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- Schemot
- Pekude
פְקוּדֵי
Pekude
die Vollendung des Mischkan
- Wochenabschnitt
- 23 von 54
- Verse
- Schemot 38,21–40,38
- Teile
- 5
- Lesezeit
- 56 Min.
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Pekude ist der Wochenabschnitt über die Vollendung des Mischkan. Alex Blend bespricht den Bericht über die verwendeten Materialien, die Abnahme der Arbeit, das Aufstellen des Zeltes und das Thema „Mischkan und Maschiach“. Das Stenogramm enthält den Text der Tora auf Hebräisch, eine Transliteration, eine Übersetzung, die Kommentare des Autors und die Haftara aus dem ersten Buch Melachim.
Pekude: über die Abrechnung
Schemot 38,21–31
אֵלֶּה פְקוּדֵי הַמִּשְׁכָּן מִשְׁכַּן הָעֵדֻת אֲשֶׁר פֻּקַּד עַל־פִּי מֹשֶׁה עֲבֹדַת הַלְוִיִּם בְּיַד אִיתָמָר בֶּן־אַהֲרֹן הַכֹּהֵן׃
élle fekudé hammischkán mischkán ha'edút aschér pukkád al-pí mosché awodát halwijím bejád itamár ben-aharon hakkohen
21 Dies ist die Rechnungslegung in Bezug auf den Mischkan, den Mischkan des Zeugnisses, der Bericht, der auf Geheiß Mosches durch die Hand Itamars, des Sohnes Aharons, des Priesters, erstellt wurde.
Wir haben über das erstaunliche Wort pokéd gesprochen. Pokéd – das ist ich verwalte, besuche, prüfe, befehlige, nehme zum Pfand und in diesem Fall lege Rechenschaft ab. Ein sehr schwer zu übersetzendes Wort, gerade weil seine Bedeutungen zerfließen und sich verändern.
Zweimal sehen wir die Wiederholung des Wortes Mischkan, Mischkan. Die Kommentatoren sehen darin einen Hinweis darauf, dass man den Mischkan gleichsam zweimal zum Pfand nehmen wird. Wenn das Volk Gottes seiner Bestimmung nicht entspricht, das Licht des Höchsten in dieser Welt nicht vollständig offenbart, wenn das Licht nicht vollständig offenbart ist, dann können sie in diesem für die Feinde angenehmen Halbdunkel angreifen und den Tempel zerstören, vernichten. Die Kommentatoren sagen: „Was tut ein Mensch, der mit dem König verfeindet ist, der auf den König zornig ist?“ An den König kommt er nicht heran, der König ist weit weg, und er ist stark. Dann geht der Mensch auf den Platz und sieht dort eine Statue des Königs. Aber in Wirklichkeit kann er nicht einmal die Statue des Königs zerstören, und dann zerkratzt er diese Statue einfach. Die Zerstörung der Tempel also – das ist vergleichbar (so vergleicht es der Midrasch) mit Kratzern an einer Statue. So versteht man die zweifache Wiederholung des Wortes Mischkan. Wir, die Leser, gehen gewöhnlich nicht daran vorbei, wenn dieses oder jenes Wort in der Tora zweimal hintereinander wiederholt wird. Aber man kann es auch darauf schieben, dass das hier einfach so ein literarisches Stilmittel ist.
Ich möchte hier wieder einmal einen kleinen lyrischen Exkurs machen und sagen, wozu ein solcher Midrasch überhaupt nötig ist. Warum musste jemand das wiederholte Wort Mischkan auf diese Weise lesen, in historischer Perspektive? Um uns zu zeigen, uns zu lehren, dass man für alles Rechenschaft ablegen muss. Abgesehen davon, dass die Tora hier eine strenge Abrechnung anführt, die Mosche Itamar, dem Sohn Aharons, zu erstellen auftrug, über alle verbrauchten materiellen Werte, über alles, was gesammelt wurde, was wofür verbraucht wurde, gibt es genauso eine Rechenschaft nicht über die Erschaffung des Mischkan, sondern über die Existenz des Mischkan selbst. Inwieweit der Mischkan, der irdische Mischkan, der Tempel, der stand, oder der Mischkan, der unser Körper als Ort unseres Dienstes für den Höchsten ist, inwieweit er seine Existenz rechtfertigt, inwieweit wir unsere Ressourcen vollständig, richtig, ehrlich nutzen? Auch darüber müssen wir Rechenschaft ablegen – sowohl das Volk Gottes als Ganzes als auch jeder aus dem Volk einzeln. Und der Midrasch spricht eigentlich über dieses wichtige Thema, indem er hier lediglich die doppelte Schreibung des Wortes Mischkan nutzt, den Mischkan Mosches und unseren persönlichen Mischkan. Man kann diese Verdopplung unterschiedlich verstehen, aber ein solcher Sinn ist wirklich für uns alle aktuell.
Durch die Hand Itamars – gemeint ist unter der Leitung, unter dem Kommando. Auch im Russischen kommt das Wort für Leitung von den Wörtern Hand und führen, mit den Händen führen.
Wir haben gesagt, dass das Wort itamár im modernen Hebräisch im Zusammenhang mit dem Wort tamár (Dattel) wahrgenommen wird. In Wirklichkeit hat es mit Datteln überhaupt nichts zu tun, sondern hängt mit dem aramäischen ítmar zusammen oder memrá (im späten Aramäisch), oder Logos, Wort. Das heißt, einer der Söhne Aharons hieß Wort. Man kann vermuten, dass dies eine Verherrlichung eben jenes Wortes ist, das Fleisch werden wird. Ungefähr zur selben Zeit, viel weiter nördlich, im Libanon, gab es einen Tempel der Verehrung des Wortes.
וּבְצַלְאֵל בֶּן־אוּרִי בֶן־חוּר לְמַטֵּה יְהוּדָה עָשָׂה אֵת כָּל־אֲשֶׁר־צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
uwzal'él ben-urí wen-chúr lematté jehuda assá et kol-ascher-ziwwá adonáj et-mosché
22 Und Bezalel, der Sohn Uris, des Sohnes Churs, aus dem Stamm Jehuda (oder aus dem Lager Jehudas), machte alles, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וְאִתּוֹ אָהֳלִיאָב בֶּן־אֲחִיסָמָךְ לְמַטֵּה־דָן חָרָשׁ וְחֹשֵׁב וְרֹקֵם בַּתְּכֵלֶת וּבָאַרְגָּמָן וּבְתוֹלַעַת הַשָּׁנִי וּבַשֵּׁשׁ׃
we'ittó aholi'áw ben-achissamách lematte-dán charásch wechoschéw werokém battechélet uwa'argamán uwtolá'at haschaní uwaschésch
23 Und zusammen mit ihm Oholi'aw, der Sohn Achisamachs, aus dem Stamm Dan, der sich mit Schnitzerei und Weberei beschäftigt, und mit Stickerei auf himmelblauem Stoff, auf Purpur, auf scharlachrotem Stoff und auf feinem Leinen.
כָּל־הַזָּהָב הֶעָשׂוּי לַמְּלָאכָה בְּכֹל מְלֶאכֶת הַקֹּדֶשׁ וַיְהִי זְהַב הַתְּנוּפָה תֵּשַׁע וְעֶשְׂרִים כִּכָּר וּשְׁבַע מֵאוֹת וּשְׁלֹשִׁים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ׃
kol-hassaháw he'asúj lammelachá bechól meléchet hakkódesch wajhí seháw hattenufá téscha we'esrím kikkár uschwá meót uschloschím schékel beschékel hakkódesch
24 Alles Gold, das für die Arbeit bestimmt war, im ganzen heiligen Dienst, betrug: Gold der Erhebung 29 Kikar (Talente) und 730 Schekel in heiligen Schekeln.
Wenn man die Gewichtsmaße zugrunde legt, die einer der bekannten jüdischen Kommentatoren, Rabbi Mosche ben Maimon (Rambam), anführt, dann ergibt sich, dass 1228 Kilogramm Gold gesammelt wurden. Viele streiten über diese Zahl, obwohl auch andere Zahlen ungefähr im selben Bereich liegen werden, in derselben Größenordnung. Man sagt auch, dass es viel mehr Gold hätte sein müssen; dennoch, wenn man von der Vorstellung der Gewichtsmaße ausgeht, die zu jener Zeit existierten, ergibt sich ungefähr so ein Bild.
וְכֶסֶף פְּקוּדֵי הָעֵדָה מְאַת כִּכָּר וְאֶלֶף וּשְׁבַע מֵאוֹת וַחֲמִשָּׁה וְשִׁבְעִים שֶׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ׃
wechéssef pekudé ha'edá me'át kikkár we'élef uschwá meót wachamischá weschiw'ím schékel beschékel hakkódesch
25 Und das Silber, das die Gemeinde abgab – 100 Kikar (Talente) und 1775 Schekel in heiligen Schekeln.
100 Talente und 1775 heilige Schekel – das sind ungefähr 4225 Kilogramm Silber. Silber wurde viel mehr gesammelt als Gold.
Und in Vers 26 lesen wir einen Mini-Bericht darüber, woher das Silber kam.
בֶּקַע לַגֻּלְגֹּלֶת מַחֲצִית הַשֶּׁקֶל בְּשֶׁקֶל הַקֹּדֶשׁ לְכֹל הָעֹבֵר עַל־הַפְּקֻדִים מִבֶּן עֶשְׂרִים שָׁנָה וָמַעְלָה לְשֵׁשׁ־מֵאוֹת אֶלֶף וּשְׁלֹשֶׁת אֲלָפִים וַחֲמֵשׁ מֵאוֹת וַחֲמִשִּׁים׃
béka laggulgólet machazít haschékel beschékel hakkódesch lechól ha'owér al-happekudím mibbén esrím schaná wamá'la leschesch-meót élef uschlóschet alafím wachamésch meót wachamischím
26 Je ein Beka (ein Gewichtsmaß von einem halben Schekel) von jedem Menschen, ein halber Schekel vom heiligen Schekel, von jedem, der in die Zählung eingeht, von den Söhnen Israels (und die Tora erläutert das), von 20 Jahren und älter – 603 Tausend 550 (Menschen).
Vor nicht allzu langer Zeit wurden bei Ausgrabungen auf dem Tempelberg Gewichte gefunden, und einige davon trugen die Markierung „Beka“.
Von 20 Jahren und älter – das ist das Alter der Menschen, die bei der Volkszählung in die Zählung eingehen, das heißt der Erwachsenen, Volljährigen, zum Dienst bereiten Menschen, der handlungsfähige Teil des Volkes Israel. Gerade sie waren verpflichtet, je einen halben Schekel Silber für den Bau des Mischkan zu bringen. Und was wurde nun aus all diesem Silber gemacht?
וַיְהִי מְאַת כִּכַּר הַכֶּסֶף לָצֶקֶת אֵת אַדְנֵי הַקֹּדֶשׁ וְאֵת אַדְנֵי הַפָּרֹכֶת מְאַת אֲדָנִים לִמְאַת הַכִּכָּר כִּכָּר לָאָדֶן׃
wajhí me'át kikkár hakkéssef lazéket et adné hakkódesch we'ét adné happaróchet me'át adaním lim'át hakkikkár kikkár la'áden
27 Und es war: 100 Kikar (Talente) Silber wurden dafür verbraucht, die Sockel für das Heilige und die Sockel für den Vorhang zu gießen; aus 100 Kikar (Talenten) – 100 Sockel, je ein Kikar (Talent) für einen Sockel.
וְאֶת־הָאֶלֶף וּשְׁבַע הַמֵּאוֹת וַחֲמִשָּׁה וְשִׁבְעִים עָשָׂה וָוִים לָעַמּוּדִים וְצִפָּה רָאשֵׁיהֶם וְחִשַּׁק אֹתָם׃
we'et-ha'élef uschwá hammeot wachamischá weschiw'ím assá wawím la'ammudím wezippá raschehém wechischák otám
28 Und aus den 1775 Schekeln machte er Haken für die Säulen und überzog ihren oberen Teil, und machte sie mit Einfassungen.
וּנְחֹשֶׁת הַתְּנוּפָה שִׁבְעִים כִּכָּר וְאַלְפַּיִם וְאַרְבַּע־מֵאוֹת שָׁקֶל׃
unchóschet hattenufá schiw'ím kikkár we'alpájim we'arbá-meot schákel
29 Und an Kupfer wurden 70 Kikar und 2400 Schekel gesammelt (etwas mehr als drei Tonnen).
וַיַּעַשׂ בָּהּ אֶת־אַדְנֵי פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד וְאֵת מִזְבַּח הַנְּחֹשֶׁת וְאֶת־מִכְבַּר הַנְּחֹשֶׁת אֲשֶׁר־לוֹ וְאֵת כָּל־כְּלֵי הַמִּזְבֵּחַ׃
wajá'as ba et-adné petach óhel mo'éd we'ét misbách hannechóschet we'et-michbár hannechóschet aschér-lo we'ét kol-kelé hammisbéjach
30 Und er machte daraus die Sockel für den Eingang des Zeltes der Begegnung, und den kupfernen Altar, und sein kupfernes Gitter, und alle Geräte des Altars.
וְאֶת־אַדְנֵי הֶחָצֵר סָבִיב וְאֶת־אַדְנֵי שַׁעַר הֶחָצֵר וְאֵת כָּל־יִתְדֹת הַמִּשְׁכָּן וְאֶת־כָּל־יִתְדֹת הֶחָצֵר סָבִיב׃
we'et-adné hechazér sawíw we'et-adné schá'ar hechazér we'ét kol-jitdót hammischkán we'et-kol-jitdót hechazér sawíw
31 Und die Sockel für den Hof ringsum, und die Sockel für das Tor des Hofes, und alle Pflöcke für den Mischkan, und alle Pflöcke des Hofes ringsum.
Wozu führt uns die Tora diese ganze Geschichte an, einen so ausführlichen Bericht? Wahrscheinlich ist das für uns eine Lehre im Umgang mit gesammelten Spenden in der Gemeinde, wenn jemand eine Sammlung für irgendeine Veranstaltung ankündigt, für den Bau von etwas, für die Schaffung von etwas. Das Volk bringt einmütig, und dann wird bis auf den Schekel genau (das sind ungefähr 33 Gramm in den Maßen, die hier angeführt werden) Rechenschaft darüber abgelegt, was und wie verwendet wurde. Mosche setzte einen Mann ein, Itamar, den Sohn Aharons, damit er sich mit der Abrechnung befasse, nachzähle und der Gemeinde Bericht erstatte. Es genügte nicht zu sagen: „Ihr habt bei uns abgegeben – hier habt ihr den Mischkan, alles nach Pflichtenheft gebaut.“ Nein, außerdem wird hier ein vollständiger und ausführlicher Bericht über die geleistete Arbeit und die verbrauchten Materialien (Gold, Silber und Kupfer) gegeben.
Die Abnahmekommission
Schemot 39,1–43
Wir haben schon davon gelesen, dass Mosche nach Abschluss der Arbeiten am Bau des Mischkan Itamar, den Sohn Aharons, beauftragte, einen vollständigen und gründlichen Bericht über alle verwendeten Edelmetalle zu erstellen, aus allem, was das Volk gesammelt hatte. Itamar hat diesen Bericht erstellt, und eigentlich haben wir den Bericht selbst auch gelesen. In unserem Abschnitt kehrt die Tora zum Bericht über die angefertigten Kleider für die Priesterschaft zurück (die ausführliche Anweisung haben wir in Kapitel 28 gelesen) und über den Abschluss aller Arbeiten an der Einrichtung des Mischkan.
וּמִן־הַתְּכֵלֶת וְהָאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת הַשָּׁנִי עָשׂוּ בִגְדֵי־שְׂרָד לְשָׁרֵת בַּקֹּדֶשׁ וַיַּעֲשׂוּ אֶת־בִּגְדֵי הַקֹּדֶשׁ אֲשֶׁר לְאַהֲרֹן כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
umin-hattechélet weha'argamán wetolá'at haschaní assú wigde-serád lescharét bakkódesch waja'asú et-bigdé hakkódesch aschér le'aharón ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
1 Und aus dem himmelblauen Stoff, aus dem Purpurstoff und aus dem scharlachroten Stoff machten sie die Dienstkleider (bedeckende Kleider, man kann sagen, Arbeitskleidung) für den Dienst im Heiligen, und sie machten die heiligen Kleider (gesonderte Kleider für diejenigen, die dazu bestimmt sind, das Allerheiligste zu betreten), die für Aharon sind; sie machten es, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיַּעַשׂ אֶת־הָאֵפֹד זָהָב תְּכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי וְשֵׁשׁ מָשְׁזָר׃
wajá'as et-ha'efód saháw techélet we'argamán wetolá'at schaní weschésch moschsár
2 Der Meister, der Kunstfertige, fertigte den Efod (wir haben ihn Weste genannt) aus Gold, himmelblauem Faden, Purpurfaden, scharlachrotem Faden und Leinenfaden, zusammengezwirnt.
Wie verband sich das Gold mit den Fäden? Jeder Faden wurde sechsfach gezwirnt: der himmelblaue Faden, der Purpurfaden, der scharlachrote Faden und das Leinen. Und dann wurden sie noch umwickelt, in sie wurde ein siebter – ein goldener Faden – eingeflochten. Das heißt, wir haben techélet (den himmelblauen Faden), argamán (den Purpurfaden), tolá'at schaní (den scharlachroten Faden) und Leinen, jede Farbe wurde aus sechs Fäden gezwirnt und mit dem Goldfaden vermischt. Insgesamt ergibt das viermal sieben, so ein „achtundzwanzigfacher“ Faden kam dabei heraus.
In Vers 3 – die Beschreibung der Herstellung der Goldfäden:
וַיְרַקְּעוּ אֶת־פַּחֵי הַזָּהָב וְקִצֵּץ פְּתִילִם לַעֲשׂוֹת בְּתוֹךְ הַתְּכֵלֶת וּבְתוֹךְ הָאַרְגָּמָן וּבְתוֹךְ תּוֹלַעַת הַשָּׁנִי וּבְתוֹךְ הַשֵּׁשׁ מַעֲשֵׂה חֹשֵׁב׃
wajrakkeú et-paché hassaháw wekizzéz petilím la'asót betóch hattechélet uwtóch ha'argamán uwtóch tolá'at haschaní uwtóch haschésch ma'assé choschéw
3 Und sie plätteten, und schnitten aus diesen goldenen Blättern ganz dünne Fäden, um diese Goldfäden in die himmelblauen, in die purpurnen, und die scharlachroten, und in die leinenen einzuflechten, auf weise, kunstvolle Weise.
Das heißt, sie verwandelten das Gold in ein geschmiedetes, dünnes-dünnes Blättchen, heute würde man sagen – in Blattgold. Das Wort ptíl (Plural ptilím) bedeutet Faden oder Dochtchen (das russische Wort fitil stammt von eben diesem Wort). Die Meister plätteten das Gold zu feinsten Blättern und schnitten daraus, wie Nudeln, dünne-dünne Fäden, die man mit anderen Fäden verflechten und auf diese Weise zu einem gemeinsamen Stoff weben konnte. Man sagt, dass Gold sehr schwer in Stoff einzuarbeiten ist. In der ganzen Welt gab es in der Antike im Großen und Ganzen eine einzige Methode zur Herstellung von Stoff mit Gold, der Samit oder Brokat genannt wurde, wobei der Goldfaden mit sechs anderen Fäden vermischt, verflochten wurde.
כְּתֵפֹת עָשׂוּ־לוֹ חֹבְרֹת עַל־שְׁנֵי קִצְווֹתוֹ (קְצוֹתָיו) חֻבָּר׃
ketefót assu-ló chowerót al-schené kezotáw chubbár
4 Sie machten ihm Schultern, sie waren an beiden Seiten befestigt und verbanden das Vorder- und das Hinterteil des Efod miteinander.
Wenn man zur Parallele des Efod mit der Schutzweste zurückkehrt, dann machte man ihm gleichsam Träger (wahrscheinlich wird dieses Wort verständlicher sein). Das sind Träger, die sich an beiden Seiten befinden und die das Vorder- und das Hinterteil des Efod verbinden.
וְחֵשֶׁב אֲפֻדָּתוֹ אֲשֶׁר עָלָיו מִמֶּנּוּ הוּא כְּמַעֲשֵׂהוּ זָהָב תְּכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי וְשֵׁשׁ מָשְׁזָר כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wechéschew afuddató aschér aláw mimménnu hu kema'asséhu saháw techélet we'argamán wetolá'at schaní weschésch moschsár ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
5 Und alle Gürtelchen des Efod, die an ihm sind, sind aus ihm selbst gemacht (das heißt, alle Bänder und alle Riemen des Efod sind als ein Ganzes mit ihm gemacht), aus allen aufgezählten Fäden: aus Goldfäden, himmelblauen Fäden, Purpurfäden, scharlachroten Fäden und aus Leinen, verflochten, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיַּעֲשׂוּ אֶת־אַבְנֵי הַשֹּׁהַם מֻסַבֹּת מִשְׁבְּצֹת זָהָב מְפֻתָּחֹת פִּתּוּחֵי חוֹתָם עַל־שְׁמוֹת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃
waja'asú et-awné haschóham mussabbót mischbezót saháw mefuttachót pittuché chotám al-schemót bené jisraél
6 Und sie machten die Steine aus Onyx, in goldenen Rahmen, auf denen, wie auf einem Siegel, die Namen der Söhne Israels eingeschnitten sind.
Wir haben gesagt, dass der Kohen auf seinen Schulterklappen, auf seinen Epauletten (nicht nur auf dem Brustschild) die Namen der Söhne Israels nach ihrer Geburt trägt, in der Reihenfolge ihrer Geburt: sechs Namen auf der einen Seite, sechs Namen auf der anderen Seite.
וַיָּשֶׂם אֹתָם עַל כִּתְפֹת הָאֵפֹד אַבְנֵי זִכָּרוֹן לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajássem otám al kitfót ha'efód awné sikkarón liwné jisraél ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
7 Und er legte sie auf die Schultern des Efod, die Steine des Gedenkens der Söhne Israels, wie Gott Mosche geboten hatte.
Wozu das nötig ist, darüber haben wir auch schon in Kapitel 28 gesprochen, als wir die Beschaffenheit der Kleider der Kohanim besprochen haben. Wiederholen wir, dass der Priester daran denken muss, dass er das Allerheiligste nicht für sich selbst betritt, nicht als irgendein Beamter, sondern als derjenige eintritt, der für das Volk Israel einsteht. Im Allerheiligsten oder im Heiligen (wohin er auch immer in seinem Amt als Priester eintritt) steht er für alle Stämme Israels ein, deshalb sind seine Schulterklappen – die Söhne Israels.
וַיַּעַשׂ אֶת־הַחֹשֶׁן מַעֲשֵׂה חֹשֵׁב כְּמַעֲשֵׂה אֵפֹד זָהָב תְּכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי וְשֵׁשׁ מָשְׁזָר׃
wajá'as et-hachóschen ma'assé choschéw kema'assé efód sahaw techélet we'argamán wetolá'at schaní weschésch moschsár
8 Und er machte den Choschen (oder Brustschild) in derselben Webarbeit wie den Efod (und wieder sehen wir die Aufzählung derselben gezwirnten Fäden): golden, himmelblau, und purpurn, und scharlachrot, und feines Leinen.
רָבוּעַ הָיָה כָּפוּל עָשׂוּ אֶת־הַחֹשֶׁן זֶרֶת אָרְכּוֹ וְזֶרֶת רָחְבּוֹ כָּפוּל׃
rawúa hajá kafúl assú et-hachóschen séret orkó weséret rochbó kafúl
9 Er war quadratisch, der Choschen wurde zweifach gefaltet gemacht, die Maße des Quadrats Séret auf Séret.
Erreicht wurde das dadurch, dass ein Rechteck aus Stoff zweifach gefaltet wurde, auf diese Weise ergab sich ein Quadrat mit einer Seite gleich einem Séret. Séret – das ist ein Längenmaß, gleich drei Handbreiten (oder einer halben Elle), und eine Handbreite wiederum ist etwa 8 Zentimeter. Das heißt, das Quadrat hatte eine Seitenlänge von 24–25 Zentimetern.
וַיְמַלְאוּ־בוֹ אַרְבָּעָה טוּרֵי אָבֶן טוּר אֹדֶם פִּטְדָה וּבָרֶקֶת הַטּוּר הָאֶחָד׃
wajmal'u-wó arba'á túre áwen tur ódem pitdá uwaréket hattúr ha'echád
10 Und seine Füllung machten sie aus vier Reihen von Steinen, der erste Stein ódem (Karneol), der zweite Stein pitdá (Smaragd), der dritte Stein uwaréket (und Topas), eine Reihe.
וְהַטּוּר הַשֵּׁנִי נֹפֶךְ סַפִּיר וְיָהֲלֹם׃
wehattúr haschení nófech sappír wejahalóm
11 Die zweite Reihe: nófech (Granat), sappír (Saphir), wejahalóm (und Diamant).
וְהַטּוּר הַשְּׁלִישִׁי לֶשֶׁם שְׁבוֹ וְאַחְלָמָה׃
wehattúr haschelischí léschem schewó we'achlámaIn der russischen Umschrift steht hier „we'achdáma“ mit d. Der hebräische Text lautet „we'achláma“ (Amethyst), und dem folgt die deutsche Umschrift.
12 Und die dritte Reihe: léschem (Zirkon), schewó (Achat), we'achlámaAuch im russischen Verstext steht „we'achdáma“ mit d. Die deutsche Übersetzung folgt dem hebräischen Wort „we'achláma“. ( und Amethyst).
וְהַטּוּר הָרְבִיעִי תַּרְשִׁישׁ שֹׁהַם וְיָשְׁפֵה מוּסַבֹּת מִשְׁבְּצוֹת זָהָב בְּמִלֻּאֹתָם׃
wehattúr harewi'í tarschísch schóham wejaschefé mussabbót mischbezót saháw bemillu'otám
13 Und die vierte Reihe: tarschísch (Aquamarin), schóham (Onyx), wejaschefé (und Jaspis); bevor sie in den Choschen eingesetzt wurden, sind sie mit Gold eingefasst (wörtlich: mit Gold belegt sind sie in ihrer Füllung).
Man kann und muss sagen, dass es sehr viele verschiedene Meinungen in Bezug auf die Steine gibt, mit denen man den Efod füllte. Das kommt daher, dass viele Namen der Steine nicht erhalten geblieben sind. Wir haben keine Überlieferung darüber, um welche Steine es sich wirklich handelt. Ein solches Wort wie zum Beispiel pitdá ist im Hebräischen überhaupt unmöglich, das ist offensichtlich irgendein nicht hebräisches Wort. Und wenn wir diese oder jene Methode der Rekonstruktion benutzen, benutzen wir sie auf der Grundlage des Studiums der Sprachen, auf der Grundlage verschiedener tiefgehender Forschungen. Ich führe absichtlich verschiedene Varianten an, um zu zeigen, dass es keine einzige Variante gibt, dass es hier keine einheitliche Überlieferung gibt, dass wir uns mit eben diesen Steinen nicht sehr gut auskennen.
In der Stadt Jerusalem, in der Jaffa-Straße, fast direkt beim Jaffator, in so einem erstaunlichen kleinen Steinlädchen, das mir in der Jugend zauberhaft vorkam, arbeitete ein alter (oder er kam mir damals alt vor) Jude, bei dem die Regale mit Büchern über Steine und mit den Steinen selbst vollgestellt waren. Er hatte sein ganzes Leben der Bearbeitung von Steinen und dem Schreiben von Büchern über Steine gewidmet, darunter auch über die Steine in den Brustschilden. Und er erzählte mir, dass er in seiner Jugend, in Algerien, ein Buch geschrieben hatte, in dem er – nun ganz genau – die Bedeutung aller Steine festgestellt hatte, die im Brustschild verwendet wurden. Es vergingen etwa 15 Jahre, und er schrieb ein anderes Buch, in dem er vieles revidierte, aber diesmal nun ganz genau die Steine feststellte, die sich im Brustschild befinden. Es vergingen noch 20 Jahre, und er begriff, dass wir nicht wissen, nicht feststellen können, welche Steine im Brustschild waren. Wenn man die Natur der Steine untersucht, dann passen viele Steine zu verschiedenen Stämmen; und was wissen wir schon über die Stämme? Wenn man die Namen untersucht, dann ist das Durcheinander mit ihnen unglaublich. Also, der Mensch, der in unserer Zeit wahrscheinlich mehr als irgendjemand sonst über die Steine in der jüdischen Überlieferung wusste, erzählte uns Jungen, dass das das Rätsel des Jahrhunderts ist, was dort für Steine auf dem Brustschild sind. Er schenkte uns Halbedelsteine, was für uns eine Berührung mit dem Geheimnis war. Und das ist für mich ein Rätsel geblieben, auf das ich gern eine Antwort finden würde. Aber ich verstehe, dass das eines jener zahlreichen Rätsel ist, für die ich keine Lösung finden werde.
וְהָאֲבָנִים עַל־שְׁמֹת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל הֵנָּה שְׁתֵּים עֶשְׂרֵה עַל־שְׁמֹתָם פִּתּוּחֵי חֹתָם אִישׁ עַל־שְׁמוֹ לִשְׁנֵים עָשָׂר שָׁבֶט׃
weha'awaním al-schemót bene-jisraél hénna schetém esré al-schemotám pittuché chotám isch al-schemó lischném assár scháwet
14 Und die Steine – nach den Namen der Söhne Israels, zwölf nach der Zahl ihrer Namen, mit einem Siegel eingeschnitten, jeder auf seinem Stein, nach den zwölf Stämmen.
וַיַּעֲשׂוּ עַל־הַחֹשֶׁן שַׁרְשְׁרֹת גַּבְלֻת מַעֲשֵׂה עֲבֹת זָהָב טָהוֹר׃
waja'asú al-hachóschen scharscherót gawlút ma'assé awót saháw tahór
15 Und am Brustschild machten sie besondere geflochtene Ketten, aus reinem Gold.
Hier ist der obere Rand des Brustschildes gemeint, und die Ketten, wir haben schon darüber gesprochen, ich wiederhole es: Das sind nicht solche, die aus Gliedern bestehen, aus einzelnen Ringlein, sondern geflochtene, teurere Schmuckketten.
וַיַּעֲשׂוּ שְׁתֵּי מִשְׁבְּצֹת זָהָב וּשְׁתֵּי טַבְּעֹת זָהָב וַיִּתְּנוּ אֶת־שְׁתֵּי הַטַּבָּעֹת עַל־שְׁנֵי קְצוֹת הַחֹשֶׁן׃
waja'asú scheté mischbezót saháw uschté tabbe'ót saháw wajittenú et-scheté hattabba'ót al-schené kezót hachóschen
16 Und sie machten zwei Nester (Fassungen) aus Gold und zwei goldene Ringe, und setzten die zwei Ringe an die zwei Ränder des Brustschildes.
וַיִּתְּנוּ שְׁתֵּי הָעֲבֹתֹת הַזָּהָב עַל־שְׁתֵּי הַטַּבָּעֹת עַל־קְצוֹת הַחֹשֶׁן׃
wajittenú scheté ha'awotót hassaháw al-scheté hattabba'ót al-kezót hachóschen
17 Und sie zogen (wörtlich: gaben) die zwei aus Gold geflochtenen Ketten (von denen wir schon gesprochen haben) durch die zwei Ringe, die am Rand des Choschen sind.
וְאֵת שְׁתֵּי קְצוֹת שְׁתֵּי הָעֲבֹתֹת נָתְנוּ עַל־שְׁתֵּי הַמִּשְׁבְּצֹת וַיִּתְּנֻם עַל־כִּתְפֹת הָאֵפֹד אֶל־מוּל פָּנָיו׃
we'ét scheté kezót scheté ha'awotót natenú al-scheté hammischbezót wajittenúm al-kitfót ha'efód el-múl panáw
18 Und die zwei (anderen) Enden der zwei Ketten verbanden sie mit den zwei Fassungen, und befestigten sie an den Schultern des Efod an seiner Gesichtsseite (Vorderseite).
וַיַּעֲשׂוּ שְׁתֵּי טַבְּעֹת זָהָב וַיָּשִׂימוּ עַל־שְׁנֵי קְצוֹת הַחֹשֶׁן עַל־שְׂפָתוֹ אֲשֶׁר אֶל־עֵבֶר הָאֵפֹד בָּיְתָה׃
waja'asú scheté tabbe'ót saháw wajassímu al-schené kezót hachóschen al-sefató aschér el-éwer ha'efód bájta
19 Und sie machten zwei goldene Ringe, und setzten (befestigten) sie an den unteren Rand (an den Saum des Brustschildes), der an der unteren Seite des Efod ist.
וַיַּעֲשׂוּ שְׁתֵּי טַבְּעֹת זָהָב וַיִּתְּנֻם עַל־שְׁתֵּי כִתְפֹת הָאֵפֹד מִלְמַטָּה מִמּוּל פָּנָיו לְעֻמַּת מֶחְבַּרְתּוֹ מִמַּעַל לְחֵשֶׁב הָאֵפֹד׃
waja'asú scheté tabbe'ót saháw wajittenúm al-scheté chitfót ha'efód milemátta mimmúl panáw le'ummát machbartó mimmá'al lechéschew ha'efód
20 Und sie machten noch zwei goldene Ringe und brachten sie an den beiden Schulterriemen des Efod unten an, gegenüber seiner Vorderseite, dort, wo bei ihm die Riemen sich verbinden, dort, wo der kleine Gürtel des Efod ist.
Das heißt, sie machten noch ein Paar Ringe und brachten sie hinten an, gegenüber der Vorderseite des Efod, wie Schnallen für die Riemen, an der Stelle, wo diese sich mit dem Efod verbinden, über dem kleinen Gürtel.
וַיִּרְכְּסוּ אֶת־הַחֹשֶׁן מִטַּבְּעֹתָיו אֶל־טַבְּעֹת הָאֵפֹד בִּפְתִיל תְּכֵלֶת לִהְיֹת עַל־חֵשֶׁב הָאֵפֹד וְלֹא־יִזַּח הַחֹשֶׁן מֵעַל הָאֵפֹד כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajirkesú et-hachóschen mittabbe'otáw el-tabbe'ót ha'efód biftíl techélet lihjot al-chéschew ha'efód welo-jissách hachóschen me'ál ha'efód ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
21 Und sie banden den Choschen an seinen Ringen an die Ringe des Efod mit einer himmelblauen Schnur, damit sie das Efod mit dem Brustschild zusammenhalte und damit das Brustschild sich nicht auf dem Efod verschiebe, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Das heißt, sie machten noch eine Befestigung aus himmelblauer Schnur, damit das Brustschild sich nicht auf dem Efod verschob, nicht auf dem Bauch des Kohen hin und her ging, sondern die ganze Zeit an ein und derselben Stelle blieb.
Mit Vers 22 beginnt die Beschreibung eines anderen Kleidungsstücks – me'íl (Mantel), des Obergewands, über das das Efod angezogen wird.
וַיַּעַשׂ אֶת־מְעִיל הָאֵפֹד מַעֲשֵׂה אֹרֵג כְּלִיל תְּכֵלֶת׃
wajá'as et-me'íl ha'efód ma'assé orég kelíl techélet
22 Und er machte den Me'íl (Mantel) ganz aus himmelblauem Stoff, um auf ihm das Brustschild in Weberarbeit zu tragen.
וּפִי־הַמְּעִיל בְּתוֹכוֹ כְּפִי תַחְרָא שָׂפָה לְפִיו סָבִיב לֹא יִקָּרֵעַ׃
ufi-hamme'íl betochó kefí tachrá safá lefíw sawíw lo jikkaréja
23 Und die Ränder der Halsöffnung des Me'íl sind nach innen umgeschlagen und vernäht (bearbeitet wie mit einer Overlockmaschine), damit sie nicht einreißt (nicht aufgeht, nicht ausfranst).
וַיַּעֲשׂוּ עַל־שׁוּלֵי הַמְּעִיל רִמּוֹנֵי תְּכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי מָשְׁזָר׃
waja'asú al-schulé hamme'íl rimmoné techélet we'argamán wetolá'at schaní moschsár
24 Und am Saum des Me'íl sind Granatäpfel gemacht aus einer Mischung von Himmelblau, Purpur und Scharlach.
Wir haben darüber gesprochen, dass sich bei bestimmter Beleuchtung die rote Farbe wie Blau bricht. Deshalb kann man eine besondere Röte zeigen, indem man die rote und die blaue Farbe mischt.
וַיַּעֲשׂוּ פַעֲמֹנֵי זָהָב טָהוֹר וַיִּתְּנוּ אֶת־הַפַּעֲמֹנִים בְּתוֹךְ הָרִמֹּנִים עַל־שׁוּלֵי הַמְּעִיל סָבִיב בְּתוֹךְ הָרִמֹּנִים׃
waja'asú fa'amoné sahaw tahór wajittenú et-happa'amoním betóch harimmoním al-schulé hamme'íl sawíw betóch harimmoním
25 Sie machten Glöckchen aus reinem Gold und wechselten Glöckchen und Granatäpfel an den Rändern des Me'íl ab, ringsherum, am ganzen Saum.
Wir haben schon darüber gesprochen, dass rimón (Granatapfel) Fülle symbolisiert, das ist so eine dicht gefüllte Frucht. Viele sagen, es gibt so eine Legende, so eine Überlieferung, dass in ihm 613 Kerne sind (nach der symbolischen Zahl der Gebote). Andere sagen, dass einfach das Volk Israel mit Geboten gefüllt sein kann wie ein Granatapfel und deshalb mit dem Granatapfel verglichen wird. Die Glöckchen dagegen sind, anders als der Granatapfel, leer. Wenn die Granatäpfel die Gerechten des Volkes Israel symbolisieren, dann symbolisieren die Glöckchen die einfachen Leute, obwohl auch sie aus reinem Gold sind. Und wer sind die einfachen Leute? Das sind Menschen, die nicht so tief mit der Tora vertraut sind, die die Gebote nicht in solcher Fülle halten. Und denkt jetzt bloß nichts Schlechtes: Von diesen zwei Typen des Volkes, die durch die Glöckchen und die Granatäpfel an den Säumen des Gewandes des Priesters symbolisiert werden, bin ich froh, ein Glöckchen zu sein. Sie haben keine mizwót (Gebote), sie haben keine Verdienste, aber auch sie gehören zum Volk Israel. Wenn der Priester in den Mischkan hineingeht, trägt er die einen wie die anderen auf sich, sowohl die Gerechten als auch die, die noch nicht so gerecht sind, die nur mit irgendeinem, einem oder zwei ihrer Verdienste rasseln und klingeln wie ein Glöckchen.
Vers 26 erläutert die ganze Technik:
ַּ
עֲמֹן וְרִמֹּן פַּעֲמֹן וְרִמֹּן עַל־שׁוּלֵי הַמְּעִיל סָבִיב לְשָׁרֵת כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
pa'amón werimmón pa'amón werimmón al-schulé hamme'íl sawíw lescharét ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
26 Glöckchen und Granatapfel, Glöckchen und Granatapfel am Saum des Me'íl ringsum, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Dieser in diesem Kapitel oft wiederholte Vers – wie der HERR Mosche geboten hatte – ist gar nicht so einfach, wie es scheinen mag. Wir sehen zum ersten Mal ein Beispiel dafür, wie Überlieferung weitergegeben wird. Etwas, das Mosche empfangen hat (kaum hatte er die Möglichkeit, mitzuschreiben, zu stenografieren oder ein Diktiergerät zu benutzen), konnte er an weise Menschen weitergeben. Und die weisen Menschen, ohne das zu sehen, was Mosche sah, ohne das zu hören, was Mosche hörte, führten aus, was der Höchste Mosche befohlen hatte. Wir sehen ein Beispiel für eine Verbindung von hoher Qualität, für eine hochwertige Weitergabe von Information vom Höchsten an die Ausführenden und für eine vollkommene Ausführung. Deshalb ist jedes solche Zeugnis – wie der HERR Mosche geboten hatte – nicht einfach so da, es ist wirklich sehr wichtig. Gelingt es uns denn so oft, alles so zu machen, wie der HERR es uns geboten hat?
וַיַּעֲשׂוּ אֶת־הַכָּתְנֹת שֵׁשׁ מַעֲשֵׂה אֹרֵג לְאַהֲרֹן וּלְבָנָיו׃
waja'asú et-hakkotnót schesch ma'assé orég le'aharón ulwanáw
27 Und er machte aus Leinen Hemden in Weberarbeit für Aharon und seine Söhne.
וְאֵת הַמִּצְנֶפֶת שֵׁשׁ וְאֶת־פַּאֲרֵי הַמִּגְבָּעֹת שֵׁשׁ וְאֶת־מִכְנְסֵי הַבָּד שֵׁשׁ מָשְׁזָר׃
we'ét hammiznéfet schesch we'et-pa'aré hammigba'ót schesch we'et-michnesé habbád schesch moschsár
28 Und die Kopfbedeckung aus feinem Leinen (den Turban für den Kohen Gadol), und prächtige Kopfbedeckungen für die Söhne Aharons aus Leinen, und Hosen (Unterwäsche) aus Leinenstoff, alles aus gezwirnten Fäden.
וְאֶת־הָאַבְנֵט שֵׁשׁ מָשְׁזָר וּתְכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי מַעֲשֵׂה רֹקֵם כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
we'et-ha'awnét schesch moschsár utchélet we'argamán wetolá'at schaní ma'assé rokém ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
29 Und die Schärpe aus gezwirnten Leinenfäden, und aus himmelblauen, und purpurnen, und scharlachroten, in Stickerarbeit, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיַּעֲשׂוּ אֶת־צִיץ נֵזֶר־הַקֹּדֶשׁ זָהָב טָהוֹר וַיִּכְתְּבוּ עָלָיו מִכְתַּב פִּתּוּחֵי חוֹתָם קֹדֶשׁ לַיהוָה׃
waja'asú et-zíz neser-hakkódesch saháw tahór wajichtewú aláw michtáw pittuché chotám kódesch ladonáj
30 Und sie machten eine Platte aus Gold, und auf ihr schrieben sie (gravierten sie ein), wie auf einem Siegel: „Heiliges dem HERRN“.
וַיִּתְּנוּ עָלָיו פְּתִיל תְּכֵלֶת לָתֵת עַל־הַמִּצְנֶפֶת מִלְמָעְלָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajittenú aláw petíl techélet latét al-hammiznéfet milmá'la ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
31 Sie machten in ihr eine Öffnung, zogen eine himmelblaue Schnur durch sie hindurch, damit sie mit ihrem oberen Teil am Turban befestigt sei, wie der HERR Mosche geboten hatte.
Die goldene Platte am Turban des Hohepriesters muss man so befestigen, dass sie von oben, von der Kopfbedeckung, ihm auf die Stirn herabhängt, und auf ihr soll geschrieben sein: „Heiliges des HERRN“ oder „Heilig dem HERRN“.
וַתֵּכֶל כָּל־עֲבֹדַת מִשְׁכַּן אֹהֶל מוֹעֵד וַיַּעֲשׂוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל כְּכֹל אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה כֵּן עָשׂוּ׃
wattéchel kol-awodát mischkán óhel mo'éd waja'asú bené jisraél kechól aschér ziwwá adonáj et-mosché ken asú
32 Und es wurde die ganze Arbeit am Mischkan, dem Zelt der Begegnung, vollendet, und die Söhne Israels machten es, wie der HERR Mosche geboten hatte, so machten sie es.
וַיָּבִיאוּ אֶת־הַמִּשְׁכָּן אֶל־מֹשֶׁה אֶת־הָאֹהֶל וְאֶת־כָּל־כֵּלָיו קְרָסָיו קְרָשָׁיו בְּרִיחוֹ (בְּרִיחָיו) וְעַמֻּדָיו וַאֲדָנָיו׃
wajawíu et-hammischkán el-mosché et-ha'óhel we'et-kol-keláw kerassáw kerascháw bericháw we'ammudáw wa'adanáw
33 Und sie brachten den Mischkan zu Mosche: das Zelt und alle seine Gefäße, seine Haken, seine Säulen, seine Riegel, und seine Säulen, und seine Sockel.
וְאֶת־מִכְסֵה עוֹרֹת הָאֵילִם הַמְאָדָּמִים וְאֶת־מִכְסֵה עֹרֹת הַתְּחָשִׁים וְאֵת פָּרֹכֶת הַמָּסָךְ׃
we'et-michsé orót ha'elím ham'oddamím we'et-michsé orót hattechaschím we'ét paróchet hammassách
34 Und die Decke aus bearbeitetem Hirschleder, und die Decke aus dem Leder der Techaschím, und den Vorhang.
Táchasch – das ist ein Tier, von dem wir gesagt haben, dass wir nichts über es wissen. Einige sagen, das sei ein Meerestier, ein Dugong. Andere sagen, das sei eine Giraffe. Und eine solche Streuung der Meinungen zeigt, dass wir nicht wissen, was das ist.
אֶת־אֲרֹן הָעֵדֻת וְאֶת־בַּדָּיו וְאֵת הַכַּפֹּרֶת׃
et-arón ha'edút we'et-baddáw we'ét hakkappóret
35 Die Lade des Bundes, und ihre Stangen, und ihren Deckel.
אֶת־הַשֻּׁלְחָן אֶת־כָּל־כֵּלָיו וְאֵת לֶחֶם הַפָּנִים׃
et-haschulchán et-kol-keláw we'ét léchem happaním
36 Den Tisch, und alle seine Gefäße, und die Schaubrote.
אֶת־הַמְּנֹרָה הַטְּהֹרָה אֶת־נֵרֹתֶיהָ נֵרֹת הַמַּעֲרָכָה וְאֶת־כָּל־כֵּלֶיהָ וְאֵת שֶׁמֶן הַמָּאוֹר׃
et-hammenorá hattehorá et-nerotéha nerót hamma'arachá we'et-kol-keléha we'ét schémen hamma'ór
37 Und die reine Menora, und die aufzusetzenden Lampen, und alle ihre Gefäße, und das Öl für die Beleuchtung.
וְאֵת מִזְבַּח הַזָּהָב וְאֵת שֶׁמֶן הַמִּשְׁחָה וְאֵת קְטֹרֶת הַסַּמִּים וְאֵת מָסַךְ פֶּתַח הָאֹהֶל׃
we'ét misbách hassaháw we'ét schémen hammischchá we'ét ketóret hassammím we'ét massách pétach ha'óhel
38 Und den goldenen Altar, und das Öl für die Salbung, und das Räucherwerk, und den Behang für den Eingang des Zeltes.
אֵת מִזְבַּח הַנְּחֹשֶׁת וְאֶת־מִכְבַּר הַנְּחֹשֶׁת אֲשֶׁר־לוֹ אֶת־בַּדָּיו וְאֶת־כָּל־כֵּלָיו אֶת־הַכִּיֹּר וְאֶת־כַּנּוֹ׃
et misbách hannechóschet we'et-michbár hannechóschet ascher-ló et-baddáw we'et-kol-keláw et-hakkijor we'et-kannó
39 Und den kupfernen Altar, und das kupferne Gitter, das zu ihm gehört, und seine Stangen, und all sein Zubehör und seine Wände, und sein Fundament.
אֵת קַלְעֵי הֶחָצֵר אֶת־עַמֻּדֶיהָ וְאֶת־אֲדָנֶיהָ וְאֶת־הַמָּסָךְ לְשַׁעַר הֶחָצֵר אֶת־מֵיתָרָיו וִיתֵדֹתֶיהָ וְאֵת כָּל־כְּלֵי עֲבֹדַת הַמִּשְׁכָּן לְאֹהֶל מוֹעֵד׃
et kal'é hechazér et-ammudéha we'et-adanéha we'et-hammassáchIn der russischen Umschrift steht vor „hammassách“ eine verschriebene Silbe statt „we'et“ (und). Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text. leschá'ar hechazér et-metaráw witedotéha we'ét kol-kelé awodát hammischkán le'óhel mo'éd
40 Und die Netze für den Hof, die Säulen des Hofes, und die Sockel für seine Säulen, und den Behang des Eingangs zum Hof, die Spannseile, mit denen er gespannt wird, und die Pflöcke, und alle Werkzeuge für die Arbeit im Mischkan, dem Zelt der Begegnung.
אֶת־בִּגְדֵי הַשְּׂרָד לְשָׁרֵת בַּקֹּדֶשׁ אֶת־בִּגְדֵי הַקֹּדֶשׁ לְאַהֲרֹן הַכֹּהֵן וְאֶת־בִּגְדֵי בָנָיו לְכַהֵן׃
et-bigdé hasserád lescharét bakkódesch et-bigdé hakkódesch le'aharón hakkohén we'et-bigdé wanáw lechahén
41 Und die Dienstgewänder, und die Gewänder für den heiligen Dienst Aharons, des Kohen, und die Gewänder seiner Söhne, um zu dienen.
כְּכֹל אֲשֶׁר־צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה כֵּן עָשׂוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אֵת כָּל־הָעֲבֹדָה׃
kechól ascher-ziwwá adonáj et-mosché ken asú bené jisraél et kol-ha'awodá
42 In allem, wie der HERR Mosche geboten hatte, so machten die Söhne Israels die ganze Arbeit.
וַיַּרְא מֹשֶׁה אֶת־כָּל־הַמְּלָאכָה וְהִנֵּה עָשׂוּ אֹתָהּ כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה כֵּן עָשׂוּ וַיְבָרֶךְ אֹתָם מֹשֶׁה׃
wajár mosché et-kol-hammelachá wehinné asú otá ka'aschér ziwwá adonáj ken asú wajwárech otám mosché
43 Und Mosche sah diese ganze Arbeit, und siehe, sie hatten sie gemacht, wie der HERR geboten hatte, so hatten sie es gemacht, und Mosche segnete sie.
Eigentlich kann ich in den Kommentaren zum 39. Kapitel wenig sagen, weil das Kapitel wiederholt, was wir schon viele Male gesagt haben. Aber wieder kann man auf die Gründlichkeit der Berichte achten, auf die Genauigkeit der Ausführung, obwohl es keine Baupläne gab, keine Computerschemata, die alles in drei Dimensionen beschreiben können. Man konnte kein Schnittmuster zeigen und sagen: „Genau so ein Brustschild will Ich, genau das will Ich.“ Aber der Höchste hat die Meister mit einer so unglaublichen Intuition ausgestattet, mit einem solchen Gespür für das Verständnis dessen, was getan werden muss, dass sie diese Arbeit ausführen konnten. Und ich bin nicht sicher, dass heute jemand nach diesen Beschreibungen diese Arbeit genau ausführen könnte. Vielleicht ist das für uns eine Lehre im Erspüren des Willens des Höchsten dort, wo es keine Baupläne gibt, keine gründlichen Schemata. Wir bitten manchmal um eine sehr detaillierte, sehr genaue Anweisung. Und sagen: „Sag mir genau so, erzähle mir, befiehl mir, offenbare mir.“ Und hier sehen wir, wie die Intuition von Menschen wirkt, die vor Verlangen brennen, von Menschen, die vom Geist Gottes erfüllt sind und dem Höchsten dienen wollen.
Wir bauten, bauten
Schemot 40,1–38
Wir beenden heute mit euch das Lesen des Wochenabschnitts Pekude und des ganzen Buches Schemot, des zweiten Buches der Tora. In unserem Abschnitt geht es um die Ereignisse, die geschehen, nachdem die Handwerker Mosche alle nötigen Materialien gebracht hatten, alles, woraus man den Mischkan schon zusammenbauen konnte. Mosche nahm die Arbeit ab und segnete das Volk, und die Fortsetzung davon lesen wir in Kapitel 40. Da hier schon zum dritten Mal wiederholt wird, was früher gesagt wurde, wird es sehr wenige Kommentare geben, und größtenteils werden wir einfach den Text selbst lesen, ohne ihn groß mit Kommentaren zu spicken.
Wir beginnen also mit dem Lesen bei Vers 1 von Kapitel 40.
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
wajdabbér adonáj el-mosché lemór
1 Und der HERR redete, und der HERR sagte zu Mosche, sprechend:
בְּיוֹם־הַחֹדֶשׁ הָרִאשׁוֹן בְּאֶחָד לַחֹדֶשׁ תָּקִים אֶת־מִשְׁכַּן אֹהֶל מוֹעֵד׃
bejom-hachódesch harischón be'echád lachódesch takím et-mischkán óhel mo'éd
2 „Am Tag des ersten Neumonds, am ersten Tag des Monats, stelle das Zelt der Begegnung auf.
וְשַׂמְתָּ שָׁם אֵת אֲרוֹן הָעֵדוּת וְסַכֹּתָ עַל־הָאָרֹן אֶת־הַפָּרֹכֶת׃
wesamtá scham et arón ha'edút wesakkotá al-ha'arón et-happaróchet
3 Und du wirst dort die Lade des Zeugnisses hinstellen und sie mit dem Vorhang verdecken.
וְהֵבֵאתָ אֶת־הַשֻּׁלְחָן וְעָרַכְתָּ אֶת־עֶרְכּוֹ וְהֵבֵאתָ אֶת־הַמְּנֹרָה וְהַעֲלֵיתָ אֶת־נֵרֹתֶיהָ׃
wehewetá et-haschulchán we'arachtá et-erkó wehewetá et-hammenorá weha'aletá et-nerotéha
4 Und du wirst den Tisch dorthin bringen, und lege alles darauf, was man darauf legen muss, und du wirst die Menora bringen und ihre Lampen erheben (oder in der richtigen Ordnung aufstellen).
Das Wort la'aróch bedeutet im modernen Hebräisch organisieren, vorbereiten, einrichten. In Tehillim 23 sagt David, an den Höchsten gewandt: „Der HERR, mein Hirte, deck vor mir den Tisch (ta'aróch lefanáj schulchán)“. Hier bedeutet la'aróch schulchán den Tisch decken. Eine der grundlegenden Sammlungen zum jüdischen Religionsgesetz, im 16. Jahrhundert von dem überaus berühmten, maßgeblichen Weisen Josef Karo verfasst, heißt Schulchán arúch (gedeckter Tisch), weil nach Meinung des Autors in der Sammlung alles in der nötigen, entsprechenden Form geordnet ist, komm nur und nimm.
וְנָתַתָּה אֶת־מִזְבַּח הַזָּהָב לִקְטֹרֶת לִפְנֵי אֲרוֹן הָעֵדֻת וְשַׂמְתָּ אֶת־מָסַךְ הַפֶּתַח לַמִּשְׁכָּן׃
wenatattá et-misbách hassaháw liktóret lifné arón ha'edút wesamtá et-massách happétach lammischkán
5 Und du wirst den goldenen Altar für das Räucherwerk vor die Lade des Zeugnisses stellen, an der Außenseite (hinter dem Vorhang, aber gegenüber der Lade), und du wirst den Behang des Eingangs zum Mischkan machen.
וְנָתַתָּה אֵת מִזְבַּח הָעֹלָה לִפְנֵי פֶּתַח מִשְׁכַּן אֹהֶל־מוֹעֵד׃
wenatattá et misbách ha'olá lifné pétach mischkán ohel-mo'éd
6 Und du wirst den Altar des Ganzopfers vor dem Eingang zum Zelt der Begegnung machen.
וְנָתַתָּ אֶת־הַכִּיֹּר בֵּין־אֹהֶל מוֹעֵד וּבֵין הַמִּזְבֵּחַ וְנָתַתָּ שָׁם מָיִם׃
wenatattá et-hakkijór ben-óhel mo'éd uwén hammisbéjach wenatattá scham májim
7 Und du wirst das Waschbecken zwischen dem Zelt der Begegnung und dem Altar machen und es mit Wasser füllen.
וְשַׂמְתָּ אֶת־הֶחָצֵר סָבִיב וְנָתַתָּ אֶת־מָסַךְ שַׁעַר הֶחָצֵר׃
wesamtá et-hechazér sawíw wenatattá et-massách schá'ar hechazér
8 Und du wirst den Hof ringsum aufstellen und den Behang für den Eingang in den Hof machen.
וְלָקַחְתָּ אֶת־שֶׁמֶן הַמִּשְׁחָה וּמָשַׁחְתָּ אֶת־הַמִּשְׁכָּן וְאֶת־כָּל־אֲשֶׁר־בּוֹ וְקִדַּשְׁתָּ אֹתוֹ וְאֶת־כָּל־כֵּלָיו וְהָיָה קֹדֶשׁ׃
welakachtá et-schémen hammischchá umaschachtá et-hammischkán we'et-kol-ascher-bó wekiddaschtá otó we'et-kol-keláw wehája kódesch
9 Und du wirst das Salböl nehmen und den Mischkan salben und alles, was darin ist, und damit wirst du ihn heiligen und alle seine Geräte, und er wird heilig sein (all das wird heilig sein).
Mosche salbt den Mischkan und alles, was darin ist, mit dem Salböl, und das ist der Abschluss der Weihe. Das Öl nimmt gleichsam alles Gesalbte in eine besondere Liga auf, in die Kategorie der Gegenstände, die zur Heiligkeit gehören. Das betrifft auch die Menschen, und daran werden wir etwas später noch erinnern.
וּמָשַׁחְתָּ אֶת־מִזְבַּח הָעֹלָה וְאֶת־כָּל־כֵּלָיו וְקִדַּשְׁתָּ אֶת־הַמִּזְבֵּחַ וְהָיָה הַמִּזְבֵּחַ קֹדֶשׁ קָדָשִׁים׃
umaschachtá et-misbách ha'olá we'et-kol-keláw wekiddaschtá et-hammisbéjach wehajá hammisbéjach kódesch kadaschím
10 Und du wirst den Altar des Ganzopfers salben und alle seine Geräte, und dieser Altar wird geheiligt sein, und dieser Altar wird heilig für das Heilige sein.
Dieser Altar wird eine große Heiligkeit besitzen, so kann man es in diesem Fall auslegen.
וּמָשַׁחְתָּ אֶת־הַכִּיֹּר וְאֶת־כַּנּוֹ וְקִדַּשְׁתָּ אֹתוֹ׃
umaschachtá et-hakkijór we'et-kannó wekiddaschtá otó
11 Und du wirst das Waschbecken und seinen Untersatz salben und es heiligen.
וְהִקְרַבְתָּ אֶת־אַהֲרֹן וְאֶת־בָּנָיו אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד וְרָחַצְתָּ אֹתָם בַּמָּיִם׃
wehikrawtá et-aharón we'et-banáw el-pétach óhel mo'éd werachaztá otám bammájim
12 Und du wirst Aharon und seine Söhne an den Eingang des Zeltes der Begegnung nahebringen und sie mit Wasser waschen.
Wir haben schon gesagt, dass das Wort lehakríw sowohl nahebringen, als auch als Opfer darbringen bedeutet. Korbán (Opfer) – das ist das, was dem Höchsten nahebringt, das ist hier ein „Nahebringer“. Gerade Mosche (obwohl er der jüngere Bruder Aharons ist, hat er doch eine sehr ehrenvolle Stellung im Volk Israel inne) wäscht die Priester. Es stellt sich die Frage: Warum können die Priester sich nicht selbst waschen? Sie können es. Aber die Aufgabe der Weihe besteht darin, dass sie gewaschen werden, und zwar gerade von Mosche gewaschen: Das ist der Dienst Mosches an den Priestern. Seinerseits muss der Priester, wie bescheiden er auch sein mag, als Kohen einen solchen Dienst annehmen können. Hier sehen wir eine deutliche Parallele zu dem, was beim Pessach-Seder des Maschiach geschieht.
וְהִלְבַּשְׁתָּ אֶת־אַהֲרֹן אֵת בִּגְדֵי הַקֹּדֶשׁ וּמָשַׁחְתָּ אֹתוֹ וְקִדַּשְׁתָּ אֹתוֹ וְכִהֵן לִי׃
wehilbaschtá et-aharón et bigdé hakkódesch umaschachtá otó wekiddaschtá otó wechihén li
13 Und du wirst Aharon seine heiligen Gewänder anziehen und ihn salben und ihn zum Priesterdienst für Mich weihen.
Nur der Hohepriester erhält bei der Weihe eine Salbung, weil er dieses Amt nicht durch Erbfolge übernimmt. Der Kohen, der einfache Kohen, erhält sein Priestertum durch Erbe.
Ich zum Beispiel gehöre zum Geschlecht der Kohanim, ich bin aus dem Geschlecht Aharons, weil mein Vater aus dem Geschlecht Aharons war, und mein Großvater war aus dem Geschlecht Aharons und so weiter. Den Priester als Amt, das Amt selbst, die Teilhabe an der Heiligkeit, erhalte ich dann, wenn ich das Gewand des Kohen anlege. Wenn ich es nicht anlege, dann erhalte ich es auch nicht, aber eine zusätzliche Salbung brauche ich nicht.
Genauso (ich habe darüber gesprochen) ist es auch mit dem König. Von dem Moment an, als David zum König gesalbt wurde, brauchten seine Nachkommen keine Salbung, und als die Kette Davids abriss, begann man den Maschiach zu erwarten, den, den man nicht salben muss, weil er die Salbung Davids auf sich trägt. Dass man erwartete, dass es nicht die Salbung Davids sein werde, sondern die Quelle jener Salbung, mit der David gesalbt ist, aber das ist schon eine andere Geschichte. Die Salbung in der Bedeutung Salbung zum Amt, zum königlichen oder zum priesterlichen, wird durch Erbe weitergegeben.
וְאֶת־בָּנָיו תַּקְרִיב וְהִלְבַּשְׁתָּ אֹתָם כֻּתֳּנֹת׃
we'et-banáw takríw wehilbaschtá otám kuttonót
14 Und seine Söhne bring nahe, und du wirst sie in einfache Baumwollgewänder kleiden.
Kuttonót – das sind Untergewänder aus Baumwolle. Von hier kam in verschiedene Sprachen das Wort Cotton (Baumwolle).
וּמָשַׁחְתָּ אֹתָם כַּאֲשֶׁר מָשַׁחְתָּ אֶת־אֲבִיהֶם וְכִהֲנוּ לִי וְהָיְתָה לִהְיֹת לָהֶם מָשְׁחָתָם לִכְהֻנַּת עוֹלָם לְדֹרֹתָם׃
umaschachtá otám ka'aschér mascháchta et-awihém wechihanú li wehajetá lihjot lahém moschchatám lichhunnát olám ledorotám
15 Und du wirst sie salben, so wie du ihren Vater gesalbt hast, und sie werden Mir Priester sein, und diese Salbung zum Priestertum wird eine ewige Salbung sein in ihren Generationen.“
Das heißt, der nächste Hohepriester nach Aharon wird eine Salbung brauchen, die einfachen Priester aber nicht, wie ich schon gesagt habe.
וַיַּעַשׂ מֹשֶׁה כְּכֹל אֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֹתוֹ כֵּן עָשָׂה׃
wajá'as mosché kechól aschér ziwwá adonáj otó ken assá
16 Und Mosche tat alles, wie der HERR geboten hatte, so tat er.
וַיְהִי בַּחֹדֶשׁ הָרִאשׁוֹן בַּשָּׁנָה הַשֵּׁנִית בְּאֶחָד לַחֹדֶשׁ הוּקַם הַמִּשְׁכָּן׃
wajhí bachódesch harischón baschaná haschenít be'echád lachódesch hukám hammischkán
17 Und es war: im ersten Monat im zweiten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten, am ersten Tag des Monats wurde der Mischkan aufgestellt.
וַיָּקֶם מֹשֶׁה אֶת־הַמִּשְׁכָּן וַיִּתֵּן אֶת־אֲדָנָיו וַיָּשֶׂם אֶת־קְרָשָׁיו וַיִּתֵּן אֶת־בְּרִיחָיו וַיָּקֶם אֶת־עַמּוּדָיו׃
wajákem mosché et-hammischkán wajittén et-adanáw wajássem et-kerascháw wajittén et-bericháw wajákem et-ammudáw
18 Und Mosche stellte den Mischkan auf, und machte die Sockel unter seine Balken, und stellte die Balken auf, und setzte die Riegel ein, und stellte seine Stützen auf.
וַיִּפְרֹשׂ אֶת־הָאֹהֶל עַל־הַמִּשְׁכָּן וַיָּשֶׂם אֶת־מִכְסֵה הָאֹהֶל עָלָיו מִלְמָעְלָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajifrós et-ha'óhel al-hammischkán wajássem et-michsé ha'óhel aláw milmá'la ka'aschér ziwwá adonáj et-mosche
19 Und er bedeckte all das mit dem Zelt (machte für all das eine Bedeckung), legte diese lederne Bedeckung wie ein Dach des Zeltes von oben darauf, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיִּקַּח וַיִּתֵּן אֶת־הָעֵדֻת אֶל־הָאָרֹן וַיָּשֶׂם אֶת־הַבַּדִּים עַל־הָאָרֹן וַיִּתֵּן אֶת־הַכַּפֹּרֶת עַל־הָאָרֹן מִלְמָעְלָה׃
wajikkách wajittén et-ha'edút el-ha'arón wajássem et-habbaddím al-ha'arón wajittén et-hakkappóret al-ha'arón milmá'la
20 Und er nahm und legte das Zeugnis in die Lade, und setzte die Stangen in die Lade, und deckte die Lade mit dem Deckel von oben zu.
וַיָּבֵא אֶת־הָאָרֹן אֶל־הַמִּשְׁכָּן וַיָּשֶׂם אֵת פָּרֹכֶת הַמָּסָךְ וַיָּסֶךְ עַל אֲרוֹן הָעֵדוּת כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajawé et-ha'arón el-hammischkán wajássem et paróchet hammassách wajássech al arón ha'edút ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
21 Und er brachte die Lade in den Mischkan, und hängte den verdeckenden Vorhang auf, und verdeckte die Lade des Zeugnisses, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיִּתֵּן אֶת־הַשֻּׁלְחָן בְּאֹהֶל מוֹעֵד עַל יֶרֶךְ הַמִּשְׁכָּן צָפֹנָה מִחוּץ לַפָּרֹכֶת׃
wajittén et-haschulchán be'óhel mo'éd al jérech hammischkán zafóna michúz lapparóchet
22 Und er stellte den Tisch in das Zelt der Begegnung, an die Nordseite des Mischkan, hinter den Vorhang.
וַיַּעֲרֹךְ עָלָיו עֵרֶךְ לֶחֶם לִפְנֵי יְהוָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
waja'aróch aláw érech léchem lifné adonáj ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
23 Und er deckte auf ihm die Auslage des Brotes (oder das Gedeck des Brotes) vor dem Höchsten, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיָּשֶׂם אֶת־הַמְּנֹרָה בְּאֹהֶל מוֹעֵד נֹכַח הַשֻּׁלְחָן עַל יֶרֶךְ הַמִּשְׁכָּן נֶגְבָּה׃
wajássem et-hammenorá be'óhel mo'éd nóchach haschulchán al jérech hammischkán négba
24 Und er stellte die Menora in das Zelt der Begegnung, gegenüber dem Tisch, an die Südseite des Mischkan.
וַיַּעַל הַנֵּרֹת לִפְנֵי יְהוָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajá'al hannerót lifné adonáj ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
25 Und er stellte die Lampen vor dem Höchsten auf, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיָּשֶׂם אֶת־מִזְבַּח הַזָּהָב בְּאֹהֶל מוֹעֵד לִפְנֵי הַפָּרֹכֶת׃
wajássem et-misbách hassaháw be'óhel mo'éd lifné happaróchet
26 Und er stellte den goldenen Altar im Zelt der Begegnung auf, vor dem Vorhang,
וַיַּקְטֵר עָלָיו קְטֹרֶת סַמִּים כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
wajaktér aláw ketóret sammím ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
27 Und er räucherte auf ihm Räucherwerk, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיָּשֶׂם אֶת־מָסַךְ הַפֶּתַח לַמִּשְׁכָּן׃
wajássem et-massách happétach lammischkán
28 Und er machte den Vorhang am Eingang zum Mischkan,
וְאֵת מִזְבַּח הָעֹלָה שָׂם פֶּתַח מִשְׁכַּן אֹהֶל־מוֹעֵד וַיַּעַל עָלָיו אֶת־הָעֹלָה וְאֶת־הַמִּנְחָה כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
we'ét misbách ha'olá sam pétach mischkán ohel-mo'éd wajá'al aláw et-ha'olá we'et-hamminchá ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
29 Und den Altar des Ganzopfers stellte er am Eingang des Zeltes der Begegnung auf, und brachte auf ihm das Ganzopfer und das Brotopfer dar, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיָּשֶׂם אֶת־הַכִּיֹּר בֵּין־אֹהֶל מוֹעֵד וּבֵין הַמִּזְבֵּחַ וַיִּתֵּן שָׁמָּה מַיִם לְרָחְצָה׃
wajássem et-hakkijór ben-óhel mo'éd uwén hammisbéjach wajittén schámma májim lerochzá
30 Und er stellte das Waschbecken zwischen dem Zelt der Begegnung und dem Altar auf, und tat Wasser zum Waschen hinein.
וְרָחֲצוּ מִמֶּנּוּ מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן וּבָנָיו אֶת־יְדֵיהֶם וְאֶת־רַגְלֵיהֶם׃
werachzú mimménnu mosché we'aharón uwanáw et-jedehém we'et-raglehém
31 Und es wuschen darin Mosche und Aharon und seine Söhne ihre Hände und ihre Füße
Warum wusch Mosche seine Füße und Hände, was hatte Mosche damit zu tun? Wir sprechen hier darüber, was in den sieben Tagen der Weihe der Priester geschah; wir haben früher gelesen, dass es dafür ein bestimmtes Verfahren gibt. Eben dieses Verfahren, das hier beschrieben ist – dass Mosche Aharon und seine Söhne wusch, ankleidete und salbte –, dauerte sieben Tage hintereinander. Während dieser sieben Tage hatte auch Mosche, obwohl er kein Kohen, sondern nur ein Levit ist, mit diesem Waschbecken zu tun und wusch sich daraus, und deshalb ist gesagt, dass sowohl Mosche als auch Aharon und seine Söhne Hände und Füße in diesem Waschbecken wuschen.
בְּבֹאָם אֶל־אֹהֶל מוֹעֵד וּבְקָרְבָתָם אֶל־הַמִּזְבֵּחַ יִרְחָצוּ כַּאֲשֶׁר צִוָּה יְהוָה אֶת־מֹשֶׁה׃
bewo'ám el-óhel mo'éd uwkorwatám el-hammisbéjach jircházu ka'aschér ziwwá adonáj et-mosché
32 Bei ihrem Hineingehen zum Zelt der Begegnung und bei ihrem Herantreten an den Altar wuschen sie sich, wie der HERR Mosche geboten hatte.
וַיָּקֶם אֶת־הֶחָצֵר סָבִיב לַמִּשְׁכָּן וְלַמִּזְבֵּחַ וַיִּתֵּן אֶת־מָסַךְ שַׁעַר הֶחָצֵר וַיְכַל מֹשֶׁה אֶת־הַמְּלָאכָה׃
wajákem et-hechazér sawíw lammischkán welammisbéjach wajittén et-massách schá'ar hechazér wajchál mosché et-hammelachá
33 Und er stellte den Hof ringsum den Mischkan und ringsum den Altar auf, und machte den Behang des Eingangs zum Hof, und damit beendete Mosche die Arbeit.
וַיְכַס הֶעָנָן אֶת־אֹהֶל מוֹעֵד וּכְבוֹד יְהוָה מָלֵא אֶת־הַמִּשְׁכָּן׃
wajchás he'anán et-óhel mo'éd uchwód adonáj malé et-hammischkán
34 Und die Wolke bedeckte das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte es.
וְלֹא־יָכֹל מֹשֶׁה לָבוֹא אֶל־אֹהֶל מוֹעֵד כִּי־שָׁכַן עָלָיו הֶעָנָן וּכְבוֹד יְהוָה מָלֵא אֶת־הַמִּשְׁכָּן׃
welo-jachól mosché lawó el-óhel mo'éd ki-schachán aláw he'anán uchwód adonáj malé et-hammischkán
35 Und Mosche konnte nicht in das Zelt der Begegnung hineingehen, denn auf ihm verweilte die Wolke, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte den Mischkan.
Mosche konnte nicht in das Zelt der Begegnung hineingehen, wenn der HERR ihn nicht rief. In die Herrlichkeit hineinzugehen, in die Wolke der Herrlichkeit des Höchsten, ist gar nicht so ungefährlich, und selbst Mosche konnte das nicht ohne besondere Einladung tun. Aber die Einladung wird kommen, und deshalb trägt der Anfang des nächsten, dritten Buches der Tora, sein erster Wochenabschnitt, den Namen Wajikra (Und er wird rufen).
וּבְהֵעָלוֹת הֶעָנָן מֵעַל הַמִּשְׁכָּן יִסְעוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל בְּכֹל מַסְעֵיהֶם׃
uwhe'alót he'anán me'ál hammischkán jis'ú bené jisraél bechól mas'ehém
36 Und wenn die Wolke sich vom Mischkan erhob, brachen die Söhne Israels auf, auf all ihren Wanderungen.
Das heißt, das Volk Israel schlug sein Lager auf (von diesem Moment an war es so), und die Wolke erfüllte den Mischkan. Mosche konnte nicht dort hineingehen, die Priester aber gingen dort hinein. Und wenn die Wolke sich erhob, dann verstand das Volk, dass es Zeit für es war, sich auf den Weg zu machen, das ist wie der Pfiff einer Dampflokomotive.
וְאִם־לֹא יֵעָלֶה הֶעָנָן וְלֹא יִסְעוּ עַד־יוֹם הֵעָלֹתוֹ׃
we'im-ló je'alé he'anán weló jis'ú ad-jom he'alotó
37 Und wenn die Wolke sich nicht erhob, brachen sie nirgendwohin auf, bis sie sich erhob.
כִּי עֲנַן יְהוָה עַל־הַמִּשְׁכָּן יוֹמָם וְאֵשׁ תִּהְיֶה לַיְלָה בּוֹ לְעֵינֵי כָל־בֵּית־יִשְׂרָאֵל בְּכָל־מַסְעֵיהֶם׃
ki anán adonáj al-hammischkán jomám we'ésch tihjé lájla bo le'ené chol-bet-jisraél bechol-mas'ehém
38 Denn die Wolke des HERRN war über dem Mischkan bei Tag, und feurig wurde sie bei Nacht, vor den Augen des ganzen Israel, auf all ihren Reisen.
Der Midrasch bemerkt, und das kann man auch im einfachen Text sehen, dass das Volk Israel keinen Bedarf an Himmelslichtern hatte. Das Feuer wurde von der Wolke abgelöst – also ist der Morgen gekommen. Die Wolke wurde vom Feuer abgelöst – also ist die Nacht gekommen. Ständig hell, ständig warm, Klimakontrolle und ein ruhiges, helles Leben. Israel geht im Licht. Solange die Wolke auf dem Mischkan verweilt, muss man nirgendwohin gehen, aber man muss ständig darauf achten, dass die Wolke nicht fortgeht, dass wir nicht zurückbleiben, gefangen von einer trügerischen Wolkenlosigkeit, wenn die Wolke davongeflogen ist, damit wir nicht hinter unserer Wolke zurückbleiben.
Mischkan und Maschiach
Der jüdische Kalender zeichnet sich dadurch aus, dass ein Schaltjahr um 1 Monat länger ist als ein gewöhnliches. Und damit man mit der Lesung der Tora in ein Jahr passt, liest man in manchen Wochen je zwei Abschnitte. Und in unserem Fall lesen wir den Doppelabschnitt Wajakhel und Pekude.
Im Grunde wiederholen diese Abschnitte das, was schon früher über die Einrichtung des Mischkan gesagt wurde. Manchmal wiederholen sie es Wort für Wort. Da Mosche das ganze Volk aufgerufen hatte, sich am Bau des Mischkan zu beteiligen, gibt er jetzt in den letzten Abschnitten eine Art Finanzbericht: er legt dem Volk Rechenschaft darüber ab, was er gemacht hat. Und da er alles nach dem Wort des Höchsten tat, wiederholt der Abschnitt das, was der Höchste früher geboten hatte.
Wenn wir noch einmal darüber lesen, wie der Mischkan gebaut wurde, müssen wir über jenen interessanten Punkt nachdenken, dass es in der ganzen Beschreibung des Mischkan keinen Dienst der Kohanim gibt, keinen priesterlichen Dienst. Es gibt vier Dinge, die sich ständig im Mischkan befinden müssen: das Brotopfer, der Leuchter, das Räuchern des Wohlgeruchs und das Ganzopfer. Und damit alle diese vier Dinge ständig da sind, genügt Mosche selbst. Das heißt, der einfache Sinn der Tora sagt nicht, dass für diesen ganzen Dienst Kohanim nötig sind. Man muss verstehen, wozu es dann überhaupt den Mischkan gab.
Im 25. Kapitel des Buches Schemot sagt der Höchste: „Ich werde dir dort erscheinen.“ Das heißt, das Ziel der ganzen Erschaffung des Mischkan bestand darin, dass der Höchste dort Mosche erschien. Eben diese vier ständigen Bestandteile waren dafür nötig, dass Gott Mosche erscheinen konnte.
Der Tisch und der Leuchter sind gewöhnliche Bestandteile eines Thronsaals. Und der Thron, das Gefäß der Schechina, das ist die Lade des Bundes. Die Lade des Bundes, die sich im Mischkan befand. Lade (arón) – Schrank. Das heißt, der Kern von alledem: Das Zelt der Begegnung ist der Thronsaal, in dem das Volk in der Person Mosches kommt, um vor dem Höchsten zu stehen.
Erst später, nach dem Fall des Volkes, entstand die Notwendigkeit von Opfern und von priesterlichem Dienst. Als die Unreinheit hereinkam, mussten die Kohanim sie unterscheiden können. Und wegen der Übertretungen wurde das Gesetz gegeben (Galater 3,19). Wegen der Übertretungen änderte der Mischkan seine Bestimmung und diente fortan der Sühnung der Sünde und nicht der Gemeinschaft mit Gott.
Nachdem Jeschua in den himmlischen (oberen) Tempel eingegangen war, ging Er dort mit einem ewigen Opfer hinein. Und das soll die eigentliche Bestimmung des Mischkan wiederherstellen. Wenn wir mit Jeschua hinaufsteigen können, im Leib Jeschuas in den himmlischen Tempel eingehen können, dann können wir vor dem Höchsten stehen, wie Mosche es tat. Das heißt, in einem Zustand der Heiligkeit sein, in dem kein Sühnopfer nötig ist, sondern der HERR uns auf dem Deckel der Lade erscheint.
Aber dafür müssen wir selbst in einem Zustand der Heiligkeit sein. Jeschua hat uns eine solche Möglichkeit gegeben, es aber nicht für uns getan. Indem wir uns heiligen, uns von jeder Sünde reinigen, uns darin ständig auf Reinheit prüfen, können wir im Leib Jeschuas verweilen und vor dem Höchsten stehen. Aber wenn wir noch Sünde haben, können wir dort nicht hineingehen. Der Glaube ruft uns zur Heiligkeit, aber er macht uns nicht heilig. Aber wenn wir uns reinigen, dann kehren wir in jenen Mischkan zurück, der vor dem goldenen Kalb war. Das ist es, wozu wir berufen sind.
Was ist der Leib Jeschuas? Die ganze Gemeinde des Höchsten, das ganze Volk Gottes, das ist der große Leib des Maschiach. Das heißt, der Maschiach schließt alle Menschen in sich ein, die wirklich, echt an Ihn glauben. Paulus sagt (Kolosser 1,24), dass die Kirche, die Gemeinde Gottes, die Versammlung Gottes, der Leib des Maschiach ist. Und im Epheserbrief im 4. Kapitel, ab Vers 11, sagt Paulus, dass unser ganzer Dienst dem Aufbau des Leibes des Maschiach dient. Und dass unsere Aufgabe, der Dienst, darin besteht, in diesen Leib einzugehen. Der Maschiach ist nicht nur ein Mensch, das ist auch ein Volk, ein Königreich. Wenn wir Ihn als König haben, dann sind wir ein Teil Seines Königreichs.
Haftara. 1 Melachim
Schemot 7,51–8,21
Zusammen mit unserem Wochenabschnitt wird ein Abschnitt aus dem ersten Buch Melachim gelesen, der davon erzählt, wie König Schlomo den Tempel zu Ende baute und wie in diesen Tempel die Gegenwart Gottes herabkam. Bevor wir diesen Abschnitt lesen, möchte ich eine gewisse historische Vorbemerkung machen. Es ist nämlich so, dass man mir oft eine Frage gerade in Bezug auf den Tempel Schlomos stellt: Auf welcher Grundlage entschied Schlomo, wie man den Tempel bauen muss? Ist das sein eigenes architektonisches Projekt, irgendwelche Ideen von ihm, oder ist das eine Offenbarung Gottes? Wie entschied Schlomo überhaupt, was und wie gebaut werden sollte? Das ist eine wichtige Frage, und die Antwort auf diese Frage ist im Tanach selbst enthalten, im ersten Buch Diwre haJamim. Die Bücher Diwre haJamim haben nicht viel Glück gehabt: Nicht alle kommen dazu, sie zu lesen, und oft bleiben ihre Seiten einfach ungeöffnet, dabei sind das sehr wichtige Bücher. Wir lesen mit euch aus dem 28. Kapitel des ersten Buches Diwre haJamim. Von Vers 9 bis Vers 19 lesen wir die Unterweisung, die David Schlomo gibt, schon fast im Sterben, das sind vielleicht die letzten Stunden im Leben König Davids. Das sagt der König:
9. Und du, Schlomo, mein Sohn, erkenne den Gott deines Vaters und diene Ihm mit ganzem Herzen und mit redlicher Seele, denn alle Herzen erforscht der HERR und kennt jedes Erzeugnis der Gedanken. Wenn du Ihn suchen wirst, wird Er von dir gefunden werden, und wenn du Ihn verlässt, wird Er dich für immer verlassen.
10. Sieh nun, denn der HERR hat dich erwählt, ein Haus für das Heiligtum zu bauen, sei fest und vollbringe!
Wenn man den Befehl sei fest und vollbringe, wörtlich übersetzt, dann heißt chasák wa'assé, das hier gebraucht wird, so viel wie werde stark und handle.
11. Und David gab Schlomo, seinem Sohn, den Entwurf des Saales und seiner Häuser und seiner Vorratskammern und seiner Obergemächer und seiner inneren Räume und des Raumes für den Deckel (der Lade).
David übergibt Schlomo konkrete Baupläne, die mit der Einrichtung des Tempels zusammenhängen, den Entwurf für alles, was ihm durch den Geist übergeben worden war. Und David gibt nicht einfach Baupläne, sondern äußerst ausführliche Baupläne für alles, was ihm durch den Geist übergeben worden war, was er durch Offenbarung empfangen hatte. Entweder hat er es selbst empfangen oder durch die Propheten, die bei ihm waren (Einzelheiten kennen wir nicht), aber wir lesen hier, dass es eine Offenbarung des Geistes über die gesamte Einrichtung gibt.
12. Für die Höfe des Hauses des HERRN und alle Kammern ringsum, für die Schatzkammern des Hauses Gottes und die Schatzkammern für die heiligen (Opfer);
13. Und für die Abteilungen der Kohanim und der Leviten und für alles Werk des Dienstes im Haus des HERRN und alle Geräte, (die nötig sind) für den Dienst im Haus des HERRN.
14. Und über das Gold mit (Angabe) des Gewichts des Goldes, über alle Gefäße für jeden Dienst, über alle silbernen Gefäße mit (Angabe) des Gewichts, für alle Gefäße, für jeden Dienst.
15. Und über das Gewicht der goldenen Leuchter und der goldenen Lampen, mit (Angabe) des Gewichts jedes Leuchters und seiner Lampen, und über die silbernen Leuchter mit (Angabe) des Gewichts des Leuchters und seiner Lampen, für jeden Leuchter.
16. Das Gewicht des Goldes für die Tische der Schaubrote, für jeden Tisch, und Silber für die silbernen Tische,
17. Und (für) die Gabeln und die Sprengschalen und die Kannen aus reinem Gold und die goldenen Deckel (der Sprengschalen) mit (Angabe) des Gewichts jedes Deckels und für die silbernen Deckel mit (Angabe) des Gewichts für jeden Deckel.
8. Und für den Räucheraltar aus (geläutertem) Gold mit (Angabe) des Gewichts, und für den Entwurf des Wagens – der goldenen Keruwim, die (die Flügel) ausbreiten und die Lade des Bundes des HERRN bedecken.
19. All das (ist gesagt) in einer Schrift vom HERRN, der mich (David) über alle vorgezeichneten Werke unterwiesen hat.
Was für eine große Gnade und Liebe des Höchsten zu König David – ihm alle Baupläne zu zeigen, ihm auf den Bauplänen jedes konkrete Detail des Tempels zu zeigen, von dem David so geträumt hatte! Was für eine erstaunliche Gnade – ihn zu dem zu machen, der seinem Sohn diese Baupläne zusammen mit den moralischen Unterweisungen übergeben wird! David wurde nicht gewürdigt, den Tempel zu bauen, aber er wurde gewürdigt, ihn in allen, allen Einzelheiten zu sehen, vielleicht noch bevor Schlomo sie sehen wird. Die ganze Offenbarung über den Tempel ist David anvertraut.
David hinterlässt seinem Sohn Schlomo ausführlichste Baupläne, die nicht nur die gesamte Einrichtung des Hauses betreffen, sondern auch jedes Deckelchen, jedes Teilchen dessen, was in diesem Haus sein wird. Keinerlei persönliche Fantasie Schlomos, keinerlei persönliches Schaffen gibt es hier. Deshalb, wenn wir fragen: „Und warum hat Schlomo es so gemacht, im Zelt der Begegnung war es aber nicht so, wie konnte er es wagen, wie hat er sich dazu entschlossen …“ – da ist wahrscheinlich die Antwort auf unsere Frage.
Nach dieser Vorrede kann man nun auch beginnen, eigentlich unseren Abschnitt zu lesen. Wir werden vom letzten, 51. Vers des 7. Kapitels bis zum 21. Vers des 8. Kapitels des ersten Buches Melachim lesen.
וַתִּשְׁלַם כָּל־הַמְּלָאכָה אֲשֶׁר עָשָׂה הַמֶּלֶךְ שְׁלֹמֹה בֵּית יְהוָה וַיָּבֵא שְׁלֹמֹה אֶת־קָדְשֵׁי דָּוִד אָבִיו אֶת־הַכֶּסֶף וְאֶת־הַזָּהָב וְאֶת־הַכֵּלִים נָתַן בְּאֹצְרוֹת בֵּית יְהוָה׃
wattischlám kol-hammelachá aschér assá hammélech schelomó bet adonáj wajawé schelomó et-kodsché dawíd awíw et-hakkéssef we'et-hassaháw we'et-hakkelím natán be'ozerót bet adonáj
51. Und vollendet war alle Arbeit, die König Schlomo im Haus des HERRN verrichtet hatte. Und Schlomo brachte in den Tempel alles, was David dem HERRN geweiht hatte: das Silber und das Gold und die Geräte gab er in die Schatzkammer des HERRN.
Das Haus des HERRN (bet Adonaj) ist gebaut, es ist vollendet, jetzt kann man es Haus des HERRN nennen.
David hat, vielleicht sogar schon wissend, dass er den Tempel nicht bauen wird, und in der Zeit, als er dachte, dass er den Tempel baut, Gold und Silber für den Bau des Tempels ausgesondert, geweiht. All das bringt Schlomo in den Tempel. Auf diese Weise nimmt David gleichsam an diesem Tempel teil, nimmt an der Erschaffung dieses Tempels teil.
Damit ist der Tempel feierlich vollendet. Was fehlt im Tempel? In ihn muss die Lade des Bundes gebracht werden. Die Lade des Bundes befindet sich zu dieser Zeit im Zelt in der Stadt Davids, wir erinnern uns, dort hat David sie gelassen. Jetzt muss man sie mit aller Feierlichkeit in den Tempel bringen.
Damit endet das 7. Kapitel, und wir lesen weiter ab Vers 1 des 8. Kapitels.
אָז יַקְהֵל שְׁלֹמֹה אֶת־זִקְנֵי יִשְׂרָאֵל אֶת־כָּל־רָאשֵׁי הַמַּטּוֹת נְשִׂיאֵי הָאָבוֹת לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל אֶל־הַמֶּלֶךְ שְׁלֹמֹה יְרוּשָׁלִָם לְהַעֲלוֹת אֶת־אֲרוֹן בְּרִית־יְהוָה מֵעִיר דָּוִד הִיא צִיּוֹן׃
as jakhél schelomó et-sikné jisraél et-kol-rasché hammattót nessi'é ha'awót liwné jisraél el-hammélech schelomó jeruschaláim leha'alót et-arón berit-adonáj me'ír dawíd hi zijón
1 Da versammelte Schlomo die Ältesten Israels, alle Anführer der Lager, alle Häupter der Geschlechter, die es bei den Söhnen Israels gibt. Allen wurde befohlen, sich bei König Schlomo in Jerusalem zu versammeln, um die Lade des Bundes des HERRN aus der Stadt Davids heraufzubringen, die Zion ist.
וַיִּקָּהֲלוּ אֶל־הַמֶּלֶךְ שְׁלֹמֹה כָּל־אִישׁ יִשְׂרָאֵל בְּיֶרַח הָאֵתָנִים בֶּחָג הוּא הַחֹדֶשׁ הַשְּׁבִיעִי׃
wajikkahalú el-hammélech schelomó kol-ísch jisraél bejérach ha'etaním bechág hu hachódesch haschewi'í
2 Und es versammelte sich jeder Israelit bei König Schlomo im Monat Etaním, am Fest, und das ist der siebte Monat.
Ich habe davon gesprochen, dass wir im Tanach mehrmals alten Monatsnamen begegnen. Es gibt die Meinung, dass dies vorbabylonische Monatsnamen sind und sie nach dem Babylonischen Exil einfach verloren gegangen sind. Es gibt auch eine andere Meinung, die vielleicht nicht so schön ist, aber sie liegt mir näher. Das ist der phönizische, damals internationale Name des Monats. Jedes Mal, wenn dieser alte Monatsname verwendet wird, gibt es immer eine Erklärung zur Nummer dieses Monats: Offenbar waren die Namen dieser Monate nicht allen verständlich.
Das Fest im siebten Monat ist höchstwahrscheinlich das Fest Sukkot. Sukkot zeichnet sich dadurch aus, dass man zu ihm kommt, indem man eine Wallfahrt unternimmt, und man kann für lange Zeit bleiben, weil die landwirtschaftlichen Arbeiten abgeschlossen sind. Ein sehr bequemes Fest. Also, im siebten Monat (heute heißt er Monat tischréj, hier heißt er Monat etaním) versammelten sich alle bei König Schlomo in Jerusalem.
וַיָּבֹאוּ כֹּל זִקְנֵי יִשְׂרָאֵל וַיִּשְׂאוּ הַכֹּהֲנִים אֶת־הָאָרוֹן׃
wajawóu kol sikné jisraél wajis'ú hakkohaním et-
ha'arón
3. Und es versammelten sich alle Ältesten Israels, und die Kohanim trugen die Lade.
וַיַּעֲלוּ אֶת־אֲרוֹן יְהוָה וְאֶת־אֹהֶל מוֹעֵד וְאֶת־כָּל־כְּלֵי הַקֹּדֶשׁ אֲשֶׁר בָּאֹהֶל וַיַּעֲלוּ אֹתָם הַכֹּהֲנִים וְהַלְוִיִּם׃
waja'alú et-arón adonáj we'et-óhel mo'éd we'et-kol-kelé hakkódesch aschér ba'óhel waja'alú otám hakkohaním wehalwijim
4 Und sie brachten die Lade des HERRN hinauf, und das Zelt der Begegnung, und alle heiligen Geräte, die im Zelt sind, und es brachten sie die Kohanim und die Leviten hinauf
Wir wissen, die Tora gebietet, dass nur die Leviten und die Kohanim die Tempelgeräte tragen sollen.
וְהַמֶּלֶךְ שְׁלֹמֹה וְכָל־עֲדַת יִשְׂרָאֵל הַנּוֹעָדִים עָלָיו אִתּוֹ לִפְנֵי הָאָרוֹן מְזַבְּחִים צֹאן וּבָקָר אֲשֶׁר לֹא־יִסָּפְרוּ וְלֹא יִמָּנוּ מֵרֹב׃
wehammélech schelomó wechol-adát jisraél hanno'adím aláw ittó lifné ha'aron mesabbechím zon uwakár aschér lo-jissaferú welo jimmanú merów
5 Und König Schlomo und die ganze Versammlung Israels empfangen sie (das heißt, sie stehen auf und begrüßen freudig diesen Zug) vor der Lade, und bringen Opfer von Kleinvieh und Großvieh dar, eine unzählbare Menge, so viele, dass man sie gar nicht zählen kann, weil es so viele sind.
וַיָּבִאוּ הַכֹּהֲנִים אֶת־אֲרוֹן בְּרִית־יְהוָה אֶל־מְקוֹמוֹ אֶל־דְּבִיר הַבַּיִת אֶל־קֹדֶשׁ הַקֳּדָשִׁים אֶל־תַּחַת כַּנְפֵי הַכְּרוּבִים׃
wajawíu hakkohaním et-arón berit-adonáj el-mekomó el-dewír habbajit el-kódesch hakkodaschím el-táchat kanfe hakkeruwím
6 Und die Kohanim brachten die Lade des Bundes des HERRN an ihren Ort, in den inneren Teil des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Keruwim.
Die erste Frage, die aufkommen kann, – durften die Kohanim und die Leviten das Allerheiligste betreten? Ja, für Reparaturen, um etwas wiederherzustellen oder etwas zu machen oder etwas zu bauen, durfte man selbstverständlich das Allerheiligste betreten.
Die zweite Frage betrifft die Keruwim. Im 6. Kapitel des ersten Buches Melachim lesen wir die Geschichte davon, dass Schlomo Keruwim aus Olivenholz machte, 5 Meter hoch, große Keruwim, die ihre Flügel über der Lade ausbreiten sollten. Wir wissen auch, dass sich auf dem Deckel der Lade als Teil des Deckels zwei goldene Keruwim befinden: Sie sind nicht angeschraubt, nicht festgeschraubt, nicht angeklebt, sie sind ein Teil des Deckels. Und es scheint logisch anzunehmen, dass sich im Tempel zwei goldene Keruwim befinden, die auf dem Deckel der Lade sind, und zwei hölzerne Keruwim, die noch höher sind, über diesen Keruwim. Das heißt, im Allerheiligsten des Tempels Schlomos befinden sich zwei Paare von Keruwim. Darüber gibt es Streit, aber das ist das, was man beim Lesen des Textes annehmen kann. Gerade von den hölzernen Keruwim ist weiter die Rede.
כִּי הַכְּרוּבִים פֹּרְשִׂים כְּנָפַיִם אֶל־מְקוֹם הָאָרוֹן וַיָּסֹכּוּ הַכְּרֻבִים עַל־הָאָרוֹן וְעַל־בַּדָּיו מִלְמָעְלָה׃
ki hakkeruwím poressím kenafájim el-mekóm ha'arón wajassókku hakkeruwím al-ha'arón we'al-baddáw milmá'la
7 Denn die Keruwim breiten die Flügel über dem Ort der Lade aus, und es bedecken (machen ein Dach) die Keruwim über der Lade und über ihren Stangen von oben.
וַיַּאֲרִכוּ הַבַּדִּים וַיֵּרָאוּ רָאשֵׁי הַבַּדִּים מִן־הַקֹּדֶשׁ עַל־פְּנֵי הַדְּבִיר וְלֹא יֵרָאוּ הַחוּצָה וַיִּהְיוּ שָׁם עַד הַיּוֹם הַזֶּה׃
waja'arichú habbaddím wajera'ú rasché habbaddím min-hakkódesch al-pené haddewír weló jera'ú hachúza wajíhju scham ad hajóm hassé
8 Und die Stangen waren lang, und die Köpfchen (oder Spitzen) dieser Stangen waren zu sehen, vom Heiligen aus konnte man sie im Inneren des Allerheiligsten sehen, aber sie traten nicht nach draußen hinaus.
Die Kommentatoren erklären das so: Die Stangen selbst ragten natürlich nicht aus dem Allerheiligsten heraus. Sie stießen gegen den Vorhang und drückten sich gleichsam durch ihn nach außen durch. Und die Vorstellungskraft der Kommentatoren und Weisen malt aus, dass sie der Brust einer Frau ähnlich waren. Die zwei Enden der Stangen, die gegen den Vorhang zwischen dem Allerheiligsten und dem Heiligen stießen, sahen auf der anderen Seite des Vorhangs wie eine Brust aus. Das symbolisierte, dass der Höchste das Volk Israel wie mit seiner Brust nährt. Dabei gingen diese Stangen selbst nicht über die Grenzen des Allerheiligsten hinaus.
אֵין בָּאָרוֹן רַק שְׁנֵי לֻחוֹת הָאֲבָנִים אֲשֶׁר הִנִּחַ שָׁם מֹשֶׁה בְּחֹרֵב אֲשֶׁר כָּרַת יְהוָה עִם־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל בְּצֵאתָם מֵאֶרֶץ מִצְרָיִם׃
en ba'arón rak schené luchót ha'awaním aschér hinníach scham mosché bechoréw aschér karát adonáj im-bené jisraél bezetám me'érez mizrájim
9 In der Lade aber ist nichts außer den zwei steinernen Tafeln, die Mosche dort am Choreb hineingelegt hatte, als der Höchste den Bund mit den Söhnen Israels schloss beim Auszug aus Ägypten.
Es gab ein Krüglein mit Man, das neben der Lade stand, es gab den Stab Aharons, der neben der Lade stand. Hier sagt die Schrift, dass sich dort nur die Tafeln befinden.
וַיְהִי בְּצֵאת הַכֹּהֲנִים מִן־הַקֹּדֶשׁ וְהֶעָנָן מָלֵא אֶת־בֵּית יְהוָה׃
wajhi bezét hakkohaním min-hakkódesch wehe'anán malé et-bét adonáj
10 Und es geschah, als die Kohanim aus dem Heiligen hinausgingen, und die Wolke erfüllte das Haus des HERRN.
וְלֹא־יָכְלוּ הַכֹּהֲנִים לַעֲמֹד לְשָׁרֵת מִפְּנֵי הֶעָנָן כִּי־מָלֵא כְבוֹד־יְהוָה אֶת־בֵּית יְהוָה׃
welo-jachelú hakkohaním la'amód lescharét mippené he'anan ki-malé chewod-adonáj et-bét adonáj
11 Und die Kohanim konnten wegen der Wolke nicht stehen und dienen, denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.
Das ist natürlich eine deutliche Parallele dazu, wie nach dem Abschluss des Baus des Mischkan in der Wüste die Herrlichkeit des HERRN in das Zelt der Begegnung herabkam.
אָז אָמַר שְׁלֹמֹה יְהוָה אָמַר לִשְׁכֹּן בָּעֲרָפֶל׃
as amár schelomó adonáj amár lischkón ba'arafél
12 Und da sagte König Schlomo: „Der HERR hat gesagt, dass Er im Nebel wohnen wird.“
Der HERR wird im Nebel wohnen, in Bewölkung, in irgendeinem Dunkel. Die Offenbarung Seiner Herrlichkeit ist auch mit ihrer Verhüllung verbunden. Sie offenbart sich nicht vollständig, sie offenbart sich im Dunkel, in der Wolke, im Nebel. Die Wolke ist eine sehr häufige Form, in der der Höchste die Offenbarung Seiner Herrlichkeit gibt. Weiter wendet sich Schlomo an den Höchsten und sagt:
בָּנֹה בָנִיתִי בֵּית זְבֻל לָךְ מָכוֹן לְשִׁבְתְּךָ עוֹלָמִים׃
banó waníti bet sewúl lach machón leschiwtechá olamím
13 Siehe, ich habe Dir ein Haus der Gnädigstimmung gebaut; das wird der Ort Deines beständigen Verweilens sein.
Auf dieses Wort sewúl lohnt es sich, besonders zu achten. Als Lea einen Sohn gebar, den sie Sewulun nannte, sagte sie: „Jetzt wird mein Mann bei mir wohnen.“ Sewulun – das ist etwas, das Zuneigung in den Augen des anderen verschafft, das den anderen anzieht, das in den Augen des anderen liebenswert macht. Das heißt: „Ich habe Dir ein Haus gebaut, durch das wir Dir lieb werden können, das Dich uns geneigt machen wird.“ So kann man diesen ziemlich schwierigen Begriff übersetzen. Außerdem spricht Schlomo hier davon, dass der Ort, an dem dieser Tempel gebaut ist, ein Ort ist, der vom Höchsten auf ewig erwählt ist. Wenn der Mischkan durch die Wüste zog und umherwanderte und danach die Lade durch das Land Israel reiste, so sagt Schlomo hier – das war's, hier ist der Ort, wo Deine Lade beständig verweilen wird. Selbst wenn der Tempel zerstört wird, selbst wenn Jerusalem zerstört wird, wenn sogar das ganze Land verwüstet sein wird, so wird dieser Ort genau der Ort sein, an den das Volk zurückkehren wird.
וַיַּסֵּב הַמֶּלֶךְ אֶת־פָּנָיו וַיְבָרֶךְ אֵת כָּל־קְהַל יִשְׂרָאֵל וְכָל־קְהַל יִשְׂרָאֵל עֹמֵד׃
wajasséw hammélech et-panáw wajwárech et kol-kehál jisraél wechol-kehál jisraél oméd
14 Und der König wandte sein Gesicht und segnete die ganze Versammlung Israels, und die ganze Versammlung Israels steht vor ihm.
וַיֹּאמֶר בָּרוּךְ יְהוָה אֱלֹהֵי יִשְׂרָאֵל אֲשֶׁר דִּבֶּר בְּפִיו אֵת דָּוִד אָבִי וּבְיָדוֹ מִלֵּא לֵאמֹר׃
wajomer barúch adonaj elohé jisraél aschér dibbér befíw et dawíd awí uw'jadó millé lemór
15 Und er sagte: „Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels, Der mit Seinem Mund zu David, meinem Vater, geredet und mit Seiner Hand Seine Verheißung erfüllt hat (der HERR gab die Verheißung, und der HERR erfüllte sie):
מִן־הַיּוֹם אֲשֶׁר הוֹצֵאתִי אֶת־עַמִּי אֶת־יִשְׂרָאֵל מִמִּצְרַיִם לֹא־בָחַרְתִּי בְעִיר מִכֹּל שִׁבְטֵי יִשְׂרָאֵל לִבְנוֹת בַּיִת לִהְיוֹת שְׁמִי שָׁם וָאֶבְחַר בְּדָוִד לִהְיוֹת עַל־עַמִּי יִשְׂרָאֵל׃
min-hajóm aschér hozéti et-ammí et-jisraél mimmizrajím lo-wachárti we'ír mikkól schiwté jisraél liwnót bájit lihjót schemí scham wa'ewchár bedawíd lihjót al-ammí jisraél
16 „Von dem Tag an, an dem Ich Mein Volk, Israel, aus Ägypten herausgeführt habe, habe Ich keine einzige Stadt aus allen Stämmen Israels ausgewählt, um dort ein Haus zu bauen, über dem Mein Name ausgerufen wäre, und Ich erwählte David, über Mein Volk, Israel, zu sein.
וַיְהִי עִם־לְבַב דָּוִד אָבִי לִבְנוֹת בַּיִת לְשֵׁם יְהוָה אֱלֹהֵי יִשְׂרָאֵל׃
wajhí im-lewáw dawíd awí liwnót bájit leschém adonáj elohé jisraél
17 Und es war im Herzen Davids, meines Vaters, der Wunsch, dem HERRN, dem Gott Israels, ein Haus zu bauen.
וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־דָּוִד אָבִי יַעַן אֲשֶׁר הָיָה עִם־לְבָבְךָ לִבְנוֹת בַּיִת לִשְׁמִי הֱטִיבֹתָ כִּי הָיָה עִם־לְבָבֶךָ׃
wajomer adonáj el-dawíd awí já'an aschér hajá im-lewawécha liwnót bájit lischmí hetiwóta ki hajá im-lewawécha
18 Und der HERR sagte zu David, meinem Vater: „Dass es in deinem Herzen war, ein Haus für Mich zu bauen, – das war gut für dein Herz.“
רַק אַתָּה לֹא תִבְנֶה הַבָּיִת כִּי אִם־בִּנְךָ הַיֹּצֵא מֵחֲלָצֶיךָ הוּא־יִבְנֶה הַבַּיִת לִשְׁמִי׃
rak attá lo tiwné habbájit ki im-binchá hajozé mechalazécha hu-jiwné habbájit lischmí
19 Aber du wirst das Haus nicht bauen, sondern dein Sohn, der, der aus deinen Lenden hervorgehen wird – der wird Mir das Haus bauen.
Schlomo erzählt ein Zeugnis. Ein Zeugnis davon, dass der Höchste die Absicht des Herzens seines Vaters David kannte, den Wunsch Davids kannte, ein Haus für den HERRN zu bauen. Wir haben schon davon gelesen, dass der Höchste die ausführlichsten Anweisungen für den Bau des Hauses gerade David gab, ihn alle Baupläne, alle kleinsten Einzelheiten sehen ließ, aber zu ihm sagte: „Nicht du wirst das Haus bauen, sondern der, der aus deinen Lenden hervorgehen wird, dein Sohn wird das Haus bauen.“ Von dieser Verheißung erzählt Schlomo dem Volk, um zu bezeugen, dass der Höchste Seinen Verheißungen treu ist.
וַיָּקֶם יְהוָה אֶת־דְּבָרוֹ אֲשֶׁר דִּבֵּר וָאָקֻם תַּחַת דָּוִד אָבִי וָאֵשֵׁב עַל־כִּסֵּא יִשְׂרָאֵל כַּאֲשֶׁר דִּבֶּר יְהוָה וָאֶבְנֶה הַבַּיִת לְשֵׁם יְהוָה אֱלֹהֵי יִשְׂרָאֵל׃
wajakém adonáj et-dewaró aschér dibbér wa'akúm tachát dawíd awí wa'eschéw al-kissé jisraél ka'aschér dibbér adonáj wa'ewné habbájit leschém adonáj elohé jisraél
20 Und der HERR erfüllte dieses Wort, das Er gesprochen hatte, und ich nahm den Platz meines Vaters ein und setzte mich auf den Thron Israels, wie der HERR gesagt hatte, und baute das Haus für den Namen des HERRN, des Gottes Israels.
וָאָשִׂם שָׁם מָקוֹם לָאָרוֹן אֲשֶׁר־שָׁם בְּרִית יְהוָה אֲשֶׁר כָּרַת עִם־אֲבֹתֵינוּ בְּהוֹצִיאוֹ אֹתָם מֵאֶרֶץ מִצְרָיִם׃
wa'assím scham makóm la'arón ascher-schám berít adonáj aschér karát im-awoténu behozió otám me'érez mizrájim
21 Und ich richtete dort einen Ort für die Lade ein, auf der der Bund des HERRN ist, den Er mit unseren Vätern schloss, als Er sie aus dem Land Ägypten herausführte.
So baut Schlomo seine Erzählung auf: „Der Höchste gab meinem Vater, der so sehr den Tempel bauen wollte, die Verheißung, dass ich diesen Tempel gebaut habe, das hat sich in mir erfüllt. Ich habe wirklich den Platz meines Vaters eingenommen, mich auf den Thron Israels gesetzt, den Tempel gebaut und dort den Ort für die Lade aufgestellt, deren Weg schon beim Auszug aus Ägypten selbst beginnt. Ich habe eine ganze geschichtliche Etappe abgeschlossen – die Etappe der Reise der Lade von der Wüste Sinai zu ihrem beständigen Ort.“ Auch das ist eine Erfüllung der Verheißung des HERRN. In der kleinen Verheißung, die der HERR David gab (obwohl sie zugleich auch eine große Verheißung ist), liegt auch die Erfüllung einer größeren Verheißung, die schon mit dem Auszug aus Ägypten beginnt. Und Schlomo spricht von der Größe des Höchsten, Der einen so langjährigen, so großen Plan erfüllt hat, spricht von der Größe des Festes, das jetzt stattfindet, und davon, wie treu der HERR seinen Verheißungen ist. Wir lesen, dass die Herrlichkeit des HERRN das Haus erfüllt. Schlomo segnet den Höchsten, segnet das Volk und sagt, dass sich die Verheißung erfüllt hat, die der Höchste David gab, und der Tempel ist gebaut.
Wir haben damit begonnen, dass der Bau des Tempels in voller Übereinstimmung mit allen Bauplänen, mit allen kleinsten Anweisungen die Erfüllung des Willens des Höchsten ist. Aber wir wissen auch davon, dass das Bestehen dieses Tempels (wie genau, wie detailliert er auch gebaut sein mag) von der Beziehung zwischen Israel und dem Höchsten abhängt, von der Reinheit, die im Volk Israel sein wird. So hat der Höchste zu Schlomo gesagt. Und wir wissen schon, dass dieser Tempel leider nicht standgehalten hat.
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