer Natur.

וְהָעֲמָלֵקִי וְהַכְּנַעֲנִי יוֹשֵׁב בָּעֵמֶק מָחָר פְּנוּ וּסְעוּ לָכֶם הַמִּדְבָּר דֶּרֶךְ יַם־סוּף׃

weha'amalekí wehakkena'aní joschéw ba'émek machár penú us'ú lachém hammidbár dérech jam-súf

25 Die Amalekiter und die Kanaaniter wohnen im Tal, deshalb wendet morgen um und geht in die Wüste, am Ufer des Meeres entlang.“

Der Höchste sagt: „Der Zug in das heilige Land wird aufgeschoben. Und hier als Lager zu bleiben, geht auch nicht, denn in der Nähe sind die Amalekiter und die Kanaaniter, und sie können euch einfach angreifen, und sie sind buchstäblich gleich hinter jenem Hügel dort. Deshalb packt morgen zusammen und geht in die Wüste, um eure Strafe abzubüßen.“ Im Zusammenhang mit der veränderten Lage gibt der Höchste Mosche und Aharon eine neue Anweisung:

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אַהֲרֹן לֵאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché we'el-aharón lemór

26 Und der HERR redete zu Mosche und zu Aharon und sprach:

עַד־מָתַי לָעֵדָה הָרָעָה הַזֹּאת אֲשֶׁר הֵמָּה מַלִּינִים עָלָי אֶת־תְּלֻנּוֹת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אֲשֶׁר הֵמָּה מַלִּינִים עָלַי שָׁמָעְתִּי׃

ad-matáj la'edá hara'á hassót aschér hémma malliním aláj et-telunnót bené jisraél aschér hémma malliním aláj schamá'ti

27 „Wie lange noch diese böse Gemeinde ertragen, die sich über Mich beklagt? Und Ich habe die Söhne Israels gehört, wie sie sich über Mich beklagen.

Sie hatten sich ja beklagt und über Mosche und Aharon geredet, die Klagen wurden nicht in Form von Klagen über den Höchsten vorgebracht, wir haben das ganz am Anfang des Kapitels, in Vers 2, gelesen: „Und sie beklagten sich über Mosche und über Aharon“. Aber der Höchste sagt: „Ich bin der die Herzen Sehende, und Ich verstehe, dass sie sich über Mich beklagt haben, Ich habe gehört, was in Wirklichkeit war“, das heißt, sie beklagten sich über den Höchsten.

אֱמֹר אֲלֵהֶם חַי־אָנִי נְאֻם־יְהוָה אִם־לֹא כַּאֲשֶׁר דִּבַּרְתֶּם בְּאָזְנָי כֵּן אֶעֱשֶׂה לָכֶם׃

emór alehém chaj-áni ne'um-adonáj im-ló ka'aschér dibbartém be'osnáj ken e'essé lachém

28 Sag du ihnen (richte aus): Lebendig bin Ich, spricht der HERR, wenn Ich nicht so tue, wie ihr in Meine Ohren geredet habt (wie ihr gesagt habt, dass Ich mit euch verfahren werde, wie ihr euch über Mich beklagt, gegen Mich gemurrt habt), so werde Ich auch mit euch verfahren.

בַּמִּדְבָּר הַזֶּה יִפְּלוּ פִגְרֵיכֶם וְכָל־פְּקֻדֵיכֶם לְכָל־מִסְפַּרְכֶם מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמָעְלָה אֲשֶׁר הֲלִינֹתֶם עָלָי׃

bammidbár hassé jippelú figrechém wechol-pekudechém lechol-misparchém mibbén esrím schaná wamá'la aschér halinotém aláj

29 Eure Leichen werden in dieser Wüste fallen, und alle Gezählten aus eurer Zahl, alle, die mit euch sind, von zwanzig Jahren und darüber, wie ihr gemurrt, euch über Mich beklagt habt.

אִם־אַתֶּם תָּבֹאוּ אֶל־הָאָרֶץ אֲשֶׁר נָשָׂאתִי אֶת־יָדִי לְשַׁכֵּן אֶתְכֶם בָּהּ כִּי אִם־כָּלֵב בֶּן־יְפֻנֶּה וִיהוֹשֻׁעַ בִּן־נוּן׃

im-attém tawó'u el-ha'árez aschér nassáti et-jadí leschakkén etchém ba ki im-kaléw ben-jefunné wihoschúa bin-nún

30 Und ihr werdet nicht in das Land kommen, das Ich euch versprochen habe, über das Ich die Hand erhoben habe, um zu sagen, dass ihr dort wohnen werdet, außer Kalew ben Jefunne und Jehoschua ben Nun.

וְטַפְּכֶם אֲשֶׁר אֲמַרְתֶּם לָבַז יִהְיֶה וְהֵבֵיאתִי אֹתָם וְיָדְעוּ אֶת־הָאָרֶץ אֲשֶׁר מְאַסְתֶּם בָּהּ׃

wetappechém aschér amartém lawás jihjé wehewetí otám wejadeú et-ha'árez aschér me'astém ba

31 Aber eure Kinder, von denen ihr gesagt habt, dass sie zur Beute werden, sie werde Ich hinbringen, und sie werden das Land kennenlernen, das ihr verschmäht habt.

וּפִגְרֵיכֶם אַתֶּם יִפְּלוּ בַּמִּדְבָּר הַזֶּה׃

ufigrechém attém jippelú bammidbár hassé

32 Eure Leichen aber werden in dieser Wüste fallen.

וּבְנֵיכֶם יִהְיוּ רֹעִים בַּמִּדְבָּר אַרְבָּעִים שָׁנָה וְנָשְׂאוּ אֶת־זְנוּתֵיכֶם עַד־תֹּם פִּגְרֵיכֶם בַּמִּדְבָּר׃

uwnechém jihjú ro'ím bammidbár arba'ím schaná wenasseú et-senutechém ad-tóm pigrechém bammidbár

33 Und eure Söhne werden vierzig Jahre Hirten in der Wüste sein und werden die Folgen eurer Unzucht tragen, bis eure Leichen in der Wüste verwest sind.

בְּמִסְפַּר הַיָּמִים אֲשֶׁר־תַּרְתֶּם אֶת־הָאָרֶץ אַרְבָּעִים יוֹם יוֹם לַשָּׁנָה יוֹם לַשָּׁנָה תִּשְׂאוּ אֶת־עֲוֹנֹתֵיכֶם אַרְבָּעִים שָׁנָה וִידַעְתֶּם אֶת־תְּנוּאָתִי׃

bemispár hajamím ascher-tartém et-ha'árez arba'ím jom jom laschaná jom laschaná tis'ú et-awonotechém arba'ím schaná wida'tém et-tenu'atí

34 Nach der Zahl der Tage, in denen ihr dieses Land erforscht habt, vierzig Tage, je einen Tag für ein Jahr, je einen Tag für ein Jahr werdet ihr eure Sünde vierzig Jahre tragen. Und ihr werdet wissen, was der Abfall von Mir ist.

Da die Gesandten Vertreter des ganzen Volkes waren, die Augen und die Füße des Volkes Israel waren, wird auch die Strafe für alle vierzig Tage sein, die die Gesandten im Land Israel verbracht haben, ein Jahr für einen Tag, das heißt vierzig Jahre. Und die Strafe wird nicht wegen des schlechten Berichts sein, sondern für die falsche Herangehensweise. Die Strafe wird nicht mit dem Bericht in Beziehung gesetzt, sondern mit der Erkundung selbst; die Strafe wird für die Methoden der Erforschung selbst sein, für den falschen Aufbau der Beziehung zum Heiligen Land.

אֲנִי יְהוָה דִּבַּרְתִּי אִם־לֹא זֹאת אֶעֱשֶׂה לְכָל־הָעֵדָה הָרָעָה הַזֹּאת הַנּוֹעָדִים עָלָי בַּמִּדְבָּר הַזֶּה יִתַּמּוּ וְשָׁם יָמֻתוּ׃

aní adonáj dibbárti im-ló sot e'essé lechol-ha'edá hara'á hassót hanno'adím aláj bammidbár hassé jittámu weschám jamútu

35 Ich, der HERR, habe geschworen und werde so an dieser ganzen bösen Gemeinde tun; die, die sich gegen Mich beraten haben in dieser Wüste, dort werden sie versiegen und dort werden sie sterben.“

וְהָאֲנָשִׁים אֲשֶׁר־שָׁלַח מֹשֶׁה לָתוּר אֶת־הָאָרֶץ וַיָּשֻׁבוּ וַיִּלּוֹנוּ וַיַּלִּינוּ עָלָיו אֶת־כָּל־הָעֵדָה לְהוֹצִיא דִבָּה עַל־הָאָרֶץ׃

weha'anaschím ascher-schalách mosché latúr et-ha'árez wajaschúwu wajallínu aláw et-kol-ha'edá lehozí dibbá al-ha'árez

36 Und die Leute, die Mosche gesandt hatte, das Land zu erforschen, und die zurückkehrten und sich darüber beklagten, um vor der ganzen Gemeinde das Land zu verleumden,

וַיָּמֻתוּ הָאֲנָשִׁים מוֹצִאֵי דִבַּת־הָאָרֶץ רָעָה בַּמַּגֵּפָה לִפְנֵי יְהוָה׃

wajamútu ha'anaschím mozi'é dibbat-ha'árez ra'á bammaggefá lifné adonáj

37 Und es starben die Leute, die dieses Land böse verleumdet hatten, durch den Hauch des HERRN.

Die Kommentatoren beschreiben diesen Tod unterschiedlich: Die einen sagen, dass ihr ganzer Körper sich mit Würmern füllte, andere sagen, dass in einem Augenblick der Geist der Herrlichkeit des Höchsten wehte und die zehn Kundschafter tötete – alle außer Kalew und Jehoschua.

וִיהוֹשֻׁעַ בִּן־נוּן וְכָלֵב בֶּן־יְפֻנֶּה חָיוּ מִן־הָאֲנָשִׁים הָהֵם הַהֹלְכִים לָתוּר אֶת־הָאָרֶץ׃

wihoschúa bin-nún wechaléw ben-jefunné chajú min-ha'anaschím hahém haholechím latúr et-ha'árez

38 Jehoschua ben Nun und Kalew ben Jefunne blieben am Leben von jenen Leuten, die gegangen waren, das Land zu erforschen.

וַיְדַבֵּר מֹשֶׁה אֶת־הַדְּבָרִים הָאֵלֶּה אֶל־כָּל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וַיִּתְאַבְּלוּ הָעָם מְאֹד׃

wajdabbér mosché et-haddewarím ha'élle el-kol-bené jisraél wajit'abbelú ha'ám me'ód

39 Und Mosche redete diese Worte zu allen Söhnen Israels, und das Volk trauerte sehr.

Das Volk trauerte, das Volk dachte natürlich darüber nach, was zu tun sei, und beschloss wieder, alles auf seine Weise und selbstständig zu tun. Das heißt, wenn früher die Angst da war, dass wir es selbst nicht schaffen, und kein Glaube daran da war, dass der Höchste helfen wird, dann ist die Angst verschwunden, aber der Wunsch, es selbst zu schaffen, ohne den Höchsten, ist nirgendwohin verschwunden. Und deshalb zog das Volk selbst, ohne die Zustimmung des Höchsten, in den Krieg. Das, was der Höchste sie lehren wollte, hatten sie sich vorerst immer noch nicht angeeignet.

וַיַּשְׁכִּמוּ בַבֹּקֶר וַיַּעֲלוּ אֶל־רֹאשׁ־הָהָר לֵאמֹר הִנֶּנּוּ וְעָלִינוּ אֶל־הַמָּקוֹם אֲשֶׁר־אָמַר יְהוָה כִּי חָטָאנוּ׃

wajaschkímu wabbóker waja'alú el-rosch-hahár lemór hinnénnuDie Umschrift im Original beginnt dieses Wort mit einem W. Im Hebräischen steht „hinnénnu“ (siehe, wir); die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. we'alínu el-hammakóm ascher-amár adonáj ki chatánu

40 Und sie standen früh am Morgen auf und stiegen auf den Gipfel des Berges und sagten: „Siehe, wir steigen jetzt hinauf und gehen an den Ort, von dem der HERR gesprochen hat, um unsere Sünde zu berichtigen, denn wir haben gesündigt.“

וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה לָמָּה זֶּה אַתֶּם עֹבְרִים אֶת־פִּי יְהוָה וְהִוא לֹא תִצְלָח׃

wajomer mosché lámma se attém owerím et-pí adonáj wehí lo tizlách

41 Und Mosche sagte zu ihnen: „Warum übertretet ihr denn das, was durch den Mund des HERRN gesagt ist? Und dieser ganze euer Feldzug wird nicht gelingen.

Versucht nicht einmal, das ohne den Höchsten zu tun: mit euren eigenen Kräften, aus euch selbst heraus werdet ihr niemanden besiegen, wie die Kundschafter ganz richtig gesagt haben.

אַל־תַּעֲלוּ כִּי אֵין יְהוָה בְּקִרְבְּכֶם וְלֹא תִּנָּגְפוּ לִפְנֵי אֹיְבֵיכֶם׃

al-ta'alú ki en adonáj bekirbechém weló tinnagefú lifné ojewechém

42 Steigt nicht hinauf, denn der HERR ist nicht unter euch, und dann werdet ihr nicht vor euren Feinden umkommen.

כִּי הָעֲמָלֵקִי וְהַכְּנַעֲנִי שָׁם לִפְנֵיכֶם וּנְפַלְתֶּם בֶּחָרֶב כִּי־עַל־כֵּן שַׁבְתֶּם מֵאַחֲרֵי יְהוָה וְלֹא־יִהְיֶה יְהוָה עִמָּכֶם׃

ki ha'amalekí wehakkena'aní scham lifnechém unfaltém bechárew ki-al-kén schawtém me'acharé adonáj welo-jihjé adonáj immachém

43 Denn dort, vor euch, sind die Amalekiter und die Kanaaniter, und ihr werdet durch das Schwert fallen, denn ihr seid wieder vom HERRN abgewichen, und der HERR wird nicht mit euch sein.“

וַיַּעְפִּלוּ לַעֲלוֹת אֶל־רֹאשׁ הָהָר וַאֲרוֹן בְּרִית־יְהוָה וּמֹשֶׁה לֹא־מָשׁוּ מִקֶּרֶב הַמַּחֲנֶה׃

waja'pílu la'alót el-rósch hahár wa'arón berit-adonáj umosché lo-máschu mikkérew hammachané

44 Und sie wagten es, auf den Gipfel des Berges hinaufzusteigen, aber die Lade des Bundes und Mosche wichen nicht aus dem Lager.

Das heißt, das war ein eigenmächtiger Vorstoß, vielleicht in der Erwartung, dass der Höchste ihren Mut, ihre Entschlossenheit sieht und Sein Urteil ändert. Mosche sagte: „Nein, wenn das Urteil des Höchsten ausgesprochen ist, wenn der Schwur ausgesprochen ist, dann wird es auch so sein. Legt es nicht darauf an. Ihr werdet euren Feind tatsächlich nicht ohne den Höchsten bezwingen können.“

וַיֵּרֶד הָעֲמָלֵקִי וְהַכְּנַעֲנִי הַיֹּשֵׁב בָּהָר הַהוּא וַיַּכּוּם וַיַּכְּתוּם עַד־הַחָרְמָה׃

wajéred ha'amalekí wehakkena'aní hajoschéw bahár hahú wajakkúm wajakketúm ad-hachormá

45 Und es kamen die Amalekiter und die Kanaaniter herab, die auf diesem Berg wohnten, und schlugen sie und zerschlugen sie bis zur völligen Zerschlagung (oder bis Chorma).

Das Wort ad-hachormá kann man verstehen als bis zur völligen Zerschlagung, bis zur völligen Vernichtung, bis von ihnen nichts mehr übrig war. Manche deuten das Wort hachormá als Namen einer Gegend. Das heißt, man jagte sie bis zu dem Ort, der Chorma heißt und der sich in der Nähe von Kadesch befindet, in der Nähe jenes Ortes, wo ihr Lager war. Eine traurige Geschichte ist geschehen. Eine Geschichte, aus der das Volk eine Lehre hätte ziehen sollen: Handeln mit Gott bringt Segen, aber auch Nichthandeln kann mit Gott sein. Das heißt, wenn Gott gesagt hat zu warten, dann wird Gott mit dir sein, solange du wartest. Und man muss nicht sagen: „Ich selbst, ich kann, ich schaffe das“. Selbst – wir sehen, dass ohne den Höchsten nichts gelingt. Es wird auch nicht gelingen, etwas anzufangen, indem man sagt: „Ich fange an, und dann wird der Höchste sich dem anschließen, wenn Er sieht, dass ich Erfolg habe“. Nein, du wirst keinen Erfolg haben, es wird nicht gelingen. Und das Volk Israel lernt hier, dass auf allen Stufen seiner Geschichte, auf der ganzen Strecke seiner Geschichte – ob im Exil, ob in der Strafe, ob in der gesegneten Rückkehr in das Land mit dem wiederaufgebauten Tempel – das Wichtigste ist: nicht zu übertreten, was der Höchste sagt, nach dem Mund des Höchsten zu handeln und nicht zu versuchen, zu Gott zu sagen: „Ich werde es Dir beweisen!“, wie wir es oft gegenüber unseren Eltern, gegenüber unseren Freunden tun: „Ich werde ohne dich etwas werden, ich werde beweisen, dass ich aus mir selbst etwas wert bin“. Manchmal ist das nicht schlecht, aber nur nicht gegenüber dem Höchsten.

Göttliche Pillen

Bemidbar 15,1–41

Mit Gottes Hilfe setzen wir das Studium des Wochenabschnitts Schelach fort und werden Kapitel 15 lesen. Wir haben schon davon gelesen, dass der Höchste ein für das Volk Israel furchtbares Urteil verkündet hat: Eine ganze Generation wird nicht in das Land Israel hineinkommen können, das Volk Israel ist zu einer vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste verurteilt. Ich stelle mir vor, wie furchtbar es ist zu hören, dass du jetzt einfach nur lebst, um dein Leben zu Ende zu leben, dass das Hineinkommen in das Land Israel nicht mehr das Ziel deines Lebens ist, dass dieses Ereignis eintreten wird, nachdem deine Leiche einfach in der Wüste verwest ist. Wahrscheinlich ist es sehr furchtbar, das zu hören. Das Volk Israel, das sich natürlich immer noch vor den Amalekitern und den Kanaanitern fürchtet, fürchtet den Höchsten doch mehr. Das Volk entschließt sich zu einer verzweifelten Tat: Wenn wir jetzt in den Kampf gegen diese furchtbaren Amalekiter und Kanaaniter ziehen, wird sich der Höchste vielleicht über uns erbarmen und uns wohlgesinnt sein. Aber das geschieht nicht. Wenn man den Höchsten verlassen hat oder jemanden außer dem Höchsten fürchtet, ist es schwer, etwas zu erreichen. Die Amalekiter tragen zusammen mit den Kanaanitern den Sieg davon, sie zerschlagen Israel. Stellt euch den Zustand des Volkes danach vor, die Tiefe der Verzweiflung, der Enttäuschung und der Niedergeschlagenheit, die das Volk erfassen konnte. Und in einer solchen Situation wendet sich der Höchste an Mosche und beginnt, das Volk zu heilen, gibt dem Volk Rezepte der Heilung. Man kann sagen, dass genau diesen Rezepten das ganze 15. Kapitel unseres Buches gewidmet ist. Lasst uns lesen und versuchen zu verstehen, wie die Heilung des Höchsten funktioniert.

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché lemór

1 Und der HERR sprach zu Mosche und sagte:

דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם כִּי תָבֹאוּ אֶל־אֶרֶץ מוֹשְׁבֹתֵיכֶם אֲשֶׁר אֲנִי נֹתֵן לָכֶם׃

dabbér el-bené jisraél we'amartá alehém ki tawó'u el-érez moschewotechém aschér aní notén lachém

2 „Rede mit den Söhnen Israels und sage ihnen: Wenn ihr in das Land eures ständigen Wohnsitzes kommt, das Ich euch gebe,

Hier beginnt die Anordnung, und darin liegt schon Hoffnung. Die Kommentatoren sagen, und das kann man verstehen: „Das Volk ist in einer Depression, in Niedergeschlagenheit, die Leute steigern sich gegenseitig hinein, und vielleicht blitzen solche Gedanken auf: Hier gibt es so ein strenges Strafgesetzbuch, bei unserem Gott, und was, wenn wir in diesen vierzig Jahren noch irgendwie sündigen, uns noch in irgendetwas vor Ihm schuldig machen, Gott bewahre, und Er lässt uns noch weitere vierzig Jahre hier, dann werden auch unsere Kinder hier verwesen. Und dann noch einmal vierzig Jahre, und wir werden dazu verdammt sein, wie Menschenkamele die ganze Ewigkeit durch diese Wüste zu ziehen und zu irren. Was, wenn Er uns niemals vergibt und wir niemals gerecht genug sein werden, um in dieses Land hineinzukommen.“ Furchtbare Gedanken. Aber der Höchste tröstet und sagt: „Wenn ihr (nicht ihr – eure Kinder) in dieses Land kommt, nicht falls, sondern wenn. Bereitet eure Kinder vor, lehrt sie, nach den Gesetzen dieses Landes zu leben. Ihr seid das Volk Israel, und deshalb werdet potenziell auch ihr in dieses Land hineinkommen, das Ich euch gebe, und dieses Land heißt moschewotechém (Land eures ständigen Wohnsitzes), und dort werdet ihr sesshaft leben. Wenn ihr hier umherirrt, so ist euer Umherirren nicht ewig, ihr werdet sesshaft werden, und sesshaft werden werdet ihr in dem Land, das Ich euch gebe, im Präsens.“ Und die Heilung selbst und dieser ganze Prozess des vierzigjährigen Umherirrens durch die Wüste gehört zum Erlangen des Landes: Um das Land zu verdienen, um das Land zu erhalten, sind diese vierzig Jahre der Wanderung nötig. Deshalb geben die allererste Zeile, die allerersten Worte des Höchsten schon einen gewissen Trost. Und was wird nun geschehen, wenn das Volk in dieses Land kommt?

וַעֲשִׂיתֶם אִשֶּׁה לַיהוָה עֹלָה אוֹ־זֶבַח לְפַלֵּא־נֶדֶר אוֹ בִנְדָבָה אוֹ בְּמֹעֲדֵיכֶם לַעֲשׂוֹת רֵיחַ נִיחֹחַ לַיהוָה מִן־הַבָּקָר אוֹ מִן־הַצֹּאן׃

wa'assitém isché ladonáj olá o-séwach lefalle-néder o windawá o bemo'adechém la'asót réach nichóach ladonáj min-habbakár o min-hazzón

3 Und ihr werdet dem HERRN ein Feueropfer darbringen, ein Ganzopfer oder ein Opfer, gegeben nach einem Gelübde, oder ein freiwilliges Opfer, oder an euren festlichen, bestimmten Tagen (gemeint sind die Feste und Neumonde, an denen Opfer darzubringen sind), um dem HERRN einen Duft des Wohlgeruchs zu machen, vom Großvieh oder vom Kleinvieh.

 Wir sehen, dass es um irgendwelche neuen Bedingungen der Darbringung eines Opfers geht.

וְהִקְרִיב הַמַּקְרִיב קָרְבָּנוֹ לַיהוָה מִנְחָה סֹלֶת עִשָּׂרוֹן בָּלוּל בִּרְבִעִית הַהִין שָׁמֶן׃

wehikríw hammakríw korbanó ladonáj minchá sólet issarón balúl birwi'ít hahín schámen

4 Und wer dem Höchsten ein Opfer darbringt, soll ein Issarón (ein Zehntel Efa) Mehl Solet darbringen, vermischt mit einem Viertel Hin Öl.

Erinnern wir daran, dass das Mehl Solet Mehl von höchster Qualität ist, issarón oder ein Zehntel eines Maßes (einer Efa) – ungefähr 2,2 Liter. Hin – das ist ungefähr eine Gallone (3,8 Liter), plus minus, deshalb ist ein Viertel Hin – das sind 0,8–0,9 Liter (allerdings sind es nach den allergrößten Maßstäben, und es gibt einen Unterschied im Verständnis dieser Maße, 1,5 Liter). Nun, rechnen wir gerundet, damit es einfacher ist: Ein Viertel Hin rechnen wir als einen Liter, und es ergibt sich eine Darbringung aus 2,2 Litern Mehl, vermischt mit einem Liter Öl.

וְיַיִן לַנֶּסֶךְ רְבִיעִית הַהִין תַּעֲשֶׂה עַל־הָעֹלָה אוֹ לַזָּבַח לַכֶּבֶשׂ הָאֶחָד׃

wejájin lannéssech rewi'ít hahín ta'assé al-ha'olá o lassáwach lakkéwes ha'echád

5 Und Wein für das Trankopfer, ebenfalls ein Viertel Hin, bereite zum Ganzopfer oder zu jedem Opfer von einem Widder.

Das heißt, zu jedem Widder, der als Opfer dargebracht wird, muss man noch ein Opfer Mincha (Brotgabe) hinzufügen, davon wissen wir aus dem Buch Wajikra. Aber jetzt muss man noch das Trankopfer aus Wein hinzufügen – das, was es vorher nicht gab. Rabbi Owadja bar Jaakow Sforno, einer der bekannten Kommentatoren der Tora, macht darauf aufmerksam, dass es bis zu dem Moment, als Israel mit dem goldenen Kalb sündigte, keine Speiseopfer gab, die das Opfer begleiteten. Weder Noach, als er aus der Arche ging, noch Awraham, als er den Widder statt Jizchak als Opfer darbrachte, begleiteten die Opferdarbringung mit irgendwelchen Brotopfern. Und im 24. Kapitel des Buches Schemot, als die Israeliten ein Opfer zum Zeichen des Bundesschlusses darbrachten, ist ebenfalls von keinerlei Brotgaben geschrieben, die es begleitet hätten. Die Brotgabe als Hinzufügung, als Zugabe zum Opfer erscheint nach der Sünde des goldenen Kalbes, zur Berichtigung der begangenen Sünde. Einerseits ist die Sünde vom ganzen Volk begangen, andererseits erscheint diese Hinzufügung als Zugabe zum individuellen Opfer. Hier, in unserem Fall, sehen wir noch eine Hinzufügung – Wein, als ob der Höchste sagt: „Bringt Mir ein Geschenk, Ich will von euch ein Geschenk.“ Und wenn jemand von uns ein Geschenk will, sich über unser Geschenk freuen will – dann will er die Versöhnung mit uns. Der Höchste braucht weder unser Brot noch unseren Wein, aber Brot und Wein wurden zu zwei Zugaben, Ergänzungen zu den Opfern, die als Teil der Sühne für die Sünde dargebracht werden: einerseits – der Sünde des goldenen Kalbes, andererseits – der Sünde der Kundschafter. Darin liegt die Wichtigkeit der Verwendung von Brot und Wein. Der Höchste sagt: „Ich will von euch eine neue Gabe, Ich gebe euch ein neues Gebot; Ich will, dass ihr Mir eine Gabe gebt, Mir eine Gabe darbringt.“ Die Hinzufügung zum Opfer in Form von Wein ist mit den Weintrauben verbunden: Das Volk hatte gesehen, was für eine Weintraube die Kundschafter gebracht hatten. Manche Kommentatoren sagen: „Das war eine Traube mit einem Gewicht von mehreren Tonnen, und der Wein aus ihr reichte Israel für die ganze Zeit seines Daseins in der Wüste.“ Das ist natürlich eine Hyperbel, aber es gibt einen gewissen Zusammenhang. Die Kundschafter sagten: „Seht, wie diese Früchte seltsam und irgendwie größenwahnsinnig sind, so ist auch dieses Land seltsam.“ Das heißt, die Sünde ist mit Weintrauben vermengt, und ihre Berichtigung ist auch mit Weintrauben verbunden, mit Wein. Der Höchste hätte sagen können: „Ich will euren Wein nicht mehr sehen, und redet in Meiner Gegenwart nicht von Weintrauben.“ So ist es manchmal: Wenn ein Mensch sich in etwas schuldig gemacht hat, will er daran nicht einmal erinnert werden. Der Höchste aber sagt: „Ich will euren Wein, ihr werdet Mir Wein darbringen.“ Und weiter lesen wir, dass jedem Opfer seine eigene Menge Wein entsprechen wird.

אוֹ לָאַיִל תַּעֲשֶׂה מִנְחָה סֹלֶת שְׁנֵי עֶשְׂרֹנִים בְּלוּלָה בַשֶּׁמֶן שְׁלִשִׁית הַהִין׃

o la'ájil ta'assé minchá sólet schené esroním belulá waschémen schelischít hahín

6 Das Lamm wird ein Speiseopfer begleiten aus zwei Zehnteln eines Maßes (4,4 Liter) Mehl Solet, vermischt mit einem Drittel Hin Öl (1,3 Liter).

וְיַיִן לַנֶּסֶךְ שְׁלִשִׁית הַהִין תַּקְרִיב רֵיחַ־נִיחֹחַ לַיהוָה׃

wejájin lannéssech schelischít hahín takríw reach-nichóach ladonáj

7 Und ein Drittel Hin Wein (1,3 Liter) bringe als wohlriechendes Opfer dem HERRN dar.

Der Wein selbst ist natürlich nicht Teil des Feueropfers, er wird einfach auf den Altar gegossen.

וְכִי־תַעֲשֶׂה בֶן־בָּקָר עֹלָה אוֹ־זָבַח לְפַלֵּא־נֶדֶר אוֹ־שְׁלָמִים לַיהוָה׃

wechi-ta'assé wen-bakár olá o-sáwach lefalle-néder o-schelamím ladonáj

8 Und wenn du einen Stier als Ganzopfer darbringst oder als Opfer zur Erfüllung eines Gelübdes oder als Friedensopfer dem HERRN,

וְהִקְרִיב עַל־בֶּן־הַבָּקָר מִנְחָה סֹלֶת שְׁלֹשָׁה עֶשְׂרֹנִים בָּלוּל בַּשֶּׁמֶן חֲצִי הַהִין׃

wehikríw al-ben-habbakár minchá sólet scheloschá esroním balúl baschémen chazí hahín

9 So bringst du dann zusammen mit dem jungen Stier drei Zehntel eines Maßes (6,6 Liter) Mehl Solet dar, vermischt mit einem halben Hin (etwa 2 Liter) Öl.

וְיַיִן תַּקְרִיב לַנֶּסֶךְ חֲצִי הַהִין אִשֵּׁה רֵיחַ־נִיחֹחַ לַיהוָה׃

wejájin takríw lannéssech chazí hahín isché reach-nichóach ladonáj

10 Und an Wein bringe ein halbes Hin dar, ein Feueropfer und Wohlgeruch für den HERRN.

כָּכָה יֵעָשֶׂה לַשּׁוֹר הָאֶחָד אוֹ לָאַיִל הָאֶחָד אוֹ־לַשֶּׂה בַכְּבָשִׂים אוֹ בָעִזִּים׃

kácha je'assé laschór ha'echád o la'ájil ha'echád o-lassé wakkewassím o wa'issím

11 Und so soll es gemacht werden mit jedem Stier oder mit jedem Lamm oder mit jedem der jungen Widder oder mit jedem der Ziegenböcke.

כַּמִּסְפָּר אֲשֶׁר תַּעֲשׂוּ כָּכָה תַּעֲשׂוּ לָאֶחָד כְּמִסְפָּרָם׃

kammispár aschér ta'asú kácha ta'asú la'echád kemisparám

12 Wie viele auch dargebracht werden, zu jedem von ihnen macht es nach ihrer Zahl.

Das heißt, das Tier allein für sich kann man nicht mehr als Opfer darbringen. Zu jedem Tier muss man seine eigene Darbringung von Brot und Wein hinzufügen.

כָּל־הָאֶזְרָח יַעֲשֶׂה־כָּכָה אֶת־אֵלֶּה לְהַקְרִיב אִשֵּׁה רֵיחַ־נִיחֹחַ לַיהוָה׃

kol-ha'esrách ja'asse-kácha et-élle lehakríw isché reach-nichóach ladonáj

13 Jeder Einheimische soll dies so machen, um ein Feueropfer darzubringen, wohlriechend für den HERRN.

In Vers 14 lesen wir eine wichtige Ergänzung:

וְכִי־יָגוּר אִתְּכֶם גֵּר אוֹ אֲשֶׁר־בְּתוֹכְכֶם לְדֹרֹתֵיכֶם וְעָשָׂה אִשֵּׁה רֵיחַ־נִיחֹחַ לַיהוָה כַּאֲשֶׁר תַּעֲשׂוּ כֵּן יַעֲשֶׂה׃

wechi-jagúr ittechém ger o ascher-betochechém ledorotechém we'assá isché reach-nichóach ladonáj ka'aschér ta'asú ken ja'assé

14 Und wenn bei euch ein Fremdling wohnt oder jemand, der viele Generationen bei euch lebt, und er ein Feueropfer macht, einen Wohlgeruch für den HERRN, so soll auch er es machen, wie ihr es macht.

הַקָּהָל חֻקָּה אַחַת לָכֶם וְלַגֵּר הַגָּר חֻקַּת עוֹלָם לְדֹרֹתֵיכֶם כָּכֶם כַּגֵּר יִהְיֶה לִפְנֵי יְהוָה׃

hakkahál chukká achát lachém welaggér haggár chukkát olám ledorotechém kachém kaggér jihjé lifné adonáj

15 Ein Gesetz für euch und für den Fremdling, der bei euch wohnt, ein ewiges Gesetz in eurer Generation: Wie ihr, so wird auch der Fremdling vor dem HERRN sein.

Hier ist das Anfangswort hakkahál eine Anrede an die Gesellschaft oder an das Volk: „Höre, Volk, höre, Versammlung!“ In der Beziehung zum Höchsten, in allem, was mit der direkten Beziehung zum Höchsten zusammenhängt, auch bei den Opfern, darf man keinen Unterschied machen zwischen den eingesessenen Israeliten und den Fremdlingen. In dem bekannten alten Midrasch Tana de-wej Elijahu, der dem Propheten Elijahu selbst als Offenbarung zugeschrieben wird, spricht der Prophet Elijahu davon, dass zu dieser Zeit ein Streit entbrannte, ein Zank zwischen den Israeliten und den Fremdlingen entbrannte. Die eingesessenen Israeliten sagten: „Von euch kommt alles Unheil, alles Unglück kommt von euch, euch gab es hier gar nicht, ihr werdet keine Opfer darbringen, das ist unser Gott, unser Zelt der Begegnung, und ihr bleibt weiter weg.“ Und die Fremdlinge bestanden darauf und sagten: „Wir wollen auch zu diesem Gott, das ist auch unser Gott.“ Und die Haltung des Propheten Elijahu, wie sie ihm zugeschrieben wird, ist eindeutig allumfassend. Das ist einer der wenigen Texte im Judentum, der sagt, dass ein Heide jedes Gebot, das er auf sich nehmen will, das er als Gebot erkannt und auf sich genommen hat – sowohl den Schabbat als auch die Beschneidung und alles Mögliche –, tun kann, auf sich nehmen kann. Und in dem Maß, wie er wächst, in dem Maß, wie er sich der Tora nähert, öffnet sich ihm (genauso wie dem Israeliten) der Heilige Geist. Das ist ein wichtiger Midrasch, einer der wenigen Midraschim mit genau einer solchen Haltung. Und weiter heißt es in diesem Midrasch: „Hier tritt der Höchste für die Fremdlinge ein.“

Heute gibt es sehr viele Streitigkeiten darüber, ob Heiden die Gebote halten sollen oder nicht, und wenn ja, welche genau? Und viele Menschen, die nicht zum Volk Israel gehören, sind ratlos, weil ihnen wirklich unklar ist, was sie halten sollen. Und eigentlich möchte man schon nicht mehr sagen: „Na, wenn ich Finne oder Pole bin, dann gehe ich und esse Schweinefleisch, mir ist es ja erlaubt“, eigentlich möchte man das schon nicht mehr, weil viele das Gefühl haben, dass das Unreinheit ist. Und andererseits gibt es irgendwelche Rabbiner, die sagen: „Ach was, dir ist alles erlaubt, iss, was du willst, leb überhaupt, wie du willst.“ Und manche fügen hinzu: „Du hast überhaupt keine Seele, was soll man von dir schon verlangen.“ Und man möchte nicht in dieses Thema eintauchen, weil viele schon Offenbarungen haben. Und wie kann man einem Menschen, der um des Höchsten willen auf etwas verzichten will, der etwas um des Höchsten willen tut, verbieten, das zu tun? Man kann die Menschen nur anflehen, inständig bitten, ihr Herz zu versöhnen, damit das, was sie auf sich nehmen, nicht zur Überhebung ist, nicht dazu, um zu sagen: „Ihr, alle anderen, seid Sünder, ich aber bin ein Gerechter“, sondern eben zum Dienst für den Höchsten.

Und hier fügt der Höchste hinzu:

תּוֹרָה אַחַת וּמִשְׁפָּט אֶחָד יִהְיֶה לָכֶם וְלַגֵּר הַגָּר אִתְּכֶם׃

torá achát umischpát echád jihjé lachém welaggér haggár ittechém

16 Eine Tora und ein Gericht wird es für euch und für den Fremdling geben, der bei euch wohnt.“

Das heißt, ihr dürft die Fremdlinge überhaupt nicht bedrängen. Es gibt viele Länder, hauptsächlich sind das Länder der Dritten Welt, in denen (wenn ein Ausländer einen Unfall verursacht hat oder wenn er irgendeinen Streit mit einem ständigen Einwohner hat) die Polizei und die ganze Bevölkerung sich sofort auf die Seite des Eigenen stellen. Es gibt manche Gesetze von Ländern, die so eingerichtet sind. Der Höchste sagt: „Ein gerechtes Gericht – für alle, und vor Mir, in der Beziehung zu Mir, zumindest in dieser Vertikalen der Beziehung zu Mir, sind alle gleich, darüber gibt es keinen Streit.“

Damit wird die Frage des Trankopfers von Wein abgeschlossen, des ersten Heilmittels, das der Höchste anführt (oder des zweiten, wenn man annimmt, dass das erste die Verheißung an das Volk Israel ist, dass es doch noch in das Land hineinkommen wird).

Ab Vers 17 lesen wir die nächste Anrede des Höchsten an Mosche:

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché lemór

17 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:

דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם בְּבֹאֲכֶם אֶל־הָאָרֶץ אֲשֶׁר אֲנִי מֵבִיא אֶתְכֶם שָׁמָּה׃

dabbér el-bené jisraél we'amartá alehém bewo'achém el-ha'árez aschér aní mewí etchém schámma

18 „Rede mit den Söhnen Israels und sage ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, in das Ich euch bringe,

Obwohl der Höchste dem Volk eine Strafe gegeben hat, bringt Er das Volk im Verlauf dieser Strafe dennoch in das Land.

וְהָיָה בַּאֲכָלְכֶם מִלֶּחֶם הָאָרֶץ תָּרִימוּ תְרוּמָה לַיהוָה׃

wehajá ba'acholchém milléchem ha'árez tarímu terumá ladonáj

19 Und wenn ihr vom Brot jener Erde (jenes Landes) esst, so erhebt eine Erhebung von diesem Brot für den HERRN.

Das kann man höchstwahrscheinlich so verstehen, wie der einfache Sinn gelesen wird: vom Brot jener Erde bedeutet von dem Brot, das dort gewachsen ist. Aber es gibt dafür auch ein anderes Verständnis: vom Brot aus der Erde, vom irdischen Brot, das heißt, ihr lebt jetzt hier in der Wüste, und ihr esst Brot vom Himmel, dort aber werdet ihr Brot aus der Erde essen. Das ist kein geistlicher Fall, das ist ein geistlicher Aufstieg, ihr werdet in eine neue Arbeit eingebunden. Darin liegt möglicherweise eine der Ängste der Kundschafter, als sie sagen, dass dieses Land seine Bewohner frisst, das heißt, es wird uns zwingen, auf ihm zu arbeiten. Und der Höchste sagt: „Ja, so wird es sein, ihr werdet vom irdischen Brot essen.“

רֵאשִׁית עֲרִסֹתֵכֶם חַלָּה תָּרִימוּ תְרוּמָה כִּתְרוּמַת גֹּרֶן כֵּן תָּרִימוּ אֹתָהּ׃

reschít arissotechém challá tarímu terumá kitrumát góren ken tarímu otá

20 Euer erster Teig (die Erstlingsgabe, die Challá), davon erhebt eine Erhebung; wie die Erhebung von der Tenne, so erhebt auch ihn.

מֵרֵאשִׁית עֲרִסֹתֵיכֶם תִּתְּנוּ לַיהוָה תְּרוּמָה לְדֹרֹתֵיכֶם׃

mereschít arissotechém tittenú ladonáj terumá ledorotechém

21 Von den Erstlingen all eures Teiges gebt dem HERRN eine Gabe, eine Erhebung in euren Generationen.

Die Frau knetet den Teig gemäß den Maßen, die es in der Wüste gab: Dort sammelte man einen Omer, ein Maß (wir haben gesagt, dass das etwa zwei Liter sind), und das war die tägliche Nahrung. Wenn die Frau Teig aus zwei Litern geknetet hat, dann trennt sie davon ein Stückchen ab, das Challá heißt, dieses Gebot heißt heute Abtrennen der Challá. Sie kann daraus etwas backen oder diesen Teig den Dienern geben.

Natürlich backen heute bei Weitem nicht alle Frauen und bei Weitem nicht immer Brot zu Hause, deshalb nimmt es mancher einfach weg und wirft es weg, und mancher, und das ist vernünftiger, legt es ins Tiefkühlfach und friert es ein. Wenn genug Teig für eine gute und schöne Challa zusammenkommt, bäckt man sie und gibt sie entweder den Dienern oder den Bedürftigen. Kurz gesagt, man erfüllt dieses Gebot so, wie man es in Abwesenheit des Tempels erfüllen kann.

Das ist das dritte Heilmittel, das der Höchste gibt: „Ihr werdet irdisches Brot essen, aber der Teig aus dem irdischen Brot wird trotzdem mit dem Himmel verbunden sein, denn Ich werde davon eure Erhebung nehmen.“ Du hast ein Stückchen Teig abgetrennt, und der ganze Teig wird himmlisch. Genauso wie du den Zehnten von deinem Gehalt absonderst: Dein ganzes übriges Geld wird himmlisch, du heiligst es ganz, weil du einen Teil für Gott abgesondert hast. Das bezieht sich nicht nur auf den Teig, sondern auch auf Früchte, auf Gemüse – auf alles, wovon du den gebührenden Teil abgetrennt, Gott gegeben hast, was Gottes ist. Die kleine Challa heiligt, wie man sagt, den ganzen Teig, das abgetrennte Stückchen macht den ganzen Teig heilig. Das ist wichtig, sich zu merken, aber hier sagt der Höchste das dem Volk zum Trost: „Ihr werdet irdisches Brot haben, Ich segne es, Ich werde es auch nehmen.“

וְכִי תִשְׁגּוּ וְלֹא תַעֲשׂוּ אֵת כָּל־הַמִּצְוֹת הָאֵלֶּה אֲשֶׁר־דִּבֶּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה׃

wechí tischgú weló ta'asú et kol-hammizwót ha'élle ascher-dibbér adonáj el-mosché

22 Wenn ihr irrt und nicht von all diesen Geboten tut, die der HERR Mosche gegeben hat, –

אֵת כָּל־אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֲלֵיכֶם בְּיַד־מֹשֶׁה מִן־הַיּוֹם אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה וָהָלְאָה לְדֹרֹתֵיכֶם׃

et kol-aschér ziwwá adonáj alechém bejad-mosché min-hajom aschér ziwwá adonáj wahál'a ledorotechém

23 alles, was der HERR euch durch die Hand Mosches geboten hat, von dem Tag an, als der HERR es geboten hat, und weiter in eure Geschlechter,

וְהָיָה אִם מֵעֵינֵי הָעֵדָה נֶעֶשְׂתָה לִשְׁגָגָה וְעָשׂוּ כָל־הָעֵדָה פַּר בֶּן־בָּקָר אֶחָד לְעֹלָה לְרֵיחַ נִיחֹחַ לַיהוָה וּמִנְחָתוֹ וְנִסְכּוֹ כַּמִּשְׁפָּט וּשְׂעִיר־עִזִּים אֶחָד לְחַטָּת׃

wehajá im me'ené ha'edá ne'está lischgagá we'asú chol-ha'edá par ben-bakár echád le'olá leréach nichóach ladonáj umincható weniskó kammischpát us'ir-issím echád lechattát

24 Und es wird sein: Wenn die Gemeinde etwas versäumt hat, wenn vor ihren Augen etwas verborgen blieb und ein Irrtum geschah, dann wird die ganze Gemeinde einen jungen Stier als Ganzopfer darbringen, wohlriechend für den HERRN, und Sein Speiseopfer und Sein Trankopfer, wie es vorgeschrieben ist, und einen Ziegenbock als Reinigungsopfer.

Hier wiederholt und bekräftigt der Höchste, dass es eine Berichtigung gibt. Wenn die ganze Gemeinde sich geirrt hat, einen Irrtum begangen hat, dann kann man alles berichtigen. Das ist eine Erinnerung daran, dass die Berichtigung auch ein Teil der Heilung ist.

וְכִפֶּר הַכֹּהֵן עַל־כָּל־עֲדַת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְנִסְלַח לָהֶם כִּי־שְׁגָגָה הִוא וְהֵם הֵבִיאוּ אֶת־קָרְבָּנָם אִשֶּׁה לַיהוָה וְחַטָּאתָם לִפְנֵי יְהוָה עַל־שִׁגְגָתָם׃

wechippér hakkohén al-kol-adát bené jisraél wenislách lahém ki-schegagá hi wehém hewí'u et-korbanám isché ladonáj wechattatám lifné adonáj al-schigegatám

25 Und der Kohen wird für die ganze Gemeinde der Söhne Israels sühnen, und dieser Irrtum wird ihnen vergeben werden, und sie haben ein Feueropfer für den HERRN und ein Reinigungsopfer für den HERRN für ihren Irrtum dargebracht.

וְנִסְלַח לְכָל־עֲדַת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְלַגֵּר הַגָּר בְּתוֹכָם כִּי לְכָל־הָעָם בִּשְׁגָגָה׃

wenislách lechol-adát bené jisraél welaggér haggár betochám ki lechol-ha'ám bischgagá

26 Und es wird der ganzen Versammlung der Söhne Israels vergeben werden und dem Fremdling, der unter ihnen wohnt, wie auch dem ganzen Volk, denn es ist ein Irrtum.

Wenn das Volk sich geirrt hat, eine Sünde des ganzen Volkes geschehen ist, dann kann man, nachdem man das erkannt hat, ein Opfer darbringen, und dem Volk wird Sühne zuteil, es gibt eine Berichtigung für die Gemeinde.

Aber es gibt ebenso auch eine Berichtigung für den Menschen, wenn er für sich allein gesündigt hat und nicht das ganze Volk.

וְאִם־נֶפֶשׁ אַחַת תֶּחֱטָא בִשְׁגָגָה וְהִקְרִיבָה עֵז בַּת־שְׁנָתָהּ לְחַטָּאת׃

we'im-néfesch achát techetá wischgagá wehikríwa es bat-schenatá lechattát

27 Und wenn eine der Seelen aus Irrtum sündigt (wenn ein Mensch gesündigt, sich geirrt hat), soll sie eine einjährige Ziege als Opfer darbringen, als Reinigungsopfer,

וְכִפֶּר הַכֹּהֵן עַל־הַנֶּפֶשׁ הַשֹּׁגֶגֶת בְּחֶטְאָה בִשְׁגָגָה לִפְנֵי יְהוָה לְכַפֵּר עָלָיו וְנִסְלַח לוֹ׃

wechippér hakkohén al-hannéfesch haschogéget bechet'á wischgagá lifné adonáj lechappér aláw wenislách lo

28 Und der Kohen wird für die Seele sühnen, die sich geirrt hat, die aus Irrtum vor dem HERRN gesündigt hat, er wird für ihn sühnen, und es wird ihm vergeben werden.

הָאֶזְרָח בִּבְנֵי יִשְׂרָאֵל וְלַגֵּר הַגָּר בְּתוֹכָם תּוֹרָה אַחַת יִהְיֶה לָכֶם לָעֹשֶׂה בִּשְׁגָגָה׃

ha'esrách biwné jisraél welaggér haggár betochám torá achát jihjé lachém la'ossé bischgagá

29 Der Einheimische unter den Söhnen Israels und der Fremdling, der unter ihnen wohnt – gemeinsame Regeln wird es bei euch für den geben, der einen Irrtum begangen hat.

וְהַנֶּפֶשׁ אֲשֶׁר־תַּעֲשֶׂה בְּיָד רָמָה מִן־הָאֶזְרָח וּמִן־הַגֵּר אֶת־יְהוָה הוּא מְגַדֵּף וְנִכְרְתָה הַנֶּפֶשׁ הַהִוא מִקֶּרֶב עַמָּהּ׃

wehannéfesch ascher-ta'assé bejád ramá min-ha'esrách umin-haggér et-adonáj hu megaddéf wenichretá hannéfesch hahí mikkérew ammá

30 Die Seele aber, die vermessen oder dreist handeln wird, vom Einheimischen und vom Fremdling, er lästert den HERRN: Ausgerottet werden wird diese Seele aus der Mitte ihres Volkes.

 Hier geht es darum, dass ein Mensch, der zum Beispiel weiß, dass es den HERRN gibt, dass der HERR verboten hat, Feuer anzuzünden am Schabbat, dass der HERR gebietet, am Schabbat kein Feuer anzuzünden, und er sagt nicht aus Versehen, nicht aus Dummheit, sondern dem Höchsten zum Trotz: „Wenn Du willst, dass ich nicht anzünde, dann zünde ich eben am Schabbat Feuer an.“ Eine solche Seele wird aus dem Volk ausgerottet werden.

כִּי דְבַר־יְהוָה בָּזָה וְאֶת־מִצְוָתוֹ הֵפַר הִכָּרֵת תִּכָּרֵת הַנֶּפֶשׁ הַהִוא עֲוֹנָה בָהּ׃

ki dewar-adonáj basá we'et-mizwató hefár hikkarét tikkarét hannéfesch hahí awoná wa

31 Denn er hat die Worte des HERRN verachtet und Sein Gebot gebrochen; durch Ausrottung wird diese Seele ausgerottet werden, ihre Sünde ist auf ihr.

Das ist ein interessanter Zusatz: Wenn ein Mensch weiter in seinem Unglauben verharrt, dann wird er ausgerottet werden, aber auch danach kann man noch bereuen. Zum Beispiel kann ich denken: „Ich habe mich doch geirrt, als ich versucht habe, den Höchsten zu erzürnen, ich habe mich geirrt, als ich versucht habe, Ihm zum Trotz zu handeln.“ Wenn ich erkenne, dass ich im Unrecht war, dann kehrt die teschuwá (Reue) wie eine Zeitmaschine in die Vergangenheit zurück und nimmt jenes mein Rechthaben, meine Absicht, weg. Und meine Tat kann gleichsam unabsichtlich werden. Hätte ich gewusst, was ich heute weiß, hätte ich damals nicht so gehandelt. Die Weisen sagen, dass ein Mensch ein Vergehen begeht, wenn der Geist der Torheit in ihn eintritt, das heißt, wenn er dá'at (Bewusstheit, richtige Wahrnehmung) verliert, den Verstand verliert. Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Der Mensch atmet wie ein Tier, isst und trinkt wie ein Tier, geht und liegt wie ein Tier, verrichtet seine Notdurft und vermehrt sich wie ein Tier… Den Menschen unterscheidet vom Tier das Vorhandensein des Verstandes. In dem Moment, in dem der Mensch den Verstand verliert, tritt der Geist der Torheit in ihn ein, und er wird wie ein Tier, deshalb wird die Sünde des Menschen durch ein Tier gesühnt. Und wenn ich erkenne, dass ich mich geirrt habe, dass damals kein Verstand in mir war, dann kann ich noch umkehren; wenn ich aber verharre – dann ist meine Sünde auf mir.

Worin liegt der Unterschied zwischen dem Menschen, der sich geirrt hat und nicht verstanden hat, und dem, der sich geirrt hat und es nicht erkannt hat? Darin, dass, wenn ein Mensch sich unbeabsichtigt geirrt hat, wenn er keine böse Absicht hatte, man ihn von oben, wie man sagt, zur teschuwá anstößt. Der Höchste will seine teschuwá, seine Reue, gibt ihm ständig irgendwelche Hinweise, steckt ihm irgendwelche Spickzettel zu, und dann geht eine Stimme vom Himmel aus und sagt: „Kehre um!“ Wenn ein Mensch aber absichtlich sündigt, wenn es eine Lästerung gegen den Heiligen Geist ist, dann gibt es für einen solchen Menschen keinen Beistand, um umzukehren.

Mit Vers 32 beginnt eine neue Erzählung:

וַיִּהְיוּ בְנֵי־יִשְׂרָאֵל בַּמִּדְבָּר וַיִּמְצְאוּ אִישׁ מְקֹשֵׁשׁ עֵצִים בְּיוֹם הַשַּׁבָּת׃

wajihjú wene-jisraél bammidbár wajimzeú isch mekoschésch ezím bejom haschabbát

32 Und die Söhne Israels waren in der Wüste, und sie fanden einen Menschen, der am Schabbat Zweige sammelte.

Worin liegt das Problem? Nirgends steht doch geschrieben: „Sammle keine Zweige am Schabbat.“ Die Weisen streiten darüber, welches der Schabbatverbote dieser Mensch übertreten hat. Die einen sagen, dass er Zweige abbrach, andere sagen, dass er sie zu einem Haufen schichtete, und es gibt verschiedene Varianten des Verständnisses. So oder so lag dort offenbar die Übertretung irgendeines Verbots vor.

Es gibt auch einen Streit über die Person dieses Menschen. Rabbi Akiwa (wir lesen im Talmud) sagt, als er mit den Weisen zusammensitzt: „Dieser Mensch war Zelofchad.“ Woher wissen wir, dass dieser Mensch Zelofchad war? Rabbi Akiwa sagt: „Hier steht geschrieben: Das Volk Israel war in der Wüste“, und weiter (27,3) sagen seine Töchter: „Unser Vater ist in der Wüste gestorben.“ Zwei sind verbunden: in der Wüste und in der Wüste; sie überschneiden sich, also ist es Zelofchad.“ Diese Auslegungsmethode aufgrund ähnlicher Wörter heißt gserá schawá. Rabbi Jehuda ben-Batira widerspricht und sagt: „Akiwa, was ist mit dir? Wenn es Zelofchad ist und die Tora es verborgen hat, warum enthüllst du es dann? Und wenn es nicht Zelofchad ist, dann kann sich herausstellen, dass du einen unschuldigen Menschen verleumdest. Und was wird dann?“ Ich möchte hier innehalten und Folgendes sagen. Oft sagen wir, wenn wir irgendwelche Ereignisse rekonstruieren, kühn: „Dieser Mensch hier hat gesündigt und hat höchstwahrscheinlich dieses Gebot hier übertreten, dort hat er übertreten oder dort, und hier hat er gefrevelt“, auch wenn das nicht geschrieben steht. Und man muss sehr vorsichtig sein, Menschen dort zu verurteilen, wo es nicht offensichtlich ist, wo die Tora niemanden ausdrücklich verurteilt hat, und man sollte sich die Methode von Jehuda ben-Batira zu eigen machen. Genau das ist mein Empfinden.

Wir wissen also nicht, was das für ein Mensch war, wir wissen nur, dass er auf irgendeine Weise den Schabbat gebrochen hat.

וַיַּקְרִיבוּ אֹתוֹ הַמֹּצְאִים אֹתוֹ מְקֹשֵׁשׁ עֵצִים אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אַהֲרֹן וְאֶל כָּל־הָעֵדָה׃

wajakríwu otó hammoze'ím otó mekoschésch ezím el-mosché we'el-aharón we'él kol-ha'edá

33 Und die, die ihn gefunden hatten, wie er Zweige sammelte, brachten ihn zu Mosche und zu Aharon und zur ganzen Versammlung.

וַיַּנִּיחוּ אֹתוֹ בַּמִּשְׁמָר כִּי לֹא פֹרַשׁ מַה־יֵּעָשֶׂה לוֹ׃

wajanníchu otó bammischmár ki lo forásch ma-je'assé lo

34 Und sie ließen ihn unter Bewachung, denn es war nicht klar, was mit ihm zu tun sei.

Seltsam, wozu wird hier plötzlich diese Geschichte angeführt? Vielleicht, wie die Kommentatoren sagen, wie Tossafot (eine Sammlung von Kommentaren zu praktisch allen Traktaten des Talmuds) sagt, dass dieser Mensch etwas im Namen des Himmels tun wollte. Er dachte oder er hörte, wie das Volk sagt: „Na, das war's, jetzt stecken wir hier für vierzig Jahre fest. Den Schabbat muss man nicht halten, Kaschrut muss man nicht halten, nichts muss man halten.“ Und dieser Mensch beschloss, aufopfernd das Feuer auf sich zu ziehen, und ging Zweige von Bäumen sammeln, damit man ihn für den Schabbat bestraft und hinrichtet, um des heiligen Schabbats willen. Es gibt eben so eine radikale Meinung.

Andere sagen: „Im Gegenteil, dieser Mensch dachte, wenn der Höchste das Volk Israel für vierzig Jahre zurücklässt, dann hat Er den Bund mit Israel aufgehoben, und man darf Zweige sammeln.“ Und er wird bestraft, um zu zeigen, dass der Höchste den Bund mit Israel bewahrt hat. All diese Kommentare werden geschrieben, um die Frage zu beantworten oder zu versuchen, sie zu beantworten, wozu uns diese Geschichte hier erzählt wird. Mir liegt eine andere Erklärung nahe. Wir haben ja in Kapitel 14 gelesen, dass das Volk Israel Mosche, Aharon, Kalew und Jehoschua steinigen wollte. Und hier gibt es eine solche Lehre: Das Wichtigste ist, kein Feldgericht abzuhalten, keine schnelle Abrechnung zu veranstalten (was das Volk übrigens bis heute lernt), denn die Antwort ist nicht immer klar.

Man brachte den Menschen also zu Mosche, aber auch Mosche hat keine Antwort. Mosche, der die Gesetze kennt, der Gesetzgeber und König ist und einfach sagen kann: „Ach, erschießt ihn, und fertig“, er hat keine Antwort in Bezug auf die Tat dieses Menschen. Und Mosche wendet sich, wie er es oft tut, an den Höchsten.

וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה מוֹת יוּמַת הָאִישׁ רָגוֹם אֹתוֹ בָאֲבָנִים כָּל־הָעֵדָה מִחוּץ לַמַּחֲנֶה׃

wajomer adonáj el-mosché mot jumát ha'ísch ragóm otó wa'awaním kol-ha'edá michúz lammachané

35 Und der HERR sprach zu Mosche: „Des Todes sterben wird dieser Mensch, steinigt ihn, die ganze Gemeinde, außerhalb des Lagers.“

Der Höchste antwortet: „Die Gerichte gelten, die Gesetze gelten, und der Schabbat gilt.“

וַיֹּצִיאוּ אֹתוֹ כָּל־הָעֵדָה אֶל־מִחוּץ לַמַּחֲנֶה וַיִּרְגְּמוּ אֹתוֹ בָּאֲבָנִים וַיָּמֹת כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃

wajozíu otó kol-ha'edá el-michúz lammachané wajirgemú otó ba'awaním wajamót ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché

36 Und die ganze Gemeinde führte ihn hinaus vor die Grenzen des Lagers, und sie steinigten ihn, und er wurde getötet, wie der HERR Mosche geboten hatte.

 Das ist der Beweis dafür, dass die Gesetze bleiben, der Schabbat bleibt. Das heißt, es ist möglich und durchaus wahrscheinlich, dass es in der ganzen langen jüdischen Geschichte sehr viele Schabbatbrecher gegeben hat, und sogar in diesem Jahr, das Israel in der Wüste verbracht hat. Und diese Geschichte wird hier erzählt, um zu zeigen, wie ein Gericht sein muss und wie es nicht sein darf. Um zu zeigen, dass die Gesetze nach wie vor gelten und der Bund mit dem Höchsten nicht aufgehoben ist.

וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajomer adonáj el-mosché lemór

37 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:

דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם וְעָשׂוּ לָהֶם צִיצִת עַל־כַּנְפֵי בִגְדֵיהֶם לְדֹרֹתָם וְנָתְנוּ עַל־צִיצִת הַכָּנָף פְּתִיל תְּכֵלֶת׃

dabbér el-bené jisraél we'amartá alehém we'asú lahém zizít al-kanfé wigdehém ledorotám wenatenú al-zizít hakkanáf petíl techélet

38 „Rede zu den Söhnen Israels und sage ihnen, und sie werden sich Quasten machen an den Flügeln ihrer Kleidung für ihre Generationen, und sie werden in die Quasten einen blauen Faden einflechten.

הָיָה לָכֶם לְצִיצִת וּרְאִיתֶם אֹתוֹ וּזְכַרְתֶּם אֶת־כָּל־מִצְוֹת יְהוָה וַעֲשִׂיתֶם אֹתָם וְלֹא־תָתֻרוּ אַחֲרֵי לְבַבְכֶם וְאַחֲרֵי עֵינֵיכֶם אֲשֶׁר־אַתֶּם זֹנִים אַחֲרֵיהֶם׃

wehajá lachém lezizít ur'itém otó us'chartém et-kol-mizwót adonáj wa'assitém otám weló tatúru acharé lewawchém we'acharé enechém ascher-attém soním acharehém

39 Und es wird euch eine Quaste sein, und ihr werdet sie sehen,

und ihr werdet an alle Gebote des HERRN denken und werdet sie halten und werdet nicht eurem Herzen und euren Augen nachgehen, denen ihr nachhurt,

Dieses Verb, ur'itém, das hier verwendet wird, wiederholt den Befehl Mosches, als er die Kundschafter aussendet (14,18) und sagt: „Und beseht das Land.“ Hier bedeutet dieses Wort: „…und ihr werdet diesen Faden sehen.“ Das ist eine Berichtigung des Sehens.

Ihr werdet nicht nachgehen (weló tatúru) – hier wird die Zukunftsform des Verbs latúr (erkunden) verwendet; ich habe davon gesprochen, dass von ihm das Wort stammt: tajár (Tourist, Reisender). Das Volk ging los, die Schönheiten des Landes Israel auszukundschaften (latúr), aber es gelang nicht, daraus wurde leragél (nachspüren, spionieren). Und was kommt heraus, wenn unsere Augen dem Herzen nachgehen? Es kommt so heraus: „Schau, eine offene Kasse, und darin Geld! Schau, wie schön, wir haben eine Sehenswürdigkeit gefunden! Schau, was für ein hübsches Mädchen! Schau, was für ein leckeres Schaschlikchen! Schau, schau, schau…“ Jeder schaut auf etwas Eigenes, jeder hat seine eigene Versuchung. Die Augen und das Herz – das sind unsere Touristen, die die ganze Zeit mit Prospekten des Landes der Sünde herumgehen: „Unternehmt eine Reise in das Land der Sünde, seht, wie schön es dort ist!“

Der Höchste sagt: „Ihr werdet den blauen Faden sehen – ihr werdet euch an alle Meine Gebote erinnern.“ Was ist das für ein seltsamer Zusammenhang, wie erinnert ein blauer Faden an die Gebote? Wenn es draußen dunkel ist, Nacht (und in jenen Zeiten waren die Nächte nicht besonders beleuchtet), dann unterscheidet sich der weiße Faden nicht vom blauen Faden, unterscheidet sich überhaupt nicht. Mit dem Beginn der Morgendämmerung kann man den blauen und den weißen Faden schon unterscheiden. Sobald es hell geworden ist, sobald du den blauen Faden gesehen hast, erinnere dich an die Gebote des Höchsten, und so jeden Morgen (bóker bóker). Wir beginnen jeden Morgen, indem wir den Höchsten segnen, es beginnt der Tag – es beginnt unser Dienst. Natürlich bestehen auch in der Nacht alle Gebote, darunter auch liebe den Nächsten (ich, wenn ich schlafe, liebe den Nächsten überhaupt immer, höchstens kann das Schnarchen ein Ausdruck meiner Nicht-Liebe zum Nächsten sein, aber gewöhnlich liebe ich ihn). Die meisten Gebote Gottes erfüllt der Mensch am Tag. Ihr werdet die blauen Fäden sehen – und euch erinnern, jeden Tag werdet ihr euch erinnern.

לְמַעַן תִּזְכְּרוּ וַעֲשִׂיתֶם אֶת־כָּל־מִצְוֹתָי וִהְיִיתֶם קְדֹשִׁים לֵאלֹהֵיכֶם׃

lemá'an tiskerú wa'assitém et-kol-mizwotáj wihjitém kedoschím lelohechém

40 Damit ihr euch erinnert und alle Meine Gebote haltet, und ihr werdet eurem Gott heilig sein.

אֲנִי יְהוָה אֱלֹהֵיכֶם אֲשֶׁר הוֹצֵאתִי אֶתְכֶם מֵאֶרֶץ מִצְרַיִם לִהְיוֹת לָכֶם לֵאלֹהִים אֲנִי יְהוָה אֱלֹהֵיכֶם׃

aní adonáj elohechém aschér hozéti etchém me'érez mizrájim lihjot lachém lelohim aní adonáj elohechém

41 Ich bin euer Gott, Der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, um euch Gott zu sein. Ich bin der HERR, euer Gott.“

Diese letzten Zeilen sind ein Zeugnis dafür, dass, obwohl der Höchste das Volk Israel bestraft hat, der Prozess der Erziehung, der Prozess der Veränderung des Volkes Israel nicht angehalten ist. Der HERR hat sich vom Volk Israel nicht losgesagt. Das ist das letzte, vierte Heilmittel, das der Höchste durch Mosche dem Volk Israel gibt.

Die in die Länge gezogene Prüfung

Im Zentrum unseres Wochenabschnitts Schelach steht die Geschichte mit den Kundschaftern, die Mosche aussendet, um das Land zu erkunden. Der Abschnitt beginnt damit, dass der Höchste Mosche befiehlt, diese Kundschafter auszusenden. Der Höchste sagt zu Mosche am Anfang von Kapitel 13:

2. „Sende dir (schelach-lechá) Leute, und sie werden das Land Kanaan erforschen, das Ich den Söhnen Israels gebe; je einen Mann vom Lager der Väter sendet aus, jeden Anführer unter ihnen.“

Aber vierzig Jahre später erzählt Mosche diese Situation anders. In Kapitel 1 des Buches Dewarim sagt Mosche:

22. Und ihr alle tratet zu mir heran und sagtet: „Lasst uns doch Leute vor uns her senden, und sie sollen uns dieses Land erkunden und mit einem Bericht zu uns zurückkehren, auf welchem Weg wir hinaufziehen und in welche Städte wir kommen werden.“

Das heißt, nach der späteren Erzählung Mosches wollte gerade das Volk selbst Kundschafter aussenden. Und wir müssen verstehen: Wer war denn nun eigentlich der Initiator dafür, Kundschafter auszusenden? Manche Kommentatoren, manche Ausleger der Tora sahen darin eine gewisse Nachsicht des Höchsten, als ob der Höchste sagt: „Nun, Mosche, wenn du Kundschafter aussenden musst, dann sende sie eben dir.“ Mosche selbst aber sagt, dass er diese Initiative vom Volk übernommen hat.

Hier muss man verstehen, dass wir manchmal irgendeine Stimme hören oder in unserem Kopf irgendeine Idee, irgendein Gedanke entsteht. Und dieser Gedanke kann durchaus von Gott sein, manchmal spricht der Höchste auf diese Weise mit uns – durch unsere Gedanken, durch unsere Überlegungen. Wir lesen in Vers 2 von Kapitel 13, dass, obwohl der Höchste sagt: „Sende dir …“, das nicht bedeutet, dass es Ihm gleichgültig ist. Der Befehl des Höchsten erinnert uns an Vers 1 von Kapitel 12 des Buches Bereschit: „Und Gott sprach zu Awraham: Geh dir (lech-lechá) …“ Und wenn wir das dort lesen, wissen wir genau, dass es nicht in diesem Sinn gesagt ist: „Geh du dir, Mir ist das nicht nötig.“ Deshalb ist es richtiger, auch hier das Gesagte gerade als Befehl des Höchsten zu verstehen und nicht als Seine Nachsicht.

Es gibt noch ein wichtiges Detail dieses Gesprächs. Der Höchste wendet sich an Mosche, sagt ihm aber nicht: „Sag dem Volk das und das.“ Das heißt, Mosche bekam eine Aufgabe für sich, und mit dem Volk spricht er schon nach eigener Überlegung. Deshalb ändert er, wenn er die Geschichte in Kapitel 1 des Buches Dewarim nacherzählt, ein wenig oder, man kann sogar sagen, stark ab, was der Höchste ihm in den Versen 18–20 von Kapitel 13 unseres Buches zu tun geboten hatte. Der Höchste wollte, dass das Volk das Land studiert, das Land erforscht. Das Volk selbst aber wollte wissen, auf welchem Weg man in das Land hineingeht. Mosche aber sendet sie gerade zur militärischen Aufklärung aus. Hier zeigt sich Mosche nicht einfach als Haupt des Volkes, er bereitet die Leiter des Volkes vor, er will das ganze Volk zum Anführer machen. Das ist eine Art Versuchung. Als das Volk am Berg Sinai stand, versprach es, dass es die Gebote des Höchsten erfüllen wird. Aber als eben diese Versuchung kam, als man die Eroberung des Landes planen, es wirklich tun und erfüllen musste, da hielt das Volk nicht stand, das Volk blieb eben ein Sklavenvolk. Und als Folge dieser Versuchung blieb das Volk vierzig Jahre in der Wüste. Aber obwohl das eine Strafe war, bereitete es das Volk auf den Dienst vor, das heißt, in vierzig Jahren wurde das Sklavenvolk zu einem Dienervolk.

Und natürlich, wenn wir vom Eintritt in das Land sprechen, muss man noch über einen weiteren Aspekt sprechen – über das Recht des jüdischen Volkes auf das Land Israel. Fragen dazu hören wir auch heute ständig. Hier, in der Tora, sehen wir, dass vor der Ankunft der Juden im Land dort andere Völker lebten. Wir sehen, dass diese Völker blühende Städte hatten und dass die Juden sie einfach erobert haben. Und natürlich entsteht die Frage: Mit welchem Recht haben die Juden dieses Land damals erobert? Natürlich gehört das ganze Land dem Höchsten, und der Höchste gibt es dem, dem Er es für nötig hält. In Kapitel 15 des Buches Bereschit, in Vers 16, sagt der Höchste, dass die Rückkehr des Volkes in das Land, die Inbesitznahme des Landes mit der Schuld der darin lebenden Amoriter verbunden ist. Das heißt, die Bewohner dieses Landes hatten eine Schuld vor dem Höchsten, und der Höchste ertrug das lange, zumindest vierzig Jahre. Und diese Schuld der Amoriter wurde zum ersten Grund für die Eroberung des Landes durch die Israeliten. Und der zweite Grund ist das, was wir aus heutigen Forschungen wissen, aus dem Briefwechsel der örtlichen Könige des Landes Israel mit Ägypten. Wir wissen, dass sie alle von Ägypten abhängig waren, und manche waren stolz darauf, dass sich in ihren Städten ägyptische Truppen befinden. Die Eroberung des Landes Israel ist also auch ein Teil des Krieges mit Ägypten. Und wenn wir das unter dem Gesichtspunkt der Symbolik betrachten, wo Ägypten die unteren, sündigen Welten symbolisiert, dann geschieht die Eroberung des Landes nach dem Recht der Heiligkeit, nach dem Recht der Überlegenheit der Heiligkeit über die Sünde: Es ist rechtmäßig und legitim, das Land für das Heilige zu erobern, für den Dienst am Heiligen, obwohl das an sich auch Heiligkeit erfordert.

Schelach Lecha (Sende dir)

Lasst uns über einige Aspekte und eine ungewöhnliche Sicht auf den Wochenabschnitt Schelach sprechen. Diesen Abschnitt nennt man üblicherweise auch den Abschnitt von den Kundschaftern, weil gerade von den Kundschaftern darin die Rede ist. Aber nur von ihnen? Lesen wir einige Verse aus Kapitel 13 unseres Buches. Der HERR sprach zu Mosche:

2. „Sende dir (schlach lecha) Leute, und sie werden das Land Kanaan erforschen (jatúru), das Ich den Söhnen Israels gebe; je einen Mann vom Lager der Väter sendet aus, jeden Anführer unter ihnen.“

Weiter gibt es den Befehl, Vertreter zu senden, je einen aus jedem Stamm, und es wird eine Liste der Leute aufgezählt. Und ab Vers 17 lesen wir die Aufgaben, die Mosche den Gesandten stellt.

17. Und Mosche sandte sie, das Land Kanaan zu erforschen, und sagte zu ihnen: „Zieht vom Süden hinauf und steigt auf den Berg,

18. Und beseht das Land: Was ist das für ein Volk, das darin wohnt, ist es stark oder schwach, ist es wenig oder viel;

19. Und was ist das für ein Land, in dem es wohnt, ist es gut oder schlecht; und was sind das für Städte, in denen es wohnt, sind sie offen oder sind sie von einer Mauer umgeben;

20. Und was ist das für ein Land, ist es fett oder mager, gibt es darauf Bäume oder nicht, und wenn ihr euch stärkt, dann werdet ihr von den Früchten des Landes nehmen.“ Das aber waren die Tage der Erstlinge der Weintrauben.

Eine der Aufgaben, mit denen Mosche die Leute aussendet, war die Aufgabe, von den Früchten des Landes zu nehmen. Und das ist wichtig, weil die Tora weiter wieder von Früchten spricht.

23. Und sie kamen bis zum Bach Eschkol, und dort schnitten sie eine Weintraube ab und trugen sie zu zweit an einer Stange; und sie nahmen auch vom Granatapfel und von der Feige.

24. Diesen Ort aber nannte man Quelle Eschkol wegen der Traube (eschkól), die die Söhne Israels dort abgeschnitten hatten.

Und als die Kundschafter zurückkehren, zu Mosche und Aharon und zur ganzen Gemeinde kommen, beginnen auch sie mit der Vorführung dessen, was sie mitgebracht haben, und sagen unter anderem: „… und siehe, seine Früchte (des Landes).“ Alle, die den Wochenabschnitt Schelach gelesen haben, wissen, dass die Mission gescheitert ist, dass die Kundschafter, statt das Volk zu ermutigen, erzählten, was sie erzählten, und geschah, was geschah. Und es gibt eine Vielzahl von Erklärungen zu der Frage, warum es so geschah.

Die einen sagen, dass die Kundschafter hohe Seelen hatten. Sie hatten sich so daran gewöhnt, in der Wüste zu sein, wo die Gegenwart Gottes offenbar ist, und glaubten nicht, dass eine ebensolche Gegenwart Gottes auch im Land Israel sein kann. Das heißt, die Mission scheiterte wegen der Seelenhöhe dieser Leute. Andere sagen, dass sie fürchteten, ihren Dienst zu verlieren, ihre Posten zu verlieren. Noch eine Meinung: Statt einfach die Aufklärungsdaten zu bringen, übernahmen sie die Funktion von Ratgebern. Kurz, es gibt eine Vielzahl verschiedener Versionen, verschiedener Sichtweisen auf dieses Bild, und (ich werde nicht müde, es zu wiederholen) wie es gewöhnlich ist, sagen die Kommentare mehr über die Kommentatoren selbst.

Ich schlage vor, diese ganze Geschichte mit den Augen von Rabbi Aisik aus Gomel zu betrachten, der eine erstaunliche und für uns im Kontext unseres Wochenabschnitts ungewohnte Version der Ereignisse vorschlägt. Er spricht gerade davon, dass ein sehr wichtiger Teil der Mission der Gesandten war, Früchte zu sammeln. Das Verb latúr (erforschen), das hier verwendet wird, ist in der modernen Sprache verbunden mit dem Wort tajár (Tourist, Reisender), wir haben schon darüber gesprochen, wie auch darüber, dass ein Tourist seiner Bestimmung nach, seiner Definition nach reist, um Sehenswürdigkeiten, Schönheiten anzusehen, man zeigt ihm das Allerbeste. Und ein Teil dieser Schönheiten sind in diesem Fall die Früchte. Warum ist es Mosche wichtig, was für Früchte dort wachsen? Warum ist es denen, die Mosche als Touristen gesandt hat, wichtig, als Souvenirs aus dem Land Kanaan gerade Früchte mitzubringen? Worin bestand, wie Aisik sagt, die Mission des Höchsten?

Das Volk Israel zog aus Ägypten aus, lebte mehr als ein Jahr in der göttlichen Gegenwart, ging zusammen mit Gott, sah Wunder, ernährte sich vom Man und lebte, so kann man sagen, indem es sich daran gewöhnte, sich dem Höchsten unterzuordnen. Das Ziel ist, in das Land Kanaan hineinzugehen, dorthin führt Gott das Volk. Und man kann sagen: „Nun ja, das ist das Land, in das ich gehe, weil Gott mich dorthin führt. Ich ordne mich unter, füge mich dem Willen des Schöpfers, und ich gehe in dieses Land.“ Aber es gibt noch etwas Wichtiges. Der Höchste wollte, dass das Fleisch sich nicht dem Wunsch des Schöpfers beugt: „Nun, wenn der Schöpfer es will, dann gehe ich, obwohl es schwer ist“, sondern dass der Mensch selbst, jeder aus dem Volk Israel, von Liebe erfüllt wird zum Land, zu seinen Früchten, zu seinen Seen, zu seinem Meer, in dem man baden kann, zu seinen Bergen, in denen man sich erholen kann, sich freuen kann, auch seinen Körper erfreuen kann, damit der Mensch dieses Land liebt.

Die Lehrer führen ein solches Beispiel an. Für einen jungen Mann, der in der Liebe zum Land Israel und zur Tora aufgewachsen und erzogen ist, ist die Zeit gekommen, eine Braut zu suchen. Er findet ein Mädchen und sagt: „Lass uns zusammen eine Familie in Israel aufbauen, lass uns zusammen Israel aufbauen, lass uns zusammen geistlich wachsen.“ Und zur nächsten Verabredung bringt er irgendwelche Bücher mit, um mit ihr zusammen zu lesen, mit ihr zusammen zu lernen. Und an einem bestimmten Punkt fragt sie ihn: „Ja, ich freue mich sehr, dass ich so einen Mann haben werde, der Gott so liebt und Israel so liebt und sich so bemüht, aber ich? Interessiere ich selbst dich, oder bin ich für dich ein Mittel im Dienst, oder bin ich für dich nur ein Werkzeug? Existiere ich? Gibt es für dich auf der Ebene deines Fleisches mich als Person, als das, was ich bin? Ziehe ich selbst dich an?“

Sehr oft kommt es vor, dass Rabbiner die Männer lehren, den Frauen Geschenke zu machen. Da kommt ein Mann und bringt einen Blumenstrauß nach Hause. Eine wunderbare Sache, sollte man meinen, und die Frau fragt ihn: „Du hast mir einen Strauß mitgebracht? Und warum hast du mir einen Strauß mitgebracht?“ – „Na, uns hat der Raw im Unterricht gesagt, dass es gut ist, Frauen Sträuße zu schenken.“ Sie sagt: „Na, es wäre schön, wenn du selbst beschlossen hättest, einen Strauß mitzubringen...“

Es kommt vor, dass es für einen Menschen besser ist, selbst zu wählen. Einmal erzählte ein Raw, wie er seiner Frau ein Schmuckstück kaufte. Er geht in ein Juweliergeschäft, wählt etwas Teures, Schönes und Umwerfendes aus, nach seinem Geschmack. Und die Frau sagt verständnislos: „Was hast du mir denn da mitgebracht?“ Wenn sie selbst in den Laden geht, wenn sie selbst auswählt, dann ist das für sie eine ganze Prozedur, eine Art Sakrament. Der Mann wird es ihr nicht recht machen können, er wird nicht das aussuchen können, was sie braucht. Sie muss selbst für sich das auswählen, was ihr Herz will. Das sind, sollte man meinen, materielle Dinge, aber auch wir sind materiell. Und der Höchste wollte, dass die Seele des Volkes Israel entflammt, dass es nicht einfach so ist: „Wir gehen, weil – na, wo sollen wir denn hin? Wir sind schon aus Ägypten ausgezogen, wir sind losgegangen, wir sind hier, in der Wüste, wir haben keine Wahl.“ Das Wort latúr hat noch eine Bedeutung – auswählen. Der Höchste wollte, dass das Volk Israel selbst, eben aus dem Wunsch seiner ganz, ganz, ganz fleischlichen Seele, selbst dieses Land haben wollte, dieses Land lieben lernte, es mit wahrer Liebe lieben lernte – nicht weil Gott es so will, sondern weil auch ganz konkret ich es so will. Wenn einem Menschen eine Wahl gegeben wird, kann man „Ja“ sagen oder „Nein“ sagen. Wenn du nicht fühlst, dass du berechtigt bist, „Nein“ zu sagen, wenn du niemals „Nein“ sagen kannst, dann ist auch dein „Ja“ nichts wert.

Der Höchste lud das Volk ein und sagte: „Geht, schaut, esst von den Früchten des Landes, freut euch unter anderem auch an seinen Schönheiten.“ Denn was geschieht? Die Kundschafter schneiden an einem bestimmten Ort eine Traube (eschkól) Weinbeeren ab und benennen diesen Ort genauso – Eschkól. Das heißt, der Ort ist nach einem bedeutsamen Ereignis benannt. Sagen wir, die Stadt Kirjat-Schmona (Stadt der Acht) ist so benannt zu Ehren der acht Helden, die bei der Verteidigung der Siedlung Tel-Chai im Unabhängigkeitskrieg Israels 1947–1949 gefallen sind. Der Name Eschkol – das ist die Freude an der Traube, ein Aufruf, dieses Land lieben zu lernen, die Freude an dem, was Genuss gibt, die Freude darüber, dass das Land nicht nur ein Ort des Dienstes ist, es ist Genuss, und der Genuss dieses Landes ist auch ein Teil des Dienstes. Und was geschah denn, als die Kundschafter oder, sagen wir, die Touristen zurückkehrten? Das Volk sagte weder „Ja“ noch „Nein“. Das Volk sagte: „Wozu zwingst du uns, in jenes Land zu gehen?“ Das Volk hat nicht einmal begriffen, dass man das Land wählen und dass man es lieben kann. Und da wird dem Volk gesagt: „Nun gut, bleibt noch vierzig Jahre in der Wüste, zieht die Kinder groß, erzieht eine neue Generation von Menschen.“

Und nun sind diese vierzig Jahre vergangen, und zu Mosche kommen Vertreter der Stämme Re'uwen und Gad und sagen: „Schau, was für ein Land hier ist! Hier kann man Pferche für das Vieh aufstellen, wir werden hier Pferche für das Vieh aufstellen.“ Es kommen die Töchter Zelofchads und sagen: „Bei uns ist es so eine Geschichte, wir haben kein Erbteil, gib uns Land.“ Es entsteht der Durst, dieses Land zu besitzen, und nicht, weil Gott es so will, nicht, weil es das Land unserer Väter ist, es ist unser Vaterland, und nicht, weil wir eine solche geistliche Tradition haben, nicht nur im Rahmen des Dienstes. Es entsteht ein Liebesdurst im Inneren des Menschen, es entsteht die Liebe zum Land, die Liebe zum mythischen Bild des Landes. Und nicht, weil Papa es so gesagt hat oder der himmlische Papa es so gesagt hat, sondern weil wir selbst dieses Land lieben, weil wir selbst dort leben wollen. Wir wählen diese Liebe zum Land, freuen uns an seiner Schönheit, an seinen Früchten, an seinem Obst, es ist für uns das beste, das erwählte – wie unsere Ehefrau, die wir nicht nur als die von Gott gegebene gewählt haben, sondern auch als die geliebte.

Das ist, wie Rabbi Aisik aus Gomel die ganze Tragödie versteht, die geschehen ist. Die Tragödie einer Generation, die, obwohl sie sich in der göttlichen Gegenwart befand und die göttlichen Wunder sah, nicht wählen wollte, die Wahl ablehnte und sich darüber beklagte, dass man sie zu etwas zwingt.

Ein sehr ungewöhnlicher Blick unter allen, die es auf unseren Wochenabschnitt Schelach gibt. Und das ist, wie ich gesagt habe, sehr wichtig. Wichtig ist zu verstehen: Dieses Land, das mir bestimmt ist, oder diese Frau, von der mir die Eltern gesagt haben, ich solle sie heiraten, und auf die Gott mir gezeigt hat, muss man mit wahrer Liebe lieben. Das also sind solche Überlegungen zum Wochenabschnitt. Ich sage es noch einmal, es gibt Dutzende verschiedene, geradezu entgegengesetzte Meinungen über die Geschichte mit den Kundschaftern. Ich wollte mit euch gerade diesen Blick teilen.

Schelach: Materialien zum Weiterlesen

Seht auch das Gespräch über den Wochenabschnitt Schelach, das Stenogramm des Wochenabschnitts Behaalotecha und die Wochenabschnitte der Tora.

Russisches Original: alexblend.com
Diese Übersetzung wurde mit Unterstützung von KI erstellt und bedarf einer weiteren sprachlichen Bearbeitung und Korrektur durch Muttersprachler.

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    Inhalt dieses Abschnitts

    1. 1Gehen wir auf Kundschaft? 13,1–33
    2. 2Selbstunvermögen 14,1–45
    3. 3Göttliche Pillen 15,1–41
    4. 4Die in die Länge gezogene Prüfung
    5. 5Schelach Lecha (Sende dir)
    6. 6Schelach: Materialien zum Weiterlesen

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