1. Wochenabschnitte
  2. Schemot
  3. Teruma

תְּרוּמָה

Teruma

Mischkan, Heiligkeit und Weihe

Illustration: alexblend.com
Wochenabschnitt
19 von 54
Verse
Schemot 25,1–27,19
Teile
9
Lesezeit
1 Std. 46 Min.

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Teruma ist der Wochenabschnitt über die Weihe und den Aufbau des Mischkan. Alex Blend behandelt die Erhebung, die Lade, den Leuchter, den Aufbau des Zeltes und die Grenzen der Heiligkeit. Das Stenogramm enthält den Text der Tora auf Hebräisch, die Transliteration, die Übersetzung, die Kommentare des Autors und die Haftara aus dem ersten Buch Melachim.

Teruma: Wie man zu Gott aufsteigt

Schemot 25,1–16

Mit Gottes Hilfe beginnen wir, den Wochenabschnitt Teruma zu studieren. Das Wort terumá wird ins Russische gewöhnlich mit Emporhebung oder Erhebung übersetzt. Die Wurzel des Wortes, resch-waw-mem, hat die Bedeutung Höhe. So ist maróm – das ist die Höhe, der Himmel; leharím – das ist heben, murám – das ist angehoben. Zum Beispiel gehobene Stimmung – mazáw rúach murám (gehobener Zustand des Geistes). Was ist also terumá? Das ist das, was uns nach oben hebt, so eine eigenartige Art Aufzug oder irgendeine Startkonstruktion, die es materiellen Gegenständen, materiellen Wesenheiten ermöglicht, durch die Weihe ihrer selbst an den Höchsten in die geistigen Welten aufzusteigen. Einst hob man, um dem Höchsten einen Gegenstand zu weihen, ihn auf den Händen hoch, streckte ihn zum Himmel empor, und so galt er als geweiht. Deshalb wurde terumá zum Bild einer Art weihenden (oder fliegenden) Apparats. Um die Konstruktion eines solchen Apparats geht es im Grunde in unserem Wochenabschnitt.

         וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃

wajdabbér adonáj el-mosché lemór

1 Und der HERR redete zu Mosche und sprach:

         דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְיִקְחוּ־לִי תְּרוּמָה מֵאֵת כָּל־אִישׁ אֲשֶׁר יִדְּבֶנּוּ לִבּוֹ תִּקְחוּ אֶת־תְּרוּמָתִי׃

dabbér el-benéj jisraél wejikchú-lí terumá me'ét kol-ísch aschér jiddewénnu libbó tikchú et-terumatí

2 „Sprich zu den Söhnen Israels, und sie werden Mir eine Erhebung nehmen; diese Emporhebung wird von jedem Menschen gemacht werden, dem sein Herz es eingibt, nehmt Meine Emporhebungen (nehmt Meine Materialien für den Bau eines Aufzugs zu Mir).

Was bedeutet sie werden Mir nehmen? Man kann sagen sie werden Mir geben, oder man kann sagen sie werden von Mir nehmen. Sie werden das nehmen, was sie zu Mir emporheben wird. Woraus können sie nehmen? Alles, was es in dieser Welt gibt, gehört dem Höchsten. Man kann nichts nehmen, ohne dass es Seines wäre. Aber der Höchste schenkt uns die materielle Welt, schenkt uns manchmal die Illusion, dass uns manches in dieser materiellen Welt gehört. Und der Höchste sagt: „Sollen sie den Hebeapparat nehmen, den Flugapparat, der sie zu Mir emporheben wird.“

Das Wort nedawá – das ist freiwillige Gabe; lenadéw bedeutet Volontär sein, freiwillig etwas geben; ledabéw bedeutet hörbar machen. Hier, in dem einen Wort jiddewénnu, treffen diese zwei Wurzeln zusammen: wie es ihm das Herz zuflüstert, wie es ihm das Herz eingibt, aber nur im positiven Sinn wird dieses Verb gebraucht.

Der Höchste befiehlt dem Volk, eine Erhebung zu sammeln, Baumaterial für eine gewisse Konstruktion zu sammeln. Jeder wird das geben, was ihm sein Herz eingibt: nicht auf jemandes Befehl, nicht nach einer Liste, nicht so: „Du bringst Silber, du – Gold, du – Leitern, du – Räder, du – Benzin“, sondern jeder, wie es ihm sein Herz eingibt. Und das ist erstaunlich. Der Höchste baut eine gewisse Konstruktion aus dem Material menschlicher Herzen zusammen. Faktisch werden die Klänge des Herzens hineingelegt werden, werden die Wurzeln dieser Konstruktion sein. Die Herzen des Volkes Israel sollen in dieser Konstruktion in einer Sinfonie zu spielen beginnen, in einer Melodie erklingen. Wenn plötzlich alle Räder bringen oder plötzlich alle Salz bringen, wird man daraus nichts zubereiten können. Der Höchste wird (weiter unten werden wir es sehen) eine Liste dessen geben, was man bringen soll, aber jeder wählt etwas Eigenes, und am Ende soll das herauskommen, was der Höchste will. Jeder wird auf dem kleinen Instrument seines Herzens seinen Part spielen, und die Sinfonie wird eine Sinfonie des Höchsten werden. Das ist ein Wunder.

Ab Vers 3 beginnt der Höchste aufzuzählen, was für die Emporhebung erforderlich ist, und das ist es, was Er sagt:

וְזֹאת הַתְּרוּמָה אֲשֶׁר תִּקְחוּ מֵאִתָּם זָהָב וָכֶסֶף וּנְחֹשֶׁת׃

wesót hatterumá aschér tikchú me'ittám saháw wachéssef unchóschet

3 Das ist die Emporhebung, die ihr von ihnen nehmen werdet: Gold, Silber und Kupfer.

Das sind die verbreitetsten Metalle, die Edelmetalle jener Zeit. Es geht um eine Konstruktion, die nicht einfach ein Garbenbinder, ein Rasenmäher oder irgendeine andere landwirtschaftliche Maschine ist. Es geht um das, was das Volk mit dem Höchsten verbinden wird, und hier braucht man edle Metalle. Wir haben vorher gesagt (man kann mir widersprechen), dass der Höchste gesagt hat: „Macht mir einen Altar einfach aus Erde. Kein Gold ist nötig, keine Steine sind nötig, sogar behauene Steine sind nicht nötig.“ Hier tauchen plötzlich Silber, Gold, Kupfer auf. Warum tauchen sie hier auf? Weil das kein Verbindungsmittel zwischen Gott und Mensch ist, das ist kein Telefon, über das man durchkommen kann, das ist ein Weg zum Höchsten, das ist eine Leiter, auf der wir zu Ihm aufsteigen können. Deshalb muss man eine viel kompliziertere Konstruktion bauen. Und außerdem ist der Altar für einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen, hier aber ist es nötig, dass das ganze Volk in einer Sinfonie, dass das ganze Volk gleichzeitig mit diesem Aufzug bis zum Höchsten fahren kann. Keine ganz so einfache Aufgabe, das sage ich euch.

Was braucht man außer Gold, Silber und Kupfer noch?

         וּתְכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי וְשֵׁשׁ וְעִזִּים׃

utchélet we'argamán wetolá'at schaní weschésch we'issím

4 Blaue Stoffe und Purpur (rote Stoffe) und noch eine Art scharlachroter, schöner Stoffe, und feines Leinen und Ziegenwolle.

         וְעֹרֹת אֵילִם מְאָדָּמִים וְעֹרֹת תְּחָשִׁים וַעֲצֵי שִׁטִּים׃

we'orót elím me'oddamím we'orót techaschím wa'azéj schittím

5 Und Häute von Hirschen (Hindinnen) mit rötlichem Schimmer, und Häute von Táchaschen, und Stämme von Akazienbäumen.

Ein paar Worte zu diesem Tier, dem táchasch. Da es im Tanach nicht so oft vorkommt, gibt es viele Streitigkeiten. Die einen sagen, dass es vielleicht eine Giraffe ist – aufgrund dessen, dass seine Übersetzung aus dem Aramäischen gefleckt, bunt bedeutet; na, wenn gefleckt, dann also Giraffe. Andere sagen, dass es ein unbekanntes Tierchen ist, es existierte nur in jener Zeit, als Mosche den Mischkan baute, eigens dafür, um seine Haut zu nehmen. Und es gibt noch viele verschiedene Versionen im Licht der semitischen Sprachwissenschaft. Wenn man die semitischen Sprachen studiert, kann man zu dem Schluss kommen, dass es sich um ein Meerestier handelt, das Gewöhnlicher Dugong heißt. Das ist ein so erstaunliches, in seiner Art einzigartiges Meeressäugetier, man kann gesondert darüber lesen. Tatsächlich wird seine Haut bis heute von den Beduinen, die im Küstenstreifen leben, zum Nähen von Schuhwerk verwendet: Sie machen Sandalen aus seiner Haut. Und im Großen und Ganzen kann man annehmen, dass es der Dugong ist. Manche sagen, dass es das Einhorn ist. Wenn wir schon von märchenhaften mythischen Wesen sprechen, dann sollte man es auch erwähnen. Aber wenn wir trotzdem annehmen, dass das Volk nicht gezaubert hat, einfach in der Wüste lebte und, als es den Namen hörte, nicht daran dachte, wo man irgendein Bestimmungsbuch magischer Tiere finden könnte, dann ist es vernünftig anzunehmen, dass das Volk das irgendwie erkannte. Deshalb: Giraffe oder Dugong – was ihr wählt, das wird es sein.

         שֶׁמֶן לַמָּאֹר בְּשָׂמִים לְשֶׁמֶן הַמִּשְׁחָה וְלִקְטֹרֶת הַסַּמִּים׃

schémen lamma'ór besamím leschémen hammischcha weliktóret hassammím

6 Öl für die Beleuchtung, Aromastoffe für das Öl der Salbung und Aromastoffe für die Räucherungen,

         אַבְנֵי־שֹׁהַם וְאַבְנֵי מִלֻּאִים לָאֵפֹד וְלַחֹשֶׁן׃

awnéj-schóham we'awnéj millu'ím la'efód welachóschen

7 Opal (höchstwahrscheinlich, oder Onyx) und Füllsteine für den Efod und für den Choschen.

Im Efod gab es solche kleinen Fächer, in die verschiedene Steine eingesetzt wurden. Sie mussten natürlich ebenfalls gespendet werden. Das ist eine Aufzählung des Höchsten dessen, was man zum Spenden auswählen kann, jeder kann etwas für sich auswählen.

         וְעָשׂוּ לִי מִקְדָּשׁ וְשָׁכַנְתִּי בְּתוֹכָם׃

we'ásu li mikdásch weschachantí betochám

8 Und macht Mir ein Heiligtum, und Ich werde unter euch wohnen.

Das Wort Heiligtum kann man übersetzen als „Heiligmacher“: „Ihr werdet aus all diesen Materialien etwas machen, das eine Oase der Heiligkeit in dieser Welt schaffen wird, und Ich werde darin mit euch benachbart sein.“ Das Wort schchiná (göttliche Gegenwart) ist verbunden mit dem Wort schchuná (Viertel, Bezirk), oder lischkón (leben, wohnen, ansässig sein), oder schachén (benachbart sein): „Ich werde neben euch sein, Ich werde euer Nachbar sein, werde unter euch sein, in euch, und werde ein Teil von euch sein, wie einer von euch.“ Wir haben gesagt, dass der Höchste das Volk Israel am sgulá (auserwähltes Volk) nannte, ein Volk als Mittel, andere Völker zu erreichen, eine Art Treiber zu anderen Völkern (wenn man sich in der Sprache der Programmierung ausdrückt). Und hier sagt der Höchste: „Wir schaffen zusammen mit euch ein gewisses Bauwerk, eine gewisse Vorrichtung, die Mir erlauben wird, in dieser Welt zu wohnen, in euch, in diesem Haus, in diesem Heiligtum, das ihr Mir bauen werdet.“

         כְּכֹל אֲשֶׁר אֲנִי מַרְאֶה אוֹתְךָ אֵת תַּבְנִית הַמִּשְׁכָּן וְאֵת תַּבְנִית כָּל־כֵּלָיו וְכֵן תַּעֲשׂוּ׃

kechól aschér aní mar'é otechá et tawnít hammischkán we'ét tawnít kol-keláw wechén ta'asú

9 In allem, was Ich dir zeige, die Bauart des Mischkan und aller seiner Gefäße, in allem, was Ich dir zeige, wie man es macht, so macht es (das heißt, die Baupläne sollen auch für die Zukunft aufbewahrt werden).

Da habt ihr auch die Wurzel (schin-kaf-nun) des Wortes mischkán, sie ist dieselbe wie bei den Wörtern schachén (benachbart sein) und schchiná (Gottes Gegenwart), das heißt, der mischkán – das ist eine Vorrichtung der „Vernachbarung“.

         וְעָשׂוּ אֲרוֹן עֲצֵי שִׁטִּים אַמָּתַיִם וָחֵצִי אָרְכּוֹ וְאַמָּה וָחֵצִי רָחְבּוֹ וְאַמָּה וָחֵצִי קֹמָתוֹ׃

we'asú arón azéj schittím ammatájim wachézi orkó we'ammá wachézi rochbó we'ammá wachézi komató

10 Und macht eine Truhe (oder einen Schrank) aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen in der Länge, anderthalb Ellen in der Breite und anderthalb Ellen in der Höhe.

Eine Elle – das sind 50 Zentimeter, das heißt, die Maße der Lade: Länge 1,25 Meter, Breite 75 Zentimeter, Höhe 75 Zentimeter.


וְצִפִּיתָ אֹתוֹ זָהָב טָהוֹר מִבַּיִת וּמִחוּץ תְּצַפֶּנּוּ וְעָשִׂיתָ עָלָיו זֵר זָהָב סָבִיב׃

wezippitá otó sahaw tahór mibbájit umichúz tezappénnu we'assíta aláw ser sahaw sawíw

11 Und du wirst ihn mit Gold überziehen, von innen und von außen wirst du ihn überziehen, und du wirst ein goldenes Krönchen (einen Kranz) machen, das ihn oben schmückt.

Wir wissen aus der mündlichen Tora von der Krone des Priestertums, von der Krone des Königtums, von der Krone der Tora, und die Midraschim sprechen viel darüber. Diese Lade, dieser Schrank (wenn man in der einfachen Sprache der Tora übersetzt) symbolisiert zugleich drei Kronen, die Israel haben wird: die Krone Davids (die königliche Krone), die Krone Aharons (die Krone des Priestertums) und die Krone der Tora (die Krone dessen, der die Tora in sich trägt). Wenn die ersten beiden Kronen nach Zugehörigkeit vergeben werden, so liegt die Krone der Tora frei da, jeder kann sie nehmen. Und wer die Krone der Tora nimmt, wer die ganze Tora erfüllt, der wird nach den Midraschim auch der ersten beiden Kronen gewürdigt, des Königs und des Priesters, weil in ihm die Fülle der Tora verwirklicht sein wird. Und einen Hinweis auf all das sehen die Weisen hier, in dem kleinen goldenen Krönchen, das um den Deckel der Lade gemacht wird.

         וְיָצַקְתָּ לּוֹ אַרְבַּע טַבְּעֹת זָהָב וְנָתַתָּה עַל אַרְבַּע פַּעֲמֹתָיו וּשְׁתֵּי טַבָּעֹת עַל־צַלְעוֹ הָאֶחָת וּשְׁתֵּי טַבָּעֹת עַל־צַלְעוֹ הַשֵּׁנִית׃

wejazákta lo arbá tabbe'ót saháw wenatattá al arbá pa'amotáw uschtéj tabba'ót al-zal'ó ha'echát uschtéj tabba'ót al-zal'ó haschenítIn der russischen Umschrift fehlt am Ende des letzten Wortes das t. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: haschenít („die zweite“).

12 Und du wirst ihm vier Ringe aus Gold gießen, und an seine vier Ecken wirst du sie setzen: zwei Ringe auf der einen Seite und zwei Ringe auf der anderen Seite.

         וְעָשִׂיתָ בַדֵּי עֲצֵי שִׁטִּים וְצִפִּיתָ אֹתָם זָהָב׃

we'assíta waddéj azéj schittím wezippitá otám saháw

13 Und du wirst Stangen aus Akazie machen, auch sie wirst du mit Gold überziehen.

         וְהֵבֵאתָ אֶת־הַבַּדִּים בַּטַּבָּעֹת עַל צַלְעֹת הָאָרֹן לָשֵׂאת אֶת־הָאָרֹן בָּהֶם׃

wehewetá et-habbaddím battabba'ót al zal'ót ha'aron lassét et-ha'arón bahém

14 Und du wirst die Stangen in die Ringe des Schranks (der Lade) stecken, um an ihnen die Lade von jeder Seite zu tragen.

         בְּטַבְּעֹת הָאָרֹן יִהְיוּ הַבַּדִּים לֹא יָסֻרוּ מִמֶּנּוּ׃

betabbe'ót ha'arón jihjú habbaddím lo jassúru mimménnu

15 In den Ringen der Lade sollen die Stangen sein, sie werden nicht aus ihnen herausgenommen werden.

         וְנָתַתָּ אֶל־הָאָרֹן אֵת הָעֵדֻת אֲשֶׁר אֶתֵּן אֵלֶיךָ׃

wenatattá el-ha'arón et ha'edút aschér ettén elécha

16 Und du wirst in diese Lade das Zeugnis (die Tafeln) legen, das Ich dir geben werde.

Es bleibt eine sehr wichtige Frage. Das Volk Israel ist aus Ägypten ausgezogen, und es befindet sich seit 6 Monaten in der Wüste. Im Grunde sind das ehemalige Sklaven, sie haben beim Auszug aus Ägypten irgendeinen Besitz mitgenommen, Gold und Silber haben sie. Die Frage: Woher haben sie alles Übrige – Stoffe, Akazienholz, Häute (darunter auch die Haut dieses seltsamen Tieres), Edelsteine… Selbst wenn ein Mensch die Bereitschaft des Herzens hat zu spenden, woher soll er all das nehmen? Sehr viele Menschen stellen diese Frage, deshalb muss man auf diese Frage antworten. Und man beantwortet sie unterschiedlich.

Manche sagen, dass es am Berg Sinai einen Akazienwald gab. Die Akazie ist in dieser Hinsicht das schwierigste Problem, denn das sind große Stämme, und man muss sie irgendwie transportieren: Sie haben sie ja nicht etwa mit sich durch die Wüste geschleppt? Deshalb sagt man, dass dort zufällig ein Akazienwald war, und den hat man eben ganz für den Mischkan verwendet. Andere sagen, dass Jaakow, schon als er zum ersten Mal nach Ägypten ging, durch den Heiligen Geist alles vorhergesehen und alles für den Bau Notwendige dort versteckt hatte. Die Idee ist sehr schön und interessant, aber auch sehr umstritten. Am wahrscheinlichsten ist, dass ein so großes Lager wie das Lager des Volkes Israel nicht umhinkonnte, Handel mit Kaufleuten zu treiben, mit denen, die in der Nähe vorbeizogen. Und selbstverständlich besuchten auch Karawanen dieses Lager. Möglich ist auch, dass irgendwelche Gesandten aus dem Lager zu benachbarten Karawanen gingen, an benachbarte Orte, um Handel zu treiben, und das Volk konnte das einfach erwerben. Jeder Mensch wählte das, was gerade er geben will, was gerade ihm sein Herz eingibt, für das Heiligtum zu geben. Das ist an sich erstaunlich. Viele Menschen sagen: „Ich bin nicht einverstanden, dass man von mir nur Wolle nimmt. Die Wolle, die sieht man nicht, aber wenn Gold! Wenn ich etwas Goldenes gebe, dann kann ich sagen, dass dieses Monogrammchen hier, dass dieses Eckchen hier, dass das alles unseres ist, ich werde es auch den Enkeln erzählen, und den Urenkeln!“ Gold zu geben ist irgendwie leichter. Genauso ist es in jedem Dienst, wenn er aus vielen Bestandteilen besteht: Natürlich ist es schön, auf der Bühne zu stehen, schön, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Schwerer ist es, ein Mensch zu sein, der irgendwo Stühlchen aufstellt, irgendwo Büchlein verteilt und an einem kleinen Frontabschnitt dient. Genauso auch im Orchester: Man möchte Solist sein, man möchte die führende Stimme sein, und nicht irgendein kleines, kaum hörbares Stimmchen. Und dennoch hat das Volk Israel all diese Ambitionen in sich überwunden, wie wir später sehen werden, denn dazu war es berufen. Und es vermochte den mischkán zu schaffen, vermochte eine Wohnstätte zu schaffen, eine „Nachbarstätte“ für den Höchsten. Und das ist der erste Sieg des Volkes Israel.

Interessant ist, dass im Buch Tehillim die Psalmen oft mit dem Wort lamenazzéach beginnen, was übersetzt wird als dem Dirigenten oder dem Sieger. Das Wort lenazzéach bedeutet zugleich sowohl dirigieren, als auch siegen. Die Fähigkeit, etwas zu schaffen, alles zu einer Sinfonie zu verbinden – das ist ein Sieg. Zu diesem ersten Sieg, zur Einheit des Volkes, zur Fähigkeit, abgestimmt zu handeln, hat der Höchste das Volk für den Bau des mischkán berufen. Und gerade in diesem abgestimmt handelnden Volk, in dem sowohl die kleinen als auch die großen Partien nach dem Flüstern des Herzens gespielt werden, von ganzem Herzen gespielt werden, mit gewaltiger Liebe – gerade in diesem Volk, gerade in dieser Gemeinde will der Höchste weilen.

Das ist der Kern der Prüfung, ohne das kann man nicht abheben. Ohne das wird unsere Spende einfach eine Gabe sein, aber keine Emporhebung. Die Emporhebung, das, was uns nach oben hebt, ist nur aus reinem Herzen möglich. Und hier ist das ganze Volk im Großen und im Kleinen berufen, sich emporzuheben. Was für eine schwierige Herausforderung hat der Höchste dem Volk Israel gestellt.

Engel-Grenzwächter

Schemot 25,17–30

Wir haben bereits gelesen, dass der Höchste Mosche Anweisung gibt, wie die Lade des Bundes beschaffen sein soll. Bevor wir fortfahren, möchte ich ein paar Worte sagen. Oft wird die Frage gestellt, was genau die Elemente der Lade in diesen Bauplänen symbolisieren, welche Symbole man hier sehen kann. Und tatsächlich gibt es sehr viele Kommentare, sehr viele verschiedene Lehrstunden und Auslegungen zu diesem Thema, weil der direkte Text der Tora das nicht offenbart. Irgendwo können wir irgendwelche Parallelen sehen, irgendwo – irgendwelche Andeutungen. Ich werde das Thema der Symbolik auch berühren, aber höchstwahrscheinlich nicht so, wie man es gewöhnlich tut. Ich werde mich bemühen, Kommentare und Verständnisse anzuführen, die andere nicht anführen, wozu braucht ihr mich sonst, wenn ich wiederhole, worüber alle auch ohne mich sprechen. Und wir werden uns bemühen, an unserer Hauptaufgabe festzuhalten: den einfachen Sinn der Tora tiefer zu erschließen und Stoff zum Nachdenken zu geben, Holz ins Lagerfeuerchen der Gedanken nachzulegen (wie ich gewöhnlich sage), damit ihr selbst in eurem Bewusstsein Parallelen aufbauen und Andeutungen verstehen könnt. Und das, was euer Bewusstsein daraufhin hervorbringt, wird euch höchstwahrscheinlich viel näher sein als das, was ich erzähle. Also, wir beginnen mit Vers 17 von Kapitel 25 zu lesen.

וְעָשִׂיתָ כַפֹּרֶת זָהָב טָהוֹר אַמָּתַיִם וָחֵצִי אָרְכָּהּ וְאַמָּה וָחֵצִי רָחְבָּהּ׃

we'assíta chappóret saháw tahór ammatájim wachézi orká we'ammá wachézi rochbá

17 Und mache einen Deckel aus reinem Gold: zweieinhalb Ellen die Länge und anderthalb Ellen die Breite.

Der Deckel wird aus reinem Gold gemacht. Aus einer anderen Stelle des Textes können wir verstehen, dass die Dicke des Deckels ungefähr eine Handbreit beträgt (oder 8–10 Zentimeter). Seine Länge – zweieinhalb Ellen (1,25 Meter) und die Breite – anderthalb Ellen (0,75 Meter), das heißt ein riesiges Stück reines Gold. In der Lade gibt es noch Teile aus Holz, sie selbst ist vergoldet, und in ihrem Inneren befinden sich die Tafeln des Bundes. Und außerdem muss man diese Lade tragen. Denkt einfach daran, wie viel das alles wiegt und was für ein Wunder diese Lade ist. Die Kommentatoren sagen, dass die Besonderheit der Lade darin besteht, dass „sie ihre Träger trägt“. Sie ist wie ein Flugapparat, wie eine Antigravitationsvorrichtung, die diejenigen über die Erde hebt, die sie schleppen. Gewöhnliche Menschen können eine Konstruktion solchen Gewichts nicht auf die Schultern heben, nicht auf den Schultern tragen. Möglicherweise konnte man das mit Hilfe irgendwelcher Vorrichtungen hinüberschleppen, aber der Höchste gibt uns die Möglichkeit, an dem Wunder teilzuhaben.

Das Wort kappóret übersetzt man gewöhnlich als Deckel. Die Wurzel des Wortes kaf-pe-resch bedeutet Sühne, Bedeckung, Einfrieren, das heißt Anhalten, Aussetzen der Wirkung. Von derselben Wurzel stammt auch das Wort kfár, Dorf, Waldrand, etwas, das mit schwacher Vegetation bedeckt ist vor dem Hintergrund des Waldes, vor dem Hintergrund irgendeines wüsten Ortes. So oder so, auch das Wort Deckel stammt im Hebräischen vom Wort Bedeckung, wie auch in der russischen Sprache, aber es klingt auch an das Wort kappará, kippúr – Sühne an, lechappér – auslösen (im Sinne von loskaufen), kófer – Lösegeld. Das heißt, das Wort Deckel ist mit Befreiung verbunden, mit Befreiung von etwas.

Es gibt einen interessanten Kommentar, der den Tempel mit der Lade als den Ort betrachtet, an den der Mensch kommt, um mit dem Höchsten Umgang zu haben, und wohin er seine wichtigsten Bedürfnisse bringt. Die wichtigsten Bedürfnisse im einfachen menschlichen Verständnis sind die Gesundheit der Kinder, die eigene Gesundheit und der Lebensunterhalt: dass man lange lebt, dass die Kinder gehorsam sind, den HERRN erfreuen, und dass es Wohlstand gibt. Wenn das lange Leben durch die Tafeln symbolisiert wird, die sich im Inneren der Lade befinden (wir wissen, dass der Baum des Lebens die Tora ist), so symbolisiert der Deckel der Lade die Ehefrau, symbolisiert das Eheleben des Menschen: In der Ehe bedecken die Menschen einander. Nach der Tradition gilt, dass die Menschen im Moment der Eheschließung ein Fleisch werden. Diesem neuen Fleisch werden alle Sünden vergeben, weil es schon ein anderes Geschöpf ist, es wird neu geboren. Und so symbolisiert die kappóret (Deckel) nach diesen Kommentaren die Ehefrau, und die zwei keruwím, die auf ihr sein werden (wir kommen noch dahin), symbolisieren die Kinder. Das heißt, im vollkommenen Dienst vor dem Höchsten steht eine Familie aus Papa, Mama und Kindern, die kleinste Gemeinde, die vor dem Höchsten stehen kann, und sie wird durch die Lade symbolisiert. Das bedeutet, Gott bewahre, nicht, dass ein Mensch, der einsam oder ledig oder verwitwet oder aus irgendwelchen Gründen geschieden ist, nicht vor dem Höchsten stehen kann. Wir sprechen hier von Symbolik, und ein solches Verständnis existiert. Ich bestehe nicht auf seiner Wahrheit und Absolutheit, ich führe es einfach als ein so interessantes Verständnis der Lade an.


וְעָשִׂיתָ שְׁנַיִם כְּרֻבִים זָהָב מִקְשָׁה תַּעֲשֶׂה אֹתָם מִשְּׁנֵי קְצוֹת הַכַּפֹּרֶת׃

we'assíta schenájim keruwím saháw mikschá ta'assé otám mischené kezót hakkappóret

18 Und mache zwei Keruwim aus Gold, aus einem Stück mache sie aus den zwei Seiten des Deckels

Hier ist verständlich, woraus man es machen soll, aber unverständlich, was denn ein cherúw, oder korúb, oder krúw ist; nicht einmal allen ist sofort klar, wie man das liest. Dieses Wort wird unterschiedlich kommentiert.

Die einen sagen, dass das Wort von altsemitischen Wurzeln stammt, vom Wort krúb (Stier). Über den Höchsten ist gesagt, dass Er auf den cheruwím thront. Im Russischen ist cheruwím die Einzahl, ein cheruwím, und viele, das sind cheruwímy. Aber das Wort cheruwím – ist die Mehrzahl vom Wort kerúw. Es ist also so gekommen, dass die russische Sprache nur die Mehrzahl entlehnt und sie zur Einzahl gemacht hat. Also ist der kerúw nach einigen Versionen ein Stier, so ein himmlisches Tier, auf dem der Höchste thront und umherfährt. Davon lesen wir in Tehillim, davon lesen wir beim Propheten Jecheskel. Natürlich ist das ein Bild, der Höchste hat keinen Wagen, und Er fährt auf nichts umher, Er braucht weder ein eigenes noch ein öffentliches Verkehrsmittel. Das wird uns als Bild gegeben, das ist das, was sich uns offenbart.

Andere meinen, dass der kerúw – ein Jüngling ist, das ist jemand mit menschlichem Gesicht, und die meisten Kommentatoren sagen so. Geflügelte Jünglinge, zwei Keruwim auf der Lade; lasst uns diese Version als die dem einfachen Sinn der Tora am nächsten annehmen. Interessant ist das Wort kerúw selbst, es ist mit vielen Bedeutungen verbunden. Wenn man die Buchstaben im Wort umstellt, neue Wurzeln bildet, dann finden wir hier sowohl das Wort brachá (Segen), als auch das Wort rawách (an Größe zunehmen), als auch das Wort bchór (Erstgeborener). So ein erstaunliches Matrjoschka-Wort, eines im anderen, vieles ist in es hineingelegt.

Was bedeutet „aus einem Stück mache sie“? Die Keruwim werden nicht gemacht, nicht irgendwo gesondert gegossen, damit man sie danach an den Deckel ankleben, anleimen oder anschweißen könnte. Der Deckel wird von vornherein so gemacht, dass er zwei große Stücke Gold auf der rechten und auf der linken Seite hat, die mit Werkzeugen zum Treiben oder auf irgendeine andere Weise bearbeitet werden und sich in Keruwim verwandeln. Die Keruwim sind nicht angeklebt, sie sind von vornherein ein Teil des Deckels, sie sind mit ihm ein Ganzes. Auch darin kann man viel Symbolik sehen: als Assoziation mit einem Fleisch, mit einer Natur und dergleichen.


וַעֲשֵׂה כְּרוּב אֶחָד מִקָּצָה מִזֶּה וּכְרוּב־אֶחָד מִקָּצָה מִזֶּה מִן־הַכַּפֹּרֶת תַּעֲשׂוּ אֶת־הַכְּרֻבִים עַל־שְׁנֵי קְצוֹתָיו׃

 wa'assé kerúw echád mikkazá missé uchruw-echád mikkazá missé min-hakkappóret ta'asú et-hakkeruwím al-schené kezotáw

19 Mache den einen Keruw auf der einen Seite und den anderen Keruw auf der anderen Seite – aus dem Deckel mache die Keruwim an den zwei Enden (das heißt, die Keruwim rechts und links an den Enden des Deckels, so muss man sie anordnen).

 
וְהָיוּ הַכְּרֻבִים פֹּרְשֵׂי כְנָפַיִם לְמַעְלָה סֹכְכִים בְּכַנְפֵיהֶם עַל־הַכַּפֹּרֶת וּפְנֵיהֶם אִישׁ אֶל־אָחִיו אֶל־הַכַּפֹּרֶת יִהְיוּ פְּנֵי הַכְּרֻבִים׃

wehajú hakkeruwím poressé chenafájim lemá'la sochechím bechanfehém al-hakkappóret ufnehém isch el-achíw el-hakkappóret jihjú pené hakkeruwím

20 Und sie werden sein, die Keruwim, die Flügel nach oben erhebend, mit ihren Flügeln den Deckel bedeckend, und ihr Gesicht einer zum anderen, auf dem Deckel werden die Keruwim sein.

Manche sagen, dass die Keruwim ihre Flügel auf solche Weise ausbreiteten, dass sich eine Art Sitz ergab, ein Thron für den Höchsten. Andere sagen, dass sie die Flügel so ausbreiteten, dass sie damit den Deckel vollständig bedeckten. Wir haben keine Beschreibung, wir haben keine Fotografien, wir haben nicht einmal Zeugnisse. Wir haben eine Beschreibung von Fresken, Flachreliefs aus anderen Tempeln, aber wir wissen, dass es bei unserem Gott nicht so ist wie bei anderen Göttern.

Es gibt im Talmud Stellen, in denen gesagt wird, dass die zwei Jünglings-Keruwim Gesicht zu Gesicht waren und dass sie sich einander näherten und sich sogar vereinten, wenn im Volk Einheit war, und wenn das Volk keine Einheit hatte, konnten sie sich sogar voneinander abwenden. Höchstwahrscheinlich ist das keine wundersame Funktion, kein wundersames Feature (besondere Eigenschaft) der Lade. Das ist die Vision des Priesters, der zu den Keruwim hineinging, die Vision Mosches.


וְנָתַתָּ אֶת־הַכַּפֹּרֶת עַל־הָאָרֹן מִלְמָעְלָה וְאֶל־הָאָרֹן תִּתֵּן אֶת־הָעֵדֻת אֲשֶׁר אֶתֵּן אֵלֶיךָ׃

wenatattá et-hakkappóret al-ha'arón milmá'la we'el-ha'aron tittén et-ha'edút aschér ettén elécha

21 Und du wirst diesen Deckel oben auf die Lade setzen, und in die Lade lege das Zeugnis, das Ich dir geben werde.

Das heißt, wie wir schon erwähnt haben, werden ins Innere der Lade zwei Tafeln gelegt. Sie symbolisieren das Leben, sie sind im Grunde die Tora, der Baum des Lebens, sie sind die Wurzel des Lebens. Wir sind mit dem Baum des Lebens durch die Keruwim verbunden. Der Keruw – das ist so ein Kamerad, der im Gan Eden Wache steht und den Weg zum Baum des Lebens bewacht, wovon wir im Buch Bereschit (3,24) gelesen haben. So ist eine der Funktionen des Keruw, Grenzsoldat zu sein, auf einer Grenzstation zwischen unserer Welt und der Welt der Heiligkeit Dienst zu tun. Und der Höchste sagt: „Treffen wir uns an der Grenze, kommen wir dorthin, wo die Keruwim sind, wo mein Grenzposten ist, und dort werden wir reden.“ Wir kommen zur Lade wie zur Grenze der Heiligkeit. Die Lade – das ist das, worin sich die Tora offenbart, auf der Oberfläche der Lade offenbart sich uns der Höchste.

Und wozu diese ganze Vorrichtung nötig ist, deren Beschreibung wir gelesen haben, erklärt der Höchste in Vers 22:


וְנוֹעַדְתִּי לְךָ שָׁם וְדִבַּרְתִּי אִתְּךָ מֵעַל הַכַּפֹּרֶת מִבֵּין שְׁנֵי הַכְּרֻבִים אֲשֶׁר עַל־אֲרֹן הָעֵדֻת אֵת כָּל־אֲשֶׁר אֲצַוֶּה אוֹתְךָ אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃

weno'adtí lechá scham wedibbartí ittechá me'ál hakkappóret mibbén schené hakkeruwím aschér al-arón ha'edút et kol-aschér azawwé otechá el-bené jisraél

22 Ich werde dort vor dir erscheinen, Ich werde mit dir reden über dem Deckel zwischen den zwei Keruwim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, alles, was Ich dir gebieten werde für die Söhne Israels.

Der HERR sagt: „Ich werde dort mit dir verkehren, bei der Lade, oder sogar dort mit dir Rat halten, werde zur Beratung erscheinen, zum Zeugnis. Das hier wird der Ort unserer Verbindung sein, der Ort unserer Begegnung, und dort, zwischen den Keruwim, werde Ich mit dir reden.“

Die Wurzel im Wort ed (Zeugnis) ist dieselbe wie im Wort no'adtí – bestimmt sein, Zeuge sein, Ratschläge geben oder sich beraten. Das wird so eine sachliche, konstruktive Begegnung. Den Ort der Begegnung kann man nicht ändern, der Ort der Begegnung – der ist auf den Flügeln der Keruwim, die auf dem Deckel sind, der auf der Lade ist, in der die Tafeln des Bundes sind.

Wie wird das vor sich gehen? Manche sagen, dass Mosche den Kopf zwischen die Keruwim legte und hörte, wie in Stereokopfhörern, auf besondere Weise in die Welt der Heiligkeit eintauchend, hörte, was der Höchste sagt. Andere sagen, dass die Stimme des Höchsten aus den Keruwim erklang. Natürlich ist das eine Frage unserer Fantasie, unserer Fähigkeit, uns vorzustellen, wie es war, unser ständiger Versuch, uns an die Stelle derer zu versetzen, von denen wir lesen. Wir wissen nicht, wie es in Wirklichkeit war. Der Höchste sagt: „Diese Vorrichtung hier, die Lade des Bundes, – das ist das Mittel, durch das Ich Mich dir ständig offenbaren werde. Das ist ein Verbindungsmittel zwischen Mir und dir, nicht über Telefonleitungen, sondern eines, das dich bis an die Grenze Meiner Welt bringen wird. Wir werden uns an der Grenzstation Meiner heiligen Welt treffen, du wirst zu Mir aufsteigen, und Ich werde dir entgegenkommen.“

Ab Vers 23 lesen wir schon von einem anderen Gegenstand, den man für den Dienst für den Höchsten machen muss.


וְעָשִׂיתָ שֻׁלְחָן עֲצֵי שִׁטִּים אַמָּתַיִם אָרְכּוֹ וְאַמָּה רָחְבּוֹ וְאַמָּה וָחֵצִי קֹמָתוֹ׃

we'assíta schulchán azé schittím ammatájim orkó we'ammá rochbó we'ammá wachézi komató

23 Und du wirst einen Tisch aus Akazienholz machen, zwei Ellen lang (oder ein Meter), eine Elle breit (ein halber Meter), anderthalb Ellen hoch (fünfundsiebzig Zentimeter).

וְצִפִּיתָ אֹתוֹ זָהָב טָהוֹר וְעָשִׂיתָ לּוֹ זֵר זָהָב סָבִיב׃

wezippitá otó saháw tahor we'assíta lo ser saháw sawíw

24 Und du wirst ihn mit reinem Gold überziehen und wirst ihm eine kleine Randleiste und ein Krönchen ringsum machen.

So viel Gold… Ja, wir haben davon gesprochen, dass der Höchste einerseits sagt: „Bau mir einen Altar einfach aus Erde.“ Andererseits gehört alles, was es auf dieser Welt gibt, alles Ihm: Gold, Silber, Kupfer, Diamanten, Brillanten, wir selbst und das künftige Tischchen. Warum bittet der Höchste um so viel Gold, warum spielt Gold eine so wichtige Rolle? Darüber ist wiederum sehr viel gesagt worden. Und alles, was wir sagen, – das sind Vermutungen, das sind Gedanken, man darf sie nicht als Wahrheit in letzter Instanz auffassen, denn das steht nicht geschrieben, das ist unser Versuch, es zu begreifen.

Das Wort saháw (Gold) besteht gleichsam aus zwei Teilen: aus dem Buchstäbchen sajin (nach der Gematrie ist das 7) und den zwei Buchstäbchen hej (5) und wet (2), die nicht nur bei der Addition ebenfalls 7 ergeben (5+2=7), sondern die Befehlsform vom Verb geben bilden – háw (gib). Man kann sagen, dass saháw – das ist (aus dem ersten Midrasch, der einem in den Kopf kommt) gib hin für das Heilige, gib hin dem siebten Tag, weihe es der Grenze zum Höchsten. Wenn der Kohen am Morgen die Menora im Tempel reinigte, reinigte er 5 Lampen, dann verrichtete er andere Dienste, und danach reinigte er die 2 übrigen Lampen, nicht alle 7 auf einmal. So zog sich dieser Dienst in die Länge, um die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das ist auch eine eigene Geschichte, auch sie symbolisiert saháw oder Gold. Gold ist eine Art „Grenz“-Metall, deshalb überzog man viele Tempelgeräte oft mit Gold. Das ist eine der Versionen.

וְעָשִׂיתָ לּוֹ מִסְגֶּרֶת טֹפַח סָבִיב וְעָשִׂיתָ זֵר־זָהָב לְמִסְגַּרְתּוֹ סָבִיב׃

we'assíta lo misgéret tófach sawíw we'assíta ser-saháw lemisgartó sawíw

25 Und du wirst ihm einen Rahmen machen, von der Dicke einer Handfläche, rings um ihn, und das Krönchen muss man auf jenen Rahmen setzen, der unter der Tischplatte verlaufen wird.

Was bedeutet das? An den vier Seiten unter der Tischplatte gibt es zwischen den Beinen noch einen Rahmen, ein kleines Gestell in der Breite eines tófach (Handfläche), wie wir schon gesagt haben, das sind 8–10 Zentimeter. Dieser Rahmen wird eine goldene Einfassung haben, ein Krönchen.

Was ist dieser Tisch, wozu braucht man einen Tisch? Wir haben schon erwähnt (im Kommentar zu Vers 17), dass die grundlegenden menschlichen Bedürfnisse die Länge des Lebens, Kinder und der Lebensunterhalt sind. Der Lebensunterhalt, der Mangel an ihm oder sein Überfluss bringen den Menschen oft um den Verstand. Eine Menge Verbrechen, eine Menge allerlei Vergehen und Sünden werden aus Geldgründen, aus finanziellen Gründen begangen.

Wir haben gesagt, dass der Ausdruck menschliches Fleisch mit dem Wort léchem (Brot) verbunden ist, dass das Wort léchem zugleich sowohl Brot als auch Fleisch bedeutet. Der Höchste macht im Tempel, im Heiligtum, einen Tisch als Sühne für unser Essen, damit dies eine Bedeckung des jézer ha-ra sei, des bösen Triebes, der uns zu sehr unguten Taten verführen kann, verführen wegen unserer Gier, unserer Habsucht, wegen irgendwelcher persönlicher Interessen. Der Tisch – das ist ein Altar, ein Werkzeug der Sühne des Fleisches in seinem ganz fleischlichen, „essenden“ Sinn. Das ist selbstverständlich nur eine der Bedeutungen. Wenn wir später über die Brote der Darbringung sprechen, werden wir den Gedanken über das Brot tiefer entfalten.

Hier ist eine kleine Bemerkung nötig. Die Sache ist die, dass meine Aufgabe ist, den ganzen Wochenabschnitt durchzunehmen, und je tiefer wir eintauchen, desto weniger Chancen werden wir haben, das zu tun. Im Judentum gibt es zwei Ansätze zum Studium: bakijút – allgemeines Wissen, Wissen des allgemeinen Inhalts, und jun – vertieftes Wissen. Das heißt, man kann irgendeinen Vers nehmen und ihn eine Woche lang studieren, und über ihn viel wissen, und den ganzen übrigen Abschnitt nicht lesen. Es gibt Lehrer, die es so machen, daran ist nichts Schlechtes. Ich dagegen versuche, über das allgemeine Wissen zu sprechen, deshalb werden manche Momente unwillkürlich ausgelassen. Ich spreche jetzt darüber, weil ich mich bei dem Gedanken ertappe, dass ich nicht nacherzählen kann, nicht unterbringen kann, und dies, und dies, und dies, und so wird es auch im Weiteren sein. Deshalb ist es besser, einmal Zeit für die Erklärung aufzuwenden, warum „ich nicht kann“, als jedes Mal zu versuchen, es überhastet zu erläutern. Damit endet die Bemerkung, und wir kehren zum Text zurück.


וְעָשִׂיתָ לּוֹ אַרְבַּע טַבְּעֹת זָהָב וְנָתַתָּ אֶת־הַטַּבָּעֹת עַל אַרְבַּע הַפֵּאֹת אֲשֶׁר לְאַרְבַּע רַגְלָיו׃

we'assíta lo arbá tabbe'ót saháw wenatattá et-hattabba'ót al arbá happe'ót aschér le'arbá ragláw

26 Du wirst ihm (diesem Tischchen) vier goldene Ringe machen und diese vier Ringe an die vier Ränder geben, die an seinen Beinen sind,

Das Wort pe'ót (Ränder) – das ist der Plural des Wortes pe'á (Rand); so heißt auch der Rand des Feldes, den man für die Armen übrig lassen muss. Aber wenn man das Wort pe'ót in den aschkenasischen Dialekten ausspricht, wie man es in Deutschland oder Ungarn auszusprechen pflegt, dann wird das Wort pe'ót wie pajos klingen, daraus sind in der russischen Sprache die Pejsy entstanden, diese jüdischen Zöpfchen. Und wenn man aschkenasisch liest, dann muss man dem Tischchen Ringe in die Pejsy, die an seinen Beinen sind, machen.

 
לְעֻמַּת הַמִּסְגֶּרֶת תִּהְיֶיןָ הַטַּבָּעֹת לְבָתִּים לְבַדִּים לָשֵׂאת אֶת־הַשֻּׁלְחָן׃

le'ummát hammisgéret tihjéna hattabba'ót lewattím lewaddím lassét et-haschulchán

27 Unter dem Rahmen werden Ringe sein, damit man in sie Stangen stecken und diesen Tisch tragen kann.

וְעָשִׂיתָ קְּעָרֹתָיו וְכַפֹּתָיו וּקְשׂוֹתָיו וּמְנַקִּיֹּתָיו אֲשֶׁר יֻסַּךְ בָּהֵן זָהָב טָהוֹר תַּעֲשֶׂה אֹתָם׃

 we'assíta et-habbaddím azé schittím wezippitá otám sahaw wenissa-wám et-haschulchán

28 Und du wirst Stangen für den Tisch aus Akazienholz machen und sie mit Gold überziehen, und du wirst mit ihnen den Tisch tragen.

וְעָשִׂיתָ קְּעָרֹתָיו וְכַפֹּתָיו וּקְשׂוֹתָיו וּמְנַקִּיֹּתָיו אֲשֶׁר יֻסַּךְ בָּהֵן זָהָב טָהוֹר תַּעֲשֶׂה אֹתָם׃

 we'assíta ke'arotáw wechappotáw uksotáw umnakkijotáw aschér jussách bahén sahaw tahór ta'assé otám

29 Und du wirst Schüsseln für ihn machen und Schäufelchen für ihn und Zangen und Untersätze, die benutzt werden, – mach sie aus reinem Gold.

וְנָתַתָּ עַל־הַשֻּׁלְחָן לֶחֶם פָּנִים לְפָנַי תָּמִיד׃

 wenatattá al-haschulchán léchem paním lefanáj tamíd

30 Und du wirst auf diesen Tisch das Brot des Angesichts legen, vor Mir, immer.

Das Brot des Angesichts – das ist das Brot, das vor das Angesicht Gottes gelegt wird. Als Symbol dafür, dass, wo wir auch sitzen, wo wir auch essen, unser Tisch mit dem Tisch des Höchsten verbunden ist. Wenn wir das Brot brechen, wissen wir, dass es dort, beim Höchsten, immer die Brote der Darbringung gibt, Er ist unser Tischgenosse. Das erlaubt uns nicht, Ihm unreine Speise zum Mahl zu bringen, vor Seinem Angesicht etwas Unreines zu essen. Und nicht nur vom Standpunkt der Kaschrut, sondern auch unrein Verdientes, in Unreinheit Erhaltenes oder das, was bei einem unreinen Gespräch gegessen wird, bei einer unreinen Unterhaltung, mit unreinen Gedanken. Und all das hilft uns, unseren Tisch zu reinigen, unsere Speise, unsere Körper, unseren Umgang. Und all das ist selbstverständlich nur eine der zahlreichen Facetten dessen, wovon die Einrichtung der Lade spricht.

Darstellende Prosa

Schemot 25,31–26,14

 Wir setzen das Studium des Wochenabschnitts Teruma fort und werden ab Vers 31 von Kapitel 25 lesen, aber vorher möchte ich zwei kleine Vorworte machen.

Erstes Vorwort. Wenn wir heute einen Auftrag zur Anfertigung der Tempelgegenstände oder zur Errichtung des Mischkan bekämen, dann würden wir höchstwahrscheinlich per E-Mail ein genaues 3D-Modell (eine räumliche digitale Abbildung) bekommen, mit Angabe der Maße, Farben, Materialien und Methoden ihrer Herstellung. Leider gab es zur Zeit der Gabe der Tora einen solchen Luxus nicht. Der Höchste erzählt die Baupläne in einfacher Sprache nach, teilt den Aufbau komplizierter Dinge in einfacher Sprache mit. Das bedeutet, dass man sowohl das räumliche Denken als auch die Vorstellungskraft als auch die Sprachkenntnis anstrengen muss, um einfach zu verstehen, wie das aussieht. Darin liegt die erste Schwierigkeit jener Texte, die wir jetzt studieren.

Die zweite Schwierigkeit dieser Texte besteht darin, dass wir einen natürlichen Wunsch haben – uns nicht mit dem einfachen Sinn zu begnügen. Uns ist wichtig, nicht nur den Aufbau zu verstehen, sondern auch, was seine Bedeutung ist. Diese Neugier ist natürlich ganz und gar kein Laster, sondern durchaus unsere menschliche, natürliche Eigenschaft, die der Höchste selbst in uns eingebaut hat. Dabei können wir mit unserem Wissensstand wie ein Kind aussehen, das einen Verbrennungsmotor oder die Hauptplatine eines Computers betrachtet und zu verstehen versucht, wie das alles funktioniert. Das heißt, wir können uns etwas zusammenfantasieren, wir können uns von unseren Assoziationen hinreißen lassen. Und wenn wir über das sprechen, was nicht unmittelbar im Text geschrieben steht, muss man daran denken, dass wir nicht irgendeine Wahrheit letzter Instanz ausgeben, sie nicht verkünden, sondern nur einige unserer Gedanken und Assoziationen teilen können. Und nur unter diesen Bedingungen können wir über irgendwelche Assoziationen sprechen. Und nun, nachdem wir dieses schlichte Vorwort beendet haben, lasst uns beginnen, den Text der Tora selbst zu studieren.

וְעָשִׂיתָ מְנֹרַת זָהָב טָהוֹר מִקְשָׁה תֵּעָשֶׂה הַמְּנוֹרָה יְרֵכָהּ וְקָנָהּ גְּבִיעֶיהָ כַּפְתֹּרֶיהָ וּפְרָחֶיהָ מִמֶּנָּה יִהְיוּ׃

we'assíta menorát saháw tahór mikschá te'assé hammenorá jerechá wekaná gewi'éha kaftoréha ufarachéha mimménna jihjú

31 Und er machte sichDer Vers beginnt im Russischen mit der Vergangenheitsform „und machte sich“, obwohl er sonst eine Anweisung ist („mach die Menora“). Die Übersetzung gibt das wörtlich wieder. eine Menora (einen Leuchter) aus reinem Gold, aus einem Stück mach die Menora: ihren Sockel und ihren Schaft, Blütenboden, Knospen und Blüten werden aus einem Stück sein.

 Die Wurzel nun-waw-resch des Wortes Menora (Leuchter) bedeutet Licht. Das Wort Menora ist wahrscheinlich eines der bekanntesten hebräischen Wörter außerhalb der Muttersprachler des Hebräischen. Und der Gegenstand selbst, sein Bild ist ebenfalls sehr verbreitet. Man stellt ihn gern auf als Zeugnis für die jüdische Komponente in der Predigt, in der Lehre und so weiter. Und wenn irgendein Lehrer oder Prediger zeigen will, dass er in jüdischem Stil predigt, dann hält er es oft für nötig, sich unter anderem mit einer Menora auszustatten oder einen Schofar hinzulegen, einen Tallit aufzuhängen oder etwas anderes Ähnliches. Aber ich denke, dass die Menora – unter den Spitzenreitern ist, was die „Jüdischkeitsausweise“ unter Predigern angeht. Im Tempel ist sie ebenfalls ein sehr wichtiges Symbol. Nicht umsonst ist sie unter Predigern so populär geworden. Sie ist das Symbol des Tempeldienstes, aus irgendeinem Grund sogar mehr als der Altar. Sie ist das Symbol des Staates Israel, auf meinem Pass glänzt golden die Menora.

Also, der Höchste gebietet uns hier zum ersten Mal, eine Menora (einen Leuchter) aus reinem Gold zu machen. Wir werden im Weiteren lesen, dass die Menora viele kleine Einzelteile haben wird. Aber man darf sie nicht mit einem Gewinde an ihr festschrauben, ankleben, anlöten oder anschweißen. Die Menora kann man nur aus einem einzigen ganzen Stück Gold treiben oder schmieden; welche Elemente sie auch enthält, sie ist – eine, einheitlich und unteilbar.

Das Wort gawía (das hier mit einem Pronominalsuffix gebraucht wird – gewi'éha) bedeutet im modernen Hebräisch kleines Kelchglas oder Becherchen. Im Hebräisch der Tora hat das Wort ebenfalls diese Bedeutung, aber außerdem bedeutet es noch Blütenboden, das heißt ein eigenartiges Gläschen am Ende des Blütenstiels, auf das die Blüte gebettet ist, eine natürliche Unterlage für die Blüte. Das Wort kaftór bedeutet im modernen Hebräisch Knopf, aber in diesem Fall ist die Knospe gemeint, eine nicht aufgeblühte Blütenknospe oder eine Knospe, in der sich ein Körnchen befindet.

Wir können verfolgen und sehen, dass in diesem Vers hauptsächlich botanische Begriffe verwendet werden. Die Menora hat einen Sockel, einen Schaft, Blütenböden, Knospen und Blüten, alles ist in der Sprache der Botanik beschrieben. Nicht umsonst hat man die Menora mit dem Baum des Lebens in Verbindung gebracht, sie ähnelt tatsächlich einem Baum, und an ihr gibt es Einzelteile, die einer Pflanze eigen sind. Und all das soll aus einem Stück Gold gemacht sein, so eine Aufgabe. Alle Einzelteile dieses Leuchters, wie kompliziert sie auch sein mögen, werden nicht angeschraubt, nicht angeklebt, sondern in komplizierter Handwerksarbeit aus einem großen Stück Gold geschmiedet oder getrieben.

וְשִׁשָּׁה קָנִים יֹצְאִים מִצִּדֶּיהָ שְׁלֹשָׁה קְנֵי מְנֹרָה מִצִּדָּהּ הָאֶחָד וּשְׁלֹשָׁה קְנֵי מְנֹרָה מִצִּדָּהּ הַשֵּׁנִי׃

weschischá kaním joze'ím mizziddéha scheloschá kené menorá mizziddá ha'echád uschloschá kené menorá mizziddá haschení

32 Sechs Zweige (Abzweigungen) gehen nach verschiedenen Seiten von ihr aus: drei Äste (Abzweigungen) der Menora nach der einen Seite und drei Abzweigungen nach der anderen Seite.

Das heißt, an der Menora gibt es gleichsam drei Kreuzungen. Von jeder Kreuzung gehen nach zwei Seiten Äste der Menora ab. Es ergibt sich: drei Äste auf der einen Seite, drei auf der anderen und noch in der Mitte der Schaft – insgesamt sieben Stellen für Lampen, das heißt, es ergibt sich ein Siebenleuchter; alle wissen, dass die Menora siebenarmig ist. Aber das sind die Hauptäste. Und wie diese Äste geschmückt sind, lesen wir in Vers 33:

שְׁלֹשָׁה גְבִעִים מְשֻׁקָּדִים בַּקָּנֶה הָאֶחָד כַּפְתֹּר וָפֶרַח וּשְׁלֹשָׁה גְבִעִים מְשֻׁקָּדִים בַּקָּנֶה הָאֶחָד כַּפְתֹּר וָפָרַח כֵּן לְשֵׁשֶׁת הַקָּנִים הַיֹּצְאִים מִן־הַמְּנֹרָה׃

scheloschá gewi'ím meschukkadím bakkané ha'echád kaftór waférach uschloschá gewi'ím meschukkadím bakkané ha'echád kaftór wafárach ken leschéschet hakkaním hajoze'ím min-hammenorá

33 Drei Blütenböden feinster Arbeit, auf dem oberen Knospe und Blüte, drei Blütenböden, Knospe und Blüte, drei Blütenböden, Knospe und Blüte, und so an jedem der sechs Zweige der Menora.

 Schauen wir uns das Wort meschukkád an. Von der Wurzel dieses Wortes, schin-kaf-dalet, stammt das Wort schakéd (Mandel, Mandelbaum). Und dann bedeutet das Wort meschukkád ein kleines Becherchen, das der Form nach gleichsam an die Hälfte eines Mandelkerns erinnert. Aber von derselben Wurzel stammt das Wort schokéd (vom Verb lischkód), was sorgfältig gearbeitet, gründlich ausgeführt bedeutet.

Wir haben schon gesagt, dass gawí'a – das ist der Blütenboden. Um nicht in ein botanisches Wörterbuch zu schauen, nicht in Lehrbüchern der Botanik zu suchen, kann man sich das ganze Bild einfacher vorstellen. Stellen wir uns vor, dass der Blütenboden (gawí'a) einem kegelförmigen Waffelbecher für Eis ähnelt und dass drei solche Becherchen ineinandergesteckt sind. Oben ein Knöspchen (kaftór) wie eine Kugel Eis. Noch darüber – ein Blümchen (pérach), wie ein Blümchen. So sieht jeder der Zweige der Menora aus.

Warum braucht es auf einmal drei Blütenböden für jede Blüte? Eine Blüte (wenn wir ein Abbild einer Blüte machen) hält sich auch gut auf einem einzigen solchen Ständerchen, auf einem einzigen solchen Gläschen. Wozu mussten wir unser Eis gleich in drei Waffelbecher legen? Nun, man kann sich mit der Zahl drei viel Interessantes ausdenken. Aber man kann das auch lassen, denn, Gott sei Dank, das ist schon vor uns gemacht worden. Der Midrasch sagt: „Gepriesen sei der HERR, der die dreifache Schrift (das heißt Tora, Newi'im und Ketuwim) dem dreifachen Volk (das heißt dem Volk, das aus drei Teilen besteht: aus Israel, Leviten und Kohanim) im dritten Monat (nach dem Auszug aus Ägypten), am dritten Tag (am dritten Tag nach der Reinigung), durch den dritten Menschen gegeben hat.“ Der dritte Mensch – das ist Mosche. Ihr werdet mich fragen: „Auf welche Weise ist er der dritte Mensch?“ Er ist der dritte Sohn in der Familie: Da sind Aharon, Mirjam und als dritter – Mosche. Auf diese Weise taucht rund um den Tanach die Zahl drei viele Male auf, und auch das Volk Israel selbst besteht aus drei Teilen: aus Israel, eigentlich dem einfachen Volk, den Leviten, den Nachkommen Lewis, und den Kohanim, den Nachkommen Aharons innerhalb der Leviten. Und man kann sagen, dass jeder der Zweige das Volk Israel darstellt, wie drei Blütenböden oder drei Waffelbecher.

Kehren wir noch einmal zum Wort kaftór (Knöspchen) zurück. Man kann bemerken, dass es mit seinen Buchstaben das Wort kapóret (Deckel) wiederholt, über den wir schon bei 25,17 gesprochen haben, und beide Begriffe, beide Wörter haben tatsächlich ähnliche Funktionen. Erstens ist im kaftór der Same angelegt, das heißt, es ist mit der Ehe verbunden, mit der Befruchtung, und in derselben Weise haben wir über den Deckel gesprochen. Zweitens bedeutet kaftór in diesem Fall auch die Grenze, den Ort der Verbindung des Volkes Israel mit dem Höchsten, seines Stehens vor dem Höchsten, Dessen Licht herabkommen und in der Menora sein wird. Die Menora mit den Lampen symbolisiert das Volk Israel, über dem die Schchína gegenwärtig ist, der Heilige Geist, wie Flammenzungen, die auf das Volk herabkommen. Und so ist der kaftór, von dem wir sprechen, ebenfalls eine Art Grenzpunkt, ein Ort, an dem Israel dem Höchsten begegnet.

וּבַמְּנֹרָה אַרְבָּעָה גְבִעִים מְשֻׁקָּדִים כַּפְתֹּרֶיהָ וּפְרָחֶיהָ׃

uwammenorá arba'á gewi'ím meschukkadím kaftoréha ufrachéha

34 Die Menora selbst (ihre zentrale Säule) hat ebenfalls vier solche Blütenstände.

Wenn wir an der Säule hinaufsteigen, dann ist an der Stelle, wo die Säule mit dem Fuß verbunden ist, ein Blütenstand, und an den drei Kreuzungen, an der Stelle der drei Verzweigungen, noch drei. Und davon weiter:

וְכַפְתֹּר תַּחַת שְׁנֵי הַקָּנִים מִמֶּנָּה וְכַפְתֹּר תַּחַת שְׁנֵי הַקָּנִים מִמֶּנָּה וְכַפְתֹּר תַּחַת־שְׁנֵי הַקָּנִים מִמֶּנָּה לְשֵׁשֶׁת הַקָּנִים הַיֹּצְאִים מִן־הַמְּנֹרָה׃

wechaftór táchat schené hakkaním mimménna wechaftór táchat schené hakkaním mimménna wechaftór tachat-schené hakkaním mimménna leschéschet hakkaním hajoze'ím min-hammenora

35 Eine Knospe zwischen zwei auseinandergehenden Zweigen, und eine Knospe zwischen zwei auseinandergehenden Zweigen, und eine Knospe zwischen zwei auseinandergehenden Zweigen, für alle sechs Zweige.

 Das heißt, sechs Zweige gehen von drei Kreuzungen aus, zwischen ihnen gibt es drei kaftór (Knospen). Wenn wir sagen, dass der kaftór eine eigentümliche Verbindungsstelle ist, ein Verbindungspunkt, man kann sagen, ein Eingang für einen USB-Port oder für eine Steckdose, dann kann man sehen (und davon sprechen einige Kommentare), dass das der Ort ist, wo man an den Baum des Lebens auch andere Zweige aufpfropfen kann. Das ist eine Möglichkeit des Aufpfropfens, das sind offene Pfropfstellen für andere Zweige. Das heißt, die Menora kann sich im Prinzip erweitern; das, was sie symbolisiert, sieht eine Erweiterung vor.

כַּפְתֹּרֵיהֶם וּקְנֹתָם מִמֶּנָּה יִהְיוּ כֻּלָּהּ מִקְשָׁה אַחַת זָהָב טָהוֹר׃

kaftorehém uknotám mimménna jihjú kullá mikschá achát saháw tahór

36 Alle diese Knospen und alle diese Zweige werden aus einem ganzen Stück Gold gemacht sein.

Der Höchste wiederholt diese Anordnung noch einmal. Obwohl wir von einer Menge verschiedener Einzelteile gelesen haben und es uns scheinen mag, dass es einfacher ist, so ein Lego zu nehmen und zusammenzubauen – aber nein, es ist nicht einfacher. Alles muss aus einem einzigen ganzen Stück sein. Das bedeutet Folgendes: Das, was aufgepfropft wird, das, was sich über den freien Eingang anschließt, wird ebenfalls eins mit der Menora werden.

וְעָשִׂיתָ אֶת־נֵרֹתֶיהָ שִׁבְעָה וְהֶעֱלָה אֶת־נֵרֹתֶיהָ וְהֵאִיר עַל־עֵבֶר פָּנֶיהָ׃

we'assíta et-nerotéha schiw'á wehe'elá et-nerotéha wehe'ír al-éwer panéha

37 Und du wirst ihre Kerzen machen, sieben, und du wirst ihre Kerzen erheben, und du wirst beleuchten, was vor ihr ist.

Eine andere Lesart: Die Lampen beleuchten die zentrale Lampe, die drei Lampen, die sich an den Seiten befinden, beleuchten die zentrale Lampe oder richten ihr Licht in Richtung der zentralen Lampe.

וּמַלְקָחֶיהָ וּמַחְתֹּתֶיהָ זָהָב טָהוֹר׃

umalkachéha umachtotéha saháw tahór

38 Ihre Zangen (die der Menora) und ihre Schäufelchen – alles aus reinem Gold.

כִּכָּר זָהָב טָהוֹר יַעֲשֶׂה אֹתָהּ אֵת כָּל־הַכֵּלִים הָאֵלֶּה׃

Kikkár saháw tahór ja'assé otá et kol-hakkelím ha'élleIn der russischen Umschrift fehlt beim letzten Wort das h am Anfang. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: ha'élle.

39 Aus einem Talent (kikkár) reinen Goldes mache sie und all ihr Zubehör.

Ein gewöhnliches Talent – das sind 37–39 Kilogramm. Das heilige Talent, das Tempeltalent, ist, wie einige Kommentatoren sagen, doppelt so groß. Deshalb können wir sagen, dass das Gewicht der Menora ungefähr 78 Kilogramm Gold beträgt.

וּרְאֵה וַעֲשֵׂה בְּתַבְנִיתָם אֲשֶׁר־אַתָּה מָרְאֶה בָּהָר׃

ur'é wa'assé betawnitám ascher-attá mor'é bahár

40 Und sieh, mache alles nach dem Bild, nach dem Abbild, das du auf dem Berg gesehen hast.

Eine sehr wichtige Anmerkung, sie ist hauptsächlich in Bezug auf die Menora gesagt. Der Höchste zeigte Mosche die Menora auf dem Berg. Also existiert im nicht von Händen gemachten Tempel schon, „präexistierte“ schon die nicht von Händen gemachte Menora in solcher Gestalt. Wahrscheinlich konnte man sie nur mit den Augen Mosches sehen, in einer prophetischen Schau. Und dennoch existierte dieses Bild dort schon. Wir sprechen nicht von irgendeiner hastig geschaffenen Vorrichtung, die der Höchste im Vorbeigehen erdacht hat. Wir sprechen von dem, was vor der Gabe der Tora existierte. Das führt uns zu dem Gedanken zurück, dass die Menora den Baum des Lebens symbolisiert. Der Keruw, der den Baum des Lebens bewacht, und alles, was mit dem Heiligen im Zelt der Begegnung verbunden sein wird – das ist eine Möglichkeit für den Menschen, eine Art Ausflüge ins Paradies zu unternehmen, Ausflüge in die Welt vor dem Sündenfall, um ein wenig von dem Zustand zu kosten, in dem die Kohanim verweilen. Das ist ein Aufzug, eine Zeitmaschine, die uns ins Paradies versetzt. Und man kann sagen, dass wir dort den Baum des Lebens sehen, der sich durch die Menora widerspiegelt. Uns wird die Möglichkeit gegeben, symbolisch die Welt zu spüren, wie sie war, bevor sie sich verändert hat, von dort in der Lunge ein wenig Luft mitzubringen, im Herzen – ein wenig Wärme. Das ist das, was uns die Menora gibt, eines der Elemente, eine der Gaben, die durch sie und durch das Heilige überhaupt gegeben wird.

Aber ich erinnere daran, dass das nur unsere Überlegungen sind (wie ich auch ganz am Anfang gewarnt habe). Man muss das nicht als einzige Wahrheit letzter Instanz auffassen.

Damit haben wir das Studium des 25. Kapitels abgeschlossen und gehen zum 26. Kapitel über, in dem es um den Aufbau unmittelbar des Mischkan (des Zeltes) gehen wird. Wir werden über verschiedene Materialien lesen, darüber, wie sie verbunden werden. Und wenn man nicht in die mystische Komponente eindringt (und die Tora enthüllt uns die mystische Komponente nicht), dann kann das wie langweiliger Lesestoff erscheinen. Aber wir werden trotzdem lesen und versuchen, ein bisschen mehr zu verstehen, als geschrieben steht. Also, 26. Kapitel, Vers 1:

וְאֶת־הַמִּשְׁכָּן תַּעֲשֶׂה עֶשֶׂר יְרִיעֹת שֵׁשׁ מָשְׁזָר וּתְכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתֹלַעַת שָׁנִי כְּרֻבִים מַעֲשֵׂה חֹשֵׁב תַּעֲשֶׂה אֹתָם׃

we'et-hammischkán ta'assé ésser jeri'ót schesch moschsár utchélet we'argamán wetolá'at schaní keruwím ma'assé choschéw ta'assé otám

1.Den Mischkan mache aus zehn Bahnen mit sechsfachem Faden: aus feinem Leinen und blauem und Purpur und scharlachrotem, und Keruwim mache (in kunstvoller Weberarbeit) auf ihnen.

Hier sind es vier Arten von Fäden, von denen jeder sechsfach gelegt ist, das heißt eine Faser aus 24 Fäden, und daraus wird die Bahn gewebt werden. Das ist ein sehr interessanter Bestandteil. Wiederum kann man viel über die Zahl 24 sagen: nach einigen Zählungen, nach einigen Systemen der Bücher des Tanach hat der volle Tag 24 StundenDer Satz steht im Russischen genau so; vermutlich fehlt in der Mitschrift etwas (etwa der Hinweis auf 24 Bücher des Tanach). Er wurde wörtlich übersetzt.. Das ist ebenfalls eine eigentümliche ganzheitliche Zahl, die einen abgeschlossenen Zyklus bestimmt. Das Volk Israel besteht aus vielen verschiedenen Menschen, verschieden in ihrer Natur, verschieden in ihren Neigungen. Und die Stunden im Tag sind ebenfalls verschieden, und sie verbinden sich zu einem Tag, zu einem einzigen Ganzen. Das heißt, der Mischkan ist das, was Verschiedenes zu einem vereint, das, was gleichsam die 24 Stunden des vollen Tages zu einer einzigen Bahn verbinden kann, eine Art Überwindung der Zeit. Und auch das sind nur Gedanken.

Die Keruwim auf den Bahnen soll man nicht sticken, sondern ma'assé choschéw, zwei Wörter. Ma'assé – Werk, choschéw – ich denke. Ma'assé choschéw – das ist ein kunstvolles Werk oder eine kunstvolle Weberei. Das heißt, man muss auf besondere, raffinierte Weise die Keruwim in diese Bahnen einweben.

אֹרֶךְ הַיְרִיעָה הָאַחַת שְׁמֹנֶה וְעֶשְׂרִים בָּאַמָּה וְרֹחַב אַרְבַּע בָּאַמָּה הַיְרִיעָה הָאֶחָת מִדָּה אַחַת לְכָל־הַיְרִיעֹת׃

órech hajri'á ha'achát schemoné we'esrím ba'ammá weróchaw arbáIn der russischen Umschrift sind im Wort für „vier“ zwei Buchstaben vertauscht. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: arbá. ba'ammá hajri'á ha'echát middá achát lechol-hajri'ót

2 Die Länge einer Bahn 28 Ellen, und die Breite 4 Ellen je Bahn, ein Maß für alle Bahnen.

Wir rechnen, dass eine Elle ungefähr 50 Zentimeter ist. Das heißt, es ergibt sich eine Länge von 14 Metern und eine Breite von 2 Metern. Und alle Bahnen sind gleich, alle zehn.  Lesen wir weiter, wie man sie verbinden muss:

חֲמֵשׁ הַיְרִיעֹת תִּהְיֶיןָ חֹבְרֹת אִשָּׁה אֶל־אֲחֹתָהּ וְחָמֵשׁ יְרִיעֹת חֹבְרֹת אִשָּׁה אֶל־אֲחֹתָהּ׃

chamésch hajri'ót tihjéna chowerót ischá el-achotá wechamésch jeri'ót chowerót ischá el-achotá

3 Fünf Bahnen werden eine mit der anderen verbunden sein, und fünf Bahnen werden eine mit der anderen verbunden sein.

Hier, im Original, sind sie miteinander verbunden – verbunden wie eine Frau mit der Schwester (ischá el-achotá), weil das Wort Bahn (jerí'a) im Hebräischen weiblich ist. Das heißt, es ergeben sich zwei große Stoffstücke, von denen jedes aus fünf Bahnen besteht.

וְעָשִׂיתָ לֻלְאֹת תְּכֵלֶת עַל שְׂפַת הַיְרִיעָה הָאֶחָת מִקָּצָה בַּחֹבָרֶת וְכֵן תַּעֲשֶׂה בִּשְׂפַת הַיְרִיעָה הַקִּיצוֹנָה בַּמַּחְבֶּרֶת הַשֵּׁנִית׃

we'assíta lule'ót techélet al sefát hajri'á ha'echát mikkazá bachowáret wechén ta'assé bisfát hajri'á hakkizoná bammachbéret haschenít

4 Und du wirst Schlaufen aus blauem Stoff am Rand der Bahn machen, zu ihrer Verbindung, und mache sie am Rand der anderen Bahn zur Verbindung.

חֲמִשִּׁים לֻלָאֹת תַּעֲשֶׂה בַּיְרִיעָה הָאֶחָת וַחֲמִשִּׁים לֻלָאֹת תַּעֲשֶׂה בִּקְצֵה הַיְרִיעָה אֲשֶׁר בַּמַּחְבֶּרֶת הַשֵּׁנִית מַקְבִּילֹת הַלֻּלָאֹת אִשָּׁה אֶל־אֲחֹתָהּ׃

chamischím lula'ót ta'assé bajri'á ha'echát wachamischím lula'ót ta'assé bikzé hajri'á aschér bammachbéret haschenít makbilót hallula'ót ischá el-achotá

5 Fünfzig Schlaufen mache an dem einen Stück Stoff und fünfzig Schlaufen an dem anzufügenden Stück Stoff (wiederum die Schlaufen wie eine Frau mit ihrer Schwester).

וְעָשִׂיתָ חֲמִשִּׁים קַרְסֵי זָהָב וְחִבַּרְתָּ אֶת־הַיְרִיעֹת אִשָּׁה אֶל־אֲחֹתָהּ בַּקְּרָסִים וְהָיָה הַמִּשְׁכָּן אֶחָד׃

we'assíta chamischím karséj saháw wechibbartá et-hajri'ót ischá el-achotá bakkerassím wehajá hammischkán echád

6 Und du wirst fünfzig goldene Haken machen, und verbinde die Bahnen eine mit der anderen mit diesen Haken (Klammern), und es wird ein Mischkan sein.

Wir machen auf diese Weise die Hauptbahn – die Wand des Mischkan.

וְעָשִׂיתָ יְרִיעֹת עִזִּים לְאֹהֶל עַל־הַמִּשְׁכָּן עַשְׁתֵּי־עֶשְׂרֵה יְרִיעֹת תַּעֲשֶׂה אֹתָם׃

we'assíta jeri'ót issím le'óhel al-hammischkán aschtéj-esré jeri'ót ta'assé otám

7 Und du wirst Bahnen aus Ziegenwolle machen für die Bedeckung (das Dach) des Mischkan, mache 11 solche Bahnen.

אֹרֶךְ הַיְרִיעָה הָאַחַת שְׁלֹשִׁים בָּאַמָּה וְרֹחַב אַרְבַּע בָּאַמָּה הַיְרִיעָה הָאֶחָת מִדָּה אַחַת לְעַשְׁתֵּי עֶשְׂרֵה יְרִיעֹת׃

órech hajri'á ha'achát scheloschím ba'ammá weróchaw arbá ba'ammá hajri'á ha'echát middá achát le'aschtéj esré jeri'ót

8 Die Länge einer Bahn dreißig Ellen (15 Meter), die Breite – vier Ellen (2 Meter), je eine Bahn – das Maß für alle 11 Bahnen.

וְחִבַּרְתָּ אֶת־חֲמֵשׁ הַיְרִיעֹת לְבָד וְאֶת־שֵׁשׁ הַיְרִיעֹת לְבָד וְכָפַלְתָּ אֶת־הַיְרִיעָה הַשִּׁשִּׁית אֶל־מוּל פְּנֵי הָאֹהֶל׃

wechibbartá et-chamésch hajri'ót lewád we'et-schésch hajri'ót lewád wechafaltá et-hajri'á haschischít el-múl penéj ha'óhel

9 Fünf von ihnen verbandest du gesondert und sechs verbandest du gesondert, und du bogst, faltetest die sechste Bahn vor dem Eingang in das Zelt, damit die Hälfte der Bahn über dem Eingang in das Zelt herabhing.

וְעָשִׂיתָ חֲמִשִּׁים לֻלָאֹת עַל שְׂפַת הַיְרִיעָה הָאֶחָת הַקִּיצֹנָה בַּחֹבָרֶת וַחֲמִשִּׁים לֻלָאֹת עַל שְׂפַת הַיְרִיעָה הַחֹבֶרֶת הַשֵּׁנִית׃

we'assíta chamischím lula'ót al sefát hajri'á ha'echát hakkizoná bachowáret wachamischím lula'ót al sefát hajri'á hachowéret haschenítDie russische Umschrift endet hier mit einem verstümmelten, doppelt angehängten Wortstück. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text und endet mit haschenít.

10 Und du wirst fünfzig Schlaufen am Rand der äußersten Bahn des einen Stücks machen und fünfzig Schlaufen symmetrisch zu dem, was du an der anderen Bahn machen wirst.

וְעָשִׂיתָ קַרְסֵי נְחֹשֶׁת חֲמִשִּׁים וְהֵבֵאתָ אֶת־הַקְּרָסִים בַּלֻּלָאֹת וְחִבַּרְתָּ אֶת־הָאֹהֶל וְהָיָה אֶחָד׃

we'assíta karséj nechóschet chamischím wehewetá et-Die russische Umschrift bricht hier mitten im Wort um und enthält vor dem Umbruch eine überzählige Silbe. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text (et-hakkerassím).

 hakkerassím ballula'ót wechibbartá et-ha'óhel wehajá echád

11 Und du machtest fünfzig Haken aus Kupfer, und du stecktest diese Haken in die Schlaufen, und du verbandest das ganze Zelt, und es wurde zu einem Ganzen (es ist nicht aus einem einzigen Stück gemacht, aber es wurde zu einem Ganzen von dem Moment an, als du es verbunden hast).

Hier wird für die Haken nicht Silber, sondern Kupfer verwendet. Wir kennen viele Kommentare dazu, was Kupfer ist, was Gold ist, was Silber ist. Ich bin schon ein wenig darauf eingegangen, was Gold ist (25,24). Wenn wir das Wort nechóschet (Kupfer) sehen, kommt vor allem die Assoziation mit dem Wort nachásch (Schlange). Das Wort lenachésch – das ist erraten, spüren, verstehen; das Wort nichúsch – das ist Vorausahnen, Vorausverstehen, Eindringen in die Tiefe der Dinge, die Möglichkeit vorauszusehen. Wenn wir davon gesprochen haben, dass in der Verbindung der Bahnen des Mischkan eine Verbindung (gewissermaßen) in der Zeit geschieht, dann kann man sagen, dass nechóschet (Kupfer) – gewissermaßen die Eigenschaft des Durchdringens der Zeit ist. Und dort, wo die Zeit verschwindet, dort kann man den Menschen nicht so sehen, wie er jetzt ist, sondern so, wie er für das Königreich bestimmt ist, wie der Höchste ihn erdacht hat. Und die Annäherung des Menschen an dieses Bild ist in vielem eben das Wesen des Zeltes der Begegnung.

וְסֶרַח הָעֹדֵף בִּירִיעֹת הָאֹהֶל חֲצִי הַיְרִיעָה הָעֹדֶפֶת תִּסְרַח עַל אֲחֹרֵי הַמִּשְׁכָּן׃

wesérach ha'odéf biri'ót ha'óhel chazí hajri'á ha'odéfet tisrách al achoréj hammischkánIn der russischen Umschrift ist an das letzte Wort eine überzählige Silbe angehängt. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: hammischkán.

12 Und der Überrest (Überschuss) der oberen Bedeckung des Zeltes, die überschüssige Hälfte der Breite der Bahn, wird hinter dem Mischkan herabhängen.

וְהָאַמָּה מִזֶּה וְהָאַמָּה מִזֶּה בָּעֹדֵף בְּאֹרֶךְ יְרִיעֹת הָאֹהֶל יִהְיֶה סָרוּחַ עַל־צִדֵּי הַמִּשְׁכָּן מִזֶּה וּמִזֶּה לְכַסֹּתוֹ׃

weha'ammá missé weha'ammá missé ba'odéf be'órech jeri'ót ha'óhel jihjé sarúach al-ziddéj hammischkán missé umissé lechassotó

13 Eine Elle von hier und eine Elle von hier (das heißt einen halben Meter auf der einen Seite und einen halben Meter auf der anderen Seite) wird der Überschuss in der Länge der Bahn des Zeltes an den Rändern des Mischkan herabhängen, auf dieser und auf dieser Seite, um ihn zu bedecken.

Das heißt, es wird noch einen Überschuss in der Länge des Mischkan geben, um eine zusätzliche Bedeckung zu schaffen. Damit ist der Aufbau des Zeltes nicht abgeschlossen.

וְעָשִׂיתָ מִכְסֶה לָאֹהֶל עֹרֹת אֵילִם מְאָדָּמִים וּמִכְסֵה עֹרֹת תְּחָשִׁים מִלְמָעְלָה׃

we'assíta michsé la'óhel orót elím me'oddamím umichsé orót techaschím milmá'la

14 Und du wirst noch eine Bedeckung für das Zelt machen aus mit Purpur gefärbten Häuten von Widdern und Häuten von Táchaschen obenauf.

Wir lesen von einer zusätzlichen Schicht der Bedeckung aus mit Purpur gefärbter Widderhaut und der Haut des Wundertiers táchasch, das ein „unbekanntes Tierchen“ ist: sei es ein Dugong, sei es eine Giraffe, sei es ein spezielles Einweg-Geschöpf des Schöpfers.

Die erste Parallele, die einem in diesem Zusammenhang in den Sinn kommt: Der Höchste machte dem Menschen Kleider aus Haut nach dem Sündenfall, als der Mensch sich nackt fühlte. Wenn der Mensch in das Zelt der Begegnung eintritt und spürt, dass seine Unreinheit, seine Unheiligkeit, die Dunkelheit in ihm entblößt wird, dann ist es möglich, dass diese Haut oben ihm ein Schutz und eine Erinnerung an das sein wird, was gewesen ist.

Damit beenden wir das Studium unseres Abschnitts. Ein sehr schwieriger Text, ein sehr vieldeutiger Text, in dem sogar der Pschat (der einfache Sinn) außerordentlich schwer zu verstehen ist. Nach meinen Kräften habe ich versucht, es zu erklären, aber das muss man wieder lesen, wieder lernen, wieder durchsehen, sich in seiner Vorstellung aufzeichnen und viel darüber nachdenken.

Ein Brettchen, zwei Brettchen

Schemot 26,15–25

Wir lesen die ausführlichen Anweisungen, die der Heilige, gepriesen sei Er, durch Mosche dem Volk Israel in Bezug auf den Aufbau des Mischkan gibt. Also, beginnen wir mit Vers 15 von Kapitel 26 zu lesen.

וְעָשִׂיתָ אֶת־הַקְּרָשִׁים לַמִּשְׁכָּן עֲצֵי שִׁטִּים עֹמְדִים׃

we'assíta et-hakkeraschím lammischkán azéj schittím omedím

15 Und mache Bretter für den Mischkan, aufrecht stehend, aus Akazienholz.

Achten wir auf das Wort kraschím (Bretter), in der Einzahl wird es wie kéresch (Brett) klingen. Die Wurzel kuf-resch-schin im Wort kéresch ist dieselbe wie auch im modernen Hebräisch. Sie weist auf den Vorgang der Koagulation oder Gerinnung des Blutes hin (krischát dam), und auch auf das Gelieren. Zum Beispiel heißt Sülze (ein traditionelles, aber nicht von allen geliebtes Gericht) auf Hebräisch régel-kruschá (geliertes Bein). Da habt ihr so eine ungewöhnliche Wurzel kuf-resch-schin. Man kann sagen, dass sie mit dem Verleihen einer Form verbunden ist, mit dem Bewahren der Ganzheit von etwas, mit dem Erstarren, mit der Verwandlung von Formlosem in etwas, das eine Form hat. Im Hinblick auf die Wurzel kuf-resch-schin kann man sich auch an das Vorwort zum Buch Sohar erinnern. Darin gibt es eine Geschichte darüber (das ist so ein Midrasch, eine Überlieferung), dass viele, viele Jahrhunderte vor der Gabe der Tora, vor der Erschaffung der Welt, die Buchstaben des Alphabets, angefangen mit dem letzten Buchstaben taw, kamen, vor das Angesicht des Höchsten traten, und jeder der Buchstaben bat darum, dass gerade mit ihm die Tora beginne. Und natürlich kam nach dieser Reihenfolge als zweites das Buchstäblein schin. Und es sagte: „HERR, ich eigne mich sehr gut dazu, die Welt neu zu erschaffen, denn mit mir beginnt Dein Name Schaddáj, und überhaupt bin ich in allem schön. Beginne die Tora gerade mit mir.“ Der Höchste sagt zu ihm (erinnern wir daran, das ist alles ein Midrasch, eine Überlieferung): „Buchstäblein schin, du bist wirklich ein wunderbares Buchstäblein, du bist in allem herrlich, aber neben dir sind zwei nicht sehr gute Freunde: das sind die Buchstäblein kuf und resch, solche Nachbarn sind dir zugefallen. Sie haben dich in die Mangel genommen und gebunden, und es entstand késcher (Verbindung, Knoten) – bemerken wir, ein Wort mit derselben Wurzel kuf-schin-resch. – Und indem sie mit dir eine Verbindung eingingen, eröffneten sie die Möglichkeit, dass in der Welt auftauchte: schéker (Unwahrheit, Lüge)“ – wieder dieselbe Wurzel. Wie der Sohar erklärt, fügt jeder Mensch, jeder, der eine Lüge sagen will, ihr ein Element der Wahrheit hinzu. Der Buchstabe schin, ein wahrhaftiges Buchstäblein, fand sich in einem Bund mit den Buchstaben kuf und resch verknüpft, und dieser Bund dient als Grundlage der Lüge, durch ihn tritt die Lüge gleichsam in die Welt ein. Dank jener Wahrheit, die im Buchstaben schin enthalten ist, kommt die Lüge ans Licht. Wenn der Prozess beginnt, in dem der Höchste die Königsherrschaft antritt, wenn der Höchste die Völker zurückführen wird, wird Er sagen: „Ich werde pfeifen, und auf Meinen Pfiff, auf Meinen Ruf werden sich alle Meine Getreuen versammeln, Ich werde Mein ganzes Volk sammeln.“ In der Wendung Ich werde pfeifen (Ani eschrók), im Wort eschrók – noch eine Variante der Wurzel schin-resch-kuf. Und mit diesem schriká (Pfiff) wird die Berichtigung der Unwahrheit beginnen, die Offenlegung der Wahrheit. Und man kann sagen, dass kéresch (Brett) – ebenfalls eine Variante des Ordnens des Ungeordneten ist, der Verwandlung dessen, was keine Form hat, in eine Form, gleichsam ebenfalls eine der Varianten der Berichtigung der Lüge in der Welt. Zumal die Form eines Brettes ein gerader Pfosten ist, es symbolisiert schon seinem Aussehen nach die Geradheit. So ist es also, das Wort kéresch.

עֶשֶׂר אַמּוֹת אֹרֶךְ הַקָּרֶשׁ וְאַמָּה וַחֲצִי הָאַמָּה רֹחַב הַקֶּרֶשׁ הָאֶחָד׃

ésser ammót órech hakkáresch we'ammá wachazí ha'ammá róchaw hakkéresch ha'echád

16 Zehn Ellen die Länge des Brettes und anderthalb Ellen die Breite des Brettes.

Wir haben gesagt, dass wir ins metrische System im Verhältnis eins zu zwei umrechnen. Fünf Meter die Länge des Brettes und fünfundsiebzig Zentimeter (anderthalb Ellen) die Breite des Brettes. Somit haben wir Bretter mit den Maßen fünf Meter auf fünfundsiebzig Zentimeter. Aber das ist noch nicht alles.

שְׁתֵּי יָדוֹת לַקֶּרֶשׁ הָאֶחָד מְשֻׁלָּבֹת אִשָּׁה אֶל־אֲחֹתָהּ כֵּן תַּעֲשֶׂה לְכֹל קַרְשֵׁי הַמִּשְׁכָּן׃

schetéj jadót lakkéresch ha'echád meschullawót ischá el-achotá ken ta'assé lechól karschéj hammischkán

17 Zwei Zapfen an jedem Brett, die sie eines mit dem anderen verbinden; so mache es mit allen Brettern im Mischkan.

Man kann sich diese zwei Zapfen wie zwei kleine Füßchen unten an jedem Brett vorstellen, die, wie Füße in Filzstiefel, in besondere Untersätze gesteckt werden, wovon weiter unten die Rede sein wird. Sie werden alle gleich gemacht.

וְעָשִׂיתָ אֶת־הַקְּרָשִׁים לַמִּשְׁכָּן עֶשְׂרִים קֶרֶשׁ לִפְאַת נֶגְבָּה תֵימָנָה:

we'assita et-hakkeraschímIn der russischen Umschrift sind im Wort für „die Bretter“ zwei Konsonanten vertauscht. Die deutsche Umschrift folgt dem hebräischen Text: hakkeraschím. lammischkán esrím kéresch lif'át négba tejmána

18 Und du wirst die Bretter für den Mischkan machen: zwanzig Bretter für die südliche Seite.

 Das Wort südlich, südliche Richtung ist hier mit zwei Wörtern wiedergegeben. Das erste Wort ist négew. Négew – so heißt die Wüste in Israel. Im Land Israel, im Land, wo die Väter lebten, befindet sich die Wüste Négew im südlichen Teil, und dieses Wort wird oft sowohl zur Bezeichnung aller Wüsten als auch für den Begriff „Süden“ verwendet. Das Wort négew kommt von dem Wort lenagéw (trocken wischen), das heißt, die Wüste als ein Ort, den man gleichsam mit einem trockenen Handtuch abgewischt hat, alles ist dort gleichsam weggefegt. Das zweite Wort, mit dem der Süden bezeichnet wird, ist das Wort tejmána. Ein interessantes Wort, es hat als Wurzel die Buchstäblein jud-mem-nun und bedeutet jamín (rechte Seite). In allen semitischen Sprachen ist die rechte Seite in der Regel der Süden. Der Mensch orientierte sich (das Wort Orient bedeutet in vielen Sprachen Osten) folgendermaßen: er stellte sich mit dem Gesicht nach Osten (kédem, kadíma, vorne), hinter ihm war der Westen (achór, hinten), zur linken Hand der Norden (zafón) und zur rechten Hand der Süden (tejmán, rechte Seite). Im Hebräischen hat sich der Begriff linke Hand nicht als Richtung nach Norden erhalten, aber in vielen semitischen Sprachen, darunter im Arabischen, sagt man ísna, das heißt nach links. Das ist ein bisschen Geografie innerhalb der Tora.

וְאַרְבָּעִים אַדְנֵי־כֶסֶף תַּעֲשֶׂה תַּחַת עֶשְׂרִים הַקָּרֶשׁ שְׁנֵי אֲדָנִים תַּחַת־הַקֶּרֶשׁ הָאֶחָד לִשְׁתֵּי יְדֹתָיו וּשְׁנֵי אֲדָנִים תַּחַת־הַקֶּרֶשׁ הָאֶחָד לִשְׁתֵּי יְדֹתָיו:

we'arba'ím adnej-chéssef ta'assé táchat esrím hakkáresch schenéj adaním tachat-hakkéresch ha'echád lischtéj jedotáw uschnéj adaním tachat-hakkéresch ha'echád lischtéj jedotáw

19 Und vierzig silberne Sockel mache unter die zwanzig Bretter, je zwei Sockel unter jedes Brett, unter zwei Zapfen zwei Untersätze, unter jedes Brett für seine zwei Zapfen.

Wir haben gesagt, dass jedes Brett zwei Zapfen hat, somit haben zwanzig Bretter vierzig Zapfen, das heißt, unter zwanzig Bretter muss man vierzig Sockel machen. Das Wort adné bedeutet heutzutage farbiger TopfIm Russischen steht wörtlich „farbiger Topf“. Gemeint ist vermutlich ein Blumentopf, denn das ähnliche neuhebräische Wort bezeichnet einen Pflanztopf; übersetzt wurde wörtlich., kann aber auch einfach Sockel bedeuten. Man könnte meinen: Wozu wiederholt die Tora das alles immer wieder? Warum sich wiederholende Beschreibungen? Wir haben auch gesagt, dass wir keine Baupläne haben. Deshalb, damit man es sich verständlicher vorstellen kann, lesen wir es einfach. Und diejenigen, die das damals lasen, mussten es nach diesen Anweisungen machen, anfertigen, und deshalb wird ihnen eine so ausführliche Anleitung gegeben.

וּלְצֶלַע הַמִּשְׁכָּן הַשֵּׁנִית לִפְאַת צָפוֹן עֶשְׂרִים קָרֶשׁ:

ulzéla hammischkán haschenít lif'át zafón esrím káresch

20 Und auf der anderen Seite des Mischkan, auf der nördlichen Seite, ebenfalls zwanzig Bretter.

Das heißt, zwanzig Bretter zu je fünfundsiebzig Zentimetern Breite: Wir haben miteinander das Geheimnis der Länge des Mischkan gelüftet – fünfzehn Meter.

וְאַרְבָּעִים אַדְנֵיהֶם כָּסֶף שְׁנֵי אֲדָנִים תַּחַת הַקֶּרֶשׁ הָאֶחָד וּשְׁנֵי אֲדָנִים תַּחַת הַקֶּרֶשׁ הָאֶחָד:

we'arba'ím adnejhem kássef schenéj adaním táchat hakkéresch ha'echád uschnéj adaním táchat hakkéresch ha'echád

21 Und vierzig silberne Sockel, zwei Sockel unter ein Brett und zwei Sockel unter jedes Brett.

וּלְיַרְכְּתֵי הַמִּשְׁכָּן יָמָּה תַּעֲשֶׂה שִׁשָּׁה קְרָשִׁים׃

uljarketéj hammischkan jámma ta'assé schischá keraschím

22 Und für die Hüften (jaréch bedeutet wörtlich Hüfte) des Mischkan auf der Seite des Meeres (auf der westlichen Seite) mache sechs Bretter.

וּשְׁנֵי קְרָשִׁים תַּעֲשֶׂה לִמְקֻצְעֹת הַמִּשְׁכָּן בַּיַּרְכָתָיִם:

uschnéj keraschím ta'assé limkuz'ót hammischkán bajarchatajim

23 Und noch je zwei Bretter stelle an den Ecken auf (so dass sich acht Bretter auf der westlichen Seite ergeben) des Mischkan.

In Vers 24 lesen wir von diesen zwei zusätzlichen Pfosten oder zwei zusätzlichen Brettern, die man aufstellen muss.

וְיִהְיוּ תֹאֲמִים מִלְּמַטָּה וְיַחְדָּו יִהְיוּ תַמִּים עַל־רֹאשׁוֹ אֶל־הַטַּבַּעַת הָאֶחָת כֵּן יִהְיֶה לִשְׁנֵיהֶם לִשְׁנֵי הַמִּקְצֹעֹת יִהְיוּ:

wejihjú to'amím millemátta wejachdáw jihjú tammím al-roschó el-hattabbá'at ha'echát ken jihjé lischnejhém lischnéj hammikzo'ót jihjú

24 Und sie werden passen (übereinstimmen, sich berühren) von unten, und zusammen werden sie oben zusammenkommen zu einem Ring; so wird es für beide (Bretter) sein, für jede Ecke wird es sein.

Das heißt, die äußersten Bretter an der langen und an der kurzen Seite des Mischkan berühren einander nicht, sondern es gibt besondere tragende Eckpfosten für jede der Seiten. Sie berühren einander, oben werden sie durch einen Ring verbunden und tragen im Grunde die ganze Konstruktion.

וְהָיוּ שְׁמֹנָה קְרָשִׁים וְאַדְנֵיהֶם כֶּסֶף שִׁשָּׁה עָשָׂר אֲדָנִים שְׁנֵי אֲדָנִים תַּחַת הַקֶּרֶשׁ הָאֶחָד וּשְׁנֵי אֲדָנִים תַּחַת הַקֶּרֶשׁ הָאֶחָד:

wehaju schemoná keraschím we'adnejhém késsef schischá assár adaním schenéj adaním táchat hakkéresch ha'echád uschnéj adaním schenéj táchat hakkéresch ha'echád

25 Und es werden acht Bretter sein und sechzehn Sockel aus Silber, je zwei Sockel unter einem Brett, zwei Sockel unter jedem Brett.

In Vers 26 lesen wir, wie man all das zu einem Ganzen verbinden muss.

וְעָשִׂיתָ בְרִיחִם עֲצֵי שִׁטִּים חֲמִשָּׁה לְקַרְשֵׁי צֶלַע־הַמִּשְׁכָּן הָאֶחָד׃

we'assíta werichím azéj schittím chamischá lekarschéj zela-hammischkán ha'echád

26 Und du wirst Riegel machen (Stangen, die durch alle Öffnungen hindurchgehen) aus Akazie, für die eine Seite des Mischkan wirst du fünf Riegel machen.

Im Grunde sind das drei große Riegel. Der obere und der untere werden aus zwei Stangen bestehen, die bis zur Mitte reichen, in verschiedene Richtungen auseinandergehen, und die mittlere Stange wird durch alle Bretter hindurchgehen.

וַחֲמִשָּׁה בְרִיחִם לְקַרְשֵׁי צֶלַע־הַמִּשְׁכָּן הַשֵּׁנִית וַחֲמִשָּׁה בְרִיחִם לְקַרְשֵׁי צֶלַע הַמִּשְׁכָּן לַיַּרְכָתַיִם יָמָּה:

wechamischá werichím lekarschéj zela-hammischkán haschenit wachamischá werichím lekarschéj zéla hammischkán lajarchatájim jámma

27 Fünf Riegel für die andere Seite des Mischkan und fünf Riegel für die Wand, die auf der Seite des Meeres ist, im Westen.

Das heißt, für jede der Seiten des Mischkan muss man je fünf Riegel machen. Sie sind in drei waagerechten Reihen angeordnet, die obere und die untere bestehen aus zwei Riegeln, und die mittlere geht vom Anfang bis zum Ende der Wand, wovon wir in Vers 28 lesen:

וְהַבְּרִיחַ הַתִּיכֹן בְּתוֹךְ הַקְּרָשִׁים מַבְרִחַ מִן־הַקָּצֶה אֶל־הַקָּצֶה׃

wehabberíach hattichón betóch hakkeraschím mawríach min-hakkazé el-hakkazé

28 Und der mittlere Riegel wird in den Brettern von Ende zu Ende eingeschoben (er wird nicht in zwei Riegel geteilt).

וְאֶת־הַקְּרָשִׁים תְּצַפֶּה זָהָב וְאֶת־טַבְּעֹתֵיהֶם תַּעֲשֶׂה זָהָב בָּתִּים לַבְּרִיחִם וְצִפִּיתָ אֶת־הַבְּרִיחִם זָהָב׃

we'et-hakkeraschím tezappé saháw we'et-tabbe'otejhém ta'assé sahaw battím labberichím wezippitá et-habberichím sahaw

29 Und die Bretter überziehe mit Gold, und ihre Ringe mache aus Gold, die Schlaufen für die Riegel sein werden, und die Riegel selbst überziehe mit Gold.

וַהֲקֵמֹתָ אֶת־הַמִּשְׁכָּן כְּמִשְׁפָּטוֹ אֲשֶׁר הָרְאֵיתָ בָּהָר׃

wehakemotá et-hammischkán kemischpató aschér hor'éta bahar

30 Und du wirst den Mischkan aufstellen nach der Einrichtung, nach dem Prinzip, das du auf dem Berg gesehen hast.

Die Einweisung geht weiter

Schemot 26,31–27,8

Wir lesen weiter die ausführliche Anweisung, die der Höchste durch Mosche dem Volk Israel in Bezug auf den Aufbau des Mischkan gibt.

וְעָשִׂיתָ פָרֹכֶת תְּכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי וְשֵׁשׁ מָשְׁזָר מַעֲשֵׂה חֹשֵׁב יַעֲשֶׂה אֹתָהּ כְּרֻבִים׃

we'assitá faróchet techélet we'argamán wetolá'at schaní weschésch moschsár ma'assé choschéw ja'assé otá keruwím

31 Und du wirst einen trennenden Vorhang machen aus blauen und purpurnen und scharlachroten und feinleinenen Fäden, zusammengedreht, in kunstvoller (in weisem Tun, fachmännischer, komplizierter) Arbeit des Webers, er soll auf ihm Keruwim machen.

Wenn man wörtlich übersetzt, dann ist das Wort paróchet ein „Trenner“. Im Hebräischen gibt es so eine ungewöhnliche Erscheinung wie Wurzelzellen. Manche Wortwurzeln werden nach dem Merkmal der ersten beiden Wurzelbuchstaben zu Gruppen zusammengefasst. Und eine der charakteristischsten Zellen sind die Wurzeln, die mit den Buchstaben pe-resch beginnen. Alle hebräischen Wörter, deren Wurzeln mit diesen Buchstaben beginnen, sind mit Trennen, Zerreißen in Teile, Zerreißen in Stücke, Zersägen und so weiter verbunden. Zum Beispiel: lifrók (trennen), lifrós (zerschneiden, aufschneiden), lefarék (in Teile trennen, im Raum trennen), lehafriach (aufreißen, sich öffnen lassen wie eine Blume, zum Blühen bringen), lifróm (auftrennen) und so weiter. Wenn wir also ein solches Wort wie Parochet sehen, dann müssen wir sofort verstehen, dass sein Sinn mit dem Trennen verbunden sein wird.

Noch eine interessante Eigenschaft des Wortes Parochet. Wir haben vom Deckel der Lade gesprochen, dass er Kaporet heißt, und haben auch von einem der Schmuckstücke der Menora gesprochen, dass es Kaftor heißt, und haben bemerkt, dass diese zwei Wörter aus denselben Buchstaben bestehen. Das Wort Parochet besteht ebenfalls aus denselben Buchstaben. Wenn wir über die Kaporet gesagt haben, dass das ein Grenzort ist, ein Ort der Trennung, und dieselbe Erklärung haben wir in Bezug auf das Schmuckstück der Menora gegeben, dann ist hier die Trennung schon einfach die direkte Bedeutung des Wortes. Es gibt einen Vorhang, der, so kann man sagen, eine Welt von der anderen trennt.

Also, uns ist geboten, einen trennenden Vorhang aus sechsfädigem Garn in blauer, purpurner und scharlachroter Farbe zu machen und ihn mit einer Darstellung von Keruwim zu schmücken. Aber sie nicht einfach auf ihn zu sticken, sondern einzuweben, auf besondere Weise die Darstellung der Keruwim auf ihn aufzubringen.

וְנָתַתָּה אֹתָהּ עַל־אַרְבָּעָה עַמּוּדֵי שִׁטִּים מְצֻפִּים זָהָב וָוֵיהֶם זָהָב עַל־אַרְבָּעָה אַדְנֵי־כָסֶף׃

wenatattá otá al-arba'á ammudéj schittím mezuppím saháw wawejhém saháw al-arba'á adnej-chássef

32 Und du wirst ihn auf vier Pfosten aus Akazienholz setzen, mit Gold überzogen, mit goldenen Haken an ihnen, in vier silbernen Untersätzen.

Hier sind es schon keine Bretter, sondern Pfosten, deshalb hat jeder Pfosten unten seinen eigenen silbernen Untersatz. Dieser Pfosten ist aus Akazienholz gemacht, er selbst ist mit Gold überzogen, und was das Wort wawejhém (ihre Haken) betrifft, das hier verwendet wird, so ist nicht ganz klar, wo sie sich befinden. Manche sagen, dass in den Pfosten eine Vertiefung gehauen ist (die sein oberes Ende einem Flaschenöffner ähnlich macht), so dass in diese Aussparung eine Stange gelegt wird, und auf der Stange, zwischen benachbarten Aussparungen, wird ein Teil der Parochet (des trennenden Vorhangs) angebracht, so wird sie aufgehängt. Andere sagen, dass diese Pfosten oben von Haken gekrönt werden. Ich erinnere daran, dass das Wort waw (Haken) aus zwei Buchstäblein waw besteht, die selbst Haken ähneln.

Also, man muss diesen Vorhang an vier Pfosten befestigen, die aus Akazienholz gemacht und mit Gold überzogen sind, von denen jeder in einen silbernen Sockel gesteckt wird, und oben an ihnen sind Haken angebracht, mit deren Hilfe der Vorhang gehalten wird.

וְנָתַתָּה אֶת־הַפָּרֹכֶת תַּחַת הַקְּרָסִים וְהֵבֵאתָ שָׁמָּה מִבֵּית לַפָּרֹכֶת אֵת אֲרוֹן הָעֵדוּת וְהִבְדִּילָה הַפָּרֹכֶת לָכֶם בֵּין הַקֹּדֶשׁ וּבֵין קֹדֶשׁ הַקֳּדָשִׁים׃

wenatattá et-happaróchet táchat hakkerassím wehewetá schámma mibbéjt lapparóchet et arón ha'edút wehiwdilá happaróchet lachém bejn hakkódesch uwéjn kódesch hakkodaschím

33 Und du wirst diesen Vorhang unter die Haken setzen, und du wirst dorthin, hinter den Vorhang, die Lade des Zeugnisses bringen, und dieser Vorhang wird euch eine Trennung sein zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten.

Hier ist von anderen Haken die Rede, von den kupfernen Haken aus 25,11, mit denen die zwei Bahnen verbunden werden, die den Mischkan bedecken. Wie wir uns erinnern, waren für die Bedeckung des Mischkan zwei Bahnen von je 20 Ellen Länge bestimmt. Da die Länge des Mischkan 30 Ellen beträgt, betrug die Bedeckung aus der zweiten Bahn 10 Ellen auf dem Dach, und 10 Ellen überschüssiger Länge hingen hinter der Rückwand herab. Wenn wir also in den Mischkan hineingingen, würden wir sehen, dass sich in einer Entfernung von 20 ammót (Ellen) vom Eingang, oben, die Zusammenfügung der zwei Bahnen an den kupfernen Haken befindet. Und an diesen Haken wird auch unsere Parochet befestigt, und mit ihrer Hilfe wird das hintere Drittel des Mischkan von den zwei Dritteln am Eingang abgetrennt.

Und wir sehen endlich die endgültige Bestätigung dafür, dass man sowohl die Kaporet als auch den Kaftor als auch die Parochet als Grenzelemente verstehen kann, als Grenzschlagbäume zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten, zwischen dem Alltäglichen und dem Heiligen, als Grenze zwischen den Welten.

וְנָתַתָּ אֶת־הַכַּפֹּרֶת עַל אֲרוֹן הָעֵדֻת בְּקֹדֶשׁ הַקֳּדָשִׁים׃

wenatattá et-hakkappóret al arón ha'edút bekódesch hakkodaschím

34 Und du wirst mit dem Deckel (auf dem die Keruwim sind) die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten bedecken.

וְשַׂמְתָּ אֶת־הַשֻּׁלְחָן מִחוּץ לַפָּרֹכֶת וְאֶת־הַמְּנֹרָה נֹכַח הַשֻּׁלְחָן עַל צֶלַע הַמִּשְׁכָּן תֵּימָנָה וְהַשֻּׁלְחָן תִּתֵּן עַל־צֶלַע צָפוֹן׃

wesamtá et-haschulchán michúz lapparóchet we'et-hammenorá nóchach haschulchán al zéla hammischkán tejmánaDie russische Umschrift weicht hier in zwei Wörtern vom hebräischen Text ab. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen: wesamtá und tejmána. wehaschulchán tittén al-zéla zafón

35 Und stelle du den Tisch außerhalb des Vorhangs, und die Menora – gegenüber dem Tisch, auf der südlichen Seite des Mischkan; und der Tisch wird auf der nördlichen Seite sein.

Nun, das ist auch ziemlich verständlich, da sie ja einander gegenüberstehen. Außer dem Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten trennt, muss man noch einen machen, wovon wir in Vers 36 lesen.

וְעָשִׂיתָ מָסָךְ לְפֶתַח הָאֹהֶל תְּכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי וְשֵׁשׁ מָשְׁזָר מַעֲשֵׂה רֹקֵם׃

we'assíta massách lefétach ha'óhel techélet we'argamán wetola'át schaní weschésch moschsár ma'assé rokém

36 Und mache du noch einen Vorhang, mache einen Behang für den Eingang in das Zelt aus blauem und purpurnem und scharlachrotem und leinenem Faden, miteinander verflochten, als Werk eines Stickers.

וְעָשִׂיתָ לַמָּסָךְ חֲמִשָּׁה עַמּוּדֵי שִׁטִּים וְצִפִּיתָ אֹתָם זָהָב וָוֵיהֶם זָהָב וְיָצַקְתָּ לָהֶם חֲמִשָּׁה אַדְנֵי נְחֹשֶׁת׃

we'assíta lammassách chamischá ammudéj schittím wezippitá otám saháw wawejhém saháw wejazaktá lahém chamischá adnéj nechóschet

37 Und mache für den Behang fünf Pfosten aus Akazienholz, und überziehe sie mit Gold, ihre Haken ebenfalls aus Gold, und mache ihnen fünf kupferne Sockel.

Da der Behang des Eingangs sich nicht dort befindet, wo die tragenden Konstruktionen sind (er befindet sich draußen), wird er von fünf Pfosten gehalten, und da diese Pfosten außerhalb des Mischkan stehen, haben sie eine geringere Stufe der Heiligkeit, und deshalb sind ihre Sockel aus Kupfer.

Und damit beenden wir das Lesen von Kapitel 26, wir fahren mit Vers 1 von Kapitel 27 fort.

וְעָשִׂיתָ אֶת־הַמִּזְבֵּחַ עֲצֵי שִׁטִּים חָמֵשׁ אַמּוֹת אֹרֶךְ וְחָמֵשׁ אַמּוֹת רֹחַב רָבוּעַ יִהְיֶה הַמִּזְבֵּחַ וְשָׁלֹשׁ אַמּוֹת קֹמָתוֹ׃

we'assíta et-hammisbéach azé schittím chamésch ammót órech wechamésch ammót róchaw rawúa jihjé hammisbéach waschalósch ammót komató

1 Und du wirst einen Altar aus Akazienholz machen, fünf Ellen (2,5 Meter) in der Breite und fünf Ellen (2,5 Meter) in der Länge, quadratisch wird er sein, und drei Ellen (1,5 Meter) seine Höhe.

Das Wort misbéach (Altar) kommt von der Wurzel des Wortes séwach (Opferung, als Opfer darbringen, schlachten). Von derselben Wurzel kommt auch das Wort tabách (Koch) oder téwach, tuwéach (Henker) – das heißt der, der schlachtet. Das Wort séwach bedeutet im Grunde Schlachtung, jedes Opfer, das geschlachtet wird. Und das Wort misbéach könnte man wörtlich als Schlachtstätte übersetzen, als Ort des Schlachtens. Aber die Weisen gaben dem Wort misbéach eine Deutung über die Abkürzung מזבח: mem, der erste Buchstabe – mechilá (Vergebung); sajin, der zweite Buchstabe – s'chut (Verdienst); bet, der dritte Buchstabe – brachá (Segen); chet, der vierte Buchstabe – chajim (Leben). Auf diese Weise deuteten die Weisen, dass der misbéach (Altar) dazu verhilft, die Vergebung der Sünden zu erlangen.

Die Kommentatoren, denen es schwerfällt, eine so geringe Größe des Altars anzunehmen, sagen, dass drei Ellen die Höhe des Altars über seinem Sockel sind. Man nimmt an, dass es noch einen bestimmten Platz gibt, auf dem dieser Altar aufgestellt wird. Dorthin müssen die Priester hinaufsteigen, und über ebendiesem Sockel erhebt sich der Altar um 1,5 Meter. Darüber gibt es einen Streit unter den Weisen.

וְעָשִׂיתָ קַרְנֹתָיו עַל אַרְבַּע פִּנֹּתָיו מִמֶּנּוּ תִּהְיֶיןָ קַרְנֹתָיו וְצִפִּיתָ אֹתוֹ נְחֹשֶׁת׃

we'assíta karnotáw al arbá pinnotáw mimménnu tihjéna karnotáw wezippitá oto nechóschet

2 Und du wirst seine Hörner machen, wirst sie an seinen vier Ecken machen; aus ihm selbst werden die Hörner gemacht sein, und du wirst ihn mit Kupfer überziehen.

Die Hörner des Altars dienten unter anderem auch dazu, das Vieh, das geschlachtet wurde, an ihm festzubinden, das Opfer an ihm festzubinden. Die Hörner werden nicht angeschweißt, nicht angeklebt, nicht mit einem Gewinde angeschraubt. Sie werden aus demselben Material gemacht wie der Altar. Und woraus wird der Altar gemacht? Aus Akazienbrettern, aus Akazienholz.

Wir haben schon über die Bedeutung des Wortes nechóschet (Kupfer) gesprochen. Eine der Bedeutungen des Wortes nechóschet, die die Kommentatoren hier anführen, ist Sturheit. Zum Beispiel ist mézach nechuschá eine sture Stirn, ein dreister, sturer Mensch, dem es schwerfällt, sich zu fügen. Und man kann sagen, dass die Weisen diesen Altar als Sühne für den Mangel an Demut sehen, für die Dreistigkeit, für die Sturheit im Widerstand gegen den Höchsten.

וְעָשִׂיתָ סִּירֹתָיו לְדַשְּׁנוֹ וְיָעָיו וּמִזְרְקֹתָיו וּמִזְלְגֹתָיו וּמַחְתֹּתָיו לְכָל־כֵּלָיו תַּעֲשֶׂה נְחֹשֶׁת׃

we'assíta sirotáw ledaschenó weja'áw umisrekotáw umislegotáw umachtotáw lechol-keláw ta'assé nechóschet

3 Und du wirst Töpfchen machen zum Reinigen der Asche von ihm (und der Reste des Fettes, das nicht verbrennt), und seine Schaufeln, und seine Sprengschalen, und seine Forken (oder Gabeln), und seine Schäufelchen, und alle seine Werkzeuge wirst du aus Kupfer machen.

Das Wort ja'e wird auch im modernen Hebräisch verwendet und bedeutet Schaufel.

וְעָשִׂיתָ לּוֹ מִכְבָּר מַעֲשֵׂה רֶשֶׁת נְחֹשֶׁת וְעָשִׂיתָ עַל־הָרֶשֶׁת אַרְבַּע טַבְּעֹת נְחֹשֶׁת עַל אַרְבַּע קְצוֹתָיו׃

we'assíta lo michbár ma'assé réschet nechóschet we'assíta al-haréschet arbá tabbe'ót nechóschet al arbá kezotáw

4 Und du wirst einen Teil seiner Bedeckung in Form eines kupfernen Gitters machen, und du wirst an diesem Gitter vier kupferne Ringe an seinen vier Ecken befestigen.

Wenn man zu rekonstruieren versucht, wie das aussah, dann wurde der Altar nach einigen Versionen oben mit einer Art Gitter bedeckt – wie jene, die man auf einen Grill legt, um die Kohle von ihm anzuheben, seine Kohlen zu trennen.

וְנָתַתָּה אֹתָהּ תַּחַת כַּרְכֹּב הַמִּזְבֵּחַ מִלְּמָטָּה וְהָיְתָה הָרֶשֶׁת עַד חֲצִי הַמִּזְבֵּחַ׃

wenatattá otá táchat karków hammisbéach millemátta wehajetá haréschet ad chazí hammisbéach

5 Und du wirst es (das Gitter) unter den karków setzen, und dieses Gitter wird bis zur Hälfte des Altars hoch sein.

Niemand kann sagen, was das Wort karków bedeutet, es gibt sehr viele verschiedene Versionen. Die Wurzel kaf-resch-kaf ist mit dem Umwickeln, Einwickeln, Verflechten mit etwas verbunden (übrigens bedeutet sie im modernen Hebräisch Gesims, Rand, Einfassung). Man kann sagen, wie einige Kommentatoren sagen, dass auch die Umflechtung, ein Teil der Wand des Altars, Gitterform hat, das heißt, seine Wand ist nicht dicht, nicht gleichförmig, sondern ein Teil von ihr stellt unten ein Gitter dar.

וְעָשִׂיתָ בַדִּים לַמִּזְבֵּחַ בַּדֵּי עֲצֵי שִׁטִּים וְצִפִּיתָ אֹתָם נְחֹשֶׁת׃

we'assíta waddím lammisbéach baddé azé schittím wezippitá otám nechóschet

6 Und du wirst Stangen für den Altar machen, Stangen aus Akazienholz, und wirst sie mit Kupfer überziehen.

וְהוּבָא אֶת־בַּדָּיו בַּטַּבָּעֹת וְהָיוּ הַבַּדִּים עַל־שְׁתֵּי צַלְעֹת הַמִּזְבֵּחַ בִּשְׂאֵת אֹתוֹ׃

wehuwá et-baddáw battabba'ót wehajú habbaddím al-scheté zal'ót hammisbéach bis'ét otó

7 Und du wirst die Stangen in seine Ringe stecken, und die Stangen werden an beiden Seiten des Altars sein, wenn man ihn tragen wird.

Der Höchste gibt eine mehr oder weniger einheitliche Art vor, alle Tempelgeräte fortzubewegen, eine Art, die später die Leviten verwenden werden: die Stangen in die Ringe stecken, auf die Schultern heben und tragen.

Die letzte Bemerkung, die in Bezug auf diesen Altar gemacht wird:

נְבוּב לֻחֹת תַּעֲשֶׂה אֹתוֹ כַּאֲשֶׁר הֶרְאָה אֹתְךָ בָּהָר כֵּן יַעֲשׂוּ׃

newúw luchót ta'assé otó ka'aschér her'á otechá bahár ken ja'assú

8 Mache ihn innen hohl; wie Ich es dir auf dem Berg gezeigt habe, so mache ihn.

Das heißt, der Altar wird nicht aus einem riesigen Akazienstumpf gemacht, sondern stellt einen Rahmen dar, er ist innen hohl, leer.

Hier sehen wir wieder ein Zeugnis dafür, dass einige Tempelgeräte Mosche auf dem Berg gezeigt wurden, während seines Umgangs mit dem Höchsten, in der oberen Welt, in der himmlischen Welt. Folglich haben sie dort vor ihrer Herstellung auf der Erde „präexistiert“.

Viele Kommentatoren sagen: „Warum ist geboten, diesen Altar hohl zu machen? Weil es die Anweisung gibt, den Altar aus Erde zu machen.“ Wir machen den Altar aus Erde, indem wir spielen wie im Sandkasten (es gab solche Förmchen für den Sandkasten, damit man aus Sand allerlei verschiedene interessante Figürchen formen konnte, oder man benutzte einfach ein Eimerchen – billig und wirkungsvoll). Und ungefähr nach demselben Prinzip wird der Altar aus Erde mit einer schönen Einfassung aus Holz und Kupfer bedeckt. Und so haben wir einen solchen Altar für unterwegs, ein Fest der Opferdarbringung, das immer bei uns ist.

Wie wir schon gesagt haben, ist das Wort misbéach mit der Möglichkeit der Sühne der Sünde verbunden, mit der Vergebung, mit der Rechtfertigung, mit dem Segen und mit dem Leben. Und natürlich ist das eines der nützlichsten Werkzeuge im Haushalt. Was kann nützlicher sein?

Wir haben darüber gesprochen, dass der Altar aus Erde eine Art Symbol der Einfachheit ist, und der Höchste hat geboten, ihn gerade so zu machen, um Schnickschnack zu vermeiden, um ohne allerlei Verzierungen auszukommen, ohne Gold, ohne Platin und ohne Edelsteine. Und hier ist es angebracht zu fragen, warum denn dieser Altar aus Erde auf einmal mit etwas bedeckt werden muss? Man muss bedenken, dass wir von einer anderen Situation sprechen. Als der Mensch kommen, dem Höchsten ein Opfer bringen und direkten Umgang mit Ihm haben konnte, war das eine Situation. Aber es entstand eine neue Situation, nachdem das Volk auf den direkten Umgang mit dem Höchsten verzichtet hatte, nachdem das Volk den Umgang durch Mittler gewählt hatte. Eben da ist für diese Vermittlung, wie dieselben Kommentatoren erklären, dieser ganze Prunk entstanden. Aber es gibt auch die Meinung, dass dieser Altar überhaupt nichts mit dem Altar aus Erde zu tun hat und es um etwas ganz anderes geht.

Wo ein Zaun ist, da ist auch ein Hof

Schemot 27,9–19

Mit diesem Textstück beenden wir das Studium des Wochenabschnitts Teruma. Den ganzen Wochenabschnitt hindurch haben wir die Anweisungen und Vorschriften gelesen, die der Höchste durch Mosche dem Volk Israel in Bezug auf den Mischkan gibt. Es gab eine detaillierte Beschreibung praktisch aller seiner Teile. Wie jeder Palast, Tempel oder jedes Haus (umso mehr der Tempel des Heiligtums) musste der Mischkan einen Hof haben, ohne ihn ist ein Bau ja kein Bau. Und deshalb werden wir in unserem Fragment die Beschreibung lesen, wie der Hof des Mischkan eingerichtet sein soll.


וְעָשִׂיתָ אֵת חֲצַר הַמִּשְׁכָּן לִפְאַת נֶגֶב־תֵּימָנָה קְלָעִים לֶחָצֵר שֵׁשׁ מָשְׁזָר מֵאָה בָאַמָּה אֹרֶךְ לַפֵּאָה הָאֶחָת׃

we'assíta et chazár hammischkán lif'át negew-temána kela'ím lechazér schesch moschsár me'á wa'ammá órech lappe'á ha'echat

9 Und du wirst den Hof des Mischkan machen: an der südlichen Seite Netze für den Zaun des Hofes, hundert Ellen (50 Meter) die Länge der einen Seite.

Das heißt, die Umzäunung des Hofes ist aus Netzen gemacht, geflochten aus schesch moschsár (gezwirnter Leinenfaden). Das Wort kéla (Pl. kela'ím) bedeutet geflochtenes Netz oder Geflecht. Sogar die geflochtene Challa für den Sabbat heißt heute challá klu'á, Zöpfchen flechten für Mädchen – likló'a zamá; das heißt, kéla ist das, was aus mehreren Elementen geflochten wird. In diesem Fall – ein geflochtenes Netz für den Hof, so ist es uns geboten.

וְעַמֻּדָיו עֶשְׂרִים וְאַדְנֵיהֶם עֶשְׂרִים נְחֹשֶׁת וָוֵי הָעַמֻּדִים וַחֲשֻׁקֵיהֶם כָּסֶף׃

we'ammudáw esrím we'adnehém esrím nechóschet wawé ha'ammudím wachaschukehém kássef

10 Man muss zwanzig Säulen mit zwanzig Untersätzen auf jeder Seite machen; die Haken oben an den Säulen und die Fäden, die die Säulen umwinden, müssen aus Silber sein.

Wir haben davon gesprochen, dass die Handwerker unten an jeder Säule einen Zapfen anfertigten, und er ging in eine Nut, die im Untersatz war, der aus Metall gemacht war (in diesem Fall aus Kupfer), und auf diese Weise wurde die Säule befestigt.

Außerdem müssen oben an jeder Säule wawé (Haken) sein. Das Buchstäblein waw sieht selbst aus wie ein Haken, und das Wort waw bedeutet Haken, Häkchen.

Das Wort chaschukehém ist mit dem Wort befestigen, einfassen, umwinden, vereinen verbunden. Im Hebräischen gibt es das Wort chischúk, das den Ring (Reifen) bedeutet, mit dem ein Fass zusammengehalten wird. In diesem Fall sind das einfassende Bänder aus Silber.

Also, außer dass jede Säule in einem kupfernen Untersatz steht, wird sie noch mit einem Band aus Silber geschmückt, und außerdem ist oben an ihr ein Haken. An diesen Haken waren Ringe, in die Ringe wurden Balken über die ganze Länge von 100 Ellen gesteckt (selbstverständlich nicht ein einziger Balken), an denen, wie Gardinen, das Netz befestigt wurde.

וְכֵן לִפְאַת צָפוֹן בָּאֹרֶךְ קְלָעִים מֵאָה אֹרֶךְ וְעַמְדּוּ (וְעַמּוּדָיו) עֶשְׂרִים וְאַדְנֵיהֶם עֶשְׂרִים נְחֹשֶׁת וָוֵי הָעַמֻּדִים וַחֲשֻׁקֵיהֶם כָּסֶף׃

wechén lif'át zafón ba'órech kela'ím mé'a órech we'ammudáw esrím we'adnehém esrím nechóschet wawé ha'ammudím wachaschukehém kássef

11 Und ebenso für die nördliche Seite, mache die Länge des Netzes hundert Ellen (wiederum 50 Meter), und auf diese ganze Länge zwanzig Säulen und zwanzig Untersätze, und die Haken und die Einfassung aus Silber.

וְרֹחַב הֶחָצֵר לִפְאַת־יָם קְלָעִים חֲמִשִּׁים אַמָּה עַמֻּדֵיהֶם עֲשָׂרָה וְאַדְנֵיהֶם עֲשָׂרָה׃

weróchaw hechazér lif'at – jám kela'ím chamischím ammá ammudehém assará we'adnehém assará

12 Und die Breite des Hofes zur Seite des Meeres (das heißt zur westlichen Seite) – fünfzig Ellen geflochtenes Netz, in zehn Säulen, in zehn Untersätzen.


וְרֹחַב הֶחָצֵר לִפְאַת קֵדְמָה מִזְרָחָה חֲמִשִּׁים אַמָּה׃

weróchaw hechazér lif'át kédma misrácha chamischím ammá

13 Und die Breite des Zaunes zur östlichen Seite, fünfzig Ellen (das heißt 25 Meter).

Es ergibt sich, dass unser Zaun 50x25 Meter groß ist, aber an der östlichen Seite gleicht die Bauweise des Zaunes nicht seinen übrigen Teilen, weil dort noch ein Eingang sein muss.

וַחֲמֵשׁ עֶשְׂרֵה אַמָּה קְלָעִים לַכָּתֵף עַמֻּדֵיהֶם שְׁלֹשָׁה וְאַדְנֵיהֶם שְׁלֹשָׁה׃

wachamésch esré ammá kela'ím lakkatéf ammudehém scheloschá we'adnehém scheloschá

14 Fünfzehn Ellen geflochtenes Netz an der einen Seite des Zaunes, Säulen drei und Untersätze drei.

וְלַכָּתֵף הַשֵּׁנִית חֲמֵשׁ עֶשְׂרֵה קְלָעִים עַמֻּדֵיהֶם שְׁלֹשָׁה וְאַדְנֵיהֶם שְׁלֹשָׁה׃

welakkatéf haschenít chamésch esré kela'ím ammudehém scheloschá we'adnehém scheloschá

15 Und auch auf der anderen Seite fünfzehn Ellen geflochtenes Netz, drei Säulen und drei Untersätze.

Das heißt, wenn wir auf den Eingang in den Hof schauen, dann sehen wir, dass auf der östlichen Seite des Zauns, rechts und links von den Ecken – je 15 Ellen. Und wie breit ist unser Hof insgesamt? 50 Ellen, richtig? Also bleiben 20 Ellen für die Gestaltung des Eingangs. Und im 16. Vers lesen wir davon, wie er gestaltet sein soll.


וּלְשַׁעַר הֶחָצֵר מָסָךְ עֶשְׂרִים אַמָּה תְּכֵלֶת וְאַרְגָּמָן וְתוֹלַעַת שָׁנִי וְשֵׁשׁ מָשְׁזָר מַעֲשֵׂה רֹקֵם עַמֻּדֵיהֶם אַרְבָּעָה וְאַדְנֵיהֶם אַרְבָּעָה׃

ulschá'ar hechazér massách esrím ammá techélet we'argamán wetolá'at schaní weschésch moschsár ma'assé rokém ammudehém arba'á we'adnehém arba'á

16 Und als Tor des Hofes – ein Behang, zwanzig Ellen lang (oder 10 Meter), aus blauem Stoff und Purpur und scharlachrotem Stoff und Leinen, aus zusammengezwirnten Fäden, ein Werk des Stickers, vier Säulen und vier Untersätze.

Der Behang ist aus denselben Materialien gemacht wie die übrigen Vorhänge, aber mit einem kleinen Unterschied: techélet (blauer Stoff), argamán (Purpur), tolá'at schaní (scharlachroter Stoff), schésch moschsár (Leinenstoff), und hier ist der Unterschied: ma'assé rokém – ein Werk des Stickers. Wenn wir früher (26,31) ma'asse choschéw gelesen haben, das heißt ein Werk des kunstfertigen Handwerkers (Webers), hier – ein Werk des Stickers. In diesem Fall sollen die Verzierungen auf diesem Stoff, auf diesem Behang nicht eingewebt, sondern eingestickt sein. Die Kommentatoren sagen, dass auf ihnen dieselben Keruwim eingestickt sein sollten wie auf den anderen Vorhängen.

Und die Tora wiederholt es uns, gibt eine allgemeine Anweisung:

כָּל־עַמּוּדֵי הֶחָצֵר סָבִיב מְחֻשָּׁקִים כֶּסֶף וָוֵיהֶם כָּסֶף וְאַדְנֵיהֶם נְחֹשֶׁת׃

kol-ammudé hechazér sawíw mechuschakím késsef wawehém kássef we'adnehém nechóschet

17 Alle Säulen des Hofes sind mit einem silbernen Reif verziert, und die Haken aus Silber, und ihre Untersätze – aus Kupfer.

Wir haben noch nicht über das interessante Wort késsef (Silber) gesprochen. Im modernen Hebräisch bedeutet es Geld. Na, und früher wurde Geld ja mit Silber in Verbindung gebracht, daher das Wort Silberliebe, aber das ist nicht die Liebe zum Metall, das ist die Liebe zum Geld. Ein Silberloser – das ist nicht der, der keinen Silberschmuck hat, sondern der, der kein Geld hat. Das Wort késsef ist mit dem Wort lehikassef (leidenschaftlich wünschen) verbunden, begehren, das Gewünschte erhalten. Worin liegt der Kern? An sich braucht niemand Geld. Wenn ihr eine Million, eine Milliarde, eine Billion Dollar habt und euch auf dem Mars, auf einer unbewohnten Insel, im offenen Weltraum befindet, dann werdet ihr mit diesem Geld nichts anfangen. Geld ist ein Werkzeug, um in der Gesellschaft das Gewünschte zu erhalten, es ist ein Potenzial, das sich nicht verwirklicht, ohne dass jemand daran interessiert ist, ohne mit anderen in Wechselwirkung zu treten. Das heißt, man kann sagen, dass késsef das Erhalten des Gewünschten im Zusammenwirken mit anderen ist, die Vereinigung der Kräfte, um das Gewünschte zu erhalten. Wenn einerseits das Geld (genauer gesagt, die Leidenschaft für das Geld) die Menschen trennt, dann sollen sie auf der Ebene von késsef als Streben nach der Verwirklichung des Wunsches gerade für die Vereinigung der Menschen arbeiten. Und darin liegt eine der Bedeutungen des Begriffs késsef.


אֹרֶךְ הֶחָצֵר מֵאָה בָאַמָּה וְרֹחַב חֲמִשִּׁים בַּחֲמִשִּׁים וְקֹמָה חָמֵשׁ אַמּוֹת שֵׁשׁ מָשְׁזָר וְאַדְנֵיהֶם נְחֹשֶׁת׃

órech hechazérDie russische Umschrift hat im zweiten Wort einen g-Laut statt eines h. Nach dem Hebräischen steht hier hechazér („der Hof“), wie in den übrigen Versen. me'á wa'ammá weróchaw chamischím bachamischím wekomá chamésch ammót schesch moschsár we'adnehém nechóschet

18 Die Länge des Hofes – hundert Ellen, und der Raum des Hofes – fünfzig auf fünfzig, und die Höhe der Umzäunung – fünf Ellen, geflochtenes Netz aus sechsfädigem Garn, und die Untersätze aus Kupfer.

Gemeint ist, dass auf dem einen Teil des Hofes der Mischkan steht (obwohl der Bau selbst kleiner ist, aber vorne und hinten und an den Seiten von ihm war freier Raum), und er nimmt eine Fläche von 50x50 Ellen ein, das ist die Hälfte des Hofes. Und der übrige Hof hat ebenfalls eine Fläche von 50x50 Ellen. Den Mischkan soll man im westlichen Teil des Hofes errichten, dann werden Breite und Länge der leeren östlichen Hälfte gleich sein. Das heißt, der Teil, der sich am Eingang befindet, wird 50 x 50 Ellen groß sein.

לְכֹל כְּלֵי הַמִּשְׁכָּן בְּכֹל עֲבֹדָתוֹ וְכָל־יְתֵדֹתָיו וְכָל־יִתְדֹת הֶחָצֵר נְחֹשֶׁת׃ 

lechól kelé hammischkán bechól awodató wechol-jetedótaw wechol-jitdót hechazér nechóschet

19 Und bei allen Gefäßen des Hofes des Mischkan, bei all seinen Arbeiten, und alle seine Pflöcke, jeder Pflock des Hofes ist aus Kupfer gemacht.

Das heißt, wenn wir hier lesen, dass sich das auf den ganzen Mischkan bezieht, dann bezieht es sich dem Sinn nach gerade auf den Hof. Das heißt, das ganze Werkzeug des Mischkan, das für den Hof dient, wird aus Kupfer hergestellt.

Vorsicht: Heiligkeit!

Unser Wochenabschnitt beginnt damit, dass der Höchste Mosche gebietet, mit dem Volk Israel zu reden und ihnen zu sagen: „Nehmt Mir eine Terumá (Spende)“.

Je länger die Menschheit besteht, desto mehr Bedeutungen erhält das Wort mir. Wie versteht ein gewöhnlicher Mensch das Wort mir, wie kann ich es verstehen? Mir – das bedeutet für mich, um meinetwillen. Aber wie kann man dem Höchsten etwas geben, dem ohnehin zweifellos alles gehört? Wozu braucht Er irgendeine Terumá von mir?

Einer der angesehensten Kommentatoren der Tora gibt uns einen Hinweis und sagt: „Mir bedeutet in Meinem Namen“. „Was bedeutet in Meinem Namen?“, werdet ihr fragen. In Meinem Namen – bedeutet um Meines Namens willen, um des Dienstes für Mich willen. Das heißt, wir geben diese Spende um der Heiligkeit des Höchsten willen mit reinem Herzen und für das Heilige, für den Bau einer Wohnung für den Höchsten. Darüber, was diese Wohnung ist und welche Bedeutung das für uns hat, werden wir noch sprechen. Aber das grundlegende Verständnis, das Wichtigste, was in diesen Worten ist: in Meinem Namen – das ist um der Heiligkeit des Höchsten willen. Das heißt, wir geben die Spende in Heiligkeit, mit völlig aufrichtigem Herzen, „jeder, wie sein Herz es ihm gibt“. Das ist sehr wichtig – nach dem Herzen zu geben, nicht aus dem Wunsch, sich vor jemandem zu zeigen, nicht mit dem Mund, nicht damit die Leute Gutes über uns sagen, oder nicht damit die Leute nicht schlecht über uns denken, sondern aufrichtig aus Liebe zum Höchsten diese Spenden zu geben.

Wir wissen, dass heute in der Kirche viele Pastoren von Spenden leben. Und das ist richtig, denn sie sind Diener des Heiligen. Aber das hat auch eine andere Seite. Jeder, der Terumá isst, der Geopfertes nicht in Heiligkeit isst, wird des Todes sterben. Das heißt, man muss mit diesen Spenden mit der gebührenden Heiligkeit umgehen. Sie müssen nicht nur in Heiligkeit gegeben, sondern auch in Heiligkeit angenommen werden. Und die Rechenschaft, die gefordert wird, ist sehr groß. Heute ist natürlich dank der Gnade jenes System von Strafen nicht in Kraft, das von der Tora vorgesehen ist, aber der Ernst selbst im Umgang mit dem Geopferten muss spürbar sein.

Ein anderer Aspekt dieses Satzes, mit dem unser Wochenabschnitt beginnt, ist das Wort nehmt. Was bedeutet: nehmt Mir eine Spende? Warum ist nicht gesagt: „Gebt Mir eine Spende“? Wir leben in dieser Welt, wir nehmen oft etwas, wir bemühen uns, etwas anzusammeln, und jeder will eine möglichst hohe Zahl auf seinem Bankkonto sehen. Wir wollen unser Haus voll mit allerlei Gütern sehen, und das ist alles wunderbar und gut. Aber wir müssen dabei daran denken, dass, obwohl es keine Sünde ist, dass wir hier etwas haben, ein gutes Leben, ein komfortables Leben für den Dienst, in der Ewigkeit wirklich das unser sein wird, was wir anderen gegeben haben, was wir für das Heilige gespendet haben.

Und wir sehen ein Beispiel dafür bei Jeschua, der zu dem jungen Pharisäer spricht, der zu Ihm gekommen war. (Wisst ihr, über diesen jungen Mann wird oft gesprochen, er ist buchstäblich sprichwörtlich geworden. Über ihn sagt man: „Was für ein schlechter junger Mann.“ Und er ist in vielen Predigten zu einem schlechten Beispiel geworden). Also, dieser junge Mann, der reich war, kam zu Jeschua und fragte Ihn: „Was soll ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Ich würde wollen, dass meine Kinder gerade diese Frage suchen. Der junge Mann fragte nicht, wie man eine Million verdient. Der junge Mann fragte nicht, wie man noch reicher wird? Der junge Mann kam zum Lehrer und stellte Ihm die Frage, von der wir alle leben, die wichtigste Frage im Leben: „Wie erhält man das ewige Leben?“ Jeschua sagte ihm, dass in Wahrheit nur das, was du hergibst, nur dort, wo du deinen Schatz hinlegst, dort auch dein Herz sein wird. Der junge Mann strauchelte daran. Und natürlich kann man ihn dafür verurteilen. Aber wenn wir in unser Herz schauen, wie wir handeln würden: ob wir alle bereit sind, alles herzugeben, um das ewige Leben zu erben, dann wird vielleicht für viele von uns die Antwort auf diese Frage nicht so offensichtlich sein. Wir lieben oft unseren Besitz, es gibt viele Dinge, von denen wir uns ungern trennen würden.

Also, es ist nichts Schlechtes daran, reich zu leben, würdig zu leben, mit Komfort zu leben. Aber wir müssen daran denken, dass dieser Komfort der Komfort unseres vorübergehenden Lebens hier ist, und wir dürfen nicht vergessen, für den Komfort unseres Lebens in der Ewigkeit zu sorgen. Nehmt Mir eine Terumá – das bedeutet, dass wir in Wahrheit nur das mit in die Ewigkeit nehmen werden, was wir anderen gegeben haben, für die heilige Sache gegeben haben. Nicht einfach verschleudert, das bedeutet nicht, dass man einfach auf die Straße gehen und Geld verstreuen muss. Und es gibt einen solchen Ausspruch der Weisen: „Die Münze mit dem Almosen soll in deiner Hand schwitzen“, das heißt, beeile dich nicht, sie herzugeben. Auch darin braucht es keine Eile, alles muss man in Heiligkeit vollbringen. Aber das, was wir in Heiligkeit hergegeben haben, das bleibt für immer bei uns.

Wir sehen in unserem Wochenabschnitt sehr viele Maße. Gott gibt Maße für verschiedene Stoffbahnen, für die Truhe – im russischen Text übersetzt man dieses Wort als Lade. Lade ist so ein erhabenes Wort, der hebräische Text aber verwendet das einfache Wort Truhe – das ist einfach eine Truhe, in der man bestimmte Dinge trägt (über diese Truhe werden wir noch sprechen). Aber der Höchste gibt Maße für alle Dinge. Und bei vielen ruft auch das eine Frage hervor: „Warum befasst sich der Allmächtige, Erhabene, transzendentale, unbegreifliche Gott mit solchen Kleinigkeiten?“ Aber wenn wir uns ansehen, wie unser Universum eingerichtet ist, wie in ihrer Gesamtheit alle möglichen Organismen, alle möglichen kleinen Elemente in diesem Universum nebeneinander existieren, werden wir sehen, dass, wenn wir irgendein kleines, unbedeutendes Steinchen aus diesem Universum herausnehmen, wenn wir eine der Konstanten, der Konstanten in der Physik, um ein Tausendstel verschieben, wir sehen werden, dass das Universum aufhört zu existieren. Das ganze Universum, alles Leben ist möglich dank genauester Daten, die der Höchste in dieses Universum hineingelegt hat. Auf dieser Genauigkeit beruht das Leben. Und umso mehr, wenn es um das Zelt der Begegnung geht, um das Werkzeug der Verbindung zwischen dem Menschen und dem Höchsten. Stellt euch nur vor, was für ein hohes Ziel dieses Werkzeug hat. Und deshalb sagt uns der Höchste genaue Maße. Es geht hier gleichsam nicht um die Genauigkeit der Maße, sondern darum, dass das Halten der Gebote und der Dienst für den Höchsten gewissenhaft, genau bis ins Kleinste vollzogen werden müssen. Wir können sagen: „Und hier haben wir eine Ecke abgeschnitten, hier haben wir etwas gekürzt.“ Aber nein, der Höchste bemisst Seine Gebote auf den Millimeter genau. Der Talmud sagt: „Der Höchste wacht über die Gerechten und fordert von den Gerechten Rechenschaft bis auf ein Haar.“ Das heißt, es genügt, um ein Haar vom Kurs abzuweichen, und du bist schon nicht mehr dort, wohin du gehst. Und durch die Gnade des Höchsten bringt uns die Umkehr auf den Kurs zurück, aber eine Abweichung um ein Haar – das ist schon eine Abweichung. Man muss sehr aufmerksam mit sich umgehen.

Ein sehr wichtiges Element des Tempels ist der Vorhang (paróchet). Im heutigen messianischen Umfeld sagt man gern, dass das Wort paróchet von der semitischen Wurzel pe-resch-kaf herkommt, die zerdrücken, zusammenpressen, zerbrechen bedeutet. Und tatsächlich gibt es eine solche Wurzel, aber das Wort paróchet hat eine ältere Bedeutung, es ist viel älter als die moderne Sprache der Mischna und sogar als die Sprache des Tanach. Es kommt von einer akkadischen Wurzel, ebenfalls pe-resch-kaf, die schließen, verbergen, verhüllen bedeutet: Hüllen, die das Allerheiligste verhüllen.

Der Hebräerbrief sagt, dass Jeschua uns das Allerheiligste durch den Vorhang offenbart hat, das heißt durch Seinen Leib. Es geht darum, dass (nach der jüdischen Mystik, nach den jüdischen Vorstellungen von der Weltordnung) unser Leib, überhaupt die materielle Welt, ein Vorhang ist, der den Höchsten verhüllt. Die Besonderheit Jeschuas, Sein Unterschied sowohl zu den Engeln als auch zu jedem anderen Wesen im Universum, besteht darin, dass Er uns das Göttliche durch Seinen Vorhang offenbart hat. Wie Er selbst über Sich sagte: „Wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen.“ Und es geht nicht nur darum, sondern darum, dass auch auf uns ein solches Gebot liegt: Auch wir müssen durch unseren Vorhang den Schöpfer offenbaren.

Der Hebräerbrief sagt, dass wir eine Hoffnung haben wie einen Anker, der im Allerheiligsten festgehakt ist. Das heißt, stellt euch vor, dass unsere Seele ein Schiff ist, das sich mit seinem Anker am Allerheiligsten festgehakt hat. Und wir ziehen uns hin, rudern, rudern zu diesem Allerheiligsten, heben unsere Seele auf eine höhere und höhere Ebene, wachsen heran und nähern uns der Offenbarung des Höchsten in uns. Das ist nicht das, was wir schon haben, das ist das, was wir haben werden. Im Talmud sagt Rabbi Jochanan, dass es drei Kronen gibt: die Krone um den Altar, die Krone um den Tisch und die Krone um die Lade. Die Krone um den Altar nahm Aharon, die Krone um den Tisch nahm David (wir erinnern uns an die Brote), die Krone um die Lade – sie ist allen zugänglich, wer will, der kommt und nimmt sie. Das ist ein großes Geheimnis. Wir können, da wir diesen Anker im Allerheiligsten haben, uns erheben und aufsteigen, damit sich in unserem Leib, wie im Zelt der Begegnung, durch unseren Vorhang, durch den Vorhang unseres Leibes, das Allerheiligste offenbart. In diesem Sinn symbolisiert der Leib den Vorhang im Tempel. Nicht nur der Leib des Maschiach, sondern auch unser Leib muss so sein.

Der Autor des Hebräerbriefes spricht offensichtlich nicht vom Zerreißen des Vorhangs, denn im 9. Kapitel spricht er gerade vom Eintreten hinter den Vorhang. Das heißt, unsere Seele steigt hinter dem eigenen Vorhang nach oben und holt das Allerheiligste auf die Erde in sich herab. Und das ist, wie jede Erscheinung in dieser Welt, ein zweischneidiges Schwert. Derselbe Talmud sagt, dass das Wort ser (Krone) manchmal wie das Wort sar (fremd) geschrieben wird. Der Talmud sagt: „Wenn ein Mensch würdig geworden ist, wird es ihm zur Krone, wenn er nicht würdig geworden ist, wird er entfremdet, wird davon abgeschnitten.“ Stellt euch vor, wie furchtbar das ist, was mit uns geschehen kann, wenn wir uns dem Allerheiligsten unwürdig nähern, wenn wir verkünden, dass wir heilig sind, in Wirklichkeit aber nicht heilig sind.

Wieder sehen wir in unserem Wochenabschnitt, dass der Höchste befiehlt, die Lade innen und außen mit Gold zu überziehen. Warum ist die Lade nicht aus reinem Gold gemacht? Das wäre prächtig, des Königs der Könige würdig. Gold ist ein wunderbares Material, aber es hat einen Mangel: Gold kann nicht wachsen. Holz wächst seiner Natur nach.Das russische Wort für „Holz“ bedeutet zugleich „Baum“. Deshalb kann der Autor sagen, dass Holz wächst; im Deutschen klingt das ungewohnter als im Original. Holz wird von jener Materie genommen, die die Eigenschaft des Wachstums besaß, und deshalb ist in uns, in jeden, wie in die Lade, die Eigenschaft des Wachstums hineingelegt. Und der Überzug mit Gold sowohl innen als auch außen – wozu ist er da? Außen ist verständlich, außen schauen alle hin. Aber wozu innen überziehen? Deshalb sagt der Talmud, dass jeder Schüler, dessen innerer Zustand nicht dem äußeren entspricht, kein Schüler ist. Wir können Heiligkeit verkünden, so viel wir wollen, zur Schau irgendwelche guten Taten tun, aber wenn unser Inneres dem widerspricht, dann sind wir unwürdige Schüler. Deshalb wird die Lade außen und innen mit Gold überzogen und hat ein Wachstumspotenzial.

Und genauso ist es mit dem Vorhang, der unser Leib ist: Unser inneres Allerheiligstes wächst heran wie ein Baum und kann das Allerheiligste erreichen, auf die Erde herabholen. Aber das darf nicht einfach verkündet, einfach gesagt werden, dass wir eben heilig sind, weil Gott Seinen Sohn gesandt hat und Sein Sohn für uns gestorben ist. Heiligkeit ist ein Potenzial, das ist das, was sich in uns offenbaren muss. Wie es sich in uns offenbaren wird, das hängt von uns ab. Und genauso: Wie viel Licht wir zeigen, wie viel Finsternis in uns ist, die das Licht daran hindert, sich zu offenbaren – auch das hängt von uns ab. Aber groß ist die Gefahr, Lügner zu sein, mit einem unreinen Herzen in das Allerheiligste einzutreten.

Und wieder kommentiert der Talmud den Satz (den allerersten Anfang des Wochenabschnitts Mischpatim): „Dies ist die Tora, die Mosche vor die Söhne Israels legte.“ Wir haben schon über das Wort sam (vom Verb lassím, legen) gesprochen, dass Mosche wie ein Kellner den Juden die Tora anbietet, Mosche dient den Juden, legt die Tora vor sie hin. Der Mensch kann sie nehmen oder nicht nehmen. Der Talmud sagt, dass das Wort sam gleichsam auch Arznei, Mittel, Elixier ist. „Wenn der Mensch würdig geworden ist“, sagt der Talmud, „dann bedeutet das, er hat das Elixier des Lebens erhalten, wenn er nicht würdig geworden ist, hat er das Elixier des Todes erhalten – Gift, wie lebendiges und totes Wasser.“

Was bedeutet würdig geworden in diesem Fall? Das Wort würdig geworden (sachá) kommt vom Wort Durchsichtigkeit: Der Mensch muss durchsichtig werden wie ein Kristall, das heißt sich von jeder Finsternis in sich befreien, um der Krone würdig zu sein, würdig, in das Allerheiligste einzutreten. Und deshalb spricht der Autor des Hebräerbriefes von der Hoffnung, und wir rudern zum Allerheiligsten, nachdem wir dort den Anker geworfen haben.

Das Wort rudern heißt auf Hebräisch lachtór. Dieses Wort wird seit Langem als Metapher für den Ausdruck Streben nach etwas verwendet. Auf Hebräisch sagt man: „Ani chotér le“ – „Ich strebe nach etwas“. Ich erinnere mich, wie meine Frau, die in Israel geboren wurde und für die Russisch nicht die Muttersprache ist, im Gespräch mit einem Bruder zu ihm sagte: „Ich verstehe, wohin du ruderst.“ Aber er selbst verstand nicht, wohin er rudert, denn das ist ein hebräischer Ausdruck, er existiert im Hebräischen seit Langem und ist in die heutige Umgangssprache eingegangen. Der Autor des Hebräerbriefes sagt, dass wir zum Allerheiligsten rudern und einen Anker haben, der dorthin geworfen ist, da wir eine Verbindung mit dem Maschiach haben, der mit Blut dorthin eingegangen ist. Wenn wir rudern, wenn wir wachsen wie das Holz in der Lade, ist es sehr wichtig, dass unser Inneres unserem Äußeren entspricht, dass wir nicht nur unser Wachstum verkünden, nicht nur über die eigene Heiligkeit reden, denn ein Mensch, dessen Inneres nicht dem Äußeren entspricht, wird widerwärtig genannt. Der Talmud verwendet, gestützt auf das Buch Hiob, das Wort nit'áw – abscheulich. Und ebenso, nebenbei bemerkt, wird im Buch Mischle gesagt, dass „der Tor (ksíl) Weisheit erwerben will, aber ein Herz hat er nicht“. Worum geht es? Darum, was nötig ist, um in der Tora voranzukommen. Vor der Weisheit ist Gottesfurcht nötig. Die Grundlage der Weisheit ist die Gottesfurcht. Wenn wir uns nicht mit eben dieser Gottesfurcht bewegen, wenn wir Spenden nicht in Heiligkeit geben, Spenden nicht in Heiligkeit annehmen, nicht in Heiligkeit lernen und nicht in Heiligkeit lehren, dann wehe uns.

Aber darin liegt auch Gnade. Wieder raten die Weisen und sagen: „Der Mensch soll die Tora nicht im Namen des Höchsten lernen, denn dadurch wird er zum Lernen im Namen des Höchsten kommen.“ Uns ist gegeben zu wachsen. Man tötet uns nicht sofort für die kleinste Lüge, die sich in uns offenbart, denn sonst hätten wir gar kein Leben. Es gibt die Gnade des Höchsten uns gegenüber, und wir müssen das als Gnade annehmen. Und wir können wachsen, heranwachsen und dieses Innere in etwas dem Äußeren Ähnliches verwandeln, damit wir vor dem Höchsten nicht abscheulich sind, damit wir Ihn nicht betrüben, damit wir den Menschen leuchten, damit wir die Menschen die Tora lehren, die Menschen in Reinheit und Heiligkeit zum Höchsten führen.

Gebe Gott uns, diese Mission zu erfüllen und vor Ihn zu treten, damit Er mit uns zufrieden ist und damit Seine Gnade, die unendliche Gnade, sich über uns offenbart, denn wenn man sich der Heiligkeit nähert, kann man nur auf Gnade rechnen.

Die Gnade des Höchsten sei mit euch, und Gott möge uns alle der Heiligkeit näherbringen in Furcht und Zittern und in der gewaltigen, unendlichen Liebe des Höchsten zu uns. Und möge auch unsere Liebe sich entfalten und zum Höchsten hin wachsen.

Wir bauten, bauten

In unserem Wochenabschnitt gibt der Höchste Israel den Befehl zum Bau des Tempels. Das ist so ein tragbarer Tempel für die Wüste, eigentlich ein Zelt. Und die Weisen stellen sich die Frage: Wann genau wurde dieser Befehl gegeben? Das Buch Sohar sagt, dass der Befehl gleich nach der Gabe der Tora gegeben wurde, das heißt, das geschah noch vor der Sünde des goldenen Kalbes. Die zweite Meinung äußert der mittelalterliche Kommentator Raschi, der sagt, dass das Gebot am Versöhnungstag gegeben wurde, das heißt nach der Sünde des goldenen Kalbes. Es gibt noch eine dritte Meinung, vertreten von Nachmanides, dass Mosche dieses Gebot empfing vor der Sünde des goldenen Kalbes, es dem Volk aber gab erst danach. Nachmanides sagt, dass das geschah, weil Gott dem Volk vergab, ihm die zweiten Tafeln gab und mit dem Volk einen neuen Bund schloss. Und das Volk kehrte zu einem normalen Leben und zu guten Beziehungen mit Gott zurück. Und da verstand Mosche, dass die göttliche Gegenwart inmitten des Volkes sein wird, und deshalb befahl er ihnen, das Zelt der Begegnung zu machen, wie es ihm anfangs aufgetragen worden war.

Wenn wir über diese drei Meinungen nachdenken, dann können wir sie mit drei Zuständen Israels vergleichen, mit drei Zuständen des gläubigen Menschen. Nach der ersten Meinung (nach der dieses Gebot gleich nach der Gabe der Tora gegeben wurde) waren alle Juden Gerechte. Nach der zweiten Meinung (dass es nach Jom Kippur gegeben wurde) ergibt sich, dass die Juden im Zustand der Reue waren. Und nach der dritten Meinung wurde das Gebot gegeben, als die Juden noch im Zustand von Sündern waren.

Wenn ein gläubiger Mensch sich auf der höchsten Stufe befindet, wenn er gerecht ist, kann er denken, dass er in der physischen Welt nichts mehr braucht. Die Gerechtigkeit gibt ihm eine gewisse Gnade, und es scheint ihm, dass man in der Welt nichts mehr tun muss, dass keine physischen Handlungen nötig sind. Aber für ihn erklingt das Gebot aus dem 25. Kapitel des Buches Schemot: „Sie werden Mir ein Heiligtum errichten, und Ich werde bei ihnen wohnen“, das heißt, selbst ein absoluter Gerechter muss physische Gegenstände in die Hand nehmen und eine physische Wohnung für Gott machen.

Was geschieht mit einem Menschen, der bereut? Es kann ihm scheinen, dass all sein Unglück von dieser physischen Welt kommt, dass diese Welt die Quelle seines Falls ist, und vor dieser Welt möchte er so weit wie möglich fliehen, um nicht zu scheitern, um nicht wieder zu fallen. Aber auch einem solchen gläubigen Menschen und einem solchen Juden sagt man, dass er den Mischkan bauen muss.

Die dritte Art Mensch, die dritte Art Zustand – der Zustand der Sünder. Das ist der Zustand eines Menschen, der den Bund verkündet hat, aber nur mit dem Mund, und dem Bund nicht folgt. Der Höchste sagt zu einem solchen Menschen (im Psalm 50,16): „Du sprichst von Meinen Gesetzen. Wozu nimmst du Mein Bündnis in deinen Mund?“ Das heißt, der Höchste erhebt eine Anklage gegen den Menschen und richtet im Psalm diese Worte an den Frevler. Aber selbst die Sünde des goldenen Kalbes hebt die Notwendigkeit nicht auf, den Tempel zu bauen. Man kann sich die Frage stellen: Wie kann es sein, dass ein Frevler, ein Gottloser einen Tempel baut? Und dazu führt der Talmud einen solchen bildhaften Ausspruch des Höchsten an: „Sollen sie Mich auch verlassen, wenn sie nur die Tora bewahren.“ Das heißt, solange der Mensch die Tora lernt, solange er in das Wort Gottes vertieft ist, sei es auch heuchlerisch, kann dieses Licht der Tora den Menschen auf den Weg der Heiligkeit zurückbringen. Deshalb gilt auch auf dieser Ebene das Gebot über die Notwendigkeit des Baus des Heiligtums.

Und deshalb können wir sagen, dass alle drei Meinungen eine gewisse geistliche Grundlage haben. Und eine der Bestimmungen des Zeltes der Begegnung ist es, die Menschen zu vereinen, das ganze Volk zu vereinen. Man kann es so sagen, dass Israel, das aus Ägypten auszog, kein gemeinsames Symbol hatte. Und beim Geben eines solchen Symbols wählte der Höchste, dass es nicht irgendein starkes Tier sein sollte. Zu einem solchen Symbol sollte Er Selbst werden, das Haus Seiner Wohnung.

Diese tragbare Lade des Bundes nannten einige Kommentatoren „tragbare Heimat“, eine Heimat, die immer mit dem Volk Israel ist. Die wahre Staatlichkeit Israels, das wahre Königreich Israels besteht gerade im Zelt der Begegnung. Das heißt, wenn das Volk geeint ist und in dieser Einheit nach Heiligkeit strebt, wenn der Mischkan errichtet ist und in Betrieb ist und der Höchste im Zelt der Begegnung wohnt, dann existiert wahrhaft das Königreich Israels. Vielleicht hat gerade davon Jeschua gesprochen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Über uns herrscht der Höchste, und obwohl wir in dieser Welt leben, müssen wir alle Angelegenheiten unserer Welt auf den Höchsten hin ausrichten. Der König befiehlt uns, in dieser Welt zu handeln, wir müssen diese Welt Ihm unterwerfen, aber Sein Reich ist nicht von dieser Welt. Gerade als Herrscher über diese Welt befindet sich der König Selbst nicht in dieser Welt. Und das ist das Prinzip des Handelns, das Prinzip dessen, worauf das Zelt der Begegnung besteht, und dazu ist die Gemeinde der gläubigen Menschen berufen. Das heißt, das ist eine praktische Aufgabe für jeden gläubigen Menschen.

Haftara. 1 Melachim 5,26–6,13

Unser Wochenabschnitt Teruma erzählt davon, wie Mosche auf Befehl des Höchsten mit der Errichtung des Zeltes der Begegnung in der Wüste begann. Und zusammen mit unserem Wochenabschnitt wird ein Abschnitt gelesen, der davon erzählt, wie König Schlomo den Tempel baute. Wir werden aus dem ersten Buch Melachim lesen, von Vers 26 des 5. Kapitels bis Vers 13 des 6. Kapitels. Aber bevor wir zu lesen beginnen, ist eine gewisse historische Vorbemerkung nötig.

Also, wie der Höchste es auch versprochen hatte, ist Schlomo mit Weisheit begabt. Der Ruhm seiner Weisheit verbreitet sich über die ganze Welt, und mit welchem der Weisen man ihn auch vergleicht, Schlomo erweist sich als weiser. Die Gerüchte, dass der Sohn Davids den Thron bestiegen hat und dass er weise und groß ist, gelangen zum König von Zor (im Grunde kein so weit entfernter Nachbar, das ist der heutige Libanon) namens Chiram. Chiram sendet eine Delegation zu Schlomo, um freundschaftliche Beziehungen aufzunehmen, und Schlomo bietet ihm Zusammenarbeit an. Schlomo sendet ebenfalls eine Delegation zu Chiram und sagt ihm: „Du weißt ja, dass David, mein Vater, so sehr den Tempel bauen wollte, aber wegen der Kriegshandlungen konnte er das nicht tun. Und jetzt habe ich vor, ein Haus für den HERRN zu bauen. Du als König eines Landes, das sich mit Holzlieferungen befasst, als König der waldreichsten Gegend im Umkreis, befiehl, für mich Zedern vom Lewanon zu schlagen, und meine Knechte werden mit deinen Knechten sein, und ich werde dir den Lohn für deine Knechte geben, den du festsetzt, denn du weißt, dass wir niemanden haben, der Bäume zu fällen verstünde wie die Zidonier.“ Nun, tatsächlich gibt es in Israel, das sich nicht durch Waldreichtum auszeichnet, keine große Zahl von Holzfällern, von professionellen Holzfällern, wie sollte man sich da mit den Zidoniern messen. König Chiram, der König von Zor, hört davon, freut sich sehr, und er sagt: „Ich werde meinen Arbeitern befehlen, Holz zu schlagen und es auf Flößen zu flößen (das ist im Prinzip die Art, auf die auch heute noch Holz geflößt wird), wohin du sagst. Du wirst es dort abholen, und mir wirst du nur Lebensmittel für mein Haus geben.“ Und Schlomo gab, muss man sagen, großzügig Lebensmittel für das Haus Chirams. Wir lesen (5,25), dass Schlomo 20 Tausend Kor (1 Kor = 100 Omer), 20 Tausend Maß Weizen gab; das ist wie der Weizen von zweitausend Quadratmetern, eine riesige Menge Weizen. Und noch 20 Kor Öl, das heißt 4400 Liter Olivenöl jedes Jahr, solche jährlichen Lieferungen waren das. Schlomo gab praktisch ein Drittel dessen, was er selbst für sein Haus einsammelte. Ziemlich lange hielt dieses Bündnis, bis in Israel Probleme mit den Lebensmitteln begannen und Schlomo dabei nicht mehr standhalten konnte. So ein Bündnis war das also zwischen ihnen, und das ist die Vorgeschichte, und jetzt können wir beginnen, den prophetischen Abschnitt zu lesen.

וַיהוָה נָתַן חָכְמָה לִשְׁלֹמֹה כַּאֲשֶׁר דִּבֶּר־לוֹ וַיְהִי שָׁלֹם בֵּין חִירָם וּבֵין שְׁלֹמֹה וַיִּכְרְתוּ בְרִית שְׁנֵיהֶם׃

wadonáj natán chochmá lischlomó ka'aschér dibber-ló wajhi schalóm ben chirám uwén schelomó wajichretú werít schenehém

26 Und der HERR begabte Schlomo mit Weisheit, wie es ihm auch versprochen worden war, und es war Frieden zwischen Chiram und Schlomo, und sie schlossen einen Bund miteinander.

Vielleicht war das so ein Handelsvertrag. Einige Kommentatoren sagen, dass Schlomo die Tochter Chirams heiratete. Darüber gibt es viele verschiedene Midraschim, Überlieferungen, aber man kann sagen, dass der einfache Sinn des Tanach davon spricht, dass sie sich eng befreundeten.

וַיַּעַל הַמֶּלֶךְ שְׁלֹמֹה מַס מִכָּל־יִשְׂרָאֵל וַיְהִי הַמַּס שְׁלֹשִׁים אֶלֶף אִישׁ׃

wajá'al hammélech schelomó mas mikkol-jisraél wajhi hammas scheloschím élef isch

27 Und König Schlomo legte dem ganzen Volk Israel einen Frondienst auf, und dieser Frondienst betrug 30 Tausend Mann.

Das Volk musste 30 Tausend Mann stellen. Obwohl Chiram die Dienste israelitischer Arbeiter höflich abgelehnt hatte, schickt Schlomo dennoch (und keine geringe Zahl) Arbeiter in den Libanon. Vielleicht, weil er nicht ausschließlich von den Geschenken des Königs von Zor abhängig sein will, vielleicht aus irgendwelchen anderen, nur ihm bekannten Gründen, aber die Großzügigkeit Chirams, der sagte: „Ich mache alles selbst“, passt Schlomo nicht.

וַיִּשְׁלָחֵם לְבָנוֹנָה עֲשֶׂרֶת אֲלָפִים בַּחֹדֶשׁ חֲלִיפוֹת חֹדֶשׁ יִהְיוּ בַלְּבָנוֹן שְׁנַיִם חֳדָשִׁים בְּבֵיתוֹ וַאֲדֹנִירָם עַל־הַמַּס׃

wajischlachém lewanóna asséret alafím bachódesch chalifót chódesch jihju wallewanón schenajim chodaschím bewetó wa'adonirám al-hammas

28 Und er sandte sie in den Libanon, zehntausend im Monat abwechselnd: Jeder von ihnen war einen Monat im Libanon und zwei Monate zu Hause. Adoniram wachte über die richtige Einhaltung des Frondienstes.

Das heißt, diese Leute arbeiteten im Schichtbetrieb, nach dem Prinzip: einen Monat arbeiten wir – zwei sitzen wir zu Hause, 10 Tausend wurden in den Libanon geschickt, 20 Tausend waren in Reserve, so wechselten sie sich ab. Adoniram – das ist der Name eines Menschen, er leitete diese ganze Wirtschaft. Adoniram ben Awda, ein Mann, der für die Steuern zuständig war, sowohl unter König David als auch unter Schlomo und unter seinem Sohn Rechawam. In der jüdischen Überlieferung gibt es einen Streit, ob er Israelit oder Kanaaniter war. Warum entsteht ein solcher Zweifel? Weil es das System des Frondienstes selbst vor David in Israel nicht gab, und es gibt so eine Idee, dass David, als er einen Frondienst organisieren musste, einen kanaanäischen Fachmann heranzog. Aber es gibt auch eine andere Meinung: Es ist durchaus möglich, wie bei Lomonossow, „eigene Platone und flinken Verstandes Neftone (Newtons)“, das heißt eigene Fachleute konnte auch Israel hervorbringen, und deshalb konnte Adoniram durchaus auch Israelit sein. Nach dem Tod König Schlomos führte sein Sohn Rechawam Verhandlungen mit den nördlichen Stämmen, mit dem Königreich Israel (das noch nicht das Königreich Israel geworden war), und das Volk forderte, dass die Steuern gesenkt würden. Rechawam weigerte sich, die Steuern zu senken, und da alle diese Verhandlungen über Adoniram liefen, wurde er von einer empörten Volksmenge getötet. So ist das Schicksal dieses Menschen.

Hier lesen wir davon, dass er die Arbeiter leitete, die den Frondienst ableisteten, das heißt, er leitete ein ziemlich großes Projekt. Aber es hat sich so ergeben, dass Adoniram, vielleicht deshalb, weil jemand den Tanach nicht sehr gut liest, oder vielleicht deshalb, weil jemand die Mythologie sehr liebt, auch außerhalb der Bibel in die Geschichte einging und zu einer Autorität bei so erstaunlichen Leuten wie den Freimaurern wurde. Die Freimaurer meinen, dass Adoniram an den Ursprüngen ihrer Bewegung stand. Sie sagen, dass er der Sohn einer gewissen Frau war, einer Witwe aus dem Geschlecht der Nefilím (also stellt euch vor, aus dem Geschlecht ebenjener Riesen!), und oft nannten die Freimaurer selbst sich „Kinder der Witwe“. Und gerade Adoniram als großer Meister, als erstaunlicher Kenner aller Künste und der Architektur, war mit dem Bau des Tempels beschäftigt. Nur ein solcher Mensch konnte ihn machen, denn der Tempel ist ein Mikromodell der Welt, und sein Architekt muss in alle, alle Geheimnisse des Weltgebäudes eingeweiht sein. Die Freimaurer erzählen, dass Adoniram alle Arbeiter in drei Grade der Initiation, drei Stufen der Einweihung einteilte. Auf der untersten – die Lehrlinge, etwas höher – die Gesellen und weiter – die Meister. Und jeder von ihnen erhielt seinen Lohn entsprechend seiner Gilde, entsprechend seinem Rang. Um den Lohn zu erhalten, der seinem Rang zustand, musste man die Worte des Passworts sagen, und die Worte des Passworts waren „Jachin, Bo'as, HaSchem“. Jachin und Bo'as – das sind die kupfernen Säulen, die Schlomo am Eingang des Tempels aufstellte, und HaSchem – nun, das ist klar, das ist der Name des HERRN. Es wird erzählt, dass die Arbeiter, geleitet von Neid, Unwissenheit, Heuchelei, im Versuch, das Passwort der allerobersten Gilde herauszupressen, eine Intrige spannen und Adoniram töteten, er starb den Märtyrertod. Getötet hat man ihn entweder mit einem Zirkel oder mit einem Hammer – kurz, mit etwas von jenen Gegenständen, die heute Symbole der Freimaurerbewegung sind. Aber er ist auferstanden, und eigentlich beginnt damit, so seltsam es ist, die freimaurerische Mythologie.

Das war eine kleine Ecke der Geschichte der Freimaurerei zur Erweiterung des Horizonts und zum Verständnis dessen, wie weit man gehen kann, wenn man sich für biblische Gestalten Biografien ausdenkt. Höchstwahrscheinlich hat das keinerlei Bezug zur wahren Biografie Adonirams – nichts von dem, was die Freimaurer erzählen. Na, wie denn auch: Da wird ein Mensch erwähnt, und über seine Biografie ist wenig gesagt, und man kann irgendeine bequeme Mythologie an die Biografie dieses Menschen ankleben. Ähnliche mythologische Kunststücke wurden mit Malki-Zedek, Chanoch, Jitro und mit vielen anderen gemacht, und jedes Mal wird daraus eine eigene Sekte und eine eigene Geschichte.

וַיְהִי לִשְׁלֹמֹה שִׁבְעִים אֶלֶף נֹשֵׂא סַבָּל וּשְׁמֹנִים אֶלֶף חֹצֵב בָּהָר׃

wajhi lischlomó schiw'ím élef nossé sabbál uschmoním élef chozéw bahár

29 Und Schlomo hatte noch 70 Tausend Lastträger und 80 Tausend Steinhauer, die in den Bergen die Steine behauten.

לְבַד מִשָּׂרֵי הַנִּצָּבִים לִשְׁלֹמֹה אֲשֶׁר עַל־הַמְּלָאכָה שְׁלֹשֶׁת אֲלָפִים וּשְׁלֹשׁ מֵאוֹת הָרֹדִים בָּעָם הָעֹשִׂים בַּמְּלָאכָה׃

lewád missaré hannizzawím lischlomó aschér al-hammelachá scheloschét alafím uschlósch meót harodím ba'ám ha'ossím bammelachá

30 Und all das, ohne die 3 300 Vorsteher zu zählen, die Schlomo eingesetzt hatte, um über die Arbeit zu wachen und das Volk, das diese Arbeiten verrichtete, mit harter Hand zu regieren.

Im Wort harodím (mit harter Hand) wird die Wurzel Resch-Dalet-He verwendet, die hart herrschen, tyrannisieren bedeutet; von derselben Wurzel kommt auch das Wort rodán (Diktator). Das heißt, über diesen 70 Tausend Trägern und 80 Tausend Steinmetzen, über diesen 150 Tausend Werktätigen standen noch 3300 Aufseher, die hart über die Ordnung wachten. Hier muss man innehalten und Zeit finden, sich zu wundern: 150 Tausend Menschen auf der Baustelle – das ist ein riesiges Projekt. In der Sowjetunion, auf dem Höhepunkt des Baus der Baikal-Amur-Magistrale im Jahr 1938, viele Jahrhunderte später, arbeiteten ebenfalls 150 Tausend Häftlinge. So oder so ist der Bau des Tempels ein grandioses Projekt, das dem Volk offenbar nicht gerade leicht fiel.

וַיְצַו הַמֶּלֶךְ וַיַּסִּעוּ אֲבָנִים גְּדֹלוֹת אֲבָנִים יְקָרוֹת לְיַסֵּד הַבָּיִת אַבְנֵי גָזִית׃

wajzáw hammélech wajassiú awaním gedolót awaním jekarót lejasséd habbájit awné gasít

31 Und der König gebot, und man brachte große Steine, kostbare Steine, um mit behauenen Steinen das Fundament des Hauses zu legen.

וַיִּפְסְלוּ בֹּנֵי שְׁלֹמֹה וּבֹנֵי חִירוֹם וְהַגִּבְלִים וַיָּכִינוּ הָעֵצִים וְהָאֲבָנִים לִבְנוֹת הַבָּיִת׃

wajifselú boné schelomó uwoné chiróm wehaggiwlím wajachínu ha'ezím weha'awaním liwnót habbájit

32 Und die Söhne Schlomos und die Söhne Chirams und die Giwliter befassten sich mit der endgültigen Bearbeitung des Steins, und sie bereiteten die Bäume vor, und sie bereiteten die Steine vor für den Bau des Hauses.

Eine erstaunliche Formel ist das – die Söhne Schlomos und die Söhne Chirams. Es ist klar, dass das nicht ihre Kinder sind, aber offenbar sind das ihre Zöglinge, das heißt die von ihnen herangezogenen, die coolsten, die engsten Meister aus der Akademie der Künste. Und außer ihnen – die Giwliter, Profis in der Bearbeitung von Stein.

Das ist das Ende des 5. Kapitels, und wir werden mit Vers 1 des 6. Kapitels weiterlesen.

וַיְהִי בִשְׁמוֹנִים שָׁנָה וְאַרְבַּע מֵאוֹת שָׁנָה לְצֵאת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵל מֵאֶרֶץ־מִצְרַיִם בַּשָּׁנָה הָרְבִיעִית בְּחֹדֶשׁ זִו הוּא הַחֹדֶשׁ הַשֵּׁנִי לִמְלֹךְ שְׁלֹמֹה עַל־יִשְׂרָאֵל וַיִּבֶן הַבַּיִת לַיהוָה׃

wajhi wischmoním schaná we'arbá meót schaná lezét bene-jisraél me'erez-mizrájim baschaná harewi'ít bechódesch siw hu hachódesch haschení limlóch schelomó al-jisraél wajiwén habbájit ladonáj

1 Und es geschah im 480. Jahr nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Land Ägypten, im vierten Jahr der Regierung Schlomos, im Monat Siw, dem zweiten Monat, und er baute (hier kann man auch übersetzen als: er begann zu bauen) dem HERRN das Haus.

Hier muss man innehalten und eine Anmerkung machen. Es gibt einige, wie man zu sagen pflegt, alte Namen der Monate, die im Tanach gebraucht werden, wie zum Beispiel hier Siw, oder an einer anderen Stelle Bul oder Etanim. Und viele sagen: „Da, da sind doch hier die Spuren eines vorbabylonischen Monatsnamens.“ Aber man muss zugeben, dass es einen Haken gibt. Jedes Mal, wenn eben diese alten, angeblich urtümlich-urwüchsigen Namen der Monate erwähnt werden, wird mit ihnen ihre Nummer erwähnt; es besteht die Notwendigkeit zu erklären, welcher Monat das ist: Das ist der zweite Monat, das ist der achte Monat, das ist der siebte Monat. Warum ist das so? Höchstwahrscheinlich, weil in jenen Jahren der regionale phönizische Kalender vorherrschte, und deshalb wird der Name des Monats phönizisch angeführt, und damit es für den jüdischen Leser verständlich ist, wird seine Nummer hinzugefügt.

וְהַבַּיִת אֲשֶׁר בָּנָה הַמֶּלֶךְ שְׁלֹמֹה לַיהוָה שִׁשִּׁים־אַמָּה אָרְכּוֹ וְעֶשְׂרִים רָחְבּוֹ וּשְׁלֹשִׁים אַמָּה קוֹמָתוֹ׃

2 Und das Haus, das König Schlomo dem HERRN erbaute (oder: baute), – sechzig Ellen seine Länge, und zwanzig Ellen seine Breite, und dreißig Ellen seine Höhe.

Wenn man hinschaut, dann scheint es, dass das kein so großes Gebäude ist: 30 Meter mal 10 Meter und 15 Meter hoch, das ist überhaupt kein grandioses Gebäude, selbst nach antiken Maßstäben, und deshalb verblüffen die Maße, die hier angeführt werden, natürlich. Was offensichtlich ist: Das sind nicht die äußeren Maße, hier sind die Maße des inneren Teils des Gebäudes gemeint. Warum sage ich das? Weil wir wissen, dass sogar die Flügelspannweite der Keruwim größer war (6,23–27). Deshalb, wenn wir die Maße richtig untersuchen, werden wir verstehen, dass es hier um die inneren Maße des Hauses geht. Aber wie dem auch sei, diese Frage bleibt ein Rätsel für die Kommentatoren, für diejenigen, die zu forschen versuchen. So viel Holz wurde aus dem Libanon gebracht, so viele Arbeiter arbeiteten auf dieser Baustelle – und dann so ein (von den Maßen her) Ergebnis, das, wie ich schon sagte, verblüfft. Deshalb gibt es die Meinung, dass hier vielleicht andere metrische Standards gelten. Es ist schwer, etwas zu sagen, und das Rätsel bleibt ein Rätsel.

וְהָאוּלָם עַל־פְּנֵי הֵיכַל הַבַּיִת עֶשְׂרִים אַמָּה אָרְכּוֹ עַל־פְּנֵי רֹחַב הַבָּיִת עֶשֶׂר בָּאַמָּה רָחְבּוֹ עַל־פְּנֵי הַבָּיִת׃

wehaulám al-pené hechál habbájit esrím ammá orkó al-pené róchaw habbájit ésser ba'ammá rochbó al-pené habbájit

3 Und der vordere Teil (die Vorhalle) vor dem Tempelsaal, zwanzig Ellen lang, entsprechend der Breite des Hauses, und zehn Ellen breit vor dem Haus.

Es beginnt die Beschreibung des Tempels Schlomos – sowohl wie er gebaut ist als auch eine Fülle architektonischer Begriffe und Maße und die ganze innere Einrichtung des Tempels. Was man auf einer Zeichnung schön und klar wiedergeben könnte, ist in einer kargen Beschreibung schwer zu machen, und (ich bitte im Voraus um Entschuldigung) es kann langweilig erscheinen.

וַיַּעַשׂ לַבָּיִת חַלּוֹנֵי שְׁקֻפִים אֲטֻמִים׃

wajá'as labbájit challoné schekufím atumím

4 Und er machte für das Haus durchsichtige Fenster.

Das Wort atúm bedeutet dicht schließend, hermetisch; einige übersetzen atumím als vergittert, aber das ist schwer anzunehmen. Das heißt, vielleicht nicht zu öffnende Fenster, durchsichtige, aus gutem Glas, damit viel Licht ins Haus fällt. Man muss hinzufügen, dass die Durchsichtigkeit eines Fensters für jene Zeit keineswegs selbstverständlich ist. Damit die Fenster wirklich dem Wort schekufím (schakúf – durchsichtig), entsprachen, musste man sich Mühe geben und Glas in der nötigen Qualität beschaffen oder herstellen, was nicht jedem nach Kraft und Geldbeutel möglich ist.

וַיִּבֶן עַל־קִיר הַבַּיִת יָצוֹעַ )יָצִיעַ( סָבִיב אֶת־קִירוֹת הַבַּיִת סָבִיב לַהֵיכָל וְלַדְּבִיר וַיַּעַשׂ צְלָעוֹת סָבִיב׃

wajíwen al-kír habbájit jazíja sawíw et-kirot habbájit sawíw lahechál weladdewír wajá'as zelaót sawíw

5 Und er baute einen Anbau an die Wand des Hauses rings um das ganze Haus (rings um den ganzen Tempel, das heißt rings um den Saal und rings um das Allerheiligste), und er machte daneben Seitenkammern.

הַיָּצוֹעַ )הַיָּצִיעַ( הַתַּחְתֹּנָה חָמֵשׁ בָּאַמָּה רָחְבָּהּ וְהַתִּיכֹנָה שֵׁשׁ בָּאַמָּה רָחְבָּהּ וְהַשְּׁלִישִׁית שֶׁבַע בָּאַמָּה רָחְבָּהּ כִּי מִגְרָעוֹת נָתַן לַבַּיִת סָבִיב חוּצָה לְבִלְתִּי אֲחֹז בְּקִירוֹת־הַבָּיִת׃

hajazíja hattachtoná chamésch ba'ammá rochbá wehattichoná schésch ba'ammá rochbá wehaschelischít schéwa ba'ammá rochba ki migraót natán labbájit sawíw chúza lewiltí achós bekirót habbájit

6 Das untere Stockwerk – seine Breite 5 Ellen, das mittlere Stockwerk – seine Breite 6 Ellen, und das dritte Stockwerk – seine Breite 7 Ellen, denn es waren Absätze in den Balken rings um das Haus gemacht, damit sie nicht in den Wänden des Hauses gehalten wurden, sondern auf den Vorsprüngen.

Ich erinnere noch einmal daran, dass eine Elle etwas weniger als 50 Zentimeter ist. So eine umgedrehte Pyramide ergibt sich da.

וְהַבַּיִת בְּהִבָּנֹתוֹ אֶבֶן־שְׁלֵמָה מַסָּע נִבְנָה וּמַקָּבוֹת וְהַגַּרְזֶן כָּל־כְּלִי בַרְזֶל לֹא־נִשְׁמַע בַּבַּיִת בְּהִבָּנֹתוֹ׃

wehabbájit behibbanotó ewen-schelemá massá niwná umakkawót wehaggarsén kol-kelí warsél lo-nischmá babbájit behibbanotó

7 Und das Haus, als es gebaut wurde, wurde aus herbeigebrachten ganzen Steinen gebaut. Weder Vorschlaghammer noch Spitzhacke noch Axt, kein eisernes Werkzeug war im Haus zu hören, als es gebaut wurde.

Das heißt, es gab keine Bearbeitung der Steine, alle Steine wurden schon fertig herbeigebracht.

פֶּתַח הַצֵּלָע הַתִּיכֹנָה אֶל־כֶּתֶף הַבַּיִת הַיְמָנִית וּבְלוּלִּים יַעֲלוּ עַל־הַתִּיכֹנָה וּמִן־הַתִּיכֹנָה אֶל־הַשְּׁלִשִׁים׃

pétach hazzelá hattichoná el-kétef habbájit hajmanít uwlullím ja'alú al-hattichoná umin-hattichoná el-haschelischím

8 Der Eingang zum mittleren Stockwerk der Seitenkammern war auf der rechten Seite, über eine Wendeltreppe, und vom mittleren – zum oberen.

וַיִּבֶן אֶת־הַבַּיִת וַיְכַלֵּהוּ וַיִּסְפֹּן אֶת־הַבַּיִת גֵּבִים וּשְׂדֵרֹת בָּאֲרָזִים׃

wajíwen et-habbájit wajchalléhu wajispón et-habbájit gewím usderót ba'arasím

9 Und er baute dieses Haus und vollendete es, und er deckte das Haus mit Brettern und ganzen Reihen von Zedernbalken.

וַיִּבֶן אֶת־הַיָּצוֹעַ )הַיָּצִיעַ( עַל־כָּל־הַבַּיִת חָמֵשׁ אַמּוֹת קוֹמָתוֹ; וַיֶּאֱחֹז אֶת־הַבַּיִת בַּעֲצֵי אֲרָזִים׃

wajíwen et-hajazíja al-kol-habbájit chamésch ammót komató waje'echós et-habbajit ba'azé arasím

10 Und er baute einen Anbau, jedes Stockwerk davon fünf Ellen (2,5 Meter) hoch, und auch er war mit Zedernbäumen am Haus befestigt.

So vollendete Schlomo den Bau seines Tempels. Und als der Bau des Tempels abgeschlossen war, wandte sich der HERR an Schlomo.

וַיְהִי דְּבַר־יְהוָה אֶל־שְׁלֹמֹה לֵאמֹר׃

wajhí dewar-adonáj el-schelomó lemór

11 Und es geschah das Wort des HERRN zu Schlomo, sprechend:

הַבַּיִת הַזֶּה אֲשֶׁר־אַתָּה בֹנֶה אִם־תֵּלֵךְ בְּחֻקֹּתַי וְאֶת־מִשְׁפָּטַי תַּעֲשֶׂה וְשָׁמַרְתָּ אֶת־כָּל־מִצְוֹתַי לָלֶכֶת בָּהֶם וַהֲקִמֹתִי אֶת־דְּבָרִי אִתָּךְ אֲשֶׁר דִּבַּרְתִּי אֶל־דָּוִד אָבִיךָ׃

habbájit hassé ascher-attá woné im-teléch bechukkotáj we'et- mischpatáj ta'assé weschamartá et-kol-mizwotáj laléchet bahém wahakimotí et-dewarí ittách aschér dibbárti el-dawíd awícha

12 Dieses Haus, das du baust – wenn du in Meinen Gesetzen gehst und Meine Satzungen hältst, wenn du alle Meine Gebote hältst und ihnen folgst, dann werde Ich dir Mein Wort erfüllen, das Ich dir gegeben habe, mit dem Ich zu David, deinem Vater, geredet habe.

וְשָׁכַנְתִּי בְּתוֹךְ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְלֹא אֶעֱזֹב אֶת־עַמִּי יִשְׂרָאֵל׃

weschachánti betóch bené jisraél weló e'esów et-ammí jisrael

13 Und Ich werde inmitten der Söhne Israels leben und werde Mein Volk, das Volk Israel, nicht verlassen.

Der Höchste sagt, dass es das Haus gibt, das Schlomo gebaut hat, und es entspricht den Verheißungen, die gegeben sind. Aber der HERR sagt sogleich: „Damit Meine Gegenwart inmitten der Söhne Israels ununterbrochen ist, musst du Meine Satzungen, Gesetze halten, nach Meinen Geboten leben. Mein Verweilen in diesem Haus, Mein Verweilen bei diesem Volk, es ist nicht bedingungslos.“ Das ist die Geschichte davon, wie Schlomo den Tempel baute, den Ersten Tempel. Leider wissen wir, dass nicht alles so freudig gelungen ist, wie es ganz am Anfang war...

Lest auch: Mischpatim, Tezawe, Teruma im Audioformat und die Wochenabschnitte der Tora.

Russisches Original: alexblend.com
Diese Übersetzung wurde mit Unterstützung von KI erstellt und bedarf einer weiteren sprachlichen Bearbeitung und Korrektur durch Muttersprachler.

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    1. 1Teruma: Wie man zu Gott aufsteigt 25,1–16
    2. 2Engel-Grenzwächter 25,17–30
    3. 3Darstellende Prosa 25,31–26,14
    4. 4Ein Brettchen, zwei Brettchen 26,15–25
    5. 5Die Einweisung geht weiter 26,31–27,8
    6. 6Wo ein Zaun ist, da ist auch ein Hof 27,9–19
    7. 7Vorsicht: Heiligkeit!
    8. 8Wir bauten, bauten
    9. 9Haftara. 1 Melachim 5,26–6,13

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