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- Bemidbar
- Matot
מַטּוֹת
Matot
Gelübde, Wort und Verantwortung
- Wochenabschnitt
- 42 von 54
- Verse
- Bemidbar 30,2–32,42
- Teile
- 5
- Lesezeit
- 1 Std. 2 Min.
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Matot ist der Wochenabschnitt über Gelübde, Schwüre und die Verantwortung für das Wort. Im Stenogramm von Alex Blend werden die Kapitel 30–32 des Buches Bemidbar besprochen: der Krieg mit Midjan und die Entscheidung der Stämme Re'uwen und Gad, sich jenseits des Jordan anzusiedeln. Der hebräische Text der Tora wird von einer Transliteration, einer ÜbersetzungIm Original ist hier von einer russischen Übersetzung die Rede. Da diese Seite eine deutsche Übersetzung bietet, steht hier neutral „einer Übersetzung“. und der religiösen Auslegung des Autors begleitet.
Ein Schwur ist ein Schwur
Bemidbar 30,2–17
Mit Gottes Hilfe beginnen wir, den Wochenabschnitt Matot zu studieren, und werden mit euch ab Vers 2 von Kapitel 30 des Buches Bemidbar lesen.
וַיְדַבֵּר מֹשֶׁה אֶל־רָאשֵׁי הַמַּטּוֹת לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל לֵאמֹר זֶה הַדָּבָר אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה׃
wajdabbér mosché el-rasché hammattót liwné jisraél lemor se haddawár aschér ziwwá adonáj
2 Und Mosche redete zu den Häuptern der Stämme der Söhne Israels und sprach: „Dies ist das Wort, das der HERR geboten hat:
Mosche versammelt also die israelitischen Obersten und überbringt ihnen den Befehl des HERRN.
אִישׁ כִּי־יִדֹּר נֶדֶר לַיהוָה אוֹ־הִשָּׁבַע שְׁבֻעָה לֶאְסֹר אִסָּר עַל־נַפְשׁוֹ לֹא יַחֵל דְּבָרוֹ כְּכָל־הַיֹּצֵא מִפִּיו יַעֲשֶׂה׃
isch ki-jiddór néder ladonáj o-hischáwa schewu'á le'sór issár al-nafschó lo jachél dewaró kechol-hajozé mippíw ja'assé
3 Ein Mensch, wenn er dem HERRN ein Gelübde ablegt oder mit einem Schwur schwört und sich dabei durch irgendwelche Verpflichtungen bindet, soll sein Wort nicht leer machen; alles, was der Mensch gesagt hat, soll er tun.
Lasst uns beim Verb lechallél (leer machen, entweihen, entehren) innehalten, mit der Wurzel chet-lámed-lámed. Und mit dieser Wurzel, mit diesem Wort ist ein trauriger Fehler verbunden. Es gibt im Hebräischen noch ein Verb, das in der Schreibung sehr ähnlich, in der Bedeutung aber völlig entgegengesetzt ist – lehallel (loben, preisen), mit der Wurzel hej-lamed-lamed. Sehr oft geschieht es, dass Menschen, die den HERRN preisen wollen, statt des wunderbaren hallelú – preist, sagen challelú – entehrt. Der Unterschied liegt nur in einem einzigen Laut, und in der Schrift nur in einem kleinen Strichlein zwischen den Buchstaben hej (ה) und chet (ח), aber die Bedeutung ist diametral entgegengesetzt. Deshalb muss der Mensch (da unsere Verse nun einmal von der Achtsamkeit auf die eigenen Worte sprechen) auch in dieser Frage achtsam sein und sich bemühen, richtig auszusprechen, damit der Klang des Wortes allelúja (preist den HERRN) nicht ähnlich klingt wie challeluja, das einen ganz anderen Sinn hat.
Was sagt denn also unser Vers? Ein Mensch, der dem HERRN ein Gelübde abgelegt oder mit einem Schwur geschworen hat, der irgendwelche Verpflichtungen auf sich genommen, sich durch irgendwelche Verpflichtungen gebunden, sich etwas verboten (le'essór) hat, soll nicht leer daherreden, seine Worte sollen nicht leer sein; alles, was er gesagt hat, soll er tun.
Das Wort néder (Gelübde) bezeichnet eine Situation, in der ein Mensch Verpflichtungen auf sich nimmt, die mit einer bestimmten Bedingung verbunden sind. Ein Mensch sagt zum Beispiel: „Wenn mein Sohn gesund wird, dann spende ich fünfhundert Dollar für die Herausgabe der Tora. Wenn ich eine gute Arbeit bekomme, dann tue ich dies und das.“ Es gibt eine Bedingung, es gibt eine Verpflichtung, die der Mensch für den Fall auf sich nimmt, dass diese Bedingung erfüllt wird.
Das Wort schewuá (Schwur) ist das, was ein Mensch ohne jeden Zusammenhang mit dem Geschehen tut, er nimmt irgendeine Einschränkung auf sich, verbietet sich etwas, das ihm erlaubt ist. Zum Beispiel kann ein Mensch sagen: „Ich schwöre, dass ich keine Früchte der Davidsonia mehr essen werde (das ist so ein Baum, der nur in Australien wächst)“, oder: „Ich schwöre, dass ich jeden Tag zum allerfrühesten Morgengebet in die Synagoge gehen werde.“ Und wenn man diese Früchte früher essen durfte, wenn der Mensch früher nicht verpflichtet war, zum allerfrühesten Gebet zu gehen, dann hat er jetzt, nachdem er geschworen hat, eine solche Verpflichtung auf sich genommen.
Der Mensch hat das Recht, die eine oder andere Einschränkung oder Verpflichtung für sein geistliches Wachstum zu beschließen und auf sich zu nehmen. Etwas anderes ist (das ist sehr wichtig zu sagen): Obwohl die Tora hier vom Gelübde und vom Schwur spricht, bedeutet das nicht, dass es gut ist, Gelübde und Schwüre abzulegen. Man kann einfach eine Entscheidung treffen, die Entscheidung verkünden und seinen Worten folgen, ohne beim Namen des HERRN zu schwören. Das ist sehr gefährlich, beim Namen des HERRN zu schwören, denn wir wissen in Wirklichkeit nicht, ob wir die Verpflichtungen, die wir eingehen, erfüllen können. Und die Tora sagt hier, wie man handeln soll, wenn ein Mensch doch geschworen hat.
Bei Schwüren gibt es noch eine Situation, von der Jeschua Maschiach spricht (Matth. 5,33–37). Das ist, wenn Leute um des schönen Wortes willen, um ihren Worten Gewicht, Glaubwürdigkeit zu verleihen, ihnen einen Schwur hinzufügen. Der Mensch sagt nicht einfach: „Ich war in Jerusalem“, er sagt (nehmen wir die Worte des Barons Münchhausen): „Ich schwöre bei meinem Dreispitz, dass ich in Jerusalem war.“ Mit dem Dreispitz ginge es ja noch: Ich schwöre bei meinem Kopf, ich schwöre beim Himmel, ich schwöre bei noch irgendetwas.
Der Mensch hat keine Macht über das, was in einer Sekunde geschehen wird. Und er hat weder über seinen Kopf noch über den Himmel Macht. Deshalb ist es einfach eine Lüge, der Schönheit halber seinen Worten irgendeinen Schwur hinzuzufügen. Im Gericht war es üblich, zweimal zu wiederholen: Wenn ein Mensch etwas bestätigte, sagte er ken, ken (ja, ja), und wenn er verneinte, sagte er lo, lo (nein, nein). Und das genügte. Wenn du Vertrauen verdienst, wenn du wahrhaftig bist, dann musst du weder ich schwöre beim Pharao noch ich schwöre bei meinem Dreispitz hinzufügen, keinen anderen Schwur muss man dem hinzufügen. All diese Wortverzierungen sind vom Bösen, sei einfach deinen Worten treu, davon sprach Jeschua.
Es ist sehr wichtig, dass Mosche diese Worte hier spricht, sie zu den Obersten Israels spricht, das heißt zu den Führern. Heute ist es bei Politikern üblich, Wahlversprechen zu geben, und nur ein Naiver erwartet, dass sie erfüllt werden. So sagt man auch: „Bist du naiv? Das waren doch Wahlversprechen!“ Wie ein sehr bekannter israelischer Politiker, Lewi Eschkol, sagte: „Ich habe es versprochen, aber ich habe doch nicht versprochen, dass ich meine Versprechen erfülle“, und das ist ganz normal. Mosche beginnt hier mit den Führern des Volkes Israel und lehrt, dass gerade sie vor allem für ihre Worte verantwortlich sein müssen.
Über das Gebet sagt man: Wenn ein Mensch mit gesundem Gehör betet und sein Gebet selbst nicht hört, dann ist es gleichsam überhaupt kein Gebet. Ebenso, wenn ein Mensch etwas predigt, etwas lehrt, jemandem einen Gedanken vermitteln will, dann muss er vor allem selbst seinen Gedanken hören, mit der Treue zu seinem Wort beginnen, damit die Worte nicht von der Tat abweichen. Unter anderem lehren uns diese zwei ersten Verse unseres Wochenabschnitts auch dies, und sie lehren uns auch, wie wir auf unsere Anführer schauen sollen.
וְאִשָּׁה כִּי־תִדֹּר נֶדֶר לַיהוָה וְאָסְרָה אִסָּר בְּבֵית אָבִיהָ בִּנְעֻרֶיהָ׃
we'ischá ki-tiddór néder ladonáj we'asserá issár bewét awíha bin'uréha
4 Und eine Frau, wenn sie dem HERRN ein Gelübde ablegt und sich im Haus ihres Vaters in ihrer Jugend durch Verpflichtungen gebunden hat,
וְשָׁמַע אָבִיהָ אֶת־נִדְרָהּ וֶאֱסָרָהּ אֲשֶׁר אָסְרָה עַל־נַפְשָׁהּ וְהֶחֱרִישׁ לָהּ אָבִיהָ וְקָמוּ כָּל־נְדָרֶיהָ וְכָל־אִסָּר אֲשֶׁר־אָסְרָה עַל־נַפְשָׁהּ יָקוּם׃
weschamá awíha et-nidrá we'essará aschér asserá al-nafscha wehecherísch la awiha wekámu kol-nedaréha wechol-issár ascher-asserá al-nafschá jakúm
5 Und ihr Vater hörte ihr Gelübde und vernahm die Verpflichtung, die sie auf sich genommen hat, und der Vater schwieg zu ihr, so haben alle ihre Gelübde Bestand, und alle Verpflichtungen, durch die sie sich gebunden hat, sind alle gültig.
Sie hat zum Beispiel ein solches Gelübde abgelegt: „Wenn ich gut heirate und einen guten, liebenden Mann bekomme, dann werde ich den ganzen Tag von morgens bis abends, solange er auf der Arbeit ist, fasten und ohne ihn nicht essen, ich werde fasten und für seine Gesundheit beten.“
Der Vater hörte also ihr Gelübde, und der Vater schwieg zu ihr. Das bedeutet, dass der Vater ihr zugestimmt hat. Rechtlich bedeutet das Zustimmung: Wenn ich etwas gehört habe und schweige, dann bin ich also mit dem einverstanden, was ich höre. Das ist sehr wichtig, nicht nur für diesen Moment, das ist sehr wichtig für verschiedene andere Lebenssituationen. Du hörst und schweigst – also stimmst du zu. Für die Zustimmung kann man manchmal auch eine Strafe bekommen: Wenn man etwas hört und schweigt, etwas sieht und schweigt, dann kann das sehr schlimm enden. Aber in unserer Situation lesen wir davon, dass der Vater das Gelübde hörte, das seine Tochter abgelegt hatte, und schwieg, und dann sind alle Verpflichtungen, durch die sie sich gebunden hat, alle gültig. Aber es kann auch anders sein.
וְאִם־הֵנִיא אָבִיהָ אֹתָהּ בְּיוֹם שָׁמְעוֹ כָּל־נְדָרֶיהָ וֶאֱסָרֶיהָ אֲשֶׁר־אָסְרָה עַל־נַפְשָׁהּ לֹא יָקוּם וַיהוָה יִסְלַח־לָהּ כִּי־הֵנִיא אָבִיהָ אֹתָהּ׃
we'im-hení awíha otá bejom schom'ó kol-nedarehá we'essaréha ascher-asserá al-nafschá lo jakúm wadonáj jislach-lá ki-hení awíha otá
6 Wenn aber ihr Vater sie zurückgehalten (gebremst) hat an dem Tag, als er ihre Gelübde hörte und die Verpflichtungen, durch die sie sich gebunden hat, dann ist das ungültig, und der HERR wird ihr vergeben, denn der Vater hat sie abgehalten.
Warum braucht es plötzlich für die Frau, für ihre Gelübde eine gewisse Kontrolle? Das ist nötig, weil die Frau emotionaler ist als der Mann. Wenn der Mann sich selbst lenkt, in der Welt handelt und sich dabei von Logik und Verstand leiten lässt, dann handelt die Frau mehr emotional. Das bedeutet keineswegs, dass die Frau dümmer ist als der Mann, und umgekehrt, dass der Mann klüger ist als die Frau. Man kann es so sagen: Wenn der Mann hundert Einheiten Verstand und siebzig Einheiten Emotionen hat, dann hat die Frau, sagen wir, zweihundert Einheiten Verstand und fünfhundert Einheiten Emotionen. Bei der Frau überwiegen in ihrer Natur (wir sprechen von den meisten Frauen, von der weiblichen Natur überhaupt) die Emotionen, oft trifft sie irgendwelche Entscheidungen emotional. Und deshalb kann der Vater, der sie kennt, vom gesunden Menschenverstand geleitet, sie zurückhalten und sagen: „Beeil dich nicht, du weißt nicht, wie alles sein wird. Wozu nimmst du solche Verpflichtungen auf dich? Vielleicht wird alles nicht so sein, wie du es dir in deiner Vorstellung ausmalst.“
וְאִם־הָיוֹ תִהְיֶה לְאִישׁ וּנְדָרֶיהָ עָלֶיהָ אוֹ מִבְטָא שְׂפָתֶיהָ אֲשֶׁר אָסְרָה עַל־נַפְשָׁהּ׃
we'im-hajo tihjé le'ísch undaréha aléha o miwtá sefatéha aschér asserá al-nafschá
7 Und wenn sie heiratet und auf ihr irgendwelche Gelübde oder einfach Verpflichtungen liegen, die sie schon auf sich genommen hat,
Und nun hat sie geheiratet, und in ihrer Vergangenheit gibt es irgendwelche Gelübde. Das können Gelübde sein, die ihr Vater gebilligt hat, oder Gelübde, von denen ihr Vater gar nichts weiß, oder einfach irgendwelche Worte, einfach irgendwelche Verpflichtungen, die sie ohne Schwur auf sich genommen hat. Sie hat einfach beschlossen – so und so werde ich es machen. Hier muss man eine Besonderheit im Verhalten der Menschen im Altertum berücksichtigen. Frauen, Männer nahmen sehr oft asketische Gelübde auf sich. Eine Frau konnte sagen: „Ich werde mich nicht waschen außer freitags; ich werde mich nicht kämmen außer freitags; ich werde keine Wäsche waschen außer freitags; ich werde mir keine neuen Kleider kaufen außer zu Pessach“ und dergleichen. Eine Menge solcher Einschränkungen konnte eine Frau sich auferlegen, von Emotionen getrieben.
Also, die Frau ist verheiratet, sie hat einen jungen Mann, und sie erinnert sich (oder der Mann bemerkt es an ihrem Verhalten) an irgendein Gelübde, das sie im Haus ihres Vaters auf sich genommen hat. Zum Beispiel wechselt sie ihr Kleid wochenlang nicht, oder der Mann kommt nach Hause und sieht, dass seine Frau den ganzen Tag nichts gegessen hat. Und er fragt seine Frau: „Liebling, was ist denn los?“ Und die Frau erzählt ihm: so und so.
וְשָׁמַע אִישָׁהּ בְּיוֹם שָׁמְעוֹ וְהֶחֱרִישׁ לָהּ וְקָמוּ נְדָרֶיהָ וֶאֱסָרֶהָ אֲשֶׁר־אָסְרָה עַל־נַפְשָׁהּ יָקֻמוּ׃
weschamá ischá bejom schom'ó wehecherísch la wekámu nedaréha we'essaréha ascher-asserá al-nafschá jakúmu
8 Und der Mann hörte es, und an dem Tag, als er es hörte, schwieg er, dann haben alle ihre Gelübde Bestand, und die Verpflichtungen, die sie auf sich genommen hat, sind gültig.
Zum Beispiel hat eine Frau ein solches Gelübde abgelegt: „Wenn ich heirate und mir ein Sohn geboren wird, dann werde ich nach der Geburt des Sohnes nie mehr Maracuja essen.“ Als der Sohn einen Monat alt wurde, gingen sie auf den Markt, der Mann sah es und sagte: „Willst du Maracuja?“ Und die Frau antwortete: „Weißt du, ich habe mir versprochen, dass ich, wenn ein Sohn geboren wird, keine Maracuja mehr esse.“ Der Mann kann sagen: „Nun gut, das ist deine Sache, ich werde nicht widersprechen.“
וְאִם בְּיוֹם שְׁמֹעַ אִישָׁהּ יָנִיא אוֹתָהּ וְהֵפֵר אֶת־נִדְרָהּ אֲשֶׁר עָלֶיהָ וְאֵת מִבְטָא שְׂפָתֶיהָ אֲשֶׁר אָסְרָה עַל־נַפְשָׁהּ וַיהוָה יִסְלַח־לָהּ׃
we'ím bejom schemóa ischá janí otá wehefér et-nidrá aschér aléha we'ét miwtá sefatéha aschér-asserá al-nafschá wadonáj jislach-lá
9 Wenn er sie aber an dem Tag, als ihr Mann es hörte, ein wenig zurückgehalten hat und er das Gelübde gebrochen hat, das auf ihr lag, oder irgendeine mit Worten auf sich genommene Verpflichtung, dann wird der HERR ihr vergeben.
Er hat sie ein wenig zurückgehalten und ist, mehr noch, hingegangen und hat ihr ganz unverschämt ein neues Kleid oder Ohrringe geschenkt. Genauso wie der Vater seine Tochter ein wenig zurückhalten konnte, genauso kann auch der Mann seine Frau ein wenig zurückhalten, und darüber hinaus kann er ihr auch praktisch helfen und zusammen mit ihr dieses Gelübde sogar brechen. Warum ist das möglich? Weil das schon ein Fleisch ist, und es ergibt sich, dass es in gewissem Maß auch schon der Schwur des Mannes ist. Der Mann kann dagegen Einspruch erheben, dass die Frau sich weigert, sich neue Kleider zu kaufen, oder sie nur einmal im Jahr kaufen will. Deshalb kann er sie nicht nur ein wenig zurückhalten, sondern er kann ihr einfach ein Kleid kaufen und damit ihr Gelübde brechen.
וְנֵדֶר אַלְמָנָה וּגְרוּשָׁה כֹּל אֲשֶׁר־אָסְרָה עַל־נַפְשָׁהּ יָקוּם עָלֶיהָ׃
wenéder almaná ugruschá kol ascher-asserá al-nafschá jakúm aléha
10 Und der Schwur einer Witwe und einer Geschiedenen, alles, was sie auf sich genommen hat, wird für sie in Kraft sein.
Da die Witwe oder die Geschiedene nicht unter der Macht, unter dem Gesetz eines Mannes steht, ist sie natürlich für die Erfüllung ihrer Gelübde verantwortlich. Aber wenn diese geschiedene Frau oder Witwe wieder heiratet, dann wird der Mann ihre Gelübde neu prüfen können.
וְאִם־בֵּית אִישָׁהּ נָדָרָה אוֹ־אָסְרָה אִסָּר עַל־נַפְשָׁהּ בִּשְׁבֻעָה׃
we'im-bét ischá nadára o-asserá issár al-nafschá bischwu'á
11 Wenn sie aber im Haus des Mannes ein Gelübde abgelegt oder einen Schwur auf sich genommen hat,
Es kann so kommen, dass diese Frau irgendein neues Gelübde schon im Haus ihres Mannes auf sich genommen hat, oder sie hat einfach eine Entscheidung getroffen und gesagt: „Ich werde es so und so machen.“ Und wir lesen Geschichten aus der Vergangenheit, wie Frauen beschlossen, sich nicht zu waschen, sich nicht zu kämmen, keine Kosmetik zu benutzen und das Haar nicht wachsen zu lassen, und viele, viele andere Entscheidungen, die mit Askese verbunden waren, konnten sie treffen. Der Mann konnte unerwartet erfahren, dass seine Frau aufgehört hatte, die Bettwäsche zu wechseln, oder aufgehört hatte, sich zu kämmen, oder dass sie noch irgendeine andere Schrulle bekommen hatte. Vielleicht aber war es auch etwas Gutes und Gütiges.
וְשָׁמַע אִישָׁהּ וְהֶחֱרִשׁ לָהּ לֹא הֵנִיא אֹתָהּ וְקָמוּ כָּל־נְדָרֶיהָ וְכָל־אִסָּר אֲשֶׁר־אָסְרָה עַל־נַפְשָׁהּ יָקוּם׃
weschamá ischá wehecherísch la lo hení otá wekámu kol-nedaréha wechol-issár ascher-asserá al-nafschá jakúm
12 Und ihr Mann hörte es und schwieg und bremste sie nicht, und alle ihre Gelübde haben Bestand, und jede Verpflichtung, durch die sie sich gebunden hat, wird Bestand haben.
וְאִם־הָפֵר יָפֵר אֹתָם אִישָׁהּ בְּיוֹם שָׁמְעוֹ כָּל־מוֹצָא שְׂפָתֶיהָ לִנְדָרֶיהָ וּלְאִסַּר נַפְשָׁהּ לֹא יָקוּם אִישָׁהּ הֲפֵרָם וַיהוָה יִסְלַח־לָהּ׃
we'im-hafér jafér otám ischá bejom schom'ó kol-mozá sefatéhá lindaréha ul'issár nafschá lo jakúm ischá haferám wadonáj jislach-lá
13 Wenn aber ihr Mann dieses Gelübde an dem Tag bricht, an dem er alles hörte, was sie sagte, und all die Verpflichtungen, durch die sie sich band, dann sind sie ungültig: Ihr Mann hat sie gebrochen, und der HERR wird ihr vergeben.
כָּל־נֵדֶר וְכָל־שְׁבֻעַת אִסָּר לְעַנֹּת נָפֶשׁ אִישָׁהּ יְקִימֶנּוּ וְאִישָׁהּ יְפֵרֶנּוּ׃
kol-néder wechol-schewuát issár le'annót náfesch ischá jekiménnu we'ischá jeferénnu
14 Jedes Gelübde und jeden Schwur, der mit Selbstkasteiung verbunden ist – der Mann wird sie bestätigen, oder der Mann wird sie aufheben.
Und (wie ich schon gesagt habe) alles, was mit Selbstkasteiung, mit Selbstquälerei, mit Selbstbeschränkung verbunden ist: „Ich werde nicht weich schlafen, ich werde mich nicht am Ofen wärmen, ich werde nicht essen, solange der Mann auf der Arbeit ist, ich werde fasten, ich werde mich nicht kämmen“ und so weiter, alle solchen Schwüre kann der Mann bestätigen oder aufheben.
Bezüglich des 14. Verses, den wir gerade gelesen haben, gibt es einen Streit. Die einen sagen, dass alle Gelübde, selbst wenn diese Gelübde, diese Schwüre, diese Versprechen ihre persönliche Askese betreffen (zum Beispiel Fasten oder das tägliche zehnstündige Lesen des Buches Tehillim oder noch ein Haufen ähnlicher Verpflichtungen), die mit irgendeiner Selbstkasteiung, mit irgendeiner Unterdrückung des Leiblichen verbunden ist, dass sogar diese der Mann aufheben kann. Und andere Kommentatoren sagen, dass dieser 14. Vers uns lehrt, dass der Mann nur diejenigen Gelübde aufheben kann, die sich auf die Selbstauszehrung beziehen. Und wenn zum Beispiel ein Mädchen in der Kindheit ein Gelübde abgelegt und gesagt hat: „Wenn mir ein gesunder Junge geboren wird und die Geburt leicht ist und alles gut geht, dann gehe ich hin und adoptiere noch drei Kinder“, dann bezieht sich dieses Gelübde nicht auf Selbstkasteiung, auf irgendeine Selbstgeißelung, und der Mann kann es nicht aufheben.
Das heißt, nach dem einen Ansatz kann der Mann alle Schwüre, und sogar das, was unmittelbar ihren Körper betrifft, auf Grundlage des 14. Verses aufheben. Und nach dem anderen Ansatz kann der Mann nur die Askese aufheben, andere Gelöbnisse aber kann er nicht aufheben. Warum so? Weil der Mann in Wirklichkeit dem Körper seiner Frau gegenüber nicht gleichgültig ist, und wenn sie irgendwelche asketischen Verpflichtungen auf sich nimmt (keine Seife zu benutzen, sich nicht zu waschen, sich nicht zu schmücken, keine neuen Kleider anzuziehen), dann betrifft das den Mann ebenfalls direkt. Die ganze Frage ist, ob dieser Vers die Möglichkeiten des Mannes erweitert oder sie einschränkt, und es gibt unterschiedliche Auffassungen.
וְאִם־הַחֲרֵשׁ יַחֲרִישׁ לָהּ אִישָׁהּ מִיּוֹם אֶל־יוֹם וְהֵקִים אֶת־כָּל־נְדָרֶיהָ אוֹ אֶת־כָּל־אֱסָרֶיהָ אֲשֶׁר עָלֶיהָ הֵקִים אֹתָם כִּי־הֶחֱרִשׁ לָהּ בְּיוֹם שָׁמְעוֹ׃
we'im-hacharésch jacharísch la ischá mijom el-jom wehekím et-kol-nedaréha o et-kol-essaréha aschér aléha hekím otám ki-hecherísch la bejom schom'ó
15 Wenn aber ihr Mann im Laufe des Tages schweigt, dann hat er damit alle ihre Gelübde und alle Verbote, die auf ihr liegen, bestätigt. Er hat sie dadurch bestätigt, dass er an dem Tag schwieg, als er sie hörte.
Es kommt vor, dass der Mann zuerst damit einverstanden war und dann dachte: „Nein, das ist irgendwie zu schwer.“ Aber wenn er am ersten Tag geschwiegen hat, dann ist es erledigt, ihre Gelübde sind gültig. Und das ist ein wichtiges Prinzip für viele andere Situationen. Eine Entscheidung wird einmal getroffen, und wenn ein Mensch gesagt hat: „Ich bin einverstanden“, dann muss man danach nicht lange nachdenken und herumwühlen, warum er zugestimmt hat und so weiter. Der Mensch (zum Beispiel ein Richter im Gericht) überlegt und urteilt auf der Grundlage dessen, was er sehen kann, und trifft auf diese Weise eine Entscheidung. Und eine ehrlich getroffene Entscheidung auf der Grundlage dessen, was jetzt gerade vor dem Menschen liegt, auf der Grundlage dessen, wie er es jetzt versteht – diese Entscheidung ist eben die richtige. Entscheide auf der Grundlage dessen, was dir der HERR heute offenbart hat, was dir der HERR heute zeigt. Wenn du später denken wirst: „Ach, hätte ich das gewusst, hätte ich jenes gewusst, hätte der HERR es mir damals offenbart, dann wäre ich an einem anderen Ort gelandet.“ Als gläubiger Mensch denk daran: Du bist dort gelandet, wohin Gott dich geführt hat, das heißt hier und jetzt (wenn du mit Gott gegangen bist, natürlich). Deshalb fang nicht an, Daten zu sammeln, eröffne keine Forschungsmission, triff eine Entscheidung auf der Grundlage dessen, was du gesehen hast, triff die Entscheidung heute. Das ist es, was die Tora sagt: „Du stimmst heute diesem Gelübde der Frau entweder zu, oder du brichst dieses Gelübde.“ Aber eben heute, an dem Tag, an dem du es gehört hast, und man muss nicht anfangen, darin zu schmoren und zu denken: „Und was ist mit ihr, warum sie?“ Entscheide hier und jetzt. Das ist sehr wichtig, und nicht nur in dieser Situation.
וְאִם־הָפֵר יָפֵר אֹתָם אַחֲרֵי שָׁמְעוֹ וְנָשָׂא אֶת־עֲוֹנָהּ׃
we'im-hafér jafér otám acharé schom'ów wenassá et-awoná
16 Wenn er sie aber aufhebt, nachdem er es gehört hat, dann wird er ihre Sünde tragen.
Wenn er aber, nachdem er am ersten Tag schon geschwiegen hat, nachdem er bestätigt und gleichsam gesagt hat: „Mach, Liebling, was du beschlossen hast, das ist wunderbar, ich freue mich sehr für dich“, wenn er sich plötzlich aus irgendwelchen Gründen entscheidet, den Rückwärtsgang einzulegen, und sagt: „Das kann ich nicht, ich bin nicht einverstanden“, dann trägt er in diesem Fall ihre Sünde. Er wird verantwortlich für die Erfüllung ihres Gelübdes.
אֵלֶּה הַחֻקִּים אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה בֵּין אִישׁ לְאִשְׁתּוֹ בֵּין־אָב לְבִתּוֹ בִּנְעֻרֶיהָ בֵּית אָבִיהָ׃
élle hachukkím aschér ziwwá adonáj et-mosché ben isch le'ischtó ben-áw lewittó bin'uréha bet awíha
17 Dies sind die Gesetze, die der HERR Mosche geboten hat, zwischen Mann und Frau, zwischen dem Vater und seiner Tochter in ihrer Jugend, im Haus ihres Vaters.“
Das ist also die Belehrung, die der Höchste über die Beziehungen zwischen Vater und Tochter, zwischen Mann und Frau gegeben hat. Das soll uns viel mehr lehren als bloß Gelübde, Verpflichtungen und Schwüre: sowohl in Bezug auf das Treffen von Entscheidungen als auch in Bezug auf das Vertrauen zueinander, das Sich-Öffnen voreinander, und in Bezug auf noch viele, viele andere Aspekte. So arbeiten Mann und Frau zusammen, denn sie ist ihm eine Gehilfin. Und in einer echten Verbindung zwischen Mann und Frau schauen sie nicht nur einander an, sondern schauen auch gemeinsam auf den Höchsten. Deshalb kümmert sich hier der Höchste selbst um die Ordnung der Familie, kümmert sich um den Frieden zwischen Mann und Frau, um den Frieden in der Familie. Der Schöpfer der Welt, der Schöpfer des Universums, Der, Der viele Welten lenkt, kümmert sich darum, dass zwischen Mann und Frau Frieden ist, und unterweist die Männer, wie sie mit den Frauen umgehen sollen, und die Frauen, wie sie mit den Männern umgehen sollen.
Rache und Rächer
Bemidbar 31,1–54
Mit Gottes Hilfe setzen wir mit euch das Studium des Wochenabschnitts Matot fort und werden Kapitel 31 des Buches Bemidbar lesen.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
1 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:
נְקֹם נִקְמַת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל מֵאֵת הַמִּדְיָנִים אַחַר תֵּאָסֵף אֶל־עַמֶּיךָ׃
nekóm nikmát bené jisraél me'ét hammidjaním achár te'asséf el-ammécha
2 „Fordere mit Einforderung ein (räche mit Rache) für die Söhne Israels bei den Midjanitern, danach wirst du dich deinem Volk zugesellen.“
Im Hebräischen ist Rache (nikmát, nakám) eine Einforderung, das Vorlegen einer Rechnung an jemanden, die Forderung an den, der uns Schaden zugefügt, uns Kränkung angetan hat, mit uns abzurechnen. Deshalb sagt der Höchste hier zu Mosche: „Fordere Rache für die Söhne Israels von den Midjanitern ein, fordere von ihnen alle Rechnungen ein für das Böse, das sie den Söhnen Israels getan haben.“
Und welches Böse haben die Midjaniter den Söhnen Israels getan? Seinerzeit schickten die Midjaniter auf den Rat Bil'ams zusammen mit den Moabitern schöne junge Frauen, um die Israeliten zu verführen. Die Berechnung war, dass, wenn das Volk Israel in Unzucht versinkt, dies es zum Götzendienst führen und einen Riss in die Beziehung zwischen Israel und dem Höchsten bringen, das Volk Israel verwundbar machen würde, und dann wäre es leicht zu besiegen. Aber das geschah nicht, die Berechnung ging nicht auf, obwohl sehr viele Israeliten umkamen: Es gab eine große Seuche, wir haben davon im Wochenabschnitt Pinchas gelesen. Und hier sagt der Höchste zu Mosche: „Fordere von den Midjanitern ein, bevor du stirbst.“
Wir lesen in den Tehillim (58,11) Davids: „Freuen wird sich der Gerechte, denn er hat die Rache (nakám) gesehen, seine Füße wird er im Blut des Frevlers waschen.“ Wir lesen (Offb. 9–10), dass die Seelen unter dem Altar den Höchsten um Rache bitten. Das ist normal – Rache zu wollen. Manchmal muss man vergeben, manchmal muss man loslassen, die Feinde segnen, aber es gibt Fälle, in denen der Höchste selbst gebietet, Rache zu üben. Und das ist genau so ein Fall. Der Höchste sagt zu Mosche: „Räche die Söhne Israels, fordere die Kränkung der Söhne Israels von den Midjanitern ein.“
Warum rächt man sich nicht an den Moabitern, die daran ebenfalls beteiligt waren? Der Höchste hat eine besondere Vorsehung in Bezug auf die Moabiter, und wir wissen (Dewarim 2,9), dass es einen Befehl an das Volk Israel gibt, nicht gegen Moaw zu kämpfen.
וַיְדַבֵּר מֹשֶׁה אֶל־הָעָם לֵאמֹר הֵחָלְצוּ מֵאִתְּכֶם אֲנָשִׁים לַצָּבָא וְיִהְיוּ עַל־מִדְיָן לָתֵת נִקְמַת־יְהוָה בְּמִדְיָן׃
wajdabbér mosché el-ha'ám lemór hechalezú me'ittechém anaschím lazzawá wejihjú al-midján latét nikmat-adonáj bemidján
3 Und Mosche redete mit dem Volk und sprach: „Sondert aus eurer Mitte Freiwillige für die Armee aus, und sie sollen gegen die Midjaniter sein, um die Rache (das Vorlegen der Rechnung) des Höchsten an den Midjanitern zu vollziehen.
Das Wort chalúz bedeutet Wegbereiter, Pionier, das heißt, das Wort hechalezú – macht zu Wegbereitern, sondert aus. Die ersten Siedler im Land Israel, bei der Rückkehr des Volkes in das Land Israel im 19. Jahrhundert, wurden chaluzím (Pioniere, Wegbereiter) genannt. Hier bedeutet es sondert Freiwillige aus, mutige Menschen, für die militärische Operation.
Wenn der Höchste zu Mosche sagt: „Räche mit Rache die Söhne Israels“, dann sagt Mosche: „Mit der Rache des Höchsten werden wir Rache üben. Wir rächen nicht uns selbst – wir rächen den HERRN, gegen den die Midjaniter aufgetreten sind.“ Mosche sagt nicht: „Rächen wir uns“, Mosche sagt: „Rächen wir den HERRN.“ Diese Auslegung gibt Mosche den Worten des Höchsten. Ja, der HERR sagt: „Mir gehört die Rache, Ich will vergelten“, aber wir sind Gottes Volk, und manchmal rächt der HERR durch sein Volk.
אֶלֶף לַמַּטֶּה אֶלֶף לַמַּטֶּה לְכֹל מַטּוֹת יִשְׂרָאֵל תִּשְׁלְחוּ לַצָּבָא׃
élef lammatté élef lammatté lechól mattót jisraél tischlechú lazzawá
4. Je tausend Mann, je tausend Mann aus jedem Stamm schickt in die Armee bei dieser Einberufung.“
וַיִּמָּסְרוּ מֵאַלְפֵי יִשְׂרָאֵל אֶלֶף לַמַּטֶּה שְׁנֵים־עָשָׂר אֶלֶף חֲלוּצֵי צָבָא׃
wajimmaserú me'alfé jisraél élef lammatté schenem-assár élef chaluzé zawá
5 Und es wurden die Tausende Israels ausgesandt, je tausend von jedem Stamm, zwölftausend Freiwillige für die Armee.
וַיִּשְׁלַח אֹתָם מֹשֶׁה אֶלֶף לַמַּטֶּה לַצָּבָא אֹתָם וְאֶת־פִּינְחָס בֶּן־אֶלְעָזָר הַכֹּהֵן לַצָּבָא וּכְלֵי הַקֹּדֶשׁ וַחֲצֹצְרוֹת הַתְּרוּעָה בְּיָדוֹ׃
wajischlách otám mosché élef lammatté lazzawá otám we'et-pinechás ben-el'asár hakkohén lazzawá uchlé hakkódesch wachazozerót hatteru'á bejadó
6 Und Mosche sandte (mobilisierte) sie, je tausend von jedem Stamm, in das Heer, und Pinchas ben Elasar, den Kohen, setzte er über die Armee (an die Spitze), und mit ihm zusammen die heiligen Geräte, und die Trompeten in seiner Hand.
Das Heer Israels geht mit den heiligen Gegenständen des Zeltes der Begegnung, unter dem Blasen besonderer Trompeten, zum Angriff auf den Feind über.
וַיִּצְבְּאוּ עַל־מִדְיָן כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה וַיַּהַרְגוּ כָּל־זָכָר׃
wajizbe'ú al-midján ka'aschér ziwwá adonáj et-mosche wajahargú kol-sachár
7 Und sie überfielen Midjan, wie der HERR Mosche geboten hatte, und töteten alles Männliche.
וְאֶת־מַלְכֵי מִדְיָן הָרְגוּ עַל־חַלְלֵיהֶם אֶת־אֱוִי וְאֶת־רֶקֶם וְאֶת־צוּר וְאֶת־חוּר וְאֶת־רֶבַע חֲמֵשֶׁת מַלְכֵי מִדְיָן וְאֵת בִּלְעָם בֶּן־בְּעוֹר הָרְגוּ בֶּחָרֶב׃
we'et-malché midján haregú al-chalelehém et-ewí we'et-rékem we'et-zur we'et-chúr we'et-réwa chaméschet malché midján we'ét bil'ám ben-be'ór haregú bechárew
8 Und auch die Könige Midjans töteten sie unter diesen Opfern: Ewi, Rekem, Zur, Chur und Rewa, fünf Könige Midjans, und Bil'am ben Be'or töteten sie mit dem Schwert.
Hier sind fünf Könige aufgezählt: Die Midjaniter hatten viele Könige (Fürsten), und sie regierten gemeinsam. Und gesondert sagt die Tora, dass auch Bil'am, jener Bil'am, auf dessen Rat die midjanitischen Frauen versuchten, die Söhne Israels zu verführen, und der das Volk Israel verfluchen wollte, es aber segnete, getötet wurde, mit dem Schwert getötet wurde.
וַיִּשְׁבּוּ בְנֵי־יִשְׂרָאֵל אֶת־נְשֵׁי מִדְיָן וְאֶת־טַפָּם וְאֵת כָּל־בְּהֶמְתָּם וְאֶת־כָּל־מִקְנֵהֶם וְאֶת־כָּל־חֵילָם בָּזָזוּ׃
wajischbú wene-jisraél et-nesché midján we'et-tappám we'ét kol-behemtám we'et-kol-miknehém we'et-kol-chelám basásu
9 Und die Söhne Israels nahmen die midjanitischen Frauen gefangen, und ihre Kinder, und all ihr Vieh, und all ihr Kleinvieh, und all ihren Reichtum (ihre Habe) plünderten sie.
וְאֵת כָּל־עָרֵיהֶם בְּמוֹשְׁבֹתָם וְאֵת כָּל־טִירֹתָם שָׂרְפוּ בָּאֵשׁ׃
we'ét kol-arehém bemoschewotám we'ét kol-tirotám sarefú ba'ésch
10 Und alle ihre Städte nach ihren Wohnsitzen und alle ihre Schlösser verbrannten sie mit Feuer.
Das Wort tirá kann man auch als irgendein Kultbauwerk verstehen, als irgendeinen Tempel, aber höchstwahrscheinlich ist das Schloss des Adels gemeint. Alle Städte der Midjaniter wurden verbrannt, ohne Rücksicht darauf, ob es Baracken, Hütten oder Wunderwerke der Architektur waren.
וַיִּקְחוּ אֶת־כָּל־הַשָּׁלָל וְאֵת כָּל־הַמַּלְקוֹחַ בָּאָדָם וּבַבְּהֵמָה׃
wajikchú et-kol-haschalál we'ét kol-hammalkóach ba'adám uwabbehemá
11 Und sie nahmen alle Beutestücke, alles Erbeutete, Menschen und Vieh,
Es gibt schalál (Beutestücke) – das ist Besitz aus unbelebten Gegenständen: irgendwelcher kostbarer Schmuck, teure Gerätschaften aller Art, Gegenstände, Geschirr, im Haushalt nützliche Dinge – kurz, alles, was ein Soldat als Beute wegschleppen kann. Malkóach – das ist die lebendige Beute unter Menschen und Vieh. Sie nahmen sowohl das eine als auch das andere, aber sie nahmen es, ohne zu fragen.
וַיָּבִאוּ אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אֶלְעָזָר הַכֹּהֵן וְאֶל־עֲדַת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל אֶת־הַשְּׁבִי וְאֶת־הַמַּלְקוֹחַ וְאֶת־הַשָּׁלָל אֶל־הַמַּחֲנֶה אֶל־עַרְבֹת מוֹאָב אֲשֶׁר עַל־יַרְדֵּן יְרֵחוֹ׃
wajawíu el-mosché we'el-el'asár hakkohén we'el-adát bene-jisraél et-haschewí we'et-hammalkóach we'et-haschalál el-hammachané el-arwót mo'áw aschér al-jardén jerechó
12 Und sie kamen mit all dem zu Mosche und zu Elasar, dem Kohen, und zur ganzen Gemeinde Israels: die Gefangenen, die ganze Beute und alle Beutestücke, all das brachten sie und trieben es zum Lager, das in den Steppen Moaws ist, am Jordan, bei Jericho.
Also: Nach der Zerschlagung der Midjaniter brannten die Krieger ihre Städte nieder, plünderten alles, was man plündern konnte, aber sie fingen nicht an, die Beute unter sich zu teilen, sondern brachten alles zu Mosche, zu Elasar, dem Kohen, und zur ganzen Gemeinde Israels, brachten alles zum Lager. Aber in das Lager selbst lässt man sie nicht sofort hinein.
וַיֵּצְאוּ מֹשֶׁה וְאֶלְעָזָר הַכֹּהֵן וְכָל־נְשִׂיאֵי הָעֵדָה לִקְרָאתָם אֶל־מִחוּץ לַמַּחֲנֶה׃
wajeze'ú mosché we'el'asár hakkohén wechol-nesi'é ha'edá likratám el-michúz lammachané
13 Und es ging Mosche hinaus, und Elasar, der Kohen, und alle Häupter der Gemeinde, aus dem Lager den Kriegern entgegen.
Sie gingen ihnen aus dem Lager entgegen, damit die aus dem Krieg Zurückkehrenden nicht sofort ins Lager hineingingen. Mosche, Elasar, die Häupter Israels – diese ganze Delegation geht den Siegern entgegen, die reiche Beute gebracht haben. Wie reagiert Mosche auf die Rückkehr der Sieger? Wenn jemand erwartet hat, dass Mosche Medaillchen hervorholt und anfängt, sie an die Befehlshaber zu verteilen, dann weit gefehlt.
וַיִּקְצֹף מֹשֶׁה עַל פְּקוּדֵי הֶחָיִל שָׂרֵי הָאֲלָפִים וְשָׂרֵי הַמֵּאוֹת הַבָּאִים מִצְּבָא הַמִּלְחָמָה׃
wajikzóf mosché al pekudé hechájil saré ha'alafím wesaré hamme'ót habba'ím mizzewá hammilchamá
14 Und Mosche zürnte über die Führung der Armee, über die Tausendschaftsführer und über die Hundertschaftsführer, die aus dem Krieg kamen.
וַיֹּאמֶר אֲלֵיהֶם מֹשֶׁה הַחִיִּיתֶם כָּל־נְקֵבָה׃
wajomer alehém mosché hachijitém kol-nekewá
15 Und Mosche sprach zu ihnen: „Habt ihr etwa alle Frauen am Leben gelassen?
הֵן הֵנָּה הָיוּ לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל בִּדְבַר בִּלְעָם לִמְסָר־מַעַל בַּיהוָה עַל־דְּבַר־פְּעוֹר וַתְּהִי הַמַּגֵּפָה בַּעֲדַת יְהוָה׃
hen hénna hajú liwné jisraél bidwár bil'ám limsor-má'al badonáj al-dewár pe'ór wattehí hammaggefá ba'adát adonáj
16 Sie waren es doch, die das Volk Israel nach dem Wort Bil'ams verführten, dem HERRN untreu zu werden um Ba'al-Pe'ors willen, und es gab damals eine Seuche in der Gemeinde des HERRN.
Jetzt wird wieder dieselbe Geschichte beginnen: Das sind doch genau die Frauen, die im Dienst ihres Gottes kamen, um die Israeliten zu verführen. Erinnert ihr euch etwa nicht? Wozu habt ihr diese Frauen wieder hierher geschleppt, durch die damals die Verführung über das ganze Volk Israel kam?
וְעַתָּה הִרְגוּ כָל־זָכָר בַּטָּף וְכָל־אִשָּׁה יֹדַעַת אִישׁ לְמִשְׁכַּב זָכָר הֲרֹגוּ׃
we'attá hirgú chol-sachár battáf wechol-ischá jodá'at isch lemischkáw sachár harógu
17 Nun aber tötet alles Männliche unter den Kindern (denn der Junge wird heranwachsen und ein Krieger sein) und jede Frau, die einen Mann erkannt hat, die auf dem Lager eines Mannes gewesen ist, tötet.
Das ist eine ziemlich seltsame Wiederholung, und man kann diesen Satz so auslegen: Tötet jede Frau, die das Alter erreicht hat, in dem sie mit einem Mann sein kann, und jede Frau, die schon auf dem Lager eines Mannes gewesen ist. Alle, die auch nur hypothetisch an der Verführung der Söhne Israels hätten teilnehmen können, müssen getötet werden, damit sich nicht wieder durch midjanitische Frauen alles wiederholt.
וְכֹל הַטַּף בַּנָּשִׁים אֲשֶׁר לֹא־יָדְעוּ מִשְׁכַּב זָכָר הַחֲיוּ לָכֶם׃
wechól hattáf bannaschím aschér lo-jade'ú mischkáw sachár hachajú lachém
18 Und alle Kinder weiblichen Geschlechts, die noch nicht reif sind, einen Mann zu erkennen – euch zur Beute.
וְאַתֶּם חֲנוּ מִחוּץ לַמַּחֲנֶה שִׁבְעַת יָמִים כֹּל הֹרֵג נֶפֶשׁ וְכֹל נֹגֵעַ בֶּחָלָל תִּתְחַטְּאוּ בַּיּוֹם הַשְּׁלִישִׁי וּבַיּוֹם הַשְּׁבִיעִי אַתֶּם וּשְׁבִיכֶם׃
we'attém chanú michúz lammachané schiw'át jamím kol horég néfesch wechól nogéa bechalál titchatteú bajom haschelischí uwajom haschewi'í attém uschwichém
19 Bleibt sieben Tage außerhalb des Lagers, jeder, der jemanden getötet hat, und jeder, der einen Leichnam berührt hat, reinigt euch am dritten Tag und am siebten Tag, ihr und eure Gefangenen.
Sieben Tage außerhalb des Lagers sind nach dem Gesetz der Tora nötig, damit der, der einen Toten berührt hat, mit dem Wasser mit der Asche der roten Kuh gereinigt wird.
Warum wurde ein solcher Befehl nicht früher gegeben? Das Volk Israel hatte doch schon an vielen Kriegen teilgenommen, und in anderen Fällen gab Mosche keine Anweisung, dass man sieben Tage außerhalb des Lagers bleiben und sich von der Unreinheit der Toten reinigen muss. Wenn der Krieg ein Krieg des ganzen Volkes war und alle Männer Israels in den Krieg zogen, wer konnte dann wen rein machen, wenn alle unrein waren? Deshalb galt: Wenn das ganze Volk unrein wird, dann wird die Unreinheit gleichsam aufgehoben, sie hört auf, ansteckend zu sein, wenn alle angesteckt sind. Im vorliegenden Fall handelte es sich um eine militärische Vergeltungsoperation, hier gibt es keine Einnahme von Ländereien, keine Eroberung des Landes. Das ist eine Kampfoperation mit einem bestimmten, konkreten Ziel, an ihr nahm eine begrenzte Zahl von Menschen teil – zwölftausend Mann. Wenn diese unreinen Menschen jetzt ins Lager kommen, können sie den übrigen Teil der Gemeinde unrein machen. Und Mosche verlangt, dass sie sieben Tage der Reinigung durchlaufen.
וְכָל־בֶּגֶד וְכָל־כְּלִי־עוֹר וְכָל־מַעֲשֵׂה עִזִּים וְכָל־כְּלִי־עֵץ תִּתְחַטָּאוּ׃
wechol-béged wechol-keli-ór wechol-ma'assé issím wechol-keli-éz titchattáu
20 Und jedes Gewand und alle Erzeugnisse aus Leder und alles, was aus Ziegenhaar gemacht ist, und alle hölzernen Gefäße, die alle reinigt ebenfalls.
Wir wissen, dass nicht nur Menschen, sondern auch Gegenstände rituell unrein sein können, deshalb beginnt Mosche hier von der Reinigung jenes Teils der Beute zu sprechen, der aus Leder, Wolle, Holz und so weiter gemacht ist.
In Vers 21 lesen wir, dass den Siegern, die aus dem Krieg zurückgekehrt sind, nicht mehr Mosche, sondern Elasar der Kohen weiter Anweisungen gibt. Warum geschieht das? Die Kommentatoren sagen: Weil Mosche in Zorn geriet, weil Mosche im Zorn zu reden begann, erinnerte er sich nicht an alles, was gesagt werden muss. Das ist uns allen eine Lehre, wie gefährlich es ist, zu lehren, wenn du zornig bist, oder zornig zu sein, wenn du lehrst.
וַיֹּאמֶר אֶלְעָזָר הַכֹּהֵן אֶל־אַנְשֵׁי הַצָּבָא הַבָּאִים לַמִּלְחָמָה זֹאת חֻקַּת הַתּוֹרָה אֲשֶׁר־צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajomer el'asár hakkohén el-ansché hazzawá habba'ím lammilchamá sot chukkát hattorá ascher-ziwwá adonáj et-mosché
21 Und Elasar der Kohen sprach zu den Kriegern, die in den Krieg ausgezogen waren: „Dies ist das Gesetz der Lehre, das der HERR Mosche geboten hat:
Mit genau demselben Satz: sot chukkát hattorá ascher-ziwwá adonáj (dies ist das Gesetz der Lehre, das der HERR geboten hat) beginnt ab Vers 2 von Kapitel 19 unseres Buches die Unterweisung über die rote Kuh. Und das, was Elasar der Kohen hier sagen wird, hängt ebenfalls direkt mit dem Gesetz über die rote Kuh zusammen. Mosche steht daneben, gleich hier, aber er hat wegen seines Zorns vergessen, was er sagen muss, und Elasar sagt: „Das füge ich nicht von mir aus hinzu, ich sage euch einfach noch einen Teil von dem, was der HERR Mosche geboten hat.“
אַךְ אֶת־הַזָּהָב וְאֶת־הַכָּסֶף אֶת־הַנְּחֹשֶׁת אֶת־הַבַּרְזֶל אֶת־הַבְּדִיל וְאֶת־הָעֹפָרֶת׃
Ach et-hassaháw we'et-hakkássef et-hannechóschet et-habbarsél et-habbedíl we'et-ha'ofáret
22 Nur das Gold und das Silber und das Kupfer und das Eisen und das Zinn und das Blei,
כָּל־דָּבָר אֲשֶׁר־יָבֹא בָאֵשׁ תַּעֲבִירוּ בָאֵשׁ וְטָהֵר אַךְ בְּמֵי נִדָּה יִתְחַטָּא וְכֹל אֲשֶׁר לֹא־יָבֹא בָּאֵשׁ תַּעֲבִירוּ בַמָּיִם׃
kol-dawár ascher-jawó wa'ésch ta'awíru wa'ésch wetahér ach bemé niddá jitchattá wechól aschér lo-jawó ba'ésch ta'awíru wammájim
23 Alles, was mit dem Feuer in Berührung kommt, führt durch das Feuer, und es wird rein, aber es soll außerdem noch mit dem Wasser der Reinigung gereinigt werden (mit der Asche der roten Kuh); und alles, was nicht mit dem Feuer in Berührung kommt, das reinigt mit Wasser.
Unter den Trophäen wurde viel Geschirr genommen, das den Midjanitern gehörte. Sie konnten darin alles kochen, was ihnen in den Sinn kam. Ich kann mir die Speisekarte der Midjaniter nicht vorstellen, aber es ist durchaus möglich, dass sie Schweinefleisch, Pferdefleisch oder irgendetwas anderes kochten, das den Juden als Speise verboten ist. Und selbstverständlich, wenn Essen lange in einem Geschirr gekocht wird, saugt das Geschirr einen Teil dieser Lebensmittel in sich auf. Und um dieses Geschirr zu reinigen, erhitzt man es bis zur höchsten Temperatur. So macht man es übrigens auch vor Pessach, wenn man diesen oder jenen Kochtopf für den Gebrauch am Pessachfest vorbereitet, um alles Gesäuerte aus ihm herauszuholen. Hier sagt Elasar zum Volk: „Alles, was aufs Feuer gestellt wird, glüht aus, und es wird rein, aber es soll außerdem noch mit dem Wasser der Reinigung gereinigt werden.“ Das heißt, von den Resten irgendwelcher Speise, von der physischen Unreinheit, wird dieses Geschirr durch das Ausglühen gereinigt, die rituelle Unreinheit aber wird bemé niddá gereinigt, durch die Wasser der Reinigung (mit der Asche der roten Kuh).
Geschirr, das nicht mit dem Feuer in Berührung kommt (allerlei Soßenschüsseln, Zuckerdosen, Serviergeschirr, Teller, Schüsseln und dergleichen), wird nur mit dem Wasser der Reinigung gereinigt. Nach manchen Versionen wird von hier (aus der Tora) das Gesetz abgeleitet, dass jedes Geschirr, das ein Jude von einem Heiden erwirbt, in die Mikwe getaucht und von der Unreinheit des Heiden gereinigt werden muss. Das ist eine der Möglichkeiten des Verständnisses. Wenn heute irgendein orthodoxer Jude, der die Gebote der Tora streng einhält, irgendein Geschirr erwirbt, das von einem Nichtjuden hergestellt wurde, oder Geschirr nicht bei einem Juden kauft, dann bringt er es unbedingt in die Mikwe. Es gibt eine besondere Mikwe, in die man Geschirr tauchen und es dadurch reinigen kann.
Eine andere Möglichkeit des Verständnisses ist, dass jedes Geschirr, das nicht aufs Feuer gestellt wird, natürlich nicht ausgeglüht werden muss. Man muss es einfach gründlich in Wasser abwaschen und mit Wasser mit der Asche der roten Kuh abspülen. Und danach wird alles Geschirr, alle Gegenstände, alles, was als Beute genommen wurde – all das wird zum Gebrauch erlaubt sein.
וְכִבַּסְתֶּם בִּגְדֵיכֶם בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי וּטְהַרְתֶּם וְאַחַר תָּבֹאוּ אֶל־הַמַּחֲנֶה׃
wechibbastém bigdechém bajom haschewi'í uthartém we'achár tawóu el-hammachané
24 Und wascht eure Kleider am siebten Tag, und danach werdet ihr ins Lager zurückkehren.“
Die Kleider waschen – das bedeutet nicht, die Kleidung auszuziehen und zu waschen, das bedeutet, in der Kleidung unterzutauchen.
Das sind die Anweisungen, die Mosche hätte geben sollen, aber im Zorn vergaß er, es zu tun, und Elasar ben Aharon macht eine Ergänzung dazu.
וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajomer adonáj el-mosché lemór
25 Und der HERR sprach zu Mosche und sagte:
שָׂא אֵת רֹאשׁ מַלְקוֹחַ הַשְּׁבִי בָּאָדָם וּבַבְּהֵמָה אַתָּה וְאֶלְעָזָר הַכֹּהֵן וְרָאשֵׁי אֲבוֹת הָעֵדָה׃
sa et rosch malkóach haschewí ba'adám uwabbehemá attá we'el'asár hakkohén werasché awót ha'edá
26 „Zähle, was gefangen genommen wurde, unter den Menschen und unter den Tieren, du und Elasar der Kohen und die Häupter der Gemeinden.
Das heißt, man muss genau zählen, wie viele Menschen und wie viele Tiere gefangen genommen wurden. Mosche soll nicht allein über alles Erbeutete Buch führen, sondern zusammen mit Elasar und den Häuptern der Gemeinden, damit alles ehrlich zugeht, damit niemand jemanden verdächtigt. Die ganze Buchhaltung ist offen.
וְחָצִיתָ אֶת־הַמַּלְקוֹחַ בֵּין תֹּפְשֵׂי הַמִּלְחָמָה הַיֹּצְאִים לַצָּבָא וּבֵין כָּל־הָעֵדָה׃
wechazíta et-hammalkóach ben tofessé hammilchamá hajoze'ím lazzawá uwén kol-ha'edá
27 Und diese ganze Beute sollst du in zwei Teile teilen zwischen denen, die in den Krieg ausgezogen sind, und zwischen der ganzen Gemeinde.
וַהֲרֵמֹתָ מֶכֶס לַיהוָה מֵאֵת אַנְשֵׁי הַמִּלְחָמָה הַיֹּצְאִים לַצָּבָא אֶחָד נֶפֶשׁ מֵחֲמֵשׁ הַמֵּאוֹת מִן־הָאָדָם וּמִן־הַבָּקָר וּמִן־הַחֲמֹרִים וּמִן־הַצֹּאן׃
waharemotá méches ladonáj me'ét ansché hammilchamá hajoze'ím lazzawá echád néfesch mechamésch hamme'ót min-ha'adám umin-habbakár umin-hachamorím umin-hazzón
28 Und du sollst dem HERRN eine Abgabe entrichten von den Kriegern, die in den Krieg ausgezogen sind, je eins von fünfhundert, von den gefangenen Menschen, vom Großvieh, von den Eseln und vom Kleinvieh.
Das heißt, von allem, was gefangen genommen wurde, von ihrer Hälfte, geben die, die in den Krieg ausgezogen waren, ein Fünfhundertstel ab (wörtlich – sie erheben eine Abgabe für den HERRN). Und was soll mit diesem einen Fünfhundertstel geschehen, das die zwölftausend Krieger abgeben werden?
מִמַּחֲצִיתָם תִּקָּחוּ וְנָתַתָּה לְאֶלְעָזָר הַכֹּהֵן תְּרוּמַת יְהוָה׃
mimmachazitám tikkáchu wenatattá le'el'asár hakkohén terumát adonáj
29 Nehmt es von ihrer Hälfte, und du sollst es Elasar dem Kohen geben. Das ist eine Erhebung für den HERRN.
Ich wiederhole es noch einmal: Die zwölftausend Krieger geben von ihrer Hälfte ein Fünfhundertstel ab: von den Menschen, vom Großvieh, von den Eseln und vom Kleinvieh. Und das ist heilig, das ist eine Erhebung für den HERRN, sie wird Elasar dem Kohen gegeben.
וּמִמַּחֲצִת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל תִּקַּח אֶחָד אָחֻז מִן־הַחֲמִשִּׁים מִן־הָאָדָם מִן־הַבָּקָר מִן־הַחֲמֹרִים וּמִן־הַצֹּאן מִכָּל־הַבְּהֵמָה וְנָתַתָּה אֹתָם לַלְוִיִּם שֹׁמְרֵי מִשְׁמֶרֶת מִשְׁכַּן יְהוָה׃
umimmachazít bene-jisraél tikkách echád achús min-hachamischím min-ha'adám min-habbakár min-hachamorím umin-hazzón mikkol-habbehemá wenatattá otám lalwijím schomeré mischméret mischkán adonáj
30 Und von der Hälfte der Söhne Israels nimm ein Fünfzigstel: vom Menschen, vom Großvieh, von den Eseln, und vom Kleinvieh, und du sollst es den Leviten geben, die beim Zelt des HERRN dienen.“
Das heißt, von seiner Hälfte zahlt das Volk Israel, die, die nicht am Krieg teilgenommen haben, zehnmal mehr: Statt eines Fünfhundertstels geben sie ein Fünfzigstel. Später, viele Jahrhunderte danach, wird auch David die Beute ebenso teilen.
וַיַּעַשׂ מֹשֶׁה וְאֶלְעָזָר הַכֹּהֵן כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajá'as mosché we'el'asár hakkohén ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
31 Und Mosche und Elasar der Kohen taten, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיְהִי הַמַּלְקוֹחַ יֶתֶר הַבָּז אֲשֶׁר בָּזְזוּ עַם הַצָּבָא צֹאן שֵׁשׁ־מֵאוֹת אֶלֶף וְשִׁבְעִים אֶלֶף וַחֲמֵשֶׁת־אֲלָפִים׃
wajhí hammalkóach jéter habbás aschér basesú am hazzawá zon schesch-me'ót élef weschiw'ím élef wachaméschet alafím
32 Und es war die gesamte Beute (vor der Teilung), die ganze Beute, die die Krieger dem Volk ins Lager gebracht hatten: an Kleinvieh sechshundertfünfundsiebzigtausend,
וּבָקָר שְׁנַיִם וְשִׁבְעִים אָלֶף׃
uwakár schenájim weschiw'ím álef
33 Und an Rindern zweiundsiebzigtausend,
וַחֲמֹרִים אֶחָד וְשִׁשִּׁים אָלֶף׃
wachamorím echád weschischím álef.
34 Und an Eseln einundsechzigtausend.
וְנֶפֶשׁ אָדָם מִן־הַנָּשִׁים אֲשֶׁר לֹא־יָדְעוּ מִשְׁכַּב זָכָר כָּל־נֶפֶשׁ שְׁנַיִם וּשְׁלֹשִׁים אָלֶף׃
wenéfesch adám min-hannaschím aschér lo-jadeú mischkáw sachár kol-néfesch schenájim uschloschím álef
35 Und an Menschenseelen unter den übrigen Frauen, die keinen Mann erkannt hatten, insgesamt zweiunddreißigtausend Seelen.
וַתְּהִי הַמֶּחֱצָה חֵלֶק הַיֹּצְאִים בַּצָּבָא מִסְפַּר הַצֹּאן שְׁלֹשׁ־מֵאוֹת אֶלֶף וּשְׁלֹשִׁים אֶלֶף וְשִׁבְעַת אֲלָפִים וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
wattehí hammechezá chélek hajoze'ím bazzawá mispár hazzón schelosch-me'ót élef uschloschím élef weschiw'át alafím wachamésch me'ót
36 Und die Hälfte, die denen zufiel, die zum Dienst ausgezogen waren, betrug: an Kleinvieh dreihundertsiebenunddreißigtausendfünfhundert.
וַיְהִי הַמֶּכֶס לַיהוָה מִן־הַצֹּאן שֵׁשׁ מֵאוֹת חָמֵשׁ וְשִׁבְעִים׃
wajhí hamméches ladonáj min-hazzón schesch me'ót chamésch weschiw'ím
37 Und die Abgabe für den HERRN vom Kleinvieh: sechshundertfünfundsiebzig.
Wer einen Taschenrechner hat, kann es nachprüfen.
וְהַבָּקָר שִׁשָּׁה וּשְׁלֹשִׁים אָלֶף וּמִכְסָם לַיהוָה שְׁנַיִם וְשִׁבְעִים׃
wehabbakár schischá uschloschím álef umichsám ladonáj schenájim weschiw'ím
38 Und an Großvieh – sechsunddreißigtausend, und davon für den HERRN – zweiundsiebzig Stück.
וַחֲמֹרִים שְׁלֹשִׁים אֶלֶף וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת וּמִכְסָם לַיהוָה אֶחָד וְשִׁשִּׁים׃
wachamorím scheloschím élef wachamésch me'ót umichsám ladonáj echád weschischím
39 Und die Esel – dreißigtausendfünfhundert, und die Abgabe von ihnen für den HERRN – einundsechzig.
וְנֶפֶשׁ אָדָם שִׁשָּׁה עָשָׂר אָלֶף וּמִכְסָם לַיהוָה שְׁנַיִם וּשְׁלֹשִׁים נָפֶשׁ׃
wenéfesch adám schischá assár álef umichsám ladonáj schenájim uschloschím náfesch
40 Und an Menschenseelen – sechzehntausend, und die Abgabe von ihnen für den HERRN – zweiunddreißig Seelen.
Diese Menschen werden beim Zelt der Begegnung dienen, sie werden den Kohanim bei dem Dienst helfen, der nicht mit dem heiligen Dienst verbunden ist: Holz und Wasser beschaffen und ähnliche Arbeiten.
וַיִּתֵּן מֹשֶׁה אֶת־מֶכֶס תְּרוּמַת יְהוָה לְאֶלְעָזָר הַכֹּהֵן כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajittén mosché et-méches terumát adonáj le'el'asár hakkohén ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
41 Und Mosche gab die Abgabe der Erhebung für den Höchsten Elasar dem Kohen, wie der HERR Mosche befohlen hatte.
וּמִמַּחֲצִית בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אֲשֶׁר חָצָה מֹשֶׁה מִן־הָאֲנָשִׁים הַצֹּבְאִים׃
umimmachazít bené jisraél aschér chazá mosché min-ha'anaschím hazzowe'ím
42 Und von der Hälfte der Söhne Israels, die Mosche (abgesondert) genommen hatte von denen, die aus dem Krieg zurückgekehrt waren,
וַתְּהִי מֶחֱצַת הָעֵדָה מִן־הַצֹּאן שְׁלֹשׁ־מֵאוֹת אֶלֶף וּשְׁלֹשִׁים אלֶף שִׁבְעַת אֲלָפִים וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
wattehí mechezát ha'edá min-hazzón schelosch-meót élef uschloschím élef schiw'át alafím wachamésch meót
43 Und die Hälfte, die der Gemeinde zufiel, war: vom Kleinvieh – dreihundertsiebenunddreißigtausendfünfhundert,
וּבָקָר שִׁשָּׁה וּשְׁלֹשִׁים אָלֶף׃
uwakár schischá uschloschím álef
44 Und vom Großvieh – sechsunddreißigtausend,
וַחֲמֹרִים שְׁלֹשִׁים אֶלֶף וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת׃
wachamorím scheloschím élef wachamésch meót
45 Und von den Eseln – dreißigtausendfünfhundert,
וְנֶפֶשׁ אָדָם שִׁשָּׁה עָשָׂר אָלֶף׃
wenéfesch adám schischá assár álef
46 Und an menschlichen Seelen – sechzehntausend.
Hier gibt die Tora, anders als in den Versen 37 bis 40, wo ausführlich aufgezählt ist, was den Kohanim gegeben wird, was eine heilige Spende, eine heilige Erhebung für den HERRN ist, nicht noch einmal eine ausführliche Liste. Wir könnten erwarten, wie es in der Tora oft vorkommt, dass sich die Liste wiederholt, aber die Tora sagt das nicht, sondern sie sagt so:
וַיִּקַּח מֹשֶׁה מִמַּחֲצִת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל אֶת־הָאָחֻז אֶחָד מִן־הַחֲמִשִּׁים מִן־הָאָדָם וּמִן־הַבְּהֵמָה וַיִּתֵּן אֹתָם לַלְוִיִּם שֹׁמְרֵי מִשְׁמֶרֶת מִשְׁכַּן יְהוָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajikkách mosché mimmachazít bene-jisraél et-ha'achúz echád min-hachamischím min-ha'adám umin-habbehemá wajittén otám lalwijím schomeré mischméret mischkán adonáj ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
47 Und Mosche nahm von jener Hälfte, die für die Söhne Israels ausgesondert ist, ein Fünfzigstel von jedem Menschen und vom Vieh und gab es den Leviten, die über den Mischkan des HERRN Wache halten, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Der Krieg ist also siegreich beendet, die Vergeltung ist vollzogen, die Beute ist gerecht geteilt, gemäß den Anordnungen des Höchsten. Mosche hat Anweisungen gegeben, wie die siegreichen Krieger, die in den Krieg gezogen waren, ins Lager zurückkehren werden, wie sie sich selbst und die Beute reinigen werden. Und nach alldem geschieht noch ein Ereignis, ein völlig unerwartetes.
וַיִּקְרְבוּ אֶל־מֹשֶׁה הַפְּקֻדִים אֲשֶׁר לְאַלְפֵי הַצָּבָא שָׂרֵי הָאֲלָפִים וְשָׂרֵי הַמֵּאוֹת׃
wajikrewú el-mosché happekudím aschér le'alfé hazzawá saré ha'alafím wesaré hammeót
48 Und es traten zu Mosche die Befehlshaber, die Tausendschaftsführer des Heeres und die Hundertschaftsführer des Heeres,
Wir erinnern uns, dass das genau die Leute sind, über die Mosche zornig geworden ist.
וַיֹּאמְרוּ אֶל־מֹשֶׁה עֲבָדֶיךָ נָשְׂאוּ אֶת־רֹאשׁ אַנְשֵׁי הַמִּלְחָמָה אֲשֶׁר בְּיָדֵנוּ וְלֹא־נִפְקַד מִמֶּנּוּ אִישׁ׃
wajomerú el-mosché awadécha nasseú et-rósch ansché hammilchamá aschér bejadénu welo-nifkád mimménu isch
49 Und sie sagten zu Mosche: „Deine Knechte haben alle Krieger Kopf für Kopf gezählt, die uns anvertraut waren (unter unser Kommando gegeben), und wir haben nicht einen einzigen Mann verloren.
Das heißt: „Uns ist ein Wunder geschehen, wir haben eine militärische Operation durchgeführt, und unsere Verluste – null.“
וַנַּקְרֵב אֶת־קָרְבַּן יְהוָה אִישׁ אֲשֶׁר מָצָא כְלִי־זָהָב אֶצְעָדָה וְצָמִיד טַבַּעַת עָגִיל וְכוּמָז לְכַפֵּר עַל־נַפְשֹׁתֵינוּ לִפְנֵי יְהוָה׃
wannakréw et-korbán adonáj isch aschér mazá cheli-saháw ez'adá wezamíd tabbá'at agíl wechumás lechappér al-nafschoténu lifné adonáj
50 Wir werden dem Höchsten als Opfer darbringen, jeder von uns, was er gefunden hat: von goldenen Geräten, von Fußspangen, Armspangen, Ringen, Ohrringen, chumás (intimen Schmuckstücken), um unsere Seele vor dem HERRN zu sühnen.“
Jene Befehlshaber, die in Gefahr waren, an der militärischen Operation teilgenommen haben und in Frieden zurückgekehrt sind, begreifen das Wunderbare des Geschehens und sagen: „Wir wollen dem HERRN ein Opfer darbringen.“ Mosche war nicht über die einfachen Soldaten zornig, Mosche war über die Befehlshaber zornig, deshalb haben die einfachen Soldaten von dem Geplünderten nichts dargebracht. Gerade die Befehlshaber haben beschlossen, dem HERRN ein Opfer darzubringen.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה וְאֶלְעָזָר הַכֹּהֵן אֶת־הַזָּהָב מֵאִתָּם כֹּל כְּלִי מַעֲשֶׂה׃
wajikkách mosché we'el'asár hakkohén et-hassaháw me'ittám kol kelí ma'assé
51 Und Mosche und Elasar, der Kohen, nahmen von ihnen alle goldenen Gegenstände,
וַיְהִי כָּל־זְהַב הַתְּרוּמָה אֲשֶׁר הֵרִימוּ לַיהוָה שִׁשָּׁה עָשָׂר אֶלֶף שְׁבַע־מֵאוֹת וַחֲמִשִּׁים שָׁקֶל מֵאֵת שָׂרֵי הָאֲלָפִים וּמֵאֵת שָׂרֵי הַמֵּאוֹת׃
wajhí kol-seháw hatterumá aschér herímu ladonáj schischá assár élef schewa-meót wachamischím schákel me'ét saré ha'alafím ume'ét saré hammeót
52 Und die Erhebung von all dem Gold, das sie dem HERRN darbrachten, betrug sechzehntausendsiebenhundertfünfzig Schekel, von den Tausendschaftsführern und von den Hundertschaftsführern.
אַנְשֵׁי הַצָּבָא בָּזְזוּ אִישׁ לוֹ׃
ansché hazzawá basesú isch lo
53 Die einfachen Krieger aber nahmen jeder für sich das, was er geplündert hatte.
Sie haben dem HERRN nichts als Opfer dargebracht, das ist eine freiwillige Sache. Es gibt einen gewissen Zusammenhang zwischen der Zurechtweisung der Tausendschaftsführer und Hundertschaftsführer durch Mosche, mag sie auch im Zorn gewesen sein, und ihrem Opfer, das sie nach einigem Nachdenken beschlossen, dem HERRN darzubringen. Diejenigen, die von Mosche keine Zurechtweisung erhalten haben, haben nichts dargebracht.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה וְאֶלְעָזָר הַכֹּהֵן אֶת־הַזָּהָב מֵאֵת שָׂרֵי הָאֲלָפִים וְהַמֵּאוֹת וַיָּבִאוּ אֹתוֹ אֶל־אֹהֶל מוֹעֵד זִכָּרוֹן לִבְנֵי־יִשְׂרָאֵל לִפְנֵי יְהוָה׃
wajikkách mosché we'el'asár hakkohén et-hassaháw me'ét saré ha'alafím wehammeót wajawíu otó el-óhel mo'éd sikkarón liwne-jisraél lifné adonáj
54 Und Mosche und Elasar, der Kohen, nahmen das Gold von den Tausendschaftsführern und von den Hundertschaftsführern und brachten es in das Zelt der Begegnung zum Gedenken für die Söhne Israels vor dem HERRN.
Das heißt, im Zelt der Begegnung werden, wie in einer Art Museum, diese goldenen Schmuckstücke aufbewahrt werden zum Gedenken daran, dass der HERR sein Volk während des Krieges beschützt. Zum Gedenken daran, dass der Mensch dem HERRN gegenüber Dankbarkeit empfinden kann und soll dafür, dass Er ihn während des Krieges beschützt hat, diese Dankbarkeit spüren und seine ganze Beute (und in jenen Zeiten war diese Beute manchmal der Lohn, die Vergütung des Kriegers) dem Höchsten geben kann und soll. Das ist eine Unterweisung, die das Volk Israel für lange Zeiten erhalten hat.
Geografische Neuigkeiten
Bemidbar 32,1–42
Mit Gottes Hilfe setzen wir mit euch das Studium des Wochenabschnitts Matot fort und werden Kapitel 32 des Buches Bemidbar lesen.
וּמִקְנֶה רַב הָיָה לִבְנֵי רְאוּבֵן וְלִבְנֵי־גָד עָצוּם מְאֹד וַיִּרְאוּ אֶת־אֶרֶץ יַעְזֵר וְאֶת־אֶרֶץ גִּלְעָד וְהִנֵּה הַמָּקוֹם מְקוֹם מִקְנֶה׃
umikné raw hajá liwné re'uwén weliwne-gád azúm me'ód wajir'ú et-érez ja׳sér we'et-érez gil'ád wehinné hammakóm mekóm mikné
1 Die Söhne Re'uwens und die Söhne Gads hatten eine große Menge Vieh, und sie sahen das Land Jaser und das Land Gil'ad, und siehe, dieser Ort ist ein Ort, der sich zum Weiden des Viehs eignet.
Die Länder Jaser und Gil'ad – das sind Länder der Amoriter, die der Höchste dem Volk Israel zu erobern gegeben hat. Es gibt in der Region nicht so viele Orte, die sich zum Weiden des Viehs eignen, besonders wenn deine Herden sehr groß sind. In ganz Israel weiden hier und da kleine Herden, und obwohl unsere Vorfahren Viehzüchter waren, ist das Land Israel auf dem größten Teil seines Gebiets wenig für die Viehzucht geeignet. Aber lasst uns zuerst daran erinnern, wovon wir sprechen, wenn wir vom Land Israel sprechen. Beim Bund zwischen den zerteilten Leibern versprach der Höchste Awraham, ihm das Land vom Prat bis zum Bach Ägyptens zu geben. Davon lesen wir im Buch Bereschit (15,18–21): „An jenem Tag schloss der HERR mit Awram einen Bund und sprach: ‚Deiner Nachkommenschaft habe Ich dieses Land gegeben, vom Fluss Ägyptens bis zum großen Fluss, dem Fluss Prat (Euphrat): der Keniter und der Kenisiter und der Kadmoniter und der Hetiter und der Perisiter und der Refaim und der Amoriter und der Kanaaniter und der Girgaschiter und der Jewusiter.‘“ Diese Länder, von denen wir jetzt sprechen, gehören zu diesen Gebieten. Beim Bund der Beschneidung sagt der Höchste, dass er Awraham das Land Kanaan geben wird. Davon lesen wir in Kapitel 17 des Buches Bereschit, in Vers 8: „Und Ich werde dir und deiner Nachkommenschaft nach dir das Land deines Aufenthalts geben, das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz…“, das heißt jenes Land, das jenseits des Jordan liegt, das das Volk Israel noch erobern muss, nachdem es den Jordan überschritten hat. Zwei Bünde und zwei Teile des Gebiets Israels. Wenn das Volk Israel sich nur in Kanaan befindet, gleichsam auf einer Art Insel, dann ist es gegenüber den anderen Völkern verschlossen. Um eine Verbindung mit den anderen Völkern zu haben, hat das Volk Israel ein ausgedehnteres Gebiet vom Prat bis zum Bach Ägyptens.
Stellen wir uns vor, was geschehen wäre, wenn die Söhne Re'uwens und die Söhne Gads diese Länder nicht erspäht hätten. In diesem Fall wären diese Länder öde gewesen. Wie hätte das Land Israel ausgesehen? Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite eben jene öden Länder, auf die jetzt die Söhne Re'uwens und die Söhne Gads blicken. Im Süden die Wüste Sinai, und im Norden, dort, wo jetzt der heutige Libanon ist, waren undurchdringliche Wälder. Das Land Israel wäre wie eine Insel gewesen, abgetrennt durch undurchdringliche Wälder, Meere, Wüsten und Felder von der ganzen umgebenden Welt. Und das Volk Israel wäre in diesem Reich hinter den sieben Bergen von allen isoliert gewesen, das Volk wäre in einer Art geistlichem Brutkasten verschlossen gewesen.
Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit. Die Möglichkeit, bei der das Volk Israel Umgang mit den Völkern der Welt hat, und das ist das verheißene Gebiet vom Bach Ägyptens bis zum Euphrat. Und darin liegt die besondere Bedeutung dessen, dass die Söhne Re'uwens und die Söhne Gads dieses Land ins Auge gefasst haben. Jetzt wird es ein ständig bewohntes Gebiet geben, das das Land Israel mit den anderen Völkern verbindet.
Sie haben also dieses Gebiet gesehen. Sie haben gesehen, dass es sich gut zum Weiden des Viehs eignet. Aber ist es so einfach, darum zu bitten, sich in diesem Land ansiedeln zu dürfen?
וַיָּבֹאוּ בְנֵי־גָד וּבְנֵי רְאוּבֵן וַיֹּאמְרוּ אֶל־מֹשֶׁה וְאֶל־אֶלְעָזָר הַכֹּהֵן וְאֶל־נְשִׂיאֵי הָעֵדָה לֵאמֹר׃
wajawóu wene-gád uwné re'uwén wajomerú el-mosché we'el-el'asár hakkohén we'el-nessi'é ha'edá lemór
2 Und es kamen die Söhne Gads und die Söhne Re'uwens und sagten zu Mosche und zu Elasar, dem Kohen, und zu allen Häuptern der Gemeinde und sprachen:
Im nächsten Vers werden sie neun Städte der Amoriter aufzählen und damit die ganze Geografie des eroberten Landes beschreiben.
עֲטָרוֹת וְדִיבֹן וְיַעְזֵר וְנִמְרָה וְחֶשְׁבּוֹן וְאֶלְעָלֵה וּשְׂבָם וּנְבוֹ וּבְעֹן׃
atarót wediwón weja׳sér wenimrá wecheschbón we'el'alé uswám unwó uw'ón
3 „Atarot und Diwon und Jaser und Nimra und Cheschbon und El'ale und Swam und Newo und Be'on,
Neun Städte. Praktisch haben sie die Geografie dieses Landes umrissen. Alle Namen dieser Städte sind amoritische Namen, außer Newo. Newo ist ein babylonischer Name, und das spricht möglicherweise dafür, dass es dort schon in alter Zeit irgendeine babylonische Siedlung gab.
הָאָרֶץ אֲשֶׁר הִכָּה יְהוָה לִפְנֵי עֲדַת יִשְׂרָאֵל אֶרֶץ מִקְנֶה הִוא וְלַעֲבָדֶיךָ מִקְנֶה׃
ha'árez aschér hikká adonáj lifné adát jisraél érez mikné hi wela'awadécha mikné
4 Dieses ganze Land, das der HERR vor der Gemeinde Israels geschlagen hat – das ist ein Land, geeignet zum Weiden, und deine Knechte haben Vieh.“
Hier ist die Bevölkerung gemeint, die der HERR in dem Gebiet geschlagen hat, das vom HERRN dem Volk Israel gegeben wurde. Achtet darauf, dass sie sich scheinbar nicht nur an Mosche wenden, sondern auch an Elasar und an die Häupter der Gemeinde, aber in der Einzahl sprechen, als ob hier alles Mosche entscheidet. Sie sagen: „…und deine Knechte haben Vieh“, aber sie bitten um nichts direkt. Das ähnelt einem Jungen, der im Geschäft irgendein Plüschbärchen sieht und zu seiner Mama sagt: „Was für ein wunderbares Plüschbärchen, ich mag Plüschbärchen so gern.“ Die Art, wie sie reden, ist natürlich auch eine Weise zu bitten, es ist klar, dass das eine Bitte ist. Aber Mosche schweigt. Und sie fahren fort:
וַיֹּאמְרוּ אִם־מָצָאנוּ חֵן בְּעֵינֶיךָ יֻתַּן אֶת־הָאָרֶץ הַזֹּאת לַעֲבָדֶיךָ לַאֲחֻזָּה אַל־תַּעֲבִרֵנוּ אֶת־הַיַּרְדֵּן׃
wajomerú im-mazánu chen be'enécha juttán et-ha'árez hassót la'awadécha la'achussá al-ta'awirénu et-hajardén
5 Und sie sagen: „Wenn wir Gnade gefunden haben in deinen Augen, so werde dieses Land deinen Knechten zum Besitz gegeben! Führe uns nicht über den Jordan!“
Auf den ersten Blick geschieht etwas Empörendes, es geschieht eine Rebellion, und eigentlich nicht nur auf den ersten Blick. Aber wir erinnern uns, wir haben gesagt, dass es zwei Verheißungen an Awraham gibt. Und die Länder, um die sie bitten, sind dem Volk Israel ebenfalls verheißen. Mosche sieht darin ein Problem und antwortet den Söhnen Gads und Re'uwens mit einer Frage auf eine Frage (oder mit einer Frage auf eine Bitte).
וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה לִבְנֵי־גָד וְלִבְנֵי רְאוּבֵן הַאַחֵיכֶם יָבֹאוּ לַמִּלְחָמָה וְאַתֶּם תֵּשְׁבוּ פֹה׃
wajomer mosché liwne-gád weliwné re'uwén ha'achechém jawóu lammilchamá we'attém téschewu fo
6 Und Mosche sprach zu den Söhnen Gads und zu den Söhnen Re'uwens: „Kann es denn wirklich so sein, dass eure Brüder in den Krieg ziehen und ihr hier herumsitzt?
Das ist der erste Vorwurf Mosches an diese Leute. Er sagt nicht zu ihnen: „Warum wollt ihr nicht in das Land hineingehen, in das euch der HERR geführt hat?“ Er sagt: „Wie kann es denn sein, dass eure Brüder kämpfen werden und ihr hier sitzen werdet?“
וְלָמָּה תְנוּאוּן (תְנִיאוּן) אֶת־לֵב בְּנֵי יִשְׂרָאֵל מֵעֲבֹר אֶל־הָאָרֶץ אֲשֶׁר־נָתַן לָהֶם יְהוָה׃
welámma teni'ún et-léw bené jisraél me'awór el-ha'árez ascher-natán lahém adonáj
7 Und warum wendet ihr das Herz des Volkes Israel ab (verderbt ihm die Lust), in das Land hineinzugehen, das der HERR ihnen gegeben hat?
Das heißt: „Na, wenn sich hier alle anzusiedeln beginnen, dann wird niemand in das Land ziehen wollen. Ihr schwächt jetzt das Volk, ihr nehmt jetzt dem Volk diesen Schwung, diesen Wunsch, in das Land Israel hineinzugehen.“
כֹּה עָשׂוּ אֲבֹתֵיכֶם בְּשָׁלְחִי אֹתָם מִקָּדֵשׁ בַּרְנֵעַ לִרְאוֹת אֶת־הָאָרֶץ׃
ko assú awotechém bescholchí otám mikkadésch barnéja lir'ót et-ha'árez
8 So haben eure Väter gehandelt, schon als ich sie von Kadesch-Barnea aussandte, das Land zu besehen (in jener denkwürdigen Geschichte mit den Kundschaftern, mit den Spähern, Spionen – meraglím).
וַיַּעֲלוּ עַד־נַחַל אֶשְׁכּוֹל וַיִּרְאוּ אֶת־הָאָרֶץ וַיָּנִיאוּ אֶת־לֵב בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לְבִלְתִּי־בֹא אֶל־הָאָרֶץ אֲשֶׁר־נָתַן לָהֶם יְהוָה׃
waja'alú ad-náchal eschkól wajir'ú et-ha'árez wajaní'u et-léw bené jisraél lewilti-wó el-ha'árez ascher-natán lahém adonáj
9 Und da gelangten sie bis zur Quelle Eschkol, und sie sahen dieses ganze Land, und sie schwächten die Entschlossenheit so sehr, dass das Volk nicht in das Land hineingehen wollte, das der HERR ihnen gegeben hat.
וַיִּחַר־אַף יְהוָה בַּיּוֹם הַהוּא וַיִּשָּׁבַע לֵאמֹר׃
wajichar-áf adonáj bajom hahú wajischawá lemór
10 Und an jenem Tag wurde der HERR zornig und schwor und sprach:
אִם־יִרְאוּ הָאֲנָשִׁים הָעֹלִים מִמִּצְרַיִם מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה אֵת הָאֲדָמָה אֲשֶׁר נִשְׁבַּעְתִּי לְאַבְרָהָם לְיִצְחָק וּלְיַעֲקֹב כִּי לֹא־מִלְאוּ אַחֲרָי׃
im-jir'ú ha'anaschím ha'olím mimmizrájim mibbén esrím schaná wamá׳la et ha'adamá aschér nischbá׳ti le'awrahám lejizchák ulja'aków ki lo-mil'ú acharáj
11 Nicht sehen werden die Menschen, die aus Ägypten ausgezogen sind, von 20 Jahren und darüber, das Land, von dem Ich Awraham, Jizchak und Jaakow geschworen habe, denn sie sind Mir nicht nachgefolgt (sie waren Mir nicht völlig ergeben).
Wir erinnern uns, was nach der Rückkehr der Kundschafter geschah, wie sie mit ihren Reden im Volk jeden Wunsch, in das Land zu gehen, abgetötet, das Volk erschreckt und sein Herz geschwächt haben. Und der Höchste sagte, dass niemand, der älter als zwanzig Jahre ist, in das Land hineinkommen wird (das sind die Kapitel 13–14 unseres Buches).
בִּלְתִּי כָּלֵב בֶּן־יְפֻנֶּה הַקְּנִזִּי וִיהוֹשֻׁעַ בִּן־נוּן כִּי מִלְאוּ אַחֲרֵי יְהוָה׃
biltí kaléw ben-jefunné hakkenisí wihoschúa bin-nún ki mil'ú acharé adonáj
12 Außer Kalew ben Jefunne, (ben) Knas, und Jehoschua ben Nun, denn sie haben den Willen des Höchsten völlig erfüllt.
וַיִּחַר־אַף יְהוָה בְּיִשְׂרָאֵל וַיְנִעֵם בַּמִּדְבָּר אַרְבָּעִים שָׁנָה עַד־תֹּם כָּל־הַדּוֹר הָעֹשֶׂה הָרַע בְּעֵינֵי יְהוָה׃
wajichar-áf adonáj bejisraél wajni'ém bammidbár arba'ím schaná ad-tóm kol-haddór ha'ossé hará be'ené adonáj
13 Und der HERR wurde damals zornig über Israel und führte sie vierzig Jahre in der Wüste umher, bis die ganze Generation dahingeschwunden war, die Böses getan hatte in den Augen des HERRN.
וְהִנֵּה קַמְתֶּם תַּחַת אֲבֹתֵיכֶם תַּרְבּוּת אֲנָשִׁים חַטָּאִים לִסְפּוֹת עוֹד עַל חֲרוֹן אַף־יְהוָה אֶל־יִשְׂרָאֵל׃
wehinné kamtém táchat awotechém tarbút anaschím chatta'ím lispót od al charón af-adonáj el-jisraél
14 Und siehe, jetzt seid ihr aufgestanden an Stelle eurer Väter, eine Verschwörung sündiger (böser) Menschen, um den Zorn des HERRN gegen Israel noch zu vermehren!
Gehen wir denn etwa in die zweite Runde?! Das Wort tarbút bedeutet in der modernen Sprache Kultur. Aber hier bedeutet es das, was eine Menge Menschen zu einem vereint: eine Verschwörung sündiger Menschen.
כִּי תְשׁוּבֻן מֵאַחֲרָיו וְיָסַף עוֹד לְהַנִּיחוֹ בַּמִּדְבָּר וְשִׁחַתֶּם לְכָל־הָעָם הַזֶּה׃
ki teschuwún me'acharáw wejassáf od lehannichó bammidbár weschichattém lechol-ha'ám hassé
15 Wenn ihr euch von Ihm abwendet, sodass Er dieses Volk noch weiter in der Wüste lässt, dann werdet ihr dieses ganze Volk zugrunde richten!“
Der hauptsächliche Vorwurf, den Mosche gegen die Söhne Gads und Re'uwens erhebt, besteht darin, dass sie sich weigern, in den Krieg um das Land Israel zu ziehen, sich der gemeinsamen Sache verweigern. Sie sagen gleichsam: „Wir sind hier für uns allein, und ihr seid weiter für euch allein. Wir haben für uns schon einen guten Ort gefunden, wir gehen nicht weiter.“ Und so wird es kommen, dass jeder, der irgendein Stück Land an sich bringt, sagen wird: „Ich aber gehe nicht weiter. Mir passt auch hier alles, mir geht es auch hier gut.“ Mosche sagt, indem er sie anklagt: „Ihr wollt nicht in den Krieg ziehen und untergrabt damit den Kampfgeist des Volkes. Und das Volk wird plötzlich fragen: ‚Was, so durfte man das etwa?‘ Und vielleicht werdet ihr den Zorn des Höchsten wecken, und Er wird über das Volk zornig werden. Und als Ergebnis wird das Volk wieder in der Wüste bleiben. Das ist es, was Mosche den Söhnen Re'uwens und Gads antwortet.
Aber sie sind bereit, zu bestätigen und zu beweisen: Obwohl sie sich schon Land ausgewählt haben, bleiben sie ein Teil des Volkes und werden den Weg zusammen mit dem Volk fortsetzen.
וַיִּגְּשׁוּ אֵלָיו וַיֹּאמְרוּ גִּדְרֹת צֹאן נִבְנֶה לְמִקְנֵנוּ פֹּה וְעָרִים לְטַפֵּנוּ׃
wajiggeschú eláw wajomerú gidrót zon niwné lemiknénu po we'arím letappénu
16 Und sie traten zu ihm heran und sagten: „Wir werden hier Pferche für unser Vieh bauen und Städte für unsere Kinder.
Das heißt, wir werden hier einen Ort bauen, wo unsere Kinder und unsere Frauen auf uns warten können. Achtet darauf, sie verraten hier ihre Prioritäten: zuerst bauen wir Pferche für das Vieh, und danach Häuser für unsere Kinder, das heißt, das Vieh ist ihnen wichtiger als die Kinder.
וַאֲנַחְנוּ נֵחָלֵץ חֻשִׁים לִפְנֵי בְּנֵי יִשְׂרָאֵל עַד אֲשֶׁר אִם־הֲבִיאֹנֻם אֶל־מְקוֹמָם וְיָשַׁב טַפֵּנוּ בְּעָרֵי הַמִּבְצָר מִפְּנֵי יֹשְׁבֵי הָאָרֶץ׃
wa'anáchnu nechaléz chuschím lifné bené jisraél ad aschér im-hawi'onúm el-mekomám wejascháw tappénu be'aré hammiwzár mippené joschewéIn der russischen Umschrift fehlt in diesem Wort („Bewohner“) der Vokal o. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: joschewé. ha'árez
17 Wir aber werden in den vordersten Reihen gehen, noch vor allen Söhnen Israels, bis sie an ihren Ort gebracht sind; unsere Kinder aber werden in befestigten Städten wohnen, damit keines der umliegenden Völker ihnen etwas antun kann.
לֹא נָשׁוּב אֶל־בָּתֵּינוּ עַד הִתְנַחֵל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אִישׁ נַחֲלָתוֹ׃
lo naschúw el-batténu ad hitnachél bené jisraél isch nachalató
18 Wir werden nicht nach Hause zurückkehren, bis jeder von den Söhnen Israels angesiedelt ist, jeder in seinem Erbteil.
Das heißt, wir sind mit dem Volk bis zum Ende. Wir werden in den Krieg ziehen, aber wir wollen uns gerade dieses Gebiet sichern.
כִּי לֹא נִנְחַל אִתָּם מֵעֵבֶר לַיַּרְדֵּן וָהָלְאָה כִּי בָאָה נַחֲלָתֵנוּ אֵלֵינוּ מֵעֵבֶר הַיַּרְדֵּן מִזְרָחָה׃
ki lo ninchál ittám me'éwer lajardén wahál'a ki wá'a nachalaténu elénu me'éwer hajardén misrácha
19 Wir werden ja kein Erbteil zusammen mit ihnen dort, jenseits des Jordan, für uns nehmen, wir werden zu uns nach Hause zurückkehren, denn wir erhalten ein Erbteil am Ostufer des Jordan.“
Also, als Antwort auf die Frage, auf die Anklage Mosches: „Wie kann es sein, dass eure Brüder in den Krieg ziehen und ihr hier herumsitzt?“, sagen sie: „Nein, wir werden auch in den Krieg ziehen. Und nicht einfach in den Krieg ziehen, sondern wir werden als Wegbereiter in den Krieg ziehen, in den vordersten Reihen. Und wir werden so lange kämpfen, bis jeder Stamm, jedes Geschlecht sein Erbteil erhalten hat. Wir werden bis zum Ende mit dem ganzen Volk sein, und erst danach werden wir in unser Erbteil zurückkehren (sie wissen noch nicht, dass das vierzehn Jahre dauern wird). Und auf irgendwelche Gebiete dort, jenseits des Jordan, erheben wir überhaupt keinen Anspruch, denn wir werden hier schon unser Erbteil erhalten.“
וַיֹּאמֶר אֲלֵיהֶם מֹשֶׁה אִם־תַּעֲשׂוּן אֶת־הַדָּבָר הַזֶּה אִם־תֵּחָלְצוּ לִפְנֵי יְהוָה לַמִּלְחָמָה׃
wajomer alehém mosché im-ta'asún et-haddawár hassé im-techalezú lifné adonáj lammilchamá
20 Und Mosche sagte zu ihnen: „Wenn ihr dies tut, wenn ihr in der Vorhut vor dem HERRN in den Krieg zieht,
וְעָבַר לָכֶם כָּל־חָלוּץ אֶת־הַיַּרְדֵּן לִפְנֵי יְהוָה עַד הוֹרִישׁוֹ אֶת־אֹיְבָיו מִפָּנָיו׃
we'awár lachém kol-chalúz et-hajardén lifné adonáj ad horischó et-ojewáw mippanáw
21 und alle eure Wegbereiter vor dem HERRN über den Jordan ziehen, bis sie alle Feinde des HERRN von Seinem Angesicht vertrieben haben (bis das ganze Land gereinigt ist),
וְנִכְבְּשָׁה הָאָרֶץ לִפְנֵי יְהוָה וְאַחַר תָּשֻׁבוּ וִהְיִיתֶם נְקִיִּים מֵיְהוָה וּמִיִּשְׂרָאֵל וְהָיְתָה הָאָרֶץ הַזֹּאת לָכֶם לַאֲחֻזָּה לִפְנֵי יְהוָה׃
wenichbeschá ha'árez lifné adonáj we'achár taschúwu wihjitém nekijím me'adonáj umijisraél wehajetá ha'árez hassót lachém la'achussá lifné adonáj
22 und das ganze Land vor dem HERRN erobert ist, und ihr danach zurückkehrt, dann werdet ihr rein sein vor dem HERRN und vor Israel, und diese Seite wird dann euch zum Erbteil sein vor dem HERRN.
וְאִם־לֹא תַעֲשׂוּן כֵּן הִנֵּה חֲטָאתֶם לַיהוָה וּדְעוּ חַטַּאתְכֶם אֲשֶׁר תִּמְצָא אֶתְכֶם׃
we'im-ló ta'asún ken hinné chatatém ladonáj ud'ú chattatchém aschér timzá etchém
23 Wenn ihr aber nicht so handelt, siehe, dann habt ihr gegen den Höchsten gesündigt, und wisst, dass die Sünde euch finden wird.
Mosche sagt, dass, wenn ihr euer Wort brecht, eure Sünde (gemeint ist die Strafe für die Sünde) euch einholen wird. Wisst das einfach.
בְּנוּ־לָכֶם עָרִים לְטַפְּכֶם וּגְדֵרֹת לְצֹנַאֲכֶם וְהַיֹּצֵא מִפִּיכֶם תַּעֲשׂוּ׃
benu-lachém arím letappechém ugderót lezona'achém wehajozé mippichém ta'asú
24 Baut euch Häuser für eure Kinder und Pferche für euer Vieh, und alles, was aus eurem Mund hervorgegangen ist, das tut!“
Hier stimmt Mosche ihnen sowohl zu, als er sie auch korrigiert. Und wie ein echter Lehrer sagt er: „Baut euch Häuser für eure Kinder und Pferche für euer Vieh, und alles, was aus eurem Mund hervorgegangen ist, das tut.“ Das heißt, tut, wie ihr gesagt habt, aber tauscht die Prioritäten: zuerst die Kinder, dann das Vieh, nicht umgekehrt.
וַיֹּאמֶר בְּנֵי־גָד וּבְנֵי רְאוּבֵן אֶל־מֹשֶׁה לֵאמֹר עֲבָדֶיךָ יַעֲשׂוּ כַּאֲשֶׁר אֲדֹנִי מְצַוֶּה׃
wajomer bene-gád uwné re'uwén el-mosché lemór awadécha ja'asú ka'aschér adoní mezawwé
25 Und die Söhne Gads und die Söhne Re'uwens sprachen zu Mosche und sagten: „Deine Knechte werden tun, wie der Herr geboten hat.
טַפֵּנוּ נָשֵׁינוּ מִקְנֵנוּ וְכָל־בְּהֶמְתֵּנוּ יִהְיוּ־שָׁם בְּעָרֵי הַגִּלְעָד׃
tappénu naschénu miknénu wechol-behemténu jihju-schám be'aré haggil'ád
26 Unsere Kinder, unsere Frauen, unser Kleinvieh, all unser Großvieh werden in Gil'ad sein.
וַעֲבָדֶיךָ יַעַבְרוּ כָּל־חֲלוּץ צָבָא לִפְנֵי יְהוָה לַמִּלְחָמָה כַּאֲשֶׁר אֲדֹנִי דֹּבֵר׃
wa'awadécha ja'awrú kol-chalúz zawá lifné adonáj lammilchamá ka'aschér adoní dowér
27 Deine Knechte aber werden hinüberziehen, jeder Krieger im Heer vor dem HERRN, in den Krieg, wie der Herr gesagt hat.“
וַיְצַו לָהֶם מֹשֶׁה אֵת אֶלְעָזָר הַכֹּהֵן וְאֵת יְהוֹשֻׁעַ בִּן־נוּן וְאֶת־רָאשֵׁי אֲבוֹת הַמַּטּוֹת לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל׃
wajzáw lahém mosché et el'asár hakkohén we'ét jehoschúa bin-nún we'et-rasché awót hammattót liwné jisraél
28 Und Mosche gebot über sie (erließ über sie einen Befehl) für Elasar, den Kohen, und für Jehoschua ben Nun, und für die Häupter der Stämme der Söhne Israels,
וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה אֲלֵהֶם אִם־יַעַבְרוּ בְנֵי־גָד וּבְנֵי־רְאוּבֵן אִתְּכֶם אֶת־הַיַּרְדֵּן כָּל־חָלוּץ לַמִּלְחָמָה לִפְנֵי יְהוָה וְנִכְבְּשָׁה הָאָרֶץ לִפְנֵיכֶם וּנְתַתֶּם לָהֶם אֶת־אֶרֶץ הַגִּלְעָד לַאֲחֻזָּה׃
wajomer mosché alehém im-ja'awrú wene-gád uwne-re'uwén ittechém et-hajardén kol-chalúz lammilchamá lifné adonáj wenichbeschá ha'árez lifnechém untattém lahém et-érez haggil'ád la'achussá
29 Und Mosche sagte zu ihnen: „Wenn die Söhne Gads und die Söhne Re'uwens mit euch über den Jordan ziehen, jeder Krieger, der vor dem HERRN zum Kampf auszieht, und das ganze Land vor euch erobert ist, dann sollt ihr ihnen das Land Gil'ad als Erbe geben.
וְאִם־לֹא יַעַבְרוּ חֲלוּצִים אִתְּכֶם וְנֹאחֲזוּ בְתֹכְכֶם בְּאֶרֶץ כְּנָעַן׃
we'im-ló ja'awrú chaluzím ittechém wenochasú wetochechém be'érez kená'an
30 Wenn sie aber nicht vor dem ganzen Heer mit euch ziehen, dann teilt mit ihnen und gebt ihnen ein Erbteil im Land Kanaan.“
Mosche, der weiß, dass er nicht in das Land Kanaan hineinkommen wird, fällt eine Entscheidung, verkündet seine Entscheidung allen Häuptern des Volkes, damit es später keine Streitigkeiten und unterschiedlichen Auslegungen gibt. Man kann von Mosche lernen, die Bedingungen eines Vertrags festzulegen: was sein wird, wenn sie es tun, und was sein wird, wenn sie es nicht tun. Wenn sie wirklich in den vordersten Reihen der Krieger gehen, um für die Befreiung des Landes zu kämpfen, dann erlaubt ihnen nach dem endgültigen Sieg, nach Gil'ad zurückzukehren. Und wenn sie nicht gehen, dann sollen sie gleichberechtigt ein Erbe im Land Israel erhalten. Es ist eine erstaunliche Sache, dass Mosche sich hier nicht mit dem Höchsten berät, sich nicht an den Höchsten wendet. Es gibt Fragen, die er selbst entscheiden kann, das heißt, er besitzt genügend Macht, genügend Verständnis, um das selbst zu entscheiden.
וַיַּעֲנוּ בְנֵי־גָד וּבְנֵי רְאוּבֵן לֵאמֹר אֵת אֲשֶׁר דִּבֶּר יְהוָה אֶל־עֲבָדֶיךָ כֵּן נַעֲשֶׂה׃
waja'anú wene-gád uwné re'uwén lemór et aschér dibbér adonáj el-awadécha ken na'assé
31 Und die Söhne Gads und die Söhne Re'uwens antworteten und sagten: „Alles, was der HERR zu deinen Knechten geredet hat, alles werden wir tun!
Ihre Antwort zeigt, dass sie in den Reden Mosches ein Gebot des Höchsten sehen, dass Mosche den Willen des Höchsten auslegt (obwohl er sich nicht unmittelbar an den Höchsten wendet).
נַחְנוּ נַעֲבֹר חֲלוּצִים לִפְנֵי יְהוָה אֶרֶץ כְּנָעַן וְאִתָּנוּ אֲחֻזַּת נַחֲלָתֵנוּ מֵעֵבֶר לַיַּרְדֵּן׃
náchnu na'awór chaluzím lifné adonáj érez kená'an we'ittánu achussát nachalaténu me'éwer lajardén
32 Wir werden in den vordersten Reihen der Krieger vor dem HERRN in das Land Kanaan ziehen, bei uns aber wird unser Erbteil jenseits des Jordan bleiben.
Jenseits des Jordan – das ist im Verhältnis zum Land Kanaan gesagt. Und nachdem sie einen solchen Vertrag vor dem Angesicht aller Häupter Israels geschlossen haben, vor Mosche, vor Elasar, nachdem alle Bedingungen ausgehandelt und öffentlich bekanntgemacht sind, erfüllt Mosche ihre Bitte.
וַיִּתֵּן לָהֶם מֹשֶׁה לִבְנֵי־גָד וְלִבְנֵי רְאוּבֵן וְלַחֲצִי שֵׁבֶט מְנַשֶּׁה בֶן־יוֹסֵף אֶת־מַמְלֶכֶת סִיחֹן מֶלֶךְ הָאֱמֹרִי וְאֶת־מַמְלֶכֶת עוֹג מֶלֶךְ הַבָּשָׁן הָאָרֶץ לְעָרֶיהָ בִּגְבֻלֹת עָרֵי הָאָרֶץ סָבִיב׃
wajittén lahém mosché liwne-gád weliwné re'uwén welachazí schéwet menasché wen-josséf et-mamléchet sichón mélech ha'emorí we'et-mamléchet og mélech habbaschán ha'árez le'aréha bigwulót aré ha'árez sawíw
33 Und Mosche gab ihnen, den Söhnen Gads und den Söhnen Re'uwens und der Hälfte des Stammes Menasche, dem Sohn Josefs, er gab ihnen die Ländereien des Königreichs Sichons, des Königs der Amoriter, und das Königreich Ogs, des Königs von Baschan, das ganze Land nach seinen Grenzen, die Städte und die an sie angrenzenden Landstücke.
Es stellt sich die Frage: Woher ist in dieser Aufzählung unerwartet die Hälfte des Stammes Menasche aufgetaucht? Es gibt Kommentatoren, die sagen: Als man sah, dass diese Ländereien einfach riesig sind und es vielleicht zu viele für Gad und Re'uwen sein würden, da wollte sich auch ein Teil des Stammes Menasche, nicht genau die Hälfte, sondern irgendein Teil aus dem Stamm Menasche, ebenfalls dort ansiedeln. Andere sagen: Die eigentliche Natur des Stammes Menasche ist das Gedächtnis, denn als Josef dem Sohn den Namen Menasche gab, sagte er: „Vergessen ließ mich der HERR.“ Und seit jener Zeit ist das Gedächtnis, das Gedenken an das Land, an das Zuhause, an Israel, ein Teil der Natur des Stammes Menasche. Und deshalb bleibt der Stamm Menasche bei ihnen, um ein geistlicher Mittler zwischen ihnen und dem Land Israel zu sein.
וַיִּבְנוּ בְנֵי־גָד אֶת־דִּיבֹן וְאֶת־עֲטָרֹת וְאֵת עֲרֹעֵר׃
wajiwnú wene-gád et-diwón we'et-atarót we'ét aro'ér
34 Die Söhne Gads erbauten Diwon und Atarot und Aro'er,
וְאֶת־עַטְרֹת שׁוֹפָן וְאֶת־יַעְזֵר וְיָגְבֳּהָה׃
we'et-atrót schofán we'et-ja׳sér wejogbehá
35 und Atrot-Schofan und Jaser und Jagbehu,
וְאֶת־בֵּית נִמְרָה וְאֶת־בֵּית הָרָן עָרֵי מִבְצָר וְגִדְרֹת צֹאן׃
we'et-bét nimrá we'et-bét harán aré miwzár wegidrót zon
36 und Bejt-Nimra und Bejt-Haran – befestigte Städte mit Pferchen für das Vieh.
In diesem Fall muss man das Wort erbauten als befestigten verstehen, das heißt, sie verwandelten diese Städte aus offenen in befestigte, in irgendwelche Festungen, um die herum es Mauern gibt. Und sie bauten Pferche für das Vieh. Das ist das, was den Söhnen Gads zufiel.
וּבְנֵי רְאוּבֵן בָּנוּ אֶת־חֶשְׁבּוֹן וְאֶת־אֶלְעָלֵא וְאֵת קִרְיָתָיִם׃
uwné re'uwén banú et-cheschbón we'et-el'alé we'ét kirjatajim
37 Und die Söhne Re'uwens erbauten Cheschbon und El'ale und Kirjatajim,
וְאֶת־נְבוֹ וְאֶת־בַּעַל מְעוֹן מוּסַבֹּת שֵׁם וְאֶת־שִׂבְמָה וַיִּקְרְאוּ בְשֵׁמֹת אֶת־שְׁמוֹת הֶעָרִים אֲשֶׁר בָּנוּ׃
we'et-newó we'et-bá'al me'ón mussabbót schem we'et-siwmá wajikre'ú weschemót et-schemót he'arím aschér banú
38 und Newo und Ba'al-Me'on, nachdem sie die Namen geändert hatten, und Siwma, und sie belegten die Namen der Städte, die sie erbaut hatten, mit neuen Namen.
Damit die Städte nicht die Namen heidnischer Götter trugen, wurden die Namen Newo (der Name eines babylonischen Gottes) und Ba'al-Me'on (der Name eines örtlichen Gottes) ersetzt.
וַיֵּלְכוּ בְּנֵי מָכִיר בֶּן־מְנַשֶּׁה גִּלְעָדָה וַיִּלְכְּדֻהָ וַיּוֹרֶשׁ אֶת־הָאֱמֹרִי אֲשֶׁר־בָּהּ׃
wajelechú bené machír ben-menasché gil'áda wajilkedúha wajoresch et-ha'emorí ascher-bá
39 Und die Söhne Machirs, des Sohnes Menasches, kamen nach Gil'ad und eroberten es und vertrieben die Amoriter, die dort lebten (und erweiterten noch die Gebiete).
וַיִּתֵּן מֹשֶׁה אֶת־הַגִּלְעָד לְמָכִיר בֶּן־מְנַשֶּׁה וַיֵּשֶׁב בָּהּ׃
wajittén mosché et-haggil'ád lemachír ben-menasché wajéschew ba
40 Danach gab Mosche Machir, dem Sohn Menasches (seinen Kindern), Gil'ad, damit sie dort lebten.
וְיָאִיר בֶּן־מְנַשֶּׁה הָלַךְ וַיִּלְכֹּד אֶת־חַוֹּתֵיהֶם וַיִּקְרָא אֶתְהֶן חַוֹּת יָאִיר׃
weja'ír ben-menasché halách wajilkód et-chawwotehém wajikrá ethén chawwót ja'ír
41 Und Ja'ir ben Menasche ging hin und eroberte seine Dörfer und nannte sie Chawot-Ja'ir (Dörfer Ja'irs).
וְנֹבַח הָלַךְ וַיִּלְכֹּד אֶת־קְנָת וְאֶת־בְּנֹתֶיהָ וַיִּקְרָא לָה נֹבַח בִּשְׁמוֹ׃
wenówach halách wajilkód et-kenát we'et-benotéha wajikrá la nówach bischmó
42 Und Nowach ging hin und eroberte Knat und seine Vororte und nannte sie Nowach, nach seinem Namen.
So entstanden die Siedlungen des Volkes Israel außerhalb des Landes Kanaan.
Schätze dein Wort
In unserem Wochenabschnitt Matot, in Vers 3 von Kapitel 30, lesen wir: „Wenn jemand dem HERRN ein Gelübde ablegt oder mit einem Schwur schwört und damit seiner Seele eine Bindung auferlegt, so soll er sein Wort nicht brechen: Alles, wie es aus seinem Mund hervorgegangen ist, soll er tun.“ Der einfache Sinn des Gesagten ist scheinbar sehr verständlich. Wenn ein Mensch dem Höchsten einen Schwur geleistet hat, dann muss er diesen Schwur erfüllen, und man darf ihn nicht brechen, man darf seinen Schwur nicht geringschätzen und sagen: „Na, ich habe geschworen, ich war erschrocken, müde, ich habe geschworen, ohne nachzudenken.“ Obwohl man unter bestimmten Bedingungen einen Schwur aufheben kann, muss man einen Schwur vor Gott doch erfüllen. Das ist der einfache Sinn.
Rabbi Jehuda-Arje-Leib Alter, auch bekannt als Sfat Emet, versucht, ein wenig tiefer als der einfache Sinn zu blicken, und spricht über Folgendes. Den Satz lo jachél dewaró, der übersetzt wird mit er soll sein Wort nicht brechen, kann man verstehen als er wird sein Wort nicht entwerten, er wird sein Wort nicht geringschätzen, es nicht billig machen. Und man kann das nicht nur auf diesen konkreten Schwur beziehen, sondern auch auf jeden Schwur überhaupt. Wenn ein Mensch mit seinem Mund irgendeinen Schwur sagt, ausspricht, irgendeine Verpflichtung eingeht, etwas verspricht und es dann nicht erfüllt, dann wird sein Wort, seine ganze Rede entwertet. Auch das Wort, das er sagt, wenn er versucht, die Tora zu lernen, und sein Gebet als sein Wort vor dem Höchsten wird ebenfalls entwertet, und das kann ein Hindernis im Gebet sein. Wenn ich es mit irgendeinem Menschen zu tun habe, der ständig sein Wort bricht, aber dabei sagt: „Ich gebe dir mein Wort, ich verspreche es dir, hier hast du mein Wort“, dann entwertet er sein Wort. Und nicht nur jene Versprechen, jenes Wort, das er gebrochen hat, sondern überhaupt seine ganze Rede wird entwertet – die Rede, die ein sehr wichtiges Werkzeug im Leben des Menschen und im Weltgefüge insgesamt ist. Man darf nicht vergessen, dass der Höchste durch das Wort erschaffen hat, und das Licht ist nur deshalb erschienen, weil das Wort Licht erklungen ist. Das Wort ist wichtig in unserem Leben, und wenn wir unsere Schwüre brechen, unsere Verpflichtungen brechen – sei es vor dem Höchsten, sei es vor einem Menschen –, entwerten wir unser Wort. Und was werden dann unsere anderen Worte bedeuten, die wir sagen, unsere Gedanken, unsere Gebete, denn wir denken und beten ja auch in Worten. Unser ganzer Umgang, unsere ganze Rede als Werkzeug wird entwertet sein.
Die jüdischen Weisen geben folgende Definition: „Ein Weiser ist der, der einen Schwur sogar ohne ein Buch der Tora leisten kann. Er muss nicht die Hand auf die Schrift legen, die Hand auf irgendetwas legen, um die Wahrheit zu sagen. Er schätzt sein Wort. Und wenn er über irgendeinen Fund sagt: ‚Das ist meins‘, dann vertraut man ihm, denn für keine Schätze der Welt wird dieser Mensch sein Wort brechen. Nur ein solcher Mensch gilt als weise.“ Deshalb ist es sehr wichtig, seine Rede nicht zu entwerten, indem man leere Versprechen oder falsche Zeugnisse gibt, und das zu sagen, worüber du nicht genau Bescheid weißt.
Im Talmud wird ein Ausspruch von Rabbi Schmu'el angeführt, dass ein weiser Mensch nur in drei Fällen seinem Wort untreu werden darf (das ist selbstverständlich ein Rat, nicht alle werden dem zustimmen). Folgendes sagt er: „Seinem Wort untreu werden darf man in drei Situationen. Die erste ist die Bescheidenheit: Wenn man versucht, den Stand deines Wissens zu prüfen, darf man aus Bescheidenheit nicht alles offenlegen, was du weißt. Die zweite Situation betrifft das intime Leben: Wenn man dich plötzlich in irgendeiner Situation zwingt, darüber zu erzählen, sag: ‚Nein, war nicht, weiß ich nicht.‘ Die dritte Situation betrifft die Gastfreundschaft, den Aufenthalt in einem fremden Haus. Wie man so sagt: Wenn du in ein fremdes Haus hineingehst, schließ die Augen, wenn du hinausgehst, schließ den Mund. War es gut in jenem Haus? Ja, alles gut. Hat man dich gut aufgenommen? Ja, alles gut, wunderbare Gastgeber, wunderbare Hausherrin, sehr leckeres Essen.“ Das heißt, ein weiser Mensch kann aus Weisheit von der Wahrheit abweichen, in den übrigen Situationen aber ist es besser zu schweigen, als die Unwahrheit zu sagen.
Selbstverständlich kann man jede dieser Situationen, die Rabbi Schmu'el beschrieben hat, weiter fassen. Besser ist es, einen Vorbehalt zu machen: „Ich werde das tun, ich werde mich bemühen, das zu tun, aber ein Gelübde lege ich nicht ab.“ Deshalb kann man bei gläubigen Juden so oft den Ausdruck bli néder (ohne Schwur) antreffen, das heißt: Ich werde mich ohne Gelübde bemühen, ich leiste keinen Schwur, ich werde mich einfach bemühen, das zu tun. Man muss vorsichtig sein mit seiner Rede, damit sie nicht billig wird in den Augen des Höchsten, in den Augen anderer Menschen, damit unsere Gebete nicht die Kraft verlieren, damit unser Lernen nicht seine Kraft verliert. Das ist so ein kurzer, aber meiner Meinung nach sehr wichtiger Gedanke zu unserem Wochenabschnitt.
Matot: das Studium fortsetzen
Lest auch den Wochenabschnitt Pinchas, den Wochenabschnitt Nasso über das Nasiräertum, den Wochenabschnitt Bechukotaj und die Wochenabschnitte der Tora.