1. Wochenabschnitte
  2. Bemidbar
  3. Korach

קֹרַח

Korach

Aufstand, Führung und Dienst

Illustration: alexblend.com
Wochenabschnitt
38 von 54
Verse
Bemidbar 16,1–18,32
Teile
6
Lesezeit
1 Std. 22 Min.

markiert Stellen, an denen die Übersetzung bewusst vom russischen Original abweicht. Antippen zeigt den Hinweis.

Korach ist ein Wochenabschnitt über Aufstand, Führung und die Verantwortung der Diener. Im Stenogramm von Alex Blend werden die Kapitel 16–18 des Buches Bemidbar betrachtet: der Streit mit Mosche und Aharon, der Stab Aharons, die Pflichten der Kohanim und Leviten. Der hebräische Text wird von einer Transliteration, einer ÜbersetzungIm Original heißt es, der hebräische Text werde von einer russischen Übersetzung begleitet. Da diese Seite deutsch ist, steht hier neutral „einer Übersetzung“. und der Betrachtung des Autors über Streitigkeiten in der Gemeinde begleitet.

Einheit der Vielfalt

Bemidbar 16,1–35

Mit Gottes Hilfe beginnen wir miteinander das Studium des Wochenabschnitts Korach und werden Kapitel 16 des Buches Bemidbar ab Vers 1 lesen.

Der Wochenabschnitt Korach ist bei den Kommentatoren sehr beliebt. Schon Rabbi Schlomo Jizchaki (Raschi) bemerkte, dass er sich sehr gut kommentieren lässt. Meuterei auf dem Schiff, eine mehr als klassische Geschichte, obwohl sie sich damals zum ersten Mal ereignete. Aufstand, Gegnerschaft, Streit kommen in jeder Gemeinde vor, ja auch in jeder Familie, in jeder Gesellschaft. Und es ist gut, im Fall eines Aufstands, wenn du ein geistlicher Führer bist, wenn du ein Lehrer bist, über den Abschnitt Korach zu predigen. Ach was, im Fall eines Aufstands? Auf jede Kritik kann man mit einer Predigt über den Wochenabschnitt Korach antworten, Korach die Worte der Opponenten in den Mund legen, und die Tora selbst wird vor ihnen das traurige Bild zeichnen, das sie erwartet. Gewöhnlich, wenn ich anfange, den Wochenabschnitt Korach durchzunehmen, sage ich, dass ich, wenn ich in jenen Zeiten gelebt hätte, wenn ich damals mit dem Lager Israels gezogen wäre, mich durchaus möglicherweise Korach bei diesem Aufstand angeschlossen hätte. Lasst uns versuchen zu verstehen, was dort geschah, und es unter verschiedenen Blickwinkeln, von verschiedenen Seiten betrachten.

וַיִּקַּח קֹרַח בֶּן־יִצְהָר בֶּן־קְהָת בֶּן־לֵוִי וְדָתָן וַאֲבִירָם בְּנֵי אֱלִיאָב וְאוֹן בֶּן־פֶּלֶת בְּנֵי רְאוּבֵן׃

wajikkách kórach ben-jizhár ben-kehát ben-lewí wedatán wa'awirám bené eli'áw weón ben-pélet bené re'uwén

1 Und es nahm Korach ben Jizhar, ben Kehat, ben Lewi, und (die sich ihm anschlossen) Datan und Awiram, die Söhne Eliaws, und (ein Mann namens) On ben Pelet, sie alle Söhne Re'uwens,

Was bedeutet und es nahm? Und er nahm die Initiative, sonderte sich irgendwie von allen ab, wurde anders als alle (was an sich gar nicht so schlecht ist), und begann irgendeine eigenständige Tätigkeit, über die wir noch lesen werden.

Die Tora sagt uns, dass Korach aus dem Geschlecht Kehats ist, aus dem Stamm Lewi, das ist ziemlich wichtig. Das heißt, den Aufstand zetteln Jungs aus dem Stamm Lewi an – aus dem Stamm, der dazu eingesetzt ist, den Kohanim zu dienen, und da kann es Unzufriedene geben: „Wir sind doch alle Leviten, wieso laufen wir als Diener herum?“ Die sich ihm anschließen, sind aus dem Stamm Re'uwen, gehören zum Stamm der Erstgeborenen, sind aber ebenfalls bei Macht und Ehre leer ausgegangen. Solche, im Grunde, Kämpfer für Gerechtigkeit.

וַיָּקֻמוּ לִפְנֵי מֹשֶׁה וַאֲנָשִׁים מִבְּנֵי־יִשְׂרָאֵל חֲמִשִּׁים וּמָאתָיִם נְשִׂיאֵי עֵדָה קְרִאֵי מוֹעֵד אַנְשֵׁי־שֵׁם׃

wajakúmu lifné mosché wa'anaschím mibbene-jisraél chamischím umatájim nesi'é edá keri'é mo'éd ansche-schém

2 Und sie erhoben sich gegen Mosche; und Leute aus der Zahl der Söhne Israels – zweihundertfünfzig Mann, Häupter der Gemeinde, die die Versammlungen einberufen, namhafte Leute.

Das heißt, Korach, Datan, Awiram und On ben Pelet rebellierten gegen Mosche und konnten eine Partei um sich sammeln, die erste Partei in der Geschichte Israels schaffen, die von Mosche getrennt war. Und das waren ernsthafte geistliche Führer, Inspiratoren der Menge. Einige Kommentatoren sagen, dass für Korach der letzte Tropfen die Ernennung Elizafans ben Usi'el zum Haupt des Hauses der Familie Kehats war, dass Korach ungefähr so überlegte: „Mein Großvater Kehat hat vier Söhne – Amram (der Vater Aharons und Mosches), Jizhar (sein, Korachs, Vater), Chewron und Usi'el. Und wenn die ersten, die Söhne Amrams, ihre Ehren bekommen haben, dann ist der Zweite in der Reihe für Ehren und Ansehen – ich. Zuerst wurden die Erstgeborenen von Gott erwählt, dann, nach dem Vorfall mit dem goldenen Kalb – o Wunder! – verwirft Gott die Erstgeborenen und setzt ein – was meint ihr, wen? Ausgerechnet den Stamm Lewi, zu dem Mosche gehört, der zum Dienst erwählt ist. Ins Priestertum wählt man nicht irgendwen, sondern ausgerechnet Aharon, den Bruder Mosches. Und jetzt ernennt Mosche durch irgendeine seltsame, zufällige Macht sein Neffchen zum Haupt des Geschlechts. Warum nimmt Mosche plötzlich irgendeinen undurchsichtigen Neffen, den Sohn des jüngsten der Söhne Lewis, und ernennt ihn? Ganz und gar nicht menschlich, nicht traditionell, nicht nach orientalischer Art handelt Mosche.“ Wenn so etwas in eurem Staat, in eurer Gemeinde, in irgendeiner eurer Gemeinschaften geschähe, könnte euch das nicht stutzig machen oder vielleicht empören, wie Korach? Und, wie die Kommentatoren sagen, aus diesem Grund kam Korach zu dem Schluss, dass Mosche sich einfach etwas ausdenkt.

Andere sprechen von einer Art buchhalterischer Variante, die Gründe des Aufstands zu verstehen. Aharon bekommt, sammelt von ganz Israel die Terumá, das Hebopfer, und die Erstlinge, die ersten Früchte. Lasst uns rechnen. Die Terumá ist ein Fünfzigstel (1/50); wenn man es von 600 000 Anteilen des ganzen Volkes rechnet, dann sind das 12 000. Die Erstlinge werden in Höhe eines Sechzigstels (1/60) gebracht – das sind 10 000. Und so ergibt sich, dass Aharon vom ganzen Volk 22 000 Anteile einsammelt, und das entspricht der Zahl der Leviten (denn an Leviten wurden gerade 22 000 gezählt). Und da wäre es doch gut, das durch die Zahl der Leviten zu teilen und an alle auszuteilen, an alle gleich, damit es keinen Unterschied gibt. Jeder Levit bekommt von Israel einen zusätzlichen Anteil, jeder Levit zählt für zwei, und nicht ein Oligarch Aharon für 22 000. Tatsächlich, es scheint ungerecht.

Und die einfachste Erklärung, der wichtigste Ausgangspunkt für den Aufstand Korachs, ist das, was ich sowohl sagen als auch hören muss: „Wenn Gott mit mir reden will, sagt Er es mir Selbst. Warum denkt ihr, dass Gott nur durch euch prophezeit?“ Ich denke, viele von uns mussten auch irgendwelche persönlichen Prophezeiungen hören, wenn man zu euch kam und sagte: „Du musst es so machen … du musst es so machen …“, „Du musst mir spenden“, „Du musst mir helfen“, „Du musst einen Mann heiraten“, „Du musst eine Frau heiraten“, „Du musst dich scheiden lassen“, „Du musst einen Sohn adoptieren, eine Tochter adoptieren …“ und alle möglichen verschiedenen „du musst“, die ein Mensch als Prophezeiung für dich bekommen hat. Und genauso musste man die Arme ausbreiten und antworten: „Was, hat Gott meine Telefonnummer nicht? Kann Er etwa nicht direkt mit mir in Verbindung treten? Wenn Er will, sagt Er es mir direkt.“ Ich denke auch so. Und man kann sich vorstellen, dass auch Korach so überlegte: „Was erhebt ihr euch denn so, Genossen Leviten, meine lieben Stammesbrüderchen? Wir alle standen am Sinai, mit allen hat der Höchste gesprochen, die Schechina ruht auf dem ganzen Volk. Was macht ihr denn da: mal Zizit, mal Trankopfer, mal das eine, mal das andere, irgendwelche seltsamen Gebote denkt ihr euch ständig aus und lasst das einfache Volk nicht leben?“

Die Tradition erzählt eine solche Geschichte über Korach als Kämpfer für Gerechtigkeit. Das ist eine erdachte Rede, die Korach angeblich geschwungen hat: „In meiner Gegend gab es eine Witwe. Sie hatte zwei Töchter und ein Feld. Sie ging hin, um es zu pflügen, aber da kam Mosche und sagte: ‚Hör mal, pflüge nicht mit Rind und Esel zusammen.‘ Sie wollte es besäen, da sagte er: ‚Dein Feld besäe nicht mit verschiedenartigem Samen.‘ Als sie zum Ernten kam, sagte er: ‚Lass den Armen einzelne Ähren, vergessene Garben, den Rand deines Feldes.‘ Und als sie dreschen wollte, tauchte er wieder auf und sagte: ‚Sondere die Terumá ab, das Hebopfer, und sondere auch den ersten Zehnten und den zweiten Zehnten ab.‘ Und sie, die arme Witwe, gehorchte dem Willen des Höchsten und gab ihm das alles. Aber sie begriff, dass man sich bei solchen Gesetzen Gottes besser nicht mit Ackerbau beschäftigt. Sie verkaufte ihr Feld und kaufte für das erlöste Geld zwei Schäfchen, um ihre Wolle und die Milchprodukte von ihnen zu nutzen. Sobald die Lämmer geboren waren, kam sofort wer? Aharon. Und sagte: ‚Gib die Erstgeborenen, denn der Heilige hat gesagt: „Alle Erstgeborenen, die bei deinem Groß- und Kleinvieh geboren werden, sollen Gott, deinem Allmächtigen, gehören.“‘ Und sie gab ihm wieder, das Gesetz befolgend, den Nachwuchs. Als die Zeit kam, die Schafe zu scheren, kam wieder Aharon und sagte: ‚Die Erstlinge von deinem Brot, deinem Wein, deinem Öl und von der Schur deiner Schafe gib (ihm, dem Kohen).‘ Sie sagt: ‚Ich habe keine Kraft mehr, diesem Menschen zu widerstehen. Lieber schlachte ich die Schäfchen und esse das Fleisch.‘ Aber sobald sie sie geschlachtet hatte, kam Aharon und sagte: ‚Gib mir die Schulter, den Kiefer und den Magen.‘ Da sagte sie: ‚HERR, ich werde diesen Menschen nicht los! Sogar jetzt, wo ich sie schon geschlachtet habe, verlangt er immer noch etwas von mir! Sollen sie Dir geweiht sein.‘ Und Aharon sagte: ‚Ach, wenn sie dem HERRN geweiht sind, dann nehme ich alles.‘“

Natürlich ist diese Rede erdacht, sie ist geschrieben, um das Wesen der Argumente Korachs zu erklären. Die Rede ist absolut demagogisch, aber der Kampf für Gerechtigkeit kleidet sich gerade in solche Formen, und er, Korach, ist eben ein Kämpfer für Gerechtigkeit. Diese Rede, die Korach in den Mund gelegt wurde, zeigt ihn als eine Art Stand-up-Comedian, der vor einem Live-Publikum auftritt. Die Geschichte sagt, dass es zu einer Zeit drei Propheten gab: Jirmejahu, Zefanja und Chulda, die Prophetin. Jirmejahu prophezeite auf den Plätzen, auf den Märkten, an Orten, wo viele Menschen zusammenkamen, das heißt, er betrieb Straßenpredigt. Zefanja, akademischer, prophezeite in den Synagogen. Chulda prophezeite den Frauen. Wenn ein Mensch prophezeit, versucht, in etwas zu unterweisen, wählt er sich gewöhnlich das Publikum nach der Vorliebe seiner Seele. Ein Clown kann überall auftreten, ein Komiker arbeitet mit dem von ihm gewählten Publikum. In diesem Fall hat die lezanút (Narretei, Clownerie, Possenreißerei) des Komikers Korach nach diesem Ansatz das Publikum dazu gebracht, sich ihm anzuschließen. Gerade der närrische Ansatz des Stand-up-Comedians Korach hat ihm Anhänger verschafft. Eine solche Meinung gibt es.

וַיִּקָּהֲלוּ עַל־מֹשֶׁה וְעַל־אַהֲרֹן וַיֹּאמְרוּ אֲלֵהֶם רַב־לָכֶם כִּי כָל־הָעֵדָה כֻּלָּם קְדֹשִׁים וּבְתוֹכָם יְהוָה וּמַדּוּעַ תִּתְנַשְּׂאוּ עַל־קְהַל יְהוָה׃

wajikkahalú al-mosché we'al-aharón wajomerú alehém raw-lachém ki chol-ha'edá kullám kedoschím uwtochám adonáj umaddúa titnasse'ú al-kehál adonáj

3 Und sie kamen (drängten sich) um Mosche und Aharon und sagten: „Ist das nicht zu viel für euch? Denn die ganze Gemeinde, alle sind heilig, und unter ihnen ist der HERR! Warum erhebt ihr euch über das Volk Gottes?!“

Und so etwas müssen auch Diener und Lehrer zu hören bekommen und jeder, der versucht, ein Anführer zu sein. Oft sagt man das auch in Bezug auf Israel: „Was erheben sich denn die Juden so?“ Und solche Streitigkeiten gibt es ohne Zahl. Wie man sagt: Die Söhne Korachs sind nicht gestorben, Streithähne leben immer.

Also, das war die Grundidee Korachs: „Ihr seid ungerecht. Das ganze Volk ist vor Gott gleich. Warum erhebt ihr euch?“ Die meisten Kommentatoren verurteilen Korach. Aber der Arisal (Ari), nicht nur der Begründer der Lehre der Kabbala, sondern auch ein tiefer Kommentator, ein Ausleger der Tora, sagt, dass die letzten Buchstaben dreier Wörter aus Tehillim 92,13: „Der Gerechte wird wie eine Palme blühen – Zadík (ק) katamár (ר) jifrách (ח)“ den Namen Korach bilden. Nach Meinung des Arisal ist Korach ein Beispiel eines solchen Gerechten.

Was ist das Besondere an der Dattelpalme? Dass ihre Blätter nicht miteinander verbunden sind. Wenn wir auf die Krone eines Baumes schauen, dann sehen wir, dass die Krone gewöhnlich zu einem einheitlichen Ganzen verschmilzt und ihre Blättchen verschmelzen, sich übereinanderlegen. Bei der Dattelpalme sind alle Zweige einzeln angeordnet, und auch die Blättchen an den Zweigen sind einzeln, und sie schauen in verschiedene Richtungen, sind aber durch einen Stängel verbunden.

In der Welt gibt es eine Vielzahl von Trennungen. Ich habe davon gesprochen, dass es in jedem Volk irgendwelche Trennungen gibt, in jeder Familie gibt es irgendwelche Trennungen. Manchmal erinnert sich schon niemand mehr, aus welchem Grund sie entstanden sind, aus welchem Grund sich der eine vom anderen getrennt hat. Es kommt zu Streitigkeiten zwischen Konfessionen, zwischen Gemeinden, zwischen Menschen. Ist das gut oder schlecht? Einerseits: Wenn es keinen Streit gibt, kein Brennen, kein Feuer, keine Sorge um die Wahrheit, dann kann man allem zustimmen. Wo es keinen Streit gibt, da gibt es den Wunsch, sich abzufinden, irgendeine kleine Unwahrheit hinzunehmen, irgendeine kleine Ungenauigkeit, die Augen davor zu verschließen. Andererseits dürfen Streit und Meinungsverschiedenheiten kein Anlass zur Trennung sein. Ich kann mit meinem Nachbarn nicht einverstanden sein, aber er bleibt mein Nachbar, mein Bruder (auch wenn wir es verschieden sehen), weil unser gemeinsames Ziel die Suche nach der Wahrheit ist. Wenn ich will, dass er mir einfach zustimmt, oder er will, dass ich ihm einfach zustimme, dann bedeutet das, dass wir um irgendwelche eigenen Siege kämpfen. Wenn ich aber bereit bin, seine Meinung anzuhören, seine Sichtweise zu verstehen und, wenn er mir die Wahrheit eröffnet, diese Wahrheit anzunehmen (genauso wie er seinerseits), dann sind wir Teil eines Volkes. Aber es gibt eine sehr große Versuchung, der man wirklich schwer widerstehen kann: den Wunsch, einen Menschen im Streit zu übertrumpfen, ihn im Streit zu besiegen, recht zu behalten sogar um den Preis der Abkehr von der Wahrheit. So ist es oft. Wir kommen zu einem Menschen und versuchen, ihn zur Vernunft zu bringen, aber in Wirklichkeit wollen wir ihn auf unsere Seite ziehen, ihn für unsere Gemeinde anwerben, zu unseren Verbündeten machen. Und seine Meinung, seine Position, seine Sicht interessiert uns überhaupt wenig. Und die Einstellungen des Radars der Seele des Menschen warnen: „Irgendetwas stimmt hier nicht, das ist nicht für mich, das ist nicht für die Wahrheit, das ist gegen mich. Sie wollen mir nicht die Augen öffnen, sondern meine Sicht verändern.“ Und man muss sich selbst ständig beobachten, um die Wahrheit zu sagen, die Wahrheit zu lehren, zur Wahrheit zu führen, und nicht von seiner Meinung, von der eigenen Richtigkeit zu überzeugen.

Es gibt interessante Beispiele in der Geschichte des jüdischen Gelehrtenlebens. Im Traktat Schabbat wird folgende Geschichte erzählt. Die Weisen Abaje und Rawa stritten oft sehr stürmisch und sehr hitzig. Und einmal geschah es, dass Abaje im Streit siegte, indem er irgendein so gewichtiges Argument anführte, auf das Rawa nichts mehr zu erwidern hatte. Man sollte meinen, man hätte das Buch zuklappen und mit dem Speer einen Siegestanz tanzen können. Aber Abaje fand ein Gegenargument, das die Seite Rawas verteidigte, fand ein Argument, das Rawa geholfen hätte, im Streit seine Meinung zu behaupten. Das ist die hohe Schule der Liebe zur Wahrheit.

Rabbi Jochanan ben Sakkai, eine der Säulen des Judentums, lernte lange Zeit mit Resch Lakisch, seinem Schwager. Als Resch Lakisch starb, gab man Rabbi Jochanan einen anderen Lerngefährten, der zu allem sagte: „Wie toll du das gesagt hast! Wie recht du hast!“ Und irgendwann hielt Rabbi Jochanan es nicht aus und schrie, flehte: „Wo denn?! Wo ist denn Resch Lakisch, der mir bei jedem Wort widersprach?! Ich weiß auch so, dass ich schön rede. Versuch du, mir zu widersprechen, streite du mit mir!“ Das ist jener Zustand, wenn ein Mensch nach der Wahrheit strebt und nicht nur versucht, recht zu haben, obwohl diese beiden Motive sich zweifellos vermengen und miteinander vermischen können. Man muss ständig aussieben, das eine vom anderen abtrennen. Man muss sich darin ständig prüfen, um mit einem Menschen einen Streit führen zu können. Dann wird der Mensch für dich nicht schlecht sein, kein Bösewicht, sondern einer, der zusammen mit dir die Wahrheit sucht.

Die Idee selbst, die treibende Kraft Korachs, hatte einen vernünftigen, guten Kern in sich (nach Meinung des Arisal und nach Meinung einiger anderer Kommentatoren). Korach hatte nicht nur persönliche Motive, nicht nur jene Possenreißerei, die jemand zeigen will. Er hatte das Motiv des Kampfes für Gerechtigkeit, er hatte wirklich ein Gefühl der Ungerechtigkeit, und er hatte den Wunsch, die Wahrheit zu erreichen. Ja, er intrigierte. Ja, er wartete auf einen passenden Moment. Alles richtig, ja und amen! Und dennoch ist er kein absoluter Bösewicht, in ihm ist diese Rechtschaffenheit in Form des Wunsches, die Wahrheit zu finden. Deshalb wird Mosche, wenn er sich später, im Buch Dewarim, an diese Geschichte erinnert, nur Datan und Awiram erwähnen, aber nicht Korach. Und auch mit dem weiteren Schicksal Korachs ist alles nicht einfach. Nicht immer muss man die Helden in Schwarz-Weiß sehen, und noch besser ist es, sie niemals in diesen Farben zu sehen. Obwohl es dort irgendwelche persönlichen Motive gab, bewegte sich und kämpfte Korach (nach Meinung des Arisal) für Gerechtigkeit, im Unterschied zu Datan und Awiram, die sich ihm angeschlossen hatten.

Noch ein Held unserer Geschichte, ein Mann namens On ben Pelet, erscheint nur im ersten Vers. Weiter gibt es ihn nicht, und über ihn gibt es kein Wort mehr. Nun, irgendwohin verschwunden. Die Kommentatoren erzählen eine interessante Geschichte zu diesem Thema und sagen so: „Korach hatte eine Frau, eine ehrgeizige, starke, aber nicht sehr gütige Frau, die ihn die ganze Zeit anstachelte und sagte: „Was erträgst du diesen Mosche, warum herrscht er über dich? Du bist die ganze Zeit in der zweiten Reihe, du musst dich zum Anführer hocharbeiten, wen habe ich da geheiratet?“ Und sie stachelte Korach die ganze Zeit an, hetzte ihn gegen Mosche auf. Als aber On ben Pelet zu sich nach Hause kam und erzählte: „Hör mal, ich habe für so eine Sache unterschrieben! Wir fachen zum Leid aller Bourgeois den Weltenbrand an!“, sagte seine Frau: „HERR, wo hast du dich da hineingesteckt, mein Lieber? Ist Mosche an der Macht – bist du ein einfacher Jude. Ist Korach an der Macht – bist du ein einfacher Jude. Wo drängst du dich hinein? Wozu mischst du dich in diesen Streit ein?“ Er sagte: „Weißt du, meine Liebe, das ist so eine Sache, eine Männersache, ich habe es schon versprochen.“ Sie sagte: „Macht nichts, trink Wein, iss ein Stückchen Fleisch.“ Sie gab ihm Wein zu trinken und legte ihn schlafen. Die Aufrührer begannen hin und her zu laufen, an ihr Zelt zu klopfen. Niemand öffnet. Und die Frau setzte sich mit gelöstem Haar an den Eingang des Zeltes. Sie versuchten hineinzuschauen, sahen, dass eine Frau mit gelöstem Haar dasitzt, und zogen sich, nachdem sie sich im Stillen entschuldigt hatten, zurück. Und als On ben Pelet aufwachte, war die ganze Geschichte schon zu Ende. Und so rettete die Frau ihn vor einer nicht sehr reizvollen Reise, die alle anderen Aufrührer erwartete. Das ist eine der Versionen, die mehr davon erzählt, wie Frauen unser Leben beeinflussen. So eine interessante Anekdote. Aber so oder so, tatsächlich, On ben Pelet tauchte nicht mehr am Horizont auf und geriet unter keine Repressionen.

Rein zur Erweiterung des Horizonts füge ich hinzu, dass aus der Sicht der Bibelkritik hier in der Tora ein Schreibfehler ist. Und es gibt keinen ben Pelet, sondern statt On muss man ben, lesen, und Datan und Amiram sind entsprechend bnej Pelet. So ein Schreibfehler der Schreiber, der zum Original der Tora wurde, so sagt die Bibelkritik. Aber die Bibelkritik findet viele Fehler und Druckfehler in der Tora, damit können wir nichts machen. Sie existiert einfach in unserer Nachbarschaft, diese Bibelkritik.

Also, die Gesellschaft der Aufrührer kommt zu Mosche und erhebt gegen ihn den Vorwurf, dass er die Macht usurpiert, die Heiligkeit usurpiert und überhaupt alles usurpiert habe, dass er ein Fantast sei und sich die Offenbarungen des Höchsten selbst ausdenke.

וַיִּשְׁמַע מֹשֶׁה וַיִּפֹּל עַל־פָּנָיו׃

wajischmá mosché wajippól al-panáw

4 Und Mosche hörte es, und er fiel auf sein Gesicht.

וַיְדַבֵּר אֶל־קֹרַח וְאֶל־כָּל־עֲדָתוֹ לֵאמֹר בֹּקֶר וְיֹדַע יְהוָה אֶת־אֲשֶׁר־לוֹ וְאֶת־הַקָּדוֹשׁ וְהִקְרִיב אֵלָיו וְאֵת אֲשֶׁר יִבְחַר־בּוֹ יַקְרִיב אֵלָיו׃

wajdabbér el-kórach we'el-kol-adató lemór bóker wejodá adonáj et-ascher-ló we'et-hakkadósch wehikríw eláw we'ét aschér jiwchar-bó jakríw eláw

5 Und er redete mit Korach und mit seiner ganzen Gemeinde und sprach: „Es wird Morgen werden, und der HERR wird die seinen erkennen, und das, was heilig ist, wird Er zu Sich nahen lassen; das, was Er erwählen wird, wird Er zu Sich nahen lassen.

זֹאת עֲשׂוּ קְחוּ־לָכֶם מַחְתּוֹת קֹרַח וְכָל־עֲדָתוֹ׃

sot asú kechu-lachém machtót kórach wechol-adató

6 So wollen wir es machen: Nehmt euch Schäufelchen, Korach und seine ganze Gemeinde,

וּתְנוּ בָהֵן אֵשׁ וְשִׂימוּ עֲלֵיהֶן קְטֹרֶת לִפְנֵי יְהוָה מָחָר וְהָיָה הָאִישׁ אֲשֶׁר־יִבְחַר יְהוָה הוּא הַקָּדוֹשׁ רַב־לָכֶם בְּנֵי לֵוִי׃

utnu-wahén esch wesímu alehén ketóret lifné adonáj machár wehajá ha'ísch ascher-jiwchár adonáj hu hakkadósch raw-lachém bené lewí

7 Und gebt Feuer hinein, und morgen legt Räucherwerk darauf vor dem HERRN. Und es wird sein: Der Mensch, den der HERR erwählen wird, der wird als heilig gelten. Da habt ihr es, ihr Söhne Lewis!“

Beachtet einen völlig neuen Umstand: Mosche wendet sich in diesem Fall nicht an den Höchsten. Derselbe Mosche, der gewöhnlich in jeder Situation den Höchsten fragt, was zu tun und wie zu handeln ist, wendet sich hier nicht an den Höchsten. Das ist ein Zeugnis dafür, dass der Höchste ihn bereits mit irgendwelchen Vollmachten ausgestattet hat, ein Zeugnis dafür, dass Mosche selbst bereits mit der Macht und dem Recht ausgestattet ist, irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Er kann entscheiden, wie sich die Ereignisse entwickeln werden und sogar, wie der Höchste handeln wird.

וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה אֶל־קֹרַח שִׁמְעוּ־נָא בְּנֵי לֵוִי׃

wajomer mosché el-kórach schim'u-ná bené lewí

8 Und Mosche sagte zu Korach: „Hört, ihr Söhne Lewis!

הַמְעַט מִכֶּם כִּי־הִבְדִּיל אֱלֹהֵי יִשְׂרָאֵל אֶתְכֶם מֵעֲדַת יִשְׂרָאֵל לְהַקְרִיב אֶתְכֶם אֵלָיו לַעֲבֹד אֶת־עֲבֹדַת מִשְׁכַּן יְהוָה וְלַעֲמֹד לִפְנֵי הָעֵדָה לְשָׁרְתָם׃

ham'át mikkém ki-hiwdíl elohé jisraél etchém me'adát jisraél lehakrív etchém eláw la'awód et-awodát mischkán adonáj wela'amód lifné ha'edá lescharetám

9 Ist es euch zu wenig, dass Gott euch von der Gemeinde Israels abgesondert hat, um euch zu Sich zu bringen, damit ihr im Mischkan arbeitet, um vor der Gemeinde zu stehen und ihnen zu dienen,

וַיַּקְרֵב אֹתְךָ וְאֶת־כָּל־אַחֶיךָ בְנֵי־לֵוִי אִתָּךְ וּבִקַּשְׁתֶּם גַּם־כְּהֻנָּה׃

wajakréw otechá we'et-kol-achécha wene-lewí ittách uwikkaschtém gam-kehunná

10 und dich und alle deine Brüder, die Söhne Lewis, mit dir zusammen nahe gebracht hat? Ihr wollt auch noch das Priestertum?

לָכֵן אַתָּה וְכָל־עֲדָתְךָ הַנֹּעָדִים עַל־יְהוָה וְאַהֲרֹן מַה־הוּא כִּי תִלּוֹנוּ )תַלִּינוּ( עָלָיו׃

lachén attá wechol-adatechá hanno'adím al-adonáj we'aharón ma-hú ki tallínu aláw

11 Darum ihr und eure ganze Gemeinde, ihr streitet mit Gott. Und Aharon, was hat der hier überhaupt damit zu tun, dass ihr gegen ihn murrt?“

Mosche versucht also bis zum Morgen, sich mit allen zu versöhnen, versucht, die Lage zu retten und ohne Blut auszukommen, appelliert an den Verstand, an den gesunden Menschenverstand Korachs und sagt: „Du hast doch schon einen Vorzug, du bist doch schon Levit. Wozu musst du, Korach Jizharowitsch, dich zu den Kohanim drängen?“ Weiter lesen wir, dass Mosche versucht, auch mit Datan und Awiram zu reden.

וַיִּשְׁלַח מֹשֶׁה לִקְרֹא לְדָתָן וְלַאֲבִירָם בְּנֵי אֱלִיאָב וַיֹּאמְרוּ לֹא נַעֲלֶה׃

wajischlách mosché likró ledatán wela'awirám bené eli'áw wajomerú lo na'alé

12 Und Mosche sandte hin, damit man Datan und Awiram rufe, die Söhne Eliaws. Sie sagten: „Wir aber gehen nicht zu dir!

הַמְעַט כִּי הֶעֱלִיתָנוּ מֵאֶרֶץ זָבַת חָלָב וּדְבַשׁ לַהֲמִיתֵנוּ בַּמִּדְבָּר כִּי־תִשְׂתָּרֵר עָלֵינוּ גַּם־הִשְׂתָּרֵר׃

ham'át ki he'elitánu me'érez sawát chaláw udwásch lahamiténu bammidbár ki-tistarér alénu gam-histarér

13 Ist es dir zu wenig, dass du uns aus einem Land herausgeführt hast, das von Milch und Honig fließt (aus Ägypten,) damit wir hier sterben, in der Wüste? Dass du jetzt auch noch über uns herrschst und weiter herrschst?

אַף לֹא אֶל־אֶרֶץ זָבַת חָלָב וּדְבַשׁ הֲבִיאֹתָנוּ וַתִּתֶּן־לָנוּ נַחֲלַת שָׂדֶה וָכָרֶם הַעֵינֵי הָאֲנָשִׁים הָהֵם תְּנַקֵּר לֹא נַעֲלֶה׃

af lo el-érez sawát chaláw udwásch hawi'otánu wattitten-lánu nachalát sadé wachárem ha'ené ha'anaschím hahém tenakkér lo na'alé

14 Und du hast uns nicht in ein Land gebracht, das von Milch und Honig fließt, und hast uns keinen Erbteil und keinen Weinberg gegeben. Wirst du diesen Leuten (das heißt uns) die Augen ausstechen? Wir kommen nicht!“

In vielen alten Gesetzen, Gesetzen jener Zeit, begegnen wir der Bestimmung, dass für Ungehorsam gegenüber dem König das Ausstechen der Augen vorgesehen ist. In einem der hethitischen Dokumente gibt es eine Erwähnung, dass Menschen die Augen ausgestochen wurden, weil sie dem Ruf des Königs nicht gefolgt waren. Hier sagen sie: „Was, willst du uns die Augen ausstechen?“ Man muss sagen, dass die Zeit für den Aufstand ideal gewählt ist. Die Generation hat ja nichts zu verlieren: vierzig Jahre in der Wüste, wir warten sowieso, bis wir sterben. Die Aussicht ist so, dass wir hier auf unseren Tod warten und sonst nichts. Vielleicht beschäftigen wir uns inzwischen mit dem liebsten jüdischen Zeitvertreib – revolutionären Umgestaltungen? Vielleicht sollten wir den Anführer wechseln, den ehrgeizigen Korach wählen, der jünger ist und für Gerechtigkeit, und ihn unterstützen? Tatsächlich ist das eine sehr schwere Zeit im Leben Mosches, als er zum ersten Mal das Urteil nicht aufheben konnte, und die Generation ist tatsächlich zum Untergang in der Wüste verurteilt. Selbstverständlich eine sehr günstige Zeit für einen Aufstand. Und sie sagten zu ihm: „Wer bist du überhaupt, dass du uns kommandierst? Worin besteht dein Verdienst? Du konntest deine Mission nicht erfüllen, darum wisse, dass wir dir nicht gehorchen werden.“

וַיִּחַר לְמֹשֶׁה מְאֹד וַיֹּאמֶר אֶל־יְהוָה אַל־תֵּפֶן אֶל־מִנְחָתָם לֹא חֲמוֹר אֶחָד מֵהֶם נָשָׂאתִי וְלֹא הֲרֵעֹתִי אֶת־אַחַד מֵהֶם׃

wajíchar lemosché me'ód wajomer el-adonáj al-téfen el-minchatám lo chamór echád mehém nassáti weló hare'óti et-achád mehém

15 Und es wurde Mosche sehr bitter, und er sprach zum HERRN: „Achte nicht (schau nicht) auf ihr Opfer! Ich habe nie einen einzigen Esel von ihnen genommen und keinem von ihnen etwas Schlechtes getan.“

Mosche sagt: „Wessen beschuldigen sie mich? Wie habe ich mich an ihnen bereichert?“

וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה אֶל־קֹרַח אַתָּה וְכָל־עֲדָתְךָ הֱיוּ לִפְנֵי יְהוָה אַתָּה וָהֵם וְאַהֲרֹן מָחָר׃

wajomer mosché el-kórach attá wechol-adatechá hejú lifné adonáj attá wahém we'aharón machár

16 Und Mosche sprach zu Korach: „Ihr werdet vor dem HERRN stehen, du und deine ganze Gemeinde und Aharon, ihr werdet morgen stehen.

וּקְחוּ אִישׁ מַחְתָּתוֹ וּנְתַתֶּם עֲלֵיהֶם קְטֹרֶת וְהִקְרַבְתֶּם לִפְנֵי יְהוָה אִישׁ מַחְתָּתוֹ חֲמִשִּׁים וּמָאתַיִם מַחְתֹּת וְאַתָּה וְאַהֲרֹן אִישׁ מַחְתָּתוֹ׃

ukchú isch machtató untattém alehém ketóret wehikrawtém lifné adonáj isch machtató chamischím umatájim machtót we'attá we'aharón isch machtató

17 Und jeder wird seine Schaufel nehmen, und ihr werdet Räucherwerk darauf legen, und ihr werdet vor dem HERRN darbringen, jeder seine Schaufel mit Räucherwerk, zweihundertfünfzig Schaufeln; und du und Aharon – jeder mit seiner Schaufel (mit seinem Schippchen).

וַיִּקְחוּ אִישׁ מַחְתָּתוֹ וַיִּתְּנוּ עֲלֵיהֶם אֵשׁ וַיָּשִׂימוּ עֲלֵיהֶם קְטֹרֶת וַיַּעַמְדוּ פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד וּמֹשֶׁה וְאַהֲרֹן׃

wajikchú isch machtató wajittenú alehém esch wajassímu alehém ketóret waja'amdú pétach óhel mo'éd umosché we'aharón

18 Und sie nahmen jeder sein Schäufelchen (sein Schippchen), und gaben Feuer darauf, und legten Räucherwerk darauf, und stellten sich vor den Eingang des Zeltes der Begegnung, und Mosche mit Aharon.

וַיַּקְהֵל עֲלֵיהֶם קֹרַח אֶת־כָּל־הָעֵדָה אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד וַיֵּרָא כְבוֹד־יְהוָה אֶל־כָּל־הָעֵדָה׃

wajakhél alehém kórach et-kol-ha'edá el-pétach óhel mo'éd wajerá chewod-adonáj el-kol-ha'edá

19 Und Korach versammelte zu ihnen seine ganze Gemeinde am Eingang des Zeltes der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erschien der ganzen Gemeinde.

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אַהֲרֹן לֵאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché we'el-aharón lemór

20 Und der HERR redete mit Mosche und Aharon und sprach:

הִבָּדְלוּ מִתּוֹךְ הָעֵדָה הַזֹּאת וַאַכַלֶּה אֹתָם כְּרָגַע׃

hibbadelú mittóch ha'edá hassót wa'achallé otám kerága

21 „Sondert euch von dieser Gemeinde ab, und Ich esse sie jetzt auf!“

Im wörtlichen Sinn: „Geht zur Seite, Ich vernichte sie jetzt!“

וַיִּפְּלוּ עַל־פְּנֵיהֶם וַיֹּאמְרוּ אֵל אֱלֹהֵי הָרוּחֹת לְכָל־בָּשָׂר הָאִישׁ אֶחָד יֶחֱטָא וְעַל כָּל־הָעֵדָה תִּקְצֹף׃

wajippelú al-penehém wajomerú el elohé haruchót lechol-bassár ha'ísch echád jechetá we'ál kol-ha'edá tikzóf

22 Und sie (das heißt Mosche und Aharon) fielen nieder und sagten: „Gott der Geister allen Fleisches! Wirst Du etwa, weil ein einziger Mensch gesündigt hat, über die ganze Gemeinde zürnen?“

Wieder, selbst in dieser Lage, in Todesgefahr, verleumdet und bespuckt, treten sie für das Volk ein.

Es gibt irgendwelche Rädelsführer des Aufstands, die das einfache Volk mit sich gezogen, die Menschen mitgerissen haben. Und die Schuld ist eine andere bei dem, der den Streit angezettelt hat, und bei dem, der irgendwelchen Überredungen nachgegeben hat und einem falschen Anführer gefolgt ist. Die Verantwortung muss unterschiedlich sein, und darum geht es. Der Midrasch Tanchuma führt gleichsam eine Antwort des Höchsten an, der zu Mosche und Aharon sagt: „Ja, Ich weiß, ihr habt recht, und Ich werde gerade die Schuldigen bestrafen.“

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché lemór

23 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:

דַּבֵּר אֶל־הָעֵדָה לֵאמֹר הֵעָלוּ מִסָּבִיב לְמִשְׁכַּן־קֹרַח דָּתָן וַאֲבִירָם׃

dabbér el-ha'edá lemór he'alú missawíw lemischkan-kórach datán wa'awirám

24 „Rede mit der Gemeinde und sage ihnen: Weicht zurück (geht weg) nach allen Seiten von den Häusern Korachs, Datans und Awirams.“

וַיָּקָם מֹשֶׁה וַיֵּלֶךְ אֶל־דָּתָן וַאֲבִירָם וַיֵּלְכוּ אַחֲרָיו זִקְנֵי יִשְׂרָאֵל׃

wajákom mosché wajélech el-datán wa'awirám wajelechú acharáw sikné jisraél

25 Und Mosche stand auf und ging zu Datan und Awiram, und es gingen mit ihm die Ältesten Israels.

וַיְדַבֵּר אֶל־הָעֵדָה לֵאמֹר סוּרוּ נָא מֵעַל אָהֳלֵי הָאֲנָשִׁים הָרְשָׁעִים הָאֵלֶּה וְאַל־תִּגְּעוּ בְּכָל־אֲשֶׁר לָהֶם פֶּן־תִּסָּפוּ בְּכָל־חַטֹּאתָם׃

wajdabbér el-ha'edá lemór súru na me'ál aholé ha'anaschím hareschaím ha'élle we'al-tigge'ú bechol-aschér lahém pen-tissafú bechol-chattotám

26 Und er redete mit der Gemeinde und sprach: „Weicht von den Zelten dieser Übeltäter und rührt nichts von dem an, was ihnen gehört, damit ihr nicht eingesammelt werdet (damit ihr nicht sterbt) wegen ihrer Sünde.“

Hier, im Ausdruck lahém pen-tissafú (damit ihr nicht eingesammelt werdet), wird das Verb lehe'assef (eingesammelt werden) in der Bedeutung zum Volk hinzugefügt werden gebraucht, das heißt in der Bedeutung des Todes. Das ist ein vieldeutiger Begriff. Wir haben über das Wort jossef (hinzufügen, dazunehmen, fortsetzen) gesprochen, als wir die Bedeutung des Namens Josef durchgenommen haben; das Wort assefá bedeutet Versammlung, assafsúf – Gesindel.

וַיֵּעָלוּ מֵעַל מִשְׁכַּן־קֹרֶח דָּתָן וַאֲבִירָם מִסָּבִיב וְדָתָן וַאֲבִירָם יָצְאוּ נִצָּבִים פֶּתַח אָהֳלֵיהֶם וּנְשֵׁיהֶם וּבְנֵיהֶם וְטַפָּם׃

waje'alú me'ál mischkan-kórach datán wa'awirám missawíw wedatán wa'awirám jaze'ú nizzawím pétach aholehém unschehém uwnehém wetappám

27 Und sie wichen ringsum von der Wohnstätte Korachs, Datans und Awirams weg, und Datan und Awiram gingen aus ihren Zelten heraus, stellten sich an den Eingang ihrer Zelte, und ihre Frauen und ihre Kinder mit ihnen.

Das heißt, die Leute wichen zurück und bildeten einen Kreis der Leere um die Wohnstätten Korachs, Datans und Awirams. Wir haben gelesen (im 2. und 3. Kapitel unseres Buches), dass das Lager Re'uwens im Süden an das levitische Lager Korachs grenzt.

וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה בְּזֹאת תֵּדְעוּן כִּי־יְהוָה שְׁלָחַנִי לַעֲשׂוֹת אֵת כָּל־הַמַּעֲשִׂים הָאֵלֶּה כִּי־לֹא מִלִּבִּי׃

wajomer mosché besót tede'ún ki-adonáj schelacháni la'assót et kol-hamma'assím ha'élle ki-ló millibbí

28 Und Mosche sprach: „So werdet ihr erkennen, dass der HERR mich gesandt hat, all diese Dinge zu tun, dass sie nicht aus meinem Herzen sind:

אִם־כְּמוֹת כָּל־הָאָדָם יְמֻתוּן אֵלֶּה וּפְקֻדַּת כָּל־הָאָדָם יִפָּקֵד עֲלֵיהֶם לֹא יְהוָה שְׁלָחָנִי׃

im-kemót kol-ha'adám jemutún élle ufkuddát kol-ha'adám jippakéd alehém lo adonáj schelacháni

29 Wenn sie sterben wie jeder Mensch, wie der Tod jeden Menschen heimsucht, so auch sie heimsuchen wird, dann hat nicht Gott mich gesandt.

וְאִם־בְּרִיאָה יִבְרָא יְהוָה וּפָצְתָה הָאֲדָמָה אֶת־פִּיהָ וּבָלְעָה אֹתָם וְאֶת־כָּל־אֲשֶׁר לָהֶם וְיָרְדוּ חַיִּים שְׁאֹלָה וִידַעְתֶּם כִּי נִאֲצוּ הָאֲנָשִׁים הָאֵלֶּה אֶת־יְהוָה׃

we'im-beri'á jiwrá adonáj ufazetá ha'adamá et-píha uwale'á otám we'et-kol-aschér lahém wejaredú chajím sche'óla wida'tém ki ni'azú ha'anaschím ha'élle et-adonáj

30 Wenn aber der HERR eine neue Schöpfung erschafft, und die Erde ihren Mund auftut, und sie sie verschlingt und alles, was ihnen gehört, und sie lebendig in den Scheol hinabfahren, dann werdet ihr wissen, dass diese Leute gegen Gott Krieg geführt haben.“

Mosche setzt selbst die Regeln fest, ohne Offenbarung des Höchsten. Mosche sagt: „Möge der Höchste etwas Neues erschaffen, was es vorher nicht gab.“ Aus diesem Zeugnis zieht man folgenden Schluss: Was ein Gerechter in dieser Welt festsetzt, was ein Gerechter in dieser Welt bindet, das bleibt auch gebunden. Das heißt, wie Mosche gesagt hat, so wird es sein, Mosche als Gerechter hat ein solches Recht.

Mosche war immer ein Mensch, der Israel liebte, der für Israel eintrat, und er hat sich viele Male in dieser Welt und in der kommenden Welt in Todesgefahr gebracht, um Israel zu retten. Aber hier kommt die Zeit, in der Mosche gleichsam mit der Faust auf den Tisch schlagen und sagen muss: „Genug!“ Wenn die Hochzeitszeremonie stattfindet und der Bräutigam der Braut den Ring gibt, sagt er zu ihr: „Du bist mir geweiht nach dem Glauben Mosches und Israels.“ Was bedeutet Mosche und Israel? Vierzig Jahre zusammen. Ständige Streitereien, Zänkereien, Auseinandersetzungen, aber vierzig Jahre haben sie zusammen gelebt. Solange Mosche lebte, war er mit Israel, so muss man auch mit dem Ehepartner lange Jahre leben: sich streiten, sich auseinandersetzen, aber zusammen sein und einander lieben. Hier tritt Mosche wieder für Israel ein, er sagt: „Vernichte nicht die, die diese Anstifter mitgerissen haben, schlage nur die Schuldigen.“ Aber für die Übrigen muss das ein offenkundiges Zeugnis sein, damit sie nicht mehr in Zweifel verfallen, damit jener Glaube, der in ihnen war, als sie dem HERRN und Mosche, Seinem Knecht, glaubten (Schemot 14,31), damit dieser Glaube bleibt. Es braucht noch ein, ein letztes, starkes Zeugnis. Und wieder ist das kein Hass, keine Bosheit – das ist Fürsorge für das Volk.

וַיְהִי כְּכַלֹּתוֹ לְדַבֵּר אֵת כָּל־הַדְּבָרִים הָאֵלֶּה וַתִּבָּקַע הָאֲדָמָה אֲשֶׁר תַּחְתֵּיהֶם׃

wajhí kechallotó ledabbér et kol-haddewarím ha'élle wattibbaká ha'adamá aschér tachtehém

31 Und es geschah, als er geendet hatte, all diese Worte zu reden, und es spaltete sich (riss, zerbröselte) die Erde unter ihnen.

וַתִּפְתַּח הָאָרֶץ אֶת־פִּיהָ וַתִּבְלַע אֹתָם וְאֶת־בָּתֵּיהֶם וְאֵת כָּל־הָאָדָם אֲשֶׁר לְקֹרַח וְאֵת כָּל־הָרֲכוּשׁ׃

wattiftách ha'árez et-píha wattiwlá otám we'et-battehém we'ét kol-ha'adám aschér lekórach we'ét kol-harechúsch

32 Und die Erde öffnete ihren Mund und verschlang sie und ihre Häuser und jeden Menschen, der mit Korach war, und ihren ganzen Besitz.

Hier steht nicht geschrieben, dass sie auch Korach verschlang. Die Frage nach dem Tod Korachs bleibt ein Rätsel. Und vorher stand geschrieben, dass an die Eingänge der Zelte Datan und Awiram traten. Und wir wissen, dass der Prophet Schmu'el von den Nachkommen Korachs war, so steht es in seinem Stammbaum geschrieben. Daraus zieht man den Schluss, dass Korach irgendeine besondere Strafe bekam und dass jedenfalls seine Kinder am Leben blieben: Einige Psalmen sind von den Söhnen Korachs geschrieben.

Viele Jahrhunderte später lebte ein solcher Weiser und Erzähler, Rabba bar Bar Chana. Von ihm gibt es viele wundersame Erzählungen über seine ungewöhnlichen Reisen. Tatsächlich werden dort irgendwelche unglaublichen Dinge beschrieben, unglaubliche Länder, und man kann sie als Märchen auffassen. Manche fassen sie als irgendwelche mystischen Erlebnisse auf. Der Rambam sagt, dass Rabba bar Bar Chana diese Geschichten den Schülern vor seinen Unterrichtsstunden erzählte, um sie irgendwie neugierig zu machen, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Hier ist eine dieser Geschichten. Als er durch die Wüste Sinai reiste, traf er einen arabischen Händler, einen Jischmaeliten, der zu ihm sagte: „Willst du, dass ich dir den Ort zeige, wo die Erde die Söhne Korachs verschlungen hat?“ Er sagte: „Na ja, natürlich will ich, das ist doch interessant.“ Und dieser Araber führte ihn an irgendeinen Ort in der Wüste. Dort nahm er einen großen Stock, wickelte irgendwelche Watte darum, ließ ihn in eine Spalte hinab, und als er ihn herauszog, war er angesengt. Und dieser Araber sagte zu Rabba: „Leg dein Ohr an die Erde.“ Der legte das Ohr an die Erde und hörte dort, unter der Erde, Stimmen, die sagten: „Wir haben uns geirrt, und Mosche hat recht.“ Das war zweitausend Jahre nach den Ereignissen, die in Vers 32 beschrieben sind. Man kann diese Geschichte als Wahrheit auffassen, man kann sie aber auch als Legende auffassen. Ich neige zum Zweiten, aber eine solche Geschichte wird erzählt, eine Geschichte darüber, dass die ganze Gemeinde lebendig verschlungen wurde.

וַיֵּרְדוּ הֵם וְכָל־אֲשֶׁר לָהֶם חַיִּים שְׁאֹלָה וַתְּכַס עֲלֵיהֶם הָאָרֶץ וַיֹּאבְדוּ מִתּוֹךְ הַקָּהָל׃

wajeredú hem wechol-aschér lahém chajím sche'óla wattechás alehém ha'árez wajowedú mittóch hakkahál

33 Und sie stiegen hinab, sie und alles, was bei ihnen war, lebendig in den Scheol, und die Erde bedeckte sie (schloss sich über ihnen), und sie kamen um (verschwanden) aus der Gemeinde.

Wie Mosche den Höchsten gebeten hatte, so führte es der Höchste auch aus: Der Gerechte legt fest, der Höchste tut es, wie wir auch gesagt haben.

Manche Kommentatoren sehen in diesem Vers gleichsam Worte der Erde. Die Erde öffnete ihren Mund, verschlang alle Aufrührer und sagte: „Sie haben den Scheol erreicht.“ Warum ist das nötig, warum wollen die Kommentatoren eine solche Erklärung? Damit das Volk sich überzeugte, dass die Erde sie verschlungen hat und sie lebendig bis zum Scheol geflogen sind. Man muss ja lange nach unten fliegen, man kann unterwegs sterben. Und wenn wir diese Worte als Zeugnis der Erde auslegen, dann ist dem ganzen Volk gesagt, wie in einem Telegramm: „Hier, ich habe sie verschlungen, und sie sind wohlbehalten gelandet; diese Meuterer sind gelandet!“ Es gibt ein solches Verständnis. Aber auch das einfache Verständnis ist durchaus angebracht. Die Tora bezeugt uns, dass diese ganze aufrührerische Gemeinde, alle Aufständischen lebendig in den Scheol hinabgestiegen sind.

וְכָל־יִשְׂרָאֵל אֲשֶׁר סְבִיבֹתֵיהֶם נָסוּ לְקֹלָם כִּי אָמְרוּ פֶּן־תִּבְלָעֵנוּ הָאָרֶץ׃

wechol-jisraél aschér sewiwotehém nássu lekolám ki amerú pen-tiwla'énu ha'árez

34 Und alle Söhne Israels, die ringsum waren, liefen vor ihrer Stimme auseinander, denn sie sagten: „Dass nicht auch uns die Erde verschlingt!“

Wer ist noch nicht von der Strafe erfasst? Zweihundertfünfzig Mann, Anwärter darauf, Kohanim zu werden.

וְאֵשׁ יָצְאָה מֵאֵת יְהוָה וַתֹּאכַל אֵת הַחֲמִשִּׁים וּמָאתַיִם אִישׁ מַקְרִיבֵי הַקְּטֹרֶת׃

we'ésch jazeá me'ét adonáj wattóchal et hachamischím umatájim isch makriwé hakketóret

35 Und Feuer ging aus vom HERRN und fraß die zweihundertfünfzig Mann, die das Räucherwerk dargebracht hatten.

Also: Ein Teil der Gemeinde fuhr unter die Erde davon, einen Teil verbrannte das Feuer. Der Kampf für Gleichheit endete tragisch, aber selbst in diesem Tod zeigt sich Ungleichheit. Tatsächlich ist die Einheit der Gesellschaft nicht die Einförmigkeit der Gesellschaft. Versuche, alle Menschen gleich denkend, gleich essend, gleich gekleidet zu machen, mit gleichem Einkommen, gleich erfolgreich – all diese Versuche enden schlecht. Und obwohl wir in der Geschichte dafür eine Unmenge von Beispielen sehen, und der Aufstand Korachs ist eines davon, hören und sehen wir weiterhin Ähnliches bis heute.

Abgesehen davon, dass dieses Kapitel von einem Aufstand handelt, handelt dieses Kapitel auch von dem häufig aufkommenden Wunsch, Gerechtigkeit durch Gleichsein, Eintönigkeit, Gleichartigkeit zu ersetzen. So war der Versuch Korachs, so sah er das.

Und dieselbe Sichtweise kann nicht nur Schülern eigen sein, sondern auch Lehrern. Und Lehrer wollen es sogar in größerem Maß, dass alle kopieren, dass alle nachahmen, dass alle gleich sind, weil es so leichter ist zu lehren. Wie man nicht immer um Einheit der Meinungen kämpfen muss, so muss man nicht immer gegen einen Lehrmeister auftreten, der nicht so denkt wie ihr. Einheit bedeutet nicht Einförmigkeit: Es muss Meinungsverschiedenheiten geben, damit die Bewährten hervortreten. Das ist eine der Lektionen, die uns die Tora lehrt. Und wenn jemand seine Führerschaft behaupten will – na schön, stellt euch vor das Zelt mit Schäufelchen, mit Schippchen, mit Räucherwerk. Aber ein Führer muss darauf gefasst sein, dass er auch vom Feuer versengt werden kann.

Ein eigenständiger Führer

Bemidbar 17,1–28

Mit Gottes Hilfe setzen wir miteinander das Studium des Wochenabschnitts Korach fort und werden Kapitel 17 des Buches Bemidbar lesen. Wir haben dabei aufgehört, dass der Aufstand, Korachs Versuch der Spaltung, tragisch endete. Die Gemeinden Datans und Awirams sind von der Erde verschlungen worden und lebendig in den Scheol hinabgestiegen – eine Strafe, wie es sie bis dahin nie gegeben hatte. Und jene, die sich als Anwärter darauf sahen, Kohanim zu werden, zweihundertfünfzig Mann, die mit Schaufeln und Räucherwerk dastanden, wurden vom Feuer verbrannt, das vom Himmel herabkam. Ein schreckliches Bild. Wir lesen weiter die tragische Geschichte des Volkes Israel.

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché lemór

1 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:

אֱמֹר אֶל־אֶלְעָזָר בֶּן־אַהֲרֹן הַכֹּהֵן וְיָרֵם אֶת־הַמַּחְתֹּת מִבֵּין הַשְּׂרֵפָה וְאֶת־הָאֵשׁ זְרֵה־הָלְאָה כִּי קָדֵשׁוּ׃

emór el-el'asár ben-aharón hakkohén wejarém et-hammachtót mibbén hasserefá we'et-ha'ésch sere-hál'a ki kadéschu

2 „Sage zu Elasar, dem Sohn Aharons, des Kohen, und er soll die Schaufeln von der Brandstätte aufsammeln, das fremde Feuer soll er hinauswerfen, denn diese Schaufeln sind heilig geworden.

Der Unterschied zwischen Elasar und Aharon besteht darin, dass Aharon Kohen gadól ist, das heißt Hohepriester, seine Kinder aber zu seinen Lebzeiten einfach Kohanim sind, darunter auch Elasar ben Aharon. Diejenigen, die in den Schaufeln Räucherwerk darbrachten, erwiesen sich als untauglich für das Priestertum und kamen um. Die Schaufeln selbst aber wurden heilig, weil die Absicht bestand, dem Höchsten mit ihnen zu dienen, und man kann sie nicht mehr für irgendeine alltägliche, gewöhnliche Arbeit verwenden. Deshalb muss man das Feuer hinauswerfen, die Schäufelchen aber behalten, und der Höchste wird jetzt erzählen, wie man sie verwenden soll.

אֵת מַחְתּוֹת הַחַטָּאִים הָאֵלֶּה בְּנַפְשֹׁתָם וְעָשׂוּ אֹתָם רִקֻּעֵי פַחִים צִפּוּי לַמִּזְבֵּחַ כִּי־הִקְרִיבֻם לִפְנֵי־יְהוָה וַיִּקְדָּשׁוּ וְיִהְיוּ לְאוֹת לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל׃

et machtót hachatta'ím ha'élle benafschotám we'assú otám rikku'é fachím zippúj lammisbéach ki-hikriwúm lifne-adonáj wajikdáschu wejihjú leót liwné jisraél

3 Nimm die Schäufelchen dieser, die mit ihrer Seele gesündigt haben, und mache sie flach (durch Treibarbeit), mache sie zu einem Überzug für den Altar, denn mit ihnen wurde vor dem HERRN dargebracht, und sie sind heilig geworden, und sie sollen ein Zeichen für die Söhne Israels sein.

Das heißt, ich wiederhole: Obwohl die Darbringung selbst nicht legitim war, wurden die Schaufeln trotzdem heilig, und deshalb befiehlt der Höchste, sie flach zu schlagen und daraus einen Überzug für den Altar zu machen, damit die Söhne Israels sich erinnern, wem die kehuná (das Priestertum) gehört. Der Dienst des Kohen gadól (des Hohepriesters) ist eine eigene Frage, darüber wird später gesprochen, in diesem selben Kapitel. Vorerst wird dem Kohen Elasar ben Aharon befohlen, diese Schaufeln einzusammeln und sie zum Treiben, zur Bearbeitung vorzubereiten. Worin werden diese Schaufeln ein Zeichen für die Söhne Israels sein? Darin, dass das Priestertum nicht mehr angefochten wird.

וַיִּקַּח אֶלְעָזָר הַכֹּהֵן אֵת מַחְתּוֹת הַנְּחֹשֶׁת אֲשֶׁר הִקְרִיבוּ הַשְּׂרֻפִים וַיְרַקְּעוּם צִפּוּי לַמִּזְבֵּחַ׃

wajikkách el'asár hakkohén et machtót hannechóschet aschér hikríwu hasserufím wajrakke'úm zippúj lammisbéach

4 Und Elasar, der Kohen, nahm diese kupfernen Schaufeln, die die Verbrannten dargebracht hatten, und trieb daraus einen Überzug für den Altar.

Warum steht hier serufím (die Verbrannten) geschrieben, während der Höchste weiter oben hachattaím haélle benafschotám (die mit ihrer Seele gesündigt haben) sagt? Es kann so kommen, dass Leute sagen können: „Gut, Datan und Awiram, sie sind die Anstifter, die Rädelsführer. Diese aber hat Korach aufgestachelt, indem er sagte: ‚Geht voran, Jungs, bei euch wird alles klappen!‘ Sie gingen mit aufrichtigem, reinem Herzen hin, um dem Höchsten Räucherwerk darzubringen, um – was? Um Kohanim zu werden und dem Höchsten zu dienen. Rein sind sie im Herzen, und dann werden diese flachgeschlagenen Bleche aus den Schäufelchen zur Erinnerung daran sein, wie diese reinen Menschen umkamen.“ Aber der Höchste sagt klar, dass sie in ihrer Seele Übeltäter waren. Das heißt, diese Menschen, die mit dem Räucherwerk gingen, hatten nicht, hatten keine reine Absicht. Und noch etwas: Es kommt so oft vor, dass es außer dem Wunsch, dem Höchsten zu dienen, aufrichtig dem Höchsten zu dienen, immer ein Würmchen gibt, das sagt: „Das werde ich tun, ich werde mich mehr in Gott sehen als Gott in mir, ich bin Gottes Diener, nicht irgendwer, sondern gerade ich! Und Gott ist für mich da, und nicht ich für Gott.“ Das ist eine sehr große Versuchung.

Elasar sammelte also die Schäufelchen ein und machte daraus einen Überzug für den Altar.

זִכָּרוֹן לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל לְמַעַן אֲשֶׁר לֹא־יִקְרַב אִישׁ זָר אֲשֶׁר לֹא מִזֶּרַע אַהֲרֹן הוּא לְהַקְטִיר קְטֹרֶת לִפְנֵי יְהוָה וְלֹא־יִהְיֶה כְקֹרַח וְכַעֲדָתוֹ כַּאֲשֶׁר דִּבֶּר יְהוָה בְּיַד־מֹשֶׁה לוֹ׃

sikkarón liwné jisraél lemá'an aschér lo-jikráw isch sar aschér lo misséra aharón hu lehaktír ketóret lifné adonáj welo-jihjé chekórach wecha'adató ka'aschér dibbér adonáj bejad-mosché lo

5 Eine Erinnerung für die Söhne Israels, damit kein fremder Mann herantritt, der nicht aus der Familie Aharons ist, um Räucherwerk vor dem Höchsten zu räuchern, und damit er nicht sei wie Korach und wie seine Gemeinde, wie Gott durch Mosche zu ihm geredet hatte.

Zu wem ist zu ihm gesagt? Zu Elasar. Elasar wurde gesagt, die kupfernen Bleche flachzuschlagen. Wie es ihm gesagt wurde, so hat er es getan.

Ab Vers 6 lesen wir … Nun, wie es schon lange üblich ist:

וַיִּלֹּנוּ כָּל־עֲדַת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל מִמָּחֳרָת עַל־מֹשֶׁה וְעַל־אַהֲרֹן לֵאמֹר אַתֶּם הֲמִתֶּם אֶת־עַם יְהוָה׃

wajillónu kol-adát bene-jisraél mimmachorát al-mosché we'al-aharón lemór attém hamittém et-ám adonáj

6 Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels kam am nächsten Tag, um sich über Mosche und über Aharon zu beklagen (zu murren), und sprach: „Ihr habt das Volk Gottes zugrunde gerichtet.“

Das heißt: „Warum hast du, Mosche, sie hingestellt, diese unglücklichen Menschen, die Korach aufgestachelt hat, sie hingestellt, Räucherwerk darzubringen? Das war doch deine Idee, Gott hat nicht gesagt, dass du sie hinstellen sollst. Du wusstest doch, dass sie umkommen würden. Warum bist du, Mosche, diesmal nicht für das Volk Gottes eingetreten, warum bist du nicht in die Bresche getreten, sondern hast im Gegenteil die Tötung des Volkes unterstützt? Bist du überhaupt mit uns oder mit wem?“ Mit einem solchen Vorwurf kamen die Leute zu Mosche.

וַיְהִי בְּהִקָּהֵל הָעֵדָה עַל־מֹשֶׁה וְעַל־אַהֲרֹן וַיִּפְנוּ אֶל־אֹהֶל מוֹעֵד וְהִנֵּה כִסָּהוּ הֶעָנָן וַיֵּרָא כְּבוֹד יְהוָה׃

wajhí behikkahél ha'edá al-mosché we'al-aharón wajifnú el-óhel mo'éd wehinné chissáhu he'anán wajerá kewód adonáj

7 Und es geschah, als sich das Volk gegen Mosche und gegen Aharon versammelte, da wandten sie sich alle zum Zelt der Begegnung, und siehe, die Wolke bedeckte es, und die Herrlichkeit des HERRN erschien.

וַיָּבֹא מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן אֶל־פְּנֵי אֹהֶל מוֹעֵד׃

wajawó mosché we'aharón el-pené óhel mo'éd

8 Und (erst dann) gingen Aharon und Mosche hinaus zum Eingang des Zeltes der Begegnung.

Das heißt, offenbar versammelte sich das Volk zu einer nicht genehmigten Kundgebung mit Vorwürfen gegen Mosche. Das Volk schrieb Plakate: „Ihr seid Mörder der Juden!“, „Nein zum Genozid!“, „Antisemiten!“, und wollte mit diesen Plakaten zum Zelt der Begegnung hinausziehen – und zog hinaus. Die Wolke erschien, die Herrlichkeit des HERRN erschien. Und auf den Lärm und das Licht hin kamen Mosche und Aharon herbei.

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché lemór

9 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:

הֵרֹמּוּ מִתּוֹךְ הָעֵדָה הַזֹּאת וַאֲכַלֶּה אֹתָם כְּרָגַע וַיִּפְּלוּ עַל־פְּנֵיהֶם׃

herómmu mittóch ha'edá hassót wa'achallé otám kerága wajippelú al-penehém

10 „Steigt hinauf (geht weg) von dieser Gemeinde, Ich vernichte sie im Nu.“ Und sie fielen nieder auf ihr Angesicht.

Wieder eine harte Prüfung für Mosche. Wieder wirft ihm das Volk irgendetwas vor, wieder prasseln endlose Beschuldigungen. Und der Höchste will das Volk Israel vernichten, wie es schon einmal war. Mosche sagt nichts, Mosche fällt nieder auf sein Angesicht (zusammen mit Aharon). Und Mosche, einfach ein Lehrer, sorgt sich um das Volk. Obwohl er sich natürlich freuen könnte: „Endlich wird Er, der Gebieter der Welt, alle umbringen, während wir hier liegen.“ Und da liegen sie nun auf ihrem Angesicht.

וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה אֶל־אַהֲרֹן קַח אֶת־הַמַּחְתָּה וְתֶן־עָלֶיהָ אֵשׁ מֵעַל הַמִּזְבֵּחַ וְשִׂים קְטֹרֶת וְהוֹלֵךְ מְהֵרָה אֶל־הָעֵדָה וְכַפֵּר עֲלֵיהֶם כִּי־יָצָא הַקֶּצֶף מִלִּפְנֵי יְהוָה הֵחֵל הַנָּגֶף׃

wajomer mosché el-aharón kach et-hammachtá weten-aléha esch me'ál hammisbéach wesím ketóret weholéch meherá el-ha'edá wechappér alehém ki-jazá hakkézef millifné adonáj hechél hannágef

11 Und Mosche sagte zu Aharon: „Nimm du die Schaufel, nimm darauf Feuer vom Altar, und lege Räucherwerk darauf, und geh schneller zur Gemeinde, und sühne sie, denn der Zorn ist vom HERRN ausgegangen, und die Seuche (die Epidemie) hat begonnen.“

Mosche sah (möglicherweise durch den Heiligen Geist), dass im Volk eine Epidemie begonnen hatte, eine Seuche begonnen hatte. Wie er das sah, ist schwer zu sagen, aber offenbar hatte er irgendeine Offenbarung, offenbar war er so fest mit dem Volk Israel verbunden, dass er das spüren konnte – spüren, dass im Volk eine Seuche beginnt, dass das Volk zu sterben beginnt. Mosche schickt Aharon mit einem Gegengift, mit einer Pille gegen die Epidemie, mit einer Impfung, einem Impfstoff in Form von Räucherwerk. Die Kommentatoren gehen daran nicht vorbei und fragen, woher Mosche wusste, dass das wirken wird? Und einige Kommentatoren erzählen einen alten Midrasch. Als Mosche in den Himmel hinaufstieg, sagten die Engel zum Höchsten: „Wozu gibst Du die Tora den Menschen? Gib sie uns.“ Der Höchste antwortete ihnen so: „Nun, in der Tora steht geschrieben: ‚Ich bin der HERR, Gott, Der dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat.‘ Seid ihr aus dem Land Ägypten ausgezogen? Nein. Es steht geschrieben: ‚Du sollst keine anderen Götter haben vor Mir.‘ Habt ihr Götzendienst? Habt ihr eine solche Versuchung? Nein. Es steht geschrieben: ‚Sprich Meinen Namen nicht vergeblich aus.‘ Führt ihr irgendwelche Verhandlungen, irgendwelche Streitigkeiten, irgendwelche Prozesse, sodass ihr bei Meinem Namen schwören müsstet? Nein. Habt ihr irgendeine eigene tägliche Arbeit, sodass ihr am Schabbat ruhen müsstet? Nein. Habt ihr Eltern, sodass ihr Papa und Mama ehren müsstet? Nein. Ihr habt weder Dinge noch Frauen noch Gerichte, vor denen ihr Zeugnis ablegen würdet.“ Und so weiter, Gebot um Gebot (nach einigen Versionen war es Mosche, der den Engeln auf all ihre Argumente antwortete). Und der Höchste sagte: „Die Tora gehört den Menschen.“ Danach befahl der Höchste jedem der Engel, Mosche irgendetwas zu lehren. Und siehe, der Engel des Todes lehrte Mosche nach diesem Midrasch, dass Räucherwerk bei einer Epidemie hilft, dass man, wenn der Höchste eine Seuche gesandt hat, Räucherwerk darbringen muss, es an die Grenze der Ausbreitung der Seuche stellen, und die Seuche, die Epidemie wird aufgehalten. Und in diesem Moment, in dem das Leben Mosches (wieder einmal) bedroht ist, schickt Mosche einfach seinen älteren Bruder Aharon, schon keinen jungen Mann mehr, mit den Worten: „Geh schneller! Schneller, denn das Volk stirbt.“ Mich interessiert nicht so sehr, woher Mosche vom Räucherwerk weiß. Mich interessiert, wie Mosche sich dazu entschließt, nicht mehr mit dem Höchsten zu streiten, nicht zu polemisieren, nicht Fürsprache einzulegen, sondern selbst irgendwelche Gegenmaßnahmen zu ergreifen – wissend, dass das der Zorn des Höchsten ist, dass das ein Handeln des Höchsten ist. Wie kann man überhaupt irgendwelche Rezepte kennen, um sich dem Willen des Höchsten entgegenzustellen? Erstens, wie wagt er es, wie entschließt er sich zu so etwas? Zweitens, warum denkt er, dass ihm das gelingen wird, und warum gelingt es ihm tatsächlich? Das ist eine viel erstaunlichere Frage als die, dass er wusste, wie man das macht. Das bringt uns zu dem zurück, worüber wir in Kapitel 16 gesprochen haben: „Der Gerechte setzt fest, der Höchste tut.“ Mit seinen Handlungen sagt Mosche zum Höchsten: „Ich bin hier der Hausverwalter. Du hast mich eingesetzt, Du hast mir Vollmachten gegeben, und auf Grundlage meiner Vollmachten entscheide ich, dass hier und jetzt das die Sühne sein wird.“ Genau das wird die Seuche aufhalten – nicht das Räucheropfer selbst, nicht Aharon und seine Räucherpfanne (ich denke, dass die Räucherpfanne hier etwas Nebensächliches ist), sondern die Bereitschaft Mosches, wieder für das Volk einzutreten.

וַיִּקַּח אַהֲרֹן כַּאֲשֶׁר דִּבֶּר מֹשֶׁה וַיָּרָץ אֶל־תּוֹךְ הַקָּהָל וְהִנֵּה הֵחֵל הַנֶּגֶף בָּעָם וַיִּתֵּן אֶת־הַקְּטֹרֶת וַיְכַפֵּר עַל־הָעָם׃

wajikkách aharón ka'aschér dibbér mosché wajároz el-tóch hakkahál wehinné hechél hannégef ba'ám wajittén et-hakketóret wajchappér al-ha'ám

12 Und Aharon tat (nahm), wie Mosche gesagt hatte, und lief in die Menge, und siehe, die Seuche hatte im Volk begonnen, und er brachte das Räucherwerk dar und sühnte das Volk.

Er ging nicht einmal schneller, wie Mosche geraten hatte, sondern er lief. Der betagte Aharon lief, um das Volk zu retten. Dabei hat doch auch Aharon von diesem Volk so einiges ausgestanden, dass Gott erbarm. Verflucht und gebeutelt von diesem Volk, und alles, was Mosche ertragen hat, das hat auch Aharon ertragen. Und auch er läuft, um das Volk zu retten, ohne sich die Frage zu stellen: „Wartet mal, wir wirken doch jetzt dem Höchsten entgegen.“ Er hat keinen solchen Gedanken, er muss das Volk retten.

וַיַּעֲמֹד בֵּין־הַמֵּתִים וּבֵין הַחַיִּים וַתֵּעָצַר הַמַּגֵּפָה׃

waja'amód ben-hammetím uwén hachajím watte'azár hammaggefá

13 Und er stellte sich zwischen die Lebenden und die Toten (stellte sich an die Grenze der Ausbreitung der Epidemie), und die Epidemie hörte auf.

וַיִּהְיוּ הַמֵּתִים בַּמַּגֵּפָה אַרְבָּעָה עָשָׂר אֶלֶף וּשְׁבַע מֵאוֹת מִלְּבַד הַמֵּתִים עַל־דְּבַר־קֹרַח׃

wajihjú hammetím bammaggefá arba'á assár élef uschwá me'ót millewád hammetím al-dewar-kórach

14 Und der an der Epidemie Gestorbenen waren vierzehntausendsiebenhundert, und das außer denen, die wegen Korach gestorben waren.

וַיָּשָׁב אַהֲרֹן אֶל־מֹשֶׁה אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד וְהַמַּגֵּפָה נֶעֱצָרָה׃

wajáschow aharón el-mosché el-pétach óhel mo'éd wehammaggefá ne'ezára

15 Und Aharon kehrte zu Mosche zurück zum Eingang des Zeltes der Begegnung, und die Epidemie war aufgehalten.

Zwei Fragen, die mit der Beschuldigung Mosches des Genozids an den Juden und mit den Kohanim zusammenhängen, sind gelöst. Es bleibt noch eine – die Frage des Hohepriestertums, und auch sie muss abgeschlossen werden.

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché lemór

16 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:

דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְקַח מֵאִתָּם מַטֶּה מַטֶּה לְבֵית אָב מֵאֵת כָּל־נְשִׂיאֵהֶם לְבֵית אֲבֹתָם שְׁנֵים עָשָׂר מַטּוֹת אִישׁ אֶת־שְׁמוֹ תִּכְתֹּב עַל־מַטֵּהוּ׃

dabbér el-bené jisraél wekách me'ittám matté matté lewét aw me'ét kol-nesi'ehém lewét awotám scheném assár mattót isch et-schemó tichtów al-mattéhu

17 „Rede mit den Söhnen Israels, und nimm von ihnen je einen Stab, von jedem Vaterhaus, von jedem der Anführer ihrer Vaterhäuser, zwölf Stäbe; und jeder soll seinen Namen auf seinen Stab schreiben.

וְאֵת שֵׁם אַהֲרֹן תִּכְתֹּב עַל־מַטֵּה לֵוִי כִּי מַטֶּה אֶחָד לְרֹאשׁ בֵּית אֲבוֹתָם׃

we'ét schem aharón tichtów al-matté lewí ki matté echád lerósch bet awotám

18 Den Namen Aharons aber schreib auf den Stab der Leviten, denn von jedem Haus (von jedem Vaterhaus, darunter auch von ihrem gemeinsamen Haus) braucht es nur einen Stab.

וְהִנַּחְתָּם בְּאֹהֶל מוֹעֵד לִפְנֵי הָעֵדוּת אֲשֶׁר אִוָּעֵד לָכֶם שָׁמָּה׃

wehinnachtám be'óhel mo'éd lifné ha'edút aschér iwwa'éd lachém schámma

19 Und du sollst sie im Zelt der Begegnung hinlegen, vor der Lade des Zeugnisses, wo Ich euch erscheine.

וְהָיָה הָאִישׁ אֲשֶׁר אֶבְחַר־בּוֹ מַטֵּהוּ יִפְרָח וַהֲשִׁכֹּתִי מֵעָלַי אֶת־תְּלֻנּוֹת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אֲשֶׁר הֵם מַלִּינִם עֲלֵיכֶם׃

wehajá ha'íschDie Umschrift im Original hat hier „wa'ísch“, der hebräische Text lautet aber „ha'ísch“ (der Mann). Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. aschér ewchar-bó mattéhu jifrách wahaschikkotí me'aláj et-telunnót bené jisraél aschér hem malliním alechém

20 Und es wird sein: Der Mann, den Ich erwähle, dessen Stab wird erblühen, und abschütteln werde Ich alle Klagen (loswerden alle Klagen) der Söhne Israels, mit denen sie sich ständig über euch beklagen.“

וַיְדַבֵּר מֹשֶׁה אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וַיִּתְּנוּ אֵלָיו כָּל־נְשִׂיאֵיהֶם מַטֶּה לְנָשִׂיא אֶחָד מַטֶּה לְנָשִׂיא אֶחָד לְבֵית אֲבֹתָם שְׁנֵים עָשָׂר מַטּוֹת וּמַטֵּה אַהֲרֹן בְּתוֹךְ מַטּוֹתָם׃

wajdabbér mosché el-bené jisraél wajittenú eláw kol-nesi'ehém matté lenassí echád matté lenassí echád lewét awotám scheném assár mattót umatté aharón betóch mattotám

21 Und Mosche redete mit den Söhnen Israels, und alle Anführer gaben ihm je einen Stab von jedem Haus, vom Vaterhaus eines jeden, zwölf Stäbe, und der Stab Aharons unter ihnen.

וַיַּנַּח מֹשֶׁה אֶת־הַמַּטֹּת לִפְנֵי יְהוָה בְּאֹהֶל הָעֵדֻת׃

wajannách mosché et-hammattót lifné adonáj be'óhel ha'edút

22 Und Mosche legte diese Stäbe vor den HERRN im Zelt des Zeugnisses.

וַיְהִי מִמָּחֳרָת וַיָּבֹא מֹשֶׁה אֶל־אֹהֶל הָעֵדוּת וְהִנֵּה פָּרַח מַטֵּה־אַהֲרֹן לְבֵית לֵוִי וַיֹּצֵא פֶרַח וַיָּצֵץ צִיץ וַיִּגְמֹל שְׁקֵדִים׃

wajhí mimmachorát wajawó mosché el-óhel ha'edút wehinné parách matte-aharón lewét lewí wajoze férach wajázez ziz wajigmól schekedím

23 Und es geschah am nächsten Tag, da kam Mosche in das Zelt des Zeugnisses, und siehe, der Stab Aharons vom Haus Lewi war erblüht, und eine Blüte war hervorgekommen, und ein Spross war erschienen, und es sprossen (wuchsen) Mandeln.

Das Wort Mandel heißt auf Hebräisch schakéd (Plural – schekedím), die Wurzel schin-kuf-resch. Von derselben Wurzel stammt das Verb lischkód (eifrig an etwas arbeiten). Wir sehen im Buch Jirmejahu (1,11), dass der Höchste ihm einen Mandelzweig (schakéd) zeigt und im folgenden Vers (1,12) sagt: „Ki schokéd ani – Denn Ich arbeite eifrig.“ Und dass der Stab Aharons gerade mit Mandeln gesprossen ist, ist möglicherweise ein Zeichen dafür, dass das Hegen, die Erziehung, jede Arbeit am Volk ein langer Prozess ist. Im heutigen Hebräisch ist ein schakdán ein fleißiger, eifriger, beharrlicher und sturer Mensch, der sich ganz einbringt. Das ist eine gute Charakterisierung Aharons, der gerade eben mit dem Stab (oder ohne den Stab) und der Räucherpfanne gelaufen ist, um das Volk Israel zu retten, das ihn schon zum wiederholten Mal beinahe umgebracht hätte.

וַיֹּצֵא מֹשֶׁה אֶת־כָּל־הַמַּטֹּת מִלִּפְנֵי יְהוָה אֶל־כָּל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וַיִּרְאוּ וַיִּקְחוּ אִישׁ מַטֵּהוּ׃

wajozé mosché et-kol-hammattót millifné adonáj el-kol-bené jisraél wajir'ú wajikchú isch mattéhu

24 Und Mosche holte alle Ruten (Stäbe) vom Angesicht des Höchsten heraus zu den Söhnen Israels, und sie sahen, und jeder nahm seinen Stab.

וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה הָשֵׁב אֶת־מַטֵּה אַהֲרֹן לִפְנֵי הָעֵדוּת לְמִשְׁמֶרֶת לְאוֹת לִבְנֵי־מֶרִי וּתְכַל תְּלוּנֹּתָם מֵעָלַי וְלֹא יָמֻתוּ׃

wajomer adonáj el-mosché haschéw et-matté aharón lifné ha'edút lemischméret le'ót liwne-méri utchál telunnotám me'aláj weló jamútu

25 Und der HERR sagte zu Mosche: „Bring den Stab Aharons zurück, damit er vor der Lade des Zeugnisses zur ewigen Aufbewahrung sei, als Zeichen für alle Aufrührer, und ihre Klagen gegen Mich werden aufhören (sie werden von Mir ablassen), und sie werden nicht sterben.“

וַיַּעַשׂ מֹשֶׁה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֹתוֹ כֵּן עָשָׂה׃

wajá'as mosché ka'aschér ziwwá adonáj otó ken assá

26 Und Mosche tat es; wie der Höchste ihm geboten hatte, so tat er.

Der Stab Aharons blieb als Zeichen, als Merkmal für alle, die streiten wollen, in allen Generationen Israels. Leider ist er wegen unserer vielen Sünden in den zahlreichen Wechselfällen unserer Geschichte nicht bis zu uns gekommen.

וַיֹּאמְרוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אֶל־מֹשֶׁה לֵאמֹר הֵן גָּוַעְנוּ אָבַדְנוּ כֻּלָּנוּ אָבַדְנוּ׃

wajomerú bené jisraél el-mosché lemór henDie Umschrift im Original hat hier „ben“, der hebräische Text lautet aber „hen“ (siehe). Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen. gawá'nu awádnu kullánu awádnu

27 Und die Söhne Israels redeten zu Mosche und sprachen: „Siehe, wir sind dem Untergang geweiht, und alle kommen wir um, alle gehen wir zugrunde.

Man kann diesen Vers so verstehen, dass das Volk Israel sah, wie groß die Sterblichkeit ist, wie schnell der Höchste mit Todesurteilen ist. Und tatsächlich hatten die Söhne Israels allen Grund zu erschrecken. Und sie sagen: „Bei einem so strengen Umgang des Höchsten mit dem Volk werden wir alle umkommen, werden wir alle zugrunde gehen.“

כֹּל הַקָּרֵב הַקָּרֵב אֶל־מִשְׁכַּן יְהוָה יָמוּת הַאִם תַּמְנוּ לִגְוֹעַ׃

kol hakkaréw hakkaréw el-mischkán adonáj jamút ha'ím támnu ligwóa

28 Und es ist schon gesagt, dass jeder, der sich dem Mischkan des HERRN nähert, sterben wird. Sollen wir denn alle hier umkommen?“

Werden wir denn, jeder von uns, irgendeine eigene Todesstrafe finden, wird jeder von uns für irgendwelche eigenen Sünden umkommen? Werden wir denn bei einem so strengen Umgang des Höchsten wirklich nicht überleben?

Mit dieser tragischen Frage beenden wir das Studium von Kapitel 17.

Das Leben geht weiter

Bemidbar 18,1–32

Mit Gottes Hilfe werden wir miteinander Kapitel 18 aus dem Wochenabschnitt Korach studieren. In unserem Kapitel werden einige organisatorische Konsequenzen gezogen, wird eine gewisse Bilanz gezogen nach all den schrecklichen, tragischen Ereignissen, über die wir in den Kapiteln 16 und 17 gelesen haben.

וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־אַהֲרֹן אַתָּה וּבָנֶיךָ וּבֵית־אָבִיךָ אִתָּךְ תִּשְׂאוּ אֶת־עֲוֹן הַמִּקְדָּשׁ וְאַתָּה וּבָנֶיךָ אִתָּךְ תִּשְׂאוּ אֶת־עֲוֹן כְּהֻנַּתְכֶם׃

wajomer adonáj el-aharón attá uwanécha uwet-awícha ittách tis'ú et-awón hammikdásch we'attá uwanécha ittách tis'ú et-awón kehunnatchém

1 Und der HERR sprach zu Aharon: „Du und deine Söhne und das Haus deines Vaters mit dir, ihr werdet die Sünde des Heiligtums tragen; du und deine Söhne, ihr werdet die Sünde eures Priestertums tragen.“

Insgesamt gibt es in der Tora zwei Fälle, in denen der HERR direkt mit Aharon spricht. Es gibt Fälle, in denen der HERR sich an Mosche und Aharon gleichzeitig wendet, solcher Fälle gibt es viele. Es gibt Fälle, in denen der HERR mit Mosche spricht und ihn bittet, Aharon zu unterweisen. Aber es gibt nur zwei Fälle, in denen der HERR mit Aharon direkt spricht. Der erste Fall war in Kapitel 10 des Buches Wajikra (nach dem Tod der Söhne Aharons), als der HERR Aharon sagt, dass weder er noch seine Söhne irgendeinen Alkohol trinken sollen, bevor sie ins Heiligtum hineingehen, und der zweite Fall ist hier. Wenn man eine Parallele zieht, versucht, etwas Gemeinsames zwischen den beiden Fällen zu finden, dann sehen wir, dass es um einen gewissen Trost geht, eine Bestätigung der Fortsetzung seines Dienstes persönlich für Aharon. Er bleibt im Dienst, sein Dienst ist wohlgefällig, welche Tragödien auch immer neben ihm geschehen. Er bleibt der Erwählte des Höchsten für diesen Dienst.

Aharon und die Söhne, seine Nachkommen – das sind die Kohanim, ein Teil des Stammes Lewi, gerade sie werden die Sünde des Priestertums tragen. Und zusammen mit dem Haus des Vaters Aharons, das heißt mit dem ganzen Stamm Lewi, werden sie außerdem noch die Sünde des Heiligtums tragen.

Wenn das Zelt der Begegnung in aufgebautem Zustand steht und in ihm die Dienste stattfinden, dann sind dafür die Kohanim verantwortlich – Aharon und seine Söhne oder ihre Nachkommen. Die Kohanim sind auch dafür verantwortlich, dass die Leviten nicht am Abbau des Mischkan, am Verpacken der heiligen Geräte teilnehmen, damit sie nicht umkommen. Wenn aber der Mischkan reist, dann tragen ihn die Leviten, das heißt, das ist dann schon ihre Verantwortung. Das ist der erste Teil unseres Verses, wenn der Höchste sagt: „Du und deine Söhne und das ganze Haus deines Vaters seid verantwortlich für das Heilige, für das Heiligtum.“ Der zweite Teil sagt: „Du und deine Söhne seid verantwortlich für euer Priestertum.“ Das Priestertum erfordert einen ehrfürchtigen Umgang, die Einhaltung einer ganzen Reihe von Gesetzen, zum Beispiel: nicht betrunken oder unrein ins Heiligtum hineingehen, die Gefäße des Heiligtums heil und unversehrt bewahren, und vieles andere. Es gibt verschiedene Strafen für Verstöße gegen den Tempeldienst. In der Mischna, im Traktat Sanhedrin (Kapitel 5, Mischna 9), lesen wir Folgendes: „Einen Kohen, der den Dienst in Unreinheit verrichtet hat, bringen seine Brüder, die Kohanim, nicht vor das Bejt Din (das Haus des Gerichts), sondern junge Kohanim führen ihn aus dem Hof hinaus und zerschlagen ihm den Kopf mit Holzscheiten. Ein Außenstehender, der den Dienst im Tempel verrichtet hat, ist (nach der Meinung Rabbi Akiwas) der Erdrosselung schuldig, die Weisen aber sagen, seine Strafe liegt in der Hand des Himmels.“ Stellt euch einen Kohen vor, der unglaubliche Anstrengungen machen muss, um sich in Reinheit zu bewahren, weil die geringste Berührung mit etwas, das man nicht berühren darf, ihn unrein macht, und er sich waschen und reinigen muss. Und kaum kann er sagen: „Na und, bin halt unrein ins Heiligtum hineingegangen“, denn vor kein Gericht wird man ihn führen, sondern nach den Gesetzen der Kriegs-, der Revolutionszeit wird man ihn hinausführen und ihm den Kopf mit Holzscheiten zerschmettern. Das ist natürlich nicht der Text der Tora, das ist die Mischna, aber die Mischna beschreibt das geltende Gesetz so, wie es in der Praxis war. Dieselbe Mischna sagt: „Wer die Schale gestohlen hat, den schlagen die Eiferer nieder, die Eiferer töten ihn.“ Das heißt, wenn ein Kohen hinging und irgendein Gefäß stahl, aus Gewinnsucht oder wegen des Streits, den die Pharisäer mit den Sadduzäern hatten (die Sadduzäer waren gegen die Trankopfer und konnten die Schale für die Trankopfer verstecken), dann konnten diesen Menschen die Eiferer, Menschen, die um die Herrlichkeit Gottes besorgt waren, auf der Stelle töten, und ihnen wäre dafür nichts geschehen. Todesstrafe für das Betreten des Heiligtums im Zustand der Unreinheit (und zwar ohne Gericht und Untersuchung, ohne Verhandlung) und Todesstrafe für den Diebstahl göttlichen Eigentums, einer Schale oder irgendeines anderen Tempelgeräts. Solche strengen Gesetze wurden den Kohanim auferlegt. Ich wiederhole, dass wir das nicht direkt in der Tora lesen, aber das ist die Praxis, die tatsächlich existierte, das sind die Gesetze, nach denen die Kohanim lebten.

וְגַם אֶת־אַחֶיךָ מַטֵּה לֵוִי שֵׁבֶט אָבִיךָ הַקְרֵב אִתָּךְ וְיִלָּווּ עָלֶיךָ וִישָׁרְתוּךָ וְאַתָּה וּבָנֶיךָ אִתָּךְ לִפְנֵי אֹהֶל הָעֵדֻת׃

wegám et-achécha matté lewí schéwet awícha hakréw ittách wejillawú alécha wischaretúcha we'attá uwanécha ittách lifné óhel ha'edút

2 Und deine Brüder, das Lager Lewi, den Stamm deines Vaters, bring nahe zu dir (oder zusammen mit dir), und sie werden dich begleiten, und sie werden dir dienen, du aber und deine Söhne werdet vor dem Zelt des Zeugnisses sein.

Das ist eine Erläuterung zu dem, was einen Vers vorher gesagt wurde: Das ist das, was du tun wirst, und das ist, was die Leviten tun werden. Der Name des Stammes (nach dem Namen des Patriarchen Lewi) und das Wort jillawú (Futur des Verbs lelawót – begleiten, Gefährte sein) stammen von einer Wurzel, das heißt, die Leviten werden dich begleiten, dir „gefährten“, neben dir gehen.

וְשָׁמְרוּ מִשְׁמַרְתְּךָ וּמִשְׁמֶרֶת כָּל־הָאֹהֶל אַךְ אֶל־כְּלֵי הַקֹּדֶשׁ וְאֶל־הַמִּזְבֵּחַ לֹא יִקְרָבוּ וְלֹא־יָמֻתוּ גַם־הֵם גַּם־אַתֶּם׃

weschamerú mischmartechá umischméret kol-ha'óhel ach el-kelé hakkódesch we'el-hammisbéach lo jikráwu welo-jamútu gam-hém gam-attém

3 Und sie werden im Dienst bei dir dienen und im Dienst im ganzen Mischkan, aber den heiligen Gefäßen und dem Altar werden sie sich nicht nähern, und es werden weder sie noch ihr sterben.

Die Leviten sind euch zum Dienst gegeben, sie sind eure Handlanger, sie sind eure Helfer, aber sie helfen euch bei den wirtschaftlichen Arbeiten. An alles, was die Berührung mit der Heiligkeit betrifft, darf man sie nicht heranlassen, damit weder sie sterben noch ihr, die ihr das zulasst. Sehr strenge Regeln: Wenn es um den Tempel, um den Mischkan geht, um das, was mit dem Dienst im Zelt der Begegnung verbunden ist, sind die Regeln immer sehr streng.

וְנִלְווּ עָלֶיךָ וְשָׁמְרוּ אֶת־מִשְׁמֶרֶת אֹהֶל מוֹעֵד לְכֹל עֲבֹדַת הָאֹהֶל וְזָר לֹא־יִקְרַב אֲלֵיכֶם׃

wenilwú alécha weschamerú et-mischméret óhel mo'éd lechól awodát ha'óhel wesár lo-jikráw alechém

4 Und sie werden dich begleiten und den ganzen Dienst im Zelt der Begegnung bewahren (erfüllen), in allen Fragen des Dienstes im Zelt; ein Fremder aber soll sich euch nicht nähern.

Es gibt gleichsam zwei Kreise des Dienstes: Unmittelbar im Heiligen dienen nur die Kohanim, ringsherum ihre Handlanger, die Leviten, und ein Fremder sollte sich in diese Sache besser nicht einmischen, das kann sehr schlecht enden.

וּשְׁמַרְתֶּם אֵת מִשְׁמֶרֶת הַקֹּדֶשׁ וְאֵת מִשְׁמֶרֶת הַמִּזְבֵּחַ וְלֹא־יִהְיֶה עוֹד קֶצֶף עַל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃

uschmartém et mischméret hakkódesch we'ét mischméret hammisbéach welo-jihjé od kézef al-bené jisraél

5 Und bewahrt den Dienst des Heiligen und den Dienst des Altars, und es wird keinen Zorn mehr über die Söhne Israels geben.

Von diesem Moment an lasst uns in Eintracht leben. Ihr werdet euren ganzen Dienst bewahren, niemand wird es (wahrscheinlich) mehr wagen, ihn zu begehren, deshalb wird es keinen Zorn mehr über die Söhne Israels geben.

וַאֲנִי הִנֵּה לָקַחְתִּי אֶת־אֲחֵיכֶם הַלְוִיִּם מִתּוֹךְ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לָכֶם מַתָּנָה נְתֻנִים לַיהוָה לַעֲבֹד אֶת־עֲבֹדַת אֹהֶל מוֹעֵד׃

wa'aní hinné lakáchti et-achechém halwijím mittóch bené jisraél lachém mattaná netuním ladonáj la'awód et-awodát óhel mo'éd

6 Und siehe, Ich habe eure Brüder, die Leviten, aus allen Söhnen Israels genommen, euch als Gabe. Sie sind Untertanen des HERRN, um alle Arbeiten im Zelt der Begegnung zu verrichten.

Der Höchste hat die Leviten nicht als Sklaven weggegeben, so wie man irgendeine Sache als Gabe gibt. Er gab den Kohanim eine Gabe – die Möglichkeit, Hilfe von den Leviten zu haben, aber auch die Leviten bekamen ihre Gabe – die Möglichkeit, den Kohanim zu dienen. Der ganze Dienst geschieht um des Höchsten willen, und schon die Tatsache, dass der Höchste zu diesem Dienst zulässt – ob Kohanim, ob Leviten –, ist eine Gabe und Gnade des Höchsten, denn der Höchste Selbst braucht weder Opfer noch Leuchter, weder Wein noch Brot noch Dienst. Und alles, was Er seinem Volk gibt, ist eine Gabe.

Die Kohanim sind dazu bestellt, dem Höchsten im Heiligen zu dienen, deshalb bekommen sie, während sie sich im Heiligen befinden, kein Gehalt, keine Bezahlung, sondern eben mattanót kehunná (Gaben des Priestertums). Die Leviten sind daneben, sie sind Helfer, Hilfskräfte der Kohanim beim Dienst im Heiligen, sie spielen die zweite Rolle, und sie bekommen, wie wir weiter sehen werden (in Vers 31), für ihren Dienst sachár (Lohn, Belohnung). Und wir werden versuchen zu verstehen, worin der Unterschied zwischen der einen und der anderen Gabe besteht.

וְאַתָּה וּבָנֶיךָ אִתְּךָ תִּשְׁמְרוּ אֶת־כְּהֻנַּתְכֶם לְכָל־דְּבַר הַמִּזְבֵּחַ וּלְמִבֵּית לַפָּרֹכֶת וַעֲבַדְתֶּם עֲבֹדַת מַתָּנָה אֶתֵּן אֶת־כְּהֻנַּתְכֶם וְהַזָּר הַקָּרֵב יוּמָת׃

we'attá uwanécha ittechá tischmerú et-kehunnatchém lechol-dewár hammisbéach ulmibbét lapparóchet wa'awadtém awodát mattaná ettén et-kehunnatchém wehassár hakkaréw jumát

7 Du aber und deine Söhne mit dir, bewahrt euer Priestertum in allem, was den Altar betrifft, und in allem, was den Ort hinter dem Vorhang betrifft, und dient mit dem Dienst, der euch geschenkt ist. Geben werde Ich euch das Priestertum (oder gerade euch werde Ich das Priestertum geben), und ein Fremder, der sich nähert, wird sterben.“

Ihr müsst sehen, dass euer Dienst, den ihr habt, eine Gabe ist, die euch durch die Gnade des Höchsten gegeben ist. Das heißt, aus Gnade, aus Liebe, aus Seinem Wohlwollen hat der Höchste gerade den Kohanim die Gabe des Priestertums gegeben, und jeder Fremde, der sich dem nähert, wird sterben.

Mit Vers 8 beginnt ein etwas anderes Thema.

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־אַהֲרֹן וַאֲנִי הִנֵּה נָתַתִּי לְךָ אֶת־מִשְׁמֶרֶת תְּרוּמֹתָי לְכָל־קָדְשֵׁי בְנֵי־יִשְׂרָאֵל לְךָ נְתַתִּים לְמָשְׁחָה וּלְבָנֶיךָ לְחָק־עוֹלָם׃

wajdabbér adonáj el-aharón wa'aní hinné natátti lechá et-mischméret terumotáj lechol-kodsché wene-jisraél lechá netattím lemoschchá ulwanécha lechok-olám

8 Und der HERR redete zu Aharon: „Siehe, Ich habe dir die Verwahrung der Hebopfer von allen heiligen Dingen der Söhne Israels gegeben; Ich habe sie dir gegeben als Zeichen des Wohlwollens und deinen Söhnen als ewiges Gesetz.

זֶה יִהְיֶה לְךָ מִקֹּדֶשׁ הַקֳּדָשִׁים מִן־הָאֵשׁ כָּל־קָרְבָּנָם לְכָל־מִנְחָתָם וּלְכָל־חַטָּאתָם וּלְכָל־אֲשָׁמָם אֲשֶׁר יָשִׁיבוּ לִי קֹדֶשׁ קָדָשִׁים לְךָ הוּא וּלְבָנֶיךָ׃

se jihjé lechá mikkódesch hakkodaschím min-ha'ésch kol-korbanám lechol-minchatám ulchol-chattatám ulchol-aschamám aschér jaschíwu li kódesch kadaschím lechá hu ulwanécha

9 Dies wird dir gehören vom Heiligen, von den heiligen Dingen, vom Feuer (das heißt, nachdem das Opfer durch das Feuer gegangen ist) all ihrer Opfer: jede Mincha von ihnen und jedes Reinigungsopfer von ihnen und jedes Schuldopfer von ihnen, das sie Mir bringen werden, wird Allerheiligstes sein für dich und für deine Söhne.

בְּקֹדֶשׁ הַקֳּדָשִׁים תֹּאכֲלֶנּוּ כָּל־זָכָר יֹאכַל אֹתוֹ קֹדֶשׁ יִהְיֶה־לָּךְ׃

bekódesch hakkodaschím tochelénnu kol-sachár jochál otó kódesch jihje-lách

10 Im heiligen Teil sollt ihr es essen, jeder Männliche von euren Söhnen (von den Kohanim, versteht sich) soll es essen, heilig soll es dir sein.

Ein Kohen hat einen Anteil an jedem Opfer der Söhne Israels, das ist eine ewige Verheißung, die der Höchste Aharon gibt. Einerseits ist das natürlich eine große Gnade, andererseits muss man dieses Opfer, dieses Fleisch, in Heiligkeit essen. Wer Spenden sammelt wie ein Kohen, wer irgendwelche Gaben empfängt wie ein Kohen, muss daran denken, dass diese Gaben in Heiligkeit verwendet werden müssen, und wenn sie nicht in Heiligkeit verwendet werden, dann gibt es dafür eine strenge Strafe. Und natürlich gibt es, wie viele bemerken, noch einen solchen Aspekt: Wenn ein Kohen sein Volk nicht ein normales, gerechtes Leben lehrt, dann bringt man ihm immer mehr chatát (Reinigungsopfer) und aschám (Schuldopfer). Er isst die ihm davon zustehenden Teile und trägt buchstäblich die Sünden Israels auf sich. Deshalb gab es sehr viele beleibte Kohanim – wie viel muss man da essen!

וְזֶה־לְּךָ תְּרוּמַת מַתָּנָם לְכָל־תְּנוּפֹת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לְךָ נְתַתִּים וּלְבָנֶיךָ וְלִבְנֹתֶיךָ אִתְּךָ לְחָק־עוֹלָם כָּל־טָהוֹר בְּבֵיתְךָ יֹאכַל אֹתוֹ׃

wese-lechá terumát mattanám lechol-tenufót bené jisraél lechá netattím ulwanécha weliwnotécha ittechá lechok-olám kol-tahór bewetechá jochál otó

11 Siehe, dies ist dir eine Gabe von jedem Hebopfer der Söhne Israels; dir habe Ich es gegeben und deinen Söhnen und deinen Töchtern, dir als ewiges Gesetz; jeder Reine in deinem Haus darf es essen.

Hier geht es um die Hebopfer des Volkes Israel (von den Garben zum Beispiel), und in diesem Fall darf jeder Reine davon essen, sowohl ein Mann als auch eine Frau (wenn sie, versteht sich, die Tochter oder Frau eines Kohen ist). Essen muss man in Reinheit, aber es gibt keine Verpflichtung mehr, die Gabe im heiligen Teil des Tempelhofs zu essen.

כֹּל חֵלֶב יִצְהָר וְכָל־חֵלֶב תִּירוֹשׁ וְדָגָן רֵאשִׁיתָם אֲשֶׁר־יִתְּנוּ לַיהוָה לְךָ נְתַתִּים׃

kol chélew jizhár wechol-chélew tirósch wedagán reschitám ascher-jittenú ladonáj lechá netattím

12 Alles Fett des Olivenöls, alles Fett des Traubensafts und des Getreides – das Erste, das man dem HERRN gibt, dir werde Ich es geben.

Natürlich entsteht die Frage: Was ist das für ein Fett beim Olivenöl, das an sich selbst Fett ist? Wie kann Öl Fett haben (wie „öliges Öl“) oder erst recht Traubensaft? Mit dem Wort chélew (Fett, Talg) ist in diesem Fall das Beste gemeint. Das ist so, wie im Russischen der Ausdruck den Rahm abschöpfen bedeutet: das Allerbeste nehmen. Natürlich klingt es auch nicht sehr gut, der Rahm vom Olivenöl und der Rahm vom Traubensaft zu sagen, aber die Metapher ist ziemlich verständlich: „Ich habe dir das Beste von dem gegeben, was sie erheben, von den Erstlingen, die sie dem HERRN geben, das Beste vom Besten.“

בִּכּוּרֵי כָּל־אֲשֶׁר בְּאַרְצָם אֲשֶׁר־יָבִיאוּ לַיהוָה לְךָ יִהְיֶה כָּל־טָהוֹר בְּבֵיתְךָ יֹאכֲלֶנּוּ׃

bikkuré kol-aschér be'arzám ascher-jawíu ladonáj lechá jihjé kol-tahór bewetechá jochelénnu

13 Und die Erstlinge von allem, was in ihrem Land ist, die sie dem HERRN bringen werden, sollen dir gehören. Jeder, der rein ist in deinem Haus, darf es essen.

כָּל־חֵרֶם בְּיִשְׂרָאֵל לְךָ יִהְיֶה׃

kol-chérem bejisraél lechá jihjé

14 Alles Geweihte in Israel soll dir gehören.

Wenn jemand beschlossen und gesagt hat: „Ich werde dem HERRN alle Früchte dieses Baumes weihen oder das Junge, das meiner Kuh geboren wird“, oder irgendetwas anderes ein Mensch dem Höchsten weihen wollte, so wird das den Kohanim gegeben. Die Kohanim sind die Statthalter des Höchsten auf der Erde, was das Empfangen von Gaben für Ihn betrifft, so ein erstaunliches Amt. Sehr ehrenvoll, aber, wie wir sehen werden, auch sehr verantwortungsvoll.

כָּל־פֶּטֶר רֶחֶם לְכָל־בָּשָׂר אֲשֶׁר־יַקְרִיבוּ לַיהוָה בָּאָדָם וּבַבְּהֵמָה יִהְיֶה־לָּךְ אַךְ פָּדֹה תִפְדֶּה אֵת בְּכוֹר הָאָדָם וְאֵת בְּכוֹר־הַבְּהֵמָה הַטְּמֵאָה תִּפְדֶּה׃

kol-péter réchem lechol-bassár ascher-jakríwu ladonáj ba'adám uwabbehemá jihje-lách ach padó tifdé et bechór ha'adám we'ét bechor-habbehemá hatteme'á tifdé

15 Jeder, der den Mutterschoß öffnet, von allem Fleisch, den man dem HERRN als Opfer bringen (nahebringen) wird, unter den Menschen und unter den Tieren, soll dir gehören. Doch erhalte Lösegeld für die menschlichen Erstgeborenen, und für die Erstgeborenen der unreinen Tiere nimm Lösegeld.

Wovon ist hier die Rede? Wenn man dem Höchsten nahebringt, bedeutet das den Beginn der Opferdarbringung. Aber wir können, Gott bewahre, keinen Menschen als Opfer darbringen, und wir können kein unreines Tier als Opfer darbringen, obwohl sowohl dieser erstgeborene Mensch als auch der Erstgeborene eines unreinen Tieres dem HERRN gehören. Und was ist hier der Ausweg? Man kann sie auslösen. Der Vater, wenn es um einen Menschen geht, löst seinen Erstgeborenen aus, und der Besitzer eines unreinen Tieres – eines Pferdes, eines Esels, eines Kamels – löst den Erstgeborenen seines Tieres aus.

וּפְדוּיָו מִבֶּן־חֹדֶשׁ תִּפְדֶּה בְּעֶרְכְּךָ כֶּסֶף חֲמֵשֶׁת שְׁקָלִים בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ עֶשְׂרִים גֵּרָה הוּא׃

ufdujáw mibben-chódesch tifdé be'erkechá késsef chaméschet schekalím beschékel hakkódesch esrím gerá hu

16 Und du wirst ihn vom Alter eines Monats an auslösen, löse ihn aus für Silber zu fünf Schekeln, nach dem heiligen Schekel, der zwanzig Gera ist.

Ich erinnere daran: Bei der geringen Überlebensrate der Kinder zu jener Zeit galt ein Kind ab dem Alter von einem Monat als eines, das Chancen hat zu überleben. Das betrifft die Erstgeborenen sowohl der Menschen als auch der unreinen Tiere. Man darf sie nicht dem Kohen geben, man muss sie auslösen nach der Schätzung von fünf heiligen Schekeln. Gott sei Dank haben wir keine Menschenopfer, und unreine Tiere bringen wir auch nicht als Gabe dar.

אַךְ בְּכוֹר־שׁוֹר אוֹ־בְכוֹר כֶּשֶׂב אוֹ־בְכוֹר עֵז לֹא תִפְדֶּה קֹדֶשׁ הֵם אֶת־דָּמָם תִּזְרֹק עַל־הַמִּזְבֵּחַ וְאֶת־חֶלְבָּם תַּקְטִיר אִשֶּׁה לְרֵיחַ נִיחֹחַ לַיהוָה׃

ach bechor-schór o-wechór késsew o-wechór es lo tifdé kódesch hem et-damám tisrók al-hammisbéach we'et-chelbám taktír isché leréach nichóach ladonáj

17 Doch den Erstgeborenen eines Stieres oder den Erstgeborenen eines Schafes oder den Erstgeborenen einer Ziege löse nicht aus – Heiliges sind sie. Ihr Blut sprenge auf den Altar, ihr Fett räuchere als Feueropfer, als Wohlgeruch für den HERRN.

Das heißt, was dem Höchsten als Opfer oder für den Tempeldienst geweiht ist (jede Sache, jeder Gegenstand), wird zu etwas Heiligem, gehört dem Höchsten, ist geheiligt, und man kann es nicht wieder unheilig machen, man kann ihm die Heiligkeit nicht nehmen.

וּבְשָׂרָם יִהְיֶה־לָּךְ כַּחֲזֵה הַתְּנוּפָה וּכְשׁוֹק הַיָּמִין לְךָ יִהְיֶה׃

uwsarám jihje-lách kachasé hattenufá uchschók hajamín lechá jihjé

18 Und ihr Fleisch soll dir gehören, wie die Brust der Erhebung und wie die rechte Schulter – sollen sie dir gehören.

כֹּל תְּרוּמֹת הַקֳּדָשִׁים אֲשֶׁר יָרִימוּ בְנֵי־יִשְׂרָאֵל לַיהוָה נָתַתִּי לְךָ וּלְבָנֶיךָ וְלִבְנֹתֶיךָ אִתְּךָ לְחָק־עוֹלָם בְּרִית מֶלַח עוֹלָם הִוא לִפְנֵי יְהוָה לְךָ וּלְזַרְעֲךָ אִתָּךְ׃

kol terumót hakkodaschím aschér jarímu wene-jisraél ladonáj natátti lechá ulwanécha weliwnotécha ittechá lechok-olám berít mélach olám hi lifné adonáj lechá ulsar'achá ittách

19 Alle heiligen Hebopfer, die die Söhne Israels dem HERRN bringen werden, habe Ich dir gegeben und deinen Söhnen und deinen Töchtern mit dir als ewiges Gesetz; das ist ein ewiger Bund des Salzes vor dem HERRN, dir und deinem Samen.“

Sehr viel ist über den Bund des Salzes gesagt worden. Warum gerade Salz? In jenen Zeiten ist Salz ein Konservierungsmittel, etwas, das ein Lebensmittel lange Zeit erhalten kann. Was mit Salz bestreut ist, wird konserviert, es verdirbt niemals, es ist der Wirkung von Bakterien nicht ausgesetzt. Der Bund des Salzes ist ein Bild für ein ewiges Bündnis, ein Bild für eine Beziehung, die man nicht verderben kann.

Und noch eine Sache sagt der Höchste zu Aharon, ebenfalls als Teil der priesterlichen Verantwortung.

וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־אַהֲרֹן בְּאַרְצָם לֹא תִנְחָל וְחֵלֶק לֹא־יִהְיֶה לְךָ בְּתוֹכָם אֲנִי חֶלְקְךָ וְנַחֲלָתְךָ בְּתוֹךְ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃

wajomer adonáj el-aharón be'arzám lo tinchál wechélek lo-jihjé lechá betochám aní chelkechá wenachalatechá betóch bené jisraél

20 Und der HERR sprach zu Aharon: „In ihrem Land wirst du kein Erbteil bekommen, und einen Teil wirst du unter ihnen nicht haben: Ich bin dein Teil und dein Erbteil unter den Söhnen Israels.

Hier ist es wichtig zu verstehen, dass der Höchste zu Aharon sagt: „Wir sind zusammen, du und Ich, aber dabei bist du nur bei Mir. Du wirst kein Erbteil im Heiligen Land haben, du wirst auf ihm kein Bauer sein, du wirst es nicht bearbeiten. Die Quelle deiner Nahrung ist das himmlische Brot, das, womit Ich dich bedenke aus dem, was die Söhne Israels erhoben, geheiligt, heilig gemacht haben, davon isst du. Da du Mir bei Meinem Zelt der Begegnung dienst, hast du viele Gaben.“ Insgesamt zählen die Kommentatoren vierundzwanzig Gaben, die die Kohanim erhalten. Es gibt verschiedene Listen dieser Gaben, sie werden entweder mit irgendwelchen Körperteilen verglichen oder noch mit etwas anderem. Es gibt sehr viele interessante, schöne Midraschim zum Thema der vierundzwanzig Gaben des Priestertums. Aber darauf werden wir hier nicht eingehen, weil das nicht ganz auf unserem Weg liegt.

וְלִבְנֵי לֵוִי הִנֵּה נָתַתִּי כָּל־מַעֲשֵׂר בְּיִשְׂרָאֵל לְנַחֲלָה חֵלֶף עֲבֹדָתָם אֲשֶׁר־הֵם עֹבְדִים אֶת־עֲבֹדַת אֹהֶל מוֹעֵד׃

weliwné lewí hinné natátti kol-ma'assér bejisraél lenachalá chélef awodatám ascher-hém owedím et-awodát óhel mo'éd

21 Den Söhnen Lewis aber habe Ich alle Zehnten Israels als Erbteil gegeben für ihre Arbeit, die sie im Zelt der Begegnung verrichten.

Das heißt, das ganze Volk Israel gibt den Leviten den Zehnten von all seinen Ernten, von all seinen Einkünften im Heiligen Land, von allem, was das Heilige Land ihnen gibt. Und das ersetzt den Leviten das Erbteil. Wie die Kohanim haben auch sie kein Erbteil im Land Israel.

וְלֹא־יִקְרְבוּ עוֹד בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אֶל־אֹהֶל מוֹעֵד לָשֵׂאת חֵטְא לָמוּת׃

welo-jikrewú od bené jisraél el-óhel mo'éd lassét chet lamút

22 Und die Söhne Israels sollen sich nicht mehr dem Zelt der Begegnung nähern, um Sünde zu tragen und zu sterben.

Das heißt, die Leviten werden zum Dienst im Zelt der Begegnung bestimmt, nur die Leviten werden sich ihm jetzt nähern, sie werden dort ständig beschäftigt sein. Sie werden keine Zeit haben, sich mit der Bestellung des Bodens, mit Landwirtschaft, mit Viehzucht oder etwas Ähnlichem zu beschäftigen. Deshalb werden sie kein Erbteil haben, ihr Erbteil ist das Zelt der Begegnung oder der Tempel, das Heilige. Aber da man doch irgendetwas essen muss, werden sie sich von den Zehnten ernähren. Das ganze Volk Israel wird sie für diesen ihren Dienst versorgen. Und sie werden im Zelt der Begegnung anstelle des Volkes Israel dienen, damit die gewöhnlichen Israeliten, die Nichtleviten, sich nicht nähern und nicht sterben.

וְעָבַד הַלֵּוִי הוּא אֶת־עֲבֹדַת אֹהֶל מוֹעֵד וְהֵם יִשְׂאוּ עֲוֹנָם חֻקַּת עוֹלָם לְדֹרֹתֵיכֶם וּבְתוֹךְ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֹא יִנְחֲלוּ נַחֲלָה׃

we'awád hallewí hu et-awodát óhel mo'éd wehém jis'ú awonám chukkát olám ledorotechém uwtóch bené jisraél lo jinchalú nachalá

23 Und die Leviten sollen dienen mit dem Dienst im Zelt der Begegnung, und sie werden für die Sünden ihres Dienstes verantwortlich sein; das ist ein ewiges Gesetz für eure Generationen, unter den Söhnen Israels aber werden sie kein Erbteil bekommen.

כִּי אֶת־מַעְשַׂר בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל אֲשֶׁר יָרִימוּ לַיהוָה תְּרוּמָה נָתַתִּי לַלְוִיִּם לְנַחֲלָה עַל־כֵּן אָמַרְתִּי לָהֶם בְּתוֹךְ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֹא יִנְחֲלוּ נַחֲלָה׃

ki et-ma'sár bene-jisraél aschér jarímu ladonáj terumá natátti lalwijím lenachalá al-kén amárti lahém betóch bené jisraél lo jinchalú nachalá

24 Denn den Zehnten der Söhne Israels, den sie dem Höchsten als Hebopfer geben werden, habe Ich den Leviten als Erbteil gegeben, deshalb habe Ich ihnen gesagt, dass sie unter den Söhnen Israels kein Erbteil haben werden.“

Das Erbteil der Leviten ist gleichsam im oberen, im himmlischen Israel, in dem, was Israel zum Höchsten erhebt. Gerade vom Erhobenen, vom Heiligen, vom himmlischen Brot werden die Leviten essen.

וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché lemór

25 Und der HERR redete mit Mosche und sprach:

וְאֶל־הַלְוִיִּם תְּדַבֵּר וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם כִּי־תִקְחוּ מֵאֵת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל אֶת־הַמַּעֲשֵׂר אֲשֶׁר נָתַתִּי לָכֶם מֵאִתָּם בְּנַחֲלַתְכֶם וַהֲרֵמֹתֶם מִמֶּנּוּ תְּרוּמַת יְהוָה מַעֲשֵׂר מִן־הַמַּעֲשֵׂר׃

we'el-halwijím tedabbér we'amartá alehém ki-tikchú me'ét bene-jisraél et-hamma'assér aschér natátti lachém me'ittám benachalatchém waharemotém mimménnu terumát adonáj ma'assér min-hamma'assér

26 „Rede mit den Leviten und sage ihnen: Wenn ihr von den Söhnen Israels die Zehnten nehmt, die Ich euch von ihnen als euer Erbteil gegeben habe, so sondert von ihnen eine Spende für den Höchsten ab, den Zehnten von den Zehnten.

Die Leviten sind die Stammesverwandten Mosches, er ist selbst ein Levit. Und auch sie geben von ihren Zehnten Zehnten, sie geben sie den Kohanim. Es gibt einen solchen Brauch, dass viele Leiter von Gemeinden, Diener, ihren Zehnten absondern und ihn nach Israel schicken, ihn an jüdische Gemeinden schicken, für irgendeinen Dienst in Jerusalem, für den Dienst am Volk Israel.

וְנֶחְשַׁב לָכֶם תְּרוּמַתְכֶם כַּדָּגָן מִן־הַגֹּרֶן וְכַמְלֵאָה מִן־הַיָּקֶב׃

wenechscháw lachém terumatchém kaddagán min-haggóren wechamle'á min-hajákew

27 Und es wird euch angerechnet werden, diese eure Erhebung (Ma'asser), als ob ihr von der Tenne oder von der Kelter erhoben hättet.

כֵּן תָּרִימוּ גַם־אַתֶּם תְּרוּמַת יְהוָה מִכֹּל מַעְשְׂרֹתֵיכֶם אֲשֶׁר תִּקְחוּ מֵאֵת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וּנְתַתֶּם מִמֶּנּוּ אֶת־תְּרוּמַת יְהוָה לְאַהֲרֹן הַכֹּהֵן׃

ken tarímu gam-attém terumát adonáj mikkól ma'serotechém aschér tikchú me'ét bené jisraél untattém mimménnu et-terumát adonáj le'aharón hakkohén

28 Und so werdet auch ihr dem HERRN eine Erhebung erheben, von allen Zehnten, die ihr von den Söhnen Israels nehmt, und ihr werdet von ihnen eine Spende Aharon, dem Kohen, geben.

מִכֹּל מַתְּנֹתֵיכֶם תָּרִימוּ אֵת כָּל־תְּרוּמַת יְהוָה מִכָּל־חֶלְבּוֹ אֶת־מִקְדְּשׁוֹ מִמֶּנּוּ׃

mikkól mattenotechém tarímu et kol-terumát adonáj mikkol-chelbó et-mikdeschó mimménnu

29 Und von allen euren Gaben erhebt eine Erhebung für den Höchsten, von allem Fett, von allem Besten sondert seinen heiligen Teil ab.

לַלְוִיִּם כִּתְבוּאַת גֹּרֶן וְכִתְבוּאַת יָקֶב׃

we'amartá alehém baharimechém et-chelbó mimménnu wenechscháw lalwijím kitwu'át góren wechitwu'át jákew

30 Und sage: Wenn sie das Beste davon bringen, wird es den Leviten angerechnet werden, als hätten sie von der Tenne und von der Kelter gegeben,

Das heißt, der Höchste hat das nicht nur Mosche unmittelbar erklärt, sondern auch geboten: „Du, Mosche, sage den Leviten, dass ihr das gebt als durch eure eigene Arbeit Erworbenes, als ob ihr nicht Spenden teilt, sondern die Früchte der Erde teilt.“ Warum ist das wichtig? Weil das die Leviten auch am Dienst und am Land Israel teilhaben lässt. Ich möchte an zwei Dimensionen erinnern: Die Kohanim verbinden den Höchsten und das Volk in der Vertikalen, die Leviten verbinden das ganze Volk zu einem einheitlichen Ganzen in der Horizontalen. Die Einheit des Volkes, auch die geistliche, ist auf gewisse Weise mit den Leviten verbunden. Und als Folge davon ist der Segen der Tenne, der Kelter, der Ölpresse und all dessen, was die Erde schenkt, mit der Tätigkeit der Leviten verbunden: In dem Maß, wie die Leviten im Volk den Zustand der Gerechtigkeit, der Reinheit und der Geistlichkeit aufrechterhalten, in dem Maß segnet auch die Erde. Deshalb sind die Leviten Mitarbeiter eines jeden, der die Erde bearbeitet. Und das, was sie als ihren Zehnten geben, ist tatsächlich, wie der Höchste gesagt hat, ein Teil ihres Gehalts, wie das von ihnen an der Tenne und an der Kelter Verdiente, ihr Anteil an der Vereinigung der irdischen Arbeit des ganzen Volkes zu einem einheitlichen Ganzen, und dadurch – die Durchgeistigung, die Heiligung der irdischen Arbeit.

וַאֲכַלְתֶּם אֹתוֹ בְּכָל־מָקוֹם אַתֶּם וּבֵיתְכֶם כִּי־שָׂכָר הוּא לָכֶם חֵלֶף עֲבֹדַתְכֶם בְּאֹהֶל מוֹעֵד׃

wa'achaltém otó bechol-makóm attém uwetechém ki-sachár hu lachém chélef awodatchém be'óhel mo'éd

31 Und ihr könnt es an jedem Ort essen, ihr und eure Häuser, denn das ist Belohnung (Lohn) für euch für euren Dienst im Zelt der Begegnung.

Wenn die Leviten von den Zehnten ihre Zehnten absondern, können sie das, was ihnen übrig geblieben ist, an jedem Ort essen. Wenn das für die Kohanim heilig ist, ein Geschenk, eine Gabe an die Kohanim, mattanót kehunná (Gaben des Priestertums), dann ist über die Leviten gesagt: Das ist euer Gehalt (sachár). Nehmt es für euren Dienst, das ist eures, ihr könnt es essen, wo ihr wollt, aber nachdem ihr den Zehnten abgesondert habt.

וְלֹא־תִשְׂאוּ עָלָיו חֵטְא בַּהֲרִימְכֶם אֶת־חֶלְבּוֹ מִמֶּנּוּ וְאֶת־קָדְשֵׁי בְנֵי־יִשְׂרָאֵל לֹא תְחַלְּלוּ וְלֹא תָמוּתוּ׃

welo-tis'ú aláw chet baharimechém et-chelbó mimménnu we'et-kodsché wene-jisraél lo techallelú weló tamútu

32 Und ihr werdet seinetwegen keine Sünde tragen, wenn ihr von ihm das Fett (das Beste) absondert, und die Heiligtümer Israels werdet ihr dann nicht entweihen und werdet dafür nicht sterben.“

Das heißt, weil das euer Lohn, eure Belohnung ist (nicht das, was euch als Geschenk gegeben wird, sondern das, was euch eben als Belohnung gegeben wird), werdet ihr, wenn ihr das esst, dafür keine Strafe tragen. Ihr könnt es essen, wo auch immer und wie auch immer, sowohl in Reinheit als auch sogar in Unreinheit, denn das ist euer Lohn, ihr werdet dafür keine Strafe tragen.

Das ist die Bilanz, die gezogen wurde, das sind die Schlüsse, die aus allen Ereignissen gezogen wurden, und das sind die Anweisungen, die gegeben wurden. Zu einem hohen Preis, aber das Volk hat klar gesehen, wer mit welchem Dienst dient, wer in welcher Beziehung zum Höchsten steht und wie gefährlich, wie furchtbar es ist, diese Rangordnung zu verletzen. In diesem ganzen Kapitel, das wir gelesen haben, ist nichts Neues gesagt. Hier geht es um die Wiederholung von Gesetzen, die es dem Volk Israel ermöglichen werden, die Heiligkeit des Heiligtums nicht zu verletzen, sich nicht tödlicher Gefahr auszusetzen; um die Wiederholung von Gesetzen, die möglicherweise potenzielle Aufrührer beruhigen werden, denn diesmal ist alles völlig klar, genau und eindeutig festgelegt. Es sind Warnungen sowohl für die Kohanim als auch für die Leviten gegeben, um zu zeigen, dass das nicht irgendein sorgloser Dienst ist, keine Sinekure, sondern eine schwere, komplizierte, verantwortungsvolle und in geistlicher Hinsicht gefährliche Arbeit.

Nicht du allein bist hier heilig

Der Wochenabschnitt Korach (16,1–18,32) ist, kann man sagen, dem ersten in der Geschichte (dem ersten beschriebenen) Versuch einer Revolution gewidmet. Korach erhebt sich gegen Mosche. Der Hauptgedanke des Aufstands Korachs wird in Vers 3 von Kapitel 16 dargelegt:

3. Und sie kamen (rotteten sich zusammen) um Mosche und Aharon herum und sagten: „Ist es nicht zu viel für euch? Denn die ganze Gemeinde, alle sind heilig, und unter ihnen ist der HERR! Warum erhebt ihr euch über das Volk Gottes?!“

Wir sehen hier in gewissem Sinn einen Kampf um Gleichheit. Und es lohnt sich zu fragen: Was ist denn geschehen, dass Korach beschloss, Mosches Recht auf die Macht anzufechten?

Schon anderthalb Jahre vor dieser Geschichte hatte Mosche sich an die Spitze Israels gestellt. Während der Plagen Ägyptens geschah alles nach dem Wort Mosches, und das Rote Meer teilte sich nach dem Wort Mosches, und während der Gabe der Tora sahen alle, wie Mosche mit dem Höchsten redet und wie der Höchste mit Mosche redet. In Bezug auf Aharon kann man auch eine solche Frage stellen. Aharon ist zu dieser Zeit schon seit einem halben Jahr Kohen im neuen Zelt der Begegnung. Warum also gerade in diesem Moment, nachdem die Kundschafter zurückgekehrt sind, zettelt Korach diesen Aufstand an? Und die jüdischen Weisen geben viele verschiedene Erklärungen. Wir bleiben hier bei einer von ihnen stehen.

Mosche hatte als Führer Israels von Anfang an drei Aufgaben. Die erste Aufgabe war, Israel aus Ägypten herauszuführen, und Mosche hat diese Aufgabe bewältigt. Die zweite Aufgabe ist, Israel zum Berg Sinai zu führen, zum Empfang der Tora. Auch diese Aufgabe hat Mosche bewältigt. Und die dritte Aufgabe war, das Volk Israel in das Verheißene Land hineinzuführen. Und gerade bei der Erfüllung dieser Aufgabe entstand ein Problem. Die Kundschafter kehrten zurück und begannen zu sagen, dass man das Land unmöglich erobern könne, das Volk begann sein bitteres Los zu beweinen, und der Höchste legte dem Volk eine Strafe auf. Worin bestand die Strafe? Darin, dass das Volk 40 Jahre in der Wüste bleiben wird und dass nicht Mosche das Volk in das Land hineinführen wird (nach 40 Jahren wird das Jehoschua ben Nun tun). Das bedeutete, dass Mosche als Führer des Volkes Israel keine Aufgaben mehr hat: Er hat jetzt überhaupt keinen Ort mehr, wohin er das Volk führen könnte, und alles, was weiter geschehen wird, wird ohne seine Beteiligung geschehen.

Wenden wir uns dem Buch Dewarim zu und lesen zwei Verse aus Kapitel 2:

16. Und es geschah, als alle gestorben waren, die in den Krieg zogen,

17. Redete (wajdabbér) Gott so zu mir …

Hier wird das Wort wajdabbér im Sinn von redete von Angesicht zu Angesicht verwendet. Der Kommentar Raschis zu dieser Stelle sagt, dass vom Moment der Aussendung der Kundschafter bis zu dieser Stelle nicht wajdabbér gesagt war, sondern nur wajomer (sagte). Worin besteht der Unterschied zwischen diesen Wörtern? Wajdabbér (vom Verb ledabbér) bedeutet unterhielt sich, das heißt, es ist die Möglichkeit einer Antwort mitgemeint. Und das Wort wajomer (vom Verb lomár) bedeutet verkündete, eigentlich eine einfache Ansprache. Das heißt, vom Moment der Rückkehr der Kundschafter bis zu dieser Stelle des Buches Dewarim gab es keinen direkten Austausch, eben Austausch, zwischen Gott und Mosche, die prophetische Stufe Mosches war herabgesetzt. Warum ist so etwas geschehen? Weil ein so naher Austausch mit dem Höchsten nur um des Volkes Israel willen möglich ist. Prophetie dieser Stufe wird nur um des Volkes Gottes willen gegeben, und solange das Volk Israel unter der Strafe stand, gab es diese Offenbarung nicht.

Wir können eine ähnliche Geschichte in der Situation mit dem goldenen Kalb sehen. Als Israel sich vor dem goldenen Kalb niederwirft, sagt der Höchste zu Mosche (Schemot 32,7): „Geh, steig hinab (lech-red), denn das Volk ist verdorben …“ Der Talmud sagt, dass dieses steig hinab bedeutet: steig hinab von deiner Größe, steig hinab von dieser prophetischen Stufe. Das heißt, diese prophetische Stufe ist Mosche nur um des Volkes Gottes willen gegeben. Und wenn Mosche (wegen der Sünde der Kundschafter) diese hohe prophetische Salbung, so kann man sagen, verliert, dann entsteht natürlich die Frage: Wenn Mosche die hohe prophetische Gabe nicht mehr hat, wenn er nur manchmal hört, wie der Höchste sich an ihn wendet, wenn Mosche keine Mission mehr hat, warum erhebt er sich dann eigentlich? Daher auch die Empörung Korachs: Wenn die Lage sich so entwickelt hat, dass das Volk in nächster Zeit nicht in das Land hineinkommt, warum bleibt Mosche dann an der Macht? Warum nicht überhaupt eine Gesellschaft der allgemeinen Gleichheit einrichten? Darin besteht der Kern des Anspruchs, den Korach erhebt.

Worin besteht denn der Fehler Korachs, wegen dessen er eine so grausame Antwort bekommt? Wahrscheinlich darin, dass die Erwählung nicht von der Betrauung mit einer Mission abhängt. Mosche war dazu erwählt, das Volk zu leiten, und das war seine Hauptfunktion, alles andere folgte nur aus ihr. Solange das Volk existierte, existierte auch diese Funktion Mosches.

Man kann eine Parallele zum Volk Israel in unserer Zeit ziehen. Man muss sagen, dass das Volk Israel den Maschiach Jeschua nicht angenommen hat, das Exil und die Zerstörung des Tempels erlebt hat. Und es kann die Frage entstehen: Worin besteht dann der Kern der Erwähltheit Israels? Und man sagt, dass das Volk Israel seine historische Funktion verloren hat und es am Volk Israel nichts Besonderes mehr gibt. Und es gibt auch diejenigen, die seinen Platz einnehmen wollen. Aber gerade am Beispiel Korachs sieht man, wie falsch und gefährlich ein solcher Ansatz ist. Die Erwähltheit Israels ist mit dem Fall Israels nicht verschwunden, denn die Erwähltheit gilt ein für alle Mal, sie hängt nicht von irgendwelchen konkreten Funktionen ab. Das ist auch der Fehler Korachs – zu meinen, Israel habe aufgehört, das erwählte Volk zu sein. Daran zu denken ist wichtig, und das ist die Hauptlehre unseres Wochenabschnitts.

Streiten oder nicht – das ist hier die Frage

Unser Wochenabschnitt Korach ist sehr ungewöhnlich, sehr reich an Stoff zum Nachdenken.

Korach ben Jizhar taucht, so scheint es, aus dem Nichts auf und geht für immer in die jüdische Geschichte ein als Mann des Streits. Und wenn man über diesen Wochenabschnitt nachdenkt, dann gewöhnlich darüber, dass Streiten nicht gut ist, nicht richtig, und sehr oft geht das Gespräch in diese Richtung: was Korach dazu bewog zu streiten, was die Grundlage für den Streit war, worin sein Vorhaben bestand.

Korach ist kein einfacher Mensch. Der Überlieferung nach ist er einer der reichsten Menschen Israels. Bis heute gibt es die Redensart „reich wie Korach“. Er will Einfluss haben, hat aber keinen Einfluss, deshalb spannt er zwei Geschäftemacher ein – Datan und Awiram, und einen Mann namens On ben Pelet, und dann schließt sich noch eine Unterstützergruppe an, zweihundertfünfzig namhafte Leute, von denen, die auch gern das Räuchern im Zelt der Begegnung vollziehen würden, es aber nicht wagen, sich nicht trauen. So wird die Stimme des Volkes organisiert, und seit jener Zeit ist das das allgemeine Schema für einen Aufstand. Wenn Korach in den Spiegel geschaut und sich gefragt hätte, was er will und wofür er kämpft, hätte er zweifellos gesagt, dass er für Gerechtigkeit kämpft, damit alle gleich viel haben, damit alle gleich sind, damit es keinerlei Hierarchie gibt.

Den Namen Korach bringt man, wie wir schon im Buch Schemot erwähnt haben, am häufigsten mit Kraft in Verbindung. Am wahrscheinlichsten aber ist, dass der Name vom Wort keréach (kahl) stammt. Von derselben Wurzel stammt auch das Wort kérach (Eis) – gewöhnlich ist die Oberfläche des Eises auf den Flüssen eben, die Oberfläche der Flüsse ist gleichsam kahl. Und die Weisen fragen: Was bedeutet der Name Korach, warum haben ihn seine Eltern so genannt? Wie soll man den Namen Korach symbolisch deuten? Welchen Sinn hat er bekommen? Und sie sagen, dass Korach Israel in eine karáchat (Lichtung) verwandeln wollte, eine Waldlichtung, wörtlich – eine Glatze des Waldes. Aus irgendeinem Grund ist der Boden dort nicht sehr gut, dort wachsen keinerlei Bäume – weder niedrige noch hohe, nur irgendwelche niedrigwüchsigen Pflanzen. Wenn es keine Bäume gibt, ist auf einer Waldlichtung alles mehr oder weniger gleich. Bekanntlich fühlen sich kleinwüchsige Menschen und Zwerge wohler, wenn niemand Großer in der Nähe ist.

Denkt doch nur: Da sind Menschen aus Ägypten ausgezogen und zum Berg Sinai gekommen (und Korach auch). Und sie standen am Berg Sinai, und sie sagten das berühmte na'asé wenischmá (wir werden tun und wir werden hören), und sie aßen das Man, gingen durch das goldene Kalb, durch Prüfungen und Strafen. So haben sie dieses erstaunliche Jahr gelebt, und plötzlich wird ihnen nach der Geschichte mit den Kundschaftern gesagt: „Eure ganze Generation wird in der Wüste sterben.“ Welchen Sinn hat das Leben jetzt für Menschen, die wissen, dass sie gewiss in der Wüste sterben werden? Gott wartet einfach, bis vierzig Jahre vergehen und die ganze Generation ausstirbt. Gott tötet sie nicht sofort, sondern wartet, bis sie von selbst stirbt. Und es scheint, dass das weitere Leben ohne Sinn ist. Und Korach ist gekränkt: Wohin haben uns die Führer gebracht?

Im Volk Israel gibt es eine bestimmte Hierarchie, und es gibt einen Führer – Mosche. Aber es entsteht der Eindruck, dass er die Schlüsselposten ungerecht verteilt hat. Und Korach will für Gerechtigkeit kämpfen, will diese Hierarchie beseitigen: „Die ganze Gemeinschaft ist gleich heilig, wir sind alle gleich. Worin besteht dann der Unterschied? Warum sollen wir die einen von den anderen unterscheiden? Warum sind die einen größer, die anderen kleiner? Lasst uns die Unterschiede auslöschen!“ Und im Großen und Ganzen, wie die Weisen sagen, letzten Endes, wenn die Welt an das Ende ihres Bestehens kommt und der Wolf friedlich mit dem Schaf leben wird, dann werden die Unterschiede vergehen, wird die Hierarchie verschwinden, wird nicht mehr einer den anderen lehren. Letzten Endes wird es doch nach Korachs Art sein. Aber das ist ein langer Prozess der Berichtigung. Man kann die Welt nicht sofort vollkommen machen, die Welt muss heranwachsen, und man muss mit ihr wachsen.

Manche sagen, dass Korach im Geist sah, dass von ihm der Prophet Schmu'el geboren werden wird. Und der Prophet Schmu'el ist so ein Volksprophet: Wo er ist, da ist auch sein Haus. Er findet überall mit den Menschen eine gemeinsame Sprache, er verhält sich zu allen gleich, und zu ihm steigt man auch hinauf, zu ihm kommt man auch um Rat. Und es scheint, dass es im Dienst dieses Volkspropheten keinerlei Hierarchie gibt. Und genau für eine solche Volkstümlichkeit, für eine solche Gleichheit kämpft Korach. Korach ist für einen Streit gegen den Streit, für einen Streit darum, dass es keine Streitigkeiten gibt: Lasst uns einfach den Feind umarmen, lasst uns einfach annehmen, dass wir alle gleich sind, und alle Unterschiede beseitigen.

Die jüdischen Midraschim sprechen von den Fragen, die er stellte, zum Beispiel: Wenn ein Mensch ein blaues Gewand hat, braucht er dann einen blauen Faden an der Zizit? Wenn es ein Haus voller Torarollen gibt, muss man dann an der Tür eine Mesusa anbringen? Und Mosche antwortete ihm: Ja, das muss man, denn so ist das Gesetz. Das heißt, wenn wir voller guter Absichten sind, wenn ich meine Frau sehr, von ganzem Herzen, aufrichtig liebe, muss ich ihr dann Blumen schenken und den Müll hinaustragen? Korach ist dafür, dass man das nicht muss. Und vielleicht wird es sich in der Zukunft auch so einrichten und ordnen, aber wir leben in einer Welt, die uns dazu gegeben ist, dass wir mit Gottes Hilfe sowohl ihrer Berichtigung dienen als auch, unter anderem, unserer eigenen Berichtigung.

In dieser Welt ist jeder von uns ein wandelnder Streit, denn mein Gesicht gleicht dem Gesicht keines anderen. Die Instrumente, die mir auf den Weg gegeben sind, die Instrumente, die mir der Höchste gegeben hat, um zu dienen, sie gleichen nicht den Instrumenten, die Er einem anderen gegeben hat. Jemand ist stärker als ich, jemand kann besser singen als ich, jemand kann besser malen als ich, besser reden als ich. Aber gerade meine Instrumente sind am besten geeignet, um meine Funktion zu erfüllen, um meinen Dienst zu erfüllen. Gerade ich selbst kann ich am besten sein. Und ich muss, wenn ich mit einem anderen streite, verstehen, dass neben mir ein völlig anderer Mensch ist, nicht so wie ich, mit anderen Instrumenten, und auch er dient dem Höchsten.

Als die Weisen den Streit Korachs untersuchten, sagten sie: „Jeder Streit, der im Namen des Himmels geschieht, der wird Bestand haben.“ Das heißt, wenn Herz und Gehirn streiten, dann sagt das Herz: „Man muss Blut pumpen“, und das Gehirn sagt: „Man muss sich mit anderen Funktionen beschäftigen.“ Und weil diese Teilung (machlóket) im Namen des Himmels geschieht, funktioniert das alles in Harmonie. Deshalb sagt man, dass diejenigen, die über die Tora streiten, den Frieden in der ganzen Welt mehren, weil sie in diesem Streit die Harmonie bewahren. Übrigens wird der Streit im Hebräischen auch mit dem Wort machlóket bezeichnet, das heißt Teilung in Teilchen, als ob jeder einen Teil von einem Ganzen hat. Aber nicht einen Abbruch der Beziehungen, sondern Harmonie im Streit verschiedener Menschen. Und das ist mein wunderbares Recht – nicht so zu sein wie die anderen und meinen Nächsten zu lieben, der nicht so ist wie ich, ihn zu lieben wie mich selbst, und in Harmonie mit ihm zu handeln.

Korach wollte, dass alle gleich sind. Er schlägt vor, Folgendes anzuerkennen: „Mag ein Mensch auch nicht sehr gut Geige spielen, aber er bemüht sich doch! Lasst uns nicht nach dem Potenzial messen, nicht nach den Instrumenten, lasst uns nach den Bemühungen messen. Ich will etwas so sehr, deshalb wollen wir annehmen, dass ich es habe. Lasst uns den anderen so annehmen, wie er ist, selbst wenn er sich selbst nicht so annimmt. Lasst uns einander umarmen, und alle Streitigkeiten verschwinden.“

Nein, es gibt eine Hierarchie, es gibt eine Aufteilung in Funktionen, jeder Mensch hat seinen Dienst, seine Bestimmung. Nicht alle werden gleich sein, und der Wunsch, der Korach als Kämpfer für Gerechtigkeit antreibt – das ist der Wunsch, an einem fremden Platz zu sein, der Wunsch, ein fremdes Leben zu leben, das ist letzten Endes einfacher Neid. Der Neid ist, so seltsam es scheint, eine der Sünden, die am meisten verurteilt werden, so wie in der Tora am meisten der Wunsch verurteilt wird, einen fremden Platz einzunehmen, einen fremden Dienst zu verrichten, nicht man selbst zu sein oder man selbst nicht zu sein. Ein Mensch, der neidisch ist, lebt ein fremdes Leben, befindet sich mit sich selbst im Streit, und das ist kein Streit im Namen des Himmels, das ist ein Streit im Namen der eigenen Vorstellungen von Gerechtigkeit, im Namen seiner selbst: Ich will, dass man mich für besser hält. Ich will nicht mit meinen bescheidenen Instrumenten dienen, will nicht an meinem Platz sein, ich will an dem Platz sein, an dem ich sein will.

Der Streit Korachs mit Mosche ist ein Streit mit der Tora, ein Streit mit dem Gesetz, das in dieser Welt Gott festlegt, obwohl das schön aussehen kann, gerecht scheinen kann (na klar, ihm tut es um den Staat weh, ihm tut es weh, wohin uns die Führer gebracht haben). Die Führer haben uns doch dahin gebracht, dass wir jetzt vierzig Jahre hier sinnlos leben werden – der eine vierzig, der andere auch weniger, aber in vierzig Jahren werden alle sterben. Eine ganze Generation ist des Lebenssinns beraubt, es gibt keinen Sinn in der Berichtigung, es gibt keinen Sinn im geduldigen Warten, und man will hier und jetzt jene wunderbaren messianischen Zeiten. Korach überlegt so: „Ich sehe, im Geist sehe ich, dass von mir der Prophet Schmu'el abstammen wird. Also habe ich recht, Gott ist auf meiner Seite, wenn ich solche Früchte haben werde.“ Nun, dasselbe kann man auch über Lot sagen. Lot wurde zum Stammvater von Jeschua Maschiach, aber das macht das, was er mit seinen Töchtern getan hat, nicht richtig.

Wenn wir zum allerallerersten Anfang zurückkehren, dann wurde der erste Sündenfall des Menschen begangen, weil man sein wollte wie Götter. Man wollte nicht einfach eine Frau sein, nicht einfach ein Mensch sein, sondern sein wie Götter, die Gut und Böse kennen. Die Schlange sagt (nach den Midraschim): „Er hat euch verboten zu essen, weil Er Selbst gegessen hat und so geworden ist, wie Er jetzt ist, und wenn ihr esst, dann werdet auch ihr selbst so werden.“ So eine Überlegung: Wir wollen sein wie Götter, wir wollen nicht einfach Menschen sein. Und Korach will nicht einfach ein Kohen sein, einfach ein reicher Mensch, er will den Platz eines anderen einnehmen. Ein uralter Streit, der einfach vor das Angesicht Mosches trat, in Gestalt eines Kampfes für Gerechtigkeit. Man kann es so sagen: Auch die Schlange wollte Gerechtigkeit, die Schlange wollte, dass alle werden dürften wie Gott: „Was denn, ist etwa nur Er Gott? Auch wir können werden wie einer von ihnen, Gut und Böse kennen. Was ist das, ein Monopol oder was?“ Eben dieser uralte Streit wird von Korach wiederbelebt, und die Wurzel ist Neid, der Unwille, an seinem Platz zu sein, die Nichtannahme der Macht des Schöpfers als Desjenigen, Der uns mit allen, absolut allen nötigen Werkzeugen ausgestattet hat, um wir selbst zu sein. Es gibt manche Dinge, die wir lernen können, manche Dinge, die wir uns mit unseren Werkzeugen aneignen können. Aber wenn ich kein harmonisches musikalisches Gehör habe, dann werde ich nie ein Musiker werden, es gibt etwas anderes, wo ich mich zeigen kann. Es gibt das, was ich lernen kann, und das, was ich nicht lernen kann, aber meine Werkzeuge sind die allerbesten dafür, dass ich ich selbst bin. Und ja, die Menschen sind nicht gleich: Der eine hat die einen Werkzeuge, der andere andere, der eine hat die einen Aufgaben im Leben, der andere andere – genauso, wie der Mensch verschiedene Organe hat. Wenn wir mit dieser Aufteilung, mit dieser unserer Besonderheit, zusammen mit diesen unseren Werkzeugen im Namen des Himmels handeln, dann bewegen wir uns auf die Berichtigung zu. Wenn wir aber mit unseren Werkzeugen streiten und nicht wir selbst sein wollen, dann werden wir nicht unser eigenes Leben leben, und wir werden vom Plan Gottes abfallen, und wohin wir am Ende geraten – da kann man nur auf Gottes Gnade zählen.

Korach: verwandte Abschnitte

Lest weiter: Abschnitt Schelach, Abschnitt Behaalotecha, Abschnitt Nasso und Wochenabschnitte der Tora.

Russisches Original: alexblend.com
Diese Übersetzung wurde mit Unterstützung von KI erstellt und bedarf einer weiteren sprachlichen Bearbeitung und Korrektur durch Muttersprachler.

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    Inhalt dieses Abschnitts

    1. 1Einheit der Vielfalt 16,1–35
    2. 2Ein eigenständiger Führer 17,1–28
    3. 3Das Leben geht weiter 18,1–32
    4. 4Nicht du allein bist hier heilig
    5. 5Streiten oder nicht – das ist hier die Frage
    6. 6Korach: verwandte Abschnitte

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